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ROMANISCHE FORSCflUlGEN
ORGAN
FÜR ROMANISCHE SPRACHEN UNI) MIHELLATEIN
HERAUSGEGEBEK
VON
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K. h. Hof- und üniv.-Hucbdruckc-rui von Fr. Junge (Junge k 8ohn> in Krlangen.
Inhalts verzeichniss.
Seit«
Steinweg, Carl, Die handschriftlichen gestaltnngen der lateinischen Naviii^tio
Brendani 1
Michaelis de Vasconcellos, Carolina, Der „portiitpesische" Infinitiv ... 4i)
— , Zur Cibdäreal- Frage 128
Teza, E., Der Candonero von Neapel 188
Ullmann, Karl, Die Appendix Probi 145
Foerster, Wendelin, Beitrag zur Textkritik der Appendix Frobi 827
Albrecht, Dr. Reinhard Jonathan, Die Dresiiener Handschrift der Erotica des
Tito Vespasiano Strozza 281
Barth, A., Laut- nnd Formenlehre der Waldensischen (Gedichte 293
Laachert, Friedrich, La estoria del rey Anemor e de losaphat e de Barlaaut . 331
Kirpitschnikow, A., Eine unbekannte lateinische Frosadichtnng 403
Baist, G., Bigot und bigote 407
— , Bigre 413
— , Farilado 418
— , Casamatta 414
Schaeffer, Adolf, Ein unbekannter altspanischer Romancero 415
Gräfenberg, S. , Don Juan Manuel, El Libro del Canallero et del Escndero 427
Baist, G., Don Juan Manuel, La Cronica complida 551
Lindner, F., Die Chanson de Roland und die altenglische Epik 557
701 04-
Die handschriftlichen Gestaltungen der lateinischen
Navigatio Brendani
von
Citri Stcinueg.
Vorliegende arbeit beschäftigt sicli mit den handschriften der
lateioischen Navigatiu Brendani, jener im mittclalter so au5*eerordeDt-
Hch weit verbreiteten „Mönchs-Üdjssee"., in der wir von den abenteuern
hören, welche der hl, Urendan und seine begleiter auf dem meere
erlebten, als sie sieben jähre lang die y,terra reproraissionis sanetorum"
snchten. Diese lateinische prosa lag bekanntlich dem kleriker Bene-
deit vor, als er auf befehl der königiu Aaliz von England sein anglo-
normanuisches gedieht abfasste, und ist die quelle für die deutschen
bearbeitungen in vers und prosa, worllber Schröder in der einleitung
seines buches ^Sanct Braudan: ein lateinischer und drei deutsche
texte, Erlangen bei Besold 1871", eingehend gehandelt hat. — Wie
hoch wir diese quelle bezUglich ihres alters stellen dürfen, hat Zimmer
in seinen keltischen beitragen (Z. f, D. A. XXXIII 297ff.) mit grossem
Scharfsinn gezeigt. Wennschon sein resaltat ergiebt, dass über die
mitte des XI. e. nicht hinausgegangen werden darf, so wird doch eine
kritik des textes, deren älteste von uns collationierte handschrift (M)
aus dem X. oder anf'ang des XI. s. stammt, einen längeren weg der
ttberliefening wahrscheinlich machen. Davon soll der dritte teil unserer
arbeit handeln. — Dass der bei Hardy, descriptive catalogue l, l.o9
aufgeführte Vaticanus 217 nicht in das IX. s. gehört, ist richtig {d.
Zimmer 1. c. p. 298), aber er enthalt überhaupt keine Navigatio Bren-
dani. Auf eine diesbezllgliche anfrage teilt mir das konigl. prenss.
bist. Institut in Rom mit, dass nicht voL 217, sondern vol. 481 der
bibliothek Reg. Cbristinae eine vita sancti Brendani abbati^ enthalte.
Sie stehe fol. 28—42 des genannten codex, der aus dem Peter-Pauls-
kloster in Paderborn stamme. Diese handschrift durfte in die zeit
kurz vor 1200 fallen, da sie die übliche nach-karolingische buchschritt
zeige, in welcher das runde s noch nicht erscheint. —
Man kann nun bei der unlast von handschriften und bei ihrer
«erstreuung über alle länder nicht erwarten, dass im folgenden eine
abgeschlossene arbeit beabsichtigt werde. Wir beschränken uns viel-
Romaalacho Fonohuncen VII. ^
t1 Steinweg
mehr auf das ims erreichbar gewesene material, und wollen nur eine
grundlage schaft'en für eine weitere bearbeituiig und zu ihr anregen.
Als herr professor Suehier vorigen herbst in Paris weilte, hatte
er die grosse Hehenswürdigkeit, auf der dortigen national -bibliothek
neun manuseripte auf ausgesuchte stellen hiu zu vergleichen. Dafür
sage ich ihm liier nochmals meinen herzh'chsten dank. Ebenso dem
oberbibliothekar der Berner Universitätsbibliothek, herrn Dr. Blöscb,
welcher dieselbe liebenswürdigkeit bezüglich der Berner handschrift hatte,
uud den Verwaltungen der Berliner;, Bonner, Leipziger und Mlinchener
bibliotheken überhaupt für die bereitwillige Überlassung der manuscripte.
Der erste teil unserer abhandlung untersucht das Verhältnis der
collationierten handschriften und stellt ihr fi 1 iations stemm a anf, der
zweite beschäftigt sich mit der altfranzösischen prosaübeitragung,
welche wir bei Achille Jubinal, la lögende latine de S. Brandaines,
avee une tradoction inedite en prose et en poösie romanes d'apr&s les
mss. de la biblioth6que du roi, remontant aux XI. XII. et XIII. sifecles,
Paris 1836, p. 57 — 104 abgedruckt finden, der dritte mit der frage
nach der gestaltung des archetypon.
Bezüglich der ahklirzuugen sei noch bemerkt, dass mit - der ge-
samte apparat bei Morau, acta Sancti Brendani, original latin docu-
ments connected with the life of Saiot Brendan, patron of Kerry and
Clonfert edit. by Right Rev. Patrik F. Morau, D. D., bischop of Os-
sory, Dublin 1872 p. 85 gemeint ist. Die zahlen ohne klammern be-
zeichnen selten und Zeilen des Schröder'schen , die in runden den
Moran 'sehen, die in eckigen den Jnbinarschen text.
Halle im Februar 1891.
VERZEICHNIS VON HANDSCHRIFTEN WELCHE DIE LATEINISCHE
NAVIGATIO BRENDANl ENTHALTEN').
1« Belgien.
1
BrOssel: BibL ßeg.
9920-31
XI
f. 153'-166^
2
w n
7672-74
XIV
membr.2'* f. 69«-
-77«.
3
ßibl. DucumBurgnndiae
1160
XV
'
4
r n V
8638
XV
5
€€ut: Bibl. Pabl
401
, XI
membr.
6
Naair:
31
1
1) Leider Hess die «laDgelhafte bezeiclinung eiuer .anzatil von codd. in den
kfttalogen nivlit Überall genaue au^abc der betreffenden bibliotboksnummcr und
des jaiirltunderts tJer handschrift zu.
Die fettgedruckten lanfcndcu nummern bezeichnen die gans! oder teilweiße
bearbeiteten manuscri^te, welche übcraicbtllch pg. 6 zusammcngeBtullt sind.
Die hnndschriftlichen gestaltungren der lateinischen Navigatio BrendaDi 3
II. Deutschland*).
7^B«rlii: ms. theol. qnart
8'B«ak: bibl. universit.
9 Leipiig: ßibl. Paulin.
10 Hflocheii: S. Mang. 10
11 vier fragniente^)
12 Scheftl 139
13 Windberg 48
14 Aid. 77
15 Uumberti de Enidit Re
ligiosor.
16 Potting 426
17 Mon. Aug. 185
18 Woirenböttel: Heimst.
142
XIV ;
S 368
XII '
844
xn 1
17740
X/XI '
XI ,
17139
XIIJ
22248
XII'4
2607
XIII
- 4724
xin
11726
XV
8485
XV
445
XV
membr.4«>f.ll8i»— 134«».
cod. reecr.
■membr 8^
, 4« f. 54-71.
, 40 f. 1-32.
, 2».
, 20 f. log«-— 174.
, 2« f. 70^—90^.
, 2« f. 1—15.
Chart. 2« f. 122—140.
4" f.197-197^
4* f. 76^—92',
4* f. 284-295.
1) Die Augsbarger handBchriften sind nach München gekommen, die Strass-
burgcr 1H70 beim brande verloren gegangen.
2) Die Milnchener fragmente bestehen ati» foigendeu ßtUcken.*
1. Aus zwei zusammenbängonden foliobtättern (4 Seiten zu 2G zl.) enthaltend:
erstens 4,26 „Cur me interrogas" bis 5,12 „ad 40 dies"; zweiten»
die fortsetzung bis <>, 4 ^finivit ergo sc«, bren"; dritten« das fltttck von
12, 1 »dicens Deus cognitor incognitoruni'* bis 12. 2<i „levavit se de prora
ilU aviB et". Die vierte aeite beginnt mit 12, 2B „volare ad alias* und
endigt 13, 19 mit den Worten n^onaummatia itaque dlebus^.
2. Ans einem pergamentfetzen, welcher zweimal zwölf zeilen entliält; die
linke ecke ist abgerissen. Die erste seite enthält 7, 23 von „enedixit in-
troitum" bis 7, 35 „precepit scs. brendan", die zweite 8, 12 von „dixit pre-
dictuB vir" bis 8,24 „iterum dixit scs".
3. Aus einem anderen von gleicber grosse, zu zweimal dreizehn zeilen, dessen
erste seite 7,36 von „e Video enim illum" bis 8,12 „opus dei pcrfinitum*
enthält, die iweite 8, 26 ,in sinn sno" bis 9, 2 „hie enim habe» bcumae".
4. Aus einem beschnittenen stück von zweimal siebzehn zeilen. (Durch den
Bchnitt fielen die zeileuan fange resp. enden fort.) Es blieb auf der ersten
Bette 9, 12 von „die nsque in pasoba" bis 9,80 „quasi domestica", auf der
«weiten lü, 4 von ., . . tra et dato osculo dixit" bis 10, 20 „sicut ibl vise".
(Die letzton fttnf zeilen sind lückeuhaft.)
Demnach geben diese fragg., welche herr prof. Sohum in das XI. s. setzte
der Ordnung nach folgende textstllcke: 4,26 — 6,4} 7,23 — 7,35; 7,36 — 8,24;
8, 26 — 9, 2 ; 9, 12 — 9, 30 ; 10, 4 - 10, 20 ; 12, 1 - 13, 11*. zusammen 188 zeilen.
Ctrl Steinweg
in. EMsland.
2d^*rk: Cath.Ebroiceii8i8.(?)l
UiJm: Brit. Mus.
Cott. Tiber. D. HI
„ Vespas. A. XIV
n n B. X
Harl.
Reg. 8 E XVII
Addit. Br. Mos.
\%tit Bodl. Land. Miscj
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n » »
34,1 Coli. Balliol. Oxon.
35: I, Lincoln. Oxon.
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108
3776
3958
6047
44(545)
173 (778)
237(1013)
315(1055)
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Imembr. 2«» f. 46-58»».
membr.2» f. 107— 118.
4» f. 101»» flf.
8» f. lP-21.
4» f. 42—59»».
4» f. 67-75»».
2«f.l03»»-121»».
2»f.l28»»-138»».
Ichart. 2« f. 255-266»».
membr. 4» f. 27»»— 117.
2« f.229»»-244.
40f.l65»»— 175^
4» f. 40»»— 68»».
2» f. 72—86.
4«f.l86»»-205»».
IT. Framkreicli.
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ÜM^ : S. Ebnilfi Uticens.
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68 Vaticana Patav.
69 „ Reg. Christ.
70| Vallicellan VII
17 N.35
N.12
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membr. 2« f.80-102f.
„ 40f.28-42«>.
. 2».
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Tl. Oesterreich.
71W!ei: Palatina [Nov. 689]
72 „ [Eist. eccl. 120]
73 „ [Reo. 3330]
477
563
2217
XII
XI
XIV
membr. 40f. 148*- 161»».
„ 40 f. 59b-112«.
„ 4« f. 84»>-101».
74{|Beni: Bibl. Universit.
TU. Schweiz.
II 111 ||XII/XIII|| membr. 2« f. l*-12f.
1) Bezüglich des von Hardy, „desoript. cat. 1. 159 angeführten Vatican.217,
welcher unseren tractat enthalten und ans dem IX. b. stammen soll, vergl. die
einleitong.
Carl Steinweg
sich zuerst jene stelle trübte. Wir wollen sie X nennen. Mit jener
Verderbnis aber verhält es sich folgendermass^eü: Die niönche sind auf
der echafinsel gelandet, der zweiten ihrer fahrt 9, 16, und ein menscb,
der im verlaufe der gescliichte stets der procurator genannt wird,
kommt ihnen mit lebensmitteln entgegen, sieb glücklich preisend sie
versorgen zu dtlrfen. Brendan jedoch nimmt von seiner anrede keinerlei
notiz, wendet sich vielmehr zu seinen jUngern und sagt: Seht, da hat
uns gott einen ort angewiesen, wo wir resurrectionem feiern kßnnen.
Da bedeutet ihn der fremde, dass dem nicht so wäre. Sabbiit würden
sie zwar hier, die vigilien und missen jedoch morgen auf jener insel
iialten, welche sie vor sieb sähen: ..Pater, hie celebrabitis istud saba-
tum Hcra., vigilias vero et missas cras in illa insula quam vos videtis
proposuit vobis Deus celebrare sue resurrectionis diem (suam resurrec-
tionem). Cum bec dixisset" etc So lesen m und c 10, 6 ff. — Dass vor
„sue resurrectionis diem*' etwas ausgefallen ist scheint klar. Vielleicht
die Worte: „in alia autem insula"; denn wollte man auch „diem"
Btreicben, und einige mss. thun das, so liefe dennoch die an und für
sich richtige grammatische construction gegen die thatsache, dass
pfingsten auf der vogelinsel gefeiert wird. cf. 11,26. Die betreffende
stelle liefert aber auch ein weiteres argument die ansrigc zu verdäch-
tigen: man landet dort, und wiederum sagt Brendan zu seinen ge-
fährten: ^Ecce dominus noster Jhesus Christus uobis dedit locum ad
manendum in sua resnrrcctione". 11, 26. Nur an einer von beiden
stellen kann dieser ausruf ursprünglich sein und doch wohl nur an
der zweiten, auf der vogelinsel, wo in Wahrheit das fest begangen
wird. — Scheinbar richtig verhält sich alles bei Jubinal [13, 6], also
in H und in CFG und J. Dort lesen wir gleich hinter dem besprochenen
ausruf des hl. paters: ,,Cura hec dixisset, cepit obsequium famulorum
Dei facere, et omnia que necessaria erant in crastinum preparare."
Auch diese fassong kann nicht original sein, denn der satz: „eura hec
dixisset" etc. niuss unter allen umständen eine aussage über den pro-
curator enthalten. Niemals wird das « obsequium famulorum Dei
facere", das bedienen der brUder, von Brendan gesagt, das ist stets
Sache der jünger, resp. des procnrators. Dann aber giebt anch hier
der umstand den ausschlag, dass diese festtage nicht auf der insel des
procurators gehalten werden. Wir haben eine wirkliche iHcke, die
sieh erklären lässt, entweder aus einer tiberschlagung, veranlasst
durch dos zweimalige resurrectionem, welches sich am ende des ersten
Satzes und des ausgefallenen findet, oder aucli daraus, <las8 der sclireiber,
die verderbte redaction erkennend, den fraglichen satz ausliess und
damit eine scheinbare conzinnität erreichte. Nur in ^< X Y und V finden
vstaltungeo der lateiiiisehen Navigatio Brendani 9
chaden zu bessern, ohne daas mit dieeen ver-
bben geriUgt wUnle. Der corrector der MUnehener
^icb „ad" über „suam resurreetionem", K liest:
X und Y: „et suam SADctam resurrec-
1a quam videds proposuit Deus vor celebrare
prosate^t keine bessere vorläge hatte, zeigt die
:as pfcres, vous coleberr^'s ehi, che saint ^amedi,
■ 11 cele isle que vous v^'es mamteiiant, Diex notts
•'brer sc sainte surrecxion", wo der letzte satz ohne
un vorausgehenden steht, denn Brendan soll ja gerade
r feier berichtet werden.
n uns nunmehr den einzelnen handschriften zu und
«^Icbe von ibnen durch gemeinsame fehler, lücken oder
't* besondere quellen /urUekzuflihren sind, und wie »ich
senen quellen zu einander verhalten.
Me familie m, die mit dem kürzesten schtuss, mag den
hen. Zu ihr gehören die handschriften M J T S, U V Y -/,
ner fragmente /* und die altfrz, prosattbersetzung /' Sie
folgenden feldern etc. Uberein. (Natürlich geben wir von
n anzahl diesbezüglicher puncte immer nur einige wenige,
TIS besonders charakteristisch und zum nachweis einer za-
-ehörigkeit ausreichend erschienen.)
imernoc atque procurator^ statt „mernocatus procurator", denn
lernocatus ist der procurator pauperum Christi selbst,
"fecerunt nauiculam levissime costatam ex ilice", wo die anderen
faroilieu „levissimam" schreiben.
, i wird freiiom als masculiuiim gebraucht: „frenuni quem" und
j eine zl. weiter ^illum frenam". In T und M ist der fehler von
zweiter band gebessert worden.
12 eilen die fratres mit ihren ^naviculis" zum wasserschupfen statt
mit den vasculis^ welches wort in S durch correctur hergestellt
wurde.
17 thnt m des guten zuviel wenn ihre rass. schreiben: „cum hec
intra se talia loquerentur", wo die anderen sieh mit „hec" be-
gnügen.
11 „evigilantibus totam noctem" statt ^et vigilantibus t. n.**
4 sind die eingeklammerten worte ausgefallen, wodurch der sinn
4
'Utr «»^« ubkrff«twf41i*«i 3e*r^oTÖm ict: «et tc cnm bk (m^iir)
ii«Mai «uiviMMUtU' i.Ai*v;i»t>itu^ v-rn- iabore nuuiiiiiiii suimni uiilBr
r >««4«»^f" ¥'A- \ iL «UA ^iiMrr j^e^eL. wei6<^ icL nidit S mfifait
!->(;« i<i^^:*iß^i «V«. «(»(r^. r4«iir iiocli. dH* wuudt BtelkzülieDfin
bu^ i»tu«iiti;#'. <;«: M vkueuu^ «um «it^: qood flcib mcnanhw
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o^iiit. A*- KU t^tttM*»' .44naiauiu*iüUiui^ outcT dieBCD baBdflcliriflcu, wudi
4. /^,.-. /<;,>•:; > v^ ^-^ A><»iii«4>!XH','fiM;tioii. uaclj^ewieHeD . und es irngt «eh
.. .. .,yi* /eKtf,4»- *\n ««U'«^f<;u iiii»fc. vuo eiuauder ab^reBchrieben rand
. / A.W <u^ /'^«i«//«;f«*'/i. i»j*)#äi«<t «utterot werden können.
{ 4 i,^^ 'd 4.nuiit<rJi>iirt vorlade für J und T ^r-
„ , .. ..A />i-^4 4'u^ i*«xt<iiit<3iidf Iticke . welche dnrob den ans-
' .,, -.// v,«j|.»4.i >ti4-.r L^M.fUjUfifi M (ewibüben fol. 34 nnd 35, bei
. , K I ^^ ^,i , /f y^'i, yvu iuiplere bi« peuteeoetee) Teranlaast
,; ,>■■ ßi,ifU M' *f*4tat in H m'A den worten: ,Sed in die do-
/, f(ffif:ffifif.U.t ^ftfjittiillum iM^u^ de i»*ta petra nüde potni smnere
.ff. 'i tH ffhhf m^^M'*, l/l*a 'Mi' fttbrt fort: ^Transacto iam tem-
^ /' ''^1' hfh'tftih i(thi^»futifr . . . , djxit fcico. brendano . . - Asoen-
', .J,wy int\tm h'tsiitt tmtmm uven , . . , . quasi una voce dioebant**
t->->h tih tfihh VI//« |i.|Ji:i(«li'u vcibiim iiuplere ab, denn das konnte
'^ > .'|//mI/i^ m1>' /•:«I*«<* ImiIhij, rMijfel ttb'T wf-itiT nicbts fehlen, so
/i>iJ /ii/<J> ^j. / ^. lu/h: /(iftJHHiiii'iilKUif? die lllc'ke klar und deutlich.
/ ij i,/jjn :h ijuif^li'O litti^i.ar Idiei^lir- li>-(iiMl<'ri Nidi die möncbe auf der
Uh-t.i »"' I'j4ul>: li/iW >i\- üi i hu ili I lUuliluMH M'JiMT li'bcnß^eBchichte. Von
i]uu frnlti:\n Ici U« h»i. M.«lt. H»"^^»'"»», MMi MlliMwrniffHtcn davon, das«
ili'i |)M/run«loi hl I iliiicii Will- \in Miil iliH'iii iiinlc tritt er, anfangs
bliill Wti, itiif uml iiriiihl ilit- liniii.ii iiii:|i /«li l'iilii't nach der terra re-
pi-oiiiJHHioiiiH iltniiii, ivJilit'tMiil liii' uiiiiiii:(liiHi<ii \l\^v\ ciiien abschieds-
viTH Hiiif^cii. Wir NJiiil tihtu ui|ih)l/lirli uiiC ilio vofcolinsel versetzt
Würden, uiinilttellMir hiih iWr Hrhibioiiiiig M. PhuIh brnuiH.
In J findet nieh dloHer Jiliii* UbcrKiuiK initten imf der seite. Der
Schreiber aber fühlte ihn und «Ti^Unzte \venif?nlrnH duH leicht zu con-
jicierende verbum iroplere. Duruuf beginnt er eine neue zeile mit
demselben grossen T am randc wie M.
In T merkte ^pater et pastor Gebhardos" Überhaupt nicht, dass
etwas fehlte. Er schrieb, ebenfalls mitten auf der seite, ruhig von
„unde potui sumere potum et vasculuni meum zu „Transacto" ....
weiter, als ob allis in bester Ordnung wäre, Dass diese beiden mss.
auch sonst wörtlich mit M übereinstimmen ist selbstverständlich. Somit
scheiden J und T aus unserem apparate aus.
handBchrJftlichen geBtaltnngen der latemiBchen NAvig&tto Brendani
§ 5. Auch cod. S ißt bei einer textcongtitution nirgends
heranzuziehen, denn ganz abgesehen davon, das« er ein fragment
ist, hat er durch eigenmächtige Verbesserungen, welche oft geradezu
Verböserungen sind, sich entwertet. In diesen Veränderungen folgt
ihm keine der von uns behandelten mss., und das beweist zur genüge
ihre Unabhängigkeit von S. So lesen wir in ]\I die stelle 5, 12: „nam
flagranti am vestimentornm abbatis nostri probavimus, pene usqae
ad XL dies tenebantur boc odore" in S: „namque per flagrantiam
vestimentornm abbatis nostri „vera esse qne dieis probavimus qnia
^pene usque etc." Weiter verrät auch 26, 19 diese eigensinnige ändo-
rungslust. Nicht nur wird hinter „tales viderunf^ zum besseren ver-
■tfindnis „esse^ eingeschoben und abermals hinter ^sieut" die copula
Jest"*, sondern auch das auf den ersten blick schwer verständliche
„civitas in gyrum" nmgeändert in ,.civitas facta in egyptum!'' (tales
viderunt esse [sc. genera bestiarum jacentes super arenam] sicut est
civitas facta in egyptnm.) Ein anderes bezeichnendes beispiel von
conjecturalkritik ist schon bei der aufziihlung der familienfehlcr unter
ti,4 besprochen worden. Zu alledem kommt noch hinzu, dass in S
der eatz 6, 1 von „Nonne parentes nostros dimisimus'^ bis „in manus
tuas" fehlt, nicht so in den übrigen handscbriften.
Aus M direct ist S nicht abgeschrieben, das lehrt der
Augenschein: 5, 9 hörte der Schreiber hinter ,. vestimentornm vestrorum"
auf, Hess einen räum von sieben Zeilen frei und fuhr dann mit zeile 13
fort: „tenebantur hoc odore. Illic mansi etc." Zweifelsohne war seine
vorläge hier entweder lückenbaft oder unleserlich, was weder in M
noch in einer anderen der von uns verglichenen handsehriftcn der fall
ist. — Erst eine zweite bedeutend gröbere band flUlte mit weitliiufigcr
ohrift den zu reichlich ausgesparten räum. Weitere stellen aus
^denen dies einleuchtet werden wir gleich im folgenden abschnitt be-
kommen, wo vom Verhältnis der mss. M S und fi die rede sein
80U.
§ 6. Die MUnchener fragg. /< sind nach der vorläge
von S corrigiert.
5, 1 steht in S „ibidem demorari", in fi ursprünglich der infinit, act.
wie in M, dann corrigiert in „demorari^.
5,7 lasen anfänglich ft and M: ,,illuc frequentatur abba raernoc*^.
Durch correctur haben wir in M: ^illuc trequenter pergit abbas
mernoc", die lesart von S.
5,11 schreibt ^ vor der correctur: „ubi est ille paradysns nescimus
6
Carl Steinw«g
VERZEICHNIS UND STEMMA DER BEARBEITETEN HANDSCHRIFTEN.
(DIo mit einem stern gekeonseiohneten sind yom verf. selbst collationiert, die
mit uinem kreu> vermerkten auf einige punkte hin von herrn prof. Sncliier, die
rund eingeklammerten sind BurUckgeftlhrt, die eokig eingeklammerten noch ge-
nauer SU untersuchen.)
J
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Bibliotbek.
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Saecl Sigl.
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München
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Allfm. Vrom.
2« 1*2224»
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17 Wolfonböttel cart
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19 Paris :b.d.r. .
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15076
22 Rom: V«t R, Chr.
membr 4* 481
2:» V
24 l>ubHn^Uberkilken<
2.N Komlon: Br M. 4»
Äi l^iris: N. B, 2* 23;i3
27 l\om: Sessor. 2* 114
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2ii INiris: N\ R 2» 55T2
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Schröders text.
bei Schröder B.
rescr. & decnrt.
Moran.
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Moran.
XIII [F|
[G]
m Jub&Mor.text.
Cf Moran.
0* drocky cf. § 22
rEJT fragm. Moran.
\
;}
%
Die handsvhriftlichen gcstnltiingen der lateinischen Navigatio Brendani 7
A.
DAS VERHÄLTNIS PER UNTERSUCHTEN HANDSCHRIFTEN.
§ 1. Drei äiisaere merkmale lassen das vorliegende material gleich
von vornherein in drei classen zerfallen. Diese drei merkmale liefern
die scblussredactionen unserer erzählnng. In neun handschriften näm-
lich und in der altfrz. prosallbcrsetzung endigt der traetat kurz and
bündig mit dem satze: ^accepta benedietiooe sanctus brendanus recto
itinerc ad locora suum reversus est" j der zweck der fahrt ist erreicht,
man hat das land der verheissong gesehen und kehrt nach hause zn-
rück. — Nicht so in einer anderen grnppe. Dort wird der kUhne See-
fahrer nicht so schnell entlassen, wir erfahren erst,poch von »einer
ankunft zn hause und von seinem tode. So lesen hinter „reversus est"
36,8 vierzehn mss. : ,,Fratrcs autem illum gratulantissime snsceperunt
glorificantes Deum qui tarn amabilis illos noluit patris aspectibus de-
privari, cujus absentia tarn diu fuerant orbati. Tunc beatus vir pre-
dictus, karitati eorum congratulans, narra\nt omnia qiie accidisae re-
cordatus est in via quantaque ei Dominus dignatns est miraculorum
ostendere portcnta. Postremo etiam velocitatem obitus illius certa
attestacione novit seeundum juveuis predictum in terra repromissionis
sanctorura, qnot etiam rei probavit eventus, quia cunctis post se bene
dispositis, parvo interjacento teraporis intervallo, sacramentis mnnitns
divinis inter nianus discipulorura gloriose migra\dt ad Deum, cui est
honor et gloria in secula seculonim. Amen."
Die dritte redaction scheint eine verkflrzung der eben angeführten
zu sein; ihr mustcr haben wir bei Jubinal [53, 15]:
„Quem cum fratres vidissent, glorificaverant Deum pro recepto
patrono. quibus enarravit mirabilia Dei, que audierat et viderat Et
postea nonis julii dies vite sue finivit in pace, regnante Domino nostro
Jiiesu Christo, cujus regnura et imperium sine fine permanet in secula
seculorum. Amen/'
Letztere fassung findet sich in fUnf handschriften. Nach diesem
kriterium benennen wir drei sich ergebende familien: m, c, g, je
nachdem ihr schluss einfach, mehr oder weniger erweitert ist.
§ JJ. Eine Verderbnis, welche sich, wenn auch in verschiedener
form, in allen von uns herangezogenen handschriften findet, zeugt
dafUr, dass keine derselben das archetypon ist, nud dass wir für alle
drei familien eine gemeinsame quelle anzusetzen haben, in welcher
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jHBBer A JSB€» Anr m*Mli«i bot Mck D F X ^ ^.
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üff .4dMrtieif deawpw» 4mm Jcea» Heieg mml (ITX-#4i
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^^nrr^ iMMi HOKPA/ aritoM« wir efew WaMdcn ^jndb e
m ^«kili« mit d h^t/fir^hneX leiii m«^ Dieae ;
^\rt\ (\\tf*h frtl^^nrlp pfviicle gereebifertigt :
i u i/.:..., NfUt: ^n«hij^ («periiDt andiqoe diflTandi in tantsm'' »Utt
ti^ont no» nndiqne i. U"
4^W f^MI „fKin" »frl«(ih«n p<|nÄre roe" und „interrogu^
(I, Ift Ifiit \\nt\u\hnn n^nie rr/.Aliltinp^ brcndigt and kehrt beim: „ud
^' t(m iJarinthü?« perrexit-". Hier lesen d nnd
mHiiir'' „Urftiifluna»'*.
1^ 11 litttK'M NOR i«ifip KeiiidiiiHriuirMicbe lUcke; 0 and R von gleichem,
N Tori ^fwnn ^f«»m»*ro?ii urnfnn^. N liest: pCepernnt statira na-
▼1|f» ' ''H«tn iuMiiliim Hiilto ymno prcdicto vir di aramonebat
»liH .11«.." lliiM- JHt (lii< lllrkc sofort iUhlbar. Es fehlen
tltr tl^Uou« hi K)\\ Mlobt: „crporuiii Mtiitiiii navigure ad aüam in-
* HpprnpliMiiiUNHonf tid huMim nbi asceudere de-
'vi i'uni «ni« iratribu» icpit cantarc ympnum'^.
tue nnoh fi^btt titobtN iu OU, denn dase die Wanderer
wUoro auna omisernnt". wiederfanden,
*' M.K'-tHl fti -•>••• Dasb aber auch in 0 nnd
I AHfffti'l fflnl \\W linche ooMtHMtion , welche
ll ileM MUffAll T^^rderUt wurtic. Man erwartet in Ober-
Die handschriftnchen gcstaltungren der Ifttciniscben Navigatio Brendani 15
einstimmiing mit dem namerus des subjecta „ceperunt cantare".
Das zweimalige „de navi'^, zeile 13 und 14, wird an dem Sprunge
wohl schuld gewesen sein.
27, Ü „ignorabant de qua natura factus esset conopeus'* statt „ma-
teria", oder ,,creat«ra" der anderen hdöchr,
32,20 ^fontem in modum puteoli surgentis", wo die übrigen hdschr.
„in modum patule surgentem" lesen.
314, 14 giebt unsere tamilie eine falsche zahl. Nicht sieben jähre haben
die f rs. ihre feste gefeiert, sondern sechs ; das siebente mal soll
erst jetzt eintreten.
§ 10. Diese puncte mögen genügen, um eine enge Zusammengehörig-
keit der besprochenen handschriften darzuthuu. Was die einzelnen
mimmern angeht nud die frage ihrer Abhängigkeit von einander, so
lässt sich erweisen, dass R unmittelbare quelle fUr 0 gewesen
ist. Erstens stimmen beide in der Orthographie und in der dnrch
initialen gekennzeichneten kapiteleinteilung durchaus überein, zweitens
in folgenden fehlem und lüeken:
10,29 „usque dum ad portum venirent'' (sc. navis) statt ,,veniret".
14, 3 ,4io8siti8 observare" statt ,,potesti8 servare".
15,23 „mos est . . . ducere frs. per orationem", wo „mos est ... da-
cere frs. post orationem^ stehen sollte.
20, 13 fehlt in beiden das stück von ^ecce apparuit iliis cacabus" bis
„Tone 8C8, pater" incl.
21,35 Uberprangen beide den satz: „Doraine libera servos tuos sicnt
liberasti David de manu Golye gygantis^, wohl weil der folgende
satz ebenso anfing.
84>2 „pansillam aque", rell. pusillum, paxillnm, pauxillum aque.
Dass R nicht aus 0 stammt, beweisen:
10,30, wo in 0 der satz: „Beus Israel ipse dabit virtiitem et fortitu-
dinem plebi sue, benedictus Dens" fehlt, in R aber nicht und
weiter
20,26 in O das stUck von ,,Bedenti super thronam" bis ,,ad cornu al-
taris" (zl. 29).
NR und P sind von einander unabhängig.
N kann nicht R zur vorläge gehabt haben, da N den
satz: „Domine libera servos tuos sicut liberasti David** etc. 21,34,
tri Steinweg
welcher m R fehlt, nicht durch coDJectnr in Uberem&timmnng mit
anderen mss. ergänzen konnte.
N kann auch nicht ans P geflossen sein, denn dort fehlt
in dem satze 33,29: ^Circa hora nonam'' etc. erstens ,^prandium de
mare i. e.", zweitens: ^ambulan» snper dnobns posterioribus". Aus
demselben gründe kann auch 11 nicht ans P stammen.
R aber auch nicht aus N, weil dieses ms. bei 21,13 eine
lUcke hat (es fehlt der passus zwischen den beiden ^reversas est in
locum suum'' zeile 13 und 17), welche sich in R nicht findet. Schliess- M
lieh zeigt die schon oben sub. 20, 11 besprochene lücke im ORN, dass
P keine von ihnen zur vorläge hatte. In P findet sich die bemerkung
von dem wiedergefundenen cacabus.
I
I
I
§ 11. Bei einer textconstitution verdient N den Vorzug vor R.
P ist als lUderlicbee machwerk Oberhaupt nicht zu benutzen.
N ist, wie wir schon beim obigen vergleich mit 0 und R gesehen
haben, viel weniger fehlerhaft als seine geschwistcr, wenngleich die
lUcke bei 20, 12 inN grüsser als in OR ist und 21,13 sich eine andere
findet, wo die übrigen nichts missen, cf ende § 10.
P ist ein von fehlem und Iticken strotzender aiiszug eines zu
unserer familie gehörigen ms. Dass er zu d gehurt zeigt: M
5, 25, wo er „Brandauus" statt „Barinthus" schreibt. Den darauf
folgenden satz beginnt P mit: „Igitur scs. brandanus perrexit
de omni congregacione sua"! . . Schon ■
4, 2ft lässt „indiges aliquid cibi ant potus sive vestimenti XV enim
dies fuisti in hac insula et gustasti de cibo autde potu" aufm,
d oder AB, in denen sich dieser satz findet, als quellen schliessen.
Freilich ist hier das falsche „unum annum" in „XV dies** be-
I
richtigt, aber vor gustasti ;jnon" ausgelassen.
ft, lÄ beschränkt „repleti muwto^ statt „multo*" seine herkunft auf m
und d und 5, 25 schliesslich auf d. — Es ist unnötig proben
von den ungeheuerlichen tehlern zu geben, welche sich in dieser
handscliriit fast auf jeder seite finden, es mag genügen, wenn
wir zeigen, worum es dem echreiber ku thun war, und wie sum-
marisch er mit seiner vorläge wirtschaftete. ■
21, Ä verkündet der redende vogel dem hl. Brendan ort und zeit der
feste, welche er zu feiern hätte. P schreibt: ^in dorso belne ■
celebratis nativitutem domini (womit er auf zl. 7 springt) etl
hec dicens avolavit". (zl. 13.) Nach dieser Vergewaltigung
»ie handgchriftlichen gestaltungen der Inteiniadien Navigatio Brendani
wird das abentener mit dem meeruDgetttm übergangen wud mit
zl. 23an 22,22 angeknüpft r „Santus vero brand. cum suis fratri-
bns iude navigantes veoeraot ad quaudam maulam in quam
fratres descendeDtes et aquam miuime reperientes metnm testa-
bantur. QuibiiB ipse ait Numqnid 'difficilius est dco vobis tri-
baere aqaum qaam victum? Ite contra mariä plagam et in-
yenietis fontem Incidissimum inde mihi gtipeudia Rumite secundum
mensnram (zJ. 26) et vobis Signum videbitis (zl. 34) in quodam
loco cadaver mortuum coiusdam immanissirae belue et invenerunt
omnia sicut vir di predestinavit" ! \z\. 36.) —
Trotz der wenigen punete, welche mir für die vergleichung von H
ZDF Verfügung standen, lässt eich dennoch dieser codex mit ziemlicher
Sicherheit unserer familie d einreihen. Zum ersten bat er gleifhen
gchlnss^ dann weist uns 4,29: „minm annum enim es in hac insula" etc.
anf d, m und A B.
m kann wegen seiner kürzeren schlussredaction nicht in betracbt
kommen, sodass d and A B übrig bleiben. 31, 6 endlich verrät der
mit 0 und li gemeinschaftliche fehler „nrnbra mortis" statt „nmbra
noctis" die fam. d als quelle.
§ 12. Eine weitere familie nennen wir 1. Sie hat ihren haupt-
vertreter im codex Lipsiensis und zählt sechs glieder: LWKZ0D; die
in folgenden pnncten ihre gemeinsame abstamraung zeigen.
L4, 28 lesen wir in 1 ohne jeden zusatz einfach und verständlich:
„Sicut illam vides modo (sc terram repr. scor.) ita ab initio
mundi permansit: dies namqne est semper" etc. Alle Übrigen
- familien haben hinter „permansit^ grössere oder kleinere zu-
p Sätze fehlerhafter natur.
11,14 ist scheinbar alles in Ordnung, wenn wir in 1 lesen: „Cum autem
Inavigassent jnxta insularo per triduum et venissent ad snmmi-
—^ tatem illius . . . viderunt ineulam aliam" etc. Der zusammen-
K gammenhang aber erfordert hinter rijuxta insulam" eine nähere
■ bestimmnng, denn die, von welcher die Schiffer eben kommen,
■ war ja der Jasconius und schwamm weit weg. Folglich fehlt
I hinter insulam: „uhi erant per triduanum antea", was auch die
B übrigen handschriften geben.
16, Ä9 fehlt „alia" zwischen „ante duo" und „altaria", denn „Septem
laminaria habebat, tria ante altare qnod erat in medio et bina
ante dno alia altaria^.
22, 12 n^xspectatis" statt des richtigen futurum exspectabitis.
RoDuinlscho ForachnDgcn VII. ^
hinweg
82, 0 per XL annos statt; wie es heissen mnss, LX a.
ZA, 5 „vud(per) XXX annos", wo für XXX die zahl LX stehen
sollte.
3S, 14 fehlt das yerbnm novit in dem satze „velocitatem obitus illius
certa attestacione novit".
§ 18. Wie verhalten sich nun die einzelnen handschriften der
familie 1 wechselseitig? — Sie sind alle unabhängig von einander,
denn dass L nicht ans W stammen kann zeigt vor anderen
8^11, wo der satz: „Similiter inveniebant de potn quantam volebant"
in W fehlt, in L nicht. Ferner fehlt
9,2 in W ein satz (En frater bis sepultnre), der in L steht nnd
20,27 ein dritter: „Salns Deo nostro sedenti super thronum et agno",
den L ebensowenig frei erfinden konnte wie die 3ö, 9 von W
ttbcrsprnngene zeile.
Aber anch W ist nicht aus L abgeschrieben, denn:
4,27 fehlt in L hinter ^quid me interrogas": „unde sim*^ bis „inter-
rogas", in W nicht. Gleiche ausfölle in L, die auf gleiche weise
durch die Wiederkehr derselben worte am schluss der vorher-
gehenden und der übersprungenen stelle etc. veranlasst wurden,
finden sich 13,5; 18,19; 19,24; 30,7. Da in W hier nichts
vennisst wird, muss diese handschrift eine andere vorläge ge-
habt haben, cf. auch 21, 1. Dass sie die gleiche war, welche
anch L benutzte, lässt sich aus der genauen Übereinstimmung
von vielen fehlem und lUcken schliessen, die beiden band-*
Schriften gemein sind. Man vergleiche hierfür die ScbrOder'schen
Varianten. Im Übrigen erweist sich aber L als die bessere band-
Schrift, so dass wir bei einer recensio ihr den vorrang vor W
lassen mUssen.
Es bleibt von den genau bestimmbaren mss. der familie l
nur noch der Berliner codex K übrig. Der ihm gewidmete
abschnitt wird zur genüge zeigen, dass er weder quelle für L oder
W, noch für irgend ein hier untersuchtes ms. war und dass er
bcrhaupt nicht massgebend sein kann.
Wie P ist auch K ein codex decurtatus, dem es nicht darum zu
lu war seine vorläge genau wiederzugeben, sondern zu kürzen
ea nur anging. Dass dem so ist und wir es keinesfalls mit
tr literarischen redaction zu thun haben, beweisen stellen,
deaen der Schreiber den zusammeuhuug bei der kürznng
Die handschriftlicheu pOBt«ltungen der lÄteiniscIjen Niivigatio Brendani 19
Dicht wahrte nnd wirkliche Ittcken aufkomnien liess. So ist
28,14 der passns: „Fratres autem interrogabant, ciuisnain esset
ex eis. Qni noluit indicare" in K aui<gelassen. Dort sagt Bren-
dan seineu genossen, dass einer ihrer brllder auf der insel
bleiben würde, welche sie vor sich sähen und fährt fort: „cum-
que perseverarent interrogantes quis esset dixit Ulis; Unus illorum
est qui subsecuti sunt nos de monasterio". Vorher ist aber in
K von einem fragen noch keine rede gewesen, weshalb denn
nicht wohl mit ..perseverarent interrogantes" fortgefahren werden
konnte. Ferner zeigt Vergewaltigung seiner vorläge 27, 14 ft'.,
wo in K zeile 17 bis 27 fehlen, von „Cum intus" bis „vir Dei",
Man befindet sich nämlich vor der wunderbaren süule im meer,
und Brendan heisst f*eine jünger eine masche des von ihr herab-
hängenden netzes halten, auf dass sie hindurchfuhren und die
wander des Herrn schauten : „at(jue videamus diligenter magnalia
creatoris nostri^' schreibt K und fährt mit zl. 27 fort: „Qnartn
autem die invenerunt calicem^* . . Wir erfahren also, weder
dasß der aufforderung des paters folge geleistet wird, noch ob
man überhaupt Wunderdinge erblickte, sodass auch hier das ge-
ftthl einer lücke entsteht. Noch ein solcher beleg mag hier
platz finden:
, 10 kündet S. Paul den Wanderern ihre weiteren Schicksale : vierzig
tage würden sie noch umherfahren und inzwischen die festtage
an den gewohnten orten feiern, dann aber «las gesuchte land
finden; dort weitere vierzig tage verbringen and darauf heim-
kehren. Auf diese Weissagung folgt in K unmittelbar: „Transactis
autem XL diebus . . cooperuit eos caligo graiidis" etc. 35, 10.
Mit einem schlage befinden sich also die frs. vor der terra re-
promisaionis , ohne dass sie abschied vom eremiten Paul ge-
nommen hätten, ohne dass uns gesagt wäre, woher der procurator,
den sie 36, 3 entlassen hatten, kam. —
Zur besseren beurteilnng geben wir nur noch einige von
den grösseren kürzungen. Es fehlen: 7, 6 — 8 von reficie-
bant bis navis, 11 — 2^) von cum autem bis vexatorum,
9, 32 — 35 von illum bis fuerat, 16, 31 — 35 von patene bis
similiter, 17, 10 — 16 der gesang des paters, 18,8 — 11 von
Brandan bis igne, 21,13 — 16 von porro bis porro, 27,34 von
quia nuUum bis 28, 7 aquilionem, 30,26 — 32 von idcirco bis
mane, 31, 3 — 33 von cum autem bis nlulata, also die ganze
streitscene zwischen Brendan und den daemonen um Judas,
33,23—25 von cum bis porro. — Natürlich verknüpft K die so
miwciiuuidergeriisenen fttelleo iti passender weise, so dass der
IcMT an doi meisten kaum einen ausfall merkt. —
9 14. D«e»Dzar familie 1 gehört zeigt:
U, 11« wo in arcbet/pon dieser familie „Alba iiüvimus quia (((nod) in
fuadjwo di ipstium niürubamini; ubi evi ille paradysus nesci-
mn^ttnä* JBpatiam morahamini" itiurh dort unleserlich gewesen
■da, deoft W mid K manheu ^Hpatio inariH'^ daraus ^ A und D
•picSoDi marift'' (88, a. 29), was keinen sinn giebt. L half sich,
{■den e« die fraglichen worte auHlioss und als verbum vicarinm :
„folftia^ gebrancbte.
10,6 folgt Ü der redaction von 1 und liest: „Pater hie celebrabitis
«abbatum icm. miflHaH craM . . proposuit vobis deus celebrare
tue reflorrectionis diem*'.
Auch Z und ^ gehören hierher, denn:
1, 16 IcHcn beide „iuxta niontem lapifüs'^, was nur die zu 1 gehörigen
niuH. iiaben. K liest zwar „apiflis", das aber macht keine
andere vorläge nütig.
Hiermit wJire das von uns flelbst bearbeitete und das noch mit
einiger wahrscheinHchkeit unterzubringt'iide materiul, welches wir
fremder collation venlankeii, 7.» ende. Bevor wir uns jedoch mit dem
MorauHchen apparat befassen soll erst nachgewiesen werden, wie die
fHr dii^ drei familie» tu d und 1 im vorhergehenden erschlossenen
(piellen sich /iieitiander verhalten nod wie weit es mliglieh ist sie auf
andere, noch weiter rUckwlirts liegende, zu führen.
§ 15. 1 und d weisen durch gemeinschaftliche redactionen ein-
teloer stellen, in denen sie sieh von den übrigen familien unterscheiden
und durch einige gemeinschaftliehe fohler aut ein und dieselbe <iuelle,
welche wir mit klein c bezeiehnen. So finden wir in beiden:
15,17 „proficiseiuiini obviara veritati", wo die anderen ^obviam veri-
tatis**, oder „obviara nobis" lesen. (Auch A B F lesen wie 1 und
d; Über diese mss. jedoch cf. § 18.)
20,19ntalia vidcbantar (sc. genera bestiarum) sicnt civitas in g>Tom
applicantes eapita ad posteriora jacendo" in d und 1, m liest
dafür ^tales viderunt sicut civitas in girum adplicantes eapita
ad pOBteriora iacondo", 2^ ohne talia videbantar: sicut civitas
in «rvro applicantes eapita in posterioribuB".
^
Die handschriftlichen gestaltimgen der lateinischen Navigatio Brendani 21
27, 24 las c: ♦,super iimbram solis et calorem poterant sentire", das
beweisen 1 nnd die beste bandschrift vod d: N; alle übrigen
lesen statt super; „semper".
27, 27 steht in d und 1 (u. B F) : „sie per quatuor angnlos predicte
turris", wo die anderen vorher noch „per quadridimni operatus
est vir dei" haben (wie m und DFXJ&), noch andere nur
,.sicqne per quadr. oper. e. v. d/ (wie CEGHU).
28, 12 lesen 1 und d: „ventus illuc subtrahit nos recto cursn. Ergo** etc.
In m und -^ steht zwischen cnrsu und Ergo „circumdabatur
(cirenmdabitur enim) illo limite".
31,8 findet sich in d und 1: „tu vero abstulisti nobis cursum
nostrum", in m: „reddidisti n. nr. mursum", in 2: „redde nob.
morsnm nr."
86,14 schliesslich fehlt in dem satze: „veloeitatem obitus illiiis certa
attestatione novit" das verbum. [So auch in AB.)
§ 16. Hiermit ist die notwendigkeit der dritten gemeinsamen
quelle c erwiesen. Aber auch m zeigt beziehungen zu beiden eben
besprochenen familien, und aus folgenden stellen wird hervorgehen,
dass wir für m nnd c gleichfalls eine obere handscbrift construiren
können, die y beissen möge.
4, l wird die lebensweise der miinche Memocs geschildert und die
erzählung in 1 mit dem satze geschlossen: ,,Ac post comple-
torium sin^uli in suis cellulis usque ad gallorum cantus seu
pnlsum campane permanserunt'^. Darauffährt der sclireiber
fort: „Mihi hie pernoctanti insularnque totam perambulanti
meus filiolus duxit me ad litus naris'' etc. Die construction
„mihi pernoctanti . . duxit mc' ist ohne sinn, die Verbindung
„pernoctanti insulamque perambulanti" im höchsten grade un-
wahrscheinlich, so dass zweifellos eine Verderbnis vorliegt. lud
lesen wir: „frs.post completorinm in suas singulas cellulas. ..redi-
bant. Pernoctantibns ibi nobis et perambulantibus totam
insulam mens filioIuB duxit me ad litus maris". Hier ist der
Sachverhalt genau ebenderselbe, mir haben wir im ersten satze
ein anderes verbum: ,.redibant* statt „permanserunt" und darauf
f«)1gend den plural des abl. abs., wo in 1 der singular steht. —
m liefert uns die erklärung dieser Verderbnis und zeigt ihren
ansgangspunct. Dort ist der satz: ,,frs. post completorium" etc.
ohne verbum. Hinter „seu pulsum campane'^ steht ein strich-
punct und dahinter wird mit einer majuskel fortgefahren: n^er-
'/i Karl Steiswef
uoctftut ibi DobU et perambokiitibiis totam ingnluii et mesn
liliolttii düxit m» ad IHm niAiii'' . . Die fehleriuifte Hrnrnng
aueb de« xweiten Mtsee leacbtet ein, denn ^pernoctant nobis'
Ut Hiebt eoogrueut zu „et perambaltntibiis'', man mOsste dem
p«!*' vor perambalantiba« und Tor meae atreichen und hinter ibi
tfUrk ioterpiiiigfiereii. Aber wir kommen aaf andere weise sicherer
an die wuriMl diese« ttbels : In y, aaf welches exemplar wir m d
und I Rurtlekflibren wollen, verkannte der librarins die sagehGrig^
keit von „pernoetant ibi** snm vorhergehenden satze nnd fing
damit »inen neoen an. m merkte das nicht nnd blieb deshalb
ohne verbum im ersten satx. d ergftnste „rediebant'*, 1 „perman-
sernnt', Aas „pmoetant ibi'* las 1 dann weiter „pemoctanti*
bdrans, d «.pemoetantibos'', nnd so entstand die unsinnige con-
»truetion la „daxit me*'. Die vorläge von y aber las: „frs.
poat eompletoriom in suis singulis celluHs . . . pemoctant
{pfi*\>> pemoetahant ibi,) Nobis autem perambolantibas totam
insiiUiiii, mmt tiliat daxit me ad litas maris".
Vmm dem so ht beslitigt ^: denn Jubinal [2,9 a.] schliesst
A»m vnttm «all mit ^penKkefabanf nnd beginnt den folgmden
wil) ,D«m ait««i egA el üliola« mens perambalaremas totam
twsilaim daxll ip»e me ad fitras maris^ ete.
\Aikeli lüta^ AB wini dktiie Terderhnis (t) tob Moraa «■•
1^ H t4^ Itaiiwllt«* ta dim: ^ia taanEm habaima^ de «aeaetate ««or-
ynMimU lA alt al^ Ttdeffvwiar iv^iMi mwcrc«^ .1 aw>r{i\ E$ mnss
nWt >iVfM mali«^ W«j:3)»k ine aiw^ «dße ai>deiva B«i$;. leHcn.
A»*%lx. i^aL?a^
IQt ^ Wm^rbfl «e«»' Jkn« <dm ^una&fixi £w»f9Wtr^aA£t^ }fink:e änv
qn^ Wi^. '/itoe ilw«' iuiwi üh iiuii\z J«r-tniwdpnnlwa -m^itn-..
Wiftf^miii lau :m^^ ^afmii^ tut iruUiitinir Bir ai. Sticrnditi» öa
^«^ <r Htm iü^n üitbvr nb^i ^priiuc }. l-k joeariMÜiiuii iDttnm
(iutiti^ ^ tmi -wn ^n ^mu^ nliw it i«ica-* iiiMthio, miiu itimptr
■ma. iuttit ui impäutitni itiämim iiur üu itisauiitir «.'aanun itt
vfiHMfr 4C ist rouabot^ ii}h»}iio(r. io in 1. m iint miwi n X'H
>ie liandschriftlichen geataltungen der lateinischen Navigatio Brendani 23
(129, a. 183). Der znsatz in y scheint interpoliert zu seiu, denn
ttberall wo die mönche landen und, sei es auch nur quell-
wasser schöpfen oder sonHt etwa*s nehmen wollen, verbietet
ihnen ihr pater ansdrUcklich „illieitam rem" zu begehen. Erst
mUsse der befragt werden, der das land inne habe. cf. 7,17;
15,33 etc. Im anderen falle erfolgt eine eben so bestimmte
aufforderung zu nehmen und zu essen, wie 18, 28; 22, 25;
25, 25.
Noch eine eigentUmlichkeit von y sei erwähnt: oft finden wir
dort „ascendentes de navi" statt „descendentes de navi"* cf. 11, 21;
14, 36 etc., „dispendia sumpsernnt" für „stipendia s.^ 11,28; 19,6;
20, 14 etc.
§ 17. Es ist nun an der zeit, dass wir uns zur bearteilnng
|des handschriftlichen apparates wenden, welchen Moran
pg. 85 giebt. Er umfasst in alphabetischer folge die mss. A bis H.
Dieser apparat ist durchaus unsicher und deshalb mit äusserster vor-
sieht zu benutzen. Vor allen dingen wäre es doch nötig gewesen,
dass Moran bei seinem ahdmck sich genau an Jubinal gehalten hätte.
Das geschieht aber keineswegs. Wir finden bei ihm an vielen stellen
einen ganz anderen text als den, welchen er hat abdrucken wollen.
Wörter werden ergänzt [(86,1) virtutem hinter saltus (119,221, una
hinter menaura etcj, fehler stillschweigend verbessert [(87,21) occursu
in occasu(91;18), der accus, ventum in dem nom. etc.], ja ganze Sätze
ausgelassen und andere aufgenommen, alles ohne eine diesbezügliche
anmerkung. So liest Jubinal |51, 12] hinter „Prospernm iter vestrum
faciat" — pDeus salutarium nostrorum. Reversi sunt autem ad in-
sulara procnratoris"* . . Moran (129,14) dagegen mit einer empfind-
lichen lllcke nur „Prospernra iter vestrum faciat insnlam proeuratoris*^ !
cf. 35, 6. Gleich in der folgenden zeile fügt Moran hinter: ^Ibi
Bumpseront expendia ad usds quadraginta diemm^ einen satz ein,
wel<?her sich bei Jubinal nicht findet, nämlich: „Erat autem navigium
illorum contra orientalem plagam quadraginta dierum". So steht auch
der satz (112,11) „Fratres raagie ac magis timebant*' nicht bei Jubinal.
Dieses register konnte «m ein gutes stUck verlängert werden, es mag
aber nur noch gesagt sein, dass auch die Varianten Jubinals für D
and E bei Moran feblen, und dass wir dort E nicht als frg. erkennen,
Lwelches schon (125, 8 u.) hinter erat aufhört. — Wie steht es nun
^aber mit der Zuverlässigkeit des Jubinal'schen textes und der seiner
Varianten?— Schröder pg. XVIIl traut ihnen nicht, und dass er recht
bat zeigen, um nur zwei beispiele anzuführen, [21,3] wo „obviam
Carl Steinweg
Bobis" für H D und E steht, während die collation des herni prof.
iSuchier für D und E ,,obviain veritati'^ vermerkt und |24, 4], wo Ju-
biirnl auzugeben uiiterlässt, dass D und E den satz; ,,q«od poBtea rei
gesie probavit eventus*^ nicht haben. Auch diesen nacliweis verdanke
ich obengenannter collation.
Aus all diesen gründen ivird es gerechtfertigt erscheinen^ wenn
wir argamenta ex silentio nicht beachten und nur nach einigen uns
sicher acheinenden anzeichen einebestimmung dieser handschriften vor-
nehmen. Es mU88 einer Bpäteren und genaueren collation aufgespart
bleiben hier das endgiltig richtige festzustellen.
§ 18. Bei besprechung der quelle y haben wir an einigen puncten
gelegenheit gehabt darauf hinzuweisen, dass auch die handschriften
AB, resp. ABF mit den dort für y charakteristischen merkmalen
tibereinstimmen, cf. § 16 sab 4,1^ 5,15; 35,19. Dies allein schon
giebt uns das recht jene drei mss. zum zweige y zu «teilen. Wir be-
zeichnen sie mit f und wollen im folgenden eine nähere bestimmung
versuchen.
Die schlussredaction von f weist auf c; nur F macht in so fern
eine ausnähme, als es den letzten satz 36, 13 von „Postremo" an fort-
lässt. Dass aber dieser codex ebenfalls die ausgedehnteste fassung
vor sich hatte» zeigt die übereinstimmnug im vorhergehenden satze.
Weitere beweise, dass f zu c gehört finden sich an folgenden
stellen :
4, S soll in A B ^Pernoctantibus autem nobis et perambulantibns"
stehen (87, a. 21). Demnach hätten wir hier die § 16 be-
sprochene Verderbnis von d. Für F hat Moran nichts au-
gemerkt.
18,86 lesen fundl: „irruit sopor.. . in alios quoque duorum dierum",
gemäss der vorhergcgaDgenen aussage, dass einige zwei becher
von dem gefährlichen wasser tranken. In allen übrigen mss.
ist nur von einem drei- und einem eintägigen schlaf die rede.
(108, a. 135.)
27,17 stimmen dl und AB in der redaction Uberein. cf. § 15 I. c.
20, 1 üammt die insula fabrorum in d 1 f „sicut uuus clibanus" (121;
a. 168), in den anderen „sicnt onus globus'^.
Mit Sicherheit also lässt sieh f in keiner familie nnterbringen, wesB-
halb wir diese farailic neben d und 1 für sich gesondert bestehen lassen.
F seheint in ihr eine eigene Stellung einzunehmen, denn an einer anzahl
von vermerkten Varianten ist dieser cod. nicht genannt. So soll 8, 84 nur
Die handachriftlichen gestÄltungen der lateinischen Navigatio Brendarii 25
ABwiey „nt aliquid furti violet nostrura iter'' liaben, F dagegen mit
den übrigen ^furto"* lesen (94, a. 60), 9, 2Ö nur Aß mity öbereiastimmen
in dem satze: „fr«, vero festiDabant secundutn mandatum viri dei ad
gregem qui statim acceperunt de grege^ (sc. onam ovem), F ohne diesen
passus sein. (95, a. 69). — Der gleiche fall knrz vorher nnd kurz nachher.
cf. 9, 25 (95, a. 68) nnd 9, 33 (95, a. 70). — In anderen 17 Varianten
gehen A B und F zusammen und lesen wie y. — 16, 8 ist F inter-
poliert. Dort erzählt der abt der familia Ailbei, unserem Seefahrer,
dass diese familie bereits achtzig jähre, seit den zeiten de« bl. Patri-
cias und Ailbeus, auf der Insel banse. F schiebt hinter annos folgen-
den satz ein: ^Sanctissiraus Patricius archipontifex tocius Ilybernine
erat qui eam de gentilitate ad fidera convertit: beatissimus vero Ail-
beus archiepiscopus provinchie Mnmenfae erat quae est Hybcrniao
quinta pars". Mit „Et ille addidit'' wird der unterbrochene gang der
erzählung wieder aufgenommen (104, a. 114 k
§ 19. Hatte nun unser text im jillgemeinen in den zu y gebtirigcn
familien dieselbe fassung, 8o kommen wir jetzt zu eioem anderen
zweige der Überlieferung, dessen bauptvertreter fttr uns cod. H bildet.
Wir werden sehen, wie hier nicht nar eine grosse anzahl legarten von den
bishergewohnten durchaus abweicht, sondern dass auch im einzelnen
erhebliehe unterschiede stattfinden.
Diesen neuen zweig nennen wir g und zählen zu ihm die sechs
mss: C E 6 H Q Y. E istfragment; es fehlen die letzten fünf selten:
32,11 ff. hinter tanta.
Schon § 1 haben wir auf die gemeinsame schlnssredaction dieser
gruppe g hingewiesen, welche nicht in dem masse ausgedehnt ist
wie in y. Fttr C und G werden keine Varianten angegeben, Q schliesst
hinter
S6, 8 folgendennassen : „pervcncrunt ad monasteriiim snum. Quem
cum frs. vidissent glorificaverunt deum pro recepto. Cum
quibuB loquebatur mirabilia dei que viderat queque audierat
sicque dormivit in scnectute bona et appositus est ad patres
ßuos per omuia benedictus qui vivit et regaat in secula aecu-
lorum amen"*.
Y: „pervenit ad mona.?terium suum. Quem cum vidiseent frs.
glorificaveront deum pro recepto patrono. Cam quibiis loquebatur
mirabilia dei que viderat et audierat et postea dies uite suc
finivit in pace reguante doniiuo nostro iheau christo cuius regnum
et Imperium pemianet in secula secalorum amen. Igitur venera-
Bteinweg^
biÜB brendanus in provincia stagnile rnnmenBium regione natns
et 8ob doetrina evangelica et in sanctis suis dominmn
glorificant qtii coiu eterno patre et spirito saneto vivit et regnat
den« in secula secwlorum amen,'* Der letzte satz entspricht
einem in H auf unseren tractat folgenden abschnitt, welcher
^De obitu sancti Brendani-' überschrieben ist. cf. (54 — 55») —
Die redaction also ist dieselbe wie in H.
§ 20. Wir liaben jetzt nachzuweisen, wie — auch abgesehen von
dieser besonderen schlussfassung —unsere fiamiüe g von y verschieden
ist und welche ihrer handschriften in einem engeren verwandtschaft-
lichen Verhältnis stehen.
4j 30 findet sich in g hinter „noster Jhesus Christus lux ipsius est^
ein Zusatz folgender art: ^et nisi homines contra Dei prcceptnm
egissent, in hac terre amenitatc permansissent". Quod nos
audieutes, in lacrimis conversi suraiu'*, qoi postquam quievirnas"^
(sc. confestim inehoavimus iter.) (88,8 — 11) [4,5— 7|. Dass wir
hier eine Interpolation vor uns haben ist handgreiflich.
9j25 lesen die mss. y: „Perambulantes autem insulam illam inve-
nerunt diversos greges ovium**. g ohne den Vordersatz ^peram-
bulantes autem insulam illam" (95,8«.) [12,11]. Einige Zeilen
weiter, 9, 28 hinter „accipite qiie sunt necessaria ad diem festum
de grege", haben y und g abermals verschiedene redaction.
g die kürzere und bessere: „Uli autem acceperunt onam ovem
et cum ilhun ligassent'* etc., also ohne „frs vero festinabant
secnndum nmndatnm viri Dei ad gregem*, was wir in y
lesen.
II, Ift ist vom Jasconius die rede. Sein abgang wird in y mit folgen-
den Worten beschrieben: „porro illa insula ferebatur in oceanum".
In g: ,,porro eadem insubi mer(<it se in oceanum", wo das fol-
gende „.Jamqne potuerant ignem ardentem (sc, cacabi) ultra duo
videre militiria*^ durch „mersit se" als falsch erkannt wird, denn
weno der Jasconios untertauchte, konnten die frs. auch das
feuer unter dem kochkessel, den sie auf seinen rücken gesetzt
hatten, nicht mehr sehen (97,18 und a. 85) [14, 10u.|-
21,24 wird in y rrzählt, wie eines tagea ein ungeheueres seetier das
schifllcin bedroht. Die Insassen rufen zu Gott, Brendan aber
jrpricht ihnen mut ein im hinwcis auf den Höchsten» welcher
stets ihr bescbützer gewesen wäre. Als nun die wogen, welche
der riesenlisch vor sich anschwellen läset, bis an den bord des
►!e hnndschriftlichen gestalturgen der lateinischen Navigatio Brendani 27
fahrzeng^es steigen, da fleht aacb Brendae mit erhobenen bänden
um hilfe. In g lesen wir hier arg entstellt: „Quadam vero die
appamit . . piscis . . ut devoraret illos. Quod cum vidtssient frs.,
clamaverwnt ad Dominum dicentes: „Domine, qni flnxisti homi-
nem, libera nos fainulos tuos." At patrem autera clainaverunt:
„Pater, succurre! Pater succurre!'* Sanctus autem Brendanus
oravit Dominnm dicens: „Libera nos Domine servos tuos, ne
devoret illos bestia illa'*. Et confortans frs. alt" etc., womit
der text wieder in Übereinstimmung mit y kommt. 21, 29. Zeile 32
tritt mit den Worten: „nsque ad marginem navis" abermals ein©
andere redaction ein: „veniens qnoque senex", sehreibt g, ;,et
ante frs. se objidens manibns extensis in eelnm, dixit". Das
weitere stimmt wieder mit y. |3*), 8 ff.] (111, 3 u. tf.) Auch hier
ändert Morau an einigen puntien stillschweigend den oben ge«
gebenen text Jubinals.
Verderbnis beweist vor anderen das gebet Brendnns:
«Libera nos Domine . . ne devoret illos bestia i8ta'*; dann
passt es schlecht zur Situation, das» der ,,8eDex" kommt,
sich vor die brttder niederwirft und die hJtnde zum himmel
streckt, im augenblick der hucbsten gefahr.
22, 35 wird der fiscb, welcher nach Brendans voraussage den frb, zur
nahrang kommen soll, in g näher als einer bezeichnet, ^qiii
ereptQs est de sagena piseantium^. [32, 4.] (113,9 u.)
26, 30 ff. steht das greifabenteoer. Sehr anschaulieh wird in y ge-
schildert, wie ein „griffa ' die frs. bedroht, wie jener vogel, welcher
ihnen frUchte von der traubeninsel brachte, den bedrängten za
hilfe kommt, dem greif idi kämpfe beide äugen aushackt und
den fliehenden schliesslich tötet.
Jubinal liest [37,7] 25,35: „Venit autem quedam avis
obviam griphe rapidissimo volatu, et ambiguo eventu bel-
lando confecta. Tandem evulsis ejus oculis, «uperavit atque
interemit eam, et cadaver ejus coram fratribus eeeidit in raare.
Quod videntes fratrea laudes dederunt Deo. Avis aiitem victrix
reversa est in locom suum". Auch hier ist eine Verderbnis
offenbar. Abgesehen davon, dass ein unbestimmter vogel hilfe
bringt, haben wir in dieser redaction zwei ziisätze, welche sich
in y nicht finden; erstens einen unverstandlichen: „et ambiguo
eventu bellando confecta" und zweitens den anderen: ,,Quod
videntes frs. laudes dederunt Deo". (117,6 u) Für Q und Y
fehlt mir die betreffende collation. —
28
Carl Stein weg
2Ö, 2 liest g: „mare estuavit sicmt iinos eacabis plenus carbonibns,
quando bene niinistratur ab igne". Natürlich muss es „caroibas"
heissen, wie in y, deuii was ilie kohlen im kochtopf sollen ist
nicht eiozusehcn. [41,9 u,| (121,16)
80,21 erzählt Judas den heiligen mliniicni, auf welche art seine pein
in der höllo unterbrochen wird. Er beginnt in g mit den worten:
,.Ut aiitem seiatis immeiisaui Dei piefatem, narrabo vobis meum
refrigcrinin. Meum antem refrigeriiim habeo hic^ etc. [44,5.]
(123,22.) Diese Interpolation findet yich in y nicht, dass wir
es aber mit einer solchen zu thun haben zeigt die Wiederholung
von „meum refrigeriiim/^.
36, 2 finden wir in g abermals eine offenbare ßilsehung. Die frp. befinden
Mich auf der terra reproraissionis sanctorum, und der jUngling,
welcher den möncben erscheint, beschreibt ihre natnr. Nach
dem .satze: „Lux enini in ea indelicienter lucet" hat g folgende
gegenrede Brendans: ..Tunc dixit Jnveui aanctus Brendanns:
„[Dicas] Domiue pater. si ista terra nnqoam revelabitur homini-
bii8?^ At ipse ait: „Quando altissimus Creator eubjungaverit sibi
omnes gentes, tunc ejus electis omnibus, declarabitur ista terra".
Pöst hec autem, pater Br., benedictione accepta a juvene, cepit
rcverti'' etc. [53. 1 ff.] (130, 12 n.) Die stelle ist unecht, das
beweist sofort die unpassende anrede Brendans an den juvenis
mit ,,Domine pater". Das ganze ist eine ungeschickte Wieder-
holung von 35,33: „Post mnlta vero tenipora, declarabitur ii^ta
terra sueccHHoribua vcptris. quando chrintianorum subvenieraar
tribulacioni«. [52,6 «.] (130,17.)
Somit wÄre g als ffpe'/ieller zweig gentlgpnd kenntlich gemacht
und auch wohl so, dass daraus erhellt, wie wenig vertrauenerweckend
seine lesarten Bind. Wir werden nun zeigen, welche handschriften
dieser branche sich zu kleineren fainilien vereinigen lassen.
§ !21. Zunächst erweisen «loh CC und II an der für alle m88.
charakteristischeD steÜe 10.*8 als ei ie »uclien nUmlich
dem schaden dadnrch betreffenden satx
weglassen. ''»•»rMi."- < • ^ü.i.Iu'h wie CG H
verfährt, t S. — Wir
bezeicli
54,27 ^ '"<■• bri'uler,
I II inscl man
I i^st ihn Brendan
Die handHchriftlichen peataltungen der iSteinTScMT^Wftvigatio IJrendani 29
mit den Worten: „Vade ora pro nobis!'^ Darauf folgt in y: „Proti-
nus seeutus est duos juvenes ad eornm scolam". und die sache ist
abgethan. In a nicht so schnell. Dort lesen wir nach „vade,
ora pro nobis" (35, 8J noch folgenden passus : j,Et vale dicens ei,
protinus sequtus est dnos juveoes illos ad scolas sanclorum; ut
autem viderunt illum alii saucti, cantare ceperunt hunc versi-
cuIuDo: ^Ecce quam bonum^S ^^ post^ alta voce personuerunt:
„Te Deuni laudamus'^; et cum osculati foissent eum omnes,
sociatus est illis^. Es wird also zum zweiten und dritten male
abschied genommen. Spätere band verUt auch das hier ab de-
ponens gebrauchte os^culnri, welches drei Zeilen weiter oben als
verb activ gebraucht wird.
Weiter gehen G und II zusammen, in sofern als beide eine inter-
polation zeigen von der art wie wir sie § 18 sub 16, 8 besprochen
haben:
5,27 wühlt sich Brendan die gesellen seiner fahrt, ^bis Septem";
„inter quos*', fahren G und H fort, „fuit preclarissimus ac Deo
dignus, adolescens Maeutus, qui a Deo ab infantia sua est elec-
tus, et usque ad tinem vite sue permaudt in Det laudibus. Quod
si quis nosse voUierit perlegens ejus venerabilia gesta inveniet
eius Opera prima et novis^ima que preclara habentur". |5, 2 u.]
Moran (89, a. 33) bemerkt ausdrücklich^ dass diese Interpolation
sich in H nnd G findet
Hiermit ist die engste Verwandtschaft beider bezeugt. — G ist
nicht aus H abgeschrieben, denn 22,23. fiel in H hinter ,,Quibus
ille ait^ der ganze abschnitt von „Numquid diftieilius est Deo" bis
Eom zweiten „qnibus ille alt", zl. 33, vielleicht eben wegen dieser
Wiederholung, aus. [32, Ij Moran (113,7) füllt diese lUcke ohne für
II etwas anzumerken.
§ 2Ä. Während vorliegende arbeit bereits im drnck war, weist
mich herr prof. Suchier auf das buch: „Acta sanctornm Hiberniae ex
codice Salmanticensi nunc primam integre edita opera Caroli de Smedt
et Joseph! de Bäcker e soc. Jesn, hagiographorum Bollandianorum;
audore et sumptus largiente Joanne Patricio Marchione Bothae, Edin-
re-i et Londini apud Gul Blackwood et filios. 1888. Brugis et In-
üesclöe, de Brouwer et socio»".
if't sich auch die Navigatio Brendaui und zwar spalte
0 schon der titel sagt, ist sie ein abdruck aus dem Sal-
ijftzt in Brüssel) dessen foll.69«» — 77« sie tlillt. Besagter
isii- im folgenden <2> nennen wollen, ist ein membruneas in
Carl St«inweg
kleinfolio, welcher io der praefatio des angeführten buches genau be-
Bebrieben ut.
0 gehört dnrcbaus za g, und alles was über diesen zweig nnd
besonders § 20 unserer abhandlun^ Über familie a gesagt ist, Iiat
auch fUr den Salmanticensis volle gtiltigkeit, wenn man auf einige
unbedeutende abweichungen an den stellen 21, 15 und 25, 30 keine
rttckfticbt nimmt.
Ü) ist aber ein wertloser codex, das zeigt schon eine flüchtige
durchsieht. Der völligen Verschiedenheit des anfangs wegen von dem
anderer codd., lassen wir diesen um so eher folgen, als sich oben ge-
nanntes buch wohl nicht überall finden dürfte:
„Incipit vita beati Brandani abbatis.
1. Fuit vir vite venerabilis, Brandanus nomioe, genere Momoien-
^fi$if patre vero Finloga, sed fide precipuus. Hie enira erat vir raire
sbftinentie et virtutibus clarus; trium miliutn fere monachorum pater
fuit. Ipsi enim in via apparuit angelus Domini, diceus ei: Scribe a
me verba religionis Dei. Tunc Brandanus scripsit ex ore angeli sanc-
tam regalam ecclesiasticam, que usque hodie manet.
2. In codem loco, quo angelus ei apparuit, vidit mortunm juvenem
subtrahi ad sepulcrum, tristesque pareutes eja.*!. Quibus ille ait: Nolite
flere, sed confidite in Christum, qui dedit animam et dabit salutem,
Et orante eo, statim juvenis resurrexit. Et parentes valde gavisi
sunt, et oculi omnium intendebant in sanctum Brandauum, et duxerunt
eum ad regem ilHus regionia. Et dixit ei rex: Si vis babitare nobis-
cum in terra bac, elige tibi locum qaemcumque vis, et dabitur tibi.
Brandanus vero noluit ibi mauere.
3. Sanctns vero Brandaous, portans secum sanctam regulam ab
angelo scriptam, reveraus ad episcopum, Ercum nomine, recepit ab eo
sacros ordines. Post hec vero populus magnus congregatus est ad
euiD, relinquens mundum et sua.
4. Audien« autem sanctus Brandanus verbum ewangelii dicentis:
Qui reliquerit patrem aut matrem, et cetera, centnplum accipiet et
vitam eternam possidebit, volens autem vir Dei pro nimio Christi
amore suos parentes et suam patriam relinquere, postnlavit a Domino
ut sibi daret terram secretam in raari ab hominibus scmotam. Dor-
micnti autem illi, vox facta est ei: Brandane, exaudita est postulatio
tua a Domino. Relinquens ergo populnm suum, letus perrexit in mon-
tem queudam provintie sue, et conteraplato mari magno vidit insulam
amenissimam aptam servis Christi, ibique jejunans per triduum, iterum-
que dormiens, apparuit ei Dominus in visione dtcens: Ego ero adjutor
tnuB, et insulam desideratam iuvenies.
Die handBcbriftlichen gcstaltungen der lateintschcn Navigatio Brüiitlnni 31
5. Ibiqne ergo diutispime flevit^ et gratia» agens Deo veiiit ad po-
palam suum et jufisit fieri tres naves raagnitudine tri um remigiorum,
cum tribas tegminibns pellium et cum virorum nnmero .xxx.** Tune
ganctus Brandanus snis preeepit in nomine sancte Trinitatis na^ra
iDtrare. Cumque ille solus stetisset in litore et benedixisset porJum,
ecce tres fratres sopervenerunt de suo inonasterio post illum, qui sta-
tim steternnt ante pedes ejus, dicentes" etc.
Mit dem letzten satze erst kommt der text in tlbereinstimmung
mite, 25flF. — Ei* fehlt demnaeb die ganze erzäblung Barintbs, die
veranlassung der abenteuerlichen Unternehmung BreudanSj die auswabl
der reisegefährten nnd ibre Vorbereitungen zur Wanderung, Dann lässt
in 0 Brendan drei fahrzeuge fllr dreissig leute bauen, während doch
im weiteren text stets nur von einem scbifl' die rede ist.
Fol. 71 ■ des ms., spalte 121 des druckes, wird hinter den Worten:
^cara autem beatus Brandanus et ipse cantasset in navi'' ein neuer
abschnitt, der fünfzehnte, mit den wortcn begonnen: ^Erat enim in
insnla ecclesia edificata quadrata tam longitudine quam latitudiue* ete. —
Sechs druckseiten, bei Sebröder 10, 35 — 16,27, fielen dazwischen aus,
enthaltend das fortschwimmen des Jasconius, die erste landung auf
der vogelinael and die begebnisse daaelbst, der besuch bei der familia
Ailbei, bis zur bescbreibung der kirche durch den pater jener familie, —
Nach dieser grossen llicke bleibt der text, bis auf die gewohnten
Varianten, überspringungen und Interpolationen zuHammenhäugend und
Bchliesst wie folgt:
,,52. Post hec Braudanus, accepta benedictione a juvene, cepit re-
verti via qua venerat acceptis fructibus terre illius et gemmie in mul-
titndine. Dimisso qnoque procuratore 8no ascendit Brandanus uavem,
transiens per ealigincm qua venerat. Et cum pertrausissent caliginem,
vcnit ad insulam delitiarum, ubi triduo traxit raoram. Post hec, ac-
cepta benedictione a patre monasterii, recto itinere, Deo gubernaute,
pervenerunt ad suum monasterium. Quod cum fatres vidissent, fratres
glorificaveruut Deum propter adveutum patris- Qui cuncta que viderat,
per odinem narraverat. Finit.''
Dass nicht erst der chreiber von 0 den sonderbaren anfang ver-
faeste, zeigen ausgeparte stellen seines texte», wo er die vorläge nicht
verstand und auslassungen von worten, welche erst vom corrector am
rande nachgeholt wurden. — Die genesis dieser redaction ist unschwer
einzusehen: ihrem Verfasser lagen zwei grosse fragmentstUcke der Na-
'Tigatio Brendaui vor, das eine 6,25 — 10,35 (von „Cumque ille solus
stetisset" bis „cantasset in navi"), das andere 16,27 von „Erat enim
in insula ecclesia" bis zum schluss. Den fehlenden anfang ergänzte
32
Carl Steinweg
er nacb eigener erlindang und erinnerung oder nach einer anderen
Schrift über den hl. ßreodan^ den ausfall einer ganzen läge hinter 10,35
merkte er entweder nicht oder wusste ihn nicht zu ersetzen.
Aus dem was wir oben über Ö> gesagt haben folgt, dass keine
der hier besprochenen mss, weder vorläge noch abschrift von fl> ge-
wesen ist. Es fragt sich also nur noch, oh 0 in den unversehrten
teilen eine gute Überlieferung bietet. Nur wenige beraerkungen sollen
zeigen, das« dies keineswegs der fall ist und 0 bei einer textherstelinng
nicht gebraucht werden kann:
Die allgcmeiBen Verderbnisse sind auch hier zu finden, so vor
allen
Ift, 6ff.: „Pater, hie celebrabitia istud sabbatum sanctum. Vigilias
vero et missas proposuit Dens »t in illa insula quam modo
videtis celebretie etiam suam eanctam resurrectionem." (spalte 120
des druckes) cf. § 2.
Ferner Interpolationen wie in y und g nnd von diesen ab-
weichend wie:
18,11 „At senex ait: Legi, Et ille dixit: Si sie, habe fidemDei eem-
per, qnoniam vigilantibus n^qne mane datur corona. Sanctüs
Brandanns post hec petiit licentiam proHciscendi. Gui ait senex:
Non, pater, fiet ita'' etc. (spalte 124). In g folgt auf Legi:
„Quid ad bec?" Et vigilantibos hiis usque mane, sc. ßr. licen-
tiam proliciscendi petivit, cui pater: „Non, inquit vir sancte" etc.
|25, IL]
18, 16 schreibt O statt ^insula familie Ailbei'' : „Insnla Faverie
Albei«.
Auch sprachlich ist O au vielen stellen andere gefärbt als die
anderen mss. , so lesen wir
21, 18 ,,Terminatis itaque diebas" (spalte 129) statt des vulg. „cod-
snmatis itaque diebus".
21, 26 ,,p08t ilios per mare reptans^ statt „natans'' rell.
21, 23 „expansis manibns" (sp. 130) statt „maaibns extensis in celma"
[30,3 U.J etc.
§ 28. Somit wären wir am ende un*?pr
ihr rcHnltat aber haben wir gleich ipi
weggenommen, nämlich, dass k< "
das archetypon giebt. In bezu
zweig der Überlieferung (y) vm
^e handschriftlichen gcstaltungen der lateiniBchen Navigatio Brendani 33
in § 20 AT. vorgebrachten kein zweifei bestehen: y ist die bessere Über-
lieferung und an diesem zweige die familie ni diejenige, welche bei
einer textcoDstitutiün in erster linie herangezogen werden muss. Für
m giebt codex M den massgebenden text, an den stellen aber, welche
die Müncbener frgg. umfassen, ef pg. 3, a. 2, haben diese den Vor-
zug. Wo uns m im stich lässt, ist aus familie d codex N, resp.
aas familie 1 der Lipsiensis L heranzuziehen, — Eine genauere be-
stimmung der zu g gehörigeu handschriften war nach dem verfügbaren
Apparat nicht möglieh gewesen. Immerhin wird das hier zusammen-
gestellte einer späteren bearbeitung die liauptkriterien für die Unter-
suchung an die band geben kennen. Bei dem noch übrigen grossen
Vorrat von handschriften ist die mögliciikeit das origiualmanuscript
zu linden verlockend genug bald ein weiteres nachspüren zu ver-
anstalten.
Folgendes stemma soll unser ergebnis nochmals veranschau-
lichen:
":g
m
Das heisst also:
1) z, das original, ist noch zu ermitteln.
2) Aus allen untersuchten handschriften lässt sich eine abgeleitete
qaellc x construiren, welche die allen gemeinsame Verderbnis zuerst
enthielt.
3) m ond c sind nicht direct aus dieser quelle geflossen, sondern
aas einer mittleren y, deren text sich aus der Übereinstimmung von m
nod c ergiebt.
4) Verderbte lesarten in y sind nicht nach g zu bessern.
5) Die im stemma gerissenen Knien deuten an, dass eine genauere
bestimmung der sie verbindenden farailien noch zu erwarten steht.
Ronutlaeb« Farwbnnc«'!] VII. 3
SteTnweg
DIE ALTFRANZÖSISCHE PROSA ÜBERSETZUNG.
Der hier folgende abBchnitt soll sich mit dem altfran/^osiecbeii
prosatext beschäftigen, welcher bei Jubinal hinter dem lateinischen
steht, wo er pg. 57 bis 104 fasst. Er ist eioe übersetzuüg der lateini-
schen vita Brendani und ^De Sains Brandainne le moine" Überschrieben.
Wir nennen ihn /' und wollen untersuchen, ob er die stelle einer
lateinischen handschrift vertreten kann und ob einer besseren als die-
jenigen waren, welche uns vorgelegen haben. Natürlich werden wir
immer berücksichtigen mUsaen, dass ein Übersetzer kein abschreiber
ist nnd dass er an verderbten stellen seiner vorläge genötigt war zu
ändern, wenn er überhaupt verständlich sein wollte. So konnte er,
um nur ein bei spiel anzuführen, falls ihm 4^ 3 in der redaction von y,
„mihi hie pernoctanti insnlanique totam perambulanti meus filiolus
duxit me ad litus maris" vorlag, nicht gut wörtlich übersetzen. Er
muBste selbständig verfahren , und so lesen wir denn im afr^. texte
ganz correct: „Entrufes qne jou et mes filleus aliferaes par toute Hsle,
il me mena au rivage de le raer" etc, [58, 12 u.j Scheiden unter diesen
umständen auch eine anzahl von stellen aus, welche für unsere Classi-
fication bestimmend und charakteristisch waren ^ so finden sich doch
andere, an denen wir dem Übersetzer eine mangelhafte vorläge nach-
weisen können. Ein blick z. b. auf die Übertragung der 10,8 in allen
latein. mag, verderbten steile zeigt sofort, dass die vorläge von F
Über X nicht hinausgeht. Wir lesen nämlich [67,14]: „Biausfils,
nostre sires Jhösu-cris nous a pourv^a .1. lia ou nous poons c616brer
se sainte resurrexion." A cni li devant dis dist: „Bians peres, vous
ciil6br68 chi, che saint samedi, vägilles et messe en cele isle que vous
vees maintenant. Diex nous a pourv6ut de cdlöbrer se sainte surrecxion."
Der Übersetzer half sich, indem er mit „maintenant'' den satz schloss
und darauf sagte; „Diex nous a pourveut de cel^brer s, s. surr."
Aber das „wo" ist hier die hauptsache und darf unter keinen um-
ständen fehlen, et § 2.
4,20 ist folgendermassen wiedergegeben: „As tu besoing d'auchunc
viande, ne de boire ne de vestir? T« as est6 .1. an en ceste
isle, et n'as goustc^ de mile viande, ne de nul boire". [59,9 u.]
Wir haben also denselben fehler wie in d m und A B (cf. § 7)
und werden die vorläge in der gruppe y zu suchen haben.
5,27 führt uns auf die familie m; denn in T „esliut sains Bran-
dains .VII . des frferes de se congr<Sgatioa", wie auch in M und
Die handflchriftlicheD gestaltuugen der latciniscbcn Navigatio Brendani 35
^t nur sieben mönche ausgewählt werden statt „bis Septem".
[61, 7] cf. § 7.
2S, 15 missen wir auch in F den notwendigen satz: „Qui noluit eis
indicare^ [86, 12.] (cf. § 16 sub num.)
27,24 feblt in /^ dan verbum im satze: „et adiöe l'ombre dou soleil
et le caurre, dusqaes ontre Teure de nonne", [92, 15 u.]
Ebenso in m: „et semper umbram solis et calorem poterant
ultra ita usqne horam nonam", wo „seutire" hinter „poterant'*
%n ergänzen ist
Wir übergehen eine anzabl von stellen^ an denen Fder redaction
von m folgt, wie 28, 15; 30,21 etc. nnd erwähnen nur noch den ecbluss,
welcher auch in Tder kürzeste ist; denn der Übersetzer hört auf mit:
„Quant il i eurent deniour«^^ par trois jora, sains Brandains prist se
b^n^ichon, et retorna arriere se voie ä sen liu, et \h fiua-il les jors de
ee via em pais. — Amen. — Chi d^fine de eains Brandains et des mer-
▼eilles k'il trouva en le mer d'lrlande". [104.]
So scheint kein zweifei, dass die vorläge von F in der familie m
zu suchen ist. — Gleichwohl findet sich eine noch grössere zahl von
beweisstellen , welche für eine Zugehörigkeit zum andern zweige der
Überlieferung g sprechen. Wir greifen einige heraus:
11,5 lassen die frs. alles auf den Jasconius gebrachte im stich und
werden vom hl. Brendanus eiligst in das schifflein gezogen;
denn die vermeintliche insel fUngt an sich zu bewegen. An
dieser stelle hat g einen zusatz^ der sich in y nicht findet.
r übersetzt ihn mit: „laissiferent en cele isle quanqu'il avoieut
aport6, et desloioient le nef por en aler"* [68,2 u.] „re-
iictis omnibuB delatis in insula illa, navim solvernnt ut
abirent". [14, lü u.]
11,7 hat y: „scs. brd. narravit fratribos, quid hoc essef*. r (wie g
„ita cepit exponere): „commancha en tel mauifere h esposer"
[69,2].
^10, 96 fr. richtet sich F nach der redaction von g, — y nämlich
liest 17,3: „postulans in corde suo que necesse fiebant^, g
cibne ^in corde suo'' [23, 15| (105, 13 u ), nnd so Übersetzt auch
F (77, 12 1 „demandoit chou que mestiers li estoit'*.
17,28 lesen alle zu y gehörigen msa: „spiritum qui vagantur per
(circa) bumanum genus*', g aber: „qui necant humanum genua"
resp. qui occist humainne lignie. [78, 10.)
26,22 finden wir in y: „ne bcstie andissent et levassent se ad eos
persequendos''. In g: „ne bestie auditn peregrino ad prose-
Cari 9Uimwtg
ICTTW Dci concitareatB*. [38, 5.] (118, 9.) In Tr
„qie Ics bciles par re^tnioe oie ne fusseat csaMStos 4
▼oerner*. [90,2 a.]
Hieraas folgt notwendig, da» rmn weaigBlen zwei roriagen be-
mtzte, eine aas dtr famüie m. die andere wtim iweige g. Kon könnte
wir immer noch ftir die einzeben »bellen die betreffende Torlage,^
wenigstens der familie nach, mit einiger Sicherheit feststelienj fÄhrten
■HS nicht folgende poncte anf einen misehcodei, der in keiner weise
fttr die benrteilnng onseres handsehriftenmateriaLs ron wert sein
kann.
fSytfttuU r dorch ineinanderarbeiten seiner Torlagen die beste and
ktottste darstellang des greifabenteners erreicht. Die ver-
daihm» Ton g ist rerschwnodeo; denn weder der satz: ^et am-
bigno eventn bellando confecta^, noch der andere : .Qnod Tiden>
tes fr», landes dedemnt Deo"* kommen in der ttbersetznng ror.
[90, 1 ff.] — cf. § 20 sub 25, 30. — Ebenso fehlt 26, 1 — 3
TOD „Porro griffa*^ bis „interemit^, was j hat, nnd in gleicher
wci»e Torher 2b, 34—36 Ton ^qoi nos defendit" bis ^fmctibns'^,
an welchen stellen F sich nach g richtete. [37, 2 ff.] (117,17.)
Zar beqaemen vergleichnng lassen wir hier den afrz. text dieser
»teile folgen: „uns ojsians lor apamt qai estoit apitM^s grifons
et voloit encontre iaus. Qaant li frdre Tenrent Ten, il disoient
ao sant pfere: „Ciste beste est venue poar nous devoarer". As
qoels il dist: „Li homme Dia ne noas crem^>8 ja; (mnss heissen:
As quels dist li homme Diu: ^Ne vous crem^s jal-) Dias est
nos aidi^res, qai noas desfendera mayement ä ceste fie ; „mais
cele estendoit ses ongles pour prendre les siergans Diu, Dont
vint apriös eis oysiaus qui lor avoit aport^ devant le rain 4
toat le fruit encontre le grifon par crnel volement, et se com-
batirent ensamble looghemeat, et neqaedenqaes fa ele avenlie
de 068 iex, et le vainqui, et li earoigne devant les fr^res chaY en
1© mer. Li oysiaus qai avoit l'autre vaincue retorna en sen lia."
[90, 1 ff.] Hier sei einer Iticke gedacht, welche /' dicht hinter der
eben zitierten stelle hat. Man liest dort gleich nach „en sen
lin"^ (zl. 13): „En Fisle c^l^broient les maisnies Albei le nativit6
nostre Signor"^, also ohne vermittelnden Übergang ; denn augen-
blicklich befindet man sich auf dem meer. g schreibt hinter
pin locum snum": ^In insula vero Ailbei celebraverant (fe8tam)J
Domini/ |37, lOu.j (117,5 u.) y: „S. Br. cum suis nautoribas
non post roultos dies viderant insulam predictam familie Ailbei
ibique celebravit natalem Domini com suis fratribos.'' Es mtlsste
MchriftHchen geBtaltungen der lateioischen Navigatio ßrendani 'X7
also wenigstens heissen: Ea l'isle d'Albei c6!dbroient avueo sa
maiHDie etc.
Es wird kaum nötig sein weitere belege beizubnogen für die
oniDöglicbkeit, aus der altfranzösischen prosattbersetznng ein klar er-
kennbares lateinisches original heranzuziehen. Wir wenden ons viel-
mehr zum dritten teil unserer arbeit, zu der frage: wie muss das
archetypon unserer erzählung ausgesehen haben resp. aussehen? denn
gerade weil das noch vorhandene, bis jetzt noch niclit untersuchte material
uns hoÖ'en lilsst, dass es noch gefunden werde, wollen wir an dieser
frage nicht vorübergehen. Zum allerwenigsten wird ihre beantwortuug
einiges licht auf die art der cuniposition in so früher zeit werfen.
C.
MUTMASSLICHE GESTALTUNG DES ORIGINALS.
Auch hier beschrlinken wir uns auf eine kleine anzahl von wich-
tigeren stellen, welche als interpoliert oder verderbt nachgewiesen
werden sollen.
Beim durchlesen der erziililung werden wir eine Vorliebe des
Schriftstellers t*Ur voraussagungen der schickFale unserer helden
nicht verkennen. Es finden sich neun solche Weissagungen in
unserem text: 1) Die , des procurators auf der scbafinsel 10,6 — 8,
2) und ^) die de>5 sprechenden vogels auf der insula avium 12,22—2.5
und 14,10—14. 4) Die des abtes auf der insula Ailbey 17,112—36.
5) Die abermalige des procurators 20, 5 ff. 6) Des vogels 20,35 — 21,13,
7) Die Brendans Über den eremiten Paul 32, 4 — 7. 8) Die des eremiten
seihst auf dessen insel 34,10—17 und endlich 9) die des jUnglings auf
der terra repromissionis 35,32—35. Von diesen neun Weissagungen
bleiben nur fünf als echt bestehen, die tibrigen, nnmero zwei,
fünf, sechs und sieben <lUrfen dem archetypon aus folgenden gründen
nicht zugemutet werden:
12,22 sind die prophetischen werte des vogels, welcher dem hl. Bren-
dan das mysterium der vogelinsel offenbart, eine ungeschickte
vorausnähme der prophezeiung ebendesselben tieres weiter unten
14, 10. Die crstere schliesst fast wörtlich übereinstimmend in
allen mss. folgendcrniassen: „Tu autem cum tuis fratribus habe»
unum in tuo itinere annum: adhuo restant sex. Ubi hodie cele-
brasti(s) pascha, ibi omni anno celcbrabi(ti)s et postea invenies
qne proposuisti in corde tuo, id est terra m repromissionis sanc-
torum^. Dass in der that hier nur ein vorlauter Schreiber zu
Cari
eoBStatieren ist, zei^ gxoz deutlich das perfectum celebrasti.
DiMM pae^t Dnr ao der zweiten stelle 14, 10, wo die fr«, das
fest gefeiert haben and zur abfahrt rfl^ten. Dann erst erscheint
der Togel mit ^tem gmod aod klndet die weiteren Bchick-
tale der fahrt Hier aber woDte wmb ent die festta^ be-
geben. —
$,9bff. befinden sich die frs. abermals aaf der vogelin'^el and haben]
fc&ta paschalia gefeiert. Wie gewöhnlich kommt der procurator '
Ton der echafinsel herüber ood bringt lebensmittel für die
Weiterreise. Man setzt sich zn tische, um das mahl za beginnen:
„Cnmqae residiesent ad mensam, ecce predicta avis resedit in
prora naricale exteneis alis strepitom faciens . . . Tone vir Dei
noYit qaia Toloit indicare sibi aüqoid: ait namqne eadem
aris" etc. Vergleichen wir hiermit 14,7, „Dactis omnibns ad
litus, ecce predicta avis cito volato venit et resedit snper pro-
ram navis. At yero vir Dei agnovit illam qnod aliqaid eibi
Tolait indicare Tnnc hamana voce ait predicta aris'^ etc., eo
mnss die fast wörtliche wiederholang in die angen fallen. Am
letztangeführten orte passt es, dass der vogel anf den schiffs-
rand fliegt; denn dort sind die frs. om das schiff beschäftigt,
oben jedoch hat man es längst verlassen, ist auf die insel ge-
gangen pascha za feiern and sitzt non bei tische. So mttsste
denn der vogel seine rede an einem orte halten, wo diejenigen,
för welche sie bestimmt ist, nicht weilen. Auch die lästige
wiederholaDg von „reeidissent-* in ^.regedit" bald danach, ist
durch diese einschiebang aufgeklärt Was die folgende weis-l
sagung selbst betrifft, so gilt von ihr dasselbe wie von dem
vorausgehenden passus, sie ist als unecht zu streichen. 20,35 —
21, 13. Der vogel meldet einzig was er bereits bei der ersten
landuDg den mönchen verköndigte: dass sie vier festorte au vier
Zeiten haben würden, bis sieben jähre um wären. Neu ist nur
der satz 21,7—10: „Post Septem vero anuos, antecedentibus
magna 8 ac diversis periclitacioDibus, invenietis terram repr. scor.
quam queritis, et ibi habitabttis quadraginta diebus et postea
reducet vos Deus ad tcrrani uativitatis vestre." Dieser satz aber
kann hier nicht ursprünglich sein, das wrd die nntersucbuDg über
34, 10—17 zeigen.
Dieselben grUude sind bei der Weissagung vorher 20, 5 ff. gel-
tend zu machen. Er selbst, der procurator und auch der vogel hatten
das alles Kchon längst gesagt. Die ausserordentlich ungeschickte Satz-
verbindung, oder besser satzzusammenstellung, lässt zudem überall die
Die handBC'lmftlkhfn pfcataltungen der latciiiiBchen Navigatio Drondani 39
roben nähte fllhlen, mit welcheo die einzelnen reminiHzenzeu ein-
'^igeflickt sind. Mae lese nur 20,8: „Ego visitabo vos dominica altera.
Et ita fecerunt, oneravitqae ipae navim panibus . . . quantum poterant
capere. S. Brd, data benedictione aecendit in naT.im" etc. Auffallend
and znm sonstigen stil nicht passend sind auch die vielen imperative
hintereinander: Proficiscimini , ascendite, navigate, asportate, alle in
einem satze. —
Es bleibt uns noch eine solche Weissagung als interpoliert nachzu-
weisen übrig, die des hl. Breudan über den eremiten Paulas kurz vor
lessen insel Brendan sagt zu seinen gefährten 32,4—7: „Modo vide-
"bitis Paulnm hereiuitam si>intaleu] in bae iosula sine ullo viet« cor-
porali commurantem per XL aunos^ nam XXX annis antea sumpsit
cibom a quadara bestia''. — Erstens stimmen die zahlen nicht, aber
das möchte noch kein llbcrzeugender beweis für die unechtheit sein,
denn bierin herrscht in den einzelnen bandscbriften um so mehr
Verwirrung, als nachher noch neun Zahlenangaben in bczng auf die-
selbe Sache gemacht werden. — Statt XL muss LX stehen; diese
Ziffern konnten leicht verlesen werden, ebenso die summe, welche das
lebensalter des eremiten angiebt.
Um diesen punct gleich hier klarzustellen, sei bemerkt, dass der
ererait neunzig jähre in seiner einsiedelei lebte: dreis^ig in victu
piscium, sechzig in victo fontis; vorhergegangene fünfzig verbrachte
er zu hause, im kloster St. Patricii; folglieh zählte er, als Brendan
ihn besuchte, einhundert und \ierzig jähre (C D E G H u. N rech-
nen 150 aus. Danach ist auch Schröders anmerkuug pag. 47 sub 44
zn berichtigen.)
Wir kehren zu unserer Weissagung mit einem sicheren kriterium
seiner unechtheit zurück. Hatte Brendan wirküch, d.h. im original,
seinen brüdern vorausgesagt wie der eremit auf seiner insel lebte, dann
ist 33, 8 nicht fttr ursprünglich zu halten: „s. Brd, interrogavit illum
(sc. Paulum) de suo adventu aut"undo esset aut quanto tempore susti-
nuisset ibi talem vitam''. — Dort ist ja vollständig vergessen, was
Brendan eine seite vorher wusste und aussprach! Ferner muss gegen
unsere stelle angeführt werden, dass, während Brendan den eremiten
oben mit namen nennt, er gleich darauf, zl. 16, von ihm als von einer
unbestimmten person spricht: „viri Dei qui commoratur in hoc loco".
Auch 33, 1 lesen wir in y Überall: „Cui alt vir Dei", nur in g: „Cui
vir Dei Paalns ait", so dass wohl anzunehmen ist, der eigenuame sei
erst später eingeschwKrzt worden.
Nachdem wir diese besprochenen vier Weissagungen als spurii
ausgeschieden haben, wollen wir in einem kurzen überblick über die
ik flof ■Ainr iMd eobriD^co,
i» 4«r fiftcbbAmelMft bis m den vigffiflB n
4cs iifM UflÜMiu Weiler ak aaf fiew
«nteeokt iM eeiiie «rafan^up seht So geeekidit et nek.
Ihui «benteiier nh dem JaMonias wird GbeniUodcB uad aaf
der vnfgtl&mH die oeter- ixod pfinpitzeit reriebl Dort iriid
MUi 4m ■erfjriinfrn Hlf —14 die zweite aaskimit tber Are
«tili»« CiUrt io dtm ugeflMleke, wo ne sieh xor abreise fertig
IMlfcl»^ Itor wwderr«^ Bit Beotehfiefaer fltiBBe liegt asf
UMS mMEm bMd nd offenbatt amen, daas ne ah oit der
^MtÜHtf fftr ftatintatem donaiDi noch die insala familie Ainiei
(dMm war nftmlicb da« erste jähr ihrer irrfabitca
aber im folgenden jabre anf eben denselben Tier
dkcelben rler feste feiern wie im ersten jähre.
I fi. Hü errtiebeo die fru. die familie Ailbei, deren abt, als
|$f«i»daii frai^^ ob es ihnen bestimmt sei aaf seiner insel zi
M^tbfM^ vurwiihdert mit der Gegenfrage antwortet: „Nonne re-
r«larfl libi Deu» quo te oportet facere anteqnam renires boc
§4 9'' ' "I' tlber das Schicksal der noch Übrigen zwei
Mflb(.'. . hrttder glebt er eine voraussage. — Bs folgt
dits widderbriir der idnzrlfiiMi feste auf dcu bestimmten inselo,
die boHclirrilHiriK drr iilinitriirr und wtinder auf dem meer und
die IniiduiiK un ciiiM*r uvuvu iiiHcl, der droiKelinteo, welche ein
altttr eianiedrl bitreiti nminziK. jähre bewohnt. Dieser ebrwISr-
digo mann emtthlt den fmiulini die j^eHchichte seines lebens
und HcfilieHitt mit der vrrkUitdiicuiiK' des eiide.s ihrer wallfahrt.
Hojfolt heim, «aift rr H. Hl 17 titid iR'hnit wasser von dieser
wiiiideri|(iullif, dfinn n<udi virrxiK tage habt ihr zu fahren» bis
Ihr MHldkitt ütd. dn frlorn wcrtla, wo ibr v» sechs jähre lang
ir^fiMril tmltt. Al-dunu wiM'drt ilir dtiH gidobto land schauen
und boJnikt^hrt*ii l)i«r proonrntur Uhrruimmt jetzt die
^^^ imoh der tvirn r«^|»roiuU»iünl». Vierzig tage sind sie
**•' „'♦ aU ein Hturher nelud «cUirt' und inaasseu einhtlllt.
^^ pltvtiliob b>u«ditet hollr Klarheit» und das Hchifl' steht am nfer
<!•• aJebeu Jahre lang g«i«iichleh lande». - Weitere vierzig tage
^e handschriftlichen gestaltungen der lateinischen Navigatio Breodani 41
durchwandert es die tapfere schaar, bis ein jUngling ihnen entgegen
kommt, sie begrUsst und ihnen eröflfnet, warum sie dieses laud
80 lange hätten suchen müssen: Gott wollte euch Beine wnnder
auf dem grossen ozean zeigen. Jetzt aber ziehe heim Brendan,
denn der tag deines lebens neigt sich zu ende, auf dass du
ruhest bei deinen vätern. Dieses land sollen deine nachfolger
wiedererhalten, wenn die zeit dazugekommen sein wird 35,32.
So geben jene Weissagungen eine harmonische Stufenfolge vom
procurator an, welcher die frs. ober das nächetliegeode ziel der reise
aufklärt, über den sprechenden vogel, der die orte ihrer feat- und
ruhetage bestimmt und den ercmiten, dessen voraussage den mönchen
das ende der fahrt verheisst, zum jüngliug der terra repromissionis,
welcher auf das letzte ziel jeder Wanderung, das grab deutet und den
frommen das paradies verheiast. Nur diese art der entwicklung darf
unserem autor zugemutet werden. Wie klar aber und bilderreifh er
zu schildern verstand, zeigt die augraaluug der abenteuer, besonders des-
jenigen mit den seetieren auf dem mecresgrunde 26, 13C
Wir wollen nunmehr einige andere stellen, welche nicht mit einander
im Zusammenhang stehen betrachten und zuerst den passus 8,19—22
einer prUfnng unterwerfen.
7f 24 finden die brtlder zum ersten male land. Beim aussteigen be-
fiehlt Brendan seinen begleitern „ut nihil de subpellectili tuÜH-
sent de navi foras'* zl. 26, dann ftihrt sie ein hund in die Stadt,
wo man in einem grossen saal die wände mit allerlei gerät
verziert findet. Brendan warnt seine begleiter davon etwas zu
nehmen und setzt sieh mit ihnen zum mahle, welches sie von
unbekannter band bereitet finden. (So erklärt sieh auch das ge-
heiss nichts aus dem schiffe mitzuuehraen.) Nachts jedoch ge-
winnt der teufel macht über einen von den drei nachgekommenen
brtldern, so dass er einen silbernen zäum stiehlt. Brendan sieht
es, und wir lesen 8, 18 weiter: „Jam vero mane facto cum fr», ad
opusDei festinassent et iter ogissent ad navim, ecce apparuit
mensa parata sicnt pridie : ita per tres dies et tres noctes preparavit
Deus prandium servis suis. Post hec s. Brd. cum suis sociis ce p i t
iter agere et fratribus dicere: ,Videte no aliquia ex nohis
aliquid de substancia istiua insule tollat secum". — Hier ist auf-
fallend, dass die manche, nachdem sie schon den weg zum fahr-
zeug zurückgelegt hatten, doch wohl um abzusegeln, auf ein-
mal noch drei tage durch den wundertisch aufgehalten werden.
Dann aber ist es, abgeselien davon, dass der dieb drei tage
unentdeckt bleibt, unmöglich zu glauben, der Verfasser hätte
42
Cmrl StdAvef
scbreibeo wollen: .per tres noctes'* praeparaait Dens prandium
seiris suis, nnd scbliesslicb muhs au der Wiederholung von
„cam . . iter egisseot ad navim^ dnicb den anfaog des folgen-
den Satzes: ^Post bec . . cepit iter agere" anstoss genommen
werden. Damit knüpft eben der intcrpolator an das „iter
egissent ad navirn"^, binter dem er einsetzt, wieder an und ver-
rät sich. Im nrteste stand: ^Jam vero mane facto cum frs. ad
opus Dei festinassent et iter egissent ad navirn sc». Brd dtxit
fratribos: Videte" etc.
10|32 ist der satz: „sciebat enim qoalis erat illa insola, settamen
nolnit illis indicare, ne fuissent perterriti-^ späteres einschiebsei :j
„lila insalu-* ist der Jasconias^ aaf dem die jünger Brenda
ahnungslos Übernachten, während er selbst im fahrzeug bleibt.
Ist es nun schon merkwtirdig, da^s der hl. Brendan, wenn er
die wahre beschaffenbeit der insel kannte, üeine brUder dorthin
habe aussteigen lassen, so zeigt der satz 11, 10, in dem er
seinen erschreckten mönchen das wunder erklärt, die stelle
10,32 unzweifelhaft als untergeschoben. „Kolite expavescere*,^
sagt er 11,9, ..Dens enira mihi hac hora per visionem reve-
lavit sacramentum hnjus rei^. Hierin ist der beweis aus-
gesprochen, da<J8 Brendan die natur der insel nicht kannte,
als er die frs. dort landen lies». Wir sehen aber auch hier
wieder, wie schon vorher 7, 26 resp. 8, 6, dass der Ver-
fasser unseres tractates wohl verstand, was er sagte zu be-
gründen.
1Sj25— 29. Als die frs. zum ersten male auf der rogelinsel paseha
feiern, bringt ihnen der procurator speise für die festtage und
warnt sie von dem wasser der cjuelle zu trinken, an deren
rande jener wunderbare mit vögeln besäte bäum steht: „nolite
bibere de isto fonte^, sagt er 13, 25, „fortis namque est ad
bibendnm. Dicam vobis natnram illius: quisquis ei eo biberit,!
irrnit super eum sopor et non evigilat donec compleantur XXIV i
bore. Dum emauat de fönte, habet saporem aque et oaturam'".
Solch eigentümliches wasser ist öfter erwähnt, hauptsächlich
aber 18, 32 auf einer besonderen insel. Daselbst warnt Bren-
dan seine geführten zu trinken, „ne gravius vexentur corpora".
Die warnUDg wird missachtet, und die folgen bleiben nicht ausii
einige werden in einen dreitägigen, andere in einen zwei-, noch
andere in einen eintägigen schlaf versenkt, je nach der anzahl
becher, welche sie getrunken hatten. Dort ist der zusfimmen-i
bang klar und die Wirkung deutlieh, hier aber finden sich wider-
IHc handBchriftUchen gestaltungen der lateimacheu Navigatio Brcndani 43
gprttclie und keine Wirkung. Die stelle ist eben nicht am platze
und mu88 für eine interpolatiou augeBeben werden. Gleich
einige Zeilen weiter unten, 14, 2 zeigt sieb der widersprach : der
procurator, welcher eben noch warnte, beisst jetzt bei der ab-
reise die frs. ihre kannen aus jener quelle fllllen, wae auch ge-
schieht. 14, 7. Ja, abs man später abermals auf die vogel-
insel kommt, fordert auch Brendaii seine begleiter auf wasser
aus der quelle mitzunehmen 21, 19 und zum dritten male der
procurator bei der letzten erwiihnung des paradysii avium 35,2,
ohne d&m die von ihm 13, 25 angekündigte gefahr je eingetreten
wäre.
20, 21—24 opfert Brendau auf dem Jasconius (cf. zl 18) ein lamm :
,,Tuuc scB. Brd. immolavit agnum immaciilatum Deo dieehntqne
fratribws: ^In altero anno bic celebravi resnrrectionem Do-
mini, ita volo hoc anno>' Dieser aatz widerspricht den that-
sachen und ist nicht ursprünglich. Erstenw Bieht man nirgends,
auf welche wei«e die mönchc zu dem Opferlamm gekommen
sein sollten. Dass es sich auf dem Jasconias befunden hätte,
ist doch nicht anzii nehmen , und dass die frs. je lebendes vieh
mit sich führten, nie gesagt. Zweitens hat Brendan ,in altero
anno' dort gar nicht resurrectionem Domiui gefeiert, eondero,
wie immer, auf der vogelinsel. cf. 13, 31. Drittens ist man just
auf deoi puncte weiterzufahren , so dass von einem ^ita volo"
gar keine rede sein kann.
SSy 14 muss ^ipse scs. pater predestinavit illis locum ad habitandum"
gestrichen werden, denn wenn kurz vorher Brendan befiehlt das
schiff an's land zu ziehen und einen ort zu suchen, wo ihr zeit
stehen könnte (querite locum . . . ubi teutorium vestrom possit
Stare), so wäre dies überflussig gewesen, wenn er ihnen den
platz selbst bestimmt hätte. Dann ist das folgende: ^Cum
antem feeissent secundum preeeptum" nur auf das geheiss einen
zeitplatz zu suclien, nicht aber auf das davorstehende: ,,pre-
destinavit illis locum-* . . . beziehbar.
I, 2S — 25 belinden wir uns vor dem judasfelnen und Judas vergleicht
seine quälen an diesem orte mit denjenigen, welche er in der
hülle auszustehen hätte. Die zeit am felsen sei dagegen ein
leben im paradiese zu nennen. Dann fährt er zl. 21 fort: „Meum
vero refrigerium habeo hie omni die dominico a vespera ns4|ue
ad veaperam'^. Dies mochte einem mitleidigen abschreibcr zu
wenig vorgekommen sein, denn er setzte hinzu: ,.et in
nativitate Domini usque in epyphaniam et a pascha usque in
Ciirl Steinwep
peDtecosten et in pnrificatioiie Dei genetricis atque assumptione",
offenbar in erinneruug an die vier festorte aus den besprochenen
Weissagungen. Bei Jubinal [44, 5— 6] ist diese stelle noch er-
weitert, wodurcb die fälscliung noch deutlicher wird. Dort finden
wir die aufzählung der erholungözciten des nnglHcklichen Jndas
mit dem satze eingeleitet: „üt autem sciatis in]mens<am Dei pie-
tatem, narrabo vobiö mcura refrigeriiim'*, wozn dann das fol-
gende „meiim antem refrigeriura habeo" wenig passt.
81,14 — 52. Jadas hat darcb fürbitte des hl. Brendan erreicht, dasa
er noch die nacht hindnrch ansserhalb der hölle auf dem felsen
zubringen darf: „Praeeipio vobis in nomine Domini nostn Jliesn
Christi", befiehlt der hl. mann(2l. 12) den dämonen, „ut nihil sibi
mali faciatis usqne mane". Als aber ilie nacht vorüber ist, kehren
die bösen geister zurück und nehmen die arme Sünderseele mit
sich: „Transacta itaque illa nocte, cum vir Dei cepisset iter
agere (zl. 14) reversi t^aut demones levavernntque infelicem
anitnam inter illos cum magno impetu et nlulatn" (zl. 32)» So
muss im original der text lauten, die dazwisehenliegenden Zeilen
aber» 15 — 32 von ecce bis videre, welche eine zankszene
zwischen Brendan und den teufein um ihr gegenseitiges macht-
gebiet enthalten, sind ohne zweifei spätere mache. Als solche
ofTenbart sie anfang nud ende. Deranfang: ^ecce infinitia mul-
titudo demonum coopernit faciem abyssi emittentes diras voces
atque dicentes>' (zl. 15) ist eine fast wörtliche Wiederholung von
zl, 3 u. 4. (Ebenso ist zl.26; „Preeipio vobi;*" etc. eine Wieder-
holung von zL 13.) — Zeile 30 ist die dialogi>artie zu ende,
und der interpolator musste wieder an seine vorläge anknüpfen.
Das ist immer eine gefährliche saclie, und ancb unser librarius
kommt nicht glatt wieder in den üuss der erzählung hinein.
Er schlies^t mit den worten: „Et ita secuti sunt (sc. demonea)
eum (sc. Judam) usque dum non poterant (sc. frs ) Judam videre".
(zl. 31.) Dahinter steht nun: „Kcvcrsi sunt qnoque demones
levaveruntqne infelicem animam inter iitos" . . . Das ist wider-
sinnig, denn diese beiden dicht neben einander stehenden sätzo
schliessen sich gegenseitig aus. Es bleibt eben nur die eine
erklärung, dass sowohl der interpolator, als auch der autor
unseren Judas von den teufein abholen lassen, g [46, 2] sucht
Viier zu besHeru und in den Übergang gcschick zu bringen, es,
gelingt ihm aber unM, denn wenn er schreibt: ^Et ita eum
sunt secuti blasphemiis insectantes, donec avelleretur a Juda.
Demones autem reversi levaverunt i. a" . ., so kann „eum" nur
►ie IjÄndschriftllchen geataltungen der lateiniachen Navigatto Rrendani 45
auf Brendan bezogen werden, den die teiifel mit schoiäluingen
verfolgen, bis er von Jndas losgerissen wurde, wäbreiid docb
umgekehrt Judas von Brendan losgerissen wird. Dann bleibt
auch hier die Unmöglichkeit, dass Judas zweimal abgeholt
wird.
Zu all diesen kriterien kommen noch sprachliche eigentUmlich-
keiten hinzu, wie in zl.27: „extollatis (eum) ampliua crudatibus", wo
man ftir extollere einen anderen ausdruck erwarten sollte. Ferner
„subjanxit-^ statt ait (zl. 25), was sonst nie in diesem sinne gebraucht
wird.
84, 80—35. Zum letzten male sind die frs. auf dem Jasconius und
diesmal der proenrator mit ihnen. In J^ haben wir nun das an-
ziehende Schauspiel, dass der walfisch die ganze gesellschaf't
nach der vogeliusel trägt und sie dort unversehrt absetzt.
[50, 20) „Finitaifue missa , cepit Jasconius ire viam suam oraui-
bns stantibus in ejus dorso, Tunc euncti fra. clamaverunt ad
Dominum dicentes: „Exaudi nos Domine Dens noster." Beatus
vero Brendanus confortare eos cepit dicens: „Fratres, quid turba-
miniV Nolite formidare quia nichil nobis erit mali; sed adjutor
imminet itineris/* Belua autem relicto cursu pervenit usque ad
litus insule que vocatur Faradisus aWum, ibique deposuit omnes
illesos, qui demorati sunt ibi nsque ad octavas PentecoBtes." —
Wäre diese fassung vom autor beabsichtigt, dann hätte er höchst
wahrscheinlich nicht „cepit Ire viam suam" geschrieben, denn
der fisch schwimmt nicht „viam suam", sondern den der mönche.
Auch ist der trostgrund Brendans: „adjutor imminet itineris^
sonderbar. „Deus uoster adjutor est" ist die gewöhnliche fassung
durch den ganzen tractat. Man könnte auch fragen, wo blieb das
schiff, als der Jasconius die schiffer entführte? — Einige Zeilen
weiter heisst sie der procurator wieder einsteigen, ohne dass
bemerkt worden wäre, ihr gefährt sei mit ihnen gekommen.
Dann wird auch der abgang des Jasconius von der vogelinsel
mit keiner silbe erwähnt, während eine diesbezügliche an-
ils an ähnlichen puncten fehlt.
M. n 1 und d haben wir eine durchaus verderbte
io, welche jedoch auf dieselbe quelle weist. Es
il nur der satz, dass alle frs. auf dem rücken des Jas-
u, als er fortschwamm, sondern auch die bemerknng,
" 'isendeu wieder absetzte: das Wundertier nimmt
. auf dem rUcken mit sich fort, die frs. schreien zu
iidan tröstet sie wie in ^\ dann heisst es 34,35;
46
Ciiil Stöinweg
„Recto cursu belua pervenit ad litus insnle avium ibiqae de-
morati sunt usqu© ad octabas pentecostes." Hier ist natürlich
das gescbrei der fe. ganz uobegrllndet, denn dass der Jasconius
„finita missa" fortschwamm, wussten. die brUder bereits aüS
siebenjähriger erfahrung und konnten darüber nicht mehr er-
schreckt seiu. Dass er sie aber mit sich entfuhrt hätte, ist
nirgends gesagt. Der satz: „Recto cursu belua pervenit ad
litus insule avium ibique deraorati sant u»que ad oetabae pente-
costes" ist unverständlich, denn wo steht geschrieben, dass auch
die frs. zur insula avium kamen? Somit bleibt nur tlbrig, diese
ganze sonderbare fahrt für untergeschoben zu erklären, „belua"
k1. 35 in „navis'' zu ändern und zu lesen: „Finita vero missa
cepit JascouiUH ire in viam suam. (zl 30,) Recto autem cursu
navis pervenit ad litus insule avium ibiqae demorati sunt usque
ad octabas pentecostes." —
Auch die altfrauzösische Übersetzung zeigt dieselbe interpola-
tion resp. Verderbnis. In ihrer redaction folgt sie im wesentlichen
dl -
3Ö,6. Die Wanderer haben das land der verheissung gesehen, beladen
mit seinen schätzen treten sie die heimfahrt an und segeln durch
den nebel, welcher es rings umhüllt Da, wider alles erwarten
landen sie nochmals und zwar auf der insuia deliciarum, die
während der ganzen fahrt sonst nicht erwähnt wurde. Drei
tage bleibt man dort. Das läutt stracks gegen die Weissagungen.
34, 10 ff. kUndet der eremit mit klaren Worten, dass sie nach dem
aufenthalt auf der terra repromissionis heimfahren sollen und
35, 30 nochmals der jttngling dasselbe. Ungebräuchlich ist auch
im text „hopitium peregeruuf*, wozu noch kommt, daas, wessen
hospitium sie genossen, hier ebensowenig gesagt ist, wie gleich
darauf, wessen segen sie bei der abreise (zl. 7) empfingen.
P erklärt zwar pprocuratoris" sc. benedictiouem , aber der
war schon zl. 3 entlassen und wohnte zndem auf der schaf-,
insel; 2" hilft sich mit „a patro monaöterU''. '"
destens unklar, da einen klostcr nicht erwHli
auch hier wieder eine reminiszenv
Mernocati; von der sein vir
schichte 4, 33 den brüdcni
caliginem ad terram deh
hier eingeschoben
der person im v— '
traufiierit^ (sc. L
Die bandBchrtftlichen geataltun^en der lateinischen Navigatio ßrendani 47
ist wieder der Singular gebraucht: „venit ad monasterium".
Ebenso in m: „Cum pertransisset venerunt . . . reversus est".
Eine zweite band erst stellte in M den plural gleicbniässig her,
den dann y beibehielt. Im nrtext stand: „Scs. Brendanus
cum suis fratribus waviculani asceiidit et cepit navigare per
medium caliginis. Cum autem pertransisset , scs. Brd. recto
itinerc ad locum suum reversus est", und damit schloss die er-
zlCblnng.
Die erweiterungon hinter diesem satze entpuppen sich als naeh-
ahmungen der erzäldung der rti(ikkehr Barinths ans dem laude der
verbeissung cf. 4, 34 ff. Sie können am allerwenigsten ansprueh auf
originalitUt machen. (In bezug auf die art der scblussredactionen
cf, § 1.)
Endlich sei noch der stelle 33,24 — 28 gedacht, wo der eremit
den raönchcn seine aukuuft auf der Insel, welche er jetzt bewohnt,
erzählt. Dort wird — ebeu'-o wie bei der judasepisode ein wieder-
holtes abfUbren Judae durch die demones — zwei mal kurz hinter-
einander erzählt, dass das schiff, welches „Paulum" auf seine inaei
brachte, dahin zurückkehrt, von wo ea gekommen war. zl. 24 und
zl. 26. Hierbei Uberlässt es der eremit zuerst den winden: „dimisi
navim ubicumqne yentus voluisset illam jactare", an der zweiten stelle
aber stösst er es mit dem fusse in das meer zurück , „nt iret unde
venerat^'. Das ist unmöglich. Zudem wird bei der ersten heim-
sendung zu erwähnen vergessen, dass er land gefunden hatte, und
dies hätte doch notwendig erwähnt werden müssen. Wir lesen nur,
(zL 23) wie der eremit absegelt, drei tage und nachte unterwegs ist,
^quibus transactis dimisit navim ubicumque ventns voluisset illam jac-
tare". Folgt nun hierauf: „Porro septimo die aparuit michi ista petra",
80 ist nicht zu verstehen, wie ihm der hl. mann ohne schiff hat er-
reichen können. — Die beste lesart bietet K: „Mane autem inveui ita
»icnt predictom fuenit mihi. Septimo namque die apparuit bec petra
quam statim intravi dimissa navicula" etc. Über K jedoch vergleiche
§ 13. Alle übrigen mss. sind in der beschriebenen weise verderbt,
ancb die afr. prosallbersetzung [101, 2],
Zahlreiche andere stellen mögen unerwähnt bleiben , wie z. b. die
^erweiterten und eingescbobenen psalmenverse, welche an den boren
roü den patres gOHungen werden. Hier bot sich natürlich eine präch-
tige gelegenheit das original zu Überbieten und zu verwässern. An
ihnen kann man am besten sehen, wie lawinenartig eine solche stelle
unter den bänden unberufener abschreibcr wächst. Nur ein ganz
kleines beispiel bierf\lr sei noch erwähnt:
4«
C«rl Steinweg
11^,24 \entn m and ^ nCiopit cantare mandatam novam". P und A'
^ce|iit cantare mandatum novom do vobis"^. f 1: „ceperunt can-
tare anttphoniain mandatam noviim do vobia^. d B gchliesB-
lich: „(ie])\t cantare mandatum novom do vobis nt diligatis in-
ficeni".
So haben wir an einer reihe von beispielen nachgewiesen, in
wolchcni fnnuHO die originale Überlieferung getrübt wurde. Stammt
nun drr Ultc»ti* nuRerer herangezogenen Codices aus dem ende des X.
ndi^r anlatig de« XI. jalirhutiderts, so dllrfen wir nicht anstehen da«
archetypon mindostun» ein jalirliundert weiter hinaufzurUcken^ während
weh'Uer leit et gelegonhcit fand so viel moos anzusetzen.
Der „portugiesische" Infinitiv.
Von
Carolina Michaelis dt* Vasconevllvs.
Unlängst erschienen:
Wernekke; Zur Syntax des portugiesischen Verbs. Weimar 1885
(XXlll Programm der Realschule] und
Richard Otto: Der portugiesiaclio Infinitiv bei Caraöes [Erlangen und
Leipzig 1889. Sonderabdruck aus Romanische forachungen VI. 2.]
Ich habe beide freudig begrüsat als wertvolle Beiträge zur Ge-
schichte der portugiesischen Syntax, die bis heute, gleicli wie die port.
Metrik, von der Koraanistik ausserordentlich stiefmütterlich behandelt
worden war.
In JulcB Cornu's ganz vortrefflicher Abhandlung über die port.
Sprache, und in Adolpho Coelho's „Lingua Portuguesa", so wie in den
übrigen zahlreichen Studien meines gelehrten Freundes über eeine
Muttersprache, sucht man leider vergeblich nach einer Darstellung des
Satz- und Versbaues, obwohl sie doch wahrlich beide über das eigent-
liche innere Sein und Leben der einzelnen romanischen Sprache
mindestens ebenso wichtige, wenn nicht wichtigere und tiefergreifende
Aufklärungen zu geben haben als Laut- und Wortlehre. Und gerade
80 verächtlich wie von diesen beiden tüchtigsten unter allen neuen port.
Forschern und Kennern, war die Satz- und Verslehre auch von den
hervorragendaten alten Grammatikern behandelt worden, von Fern;ro de
Oliveira und Joao de Barros; und deren Nachfolger haben sie einfach
ganz übersehen.
In den gewöhnlichen, praktischen Zwecken dienenden, Schul- und
Lehrbüchern fehlen natürlich die unentbehrlichen Kapitel über „Con-
struc^fio" nicht vollständig; doch sind dieselbeD — von mancher in-
teressanten Einzelbeobachtung abgesehen — für die moderne Sprach-
anachauung vollkommen untauglich, JojTu Ribeiro nicht ausgenommen,
der doch in den Äbachnitten über Laut- und Formenlehre auf ziemlich
haltbarer, wiaaenschaftlicher Grundlage fusst. Ein oder Formalismus
Bomaaiacbc Foraohungcn VII. A
Carotins Micba^lia de VascoDcello«
und Schematismtis nnd eine höchst spiDoee Terniinologie macht sich
da überall, auf Kosteo einfacher Sachbetracbtuog, geltend. Vollkommen
veraltete Anschauungen z.B. über die our in der Theorie yorbandenen,
keiner Wirklichkeit entaprechenden Wahngebüde der ^Ellipsen" und
Zuaammenziehungen treten mit dem Ansprüche auf noch ernst ge-
nommen und wissenschaftlich discutirt zn werden. Von historischer
Entwickelung, von öprachvergleichung, von sorgsam gesammelten und
klug gesichteten Materialien - Schätzen keine Spur.
Bei Diez findet sich ja selbstverständlich viel Zutreffendes, be-
sonders über all die Fälle, in denen das Portugiesische vom iat. Urbilde
Dod von den romanischen Schwestersprachen nichts oder nur unwesentlich
abweicht, lieber die Eigenart der einzelnen Sprache aber kann un-
möglich ausreichend aufklären, was in der grundlegenden Grammatik
aller zur allgemeinen Charakteristik „des Romanischen^ eben ge-
nügte. Karl von Reinhardstoettner ist selbständig und mutig auf den
TOD Diez gezogenen Bahnen vorwärts gegangen, doch auch nicht überall
bis ans Endziel vorgerückt.
Jeder wissenschaftliche Beitrag zur port. Syntax muss daher will-
kommen sein. Für denjenigen aber, welcher den seit so lange brach-
liegenden Boden derselben nun einmal zum Felde seiner Tätigkeit ge-
wählt, lag es nahe mit den Infinitivkonstructionen zu beginnen,
wie die oben genannten Lusitanophilen getan. Denn sie sind ohne
Zweifei die interessantesten, eigenartigsten, wichtigsten, geschmeidigsten,
freiesten, mannichfaltigstcn Satzgebilde der romanischen Sprachen im
Allgemeinen, ganz besonders aber der westlichen Idiome, und im
Speciellen wiederum des Portugiesischen, das hier einen oft und mit
vollstem Rechte gepriesenen Sonderzug besitzt und umsichtig verwertet,
dessen Genesis noch nicht geschrieben war.
Die grosse Bedeutung der romanischen oder portugiesischen In-
finitivconstructionen , welche es möglich machen Gedankenteile, die
meist in Nebensatzform wiedergegeben werden, mit möglichster Präg-
nanz nnd Kürze dem Hauptsatze einzuverleiben, haben die ältesten
port. Grammatiker dunkel geahnt. Sie denken wohl an den flectirten
Infinitiv und seine umfassenden Functionen wenn sie äussern: todulas
outras nmis partes (seil, : do verho) que os laiinos fem , sopn'mos ou jtelo
inßnitivo d imita^äo dos gregos^) ou por circunloquio*). Oder: E
por eile (seil.: pelo itifinttivo) suprhnos alguns defeitos da nossa Imgua^
gem% und: nem aempre he viriude seguir as proporgoes da arte^ mos . . .
1) Cfr. Diez Ol 253.
2) Barros, Grammatioa da liogua portugnesa, ed. 1735 p. 127.
3) Ibid. p, 140.
I
Der »portngieaiBcho*' Itifinitiv
51
usarem (JCalgilas suas propriedades em particulaf as a/remosenia {seil.:
as linguagms) *). — Ausdrücklich aber behandeln sio ihn nicht; ja sie
nennen ihn nicht einmal bei Namen. —
Die beiden deutcjchen Homaniaten, deren Namen und Werke am
Anfang genannt eind, sind die ersten, welche die port. Neuacbopfung
aufmerksamer betrachtet haben.
Herr Director Weroekke ging mit seiner kleinen, nur 20 Seiten
einnehmenden Programmarbeit voran. Herr Richard Otto folgte mit
einer Studie von IW Seiten über den port. Infinitiv bei Camoes. Beide
haben aber den sogenannten persönlichen — flectirten — veränder-
lichen — sein Subject in sich aelber tragenden — Infinitiv, diese merk»
würdige und glückliche Errungenschaft der Portugiesen, auf die ich
eben hindeutete, zum Kern- und Schwerpunkt ihrer Arbeiten gemacht.
Und nur mit diesem Teile der beiden Arbeiten will ich mich be-
Bchäftigen. —
Eine vollständige Monographie über den Infinifo oder Inthntivo
pessoal — , wie die Portugiesen denselben streng sachgemäss, im Gegen-
satz zum gewöhnlichen , all und jeder Persönlichkeit entbehrenden In-
ßnito oder Infinitivü \impeiisoal\ nennen — giebt jedoch weder der eine
noch der andere. Der persönliche Infinitiv war eben nicht der einzige
Gegenstand ihrer Forschung.
Herr Director Wornekke hat einfach aus verschiedenen modernen
Schriftstellern eine nicht unbedeutende Zahl von Muster- oder Beispicla-
eätzen gesammelt — ungefähr 60 — , diese, je nach Art und Character
des „Nebensatzes", in welchem der Infinitiv abkürzend auftritt, in Sub-
LJects^ Objects, Attributiv, Temporal, Cauaal, Dual^ Modal, Concessiv
'und Conditionalsätze geordnet und zum Schlüsse seine Ansicht über
den Ursprung des Infinifivo pessoal kurz mitgeteilt, die von Diez her-
rührende Erklärung (von welcher weiter unten die Rede sein wird) als
unbefriedigend verwerfend.
Richard Otto hat sich ein zeitlich noch beschränkteres Sprach-
k gebiet gewählt, dies aber aufs Gründlichste mit sehr viel Fleias, Um-
sicht und Liebe ausgebeutet, hunderte von Beispielen wörtlich aus-
schreibend, auf weitere Hunderte von Parallellatellcn mit Zahlen hin-
l^weisend und somit alle erledigend, welche überhaupt in seinem
Gehege vorkommen. Dass er zu diesem seinem ersten An- und Eingriff
in die Syntax des Portugiesischen gerade die Gosamratworke des
Loeiadensängers gewählt, zeugt von gesundem Urteil und praktischem
&rfblick. Ein, höchst brauchbares Kapitel zur künftigen Mono-
1) Oliveira, Grainmatica da lingaagem portDgu«za, ed. 1871 p. 118.
52
Carolina MicbaiJlia de Vascoacellos
graphie über den port Inßnitiv iat damit geliefert, aber eben nur eines,
und eicht das wesentlichste.
Die klassische Sprache der Ronaisaancezoit, und noch dazu die
eines Dichters liefert nicht das Material, mit dem die Geschichte
irgend einer Spracheracheinung konstruirt werden kann. Nur Schmuck
und KronungSBtücke kann man daraus schnitzen. Und diese kommen
erst zu ihrem vollen Rechte, wenn der eigentliche Bau echon vollendet
dasteht, Den Stoff zu diesem aber hat man erst wenn drei weitere
Gebietestrecken in ähnlich eingebender Weise durchackert sind: die
tiefliegenden Terrains welche die ältesten, dem IG. Jahrhundert voraus-
gehenden Perioden port. Sprache und Litteratur umfassen; die welche
alle nachfolgenden Perioden in sich begreifen ; und drittens und wesent-
lichst die, welche von der lebendigen Volkasp rech spräche und ihren
gebuchten und verbrieften Aeusserungeu in Sprichwort, Lied, Romanze,
Märchen ausgemacht werden. In allen dreien aber muss Prosa, nicht
Poesie das Hauptkontingent stellen. Die Dichterspraclic scheut — be-
sonders im Süden — alle öbergrosae Klarheit, die für Plumpheit gilt;
und metrische Nute zwingen nur all zu häufig, Endungen abzuwerfen
oder anzufügen^).
Die dritte Sprachschicht haben Wernekke und Otto nicht einmal
in Gedanken berührt. Die Wichtigkeit der ersten vorkennen sie nicht
und beklagen es, die alten Sprachdenkmäler nur ungenügend benutzt
zu haben. Es ist natürlich, dasa beide sich achmeichclriy die Heran-
ziehung derselben würde Beweismatcrial für die Richtigkeit ihrer
Deutungen liefern und es ihnen ermöglichen zu zeigen, dasa der In-
Jinif/m i>es60al tatsächlich in der von ihnen ersonneneu Weise ent-
standen ist.
Dass diese Hoffnung eine trügerische ist, wird der Leser später
Beben. Die KJage ist aber dennoch gerecht.
Es ist ein Mangel beider Arbeiten dass kein Rückblick auf das
Altport, geworfen wird. Beim Fehlen alter Vorarbeiten ist das aber
natürlich vollauf zu entschuldigen. Die Stellung, besonders des Re-
naissancedichters (Jamöes, von dem man »priori annimmt und annehmen
muss, dass er seinen klassischen Vorbildern nicht nur viel vom Inhalte
seiner Dichtung und ihrer Form, sondern auch von Stil und Sprache
angeglichen hat, sie kann erst durch gewissenhaftes Studium der Rede-
weise seiner Altvordern ins recht© Licht gerückt werden. Erst der
Vergleich kann lehren ob CamOes, oder ob Ferroira, Miranda, ßernardes,
1) Eclatante Beispiele, von denen später die Rede sein wird, liefern die
Luaiadeo V, 15 und I 87.
)er «portugieaische" iDfinitiv
53
oder jeder Beliebige andere „Quinhentista", wirklich etwas, und was er
deno eigentlich den kiaesischen Idealen an lateinischen oder lateinein»
den Konstruktionen abgeborgt; und welche von den Keimen^ die er
auB Latium nach Portugal zu verpflanzen gesucht, sich als lebene- und
zeugungakräftig erwiesen ; ob und welche hingegen nur in der toten
Buchsprachc ein kümmerliches Dasein gefristet haben um schnell dahin
zu sterben^).
Natürlich erkennt Kichard Otto das an. Er selbst erklärt „die
Aufgabe, die Syntax eines Schriftstellers wie Camöea zu erforschen, sei
erst dann als gelöst zu betrachten, wenn es gelungen festzustellen was
derselbe an Eigentümlichkeiten den klassischen, resp, den ital. Vorbildern
verdankt, und was andererseits alt überlieferter d. h, nationaler J^prach-
gebrauch ist." Er giebt also zu, dass die Entscheidung über die von
ihm aufgeworfenen Prägen heute noch nicht in seiner Hand liegt.
Trotzdem aber hat er es unternommen abzuurteilen, hat dabei, im
Gefolge berühmter Muster, fortwährend nach latein. Urbildern der
camontantschen Satzgefüge ausgeschaut^ statt zunächst einfach den Tat-
bestand zu vorzeichnen. Viele werde« ihm dafür dankbar sein.
Weil er aber mit solcher Voreingenommenheit an seine Arbeit ge-
gangen Ist, im blinden Glauben an das sattsam wiederholte Dogma
Ferdinand Wolfs von der absoluten Unselbständigkeit und Nachahraungs-
sucht der port. Li tteratur{zu dessen Verbreitung übrigens auch moderne
Portugiesen mehr als gut ist beigetragen haben) » ja, weil er dasselbe
sogar, ganz ungerechtfertigter Weise, noch verallgemeinert und auf die
port. Sprache und im Speciellen auf ihre S^Titax übertragt, sucht er
bei Cararies fortwährend syntaktische Latinismen. Und wer sucht, der
findet bekanntliob.
So entdeckt Otto z. B. bei dem port. Dichter einen Accusativus
cum infinit ivo, oligleich und trotzdem ein solcher, wie er zugeben muas,
der Vulgärsprache und dem Style der Volksdichtung abgeht. Wenn
der Dichter sagt:
E descobrr seu pae ser homicida
oder: Que muito mrlhor i perdcr-se a vida
oder: Que niais nie pesa !<er esfa vida cousa fäo pequena
oder: Sente fer chegnda a hora
so soll er das jeweilige Nomen — 8e%t puc — a vida — esla vida —
a hora — als Accusatlv fühlen. Wenn derselbe Dichter aber im All-
1) Der Dichter Ferreira behandelt in seinen Versen häufig würtechUeaeeode
Nasaloilbun gerade so wie reinvokaliflche. Das bat man fiir künstliche Impor-
latian aus latciu. Üklitern gehülteii» während dio allport. Dichtun^jen und das
Vulkalied den gleichen Zug zeigen.
Carotioa MicbaSlis de VMConcellos
tagsumgange mit gewohnlioben Sterblichen die gleichen Gedanken in
Bchlichterj gang und geber Prosa äussert, soll er die Nomina als das
was sie wirklich siod, als Snbjecte des abhängigen unbestimmten Ver<
bums d. h. also ata N o ra i n a t i v e empfinden I Diese Empfindung aber soll
noch kräftiger sein, wenn er als Stellvertreter der Nomina Pronomina
anzuwenden bat, — Das eine Mal reducirte er also den casus auf das
Paradigma
Video fe — venire
d. b. er empfände das Nomen als unmittelbares Object des transitiven
Zeitwortes.
Das andere Mal reducirte er seinen 8atz auf unklassiscbes , bar-
barischea
i?ideo venire tu
d.h., wie schon gesagt ward, er empfände das Nomen als Subject des
Infinitivs.
Die Botschaft hör ich wohl^ allein . . . mir fehlt der Glaube!
Es ist das der Hauptvorwurf, den ich der Arbeit mache.
Auch gefällt es mir nicht ganz, dasa und wie der Autor zwei
Fragen mit einander verquickt, von denen jede eine besondere Behand-
lang verlangte. Dass nach Beantwortung jeder einzelnen sehr wohl
eine Verbindung beider zu Stande gebracht werden kann, soll nicht
geleugnet werden. Bei Otto aber wird keine klar und übersichtlich
behandelt und endgültig entschieden, weil ihr eben diese getrennte Be<
handlung nicht zu Teil wird.
Die erste Frage lautet: Wie verhielt Camöea sich zu den klassischen
Vorbildern und wie zum Volksbranche? Auch wo man ausschliesslich
den Satzbau im Auge hat^ wird die Antwort, so weit ich beurteilen
kann, gerade ebenso ausfallen, wie wenn man den Vokabelschatz oder
den Stil und Geist seiner Dichtungen im Sinne hat:
Im klassischen Kunstepos nämlich sind Wortschatz und Gedanken-
prägung klassisch; und klassisch sind sie auch in seinem Parnaseef d.h.
in den höchstfliegenden, gedankenreichsten seiner lyrischen Gattungen:
in der Canzone, Ode, Terzine, Oktave und zum Teil auch der Idylle.
Da diesen aber das Wasser ital. QueJlstrome reichlich Äuströrate, sind sie
ea bereita weniger als in den latiniairenden Lusiaden. In den
Prosabriefen hingegen, in den Komödien, und ira Liederbuche spricht
der Dichter die echte, rechte, kernige Volkssprache, welche die älteren
port. Sänger vor ihm gebrauchten.
Zeigt sich daa aber auch im Satzbau? Das grosse Übergewicht
des poetischen Teils seiner Werke über den prosaischen erschwert
einigermassen die Entscheidung. Doch liegt die Antwort darauf in der
Der „portiigieflische" lofioitiv
55
I
I
Antwort auf die zweite Frage: nach dem Ursprung des persönlichen
InfiDlÜTg.
Ist derselbe nämlich aus lat. Samen aufgeschossen, sind die port.
InfinitivkonstructioDeD nichts als erkünatelte Nachahmungen und Um-
gestaltungen klaasiäch lateiniscber Redeweisen, von Gelehrten und
„em BigDo de latim'' geboreaeo Übersetzern ausgeheckt, so werden
auch bei Oamoes viel viel mehr solcher Infinitivkonstructionen als bei
seinen Vorgängern vorkommen, und besonders werden seine klassicirenden
Werke von solchen latinisirenden Wendungen strotzen.
Ist der Infinitiv hingegen im Schoosse des Volkes entstanden und
gross geworden, bat er sich aus niedrigen Regionen in die Höhen der
Dichtersprache hinaufgearbeitet, von der plebr mfinia zu den doctotrSy
80 wird der Dichter vielmehr bemüht sein, seine übermässige, wilde
tind bunte Verwendung einzudämmen ; so werden auch seine achlichteren,
▼on Vülksgeist und Volkswitz durchdrungenen Werke reicher an 9ub-
jektdintinitiven sein als jene vorgenannten.
Auf diese Frage nun nach dem gelehrten oder volkstümlichen Ur-
Bprung des Inßnitwo jiessoal findet Otto meines Erachtens die rechte
Antwort. Trotz mannichfaohor gedrehter und gedrechselter Vorversuche,
die peninsularen lofiniiivkouatruktionen aus lat. Vorbildern zu gewinnen,
aie aus dem Samen des latein. Äcc. cum inf. zu züchten, gieht Otto
schliesslich doch zu, dass die port., durch prägnante Knappheit und
Klarheit hervorragende Auadrucksweise etwas ganz öpontanes, Indi-
vidoelles, kurz eine Schöpfung ist.
Das Bemühen vorgezeichnete, ja arg ausgetretene Fährten nicht
zu verlassen; die Furcht der Pietätloaigkeit gegen Altmeister Diez ge-
ziehen zu werden, falls er dessen Auffassung ofiFen bekämpfte, sie ganz
beseitigte und von Frischem begönne; vor allem aber auch die Un-
kenntniss der älteren Dokumente haben Otto offenbar auch hier daran
gehindert, die volle Wahrheit zu sehen und die letzten Consequenzen
aus seiner Entdeckung zu ziehen.
Eine derselben hätte denn auch in der Erkonntnisa bestanden,
dass ein wesentlicher Unterschied zwischen der Syntax des Camöes und
der seiner Vorgänger einerseits ^ und der Syntax des Epos und der
Beiner sonstigen Werke andererseits, nicht besteht — NB. was die
lofinitivkonstructionen betrifft — ; dass Camoes sich allüberall als echter
und rechter Sohn seines Vaterlandes gehabt, und als genialer Künstler
von Gottes Gnaden allem Unnatürlichen, Manicrirten abhold ist^); dass
1) Was andere Portugiesen und Spanier lange vor Caiurieg an laK^iueladau
Sitseu verbruchea habeo (Mustorbeispiele to den Pruseo des Rudriguez del
56
Carolina Blichaclie de Vasconcellos
er aber gerade darum die nationalen, etwas wild barbarisch ins Krau
Bchieäeonden Subjekteitifinitive und einige andere unklasaiscbe Infinitiv*^
Verwendungen nach Möglichkeit vermeidet, weil aie ihm gehäuft zu
urwüchsig schienen; dass also die unleugbare Reinheit und Schonfl
seines Satzbaues , besonders im Epos, in der Bevorzugung, aber'
nicht Alleinherrschaft allgemein romanischer, altererbter Latinis-
men, und in der Ein d Timm ung, aber nicht Verbannung apeciell
peninsularer oder gar ausschliesslich port. , vom Volke geschaffener
Idiotismen besteht — keineswegs aber in der Herübernahme von
Ungewohntem , Nichtvolkstümlichem,
AuB Ottos EinzelbemerkuDgen kann man das nicht folgern. Sie
sind nirgends zu einem Gesammturtei) zusammcngefasst, und wider-
sprechen einander mehrfach: Ganz richtig wird z. B. in §§ 2—0 darauf
aufmerksam gemacht, dasa der unlatoiniBche, freie, substantivische Ge-
brauch des Infinitivs dem Lusiadendicbter nicht behagto; dass der ein*
fach substantivische und der mit subjectivem Genitiv im Epos äusserst
selten (in den italianisirenden Sonetten dagegen sehr häufig), der rec-
tionsfähige in beiden Werken nie, und der flectirte substantivische in
den Geaaramtwcrken überhaupt nur ein einziges Mal vorkommt. Hin-
gegen werden in den Paragraphen 55 — 60 über den vermeintlichen acc.
cum. inf. die sonderbaren Irrlehren verbreitet, auf die ich schon auf-
merksam machte. Was in Wirklichkeit guter alter 8ubjoctsinfinitiv d.h.
nom. cum. inf. ist, wird künstlich zu einem, im Bewusstsein des Re-
naissancodichters vorhandenen acc. cum. inf. verwandelt.
Darauf habe ich noch zurückzukommen.
Zunächst ein Wort Über die Anordnung, welche Otto seinem reich-
haltigen Stoffe gegeben.
Er beginnt, im Anst'hluss an Dicz, mit dem reimen Infinitiv; geht
zum Infinitiv mit Präposition über; und behandelt zuletzt getrennt den
Infinitiv mit iSubject.
Zwei Einteilungsprincipien gehen also neben einander her: ein for-
males, äuBserliches, und eines, welches die Function, die innere Be-
deutung, das Wesen des tefn2)0 infinito in Betracht zieht. In den
übrigen romanischen Sprachen ist das nicht von Unheil, wühl aber in
derjenigen, welche für den Infinitiv mit Suhjcct eben einen mßuit'tvo
PadroQ) werde Ich vi<^Ueicht später einmal zeigen. Ironisirte doch schon der
wackere JoJlo de Barro«, trot« seiner vernünftigen, aufricljtigeo ßegeiaterting für
das MutterlateiD, all die Sjtracbverdeiber, welche dem Port. Sätze abzwingen „«»»
Itnifuaytm rrtorcida e föra du commum" wie z.B.: Ihi rtos nentiOr aiiuellu äqual
0 mundo »üo pode dar paz — Vdtta de Lübon eadea miäe ha mtses seit qM
$<m abitante — OA grimm divinos acquired terra triumpkos!
Der „portHgieeiache" Infinitiv
57
conjifgado besitzt. Die Folge dieser Zwittrigkeit ist, dass die wirklich-
unpersönlichen InfinitiTsätze zwar nur je einmal, in Abschnitt I oder IT,
die persönlichen aber sämnitlich zwei Mal angeführt werden naüssten,
ond dass viele es tatsächlich werden. Zahlreiche Falle von persön-
lichem Infinitiv, bald mit, bald ohne Verweis auf den nachfolgenden
Teil, kommen bald erkannt, bald unerkannt, bereits in den beiden
ersten Abschnitten vor (da jeglicher persönliche Infinitiv doch auch nur
entweder rein oder präpositionell auftreten kann); und im dritten (der
eben doch auch nichts anderes als Infinitive mit oder ohne Präposition
enthalten kann), wiederholt sich vieles von dem was der Leser bereits
kennen gelernt — zwei, drei, ja viermal, oder noch öfter.
Ordnete man A) Der unpersönliche Infinitiv, B) Der per-
eön liebe und teilte jeden der beiden Abschnitte und ihrer Unter-
abteilungen hinwiederum in zwei Gebiete: 1) das des reinen und 2) das
des Infinitives mit Fräposition Vi; oder aber ginge man von der Zwei-
teilung in A; Reinen , B) Fräpositionelleu Infinitiv aus und be-
handelte innerhalb beider mit sammt all ihren Einzelklassen stets zuerst
iden unpersönlichen (1), dann den persönlichen (2), getrennt und nach
einander^ so, scheint mir, könnte nmn die etwas unbequemere ^ ver-
wirrenden Wiederholungen vermeiden und könnte obenhin noch mit
• ungleich grösserer Klarheit zeigen, welche Satzbildungen niemals den
persönlichen, sondern ausschliesslich den unpersönlichen Infinitiv zu-
lassen. Zunächst bei Camr.es. Ob sie ihn überhaujit nicht dulden noch
geduldet haben; ob nicht jeder Satz mit unpersönlichem Infiuitiv in
»einen mit persönlichem umgewandelt werden kann, und ferner ob nicht
Igewisse Verwendungsarfen von Cam<"''eä nur zufällig nicht gebraucht, oder
|aber absichtlich umgangen worden sind, das bliebe natürlich auch so un-
' entschieden, solange nur Otto'a Gebietsteil oder überhaupt nur tatsäch-
^lich »US Druckwerken ausgezogene iSätze behandelt werden.
In einer allgemeinen, die Gesammtspracbe umfassenden Arbeit
aber würde auf diese Weise klargestellt werden, ob e» Infinitivkon»truc-
tionen giebt, welche niemals den pers. Infiuitiv zulassen, und ob und
welche ihn nur als Ausnahme, und ob und welche ihn stets zulassen.
Die Theorie über den persönlichen Infinitiv, die Hypothesen über
den Ursprung seiner Flcction, dieser 8pecialeigenlümlichkeit des Port.,
könnte den Stoflfsammlungen nachgeschickt, oder könnte ihnen auch
allenfalls vorangestellt worden").
Otto fügt dieselbe dem dritten Abschnitte ein — dem Infinitiv
mit Subjeot, auf den er vorher des öfteren vorweisen musste. Mit Recht,
1) In Abschnitt III ht diese Soiidt^rung durchgeHihrt.
2) Ich habe noch vieles gegen Otto's EiBteiluDgapriocipieu — doch d&rf ich
Carolina Hicha@]iB de Vasconcellos
wenn man einmal seinen Standpunkt eingenommen und seine Dreiteilung
angenommen hat. Davon später. Zunächst ist es nötig, die Meinungen
seiner Vorgänger kennen zu lernen, der wenigen die überhaupt ver-
sucht haben, das Wesen des Jnfinito pessoal zu erkennen. Ich beginne
mit Diez.
I.
Auch Diez erklärte den flectirten Infinitiv im Zusammenhange mit
dem Infinitiv mit Subjeot, und zwar innerhalb desjenigen Abschnittes,
welchen er Nora, cum Inf betitelt. Er hat damit, wie gar nicht
anders zu erwarten, das Richtige gestreift, und sah wohl den wahren
Sachverhalt ein. — Die Art und Weise aber, wie er den Nom. cum
Inf. entstehen lässt, ist verfehlt und unannehmbar. Er operirt auf
falscher Basis.
Diez geht nämlich vom mehrfachen Satze aus und meint, derselbe
sei zu einem einfachen zusammengezogen worden.
Doch fügt er vorsichtig ein zweifelndes vielleicht ein.
Und zwar soll diese Contraction oder Zurückführung allmählich
vor sich gegangen sein. An drei Beispielen, zwei spanischen und einem
span.-port., erläutert er seine Ansicht in überaus knapper, bündiger
Form. Man muas, hier wie so oft, Diez' Worte auseinanderfalten, will
man ihren vollen Inhalt und dessen Haltbarkeit oder Unhaltbarkcit er-
kennen. Ich hoffe nichts unterzulegen, wenn ich auslege wie folgt.
Diez sagt:
1) Qtte lo digo yo no os o/enda sei (vielleicht) Vorstufe zu El de-
cirlo tfo no os ofenda.
2) Lo hice sin que lo supo ninguno Vorstufe zu lo hice sin saberlo
ninguno.
3) Basta que somos dominantes Vorstufe zum port. basia sermos
dominantes.
Dazu bemerke ich, dass alle diese drei „Vorstufen" künstlich kon-
struirte, unmögliche Satze sind. Die abhangigen Sätze, durch welche
man, in die Breite gehend, die Infinitivkonatruktionen ersetzen könnte,
würden im Span, wie im Port, im Conjunctive stehen,
Que yo lo diga (od. dijese\ port. dissesse) no os o/eftda.
Lo hice sin que algnien lo sttpiese.
Basta que seamos (port. sejamos) dominantes.
Der Sinn natürlich wird durch solche Uinmodelung der Form auch
umgemodelt; es giebt eben keine rein formale Omprägung von Sätzen;
erat später darauf ziirückkuiumen, wenn der Leser meine Theorie und den Grad
ihrer Abweicboog von Otto's Auffassung kennt.
ffPcntiiiieBiacbe'' lofiDitiv
59
^
jede Veränderung in ihrem Ban ist zugleich eine Veränderung ihres
Inhalts. Aus dem Gebiete strenger Wirklichkeit, in welchem die In-
finitivkonatructionen standen, gehen sie in das blosser Möglichkeit über,
sobald die starrere Selbständigkeit des verbum infinitum gebrochen wird.
Aber nehmen wir zunächst mit Diez an, seine Beispielasitze hinkten
nicht. Spanier und Portugiesen sprächen so wie der Meister will. Wie
kann dann aus dem mehrfachen Satze der einfache hervorgeben? All-
mählich lautet die Antwort. Allmahlich setzt sich mindestens aus
zwei Schritten zusammen. Der erste derselben soll, und konnte nur,
im Wegfall des bindenden que bestehen. An solchem Wegfall nimmt
die graue Theorie keinen Anstoss. Ist denn nicht, bei indirekter Hede,
gue des öfteren ganz entbehrlich')? kann es nicht bei gewissen Conjunc-
tionen beliebig sein oder nicht sein? Kommen ja doch, in alter und
io neuer Zeit, Sätze vor wie: Permitia-me Ihe diga. — Cuidas pedes
m$rci. — Todos h ruegan amanse su cmeldad y su porfia. — Se dem
^ttisetse . . nie fezessedes emenda , . do mal que nü fazedes. — Mmidou
disfesM, — Vetido trabalhavam em väo, — Vos estais iingindo o näo
causastes (Camöes, Soneto 208). —
Streichen wir also quel Es entstehen demnach die Sätze: Lo digo yo
no OS o/enda! Lo hice sin lo supo ningmw! Basta somos dominantes f
Und solche Mythologeme werden für möglich, ja für zeitweilig üb-
lieh erklärt! —
Der zweite Schritt auf dem Wege allmählicher Omgeataltung müsste
dann die Verdrängung des verbum änitum durch das verbum inßnitum
sein, wobei übrigens das hispanische Pronomen einen Sprung machte.
Aus lo digo yo soll dezirlo t/o geworden sein; aus sin lo supo ninfjuno hin-
gegen sin saherlo nlngunOf aus somos dominantes ....... ja was denn
eigentlich ? ser dominantes ? sirmos dominantes ? ser n6s dominantes ? Dieses
Ubergangsstadium bleibt im vollsten Dunkel. Oesagt ist nur, am Ende
der Metamorphosen sei statt sotnos eben sermos vorhanden gewesen.
Die Personalflection -mos soll aus somos hervorgeholt und an den In-
finitiv angehängt, auf ihn übertragen sein. Wüsste ich es nur erst, wie
man eben diesen Infinitiv ser herbeigeschafiTt hat, so wollte ich auch
diesen letzten Ubertragungsschritt gutheissen! —
So viel mir bekannt ist, ward nur ein Einwand gegen Dlez'
Verwandlungstheorie erhoben. Doch ist es ein rein ausserlicher,
nichtiger, des Meisters nicht recht würdig. Director Wernekke hat ihn
gemacht und Richard Otto hat ihn für zutreffend erklärt — leider! —
gemacni
^H 1) Nach anperBÖnlicbcD (?) und üacb Bilfsverben sentiendi ei declarandi. lAnn
^H beaehte, dass diese der Kegel nach den iDdoitiv, und zwar den reincQ, regieren.
60
Carolina Mtcha'diB de Vascoocellos
Zugegeben, sagen oeide, aus somos könne sermos werden, so bliebe
doch noch hasta 'icrem aus has/u qtie süo zu erklärenl Was heissk
das? Ich verstehe ea ganz und gar nicht.
Erstens raasste, wer überhaupt in dieser Weise folgert, nicht eine
einzelne P^irsonalform erwähnen, sondern klarlegen, dass dabei die
ganze Serie, der zwei Mal droi Personen zu erklären übrig bliebe.
Wie ward.
hasta que sou zu basta eu ser?
basta qne es zu basta tu ser es?
basta que S zu basta eile ser?
basta que sot?ios zu basta nös sermos?
bmta que sois zu basfa v6s strde^?
basta qne süo zu basta eUes serem?
Immer das Unmögliche zugegeben , daea Satze mit dem lodicariv"
nach basta und ähnlichem iiaufig genug ausgesprochen worden seien
um überhaupt eine Entwickelung durchzumachen — denn zum Werden
gell ort Leben.
Und nicht nur dieses Präsens Indicativi, auch alle zeitlich ver-
änderten Sätze wie bastava, basfou, basfaria que eu Josse, verlangten
eine besondere Krwähnung Auch wäre es eine mühselige Aufgabe
darzulegen, wie man bei so breiter Grundhige gerade zur Abstraction
der rein persönlichen Flectionsendungen kam.
Die Voraussetzung für die Hichtigkeit der Diez'schen Hypothese
wäre eine Nivellirung aller Formen und Zeiten von ser und, wie dieses
einen, eo alier übrigen Verben kraft der Analogie.
Zweitens vergessen Wernekke und Otto ganzlich, was der weisere
Diez gewiss nicht übersehen, dass die alte Sprache, neben dem formell
kurzen und inhaltlich abgeblassten stim es est, auch noch andere zu
üülfszeitwiJrtern erniedrigte Wrba besaas, von denen eines die Lücken in
den UonjugfltionstaboUen von esec ausfüllte. Ich denke natürlich an sedeo,
Hd4St 8*t^«<^). ^^r ist nicht «*5e[rt| soudttrn sedere\ se ist sedfi; sede
1) Sülcbor Uülfszeitwörter besass das Altport.^ aasser futbere und e«««, noch
Inf: «*n«r«j als Subatjtut von haben; and als Vertreter von sein — das Vierblatt
f ir€ «eUere Jactie, also: stehen geben sitzen liegen — alle möglieben
(ioncD, in denen der menschliche Körper handelnd auftreten kann, üj/a, siia,
*a, jazia cuidando bedeuteten urspriloglicb genau was sie sagen: er ging,
stand, lag und sann, später werden sie dem englischen Progressivuoi / was
^ing glelcbgcatcllt. Doch erhielten sich lange uocb Keale und Spuren der alten
«It, besooilera b^\jazer, t> und Acrr, Hier einige Beispiel© für «er aus dem
}Qudte$ qut »eem aa mesa do Santo Oraal (110); o paa^ hu niam aag
)l ora stede e folgade (122); Ora seede (135); «iVa em sua cadcira 101).
Der »porfugieslBche" Infinitiv
sedete] »endo sedendo] seja sedeam etc. Dementsprechend lautete das aUe
Praacns: scjo sce^' i<ee Sfemos seedes i^eein. Und nicht aus basta somox und
basttt iföo wären basla s e r m o s , basfa strem herzuleiten ; sondern aus basta
seernoif, basta seem wären basta seernms und basta setrem zu gewinnen. Hätte
Ülez, wie also angemeasoner gewesen wäre, im alten Stile, ein, freilich
immer noch falsches, unreelles bat^ta que seemos dominantes geschrieben;
oder hätte er, statt dieses Verbs, irgend ein sogenanntes regelmässiges,
schwaches Zeitwort gewählt z. B. basta que louvatnos, und daraus basta
touvarmos entwickelt, »o hätte seine Verwandlungstheorie für manche
Ohren bestechend genug geklungen, und aus den kritischen Wäldern
hätte sich vielleicht gar keine Stimme vernehmen lassen. Beachten
und bekämpfen die Gegner ja doch nur Lautbestaud und Lautwandel!
Im Grunde ist das freilich gleichgülMg; Seennos &ub seemoSf iaurifr-
mos aus louvatnos ist gerade so unmöglich , wie scrmos aus somos und
seretn aus sdo. Der ganze Disput ist bodenlos, erstens weil, wie wieder-
holt gesagt ist, deutsch gedachte Sätze, wie basta que somos domi-
nantes auf der Halbinsel nie existiert haben können, und zweitens, weil
das persönliche verbum infioitum aus keiner Form des verbum finilum
entstanden sein kann — weder aus dem Präsens, welches Diez gewählt;
noch aus dem nicht vorhandenen Conjunctiv Imperfecti, welchen Wcr-
nekko erfunden; noch aus dem tatsächlich vorhandenen, lautlich in
vielen seiner Formen mir allen Formen des persönlichen Infinitivs über-
einstimmenden Conjunctiv Futuri.
Um einen einfachen Satz zu erklären, muss man von einem ein-
fachen Satze ausgehen; um den personlichon Infinitiv zu verstehen, vom
unpersönlichen. Um zu basta sermoti zu gelangen, muss mau bei bu.sta
ser PoBto fassen, wie bald geschehen soll.
Doch jetzt erst zur zweiten Hypothese über den Ursprung des In-
finäivo pessoal.
II,
Herr Director Wernekke hat versucht die von ihm als unhaltbar
verworfene Ansicht von Diez durch eine neue zu ersetzen. Sein Ver-
liren ist jedoch ein mechanisches und seine Hypothese eben so un-
aehmbar wie die, welche er bekämpft. Ich deutete echon an, daes
er nur die äussere Form des Infinitivs im Auge hat, und versucht
Beinen Lautbestand zu gewinnen, ohne auf den geistigen Wert zu
achten.
DasB aus somos lautlich nie und nimmer sermoSf aus aäo niohfc
set'em gewonnen werden kann, ist der Ausgangspunkt eeines AngriflFs.
62
Carolina Michaelis de VascoDcellos
Er sDcht also ans den port. Verbaltabetlen diejenigen Formen beraus,
welche lautlich am besten zum infiniUuo coyijuffado paaaen, und 6ndet
da natürlich, beim ersten Blicke auf das erste beste Paradigma des
ersten besten regelmässigen Verbs in irgend welcher Grammatik, den
Conjunctiv Futuri, diesen brauchbaren, lebenskräftigen peninsularen
Spross des lat. futurum exactum, welcher die Functionen dieser Zeit
und zugleich die des verlorenen oder mit ihm verschmolzenen lat, conj.
fut. übernommen hat, der ja beinahe gleich lautete. Hier wie da haben
wir die £ndungen:
1. sing.: ar er ir
2. „ ares eres ires
3. „ ar er ir
1. plur.: annoH ermos irmo»
2. „ ard^ erdes irdes
3. „ arcm crem /'rem
Sollte dieser conj. futuri der persönliche Infinitiv sein? Bei näherer
Untersuchung der Kechenprobe auf das schon gelöst scheinende Exempel
erkennt Wernekke, dass die herrliche lautliche Übereinstimmung nicht
immer vorhanden ist. Denn da der port. conj. fut, (oder, wie ich lieber
sagte, das port. fut. ex.) durchaus, wie im Lat, vom Perfect. , und
nicht vom Präsensstamme herkommt, eo muss sein Lautbestand von
dem des Infinitivs bei allen sogenannten unregelmäasigen starken Zeit-
wörtern mit besonderem Perfectstamme abweichen. So steht z. B. neben
dem Infinitiv hav-er das Fut. ex. houver\ neben sab- er soub-er^
neben queser quiz-er-, neben ter tiv-er etc.
Hierbei paasirt Wernekke eine kleine Menschlichkeit. Erfreut über
«eine neue Entdeckung, die ihn vor einem Fehltritt bewahrt, wirft er
Diez und von Reinhardstoettner vor, dass sie beide die wahre Sachlage
verkannt und den infinito pessoal falschlich für einen Doppelgänger des
conj. fut. ausgegeben hätten ohne auf die eben genannten zahlreichen
Aasnahmen Rücksicht zu nehmen^). In Wirklichkeit ist das nur von
Reinhardstoettner widerfahren, nicht aber Diez. Dieser sagt ganz aus-
rüoklich (II 187), die verbale Flexi«! des Infinitivs falle ganz
p, 19 Anm. «Dass diese Änderang des Statnioes nötig ist, (natürlich
bei starken Verben bemerkbar) bat nicht nur Diez tiber»ehen, sondern
wieder Reinhardstoettner, welcher in seiner Gramm, der port, Sprache
flectarten Infinitiv sagt, dass „seine Form gleich ist mit der des
d dazu unter anderen Beispielen ans Las. X, 142 anführt: Ätequi,
UMtudido V09 i saherdcs o« fututm feitos ^ ohne zu bedenken, daas
e Coi\}aQct}vform »aubtrdt» lautet*.
Der ^portugiesische" Ißfinitiv
63
mit der des Futurs (conj.) zuaammen; und ferner: in schwaclieii
Vorben unterscheide er sich auch durch die hücn Form
nicht. Und das zu bewahrheiten stelli er neben oder gegen einander
den lußnito pessoai: ter tires ter fennos ferdes termi und den starken
conj, fut, : fiver tiveres ft'ver fivermos tivcrdes tivernn. Ausserdem bemerkt
er noch einmal (II 188), in etwaä unbeäiimmter Fassung, die 1. u. 3. pers.
des conj. fut. sei „gewöhnlich dem Infinitiv gleich". Wohl aufgemerkt:
^gewöhnlich**, folglich nicht immer); die verbale Flexi on^ nicht
der Stamm; die schwachen Verben, also nicht die starken. Üiez'
Lakonismus ist für fluchtige Leser^ wie wir es alle bisweilen sind, sehr
oft irreführend.
Damit vergleiche man auch das Spiegelbild bei Monaci-d'Ovidio im
Manualetto (p. 34): „Uo peculiare tratto del portoghese 6 che la voce
deir infinito ha le sue flessioni personali come foeee voce finita, e si
dice ter leres etc. Le flessioni son le stesse del futuro congiuntivo
tio9r\ e nei verbi deboli dove anche le parti radicali sono eguali, ve-
dremo coincidere da tutto le due vooi."
Ein Misverständniss dürfte also eigentlich nicht müglich sein. Die
Parenthese ist damit geschlossen, und wir gehen mit unserer Aueeinander-
setzung weiter. —
Mit dem conj, fut. ist also nichts anzufangen, nach Wernekke's
Meinung, und auch nach meiner nicht. Doch liegen Materialien vor,
die mich lange und stark in Versuchung geführt haben, den fehlenden
inneren „trait d'union" zwischen inf. pcss. und conj. fut. zu suchen.
Erstens: Das Volk bildet bisweilen ein konditionales Flusquam-
perfectum vom Präsens — statt vom Perfectstarame und sagt für kouvera
} havera. Es hatte also in unleugbarer Analogie auch für houver ein
haver, für houvfsse ein fmcfsse schaffen können. Dann wäre theoretisch
die vollständige äussere Gleichheit zwiscbon Inf. pcss. und conj. fut.
erreicht *).
Zweitens; Gewisse Conjunctioncn regieren, wenn sie einen gegen-
wärtigen oder vergangenen Tatbestand aussagen^ den ind. perf. ; wenn
1) Beispiele liefern: Azevedo, Romaneeiro da Madeira; Romero, CsntOB
Populäres do Brazi! und Dinarte's loDooeucia. Z. B. m' havera negar (Az.
p. 279); meu reino te havfra dar (Rom. I 14); eu havera de comprar ib. 231;
tu euidavas que haveras ser meu amor ib. 232; o que havera de ser! p. 233
quem havera de dizer ib. 110. — Weitere Beispiele auf p. 101, 127, 148, 167,
172, 210, 235, 264 des hUbachen braail. Romaoe. — Mich interessiren besonders
^Kaiotra^ ser and havera de ser als Parallelen zu der bekannten peninaularen Los-
lösuDg von hei haa ha, h[av]ia hiavjias aus dem Fatoram und Cond., bei denen
beliebig reiner und präpositioüeller Infinitiv stehen dürfte und noch darf.
Carolina Miobai^lia de Vaaconceltoa
sie auf Zukünftiges hindeuten, dagegen das fut ex. So besonders de-
pois, sCf quandü, nieiiles, iantoque, desf/ite. — Despois (pie fullarom :=
nachdem sie gesprochen hatten ; depois rpie sairom = nachdem sie heraus-
gegangen waren. (Qraal, pa^isim). Aber mentes viver = solange er
leben wird; desque te parfires = sobald Du aufgebrochen sein wirst,
(Gr. 3); tanfo qur tu ht cfirgares = sobald Du dort angekommen sein
wirst (ib.) ; se elles fallecerem (95) = wenn sie gestorben sein werden ;
ae 0 rogares (49), se vos crccrdes (56) etc.
Nach einigen von diesen Conjuoctionen nun linden wir statt que
mit dem fut. ex. oft de mit dem pera. Infinitiv, und in diesen Fällen
ist die lautliche Uebereinstimmung zwischen beiden, wenn ea sich zu-
fällig um regelmässige Verben handelt, eine absolute. Die einzige
Ummodelung bestände dann ira Auatauacho von que mit de (resp. a).
Ich denke aa Fälle, wie depois que abrinnos os olhos (Boav. I 250; aus
d. J. 1422), das also mit einem einzigen Schritte in depoh de abrir-
mos OS olhos verkehrt wäre; an di-pois que iodo fen mal andar dizendo
ao povo, bmcarlloetf morte (Graal 94) wo gleichfalls depois de (jedoch
mit zugefügtem Subjects Me) erhiubt wäre; an ca depois que se ora
partirem dinj u i {Gir. 18), wo wieder de einfach an Stelle von que treten
konnte M- Ja für das heutige Sprachgefühl ist diese Substitution gleich-
sam PHicht und Bcdürfaiss. Lippen, welche solch depois que aus-
sprechen sollten, würden wahrscheinlich ungewollt depois de hervor-
bringen^}.
Drittens: Im apanischen Futurum exactum hat sich das üexivische
«durchgängig erhalten [are ares ure aremos areis arcu]\ nur die 1. ps.
8g. hatte Anfangs das latein. o; ähnlich wie das starke Ferfect das
lat. i. Im Port, ist es früher abgeworfen worden, als im Span., doch
sind Spuren seiner Existenz nachweiaüch. Ich meine nicht das flüchtige
ftchwa das heute noch zwischen r und m hörbar ist, aondern ittterarisch
gebuchte Beispiele, mit e zwischen r und m. Im 16. Jabrh. schreibt
1) Sehr eigeatUmlich berUhrt der oooj. fat. in folgeodem Satse ma9 por deo$
vos rogo que tos non desconfortanies (Graal). Man ist versucht, ohne Weiteres
gut fUr eioen Druckfehler zu erklären, und de an seine Stelle zu schieben. Doch
würde man irren. Die consocutio temporum erheischt den conj. praes., und diesen
seiift auch der weitere Verlauf des Satzes: e que ajaes doo de vos e twm caUdts
tosso gram dampno. — Desconfortardoi für desconjorttdes ist also ein lapsos
pennae, der vom ürscbreiber, vom AbflohreU»er oder vom Drucksetzer herrühren
kann. Erklärlich, weil unmittelbar vorher die Worte stehen: noux vos ha prol de
vollo di:er nem a elU de voi desconfortardes.
2) Man vergleiche noch das kamonianlacbe E depois de cantarem zs nach-
dem sie gesungen haben werden; nicht nachdem sie sangen, denn et fol^t
das Kuturnm : faräo.
Der „portugieBiacbe" Intioitiv
eir>
s. B. Fernno d'Oliveira, Gram. p. U8 nooh se a quisiremos conaeguir.
Denaselbea tocloson e duq bin ich auch als Teil des inßnito pessoal
begegnet. — Ein Schriftstaller dea 16, .lahrh., der Maler Francisco
d'Ollanda, schreibt gewohnheitsmässig amäreMos, (juereremos, uejftircmoa:,
für amarmos, querennos, »enünnos. Und auch anderwärts kommen, vom
12. bi» 16 Jahrb., vereinzelte Fälle vor.
Ich citire ein halbes Dutzend davon:
1) Consirantes mais e milhor cn saude das alntas ca en engano e
prof das cousaii tetuporaes seremof^ consegutdores. (Port Mon. Hiat.,
Leges p. 46S). — Aus einer barbarisch lateineluden port Übersetzung
(14 S.), einoB lat Uokumentea (12 b.)*).
2) U- 3) Pora quäl causa foi a uos necessario tomdremos a ello
e/asiremos merce de seua bees u quem «os uptazia. (öousa, Hiat.
Gen., Provas. II p. 145). — Aus einem Aktenstück von 1455.
4) He tarn proprio n6s ddremos o acento na ultima. (Ferniio d*01i-
' veira, Grammatica p. 61).
5J For HÜo erraren täo certa certesa comohe murmurdremo» todos
huna dos outros naa costas. (J. Ferreira de Vasconcellos, Ulysipo p. 207.)
6) u. 7) Pols sumente fios M dada Para ganh&remos nella o que
aabemos. —
Que 0 mais cerio que temos He nada tiremos certo Ca na terra. —
(Camnes! Carta cm proöa. — V. Zeitschrift VIII p. 445 n, 488).
Viertens könnte ich noch eine gewieso Tendenz des brasilianisch
Igeförbten Port, anführen, welche Coelho entdeckt hat, wenn ich an
dieselbe nur glaubte: die Tendenz nämlich, die Flectionen sowohl dea
persönlichen Infinitivs wie auch des fut. ex , aber weiter keiner Verbal-
forui, zu unterdrücken: u tendeiicia do Brazileiro de supprimir a ßexao
do infinito e do futuro do subjuncttiio.
Aus bloss zwei Belegstellen folgert der sonst so überaus vorsichtige
and gründliche Forscher auf das Bestehen solcher Tendenz, aus der
Phrase mode de nöa andar statt por amor de uds andarmos oder de
modo a nds andarmos [afim de-, para) und aus V6s tiver für v6s tiverdes.
Dazu bemerke ich zuvörderst, dass ich, trotz eifrigsten Suchens und
leidlicher Kenntniss brasil. Litteratur, noch keinen zweiten Fall ge-
funden, der dazu führen könnt© wirklich eine solche „Tendenz'* zu doku-
mentiren. Beide Beispiele sind Einzelfälle.
2) Interesannt, dass hier, wo ea sieb tatsächlich darum bandelte einen latein.
ÄCC, cum Inf. wiederzugeben: meditantea maius et meUujf in animnrufn salute
quam in caducaruvi rerum adquisitionem lucrum no$ esse consecuturos^ der acc.
im Fort, fehlt, oder sich im Infinitive versteckt.
BoRianUcbü Funcbungun VII. g
Carolina HichaiSlia de Vasconceüos
Das erste ist ein intereseanter Caaua^ welcher zeigte daes sich auch
die Volkspoesie sprachliche Licenzen erlaubt; oder es handelt sich um
einen Fall von Atavismus. Als beides kauo man die Erscheinung auf-
fassen dass, dem heutigen Sprachgebrauch entgegen, als Sabject des
Infinitivs ein Pron. 1. ps. pl. (nös) figurirt, mit welchem sein ab-
hängiger Infinitiv {(indar) nicht in orgaDischen Zusammenhang gebracht
ist — ünperaönlieher Infinitiv an Stelle des persönlichen!
Quando passares for mim,
bota a vista pelo chao,
m6de nos andar de amores,
0 mundo dizer que ndo (Sylvio Romero, Cant. Pop. I 190)
Das zweite Beispiel ist ganz anders aufzufassen:
Nas filhas que v6s tiver,
botai narne cotno a mim,
and: nos filhos que r6s tivery
botai tiome como a ti (ib. I p. 7)*)
M&D vergleiche damit die folgenden Verse, die leichtlich in noch
stattlicheren Legionen aufmarschiron könnten.
Rom. II 97 Oh bella! porque me matas [tu]
€ a vida me estaes dando? [oosj
II 96 Vinde cd meu limdo doce, fvosj
nüo descubras meu segredo. [tu]
1 279 Dizei-me como passaste (tos -^ tu]
08 dias que nao m« vi sie. [tu]
II 6 Di(ja-me como passastes /t'oc^ -|- uo«/
0 tempo que näo me v ist es. [ms]
II 131 Si/ores a Braga, trazei-me uma fita. [tu + t}osJ
II 118 Äjudai-mej cofnpanheiro, fvos]
que eu tambem te qjudarei. [tu]
II 12 Encostae-te em meus bra^os. [dos -\- tu]
II 34 Encostai'te no meu peito. [vos-^-tu]
II 116 Fallai-me dontle estds. [vos-\-tu]
!I 105 Tu näo vi est es. [tu -^ vosj
II 261 Fassai por mim, näo me /alles, [vos -|- tu]
II 8ü Vinde ca, meu cravo tVouro, [von]
a tua vista me aleyra. [tu]
|y Ulk v«nr«lM auf weitere Beispiele bei Romero I 263, 261. 2M, 233. 130, 129
>. W, 12, 10, 6. 5, 205. - IQ Braga's Bora. II 97, 96, 98. 90; Arch.
Mi. miUm podHa pattar e fallares.
Der „portugiesiache" Infinitiv
67
U 71
II 49
11 48
II 45
Rom. II 86 Vinde ca, meu cravo d'duro [ooaj
eu ie quero perguntar [tu]
se me queres bein ainda, [tu]
No domingo veja os moros, [vocij
olhai bem para a fekäo, [twsj
e depois nüo te arrependaSj [tu]
mdinha do cora^ao,
Coragfio urriha, arriba! [tu]
orule ndo puder, descanga/ [vüc^-\-tu]
Dizeime se tens um cigarro [vos -\~ tu]
Menina da saia brayica,
que fazeis no teu quinkd [vos-\~tu].
EraichtUch wird daraus nur, dasB dae port, Volk, jenseits (aber auch
diesseits) des Oceans, Anstoss nimmt ao den mehrfachen Aaredeformeo der
gebildeten Sprache, und dieselben bunt in ganz unkünstlerischer Weise
durcheinander mischt. Tu 2. pa. ag,; vos 2. ps. pl.; voc^ 3. ps. sg. gelten
für ungefähr gleichwertig und werden in einem Atem an ein und
dieselbe Person gerichtet. In Coelho'a 8atze ward v6s für roce gehalten
und daher mit dem Verb in 3. ps. sg. koDstruirt.
Häufiger als diese Verwechslung von von und vocii ist, wie die
Beispiele zeigen, die Gleichstellung der beiden zweiten Personen,
oicht was die Pronomina, sondern was die Verbformen betrifft. 7\t
Lviestes steht schon unter den obigen Beispielen. Dazu kommen fu pu-
^zestes Romeroir24: tußzestetf ib. 49; fu dcsfes ib. 49 u.38; tujurastes^b;
viestes 105; tu amastes ib. 50; tu visies ib. 50. Da s das characteristische
Kennzeichen aller 2. Personen der Einzahl istj mitAusnahme desPer-
fectums, so lag es nahe auch in diesem Perfectum die Analogie walten
zu lassen; und die Anbildungen tu amastes j tu vendesteSy tu partistes
hätten sich vermutlich sogar Bürgerrecht in der Schriftsprache er-
worben, wenn sie nicht, unglücklicherweise, mit der 2. pl. zusammen-
(fielen 1).
Im Imperative ist der Wirrwarr nicht weniger gross. Ich weisa
knicht recht ob es das Trachten nach den regelrechten ä- Bildungen,
foder ob es nur die Vorliebe für vollere Formen, oder ob es der Wunsch
ist, affirmativen und negativen Befehl, Jussiv und Probibitiv einander
anzugleichen; jedenfalls aber zeigt die Volkssprache, — in Brasilien
stärker als im Mutterlande — die Neigung statt diz zu sagen digas
1) Wie häufig sieb die port. Scbuljageud diesen „Fehler" zu Schulden kommen
ISsst, QDd wie auverstäadlich dte Ituperativ - Btldungen Kindern (und FremdcD)
sind, das wissen die hiesigen Lehrer aus ihrea Examenerfabruogea.
68
Carolina Micha'dHg de Vasconccllos
Rom. n 23; statt vem venhas I 148; statt üe v^'as I 37; statt vede
vejais I 37; statt dizede difjtds. Dafür dass besooders der Äuegleich,
erstrebt wird^ spricht die Tatsache, dass auch das umgekehrte Ver- .
fahren ÄnweDdung fand: nao diz statt näo digas\ nuo dal für n^o
deis I 2.03; näo tem für mlo tenhai^U93 ; nno tomai für näo tonieis I p.5. —
Der Leser sage seihet ob mein erstens^ mein zweitens und mein
drittens mit ihren Belegstellen nicht verlocken könnea den Inf. pess.
mit dem conj. fut. zu ideotificleren, und dem Einwände, dass ja in allen
drei Abschnitten der Gleichklaog zwischen beiden nur an schwachea i
Verben hafte ^ mit der abwehrenden Bemerkung zu begegnen: diese*
schwachen Verben seien der Ausgangspunkt der Umbildung gewesen,
die starken dann durch Analogie in die gleiche Bahn eingelenkt worden?
Aber ich lasse mich dennoch nicht verführen.
Jener Qleichklang ist ein wertloses Accidena; er hat vielteicfat dem
flectirten Infinitiv schnellen Eingang verschafft, ja die Sprache sogar zu
seiner Schöpfung prädisponirt. Das Unmögliche aber hat er nicht mög-
lich gemacht, dass ein verbum linitum, mir nichts Dir nichts, zum in-
finitum werden könnte. — Der conj. fut. hat nichts Wcnentliches mit
dem inf. pess. zu tun.
Wenn ich aber^ trotz aller angeführten Scheinbeweise im conj. fut.
nicht den Urquell des inf. pess. sehe, wie viel weniger kann ich es io
Wernekkes rein hypothetischem conj. imperfecti, der in Wahrheit die
romanische Sprachporiode nicht erlebt hat!
Die Sirene des Gleichklangs hat Wernekke ein Trug- und Zauber-
lied vorgesungen des lohalts, dass das lat. imp. coo)., welches ja stetig
vom Präsensstamme herkommt^ dem Port, hätte Formen vererben
können, welche ausnahmslos, sowohl in starken wie in schwachen!
Verben, genau so geklungen hätten wie heute der inf. pess. klingt.
amarem amares etc. wäre zu anutrfej amares aniar[ej amarfejmos
amarfejdes amarem geworden; quaererem zu querer [ej; audirem zu
oucir/ej etc.
Das kann Niemand leugnen. Und auch Rieh. Otto's Einwand da-
gegen^) ist ein Schlag ins Leere: seermos und serem wären gerade so
regelrechte Nachkommen von sederemus und sederent wie alle anderen
1) „Der Einwurf, tait dem Verf. seinem VorgiEnger Diez begegnet, dass. wenn
die Erklärung nämlich von hasta eennon dofninantt« aus basta que ttomos domi-
nante* zuget^ebeo werden kann, ooub immer basta gerem aas basta que säo zu
erklären Übrig bleibe, trifft ihn »elber. Wenn ha r er mos aus habere mu9
richtig abgeleitet ist, woraus ist dann aber termos and tierem her*
«ttlelieor
Der «portagietlflobe" lofioitiv
69
Imperfecta Cooj. ! Nein, lautlich steht dieser Gleichstellung kein
Hindernisa im Wege. Im Übrigen aber fehlen alle Requisite. Es fehlt
besonders all und jeder Beweis dafür, daas der lat. conj. imp> im Port,
oder sonst irgendwo in romanischen Landen, Spuren einstiger Existenz
auröckgelassen. Warum er schwinden musste, brauche ich nicht darzu-
legen« Es genügt auf Dicz, Grammatik I 118 u. 122 zu verweisen.
Wir stehen also nicht auf dem Boden solider Wirklichkeit, wenn
wir von einem port, conj. imperf, reden; auch nicht angesichts von
Wernekkes Beispielsätzen. Die, welche er vorbringt um seine Meinung
zu illustriren, sind Pbantaeiegeschöpfe, wie es die von Diez gebotenen
Proben waren. Wie jene lassen sie die consecutio temporum unbeach-
tet: vom Perfectura soll ein Imperfecttim abhängen. Wie jene müssen
sie erst die Conjunction q^te einbüssen um zu Intinitivkonstructionen zu
werden. Und wie bei jenen soll vermittelst dieses blossen </««- Verlustes
aus einer bestimmten, Zeitliches, Modales und Persönliches aus-
'drückenden Form des Verbs ein zwar noch persönlicher, aber alles
Zeitlichen und Modalen baarer Infinitiv geworden sein!
Wir lesen: ^V»"3o poderam persuadir- te a que Jurarcs, statt a que
fjurasse»! Era nielhor que irdes, statt yMc/ossct/e.'* (alt pg.) ♦)! — Parti que
0 accttsaretrif statt accusassem. — Antes de que toinarem, statt que io-
mas$em oder qt4i' tomarum. Das heisst: Wernekke hat tout court In-
finitivsätze (aus der altport. Evangelienbearbeitung?) herausgesucht
und ihnen das que nachträglich eingeflickt, um es dann vom Leser wieder
kausstoBsen zu lassen.
Disaohhig t/ew».y, die Niemand überzeugen,
Richard Otto ist denn auch ebenso ungläubig wie ich selbst. Er
fühlt und behauptet, das» Wegfall und Wiedercinschub von que Un-
möglichkeiten wären. IJüd er würde das Gleiche, Diez' Hypothese gegen-
über, gefühlt und behauptet haben, wenn die Pietät gegen den Meister,
v/ie ich schon andeutete, ihm nicht hier die Hände gebunden und die
Augen V erschlösse Q hätte.
Immerhin gesteht er vorsichtig: Diez' Hypothese scheine ihm nicht
sehr zwingend; es sei ihm nichts aufgestossen was dieselbe zu stützen
geeignet sei; der Tranaformatiocsapparat sei schwerfallig; ja er giebt
sogar zu, dass der Meister hier, aber auch nur hier, ein gewisses Miss-
^ trauen gegen den Genius der Sprache bekunde und sich ängstlich be-
mühe ein lat Urbild zur port Infinitivkonstruction zu finden.
1) Era mßlhor que irdes kommt wirklich vor, ducb nicht im Sione des Ver-
ters. £• würde bedeuten: Es wäre be^er als dass ibr ginget. Besser als
dies ODd das {que für ca =: quant) war euer Geben.
70
Carolina Micha'ölis de VaacoooelloB
Eho ich XU Otto'8 personlicher Meinung übergehe, erledige ich ncKjh
einige Einzelheiten, welche Bexug auf Wernekkea Sätze haben.
a) In dem Satze con/onne a cojisciencia Iho dictar kann diciar nur
fut. ex. sein; denn schlichtee covforme ist Conjunction [= conto] und nicht
PrMpoßition. Wernekke ersetze das regelmässige V^erb durch ein unregel-
mriHsiges; oder die 3. ps. sg. durch die 1. pl und er wird das einsehen.
Conformt V. E. quizer und nicht querer J con/orme quizernios und nimmer-
mehr qufrermon!
b) Der 8atx aus dem Leal Conselheiro: vemos que per-a Igreja
sett äefeio que certos meses sein special caso de necessydade nom enire\
$90 mart ist unbedingt falsch: das erste que an dieser Stelle ist Schreib-
odwr Druckfehler. — Das gleiche gilt von dem Passus aus dem Foro
do QraT^To: Xo^^tume he que: de porcos ou doveihas ou de cahras que
Mudarem not vym» äorem /nm almude do vyvio de diOf e de noyie darem .
dma tämmU», — Das übliche fonnelhafto Coeiume he que entacblüpfte
dtn Kopisten, der es in alten Charten hundertfach gebraucht sah, auch
da, wo (\isfutne hf genügen sollte. Costume he que darem ist ondenk- ,
bar «eil das Torbum tinitum darem nicht existiert, Co^htme hr que
\em mJiafte es heisaen, wenn der Nebensatz gebildet werden soll.
Solebe syntaktische Schnitzer — UeransfaUen aus der beabsachtig-
ten (^onstruetioo — kommen im Oespriehe Tor, doeh als Utptm^ von
Spreeber und H5rer sofort empfunden und berichtigt Aach in VoOe»-
Badern und in arcbaisireodeo Werken wird derartiges bisweilen ver-l
ewitTi. Sia bieCaa a. B. Doppel-^nt nad se und mez
(^»em dl£t fwp e mmor q/me tuiia
e eerto qme numea oaMMi.
«dar EUb penm que ru fite durum,
•dar E onfo re» fM «• e anmieero 9e jMViia (Qraal 103)
oder Ot eei certm pre ee e i'Sjami für oem4 de «ftn aMrtif«. (tb.) —
Die Zweckwidrigkeit and Uabraacbbarkeit »afaher Pildwafttia riditet
a»d Tsnkhtat sie }edoeb.
e) I>er taraaiartielia coaj. ianp. ia KeUtivsataaa ist eia
Seher loBaiciT. Amek Imt — ishe na« mämk dia Pnba «ad Terwandle
dia 8i^nlanilw ia HwaMtoa, V«
Bi iMBÜa iidk «a: TMba MM
DaaliflMM«da
liier, ab«
igebeagte TaMti«, dia •
Dia iMli—
saek
Der „portiigiesiBche'* lofioitiv
71
Warum auch nicht? wenn das Gegenteil — Au sein and erschmelzen des
infinitum zum fiDitum — für eine Tatsache gilt!
m.
Bichard Otto's Ansicht über den veränderlichen Infinitiv knüpft
an die von Diez vertretene wieder an, insofern sie vom Infinitiv mit Sub-
ject ausgeht und dieStructur: Nominativus cum infinitivo neont,
Sie entfernt sich davon, indem sie die flectirten port. Formen für freie
Umschopfungen des unperRÖniichen Infinitivs, und nicht für Umge-
staltuDgen gewisser Formen des verbum fioitum erklärt; und zweitens
dadurch, dass sie vom einfachen Satze mit Infinitiv und nicht von einem
mehrfachen ausgeht, um zur persönlichen Infinitivkonstruction zu gelangen.
Da« sind zwei grosse Vorzüge. Kraft derselben steht Otto'a An-
sicht auf dem Boden der Wirklichkeit und Natürlichkeit. 8ie spricht
daher, wenn nicht alles täuscht, die Wahrheit. Doch wird diese
Wahrheit nicht mit voller Klarheit auch glaubwürdig, plausibel und
anschaulich gemacht. Der Verfasser wird es mir hoffentlich nicht übel
nehmen, wenn ich, statt bloss zu referiren, versuche, seine Meinung nach
meiner Art zu interpretiren — seiner Hypothese im Grossen und
Ganzen zustimmend, vieles bestätigend was er bloss vermutet, manches
aber auch bestreitend und ändernd.
Der flectirte port. Infioitiv ist eine Abart des allgemeinromanischen
persönlichen [oder aubjectiven] aber unflectirten, welchen Üiez mit dem
Titel Nom cum inf. belegt hat. — Zuerst muss also das Werden dieses
Nom. cum inf. klargelegt werden. —
Otto behauptet richtig aber kurz : die von Diez als Muster gebotenen
drei spanischen Sätze seien romanische Neubildungen und zwar seien
sie stets Infinitivsätze gewesen und geblieben. Sehen wir also diese
Sätze noch einmal au:
1. El dcvirlo [tjoj uo os qfenda.
2. Lo hice sin sabcrlo [mnyuno].
3. Basia serfmosj dominantes,
Sie sind Frohen für die wesentlichsten drei Verwendungsarten des
persönlichen Infinitivs, denen sich alle übrigen unterordnen lassen.
1) Substantivirt, bald mit Artikel, bald ohne denselben; und stets
Qoabhangig. —
2) In Abhängigkeit von anderen Verben, die meist Impersonalien
sind; bald rein, bald präpositionell {dt, a,cm).
3) Als Ersatz für Final, Kausal, Temporalsätze und Aehnliches, mit
Prfiposition^ gleichfalls in Abhängigkeit von einem Regierenden. —
72 Carolina Hioha'älis de Vasconoellos
Dass ich die BeispieUs&tze von nun an meist ins PortngieBiBche
Übertrage, wird man gutheissen.
1) DizSlo n'io vos ofenda = Dieses Reden beleidige
Kuoh nicht; oder möge, darf, soll Euch nicht beleidigen.
Das Hubject des verbum infinitum bleibt hier unausgedrückt; wie so un-
endlich oft, in allen möglichen Satsarten aller Sprachen, der Hörer
hat CS aus dem Zusammenhange des Satxes mit anderen vorher-
gegangenen oder nachfolgerden S&tEcn zu entnehmen. Der Infinitiv
ist oder scheint wenigstens unpersönlich. Es kann jedoch vorkommen,
dass dorn Sprecher daran liegt, das Subject der Infinitivst&tigkeit deut-
lich ausRudrflckcn. Erst nachdem er in gewohnter Weise begonnen
und schon ths^h gesprochen hat, fallt ihm die Notwendigkeit oder
NütRlichkeit dieser exacten Bestimmung des Subjeetes ein. Er schickt
0« daher nach. Und dis^Jo — eu ist da! oder diz^o tu, tue, eila, nös,
ri\»y f//fÄ, r»//rt^, Maruiy Franciscü; Maria e Francisco; os dous — etc.
Span. /FJ/ dt>drh yo >* ^' saher jfO que . . d decirio tu . . el desmajfarse
/V^fOÄrt. — Ual. /)/»7o fV) oder TatYr tu, cgli, noi, rot, essi, V amieo. —
Der deutsche wQrde ein Possessivpronomen cu seinen substantivirten
Wib hinr.ttfagen: Dies — mein — Reden: der Engländer 8«n „verbal
nonn** anwenden, das, wie Wemekke ganz nchdg bemerkt, ein ebenso
vorzügliches Instrument ist wie dor infmlto pessoaii der Etomane kann
7.U «leinem verbalen Infinitiv ^der ein Objoc* regieren darf) nur das per-
sönliche Förwort im Nominativ oder ein Substantiv ak Subject stellen.
2 Lo l'icf .*?>/ i-nhtrlo = er tat es ohne Wissen (und
Wollen^. — Xiomand frjurt : ohne wessen Wissen *' — Warum ? Weil «n
sojoher pr&positionoj'er Infiniriv oicortlich berfirs ein persönlicher ist
ob auch seine Persönlichkeit eine versrcfkrc. stets wechselnde, weil je-
weilig von der Personlichkoir dos H«ur>t*nhiecjes abbängi|re ist. Das
«weite Subjeci ist ein Spioxrclhild des ersron, das Verhältniss also
in gewissem Sinne ein icf-cxi vos. l.o l.ct ^»^ >ahtrlo beisst =
CT tat CS ohne fcin Wissen 7.^ l.zo >/»' f^ahrrit' = ich tat es
ohi;c mcir Wissen l,t h,c,>', .< . / .<^//^ ^ /r' = Do tatest es ohne
Orin Wissen erc. \hi nin/ufüpujc öcj- Personalpronomens wäre
iihorHüssig. Sie wird unerlassiu-h sor«ftir. Arn- Snl>iec' des vorhum infinitum
ein anderos \»x alf ri»f des vorhun-. finuurri:
Span. Ir /' ///Cf an ^nhr-'i •■ oä. s ». it f fsnh''}
odn: E u in-' >v>. sr/^.' •/* //« oci. s/* v antn-i'ii-
Italien <>n:r^. <np<"'i rn-vw
Altport. El' Tic. f:ixi ^rtti < sti^r- f-l't ■
Der „portttgiesiache" Infinitiv
73
Die Geburt des persönlichen Infinitivs geht hier genau so vor sich
wie in 1. Der Subjectanominativ wird hier wie dort f.gloich8am er-
klärend^ beigefügt. (Diez III 251.)
3) Basta ser dominanti' = Herrachen genügt oder es ge-
nügt 7U herrschen. Prägnanter noch wäre : cumpre andar ; e mclhor
donnir. — Subject und Prädicat «ind unperfiöolich und unbestimmt.
Nur ein gramraatischeß, kein logiecheß Personalsubject ist da. Soll nun
AUS „es genügt dass man herrsche'' ein bestimmterer, persönlicher Satz
werden i soll der unbekannte Jemand, um den es sich handelt; benannt
werden, so greifen die peninsularon und extrapeninsularen Schrift-
sprachen meist zu zwei Auskunftemitteln: entweder zum mehrfachen
Satze, bei welchem der Infinitiv im Nebensatze als abhängiges verbum
finitum und daher im Koujunctiv auftritt: basta que eile domine ; cum-
pre que mtdemos'y i melhor que durmamos. Oder aber, es wird das
Subject durch ein im iJativ i^oder Acc.) stehendes Pronomen ausgedvöckt.
Basia-mc dominnr (od ser dominante) ^esgenügtmirzu herrschen;
eumpre-nos andar = esgeziemt uns zu gehen; ^ tne melhor oder
^ melhor para nii dorniir = es ist mir oder fUr mich besser zu
schlafen (cfr. oben he proprio a ti6i< daremos o accenio na ultima].
Das Volk aber hilft sich, hier zu Lande, anders und bündiger.
iGerade wie in 1 und 2. — Jemand äussert: cumpre andar .... Eine
IPause; und blitzschnell, gedankenschnell, fällt dem Sprecherein, dass
Ija nur eine Person oder dass wenige ganz bestimmte Personen zu goben
haben, und erweiternd fügt er den Namen derselben, im Sing, oder Plur , als
nomen oder pronomen, hinzu. — Cumpre andar eu ; cumpre andar tUy
eile, elkty mäs, vos^ ellcs, eltas; Anna; Francisco; Anna e Francisco;
nos808 irmäos etc.
Der Gleichklang zwischen cumpre nos andar \ij\^ cumprt andar -n6s
bat vielleicht dazu bfigetragen dem nom. cum inf. Geltung auch in der
Schriftsprache zu verschaflFen ^).
Jedenfalls aber ist aus solchen einfachen Sätzen und aus so un-
gelenker „fehlerhafter" Zufalls- und Notbehelfs -Konstruction der
knappe klare persönliche Infinitiv erwachsen: der Nom. cum Inf. Ihn
kennen Italien^ Spanien und Portugal, doch benutzte ihn das dritte
Land ungleich eifriger als es die beiden anderen taten und tun
Der Weg bis zum Nom. cum. Inf. muss zurückgelegt worden sein
l^he sich die südlichen romances zu scharf geschiedenen Sondersprachen
1) Der alte Dativ lautete nöa and v6s, ntcht rtu«, vug\ d. h. er tönte ver-
schieden vom Acc; aber genau so wie Nom. und Acc. des pron. abaol.! —
74
Carolina MichacHa de Vasconcelloa
ausbildeten — wie die Übereinstimmung der drei Schwestern zeigt.
Der Nom. cum, Inf. war aller Wahrscheinlichkeit nach schon vulgär-
lateioisch.
IV,
Die Originalität des Port, beginnt erst da wo dieser persönliche
Infinitiv sich zum flectirten ausbildet, wo ein kühner Neuerer auf
die geniale Idee kam diesen persönlichen Infinitiv in organischen
Zusammenhang mit seinem Subjecte zu bringen und ihm, zu diesem
Behuf, diejenigen Flexionsendungen anzuhängen, welche sich aus
den Conjugationen als blosse, reine, abstracto Personalendungen,
ohne Rücksicht auf Zeitliches und Modales und auf Stärke oder Schwäche
oder Art der Beugungen {ar er ir) gewinnen licssen.
Wann und wie ist man dazu gekommen diese Endungen loszulösen
und an den Infinitiv zu fügen?
Diez nahm an, wie oben gezeigt ward, bei Gelegenheit der Ver-
wandlung des mehrfachen in den einfachen Satz habe man jeweilig aus
der Form desjenigen verbum linitum^ welches der abhängige Teil des
mehrfachen Satzes enthielt, die Flection abgezogen und auf den In>
finitiv übertragen^). Diese Flection aber falle mit der des conj. fut.
zusammen (s. o. p. 62). — Von-Keinhardstoettner betont diese Gleich-
heit zwischen Infinitiv und Conj. Fut, noch ausdrücklicher — und e«
ist heute Sitte zu behaupten, der Infinitiv sei geradezu mit den Personal-
endungen des conj. fut. versehen worden (Groeber, Grundriss p. 243).
Wernekke fasste, wie ich nachwies, die gebeugten Nennformen
als lautlich unveränderte, nur in ihren Functionen umgewandelter For-
men des verbum finitum auf. Er brauchte sich also die Frage nach
ihrem körperlichen Wenlen nicht zu stellen.
Kichard Otto trifft hier abermals das Rechte, doch macht er sich
auch hier nicht vollkommen verständlich.
Er bemerkt richtig, dass der Portugiese ganz besonderes Gewicht
iuf die Flectionsendungen legt; dass in seiner Sprache dieselben ge-
ofigen um ganz allein die Personen zu bezeichnen^); ja dass sogar
1) Wollte er wirkUoh durch die getroffene Wahl, durch das Beispiel btista
*§rmo» äomiftanUs bekunden, dass tnan beim Aual»ilduu des infinito pt«soal mit
r 1. pl. begönnet)? So halte er auch hier glücklich und fein das Etecbte geahnt,
b iIa\oo »(liiier. [Abschoiit V.]
\) Die Uanier Jedes nnoUtze Fürwort zu vermeiden, und die Persoual-
(€B alleJD sprechen su lassen, kommt nattirlich besoodera bei solchen
Der „portagiesiBche" Infinitiv
75
die GegenBätzlichkelt verschiedeoer Personen klipp und klar mit ihrer
Hülfe oharacterisirt werden kann, wie z. B. in dem Berculano'schen:
j,reciiseif instou".
Als Gegenstück zu diesem litterarischen Beispiele, welches Wer-
Dokke vorführt, will ich zunächst ein noch viel prägnanteres Volks-
tum lieh es, eine brasilianische fy«rt(M< einfügen, deren vier Achtsilbler
aus zwei Mal sechs Worten aufgebaut sind. — Die letzten zwei Mal drei
antworten den ersten. Jede Gruppe oder Zeile aber besteht nur aus
drei Verbformen; in der Mitte steht die 1. sg. ; die 2. u. 1. Person p!.
stehen am Ein- und Ausgang der Zeilen, den Posten von Zeile zu Zeile
tauschend. Alle Formen aber gehören zwei Perfectis erster Conju-
gation an, und treten auf, ohne Hinzufügung etwelchen Fürwortes.
JurasteSf Juret, Jurdmos,
Jurdmos, jurei, jurasies,
QuebrasieSy quebrei, quebrdmos,
quebrdmos, quebreij quebrastes.
Du schwurst, ich schwur, wir beide schwuren; Du brachst
Dein Wort, ich brach es, wir beide haben es gebrochen
^(19 Worte für 6!).
Otto erkennt und bemerkt ferner, dass die Nominative der prono-
mina personalia daher in der Schriftsprache das Verb nur dann be-
gleiten, wenn die Person oder ihr Geschlecht xur Vermeidung von
Dunkelheiten und Misverständnissen besonders deutlich herausgestrichen
werden soll, oder — füge ich hinzu — in affectiver Rede, wie im Latei-
nischen, oder wenn euphonische Kücksichten hinter einer satzschliessen-
den Tonsilbe noch ein die Härte des 02:ytonon milderndes Enklytikon
erheischen. Mün wird stets fragen: Que ßz eu? Que/ez eile? aber man
Schriftstelleni vor, welche KeiiDer des Sprachbaues sind. Das Volk und das
Altport. — das ja reioe Volkssprache ist — geht im Grossen und Ganzen recht
verscbwenileriscb mit den persönlicbtin FlirwörterQ um; beBondere mit denen
3. PorBon (doch ist amcb eu sehr beliebt] da die ^li/U'" a'itzc Iq der Bchlichteo
£rzählUDg die bäutigsteD sind und zugleieb diiejeni^eii, welche zu den meisten
LJUisverständoiaflen Anlas» geben. Der oaive VolksmauQ aber vermeint, mit dem
rbloaseti eile alle Nebel liebten zu kütinen. Im Mührcben finden sich dazu reeht
ergötzliche Beispiele. Ich greife ans Coelbo'» Cunt. Pop. pag. 52 das folgende:
^E elU di^ae Ute ee die queria vir com eile'* Soll beissea: e MammaHaburra
düee a Tombapinheiros se queria vir com eile. Oder „ O ferreiro apoxtou conw
eile näo pegava na espada; se eile jtegasse na espada, o ferreiro devia dar a
eile seis contos de reis, e ne eile näo pegasse dar Ifte hia o Mammanaburra outroa
Utntos" (ib.). Oder aus dem Graal : „e el oute delle doo como devia e tl nom ho
descobrir a nenhüu de seus vasalloa'* (p. 56).
76 Carolina MichaSlis de Vasconoellos
kann sich begnügen mit que fazes? gue fixestes? Die erste Eventualität
zu vermeidender Zweideutigkeit tritt z. B. immer ein, wenn die Verb-
form es nicht gestattet die 1. u. 3. ps. sg. von einander zu unterscheiden
(was vorkommen muss, weil ja diesen beiden, und nur ihnen, das
Merkzeichen der reinen Persönlichkeit oft abgeht). Es ist der
Kall im:
praes. conj.: ame venda parta;
imp. indic: amava vendia partia;
imp. conj.: amasse vendesse partisse;
oonj. fut.: amar vender partir;
cond.: amaria venderia partiria;
plusq.: amara vendera partira
und im Perfectum vieler (nicht alier) starken Verben:
quiz disse coube houve Jouve prouve soube trouxe.
Auch hier biete ich ein Volksliedohen, das gerade so ad hoc ge-
macht scheint wie das oben angeführte^). Es lautet:
Eu queria — ella queria,
eu pedia — ella näo dava,
eu chegava — ella fug ia,
eu/ugia — ella chorava! (Romero II 31.)
Aus diesem hohen Werte nun, welchen der Portugiese den Fleotions-
silbon beilegt, aus ihrer vollen pronominalen Geltung, erklärt es Otto
sich und seinen Lesern, dass und wie das Volk dazu kommen konnte,
die reinen Flexioneisilben vom Wortkörper loszutrennen, ja sie als Ge-
schöpfe zu betrachten, die halbwegs auf eigenen Füssen zu stehen ver-
möchten, wenn freilich auch nur angelehnt an einen Stärkeren.
Er hätte zur Illustration hinzufügen können dass man ja auch noch
heute, wie vor 6tH) Jahren, im Futurum und Conditionalis die Flexionen
ei ds a emos eh no und ia ias ia iamos ieis iam vom Stamme
trennt; dass man gern vom Advorb das noch immer als Substantiv
empfundene mrnfr loslöst; dass man vom Participium die Endung udo
nimmt, von gewissen Ordinalzahlen das Suffix ovo,, vom Diminutivum
das verzärtelnde itihoi vom Augmentativum das vergröbernde r7o; vom
Superlativum sein klangvolles isshno und diesen Endungen selbständigen
V Die Schnt't«pr.iche hfiU stren)( fost .im Unterschiede von tive teve-, estit>e
e.^tfrc ri: fc, pmir fMiu<k; pu: po: ; /mi /<>»: t).<i9 Volk, die Kinder, und Fremde
0|;Alisiron Auch hior mit f^iUoklioliem Cileichmut -- etWAtge Misverstiuidnisse durch
boigetügtcs c« und rllf unsch.'idiich lUAchend.
Der „portagieaiaclje" Infinitiv
Wert und Wirkungskreis zuerteilt. Ist die Bedeutung dieser und vieler
t anderer volltönender Suffixe doch so lebendig im Volksbewusstsein,
fdasB unaufhörlich in freier fiitjcher Weise durch Ableitung, mit ihrer
Hülfe, den einzelnen Wortfamilien neuer Zuwachs geschaffen wird.
Man wende nicht ein, die Formeln an die icli denke, udo e miudo ;
de mui boa mente; em primeira mente ; de nova nuttfe; tres aoos; tantos
inJto»; um nariz narkissimo , passissimo etc. seien vulgäre, plebejische
und illegitime Fehl- oder Misgcburten. Ich will ja gerade j, dasa der
Leser emplSnde, dass auch die flectirten Infinitivformen solche vulgäre,
^illegitime, durchaus volkstümliche Produkte nind, die zufällig gut ge-
rieten und zweckdienlich, lebenskräftig und schön und daher auch hof-
fähig waren !
Als allgemeine, abstracte, reine, persönliche Flectionsendungen
konnte man natürlich nur die in jeglichem Tempus und in allen Modis
wiederkehrenden Endungen betrachten. Es sind für die zweite Person
der Einzahl : s [resp. esj, für die 1. 2. 3. der Mehrzahl mos des m [rcsp, cm],
Dts und nicht es^ denn der flectirte InfiDitiv war um 12i)0 schon tix
und fertig, die verkürzte Wiedergabe des iatein. fts aber öng erst im
15. Jahrhundert an üblich zu werden (1410).
Wie lebendig das Gefühl von der Bedeutung dieses s und dieses
^mos und des und m war, hätte gleichfalls an hübschen und wenig be-
kannten Erscheinungen demonstrirt werden können.
In Fällen z. B. wo eine drohende Beteuerung wie kas de vir! =
Du sollst kommen! durch nachgeschickte Wiederholung des has
de = Du sollst! noch einmal bekräftigt wird, spricht das originelle
Volk ganz unbefangen für ha ad f: futdeSf mit allerliebster Metathesis !
So unentbehrlich und notwendig scheint ihm dies s bei Bezeichnung
der 2 Person der Einzahl. —
So notwendig dass auch im Perfectum für tu /oste quiseste andante
das hybride fosfes quizestes andastes eintrat , das ich schon oben an-
führte als ich vom Ineinandermischen der beiden zweiten Personen
in der Anrede sprach, (sg. -f- p!.)
iSo notwendig gehört zur 3. Person der Mehrzahl das m, daas auch
häo de zu huodem! handem! ward. Genügte ja auch dem Spanier im
starken Perfect ein blosses n — da das Zeitliche durch die 8tamm-
veränderuug schon genügend bezeichnet war. Cupon pudon sirpon für
cupieron pudteron supieron. Sagte doch auch der spanische Jude estavan
rca a morirsen für morir - se und blancos para segarsen!
Und so notwendig dienten des im Indicativ und Konjunctiv, und de
im Imperativ, der 2. P. pl. zum Merkmal, dass dem modernen ai (dessen
intervokalisches d geschwunden ist) zum Überflüsse noch einmal
78
Carolioa Micha'dlis de VasoooceUos
ein de angefügt wird. Statt olhfti (ociäate) bort man olhaidel aleo
gleichsam oculaßjeie undßcaide! nnd buscaide^)\
V.
Nach dem Aiisgangepunkte der Bewegung forschend — denn von
einem Punkte musa diese, wie jede Bewegung, ausgegangen sein —
äussert Rieh. Otto die Meinung, die Sprache habe mit der llerübernahme
der zweikonsonatitigeo »Suffixe begonnen.
Recht wohl! ich bin durchaus gleicher Ansicht — die sich natur-
lich historischer Beweisführung entzieht, wie alles was den flectirten,
vor öchriftausbildung der Sprache geschaffenen Infinitiv betrifft. Meine
Gründe aber aiud andere. Sie gehen über den einzigen von Otto an-
genommenen Grund hinaue. Ihm genügt nämlich zur Erklärung der Er-
scheinung der grössere Körperumfang, welcher mos und des vor s [resp. I
es] und m [resp. em\ auszeichnet. Ich beginne überhaupt nur mit -ntos"),
nicht mit mos und des, und nicht um seines Vollklanges willen, sondern
wegen seines Anklanges an nös.
In Sätzen, in welchen der beim Infinitiv stehende Nominativ ein
persönliches Fürwort war, musaten diese Fürwörter den Gedanken
an die persönlichen Flectionsendungen, welche sie zu begleiten pflegen,
in ihr Schlepptau nehmen: n6s weckte den Gedanken an mos, v6s den
Gedanken an des, elles ella^'i den Gedanken an frjm; tu den Gedanken
an fe/s. Nur eu und elie ella weckten keinen derartigen Widerhall! —
Ganz besonders leicht und schnell musste diese Ueminiscenz bei n69\
wach werden, um des Reimklanges willen der zwischen -mos und nos
besteht.
Dazu kommt, dass das tonreichste unter den persönlichen Für-
wörtern auch seiner vielfachen Bedeutung und Verwendung willen am
häufigsten ans Ohr trifft: nos kehrt nicht nur in allen vier Fällen der
absoluten Form, sondern auch in allen vier der kotijunktivon wieder.
Dasselbe freilich gilt auch von t?t>.f. Doch waltet nur bei nos der schwer-
wiegende Umstand des Reimanklanges an -mos vor, und noch etwas
anderes daraus Erwachsenes. Der Keimklang ist nämlich zum voll-
.ommenen Gleichklang geworden.
Mos ward auf der Halbinsel ein selbstständiges, aelbstätiges Wort,
er Ersatzmann für das absolute vös und konjunktives nos; als
accenttragendes tn6s, als letzteres dumpferes mns, in deutlicher
»ema de Alf. XI l^Wfincayde! das jedoch möglicberweise anders alal
hklang XU bciirletlen ist.
WaUl des Boiaptcles hasta sermos dominantes schliesae ich, dast
eseo Ist, oder wäre^ meiner Auffaasuog beizustimmen.
Der „portugiesische" Infiaitiv
Abhängigkeit von n6s und nos (i. e. nus). Entstanden waren beide
Formen, wie gesagt, in Folge der auffallenden Ähnlichkeit, welche dem
Fürwort und der entsprechenden Flectionaendung eigneten. Man mochte
beide tatsächlich mit einander verwechseln und sie für eins ansehen.
Neben mos und mus entwickelten sich dann musolrm und niueso.
Schon im 13. Jahrh. in Verbindung mit dem Verbura nachweis-
lich — im apan. sercir-mos-le und plaze-tnos — , findet sich diese Analogie-
bildung im 16. saec. im Judeospianischen, im Bauernjargon, welchen Tirso
de Molina und Valdivielso und Cervante« ihren vi/lanos und yallegos in
den Mund legen und im 19. im lebendigen Aragonesiachen. —
Man suche die Beispiele in der Rivadeneira'schen Tirso-Ausgabe auf
'p. 115, 121, 207, 536 [mos]; p. 205 u. 209 für mneso-, in Valdivielso's
Roroancero mos auf p. 46, 318, 325, 338^ mueso auf p. 12, 14, 33, 46,
320; mosofros auf p. 14; in D. Quix. IT cap. 10 e dexenmos kacer el
nueso; in den modernen Cuentos Aragoneses p. 34 Como no mus tnaten
mosotrosf
Im Portugiesiacben kann ich mos für noa zwar noch nicht nach-
weisen: nur aus dem Munde einer transmontanischen Bäuerin [Maria
Fina aus UrrosI horte ich mdmlti'fnos o dinheiro für manda-nos o dinheiro,
schicke uns das Qeld^). Üa aber die Schöpfung des fiectirteu Jn-
finitivs vor 1200 liegt, würde es wenig ausmachen, wenn Belbstäodigea
mos heute im Portug. nicht nachweisbar sein sollte. Mos hatte und hat
eben auf portug. Boden gelernt eine andere Rolle zu spielen: es hat
dem flectirten Infinitiv den Lebensatem eingehaucht, und dabei seine
kurzlebige Selbständigkeit verloren.
Elle tinha vontade de andarmo» denke ich mir entstanden aus eile
ft*»Aa vontade de andar mdsj für de andar n6a. Cumpre andannos aue
cumpre andar- mos, für andar -nos, das seinerseits, wie ich erwähnte,
dem Klange nach wenig verschieden ist von cumpre -nos andar. —
\nos dat., alt nös, heute /«««.)
Was also anfangs wirklich PeraoDalpronomeD gewesen, ward später
für die 8ufti.xendung genommen, für diejenige Verbalflexion, kraft derer
io allen Zeiten aller Verben aller drei Conjugationen, vom ersten Werden
des portugiesischen Roraaoce an bis auf den heutigen Tag, die 1. Person
der Mehrzahl characlerisirt worden ist.
In andannos wäre mos also in gewissem Sinne beides: Personal-
pronomen und gleichzeitig blexionssilbe. Eine flinzufügung von tws
wäre somit ein Pleonasmus, reiner Luxus. Und soviel ich übersehen
1) Dass gerade die Provinz Tras-os-UoDtes eioe Fundgrube fUr Archaismen
iatf habe ich oft gesagt.
Carolina Michaelis de Vasconcelloa
kann, kommt sie auch nicht vor. In meiner Beiepielaammlung ist kein
einziger Fall von altem nös andamws^ oder ähnlichem. Ich darf hier
an das brasilianische mode nos andar eriooern! (Möglich und wirklich
ist solche Doppelung in der Folgezeit selbstveratändlich,) Bei des [e]in
[e\3 sind vös und elfeA und tti hingegen keineswegs Pleonasmen und .
Tautologien, [y^ös faierdes, ti'i ires sind sehr häufig; die 3. Pers. pl.
eiles andarem ist viel seltener.) Überflussig waren hier anfangs viel-
mehr die Flectionaendungen, und diese, nicht aber die Pronomina
durften fehlen: erst später Hess man die letzteren gelegentlich fort.
Der Diener, der im Gefolge seines Herrn aufgetreten war, lernte es,
nllein und stellvertretend zu handeln; der Herr ward zur blossen
Mariooette, zum Schaustück, d.h.: die Pronomina wurden beim flectirten
Infioitiv gerade so entbehrlich wie sie es beim verbum finitum schon
waren. Nur die 1. u. 3. Person, in der Einzahl, erforderten, wie im
verbum finitum oft (s. ob.), so im inßnifo pes.waf immer die Fürwörter
eu und eile cHa — weil ihnen jedes besondere characterisirende Flexiona-
zeicfaen mangelt (s. ob.)!
Kommen Ausnahmen vor (V\, so doch wohl nur im Verse als dich-
terische Licenz, wo eu und eile Silbenhäufung herbeiführen würden, in
Fällen wo Zweideutigkeit nii'ht zu befürchten ist. -
Die Paradigmen des flectirten persönlichen Infinitivs lauteten daher
früher und lauten heute, der Theorie und dem tatsächlichen Sprach-
gebrauche gemäss, wie folgt:
Einst: oejratYar eu Jetzt: agarrar eu od. eu agarrar
agarrar{t's) tu
agarrar eile
agarrartnos od. n6s
agarrar{dfs) v6s
agarrar(fm) elles
agarrares {(u) od. [tu) agarrares
agarrar eile od. eile agarrar
agarrartnos [nös] od. [nos] agarrarmo
agarrardes {v6s) od. {v6s) agarrar
agarrar ein {eilen) od. { elles) agarrarem?
Die rutide Parenthese () bedeutet, dass das darin Enthaltene fehlen
konnte oder kann und auch oft gefehlt hat und fehlt; die eckige [],
daaa das davon Umschlossene fast immer fehlt und eigentlich fehlen
mnaate und müsste.
let das Zeitwort reflexiv (passiv), so lautet seine gebeugte Nennform :
agarrar -nie eu oder tu agarrar -tue
agarrares 'te {tu) [tu) agarrares -te
agarrar 'Se eile eile agarrar -se
agarrarmo -nos \n6s] [nös] agarrarmo -nos
agarrarde-vos {v^*s)
agarrarem-se {elles)
{v6s) agarrarde-vos
[elles) agarrarem • w.
»entsprechend die Infinitive der «r- und jV- Konjugation.
Der n portugiesische'^ luüriitiv
81
WaDD das Subjectspronomen vorangeht und wann es nachfolgt,
läset sieb eicht in Regeln faasen. Seme Stellung ist heute frei, wie
bekanntlich auch beim verbum finitum die der koDJunctiven Fürwörter,
Wohlklangs» und Deutlichkeitsrücksichteo bestimmen dieselbe. Doch
scheint der Vortritt der Pronomina üblicher, aus Analogie zum verbum
finitum, Eu agarro^ folglich ru agarntr'^). Ursprünglich aber rausa,
wenn meine Darstellung richtig ist, ihr Platz hinter dem Infinitiv ge-
1) Die Stellung der Fürwörter beim Verbum ist für Fremde ein sehr heikler
Punkt, heikipr noch als die Anredeformen und die ImperativkonstrnktioofD, weil
diese von Regeln der Grainmalik und Logik beherrBoht sind, während jene Kunst und
Geschiuackssache ist. Ausländer, welche einer Sprache vüllkommeD mäcbtig
sind, Verstössen doch noch gegen ihre SehönbeitsnormeQ. Ich berufe mich auf
die GrammA;ik von Otto Prevost und auf port. Schreibübungen Freund Schucbardls
und Storcks, und auf dte Besonderheiten des Bra^jiHianischeD, welche, was die Stellung
der Pronomina betrifit, hiichat eigentümlich aind. ÖpoUverse auf die braailianische
Bede weise, welche der Wahrbeit zum VerwechsBln ähnlich seben^ hörte ich noch
beute und darin die Redeosarten: ai nno ha {cafe)^ se faz eile (»'. i se nao ha od.
houver ca/e, faztr - st - ha). — Nno vcnde - se. PoLv si faz aqui. — Me näodeito
i«em tomar cafe. — Vamoff tomar eile— Der hervorstehendste Zug iat^ dass der
Brasilianer das Pronomen konjunktivnm vierten und dritten Falles, besonders seine
Stumpfesten, nur aus C'uns. + e besteheuden Formen, dem Verbnm finitum wie infini-
tum vuranstellt, viel mehr als das» dem gleichen Hange folgende festländische Volk.
Mao suche inKomero's CantosI280, 264,253 me dae-y 69 me diffct; 72 me tnatando;
278 me cotihece; 65 me perdoar; II 5 me tiegeuite; 33 tu me posestes; 49 tu me
fixestes i 50 tu in^ vistes, me amasies; 61 me deixou, me tirou, me chamou (LOO,
101) »>e tratoH ; 97 me estaen dando] 106 tue di^nieste \ 225 mc assentei, 126 me levae,
129 me deitar; I 382 te don; 283 te mandei; 278 te chegam a vct\ II 12^> venho
tepedir; 86 te ver; II 44 te amar; 104 te ßquci querendo bem; 76 te hei de buscari
70 t€ vou contati te ir vüitar, por ie amar, 67 eu t€ estou namorandoi 63 te
ndo vejo\ l2b7toda a vida te amando, nunca pude te apanhar-, 1279 se molhou;
278 sc aUgra, se alegram] 236 se abra^ando; U 115 se apartar; 72 se eriundo;
*e despedindo- 30 se requebrando; 1 161 quizer se entregar; l 162 häo de se
ttcabar; 211 jwde se regalar; 11 123 Ihe pedir. Man lasse »ich durch daa ge-
druckte me nicht irre führen. Gesprochen wird mi ti si Ihi: die lautliche Stärkung
aber stellt, auch dem Werte nach, die konjuuk.iveu Formen den absoluten gleich
und bringt ihre Tonerhöbung und Umstellung hervor. Mi ti si Ihi sind mihi tibi
tibi Uli (a. n.) und es ist die Vorliebe fUr das Klangvollere, Kräftigere, die solche
Entwickeluog begünstigt bat. —
Andererseits bewahrt das Pronomen seine enklitische Form (mete se Ihe) weoo
ein Adverb in unmittelbarer Nähe des Zeitwortes den Ton trägt: quem vai-se emborn
(U lö), jd acabou-se (l 36), que acnbou-se II (65), näo posso-lhe acudir II 19.
Dass auch amartc quercrte (11 113), darei-te (l 167;, dizei-me (I 279) vor-
ll kommen, ist selbstverständlich.
BatnanUctitt Porsubuogeu Vit. ß
Carolina Michaölfe de ya8coacel)o&
wegen sein. Das allein will der Vorzug andeuten, den ich agarrar-eu
vor eu agarrur gegeben habe: hißtorische Präcedenz.
Flexionsendungen besitzen, wie man sieht, nur vier Formen von
eecha: die l. der Einzahl; und die 1., 2., 3. der Mehrzahl. Nicht vor-
handen sind BIG für die 1. u, 3, Person singularis. Von allen sechs ist
aber die dritte die raeiefgebrauchte. Solange der Infinitiv dritter
Person in Begleitung des Peraonalpronomena auftritt, ist an seiner Per-
Bönlichkeit nimmer zu zweifeln. Von dem Augenblicke an aber, wo
nicht dieser Stellvertreter, nicht das Yicesubject, sondern der wirk-
liche Principal des Hauses, dasSubJect „Substantiv^, seine Uerrscber-
rechte im Infinitivsatz ausübt, unterscheidet sich der iujitu'to pessoal
dritter (u, erster) Person äusserlich gar eicht vom itißniio impessoal.
Die Sprache blieb hier notgedrungen beim schlichten Nora, cum Inf.
stehen.
Im Grunde aber sind die einschlägigen Beispiele doch darum nicht
anders zu beurteilen als die, welche wirklich tiectirten Intinitiv zur
Schau stellen. Die Persönlichkeit des Infinitirs 1. und 3. Person sg.
zu leugnen, käme dem seltsamen Unterfangen gleich, bei Adjectiven und
Participien die männliche Form für unvcräadort und unveränderlich zu
erklären, nur weil wir gewohnt sind gerade diese als Grundform und
Nonn aufzufassen. Concordanz ist vorhanden so gut in o homein fraco
wie in a mulher fraca ^ so gut in para eu sahir, para die mhir wie m
para elles suluretn, para os homens sahirem.
Richard Otto ordnet denn auch die persönlichen Infinitive dritter
Person Einzahl der Überschrift unter: Der Nominativ wird vom
Substantiv gebildet und lässt diesen Abschnitt 1 mit zwei anderen:
Der Nominativ wird vom Pronomen gebildet und den No-
minativ bildet die Fleetionseodung ein Kapitel ausmacheD:
nämlich B) Subject im Nominativ.
Trotz dieser theoretischen Anerkennung der Persönlichkeit des In-
finitivs 3. Person, schliesst er jedoch practisch viele Beispiele davon aus,
die meiner Ansicht nach persönlich sind.
Ich denke z. B. an die folgenden zehn, die in den erwähnten
Kapitelteilen fehlen [und an einige seiner Acc. cum Inf.-Sätze; cfr. p. 53
und 66].
Näo foi pouco aprazivel a F. tratar'Se esta materia vigiando.
(§ 8.)
E direito guardar-se ü lei (§ 8)
j^ muito malfeito amar hörnern deste geiio {§ 8)
Näo consetUe estar quieta a terra (§ 12)
Mal consenie mondar-ae o novü trigo (§ 12)
Der „portugieaiBcbe" Tnfioilir
jRotna nunca consentio ennobrecer-se alguem (§ 12)
0 meu mal netn ounr-se me conrnnte"^) (§ 12)
Espanta crescer tanto o crocodilo (§26)
Näo basta consetitir tneu pensamento (§ 10)
Que 0 mundo pareceu ser destruido (§ 10).
Daas in den ersten dreien dem Infinitiv ein Nomitmriv beigefügt
ist, wird erwähnt, epäter aber wird an der betreffenden Stelle nicht
rückwärts gewiesen und das ßeiapiel herangezogen. — In den folgen-
den Sätzen sollen die Subatantive Objecto d. h. Äccusative sein, logiech
der Infinitiv aber Prädicat des Objectes (das also Subject deeseJben
wäre)! — Die letzten drei werden gar nicht kommentirt! — Kurz die
Peraönlichkeit des unflecttrbarcn Infinitives 3. Persoo bleibt Otto
und seinem Leser oft unklar.
VL
Unter den verschiedenen Bezeichnungen des port. nom. cum. inf.
sind di© im Deutschen üblichen, wohl von Diez erfundenen (?), und von
Otto und Wernekke gebrauchten, meiner Meinung nach, nicht ganz
massgebend. Flectirter Infinitiv und auch konjugirter oder ge-
beugter kann zu der Auffassung führen als nähmen die 1. u. 3. Pers.
sing. — die acheiobar unfloctirten Formen — eine Ausnahmeatellung
ein. Veränderlich ist zu wenig charakteristisch, da es die Art der
Veränderung nicht bezeichnet. Subjecti ver oder Subjectsinfinitiv geht
auch nicht an, denn dieser Ausdruck dient häufig dazu die Function
des Infinitivs im Satze anzugeben'); peraonlicher scheint mir das
Beste. Doch ist diese Frage eine ganz unwesentliche. Wesentlich
ist es aber jedenfalls, in einer Definition des inßniio pessoal von der
1. und 3. Person sg. nicht abzusehen.
Diejenige, welche Otto giebt, ist sonst ziemlich zutreffend. Sie
lautet (NB. in etwas ungelenkem Deutsch):
„Der flectirte Infinitiv im Portugiesischen ist die-
jenige Form des Nominativs mit dem Infinitiv, in der das
1) Formell k.^nn hörnern in diesena Satze Subject oderObject sein. Ein Freund
unzweidmuig^r Klarheit wUrde dem öbj. durcb a prägnaotere Form gegebeo haben.
Der Dichter Cacoües aber unterlässt das, im Vertrauen auf die aufklärende Wirkung
des Zusaiu meu hange.
2) Ein SubjectB- oder subjectiver Infinitiv ist der, welcher im Satze Sabjects»
stelle einnimmt wie in errare humanum e^t, im Binbltck aut'den Objecta- oder ob«
jeotiven; tddea venire, und auf den adverbiellen, prSposilioaelleD, fUr den es
kein lateinisches InJinitivbeispiel giebt (ad JMbitanäum).
6*
[Carolina Michaelis de VasconeeHoB
denn Nominativ bildende personliobe Fürwort auf die be-
scheidenste und kürzeste Art durch die im Portugiesischen
vollen pronomioalen Wert besitzende Suffixendung des
Verbs vertreten ist."
Worin ich abweiche, zeige noch eiDmal eine kurze Rekapitulation
meiner Ansicht:
Das Portugiesische besass schon als romance, gemeinsam mit dem
Spaniaehen und Italieniachen, einen Nom. cum Inf. — Das Altitalien,
begünstigte diese Construction weit weniger als die peninsularen Sprachen
[weil es einen Acc. cum inf. kannte, der im Aliprov. und Altfrz. die
einzige Form ausmachte, in welcher der Infinitiv mit Subject auftrat].
Unter jenen aber waren es die westlichen, die port.-gallizischen
Dialeo te, welche ihn am eifrigsten gepflegt haben.
Der als Hubject fungirende Nominativ kann im Port, auf vierfache
Weise bezeichnet werden.
Erstens, und gleichwie im Italien., und Span., durch ein Substantiv.
Zweitens durch sein stellvertretendes pera. Pronomen im Nomina-
tiv: eu tu eilt' ella nös vos eltes ellas, das schlicht hintenangesetzt ward.i
Drittens durften noch zu den persönlichen Fürwörtern und zu den
^Substantiven die Verbalsuftixe \e]s fNOs des \e]m hinzutreten, und das
schon ausschliesslich im Portugiesiecb-Gallizischen, und nur sporadisch
in einigen spau. Grenzdialekten ').
Viertens und letztens, was hier auch spätestens bedeutet, durften
diese Suffixendungen, welche vollen pronominalen Wert erhielten, genau
wie alle öbrigon mit Flexionsendungen versehenen Zeiten des Verbum
tiniium, ihr Personalpronomen als überflüssig fallen lassen. Die wahren
alten Subjekte tu n6s v6s elles blieben somit versteckt: die dienen-
den Anhängsel hatten sich zu herrschenden Repräsentanten aufge-
aohwungen.
Um eine blosse Substitution der persönlichen Für-
wörter durch die verbalen Flexionsendungen handelt ea
•ich also nicht: aus 3 und 4 darf man nicht Ha Stadium
machen. Noch viel weniger aber darf man behaupten, die Setzung
dos iVonomena sei ein „ gann lecitdirer Pleonasmus! (Otto § 54.)
1) Waram nicht wenigsten!: in welcher das?
2) l>as Jttde&spaniacl) ist ttbertuapt tiemlich reich an LiuitaDismen. — Ob
iaa AoMbM, der Adel der pott. Jaden ihoeD ein litterarUcheft Übergewicht über
d(« apao. gaby -
Der „portufpesiacbc** Infinitiv
85
vn.
Die einmal geschaffenen flectirten Infinitivformen griffen von ihrem
UreprungBgebiete aua erobernd um sich. — Anfangs nur in Sätzen be-
' nnitt, in denen verbum finitum und verbum infinitum ein verschiedenes
'Subject hatten, — öosta tu vires — receio morrermos — und zwar
wenn die gunz specielle Nennung des Bonst unbestimmt bleibenden,
innerhalb des Satzes nicht genannten Infinitif^subjectes wünschenswert
schien, wurden sie später auch da verwertet wo nur die erneute, wieder-
holte Bezeichnung des im Satze bereits genannten, der Entfernung
halber aber schon etwas in Vergesisenhcit geratenen Subjectes zur
Klärung d. h. zur Verschönerung der Rede beitragen sollte').
Es trat dann, in Folge des häufigen Gebrauches des flectirten In-
finitivs das Gefühl ein von einer obligatorischen, vom Sprachgeisto ge-
forderten Konkordanz zwischen dem Infinitiv und seinem jeweiligen
Subject'); und der inßnito pesaoal drängte sich selbst da ein wo die
Person^ welche Träger des Infinitivbegriffes ist, schon und zwar in ganz
unmittelbarster Nähe, und daher absolut klur und unzweideutig, aus-
gedrückt war, es sei durch ein Substantiv (11; es sei durch ein Pro-
nomen (2); es sei durch das in der Flectionsendung des verbum finitum
schlummernde personliche Fürwort (3}; und auch da wo verbum finitum
und infinitum nur ein und dasselbe Hubjoct haben (3 u. 4) und eigent-
lich nur einen zusammenhängenden Begriff ausmachen.
1. Vimos tres homens cahirem
2. Vimolos morrerem
3. Fomos comenno8
4. Podeis comerdes.
Satze wie die letztgenannten, die nicht von mir erfunden sondern
gefunden sind, tragen den Stempel volkstümlich- drastischer Grob-
heit noch an der Stirn. Sie werden von Schriftstellern und gebildeten
Sprechern vermieden, welche auf adäquaten Ausdruck etwas geben.
t) Geoannt vor dem Infinitiv©, ehe dieser auageaprooheti wird, entweder als
Mominative d. h. Subjecte: bcm poderas tu riren; oder als Accus, oder ObJHCte:
eu näo as vejo levarem täo loa vida; als Dative oder iodirecte Objecte: praX'te vires.
2) In mir ist das Gefühl fUr diese Konkordaaz derartig auagobildet, dass
spanische Sätze wie eu gmn hiciuw.entnran^^^a tcner tu tnl eredad mich geradezu
onaogenelim wie etwas Sprachwidriges berühren. Teuere» drangt sich auf die
Lippen. Und schriebe ich heute noch spaniacb, so würde ich gewiaa dieselbou
Fehler begehen, die so viele spanisch dichtende Purtugiesen sich dadurch zu
Schulden kommen lieaaen, dass sie am flectirten Infinitiv featbieltec. (Gil Viceote.)
3) Mao vgl. die Beispiele im Anhange.
86
Carolina Michaella de Vaaconcellos
Sie kommen nie bei Kunetdichtera , wohl aber in der Volkspoesie vor,
oder bei Schriftatellern, welche die Sprache des Volkes kennzeichnen
wollen und sie absichtlich nachahmen, d. b. also im Drama und Roman
{Hercttlano; Diniz,)
VIII.
Die Frage danach, warum nur das Portugiesische, und nicht auch
das Spanische und das Ital., flectirte Infinitivformen besitzen, wirft Otto
auf, überall bestrebt den Sachen auf den Grund zu sehen, und die Ant-
wort lautet, die weniger gewichtigen vokaUach auslautenden Flectionen des
ItaHenischen hätten diese Sprache daran gehindert, jene zu schaffen.
Für die 1, u. 2. Person pl. existiren zwar durchgangige Endungen,
mo und te^ doch wäre ie^ weil zweideutig, untauglich gewesen; für die
3. pl. ist no nicht in allen Zeiten massgebend M und ebensowenig ist
es i für die 2. sg. Es fehlen somit die Vorbedingungen.
Für das Spanische aber gilt diese Begründung doch nicht. Seine
Suffixe (.9 mos des xmA n) entsprechen genau den port. : oder vielmehr
sie entsprachen ihnen zur Zeit der Entstehung des flectirten Infinitivs.
Seither ist des zu es und s geworden. Dies Verstummen des intervokalischen
rf, das tatsächlich in Spanien früher eintrat als in Portugal, wird von
Otto als alleiniger Grund für die Nichtexistenz des inßnito pessoal im
Kastilianischen angeführt. Mit Unrecht, da das Verstummen auch dort
lange nach der Neu s ch ö pfu ng — mehr als zwei Jahrhunderte später —
eintrat»).
1) No Ist jedenfalls die vorwiegende Endung imd wird als Persooalendung
fmpfnndea . wie ihre iiitereasante und verwandte Übertragung auf die FUrwJJrter
a. Pcraon pl. bezeugt : rglino (Ueno.
2) Auch über die sporadische Bewahrung dieses des im Port teilt Otto
ÜDzntreicbcniiea mit. Ich verweise aui Coelho, Tbeoria 26—31 : Questüe« 303—312
und Comu § 193. Das \nu t — port. d — besteht beute nicht allein nach n —
in viruifn Undcs pondes sondc« — und r — in allen conj. tut. aller achwaehen
rad elarkoQ Verben — louvardes morrerdta stntirde» houverdev. Eis hat sich
4t twiscbfkn Vokalen in einigen Zeitwörtern erbalten: ide id€g\ riderides;
teJcMi cride crcdeg; sede und radt^ (Azevedo p. 83) ; wie man sieht In solchen,
Htamn durch Aufefall eines anderen stanimbaften c2, bis auf einen oder
^ute «UDAmmeni^esch rümpft w.*ir
llixtschcn stehen beute nucb bdde Formen , die vollere and die redu-
und <1«, tdes und is^ ides und ür gleichberechtigt neben einander. —
will ich hier noch, dass dem port. Baaer die Abweichung der 2. pL
Der „portugiesische" iotinitiv
87
Ich versucbc, mir den Bpeciellen und auffallenden Unterschied der
beiden peninäularen iSpracbea aus dem allgemeinen Gegeneatze zu er*
klären, in dem ich aio zu einander stehen sehe. — Er besteht, in
Wortbildung, Satzbau, Verslehre, Stil (auch auf andern, nichtsprach-
lichen Gebieten) — in der groaseren Volkstümlichkeit, Freiheit oder sagen
wir Willkür und dialektischen Vulgarität, Undiscipünirtheit und Ur-
wüchsigkoit des Portugiesischen, das maximeque a provincia oder a
cultu atque humanitate provinciae abest. — Ferner aber hinderte im
Spanischen die Existenz eines alten, früh verblichenen acc. cum inf. und
die ihm eigentümliche, prägnante, präpositionello Accusativform (a) an
der weiteren Ausgestaltung des nom. cum iof.
Das Span.: Veo venir a mis atnigos
ersetzt das Port.: Vejo os meus amigos virem.
Trotzdem vermute ich, dass auch das ajjanieche Volk, vor grauen
I Jahren, Keime des persönlichen Infinitivs beseßsen, dass aber die Ge>
Ibildctea sie geknickt haben.
Die noch vorhandenen Reste sind gleich null. Ich kenne:
a) Zwei Beinpiele aus dem leonesisch gefärbten, also nach Westen
weisenden Alexanderliede Berceo's. Daa eine hat Gessner schon früher
hervorgehoben in seiner Programmarbeit über das Leonesische. Das
Lfindere ist, so viel ich weiss, noch nirgends erwähnt worden.
1742 Por matiiren al hon Uey ßzloron ermandat
1767 En gre&gares connosco tu non y gannas nada.
b) Die beiden von Baist citirten jüdischspanischen Formeln, auf
die ich schon oben hinwies: mon'rsen für morirse (pg. morrcrem-sc) cfr.
hfiodein) und stgarseu für segarse. —
c) Dass im Aragonesischen und dass in der Comedia Doleria, von
Pedro Hurtado de la Vega, Spuren des flectirten Infinitivs zu finden
eind, ist mir nur von Hörensagen bekannt (aus Baist'a „Spanischer
Sprache" in Gröber's Grundriss, § 80). —
Das Gallizische, das den infinito pessoal seit ältester Zeit besitzt,
zählt zum port. Sprachgebiet.
IX.
Daran knöpfe ich noch eine Bemerkung, die mich zum Anfang dieser
Arbeit zurückführt, Wernekke und U. Otto beklagen es, dass sie die
des conj. fot. vom üblichen Schema oJeht gefällt. Er spricht louvdreis morrireis
teniireis föreis tiir Jouvardes morrtrdes aentirdta fordes.
Auf der Insel Madeira ist das alta swAdta iodtts nondts noch heute vertreten
durch toideg (Azevedo pag. 120: pot qutm »Qidcs!)\ auf den Azureu durch tiondes
(Braga Arch. Agor. p. 16, 98, 99 and öfter).
as
olioa Michaelis d« Vatcovcelkw
UlmtBn Sprachdokumente nichts oder nicht aDsreichend, darcbforscht
babeo, beconders der enit«re hofft, dieselben würden Beweisin aterial
flÜr setoe Hypothese Tom Conjunctiv imperf. liefern. Ich deutete schon
AO ttod wiederhole noch einmal ausdrücklich , dass dem nicht eo ist.
Die Ursprünge des flectirten Infinitivs und seine Entwicklungsatadien sind
auf historischem Wege nicht zu entdecken. Dicz citirt aus der Espaiia
Hagrada^ vol. XU, eine gallizische Charta von 1207, welche die Infinitiv-
oonstruction para Miircn e entraren bietet, und äussert mehr als ein-
mal (II 187, III 2f»r)/, lakonisch wie immer, aber doch bestimmt, daae
^scbon dio üUesten portug. Sprachdokumente den flectirten Infinitiv
kannton''.
An der Wahrheit dieser Behauptung kann auch das eingehendste
ätuditim dos Altport, nicht rüttein. Recht umfangreiche Materialien,
die ich allm&hlicb gebammelt habe, aus, schon alter, Vorliebe für die
ori)(itmlrt port, Neuschöpfung, die ich zu verstehen strebte, beweisen
hundertfach, daH» schon im 13. und 14. eaec. der hifinito pessoal alle
wesentlichen Funktionen ausübte, die ihm heute obliegen, ja sogar noch
andere, weitere, an deren Keckheit und Romantik man später Misfallen
fand, und dio man darum eindämmte oder ganz verwarf. Im Anhang
biete ich eine Auslese aus meiner Ernte, und füge zu einigen auf-
fillligon Beispielen noch einzelne Betrachtungen und Interpretationen
hinzu.
Wir müssen uns also mit Hypothesen über die Genesis des infiniio
j^essoni begnügen. Das Einzige was uns zu tun übrig bleibt, ist nach
▼erwandton Bildungen /u fahnden, das Verfahren der lebendigen Sprech-
sprtche, die Syntax der Volksmundarten zu beobachten, und immer
mehr Bewoiae dafSr sa suchen, dass das Bewusstsein oder Gefühl vom
Worte, vom Inhalt und von der Function gewisser Wortbildangs-
• lomonte klar und stark genug im Volke lebte und lebt, um zu neuen
tpODtAnon Bildungen den Anlass zu geben.
Jo mehr nach die^or Richtung geleistet wird, um so glaublicher
wird ee auch uns „Schrift gelehrten" werden , dass die volkstümliche
Aiii&ssQng von der Bedeutung der Verbalflexionen, cur Bezeichnung
der penSnUchen Betiehuogen am Infinitive, also tum iujinito pestoal
Ahrcn: und dtM dieeer, in tiefen Niederungen entatandea, aich dennoch
itt die U^ho niMteo IminUw
fiini^ SeherlMa tu dieeem vichtigcn Schatae hebe ich hier and
iaderwirte aehon be^geatenert, am die Schaffenskraft uodSdiaffensfrendig-
kell d«r pentowileifiB Spnehes ai beweiaeo.
Der ^portuglesiathe' Infiokiv
X.
Wer vom port. Nom. cum inf. spricht, mues sich die Frage stellen
und beantworten, ob das Port, einen Acc. cum inf. besitzt. Diez und
Otto antworten — zögernd — ja. Ich antworte — gleichfalls zögernd —
nein! — Die Scheidung, welche Otto innerhail der kamonianischen
Subjektsinfinitive vornimmt, überzeugt mich nicht. Sie scheint mir er-
künstelt, ein Produkt dreier ungesunder Elemente: der ängstlichen
Pietät gegen die Buchstaben — nicht gegen den Forsrherernst — des
Meisters; der Voreingenommenheit gegen die nationale Eigenart des
romanischen, und speciell des port. Renaiseancedichters und für seine
felsenfeste Latinitat; und drittens des schiefen Urteils über den inßnito
pessoal dritter Person sing., der manchmal für unflectirt und unpersön-
lich ausgegeben wird.
Was der Renaissancedichter über die grammatischen Constructionen
seiner Muttersprache und das Verhaltniss dieser Constructionen zu
ähnlichen latein. Gebilden gedacht haben mag, ist interessant zu er-
gründen; doch für die Beantwortung der Frage, ob das Portugiesische
den acc. cum inf. besitzt und vom Lat. ererbt hat, ist es unwesentlich.
Ebenso unwesentlich sind aber auch die zum grössteo Teile noch selt-
sam byzantinischen Ansichten neuerer port. Grammatiker über die gleiche
Frage. Darauf allein kommt es an, festzustellen was und wie das grosse
ganze, gelehrte und lateinlose, Volk wirklich denkt und empfindet. —
Dass gerade nach Formeln, welche im Lateinischen einen acc. cum
inf. regieren würden; dass nach parece^ S manifesto, ßca declarndOy
basta, importitf e nteihor, ^ certOy 6 j ossivel , <? im2)0ssivc! , S escumdoy
doe-me^ pe^a-me etc. im Port, der Subjectsinfinitiv folgt, giebt ab-
solut keinen Grund und Anlass dazu, sein Nomen für einen Acc. zu
■ erklären. Es ist ein Nominativ.
Äusserlich unterscheiden sich ja freilich in den westromanischen
Landern der Acc. und derKom. der Sabshnllra nicht. Das Substantiv
kann also in Infinitivsätzen kein Zeugniss ablegen, weder fü r noch wider.
Beim Pronomen personale jedfich sind zwei grammatische Formen vor-
handen. Zwar nicht in allen Personen ; ja von sechsen haben nur zwei
streng und klar unterschiedene Subjects- und Objectsformen. Doch ge-
^BÜgen diese zwei, die 1. und 2 Person sg. mit den Nominativen
und tu und den Accusativen mim und ti, zur Entscheidung der Frage.
Begleiten mm und ti den Subjectsinfinitiv, so haben wir es mit dem
^ftcc. cum inf. zu tun. Wonicht, nicht. Man sagt nun aber: Basta ser
^feliz oder Basta eu &cr feUz und Basta ires tu oder tu ires\ aber nicht
mim ser füiz oder basta ii seres feliz.
Carolina MichaSlia de Vaaconoetba
DementBprei"hend möaeen wir auch in basta ir eile oder ella; basfa
irmos n/js; basia irdes v6s; bü&ia irem elli'S (alt dh») oder eUas auch
Nominative erkennen, obwohl eile ella hos v6a elles ellas gleichzeitig
Accusative bezeichncD.
Wer aber auf banta alle Pronomina im Nominativ folgen läset, der
empfindet sicherlich auch in den Sätzen husta rir Francisco; basta
virem tres de vosses, und alao auch im kamonianiaehen basta estnr
ent rös minha esperan^a 6\& SahstButive FranciscOt tres, minha esperan^a
als Nominative, d.h. als öubjecte von vir iire?ti und estar^).
Und wie bei basUt^ bo ist m bei allen übrigen unperaönlichen
Verben» von denen, laut R. Otto, ein acc. cum. inf, abhängen soll, und
bei den einBchlagigen, ser oder andere Hülfszeitworter begleitenden Ad-
jectiven und Subetantiven. Weder da wo das Nomen traneitiFum ao-
geblicb das Object des verbum finitum sein soll (g 56), noch da wo
das Nomen, obwohl tatsächlich Hubject des Infinitivs, doch wieder nach
Otto's Aoeicht, als Accusativ gefühlt wird, d. h. nach Hülfaverben*)
des Sagena, Denkens, Püblens, kann es sich um einen solchen bandeln.
Nach Otto's eigenen Grundsätzen nicht, denn er er klart ja den darauf
folgenden flectirten Infinitiv doch für einen nom. cum inf,!
In vielen der Sätze, welche er für Accus ativsätze ausgiebt, könnte,
nein, müsste der flectirte Infinitiv d. h. also müaste der Nom. cum
inf. stehen, träten sie nur statt im Singular im Plural auf^).
1) Otto weisB das aacb ganz gut, wilt es hier aber nicht recht haben. —
Z. B, Näo basia consentir meu pensamento steht an (§ 10) der nchtigeo Stelle
unter deo SubjectsinfiaitiveDi Näo basta estar em vi>s tnitiha paciencia
□ IchL —
2) Alle Zeitwörter, welche erst mit dem iboen unentbehrlicbcn infioitum bq-
sammen eiaeo VoübegrifT bildeu, dessen weaentlichater Teil eben der laliaitiv und
nicht das verbum finitutn ist, daa nur dazu dient die im lufinitiv zum Ausdruck
gebrachte Tat in modaler Weise zu diflferemireB, dieVerba des Wdoschetis also,
wie des FUrchtena, Leraens» Helfens, Sagen», Versprechens, Scbwörens, Uacheoa,
Laiiens, Nicbtlaasens etc. sind tm gewissen Sinne auxiliar.
Von determino, concedo, eoßro, defendo, tolho, cuido, creio, vedo, julgo^ juro
ir oder näo ir kann man gerade ao leicht and scbnell zu deUrmino näo ire*^
juro näo irmos kommen wie von bofita dizelo oder «i» lo aaber, alguien,
3) Servirdes-vos tTocciipar-me näo foi senäo asas dar - me heateht, laut §11,
aus einem Sitbjectatntinrtiv und einem Infinitiv als Prädtcatsnomen ; in Ur Solina
em Duriano o inUnto und in levar me-a Icnha o vento haben wir bingegen eineol
Äccusativ cum Inf, zu anchen; etc.! — Könnte ich mit Ilerrn Otto über seine
Arbeit miindlicb verhandeln, ich Mtte noch so manche Bemerkaog daran za
kotlpfen.
Der „portugiesische" Infinitiv
91
Hier die Probe zu einigen wenigen. Vereis o mar roxo tomar-se
amarello. Otto denkt: video aei ein transitives Verb, deeaen unmittel-
bares Object im Acc. Btehe; durch ecfalichten Hinzutritt eines Infinitivs
sei dann plötzlioh der aoc. cum inf. herbeigezaubert: video -U; video -
te - venire ; video te - venire. ■=-
Ich denke: video verwandle sich in dem Äugenblicke, wo der
machtige Infinitiv neben ihn trete, in ein einfaches HülfBverbum,
das gar nichts mehr vom Regieren verstehe = t'infeo venire \ deaeen In-
finitiv aber ein Subject haben müsse: video venire -tu.
Oder, auf den kamonianischen Satz angewandt: vereis tomar-se
amarello — o mar roxo, und nicht vereis o tnar roxo — tornar-se
narello.
Der Infinitiv 3. Person sg. scheint nur unflectirt; dass er es nicht
ist, beweist sein Plural: vereis os mares roxos tomarem-se amarellos.
Ale zweites Beispiel diene: mandara estar quieto o batet. Der
Plural würde lauten: Mandara estarem (juietos os hateis. Der Plural
der Adjective erbittet oder erheischt hier wie dort den Plural des In-
finitivs.
Dass Cam'ies ihm denselben des öfteren verweigert — nicht aar
wenn und weil der fünffüssige Jambus dann und wann solche Kürze
verlangt, sondern auch aus tbeoretiseher Antipathie gegen allzugebaurte
Verwendung des infinifo pessoal^ besonders in Fällen wo die Un Persön-
lichkeit desselben keine Zweideutigkeit veranlasst, aei noch einmal
flüchtig angedeutet.
Auch andere Schriftgelehrte folgen seinen Spuren.
Seinen und ihren Glauben an einen port. Nachhall des lat. acc.
cum inf. will ich ja überhaupt nicht leugnen. Es handelt sich um
Wahrheit und Richtigkeit dieses Glaubens.
1) Z. 6. in Finge os fne^48 pensamenios näo s<r eridoe und dem vieleitierten
andar Ihe 08 caes oa dentes amogtrando, das Diez in 249 für einen acc. Cum
inf. auagieht, (S. u.)
Doch nicht immer, unter Otto's Acc. cum Inf.-Sätzen steht z. B. aas Lue. VI 84
vem reprexentanda comsigo os ehmentos terem guerra t wo doch der verffnderte
persönliche Inünitiv seine Auffassung von ehmentos als Accuaativ rundweg über
den IlAufeo wirft 1 — Und es könnten daselbst noch stehen: Hern ttmaa tu dos
altgres acrem; Vejaia eaquecerein-ae Gregoa e Romanon und Vtrao oa doua
nantea miaeros ßcartm , wenn Otto sie auch ganz verschiedenen Gesetzen und
Regeln unterordnet (§ 56 u. 61). Ich sehe in ihnen allen den Nominativ cum Inf.,
^dessen Subject ein Substantiv im Plural ausoiacbt, welche«, nach den Geschmacka-
egeln port. Concordanz, auch sein vcrbuin infinitum gern im PJuralkleide sieht.
tri
Cirulioa MichaSlts de Vueoaeelloa
XI.
D» et mir our auf diese Wahrheit und Gerechtigkeit ankomint,
liefere ich im Fiilf^enden selber einige Einwände gegen meine Dar-
■ti^lliing und AuffsHBung vom Niehtvorbandoneein des lat. acc. cum inf.
im PortMgieaiaRlu'M , — Einw&ödo welche ich , sorgsam forschend und
■ainiiH^liid, utjH (iititi) archaischen Denkmälern uod aus der lebendigen
tili uurh iillmtjiliHdboii Küdowcise des rauheren und roheren Volkes
herauf dttHtillirt<% donon ich aber natürlich sogleich die Giftspitze
iili/,tiliruciion hoffo.
Ich bohuuptßlo Hoobon, dßr Portugiese denke und sage basla eu aer
felis, und habe vor Zeiten gednoht und gesugt: hasta ser tu /eliz. Die
Vcrcirttngung dor hrt/ton, «ffoctiveo .Satzform und Wortstellung durch
dio logJHtihe, in gewöhnlicher Hedo üblicho, sei eine positive Aoalogie-
biiJnng; vor wie noch scheino und sei eu aber ein Nominativ.
Wio »bor, wenn daneben nun doch Infinitivconstructionen mit mim
und ti niichweiobar wären P wenn das Volk auch basta mim ser /eliz?
odor fHira mim r/rin«ar sagte? Nach dem üblichen Schema der Gramma-
tiker ist mit» der regelrechte Aocusativ des Nominative eu and nichts
alt Aoeuaativ. Sie decliniren eu, de mim, a mim^ mim; tUy de ii, a ti,
h'i ' dt si, ii .«t. si. Durch die Existenz von mim- und /i- Sätzen wäre
doch wohl der Fortbestand des lat. acc. cum inf. im Port erwiesen?
Auf die oreto meiner Fragen antworte ich, dass mim nnd fi-
lafioitivaätift UUaäohlioh forkommen, obgleich ich eben ihre Existeox,
Auf die iweit« aber, daae mi[m] und ti and si vnprünglidi keines-
Wfft Acvttsadti» wmrMi; weder formetl. denn sie repriaeoltreo iaL wukil
iiid siii; Boeli fonetioQeU, denn sie treten noeli im Akport, m
Ml vo der pereteHohe InfiBitiv eine Henige SchopAug war,
latlM ttid eftkÜÜMli oder proklitiaeb. aU Dative aaf (bea. ak OaÜr^j
im Fmaa mU« deik Aea. der Sänke ia mi^o^ m-», «u-ai» mi-m)
w uarsM tü^eaeaiae an oeui MMOeitt aaanaiiMBMB Aeei
VMA ealbaliBd^ «mI ioatnweiid. so lietaa me. ia fcwdk
SMai^» aadi ia Bi«|eilaiig vaa db aad a. aba wie irilittfr
Mebt decüaiite KoMaa aaT, ani Kam. Qca. Dat. mmi Ana. Dte ba-j
evaapw oaevasa wwi iMmauaanwa« <
T^ 4aehila ami deakt. «ve aMt»
saa4ii^aab«a«^ 4»adh^. «M^a^a»drfc,dbed<«i«^«* {fULl
•^ «*Mkf . «at «ad tea m4^ wm] «ai Mbea sib ad»*) db» <
i>.i!h.fl
Der „portugieBiache" Infinitiv
o elhf elle\ flla, cCella^ a ella, ella\ elles&to.f ellas etc.] getrost und un-
benommen auch eu, d'eUf a ew, eu und tu, de tu, a tu, tu — stellen ; er-
fand dazu und daneben aber noch die Reihe mim, de mim, a mim, mim;
Hf de ti, a ti, ti und ^ de si a si si sowie <'om, iem, por, para, em, sobre
mim ti si eile ella nos^ v6s e/les ellas.
Auf die dritte Frage entgegne ich, dass seJlbet durch die bia heute
von mir aufgefundenen Intinitivsätze mit mim der Fortbestand des lat.
acc. cum ini. nicht gesichert \^t\ und dass dieselben eine ganz andere
Auslegung zulassen. Sic gehören in das Kapitel von dem Widerwillen,
welchen das Volk vor den bistomch entwickelten, dem Foods nach
ererbten, nur der Form nach romanisirten unvollständigen Doppelreihen
der absoluten und konjunktiven Pronomina mit ihren zahlreichen Durch-
kreuzungen hat, wie vor allem Isoliiten, Regelwidrigen, dessen Berech-
tigung ihm unverständlich bleibt. Zwar kämpfen um die l.u. 2. Stelle
(sing.) ja immer noch^ nach 5 Jahrhunderten, die zwei verschiedenen
'Reihen, doch sind sie wenigstens vollständig und einheitlich gemacht.
Zwar stehen noch neben den betonten Formen, und werden vermutlich noch
unabsehbar lange als unersetzliche Kerntruppen, die tonlosen Enklitika
and Prokiitika me te sc o a os a^ nus vus und Ihe Ihes leben. Dennoch
tftber bleibt die von mir erwähnte Neigung unverkennbar, eine einzige
vollständige und regelmäBsige Kette von persönlichen Fürwörtern
zu schmieden, die zur 8ubstan(ivdeclination passe und stimme, Nom.
und Acc. gar nicht unterscheide und Gen. und Dat. nur durch de und a
kennzeichne. Die tonlosen Formen finden jedenfalls keine Stelle im ord-
nungsmässigen Schema. Sie bleiben und mnd isolirte Vokabeln.
E» liesse sich viel Neues Ungesagtes über Form und Function der
Personalpronomina im Altport, und in den Vulgärdialecten mitteilen.
LiDoch muss hier Weniges, Wesentliches genügen.
Mindestens zweier Formen für die Personalia konnte auch das
Port, nicht entraten. Der Subjects- und Objectskasua musaten unter-
schieden werden. Musste doch die Sprache wo sie verloren gingen,
wie beim Substantivura, nach Ersatzmitteln suchen (Frz.: Wortstellung;
Span. Port., präpos. Accusativ). Die alte Sprache, besass jedoch nicht
nur zwei, sondern für alle Personen, deren drei, und die neue Sprache
konnte sie für eine (die 3. Person sg.) nicht fehlen lassen — da hier
CoUiöionen zwischen Sach- und Person alobject drohten. Selbst die Spanier
haben und behalten ihr selo gelo aus ike - 16).
II 137, I 216, 178, 46; die Orthographie d^elle o Ut la verwerfen.! Darin ist de
illo, de illa noch deutlich zu erkenneD.
Cu'olina Micba'^tis de Vanconcello«
Sie ent^precben sehr genau dem Lat: eu mi me; tu ti te; ^ si se;
eile Ihe ello (lo o); ella Ute ella {la a); nos nös miS] vos r6s vus] elles
Ihes etlos {los os)\ ellas Ihas ellas {las as)^). — Den Sachgenitiv er-
setzte hn = inde.
Alle drei Satzteile — Subject, indirectes und directes Object —
kÖDoen euu im Satze eine Hau|jt- oder Nebenrolle spielen. Im ersten
Falle ruht auf ihneD der Hauptton oder wenigstens ein Ton; im
zweiten sind sie tonlos, unselbaländig, en- oder proklitisch.
Tonträger aber können nur Worte von einer gewissen LautfQlle
sein. Das in, je me te se le^ das port, me te se o a nus tnts os as
sind dazu oicht geeignet, wohl aber eu tu eile ella nds v6s eil es ellos, —
Wie im Frz. moi toi soi tut eux, im Ital. lui leif so kam im Port, fni
ti si nös von dazu, zunächst me te se nus vus zu vertreten und zu ver-
stärken wo sie als wichtige Satzglieder durch den Satzaccent bezeichnet
werden sollten. Von den latein. Vorbildern hatten nur die zu ille ge-
hörigen aus flieh selbst heraus die nötigen Doppelformen — eine be-
tonte und eine unbetonte — geboren: el oder eile und lo{o); ella und
la a; elles und los o.<; ellas und las as. Alle übrigen griffen 1) zu den
ihnen entbehrlichen klangreicheren Dativgebilden mihi tibi siöi nohis
vobiSf als zu dem Rohstoff, aus dem sich betonte Formen für alle
Bedürfnisse und Gelegenheiten modeln liessen; oder 2) sie benutzten
die Nominative, welche dann, wie die Dative, mi ti si nds v6s durch
Hinzufügen der Präpositionen de und a nach Massgabe der Substantiva
declinirC wurden; oder 3] ward zu den latein. Acc., wenn es sioh
um Betonung ebendieaer Accuaative handelte, der echte und rechte
Dativ hinzugesetzt, mit begleitendem a, um ja das VerhältnisH recht
prägnant zu machen.
So entstehen die oben schon erwähnten Doppelreihen eu, d'eu, a
eu, eu; niini, de mim, a mim, mim und ausserdem me a mim; te a ii\
ae a si; \l\o a eile; \l\aa ella; nus a n6s\ vus a vds; [/Jos a elles; [l\a8
a ella».
Der heute sogenannten absoluten Accusative mim ti si eile
ella nos v6s elles ellas aber bediente sich der Portugiese sehr oft wo
jetzt in der ächriftsprache: a) die tonlosen pron, conj. genügen, in
unmittelbarer Nähe des Verbs; b) wo heute die Doppelungen angewendet
werden würden. Und das Volk tut noch jetzt das Gleiche, wählt aber
mit Vorliebe die prägnanten präpositionellen Accusativformen a mim —
a ti — a eile — a elloj ohne jedoch die präpoeitionslosen (also mim
1) Da im FemiDiDiim Aoc. UDd Nom. gleicblauteod waren, mag die VerkUrxuDg
des Enklitikums hier begonnen habeo. —
Der „portugiesische" Infinitiv
95
ti eile ella) ganz zu verschmähen. Mi als Nominativ, eu als Accueativ
. flind selten, fehlen aber auch nicht ganz.
Man sehe:
A. Mim,
I. Mi Min Mim als Aecusativ.
1) Vor dem Verb:
Ajuda 19, 14 em quäl coita min faz soffrer.
52, 7 deu8 non quer que min queirades creer
2) Nach dem Verb:
Graal 128 mais quero que mates min
Ajuda 52, lo demmo min porque me desamades
158,7 e mens amitjoft perden m>,
50, 2 3 perdt rei des y deus, mia senhor, e o seu ben, e mi
Vat. 106 maldezi mi
3) Zwischen Uülfsverb und Verb:
Ajuda 49, 22 mais dTia ren ei ora grau pavor,
desque a uir este conselhadory
de non poder mi nen si conselhar.
II. Mi mim als Nominativ.
Ajada 41,27 por tal cuif aver come mi
Qraal 141 vos eodes melhor cavaleiro e mais ardido ca m i m
Das Volk sagt heute noch aller Orten comamim für como eu; und
/6ra mim steht neben /ora eu (Oraal 85).
III. Eu als Äccusattv.
Zunächst erinnere loh an das aragonesisch-katalaniache con yo, das
der Kastilianer in iSpottversen dem Provincialen höhnend zusingt (s. u.
o ^m); para casarte con yo [Gallardo Ensaio Kr. 1322J; erwähne das
vulgarport. canti! und cant'ei/ canfeu! = was mich betrifft (für
schriftoiäüsiges — ijuanto a mim]', um zum dritten aus den brasiliani-
schen Volksliedern, welche 'Romero gesammelt hat (II 103), den Satz
auszuschreiben:
Maria tu ndo desprezes
eu por ser pobre e näo ter!
IV. A eu für me a mim, also als Dativ.
steht bei Rom. II 63: nuo quer bem a eu.
96 Carolina Micha'älis de Vasoonoellos
V. A mim als Accusativ.
Ajuda 31, 11 a min non sei guardar
Rom. III 112 como a mim tem perseguido! (s. ob.).
Bei machen mit doppeltem PeraonalaccusatiT :
Ajuda 30,2 7 ca assi o faz a min perder Amor = So macht
ihn — Gott Amor (nom.) — - mich verlieren.
41; 3 essafaz a mim deus amar = Diese macht Gott (nom.)
mich lieben.
VI. A mim als Dativ.
Ajuda 23, 22 se quiaess' ela perdoar a min
26, 7 non volo quis' el a min dar
51,14 e faz a vos a min gran mal fazer = er macht,
dass ihr mir leides tut.
31, 5 tod! esf a mi aven.
Vn. Mi a mi, mi a min als Doppeldativ.
Ajuda 43, 18 Se m'est a mi podes^ escaescer
49, 17 mi a min mal ven
31, 11 non mi d (= ha a) min prol.
Wir kommen zum Vornehmlichsten :
Vni. Mim beim Infinitive.
Rom. I 173 und II 63 para mim dangar
Dinarte, Innoc. p. 195 a mSzinha tinha alguma hervapara mim
tomar;
ib. 246 mandou ordem para mim marchar
ib. 246 para mim afalha-la [febre]
Rom. II 261 Subi ao ceo n'uma linha
e desci por um retroz
pra buscar a salvagao
para mim vos dar a vos.
Hier hätten wir also fünf Beispiele eihes Acc. cum inf.! Doch ist
es noch der lat.P Hat diese durch und durch vulgäre port. Misbildung
irgend welche Ähnlichkeit mit dem klassischen Erbstück? Wohl nicht
einmal für die aller voreingenommensten Augen! —
Dass mim auch vereinzelt als Nominativ vorkommt — und somit
mindestens Zweifel und Schwanken möglich wäre (s. U), will ich nicht
anführen — denn hier handelt es sich, meinem Gefühle nach, nicht um
Der „port»({ie8t8ohe" Infinitiv
97
den Subjects- sondern um den Objectsfal), — wohl aber dass in allen
fünf Fällen der Infinitiv ein präpoßitiooeller ist, und zwar immer der
gleiche, der verbreitetste von allen, der Zweck-Iniinitiv mit dem penio-
Bularen para, das übrigens auch eine bemerkenswerte Neubildung ist. —
Fara erscheint so oft in Begleitung von mim ti si^ dass es dem
Volke falsch und verwerflich schien, nun auch einmal para eu zu sagen
(cfr. cotnamim). Es hielt also das Pronomen für abhängig von der
Präposition, und koostructiv fehldenkeod sagte ea: para mim — tornar\
para mim — marchar, anstatt para — eu tomar^ para — eu marchar.
Jedenfalls also, wenn auch kein acc. cum inf. , so doch ein hübscher
Fall von syntaktischer Attraction — und ein interessantes Oegenstüok
zu Video — te venire aus video (e — v€Hire\
Noch ist also nichts da, was für die Existenz des port. acc. cum
inf. epräcbe.
Doch sehen wir uns weiter um, zunächst im Gebiete der 2. Pers. sg.
B, TL
Die Ausbeute ist gering, doch nicht bedeutungtilos. Dag akspanische
a tu \yo a tu adoro], das vor drei Jahrhunderten von Cervantes an
den Pranger gestellt ward [d solo tu], aber trotzdem im Aragonesischen
weiterlebte*), wo wir por tü^ und con tu und te a tu finden; und das
in Galtizien ganz allgemein übliche ti für /w; und zum Schlüsse brasi-
lianisches prägnantes accusatives d ti für te ist alles was ich zu bieten
vermag.
Eom. II 94 mos a ti por sympathla
hei de amar aU morrer.
n 97 podesse eu ßrme adorar
86 a tif a mais ninguem.
C. 8i.
Üben schon figurirt das einzige mir gegenwärtige Beispiel für si
als Objectskasus.
Aj. 49 sa e» . . gran pavor de non poder mi nen si consclhnr. —
D. Elle EUa EUea Ellas,
I. AU Accdsative.
Graal 102 nom nos ama deos como eile
ib. 96 ataa qm a mafmse ou elia eile (oder sie ihn)
1) Cuentos Arag. p,67 y por tu que U tiaroti, — ib. 60 te lo diria a t«t. —
ib. 64 no me caso con tu.
RoBMUUcbe ForBctiuugLn VU. 7
98 Carolina Micha'öli» de Vasooocello»
ßomerolö eu conhe<;o eile
II 68 as rnoscas pescaram eile
Innoc. 80 estou acordando eile
246 nao deixa eile ir paradiafüe. —
Aj. 100, 7 ar fez ela morrer
100, 1 3 ca hen soo sabedor d^aver gran coita pois non vir ela
102,2 8 se «Ort for a logar u veja ela
102,2 8 &e non vir ela
Gxaal 123 matareif ella primeiro
103 E Galvam saluou ella
Doc. Ebor. p. 38 « fodoUos confrade» calladamente ou^am ella
Vat. 10 catarei ela
21 vi ela
Rom. I 5 voH acordar eil es
Doo. Ebor. p. 38 dittjfua elles a concordia
Rom, I 5 mi d^ ellas
n. A eile a ella a elles ata Dativ.
Aj. 30,7 quanf a ela prouguer
Rom. I 5 me pm a lavar a eile
Doc. Ebor. p. 38 m seja tarn omado quefa^a mal nnnfor^a a elles,
III. 0 eile als verdoppelter Accusativ.
Graal 53 vijeram scndeiros . . qtte o demrrnurom eile
lY. Lhe für o.
Rom. I 5 hvei'lhe pelas mäos
I 5 eu lhe Irouxe pelas mäos
I 276 ett lhe posso sustentar
l 280 que o seretio lhe ammpanha
1 280 u. 113 quando uma mo^a lhe engana
n ö qm lhe väo accontpanhundo.
£< VÖ8 als Äcc. (an Stelle von vos = vus).
Aj, 27, 1 desejand' en vös, mia smhor seguramente worrerei
16,6 ctndei t^ds, mia senhor a veer
17,24 u v6s vi ir
43,6 iolhe me v^
45, 9 ßlei v6s por senhor
75, 1 deus mi aguisou de vös veer
Vat, 108 hu non vyr v6s.
Der ^porlugleäitcbe^ lofioitiv
99
I
F. A Vo8 als prägnanter Acc.
Aj. 21,14 e /az a v6s a min ff ran mal fazer.
Als Dativ: 27, 21 eu ial que a v6fi pf'QHgHess'hi. —
Betrachtet man die braaüianiachen Beispiele getrennt, so erinnert
das bunte Durcheinanderrütteln und -schütteln der konjuoctiven und
absoluten Pronomina eineraeita, und andererseits das der Acc. und Nom,
an da« bekannte Neger port. und an die port. KinderBprache, die aogern
mit einer einzigen Zeitform, dem Infinitive, und einer einzigen Pronominal-
foraif dem Nominative, operiren. Uad mich als Deutsche erinnert ea dann
auch noch an jene verpÖoten heiklen Verwechselungen von mir und mich,
und dir und dich, und ihn und ihm, und ihr und sie, vor welchen
die Berliner Schulzeit einen tiefwurzelnden Abscheu eiogcimpft hat. —
Bringt man sie jedoch, wie nötig, in nähere Beziehung zu den altport.
Pronominalkonstructionen , wie ich hier getan, so erkennt man darin
die Liebe des Volkes für die volltönenderen Lautkorper und die fasa-
bareren Beziehungen, und sein Bestreben, das komplicirte Gebäude der
Pronominaldekiination zu vereinfachen.
Kein einziger der Satze aber zwingt dazu^ oder erlaubt es auch nar^
an einen port. acc. cum inf. zu glauben.
xn.
^B Zum Schlüsse noch einige Rleinigkeiten: Bemerkungen über Richard
H Otto'a Arbeit, die jedoch nichts, oder wenig, mit der Theorie vom
^m port. Infinitiv zu tun haben.
H über das unscfadoe Fehlen des port. //7^) und über die sehr zahl-
reichen Druckfehler, die, trotz gewiss mühseliger und sorgsamer Durch-
eicht, in den vielen Hunderten port Beweiszeilen stehen geblieben atnd,
^— welche der Studie über den Infinitiv zur Folie dienen, darf man billiger-
^m weise nichts Tadelndes sagen. Man muss vielmehr die Fehlcrlosigkeit
^B in den Zahlenangaben bewundern. Die völlig überflüssigen fünf-
^^ hundert Kommatas nach allen Stellenangaben, belächelt man heiter;
besonders als zopfigen Luxus nach der Schleife j! Die fragmentarische
oder zu stark isolirte Mitteilung mancher Sätze und Satzteile zwingt
öfter als notig dazu, in den Quellwerken nachzuschlagen. Nicht Jeder
aber wird sich so gern wie ich wieder und wieder in Versuchung führen
lassen, seine Zeit dem Dichter zu widmen.
1) Oft macht das Fehlen des id den Sinn recht unklar: 0 nao (in § it) hielt
ioh lange fUr Druckfehler atatt a nao, bis ich merkte, das« o ndo gemeint ist.
im
Carolina Micba'^li« de Vaaconccllos
Verbeeaert und ernst genommen werden muas hingegen: in § 32
acodir statt acitdir] resurjar für resurgir'^ in § 33 desp/ir-se für dhpor-se;
und ponhar-se für por (!); in § 34 compeller und differer für compellir
und di/erir; in § 44 f^^js^o für ensejo. Natürlich müssen aus dem
Worterverzeichnisfl die gleichen Irrtümer aiisgeraärzt werden. In § 13
(p. 31b) hat sich V(}r = aehen, also vidertf an Stelle von vir =: kommen,
also venire, eingescblicben. Ich weiss es aus Erfahrung, wie schwer ee
dem Fremden wird, sich einzuprägen, dass die 3. Person sg. des Per-
fectums von vir nicht viu sondern vcu oder vrio, die entsprechende von
ver hingegen nicht vat sondern viu lautet [einmal Stamm veti mit dem
Suffix u der schwachen Perfecta, das andere Mal Stamm vid mit dem-
selben Suffix)'). Nur um R. Otto und anderen jungen Freunden des
Port, diesen Stein des AnstosBes aus dem Wege zu räumen, mache ich
auf ihn aufmerksam.
Leiohter wäre es gewesen, die Vermischung und Verwechselung von
andar mit />•, und von ir mit ser zu vermeiden, und ferner die von iV
und haver. Die Formen vä vno vcU vas etc., welche der Verfasser mehr-
fach — z. B. in § 19 und 32 — zu andar rechnet, gehören im Port
doch zu ir. Andar ist ein vollständiges durchweg regelmässiges
Bchwaches Zeitwort 1. Conjugation. In § 24 und 3ö (p. 336 und 356)
bleibt es in Wahr- und Wirklichkeit zum mindesten unentschieden, ob
in hia a dizer ein abreviirtes havia steckt, wie Otto meint, oder nicht
vielmehr altmodisch koatümirtes /a, d. h. das Imperf. von ir ^= gehen.
Ich bin unbedingt dieser letzten Ansicht. Die noch heute allgemein
übliche Formel — o quc eu ia[a] dizer was ich sagen wollte, was
ich nämlich im Begriffe war zu sagea^ und nicht waa ich zu
sagen hatte {ce quejallai dire), fasst wohl kein einziger Portugiese
anders auf als ich es tue. — In § 20 (p. 331) muss foi a socorrer und
noch viel mehr das reflexive /o/ ♦ se a jazer queixumes fraglos als er
ging, aufgefasst werden. Gin reflexives ser-se ist unbekannt, —
wenigstens in regierender Stellung^). Das lat. Perfectum von esse ist
I
1) Ad der bezeichoeten Stelle ist die VerweohseJuDg freilich etwas krass und
die AusleguDg sonderbar genug, fn : veio a de^ir e roubar o pobre povo and pedra
que veio a ser cabei'a do canto soll der nicht direct von vir abhängige InfiniHv einen
Temporalsatz vortreten! and am daii plausibel kq macbea wird auf ao an-
trat (bei Weroekke p. 17) verwiesen! wäbreod beide Fälle in Wahrbeit in § 32 neben
vieram a conquutar and vird a ser stehen mUssten, unter der Rubrik: „Der Inf.
mit a, an Stelle des latein. Supinuma auf um oder des Gerundiums mit ad beim
intraofl. Verbum der Bewegung zur Bezeichnung des Zieles.''
2) Nur wo es simples Sein bezeichnet, — ohne Verbum im Gefulge —kennt
es die Spreohsprache: Eu tne «o« Dona Giralda. — Yo m'era mora moraima.
Der BportagieÄiBobe' Infinitiv
101
im Port, tatsächlich Perf. yon //• geworden. Die „Absch wachung des
Sinnes'^ in den auf p. 330 auflgeBchriobeoen Textatellen, existirt nur im
BewuBstaein des Verfassers. Selbst in onJe forüo parar ist sie nicht
vollständig.
Da die kastil. geschriebenen Gedichte von Caraöes sonst in der
ganzen Arbeit unberücksichtigt gobtieben sind — was ich billige — ,
fallt in § 26 (p. 339) der vereinzelte span. Satz auf: De tio tenerlas tu
me cofisolaras.
Gans unverständlich ist mir die Bemerkung über ser a (§ 35
p. 35Ö — cfr. § 20), Ser a vir oder überhaupt ser a, als Progres-
sivum, ist ein Unding, das nie und nimmer vorgekommen sein kann,
wenigstens nachdem die Bedeutung sitzen sich zu sein abge-
schwächt hatte. Qtie serä quando a vir heisst doch: was wird ge-
schehen wenn ich sie erblicke (oder erblickt haben werde).
Ä ist Objectsfall des enklitischen Fürworts weibl. Geschlechtes ; vir der
conj. fut. von ver, und beide hängen von der Conjunktion quumh a\
aber nicht von serd. Sollten auch hier vir und ver sich im Gedäcbtnias
des Verfassers gemischt und ihn zum Straucheln gebracht haben?
que virä a ser? was wird geschehen!' was wird daraus
werden? wae wird kommen, zu sein? (§ 32)*).
Unter den Beispielen für reinen Infinitiv alfe Subject nach Im-
personalien (§10), also neben Fallen wie custa-me ßcar s6siuhOf steht
eu nüo sei cerfo a que ponha 7Hosfrarde$-tne a triaga. — Ponha aber
ist doch nicht unpersönlich — sondern l.Ps. sg. des praes. conj. von pfV,
Die dritte, wenn unpersönlich, müaste reflexiv auftreten — a que se
ponha = wem oder welchem Umstand man es zuschreiben
muBs. Tatsächlich heisst es := wem icb es zuschreiben soll.
1) Id dem Satzgefüge «c me isto o ceo concede t o vosso petto digna empreza
tomar dt eer cantada wird tomar als ein vom Verbum des Laaseos abhängiger
Infiniliv aufgefaast. Otto veratebt: wenn der Himmel tiod Eure Brust mir
erlauben eine beaicgeuawerte Tat za unteroehmen. Das wäre Se o
ceo e 0 votso petto mc conctdem [eu\ tomar empreza digna dt ser cantada. Das
ist jedoch falacli, grammatisch und logisch gleich aomögücb. Wir haben das Ge-
fiige auseinander zu nehmen und zu verstehen: 1) se me üto o ceo comrf<J«=BO
der Bimmel mir erlaubt und 2) t tt o vosso petto tomar empreza etc.: und so
Euer Herz unternimmt eine (iedeswQrdrge Tat. Auch Otto iässt sich also noch
durch den zufälligen Gleicbklaog von Infinitiv und Conj. fut. täuschen.
Eine Präposition antes mit reinem Infinitive ist mir anbekannr. Antes vencer
heisst: lieber siegen. In dem Lusiadensatze: deixou antes vencer da morte
a vida (§ 53) hängt vencer vom Hülfszeitworte deixar ab und antes fungirt als
das ebengenannte Adverbium: Lieber Hess er sein Leben vom Tode be-
102
Carolina Michnelia de VascoDceUos
Ponha ist also tranBitiv. Der nachfolgende reine iDfinitiv iat ob-
jectiver Natur und bekuudet seine Verbalnatur wiederum dadurch, dasa
er Beiuerseits das Object triaga regiert Ich weisa nicht womit R. Otto
eigentlich ponha verwechselt (das auch im alphabetischen Wörtcrver-
zeichnies als unpers. auftritt) und was er sich unter pmihar deukt!
Altes punhar = pugnare = sich bemühen, wäre doch auch
personlich und tranüitir. För bedeutet soviel wie attribuir ^ zu-
schreiben. Also: „loh weiss nicht welchem Umstände ich es
zuschreiben soll, dass Ihr mir das Gegengift zeiget.''
Die Einordnung noch vieler Fälle erweckt mir Befremden, selbst
unter der Voraussetzung, dass ich mich zeitweilig ganz in den Ideen-
gang des Sammlers hineinversetze. In dem Satzfragment : a desespe-
rCgao . , de Jd nos näo fornar a ver [% 63)*) ist nos so viel wie nus
und nicht n/)fij also nimmermehr ein Pronomen im Nominativ, sondern
ein Äccusativ, das Object von tomar a ver. Dafür, dass nicht der flec-
tirto Infinitiv steht, dass also das Infinitivsubject versteckt bleibt, oder
genauer gesagt im fernliegenden Anfang des Satzes zu suchen ist, musa
man wohl die vorgeschriebeoe Silbenzahl des Verses verantwortlich
machen. In schlichter Prosa würde es unbedingt heissen: o medo de
näo nos tornarem a ver^).
Ä ceu estd segitra de vo$ nüo vir ein pintura soll gleichfalls ein
Subjectspronomen euthalten. Vos (alt v6s, modern vus, weil die
Sprache Dativ und Acc. einander gleich gemacht hat) ist Dativ, und
steht für a voSy para vös: „Euer Abendbrot kommt sicherlich
nicht gemalt zu Euch". In beiden Fällen haben verbum fijiitum
und infinitum ein und dasselbe Subject.
Dasselbe ist der Fall in por nada me ßcar ^ weil nichts giir
verbleib't. Oder ist hier mit dem ProDomen im Nominativ das un-
B legen. Hfichstena kAnn man den Infinitiv also abhängig von deixar ante»
nennen, dieae Synooymformel zu querer mais (^ prefenr vor-zleheo) aU einen
erweiterten Verbalbegriff fassend.
1) Soll beisaen [eUa»] accrescentavam a dcjicspera^äo e o frio medo de etc,
2) Ich finde, dass das Fehlen der Flexiunsendung den Sinn bier geradezu ver-
dunkelt Diese Versnot war z. B. auch bestimmend in: manda os diligentes mi-
ni$tro8 amostrar as armaduras; in ellas promettem, vendo os tnares largo», de
ser no Olympo estrellüs^ denn die Entfernung vom regierenden Verbum würde
in der Umgangsproaa serem berbeiflihreD ; in : emquatito [acL elles] se detem {de-
teem) em Inglaterra aU tomar d doce e chara terra; in ßnge o^f mens sentimen-
tor ndo ser crido«; in noia..os soJdados . , passar-se ao poito perigono e dura;
in foram sentidos vir-se da ct'dade, wo freilich daa unmittelbar vor&nstehende re-
gierende Verbum eetiticndi schon zweifach das Zeichen der Pluralität seines Sub-
jectes an sieb trägt.
Der „portugieaisclie'* Itifloitiv
103
beetimmte nada gemeint P wie in den unmittelbar folgenden Belegstellen
ja auch aquillo und esse Subjectspronomina genannt sindy Wahr-
flcbeinlich! Ich würde sie freilich für Subetantiva aneeben und in
§ 61 anfuhren.
Der Nominativ soll ^vom Subject gebildet aein" in „sew ter contra-
di^öo setnpre porfio^ r=und ohne Gegnerschaft erheb ich Streit,
oder wörtlich : ich erhebe Streit ohne Gegnerschaft zu haben.
Verbum ßnitum und infinitum haben auch hier ein und dasselbe Sub-
ject: ich. Eh porßo sem eu ter contradiräo cfr, ital. io dissi io aver
trovato. — Es bleibt jedoch, nach port. Manier, verborgen, da das
Endungs-o von j^or/io ganz unzweideutiges über die regierende Person
aussagt. CmUradi^Tio ist als Object von ttr und demnach als Accu-
sativ aufzufassen. Ein Nominativ wäre vorbanden, wenn man ter
darcb unpersooliobea haoer ersetzte {ha und ha y ^= es giebt; // y a).
Ein aco cum inf. soll ferner stecken in: E conto quem descoti/ia ter
' tm tat Sorte mudanra . . ,/ Gewiss; mudanca ist ein Accusativ, doch
ist derselbe abhängig von t^r^ dessen Object er ausmacht: „Und wie
wer daran zweifelt, in solchem Loose Wandel zu erleben
(§ 56). Fast scheint es, als glaubte Herr Otto an eine unpersönliche
Verwendung von trnerr^ kraft absoluter Gleichstellung von ttr und
haver. Im Brasilianischen ist sie tatsächlich vollzogen; da kann man
bereits sagen: tem yenie qne diz = es giebt Menschen die da
sagen. Im Port, jedoch nicht. Und ebensowenig, oder noch viel
weniger, war diese Gleichstellung zur Zeit des Camöes vorhanden. Es
giebt, heisst nach alter Manier ha y^).
Ättribulr wird in § 25 den Verben beigesellt, welche einen anderen,
mxide eingeleiteten Infinitiv als Object bei sich haben ^), ausserdem aber
1) Id [die] me consentiu faUar-lhe = er gestattete mir zo ihm zu
reden (§ 12), ist me nicht Object, also Dicht Accuaativ, wie Otto voraus-
setst, sondern Dativ, and fallar somit peraöoHcber lofinitiv, dessen Subject eu
nicht ausgesprochen wird, weil me und Ihe das Verhältoiss der Peraonen sa
einander Über jeden Zweifel erheben. — Elle [me] conaentiu fallar eu — Elle
[te] contentiu fallares — Elle [Ihe] consentiu fallar — Elle [nos] coneetUiu fal-
lartnog — Elle [vos] consentiu fallardes — Elle [Ikes] consentiu fallarem. — Das-
selbe gilt von d«D mantjar- Salzen. Äfandar ^= schicken hat [selteo] einfachen
Objectsaccuaativ oder (häufig) Accusativ der Sache und Dativ der Person.
itfandar= befehlen (wie ordenar), um das es sloh handelt, immer den Dativ
der Person mit fol^. lof. näo me manJa« contar e^tranha historia uud maHdas'tn«
Umvar doe meue a gloria. Substitution des Proo. t P. durch das 3. liefert die
Probe.
2) Aach atrever bat entweder reinen Infinitiv oder die PräpositioD a bei sieb.
104
Carolioa MicbaSKs de VMcoDcelTo«
noch einen Dativ der Person. Daa etimmt nicht — Man kann allen-
falls sagen: eu te prometiOf juro, orde7io, reprehendo^ nofißco de vir —
obwohl heute üblicher wäre prometto e juro vir; ordeno que venhas;
reprekendo-fe por vires — aber niemals eu te attribuo de vires sondern
bloss vires oder o vires. Im kamoniani sehen Beispiel que m'attribua a
toberba de ser um' aguia nova ist a i^oberba directes Object von attri-
buirj an welches de ser als gerundivischer Genitiv eng geknüpft ist.
A soberba de ser gehört in § 29 unter die Rubrik: ^Der Infinitiv mit
hängt als Genitiv von einem Nomen ab.**
In d^m-lhe mais navegar (§ 18) ist nichts ausgefallen! weder a
not\ide\ Der Infinitiv ist reines Object, gerade wie in dS-me päo; oder
wie in deixem-tw navegar; permittam-lhe imvegar ; soj'ram-lhe, eon-
cedam-lhe navegar etc. Denn dar = geben bedeutet me permiftir
soffrer conceder auch erlaubeo, zulassen. Cfr. quem me dSraf =
Hesse man mich nur! wenn ich nur dürfte!
Was den Unterschied zwischen por und para [protad) betrifft, so
lässt es sich historisch nachweisen, dasa der Unterschied zwischen
vager Absicht {por) und bestimmtem Endzweck (i><ira) ur-
sprünglich nicht vorhanden war.
Erst ziemlich spät, durch die reinigende Sprachtätigkeit der huma-
nistisch gebildeten QuinhentistaSf ward er, geschickt und praktisch , er-
funden zum Nutzen und Heil der Sprache. Anfangs überwog das ein-
fache por und verstärktes por-a trat selten ein; zu pora pera para
zusammengefügt, begann es erst gegen Ende des XIV. Jahrb. das Ge-
biet der Finalsätze für sich zu erobera, in dem es heute herrscht, wenn
auch immer noch nicht ganz allein und unumschränkt^).
Noch maDcherlei Hesse sich natürlich sagen , doch sei es endlich
genug. Ich furchte den Lesern, ich meine den drei Lesern auf die ich
rechne, sei es längst zu viel Als Anhang biete ich ihnen, den deutschen
Freunden und Bewunderern des portugiesischen Inßnito pessoai^ den
Herren Carl von Reinbardstoettner, Director Wernekke uod Richard
Otto eine kleine ausgewählte Sammlung alter schriftmäsaiger, und neuer
volkstümlicher Beispielsätze, zur EiofiigUDg in ihre Studienmappen, aus
denen heraus mir so viel Anregung geworden ist. Hätten sie mich nicht
zum Widerspruche gereizt, ich hätte diese Seiten nicht geschrieben.
1) Hit Statmeo hört man in § 17, dass jurar mcht nur mit reinem fnfinitiv
UDd mit dt goDdero aucb mit a kooBtruirt wird; da aber auf zwei Stelleo aus-
drUcktich bingewiesen wird, beb&It mao sein Urteil oocti in petto. Da« StatiDeo
aber wäcbat, wenn toan weiter unteu dea BeispielBstellen begegnet (§31), und da
klipp und klar gedruckt liest: jwra de näo celebrar und juram de banhar.
Der «portugiesische" Infinitiv
XIII.
Vorausschicken musB ich — damit man in den folgenden Seiten
nicht suche was ich weder gewillt noch im Stande bin zu geben —
dass ich nur Fragmentarisches, von Ungefähr Erbeutetes biete, — die
Resultate gelegentlichen, nicht systematischen Sammeins. Das voll-
ständige Schema aller mögliehen Verwendungsarten des persönlichen
Infinitivs beabsichtige ich nicht aufzustellen, sondern die Liste des ehe-
dem Üblichsten, in alten Zeiten und im Volksmunde Beliebtesten, auf
auf das man lesend und lauschend am häufigsten stosst. Den status
quo des Altportugiesischen und der vulgären Sprecbapracfae
überschaut man so jedenfalls am besten, und gewinnt damit einen Rück-
blick auf die Entwickelungsphasen, das Werden des ganzen persön-
lichen Infinitivs bis fast binab zu den Anfängen: den ^Müttern'^,
Die Anordnung des Stoffes hat mir nicht geringe Verlegenheit be-
reitet. Das Einfachste war es, hier wo es sich um Illustrationen z\i
Diez-Wernekke - Otto handelt, im Anschlüsse an die drei oben auf-
gestellten Diez'scheo Musterbeispiele, nach der auch för den un-
persönlichen Infinitiv hergebrachten Weise, zuerst den substanti vir-
teu, dann den reinen Infinitiv und zuletzt den präposition eilen
zu behandeln. Doc-b ist es nicht auch das ßeste. Besonders scheint
mir treue Nachfolge der Ordnung Otto's unaDgemessen, da er pers.
und unpers. neben einander bebandelt und daher das Allgemeine,
Theoretische, Logische über die Verwendungsarten schon erledigt hat,
ehe er zum speciell portugiesischen Gebiete kommt^ in welchem er nun
vermeint, ein mehr grammatisches, äusserliches, mechanisches, prak-
tisches Einteiiungsprincip walten lassen zu dürfen.
Ich hätte mancherlei einzuwenden: Warum z. B mit der 8ub-
stantivirung des Infinitivs beginnen, da sie, ohne Zweifel, eine der
jüngsten, vielleicht die jüngste Phase seiner Entwickelung darstellt?
Im Altport, sind kaum Spuren eines persönlichen substantivirten In-
finitivs zu entdecken (vielleicht auch keine des unpers.). Ich wenigstens
kann kein einziges archaisches Beispiel anführen, auch aus der Vulgär-
^«prache nicht, die ihm abhold ist (mit einziger Ausnahme des tempo-
*ralen ao^), das eine verschiedene Auffassung zulässt). üistorisch ist
es also unrichtig, mit diesem Neuling zu beginnen.
1) In den TemporÄUrafiDttiveD haftet -o an der PräpositioB a (manchmal auch
ao em (nö) und com). So werden TemporalBÜtze von den konditionalen mit einfachem
ttnterechieden: ao ouvirem = al« sie hörten, a ouvirem = falls sie
rliören. — ao trangpormos -= als wir Überschritten, a tran»pormos =
falls wir Ubersohreiten. — ao chegares a tua casa = sobald Du
^06
Carolina Hichaelia de VaaconceUoB
Die BegrifFo BubBtaQtivirt und persönlich flchliesBen einander
principiell aus. Einen peraonlichen d. b. verbalen und zu gleicher
Zeit im vollen Sinne des Wortes eubstantivischen Infinitiv kann es nicht
geben ^ höchstens einen artikulirten. Der Artikel o wird heute
tatsächlich oft genug gewiesen {a. u.) persönlichen Infinitivconatructionen
Torgeacboben^ selbst solcheD, in denen die Rectionatäbigkeit d. h. die
Verbalnatur dea infinito sich durch directe und indirecte Ergänzungen
und adverbielle Zusätze bekundet. Man darf ala möglich und zulässig
die folgenden, oder andere ähnliche, Reihen aufstellen, (welche in
den Grammatiken nicht fehlen sollten):
Artikniirter InflnitiT.
Ä. ünerweitert.
1. Activ. 2, Passiv.
0 ir eti 0 ser eu amado (a)
0 ires {tu) o seres {tu) amado (a)
0 ir elh od. o ser eile amado od. elia
ella amada
0 irmos (nds) o sermos (nös) amados [as)
0 iräes {v6s) o serdes (vös) amados {as)
0 irem {eUes) o aerem elles amados od.
ellas amadas
B. Erweitert.
3. Reflexiv (oft auch mit
passiver Bedeutung).
0 despedir-me {eu)
0 despedires - te {tu)
0 despedir - se (eile od. ella)
0 despedirmo-nos {n6s)
0 despedirdes-vos {v6s)
0 despedtrem-se {elles od.
ellas).
0 disparar eu uma espingarda
o huscares fortuna
0 queixar-se Maurtcio da sua sorte
0 sermos agora tdo malquistos d'elles
o terdes que deplorar uma tal des-
ffrat^a
0 Urem oa mew males por ti
0 näo querer eu tal encarga
0 bem aventurares tu
0 nunca acabar eile a sua tarefa
0 muito imaginarmas em este acon-
tecimento
o morrerdes a tempo
0 terem por certo tal acontecimento.
nach Haui« kommst; a ckegare» = für den Fall, dass Du überhaupt
ankommst. — UDpersönltcbea al ist bekaontlich im Spautachea sehr ttblicb. —
Temporal: Ao tranpormos pequfna sehe, tomei-a nos bra^M
0» Israditaa ao ouvirem a prop&sta empalUdeceram,
Äo che gar es a tua etwa, saberds o que houve
ConditloDal; a 8tr[em] vtrdade[s\ — so ea Wabrhdt ist.
a ver%ficar[tm\se tsita boatos — ao es Tatsache wird. —
so diese Gerüchte siob bewahrheiten.
Der „portiigiesiBche" rnfiQitiv
107
Oder 0 ouvirem-se cousas como estas; o demittirem-no do seu cargo;
esbulharem ' no de todas as merces; [aconselha] o fazermos guerra ao8
088OS inimigos; \faz mal\ o cogitarmos s() nosfracon; [im'pozera a Moda\
0 valerem esses titulos um conto de reis; [reputo hidigno] o acobertur-
mos favoritismos ; o pediretn ciucO'reis a quem passa^). — Der Zu-
satz oder die Bio wegnähme des Artikels aber äadert nichts an ihrem
Character: er ist ein äusserlicber^ meist ganz entbehrlicher Putz, die
wertlose Krone eines Parvenüs — und das Volk wirft das prätentiöse
0 fast immer als überflüssig über Bord^). Nie macht die blosse Arti-
kulirung zum wahren Nenner: invariabel was Geschlecht und Zahl
betrifft, wie so viele andere Invaliden und Petrefactea aus der Haupt-
worterklasse, kann der artikulirte Infinitir höchstens den bestimmten
Artikel mit dem unbestimmten oder demonstrativen vertauschen. Ein
Possessivum, Adjeotiva« aubjective oder objective Genetive duldet er nicht
als VervollBtändiger seiner Bedeutung. Sobald er durch derartige At-
tribute seinen substantivischen Character dokumentiren will, büsst er
notgedrungen das Zeichen der Persönlichkeit ein: o buscares fortuna
aber o teu buscar foriuna ; und nie o tm buscares fortuna; ao passar-
mos 0 Letheio aber ao passar do Letheio; o pareceres /also aber e»te
teu falso parecer; o camtnhannos vagarosamente aber o nosso mnnso
caminhar ; o dizertnoa aber nicht o dizerestno; um espalhar susplros
viios ao vento aber noch nicht um cspalhares. Auch dahin kann und
wird es vereinzelt kommen ! Denn an Stillstand ist nicht zu denken —
doch traue ich dem zweckwidrigen Zwitter wenig Lebenskraft zu*).
Und weiter wende ich gegen obbesagte Dreiteilung ein, dass der
sogenannte eubstantivirte Infinitiv zum reinen und präpositionellen in
gar keinem greifbaren Verhältnisse, weder der Entwickelung noch
des Gegensatzes steht; denn sowohl der reine wie aueh der präpo-
1) Kein TagesbUtt, in dem solche Weodnngen oicht vorkämen: besonders der
moderne, reatistiacbe, nach Neuem and öoerwartetem hascheode Proaastil bevorzugt
solche Bildungen. Das Zeitwort als das lebendigste modelationsfähigste Sprachgut
mass ja auch Subst&ntiva, Adjectiva (in ante ente inte), Adverbien, Präpositionen
Qod Coojuoktionen liefern.
2) Der unpersijnlicbe ist in der Volksspracbe hingegen häufig und fuogirt
all Hauptwort: 0 vir d fönte de noite Nunca fez mal a ninguem.
Que do ver nascem cuidados.
3) Wahrhafte echte Substaniive werden eigentlich nur diejenigen InfinitivCi
welche ihre V'erbalnatur ganz verloren faaben (Belsp. : manjares) oder wenigstens
ihre Bedeutung Terändern, sobald aie als Substantive auftreten {vivtr andar ter
haver). Nur diese haben Plurale, werden dekiioirti mit Adjectiven etc. versehen —
kurz haben Teil an allen Vorrechten des Hauptwortes.
tOB
Carolina Micbaelis de Vasooncellos
■liMielle (a em com setn etc.)M kann substantivirt , oder, nach meiner
Tanmnologie, artikulirt werden; will sagen der artikalirte kann die
PooctioD jener beiden ausüben; er kann Subjecte- und Objectsdienste
tan (ond tit sie sehr oft, wie ja meist der reine)^ doch kann er auch
io Attributs- und Adverbssätzen figoriren (wie meist der präpositionelle).
Und fernerhin ist selbst der Unterschied zwischen reinem und prä-
positionellem Infinitiv oft ein rein äusserlicher und keineswegs wesent-
lich: denn sehr viele Worte und Formeln regieren im Portugiesischen
gerade so gut reinen wie präpositionellen Infinitiv. So achwanken z. B.
swiioheu reinem und dem de (oder a) Infinitive alle diejenigen verba
»entiendi im weitesten Sinne, von denen abstracte Substantive her-
rflhren, welche zur ßegrifTsvervolbtändigung eines Hauptworts im Geni-
tiv, oder eines (irc-Infin., oder Gen. Qerund., bedürfen (s. u.). Warum
von einander reissen rfesf/'or ver und desejar ds ver\ btiscar escapar und
bwtcar dt «^capar ; ir ver und ir a ver; cuidar salvar-se; duvidar can-
»et/uir; encw^ar dizer ; jurar , ordenar, omar, dever, presumiTy preten-
der, procurar vir etc. von denselben Zeitwortern mit folgendem <ic*)P
Mir scheint es wichtiger und richtiger, statt dieser äusseren, ja
doch von «tVinpr Function abhangigen Gestalt des Infinitivs, die Func-
tion und Bedeutung selbst zu beachten; nicht die Grammatik sondern
die Logik walten zu lassen.
loh beginne daher mit demjenigen Infinitive, der als Alleinherrscher
im Hatio regiert« d. h. der nicht von einem ausgesprochenen, sondern
von einem unterdriickton verbum fioitum abhängt, d. h. mit dem Infinitiv
«Im Befehl und Ausruf; gehe zu seiner Tätigkeit als Herrscher, als
Hulijoi^t oder Prftdicatsnomen ; von da zur passiveren Objectsrolle über,
um ihn ipftter al« Teil eines zusammengesetzten NominalbegrifiTes zu
faiaen, und zum Schlüsse seine Hauptfunction im abhängigen Adverbial*
«atxe diirnh Heispiolo zu beleuchten. —
In iillen Vorwendungsarten, wo er in Doppelgestalt auftritt, be>
IHtlllH leb luerst don reinen, dann den präpositionollen, und zwar
IlM^llA ifth FAUo mit unartikulirtem denen mit artikulirtem vorauf, wo
Mf Qh(*rhaupt flbor solche verfuge. Das nachträglich aufgestellte Schema
^%9U aliif wie folgt:
A lier Infinitiv mit Imperativbedeutung (rein):
ller Inflnitiv als Ausruf:
ft) rein
b) prApositionell {d^)
U ? »'
< um 0 manifiarem-lhe as mäos
nam 0 mfrffurm ■ Ihe a razäo na» trevde da ignoraneia
o »ttiiTtcarregarem-nos d'impostos.
I bat fUnfiiobo Mal De'Iolioitive den reiDen ergänzend anflicken müssen.
IJef „portugieBWche" Itjünitiv
B. Als Subject oder Subjectssatz uod Prädicatsnomen:
a) rein: |unartiku!irt
lartikulirt
b) präpoa. [de).
C. Als Object oder Objectaeatz:
a) rein: lunartikulirt
vartikuMrt
b) präpos. [de),
D. Als Attributssatz (a) oder als ErgäDzungsglied von Subatantiv- und
Adjectiv begriffen {de).
E. Als Adverb oder Adverbssatz : präposit. (em, por, para^ a meos de),
A.
Der Infinitiv mit Imperativbedeatung, die in affirmativer Form jubbIt
oder permittiv, in negativer aber prohibitiv ist, virar in allen Zeiten auf
der Halbioäel sehr beliebt. Das Poema de Alonso XI allein liefert
anderthalb Dutzend Beispiele (203, 436, 148% 1524, 1529, 1531, 1536,
1537, 1556, 1558, 1559, 1679, 1694, 1695, 1708, 1757, 2097, 2123). Und
das Volk begünstigt ihn heute noch. Deixar! ora deixälo! hört man
alle Tage: loh erinnere nur an das peniosulare Volksliedchen : arder
cora^'uo arder, gue eu ndo posso valer! oder spaniacb Ärder corazon
arder que yo no os puedo valcrf
Dass auch der persönliche Infinitiv dieselbe Rolle gespielt hat, ist
neu. Weder Otto noch Wernekke führen es an. Ich finde z. ß. im alten
Stadtrechte von Evora (v. J. 1267) die folgenden Bestimmungen:
1. Et todo« e^tes jurados non aeertm malados aliosi
2. Et »e y provaa ouver da uma parte ou da outra, ficar pdas provas e non
vif rem ao juramento !
3. Et sc omerem provas dercytas da uma parte ou da outra, va lerem e non
veirem a iuramento da cruz [Ineditoa V p. 330 uad Ooc d'Evora
P.17].
Ganz nahe damit verwandt ist der bekanntere Infinitiv als Ausruf,
von welchem Otto aus den Werken des Luaiadensängers ein Beispiel
bietet und zwar ein unpersönliches, reines, während Wernekke viele
moderne gesammelt bat. Die alte Sprache liebt auch diese lebendige
affective Auadrucksweise, und ebenso die Volksepraohe. Ich finde in
meinen Auszügen :
mit reinem Infinitiv:
4. Per huum pao averem de venctr! (Liob. p. 189) = Durch eia Holz zu siegen!
5. Ter eu sido a culpada! (pop.)
6. Aäo ter cu adivinhadol (pop.)
HO
Carolina HicbaSliai de Vascooceltos
mit präposHionellem (de und a):
7. Orandes maravilfuis de köes guardarem cervo! (Graal 60)
8. Tanta maa Ventura de dous hontens se matarem c<ym euas mäos! (ib. 58)
9. Eu a amar-te e a querer -te. Tu a fuffire» de mim (pop.)
10. E eile a fallar, a fallar / (pop.)
11. Vös a rirdes e eile a chorar! (pop.)
12. Tantos hello* olhoa a choraremf (pop.)
Wollten wir den unterdrückten ScfamerzeoBseufzer oder Freudenruf
als Einleitung zu obigen AuBBerungen ergänzen, so kämen wir für 4 — 6
durch qu€ penu S^ que mamvtlha S zu Subjectssätzen» In 7 und 8 fehlte
überhaupt nur das hemmende S, geradeso wie auch in den angeführ-
ten ImperativBätzen die hergebrachte Formel S lei, S costume ale leisee
Echo auB der Ferne herüber hallt. — Für 9 — 12 erinnere ich an lat.
sunt {es est) qui, dem im Port, ö - Infinitive entsprechen (s. u.) und er-
gänze eiS'tne, eilo oder altport. aque-tne ^ ecce me!
B.
Der Infinitiv als logisches Subject oder Prädicatsnomen wird heute
gerade wie vor 5 Jahrhunderten viel benützt nach: sein, ach ei neu,
gelten für f gehalten werden für.
1) Nach Bein, bleiben, echeinen mit Adjectiven oder Parti-
cipien: S oder parece betHj o methor, necessario od, desttecessario, pre-
ciaOf possivel od. impossivel; i od. ßca de/eso, prohibidOy permitiido; l
admoestado'y i certo^ incerto, duvidosoy provavel, pouco provavel; agra-
davelj desagradavel j contrario, Justo, injitsto, raro, vulgär^ bonito, feiOj
notavel (oder para notar)y esfranho [de oder para eMranhary adnUrar),
escusado, lUilj inutilf bastante, sufficiente etc. urgente.
Rein:
13. Trovas 253, 10 muiV i &em saberen que moiro
14. Pop. era melhor morrermos
15. Prova« 11 455 pora quäl causa foi a nos necessario tomaremos a
ello e faseremos merce de seus htes a quem nos aprazia (cfr. oben
p. 65).
16. Foi necessario darem-lJie um traio de cordas
17. E preciso darmos confessor ao inquisidor
18. Agora i preciso separarmonos
19. Era impossivel triumpharem as auas ideias
20. Genesia 167 He defeeo disermos , . .
21. ib. 167 He admoesiado confessarmos . . .
22. Pareceu lern a todos tornarem a voltar
PräpoBitionell:
23. Graal 40 Stria bem de tornardes dUd
24. Vat. 94 Se vus gravU de tos eu henquerer
Der »portitgieflisobe" Infinitiv
111
25. Vat. 133 De m faxtrdta tos senhor ben ou mal, toä' est' en vos i.
26. Linh. 242 Nom era direito^) de o tirarem da ordern.
2) Nach seff haver^ estatf semelhar, parecer mit SubstAntiven, die be*
grifTlich mit den obigen Adjectiven verwandt sind: S costumej moda, leiy
honra, ac^flo, feito^ consequenciaf resultado, de necessidade, cousa; prolf
mester, danOj maravilha, aborrecimeftto, prazimento, mesuj'a^ guiiOf ven-
turOf consdhOf horOf tempOy causa, razon, direito, pesar.
Rein:
27. Linh. 136 8eu feito deles era averem mäos e Ungua
28. Oraal 19 Mayor honra nos 8eria[morrermo8 aqui] ea demorrer-
mos alhur
29. MoQum, 477 Propeaante» mayor e milhor couea »eer pensarmos en
tta eaude das almas como no guanhament das cousas do mundo
seguirmos o guanho.
30. Vat. 82 Ca pardeus mal vus per esti senhor de matardes mim.
PrSpoa.:
31. Oraal 58 Nom vos ha prol de vollo dizer nem a eile (Ihe haprol) de vos
desconfortardes
32. ib. 31 Nom vos he prol de me tal rogo rogardes
33. Vat. 94 Nom mi ha prol de vola eu dizer
34. VaL 94 Non m^i mester d'eu viver mais
35. Vat 47 Ca m^i mui mester de mha dar el
36. Vat. 51 Que m'i mui mester de mha dar el
37. ib. 184 Ca non ha mester de tal vida avermos de passar
38. ib. 149 De mi valerdea era vtui mester
39. ib. 122 Ca se vus fosse ou prez ou loor
de me matardes seria razon
40. ib. 198 E de colherdes razon seria
da falsidade que semeastes
41. ib. 194 De morrerdes por mi gram dereif i
42. ib. 57 Gram dereito per e de mi quererdes mal de cora^om
43. ib. 278 £ i cousa mais guisada de dizerdes
44. ib. 149 De tni valerdes seria^ senhor, mesura
45. Graal 2 Serd vossa honra de o fazerdes
46. Gen. 102i?ra a eles grande avorrecimento de aeertm mortas estas
animcdha»
AI. Vat 81 Pois que Wi d*eu tiver aqui pesar
48. Graal 2 Seria gram dapno . . . de nom seerdes hoo cavaleiro
49. Vat. 110 Mays gram maravilha tenho eu que i de mi vir de vos mal
(cfr. Nr. 7 und 8)
60. Graal 60 Semelha-vos hooeonselho de tolherdes vosso corafäo a aquel
cavaleiro
1} Direito kann Adj. oder Subst. eein. — In Sats 41 a. 42 ist ea Sabat. —
112
4t Ym
47 Seja tm »tu pratimtmto de «« «f r«« fm mm «■ fm \
«« «M« »ermfo
2r2. VaL 194 Aow < »enguita de j»ar aii aorrer fvc» asy 6<a «•> e»f «
a«M partcer
3) Nft£h ImperaonaUea: pareee^ loMta, aeonUf, mctwif
mfattia-rntj pem-nu, jiraz-mt, doe^ pena, e$i/mda, taiwwtka,
importüf cumprf, mais voL, detfe, resuUa, cA«ya ete.
Rein (im AJtport. «e](«o):
S8, GruU 1& El rei a quem präg averde$ Imgar
54. EoffM. 2 Praza-te attres euidado d'esta tuu mtmi
&5. OfMl 47 Jfaii val [que o leixede» t] mm hirdes ttalffttm Imgmr o — iw»
&6 Volkit. Parece ettartt me ehamamdo
57' « Pareceu bem a todoa tornarem
58. • Parecia-lhes ja verem ante si ot inimigoi
59. • ^do battava lanfarem ao mar muita faxenda
60. fl Aeonteeeo irem dar ob trabalhadores com uns fardo»
61. n 0 que vos pot»a »ucceder i acordardes tarde
%'i' n Rtttava-lhei attaearem 0 pofo
63. n Ä« ^ enfaMtia eu quererte
Prftpot.:
64. Vat 294,4 Foi Ja »aton que vua prasia d^oirdes Mta» «n mifaiar
65. ür&al 132 Begnto mjm tu que te praz de me chamaree para o t»
nervico
66. ib. 9 Ä de<ut aprastria de eilet entrarem no lugar dellea
67. ib. 9 <^tu te prouve de tatUo viver eu
68. Vat 147 Ä quem prae d'eu morrer
60. AJ. 26» U Poi» vuif pras d'eu morrer
70. Gon. 21 ^M« me aproveita de me prometeres terra
71. (Iraal ^ No me chal d^atendermoe hum pauco
72. Trova« G7 Gram easom atria ja agora ae em praaer rus caesse dij
quererdea prtnder doo de mi
73. Vat 138 Poi» vua nunca no coragon entrou de mim faeerdea »enKor
aenöH mal
u Vat. 165 Que vua non pea de vua el ben querer
ikj. 270, 1& Maia val de mi guarirdea de mort
4) Nach Zoitwörtorn welche Synonyma unperBÖolicher Formeln sind.
!. Gen. 21 ^m« me aproveita de me prometeres terra.
c.
•^ino Objooteinfinitiv kommt vor 1 ) nach Hülfazeitwortern
1 und Köununa und nach den überaus zahlreichen, uneigeot-
tdiens und Laesens, Denkens, Empfindens; Wünschens,
9ÜB für, oder etweloher Sinnes-, Qeistee- oder QefühU*
Der ^pr^rtugieBische^ Infiiiitiv
113
tStigkeit, schliesslich auch des Gehens als eines Erstrebens einer
Richtung, einea Zieles. Da jedoch ein unmittelbar gebundenes Hülfazeit-
wort mit seinem Zeitwort oft nur einen Begriff ausmacht, dessen Persön-
lichkeit durch das verbum finitura klargestellt wird, so ist nieisthin kein
Grund vorhanden, aueh noch am infinitum diese Bezeichnung zu wieder-
holen V). Bei gleichem Subjec^te, —und das ist der häufigere Fall — nur da
wo beide, fin. und inf., von einander getrennt und entfernt werden, ist
bisweilen Wiederholung des Hubjectes kraft der Flectionsendung an-
gebracht. Das Volk das alles Prägnante liebt, begünstigt sie. —
77* Volksrom.: Bern puderas tu, oh Moiro,
oh Motto da Moiraria,
comeres de melhor pdo . . .
beberes de melhor vinho . . .
dormire« em melhor cama.
78. Volksrom.; Queres tu oh Geritteido
tomnres amor comigo^)
79. Volksinand : Tu bcm podias, oh Adelaide, vires inais de pres^a.
« Fodei« pasaar e fallares (s. o. p. 65)
80. p Qu er eis antes ser tonados ou entrar des na revolui'äo?
81. Or&al24 Ca mai8 querriam viver de connuum ca se partirem')
82. Trova8 219, S Receei saheren mi-o
83. Uaviam receiado nunca mai« voltar ri patria e nuttca mai«
avistarem o ceu de Portugal*).
84. MoD. 510 Nös Keys que esta carta seer feyta [oder estas cartas teertm
feytas] eucowmendamo»,
85. M OD. 508 Esta i a carta de foro a quäl encomendey seer feyta eu
Sancho oder estas säo as cartas que seerem feytas encomendey etc —
86. Mon. 471 Mandey se<:r feyta esta carta oder seerem feytas estas
cartas*).
1) Einen Begriff bilden &uch die tmpereoQalia mit ihrem Iiifioitiv, doch
fehlt da eben die Bezeicbnuog der Peraonlichkeit — und es ist begretflkh warniu
sie 80 gern den pers. Infinitiv zu sieh nehmen
2) Neben und für tomar ainores comiyo.
3) Hit diesen Fällen vergleiche man das iitlerarische promcttes ndo assasst-
nares (J. Diniz.}, das einzige einschlägige Beispiel, welches die iDtiuittv/reunüe
erwähnen. Fehlte die trennende Verneinung, so würde die ßuchsprache den ver>
änderten Infinitiv nicht anwenden.
4) Tranaitiva treten leichter in den inf. pessoal a,]» Intransitivs. Das begleitende
Object treibt dahin, zur Vermeidung von Hisverständnissen^ das Subject zu be-
Mlohnen.
5) Das lat. Original, von port. denkenden Klerikern verfasst, lautet praecepi
ßeri istam caitam. Also ein acc. cum tnf. Und whs für einer!
BoBAnUcbc Foracbaugca VII. g
114
Carolina Micha^lia de Vaseoncellos
87. Won. 399 Consirantes maii e milhor en saude das almas ca en engano eprol
das cousas temporaen seremoa conseguidores (a. o. p. 65)*)
86. Gra&l 14 A ty convem que punhes sempre antreas outras cousas aeeres
partido de torpidade
89. Mährcbeo: Matou as ßlhas julgando serew elles que matava,
90. Volkslied: Malhaja quem inventou
No mar andarem navios
91. n Eu näo vejo as easadas Levarem täo boa vida
92. „ D'aqui d'onde estou bem vejo Estarem me offendendo.
93. n Tinham ido d grande eschola militar iniciarem-se nos se-
gredos da guerra.
2) Nach zusammengesetzten verbalen Ausdrücken wie halten ^r:
ter por betn, por razom, por melkor sorte, z. B. in :
93^. Bei por tndhor aorte acabarem em terra as vidas que comerem-nos os
peixes do mar.
Wie man steht, liefert die wirklich alte Sprache verhältnissmäsBig
wenige Beispiele für den reinen Infinitiv. Wie vor die Sei ns- Formeln
setzt sie auch, mit erklärlicher Vorliebe, vor die Habens- Formeln das
genitiviache de, in bewusster oder unbewusster Erinnerung an die ab-
etracten Substantiva gleichen Stammes, welche neben fast allen Verben
der Sinnes- und Geistestütigkeit hergehen, und zur Ergänzung eines ob-
jectiven oder aubjectiven Genitives bedürfen (lat. ^en. fferufiditH) : Timor
oder metus dei d.h. femor de deus; darum tetnor oder medo oder pavor
de caliir und darum auch: haver pavor temor medo receio de cahir —
und femer oder recear de cahir, —
Die moderne Schriftsprache hingegen findet keinen Gefallen an diesem
de: sie bevorzugt ganz auffallig den reinen Infinitiv in Subjects- wie
Objectsaätzen. Um aber das oft harte und unschöne Aufeinander stossen
von Verb und Verb zu vermeiden, artikulirt sie den persönlichen In-
finitiv» wo immer es nur angehen wilP).
Fast fiberall wo früher altmodisch de stand, Hesse sich heute statt
seiner das o des Artikels einschieben. Der Leser mache freundlichst den
Versuch, in den folgenden Sätzen, wie ich ihn beispielsweise mache in:
Seria ff ran dano de nom seerdes bom cavaUeiro, das heute heissen
dürfte: Seria gran dano o nom serdes b. c.
1) Der Bchon früher citirte lat. Paralleltext^ der nur cum grano salis als Original
betrachtet werden darf, lautet: Meditantes maius et tneliits [etise] in animarum
«alute quam in caducarum rerum adquiHtionem lucrum nos esse consecuturos.
2) S. o. p. 107. — Dazu geflelleo eich Fälle wie:
Permitte aas fugitivos o passarem para o noeso lado.
SidicuUsava o demittirem-no de seu cargo.
Takez tivesse em mira o estabelecer um a rea de Propaganda.
Fazia-o tambem sorrir o esbulharem - no de todas as merces.
Der „portugieaisclio" Infinitiv 1 Jf)
Vat 128 Que nunca teveates por lern de nunca mi fazerdea htm.
Aj. 20, 19£ tenh* aqueato por melhor Den »offrcr cuita
Aj. 141 Por deus tiede por razon
de tU8 querer de mi doer (sie)
ou de me leixardes morrer
ou de me quererdes valer.
Oraal 57 Assi vos meta el em cora^om de vos eu nom sque^er.
98, Liob. 186 Poede em vossos corafo'is de usardes do que usarom
aqueles donde vUdes
99. Graal 116 E por ende vos louvaria de ficardea.
100. Vat. 6 O tneu senhor deus mi guisou de simpr' eu ja cojfta sofrer.
101. Vat, 190 Guisade de nos irmos
102. Aj. 55,14 Deufi Ihes aguisou de vulhes mostrar ou d'oi're» devosfalar
103 Vat. 107 Poin que vus deus amigo quer guisar d'irdes a terra iVu ^
mha senhor.
104. Vat. 200 Por deus punh ade de veerdes meu amig!
105. Aj. 7, lö e quitou-me {sc. Deus) por setnpre . . . de nunca en saher . ..
que x*e prazer
106. Aj. 19,81 log' averian a querer mui mais sa morte c'atender de vi-
veren tan sensabor
107. Aj. 40,10 guardara m'in de vos viirdea
108. Aj. 153,18 e conven mi a guardar de mi-o saberdes
109. Liob. 286 estes ßdalgos desejavatn muito de cobrarem a villa
110. Vat. 149 De mi valerdes deus non mi perdon
111. Vat. 200 De o veerdes gradecer volo ei
112. Vat 194 De vus por mi Amor assi amar nunca vus d'esto bon gradodarei
113. Aj. 258,6 Ü«ce«i de vos casaren
114. Vat. 47 Como m*eu receey de vos casaren
115. Vat, 47 D'aquesf hei eu pavor de vos casaren
116. Gen. 51 Ouve temor de me tomares tuas filhas
Gen. 30 E Ysac ouve temor de Ihe tomarem Rebeca aua molher e o
matarem
^118. Graal 32 Filharom conselho de se partirem.
D.
Infinitiv mit de abhängig 1) von Adjectiven:
119. Vat. 179 Son mui ben quitos os meus olhos de nunca veeren prastr
120. Vat. 914 Sey aevupre acordado de seeres partido de loucura
2) von Substantiven [oft schon ab Vertreter eines Adverbialsatzes]'):
1) SoboQ oben fanden wir den d«>IafiDitiv io Abbängigkeit von Verb +
Sahst., d.h. von verbalen Formeln (p. 111). Unten finden wir ihn wieder in Ab-
häogigkeit von Präposition -\- Subst., d. h. von präpos. Ausdrücken. Dieselben
Sabstantiva kehren in allen Satzarten wieder: E oder parece occasiäo de partirea.
Tinham occasiäo de nos dizerem .... Por (oder na) occasiäo de elles chegartm,
8*
IIG
Cftrolina Hichaeüa de Vaaconcellos
121. EüfroB. 4 Porim te fige totnar äff am de viires
122 Vat. 219,7 De tn^entenderen avta pavor
123. Gen. 250 Bora i ja de hos levantarmoa
124. Graal 10 €a ja tempo era de comerem
125. Tendei o direito de me pedtrdes o que quisesseis
126. A tonne nia foy a total causa de an mais dtllas se perderem
127. Linb 223 Hä poder e privtlegio de citarem outros a easa de El Hey
128. Volkslied: E tempo de se juntarem Nosso» ternos eora^o^t
129. , E tempo de se juntarem aquelles douß nainoradoA
130 n Q^*^ *^* fo* o eausador de meus olhog »crem Hos
131. Chegamos ä conclusäo de nö6 persuadirmos trän«'
plantados a algum posio de mudas
132. OrAal 56 El nom-no ousou a de»cohrir a nerthnum de seue vasaUos com
medo de Iho teer ein por covardice.
133. Gen. 29 E dizia por sua molher Sara que cra ma irmäa com temor
de Iha tomarem os da terra
134. Volkslied : £m segredo te diria 0 motivo de eu penar
135. Combinaremos n modo de receheres as armoi
136. Jnspiraram reeeios ao vtandante de Ihe sobrevirem maus
encontros.
137. Näo vejo eenäo um meto de n06 livrarmo»
138. 0 terror de nog perdermos me tem transido o coracäo
139. Quero poupar-vo9 ador de presenciardes a minhaprisäo*),
3) Infinitiv mit a (als Vertreter von Relativsätzen ^:= lat, est qui)^
cfr. oben pag. 115. Ich bin nicht im Stande Parallelen zu bieten zum
modernen vozes a rcspotiderem ; luqriMas a baihirem; i o merciciro e o
padeiro a envenenarem o povo \ e o rei e o ministro a saitccionarem eatas
extorsors; uma descomponenda a dar ; foi todo o mundo a cumpn'men-
tar 0 feUznrdo ; viu banqueirosa escamotearem o estado; aprimeira causa
a faztr 4 meias a compor ; pontos a dar; prrmios a concedrr — doch
kann ich auch nicht behaupten^ das9 die archaische Sprache nichts
AehoUches bietet.
Ala Übergang zu den präpos. Adverbialinfinitiven können diejenigen
Formeln dienen, in welchen die alte Sprache ^r anwendet, während heut-
tuUge die Prftpositionon etn oder por zur Bezeichnung der Causalität oder
1} CiV. {Eoitemo») O perigo de coneedermos Uberdade de cuUo e «immk»
4UM agente-8 ingUjt*.
{Nao incorramof») 0 risco dt no» damnarmos.
{K) a reff do» len^og enxugarem as camarinkat de iunr.
(l\mKamot)«pr§mi$99dt9trem ^ tsiaÜHat de ac^o uns oradcre»
Aprt»mt4m m hffpothtst dt totttirmot etdo,
JT occatiio de tu cMt0r.
t^ n# di» d'tu cke§ur a CiMra.
er nporttigiesische« InfiDiiiv
117
Modalität eiotreten — meist nach Phrasen die sich aus Zeit- und Haupt-
wort zusammensetzen.
140. Vat. i09 E creedes que haverei prazer de me mntardes
141. Vat. 200 De o veerdes gram prarer hei i
142. Vat. 144 Que prazer kavedes, senhor, de mi fazerdes mal porhen?
143. Vat. 122 Tenho que mi fariades gran ben de mi diserdea quantomal
mi ven
144. Vat. 131 Dt me matarden faredes meu ben
145. Aj. 295,13 Como von quiscrdes Sera de me faeerdes mal e bem
446. Vat 149 De mi valerdea, smhor, nulha ren non erradea
147. Vat. 122 AnV erradea muyto per höa fe de me matardes
148. Vau 165 Ca de vu« el amar de coraiüOj non vefeu ren de que voa hi
peffades. -
149. Vat. 914 Non eniendes que fax es hi cor dura dHres aaai eniw\'ar
150. Vat. 114 Ca d^eu falar en mi fazerdea ben | comofalo,fagU mengua
de aen.
151. Graal 5 Ca muyto Jora a festa maia pobre . . . d*ellea hi nom aearem
152. Vat. 194 De morrerdes por mi non vos dev'eu bon grado poer
153. Linti. 22S Filhava embargo de Ihi diserem que casava antea do anno.
Daran liossen sich dann die zahlreichen präpositioneilen Formeln
anknüpfen, mit denen die Tagesspraehc so gerne Temporal-, Modal-,
Final' und Condilionalsätze einleitet, weil auch in ihnen die ältere
Kection der verwerteten Substantive noch fühlbar bleibt, böte nur das
Altportugiesiache die entsprechenden Matorinlien. Doch sind mir niemals
Construcrionen mit persönlichem Infinitiv begegnet im Gefolge von a
Jim de; ä hora de; a custa de; a oder sob pretexto de; a trocu\ a pe-
z*tr de\ a (lontos de., com inten^üo de; com respeito a; com pemiissäo
de\ ein lugar de\ em vez de; em higa>' de\ em termos de: de modo a;
Sorte a; no intiüto de\ na hypothese de; no dia d€\ no acto de;
^osfa a prent issa de und por ot-casiao de eu chegar-^ de tu chegareS] de
eile chegar; de nüs rhegarmos; de vos chegardes\ de dies chegartm;
do hörnern chegar; dos homens chegarent. — Nur ein vereinzeltes a
meos de mit concessivem Sinne kann ich anführen:
154. Lmb. 2.H0 A meon de tornarem a este amor e amizade.
Auch die zusammengesetzten Präpositionen antes de, despois d«f
forn de, acerca de fehlen; ja selbst Adverbialsätze mit den einfachen
PrSpositioneo a, ao, no, com,aem, alS, sobre^), visto^ salvo kommen kaum
11 Schre im Sinne von aUm de ist an der Tagesordnung: «öftre arruinarem uma
empreza , itnpoztram ä Mala o vaierem e#*e* titulos um conto de reis. — »obre o
adjndicar o contractu d parccrin, Jizeram viais o scguinte. — ttobre pedirem a aua
demi^säo au mini^lro^ ttimaram ainda em ir ver matar o reu — fiodo ich auf eiosr
Spalte eioea Tageblattes.
118
Carolina Micbaelis de Vasconceltoa
yor. Em begegnet dann tiod wann. Beliebt und aehr gebräuchlich
Bind nur die Kausal- und Pinahätze mit por und para.
Mm,
155. Vat 114 Ca d^eu falar en mi fazerdes ben Como falo fa^i wi«-
gua de seit
156. Vat. 188 Cativo sodea em eu viver con quen vivo
157- Aj. 263,22 Not* me leixedes eacaecer en vie Ihe non deffendtrdee
158. Aj. 273,4 Fazedea hon Ben en me leixardea en poder cTamor
169. Aj. 52,8 EvoSfSenhOTj non sei que i peri^ades en guarirdea voas^ame
que malades
160. Or&&\ 2i Em vös emmentardea vosso padre nom avedea hi vergonha
nenhua.
Peru,
161. Linh, 188 Ca tempo averedes pera fithardea vingnnca
162. Lmh. 186 Qiteriam entrar pela costa das montanhaa pera darem
na faga
163. Graal 94 Forom para alla para pousare»^
164. Gr.ial 6 Foram a eile para veerem o que era
165. Genesis cap. 37 E eahirom tiqueles cinqtte reis pera lidarem com
08 outroa quatro
166. ib. 69 Aguiaavam suas doas pera darem a Jostp
167. ib. 90 Este he o tno<;o que nos Dens mostrou que matasaemos pera
nom avermoa temor daqui em deante.
168. ib, 97 Nöa iremoa per andadura de trea diaa eno deeerto pera aaeri-
ficarmos ao N. 8.
169. ib. 28 E derom a beter vinJto a Lot aeu padre pera amolentarem c
temptrarem a sua tristeza
170. Boftv. l 2hi Andern oa . . oa caminhos de Deus pera aeermoa dignoa
d€ veer aquel Senhor
171. Vat. 25 Qu^O'Vua en diier como fa<:adc8
para aempre fazerdelo pior
172. D. Daarte Foate na da entre espitihoa
para mais brilharea tta terra.
17S» Gen. 27 E pera »mn uaarem daquel pecado se ficarom depoia vitca.
^74. LInh. 185 Ordenhou estas duas aazes de cöinÄ« />tfrrt a fenderem
^üftr. 4 Por^m te ßge tomar affam df innres am pera comprires o
meu detejo
5n. 94 Enviar- tS'hey a el üei I'araö pera tu adurtrea o mtu
poboo do Egito
95 Que te enviei pera oa livrarea da afßi^om
'^\ Letem earroa daqui do Egyio pera trägerem as mothtres
Fax deitar oa cameloa pera folgarem
>ttc« vus foy aqui trager Pa ra m'irdes destorvar
90« acolheo N. S, por voa enviar pellaa terraa atranKaa
aserdea aa gravea aventuraa e por faetrdea conhocer etc.
Der „portu^eaieiche'' lofinitiv
119
182. Gen. 99 Nom . . . quisae Uixar o poboo de Israel^) pera irem sacri-
fiear a Dens
183. Graal 132 Quü espertar ncnhuu pera Ihe non enienderem que . . .
184. Gen. 26 Trage -noa acafora esaes homSa que aUl aom pera oa conhecertnos
185. Mon. 411 E a voa meus homena e vaaaaloa e criadoa pera a morardes
por derecto derdamento a dey
186. VolkBlied Quem me dera ser eapelho Pra verea tua fortnoaura
187. „ Oh que lindo luar faz Tara irmoa da mofäa
188. Lieb. 185 A sa natura he de def ender oa que alä tatam e pera aairem
de lä a Udar quando comprir
189. Mon, 327 Pera Beeren todoa iguaea eno dereyto poa el Rey . . .
190. Linh. 185 E fec a az do cural pera refreacar aa gentea aa Ude; e pera
ae colherem hi oa mal chagadoa; e pera aairem todoa a lidar
juntamcnte, ae compriaae; e os que perdeaaem oa cavaloa pera
hi cob rarem
191. Conto 54 eile tocou a campainha para o guindarem
192. n „ tocou a campainha para oa outroa o ii-arem para cima
193. Linh 230 deram-ae fe pera ae non faseren mal huu*^ aoa outroa
208.
Pf}r.
Graal 1 1 9 Que uie leva m a estas montanhas perto daqui por me matarem
Graal 90 Nom naaceatea aenam por fazerdea maaa aventuraa
ib. 28 Leixadea a eaaa del Bei por irdes aas terra« atranhaa
ib. 7 Ja alla aom muitoa cavaleiroa da voaaa cotnpanha por veerem
maravilha
Ib. 1 3 JFo ravi todoa com ellea por veerein que poderia aer
ib. 1 Veem por voa veeram
ib. 63 Depots que comerom sairom porfolgarem
Vat. 274 Nom voa idea ond' ei prazer por nom falardea ecmigo
Linh. 284 oa fidalgoa portugueaea hiam a Caatella muitaa vezea por
ae provarem pelos corpos
Linh. 277 er rar am dando Ihea maoa conaelhoa por tirarem del mercee
Graal 119 Queriam-no meter em hüu inato . . . pelo matarem
Graal 138 Chegaredea d casa do Ret/ Peacador por averdea o aaniomanjar
do 8. Graal
Vat. 290 Levade-me voac'amigo Por nom leixardea mit bemtalhada
Volkslied Oa teus olhoa negros negroa
aäo gentioa da Guini:
de Guini por aerem pretoa
gentioa por näo terem fe. —
„ Aa arvorea por aerem arvorea
»entern golpe« gtte Ihc däo
1) Der Intioitiv der sich auf ein Collectivura zurttckbesieht, tritt hier wie de«
öfteren in den Plural.
Carulina Michaelis de Vasconcello«
209. Volkalied Ate as area do campo
suüpiram, de mim tem dor
por verem a crueldade
com que me tratas Amor.
210. Graal 117 As»i convidou N. S. todoUos companheirös da Tawla
Redonda por veerem as matavilha* do S. Graal
211. Graat 10 Ca por al nom fie eu viir tanta gentt aa minha carte senam
por veerem as maravilhas que averram a essa me^a.
212. Graal 85 Nom voUo digo por me hi ajudardes
213- ib. 100 Tolherom aos cavallos os freios e aa seUas por paacerem.
214. V»t. 272 Düed amigo em que vo8 mereei por nom quererdes comigo
viver
215. Gr. 28 E pella nom entenderem tomou se aa Kua camara.
216. Gr, 8& Ca nom queria que nenhüu de casa de Rey Artur ho hi aehasse
por nom saberem o que eile fezera
217. Graal 20 Esta espada trouve eu aqui peUo conhocerdes e pello
faitfdes aqui ficar
218. Vat. 274 Ca d'aqui o poss'eu guimr, mais por mi faeerdeg pesar
219. Linh. 231 [Escrevi esie livro] por os nobres fidalgos saberem
gram parte dos linhagtns
220. Linli. 278 Este Rey deixou emxempro pera os reys uverem boos con-
selheiros
221. Linh. 185 Este ordinhnmento fazem os cavaleiros do espital . .por se
colherem hy os cavaleiros
222. Graal Ante veeo na mais vil besta qve pode por prenderem ende delle
dend- ali-dtitnte os ricos e ospobres fa^anha domildade.
Daas in den alten Texten trotz der Üblichkeit dea pors. Inf. recht
oft der unpers. da steht, wo er heute kaum zuläsaig wäre, will ich nicht
unerwähnt lassen (cfr. Nr. 96):
Vat. 107 E poys que vos deua aguisa d'ir hi =^ de irdes
Boav 55 Non convem a nvs de nos en\ugentar com as gentes := de fioa
«nfugentarmos
62 v*u ali OS anjos asi como aprestes pera o def ender =: pera o de/en-
*erem
ttarom-s« os outros ßlhos pera con/ortar seu padre^)
dbmaelc entscheidet heute nur ia den Fälleo wo Eicheit des Subject«
il» wie in diesem Betspie). Der eine zieht vor zu eagen; ao negociar o
»lowatns drviam lembrar-se de que etc.; oder ja lh«s e possivel
ICO sem pisar territorio e^trangciro; coftservavam estes a liberdade
rudtif armao; mas tinham o« ouirots o direito de apreserUar'S«
Der andere eagt ao negociarem : sem pisarem ; d( utilisarem ;
I)er sPortugiesiflche" InBnitiv
121
tb. 31 entregou Abimelee aquel pofo a Abraani que Ihe aviam tomado oa setis
aervos pera dar de bever aos rjados eno desertö (denn diejenigen welche
das Vieh tränken solleD, sind doch wohl die Sklaven? tur Vermeidung
von Zweideutigkeit wäre der Plural des Inf. hier notwendig).
TÄnh, 187 Estavam folgadoa pera prender as crhtäo».
Hat man eine umfaDgrcichere Sammlung mit maDnigfaltigeren
Exemplaren vor sich, eo muss man die Fälle echarf von einander son-
dern, in welchen daa Subject des Infinitivs (das vorher unbekannt
und ungenannt war und vom Subjecte des regierenden ßmtum ver«
schieden ist), bezeichnet wird:
a) dnrch ein Pronomen [1) 1. Fers, sg.: t«, 2) 3. Pera. sg. : e/le elia]
h) durch ein Substantiv (3. Pers. sg.]
c) durch die blosse Fleetionsendung [es -mos- des -em]
d) durch Pronomen und Flectionsendung [-es tu ; -mos nos; -des vos;
€7)1 elles]
e) durch Substantiv und Flectionsendung \em oa Äome/w]').
Und diese fünf Möglichkeiten müssen als geschlossene Gruppe (T) der-
jenigen (II) gegenübergestellt werden, die alle die nicht minder häufigen
Fälle umfasst, in welchen das Subject des Infinitivs kein anderes als das
Yorangehende, durch Substantiv, oder offenen, oder versteckten Stellver-
1) La) -eu. Siehe Beiapiel 5. 6. 9. 24. 33. 47. 61. 67. 68. 69. 97. t56. -
•tUe: 10- 11. 35. 3fi. 74. 148.
b) 49. 84. 85. 86. 112. — 52 ganzer Salz.
c) -w: 56. 70. 76. 116. 135. 186. - -mos-. 14. 17 18. 20. 21. 29. 37.
71. 87. 101. 123. 137. 138. 187. - -des: 23. 31 38. 40 41. 42. 43,
44. 48. 53. 75. 108. 110. 111. 140. l41. 145. 155. 217. 218. —-««•: 2.
3 4. 13. 16. 26. 59. 82. 92. 93»», 113. lU. 115 117. 122. 124. 153.
154. 188. 189. 191. 215. 216.
d) -M tu: 9. — -dea vos: 11. 55. 107. — -em ella: 66. 89. 151.
e) 1. 7. 8. 12. 19. 60. 90. 91. 99. 128. 129 13o. 133. 136. 190. 192.
193. 219. 220. 221. 222. — 126. 190 gauxtr Satz.
11. et*: 95. 134. 150. — -eilet 10. 11. - -es: 77. 78 79. 120. 149. 172.
175. — -mos: 131. 167. 168. 170. — -des- 80. 94. 96. 98- 99. 125.
142. 143. 144. 146. 147. 157. 158. 159. 160. 161, 171. 195 196 201.
205.206. — em: 81. 82. 83. 88. 93. 96. 98- 104. 106 109 118- 119.
127. 149. 162. 163. 164. 165. 166. 169. 171. 173. 193. 194. 197. 198.
199. 200. 202. 203. 204. 207. 208. 209.
in. a) -m: 121. 175. 176 177. - -des: 180. 181- -em: 174. 178. 179. 210;
182. 183. 211.
b) euiSS. 34. 100. 105. — -e«: 54. 65. was: 15. 28. 184. — -des: 25.
30. 32. 39 50. 61. 64. 72. 73. 103. 139. 152. 185. 212. 214 ; poss. 45. —
em: 46. 58. 62. 102. 132. 213 j poas. oder indef. 27. 51 188, 214; 57.
L^fliroUna MicbaSlls de Vasconcclloa
treter bezeichnete Subject des regierenden Zeitwortes ist, dennoch aber
erneuter Ausdruclc deseelben kraft der Flectioosendung vorliegt. Als dritte
Gruppe (III) würden die Beispiele figuriren, in welchen das Subject des
Infinitivs das schon vorgenannte Object des regierenden Zeitwortes ist
[a) directes oder b) indirectes] und sich auf dasselbe (Für- oder
Hauptwort) zurückbezieht.
Abgetrennt konnten überdies noch die Fälle werden, in welchen
UmstelluDg eingetreten, d.h. in denen das Nomen oder Pronomen» auf
welche die Infinitive mit ihren FlexionsenduDgen (z. B. 173 und 25)
weisen durch dichterische Licenz, die bekanotlich ins Reich der bewegten
Prosa kräftig hinübergreift, erst hinten nachgeschickt werden. —
Mit Ottos früher schon berührter, und als äusserlich zurückgewiesener
Dreiteilung, deckt sich die hier vorgeschlagene nicht: er ordnet alle
Fälle pereonlicheo Infinitivs, ganz unbekümmert am seine Function im
Satze oder Satzgefüge als Subject, Object, Attribut oder Adverb und
um Art und Character des regierenden /initum, in drei Armeekorps,
deren Unterschiedlichkeit allein darin besteht, dass die einen als No-
minativ ein Substantiv, die anderen ein Pronomen, und die dritten die
blosse Flectionsendung bei sich fuhren. Meine Falle d) und e) werden
als Ausnahme zu 1, d. h. als überflüssige Pleonasmen nur beiläufig er-
wähnt. Wäre es da, wenn es sich eben nur um praktische Sichtung
und Schichtung handelt, nicht brauchbarer und aufklärender gewesen,
in sechs Manipeln die Ich -du- er- wir-ih r -sie- Beispiele zusammen
zu stellen? Geschteht es ja doch von selbst (nur leider ohne dass Otto
es anmerkte), dass unter 1. als Regel nur Fälle dritter Person Singularis,
unter 2, nur solche erster Person öingularis, unter 3. freilich solche
zweiter Singularis und 1., 2., 3. Pluralis vorkommen.
Was aus meiner ßeispieluammlung hervorgeht ist a) dass Otto und
Wernekke das Thema noch nickt erschöpft haben; b) wie ganz unzu-
länglich die schlichten Gebrauchsregeln der Grammatiken sind,, die den
Einheimischen und Fremden nichts anderes lehren, als dass er den In-
finitiv unveränderlich (also unpersönlich) halten solle, wenn das Subject
des „Satzes" zugleich Subject des Infinitivs sei, veränderlich aber wenü
der Infinitiv ein anderes Subject habe als das des „Hauptsatzes'*!! —
Zur Cibdareal- Frage.
Von
Carotlna MlehaMls de Vasoonecllus.
Herr Prot Emil Gesaner hat vor einem LuBtrum in einer dankens-
werten Prograramarbeit") versucht, der Echtheit des Centon Episto-
lario, welche früher bekanntlich mit bibliographiichen Argumenten und
Baohlicben Gründen schon mehrfachst kräftiglich angefochten worden
war, nun auch mit sprachlichen Waffen auf den Leib zu rücken. Er
stellt in seiner Arbeit geschickt und sorgaara alles zusammen was immer
ihm an der Orthographie, der Formenlehre, der Wortbildung und im
Satzbau, — leider nicht auch was ihm im Wörterschatze — des Brief-
stellers auffällig und befremdend erscheint, und legt dabei ganz bo<
sonderen Nachdruck einerseits auf einige Anachronismen^ und andrer-
seits auf gewisse kleine Genialitäten „so höchst bedenklicher Art,
dass sie trotz aller Sympathie für den geistreichen Boocalaureus dazu
Bwingen ernster mit ihm ins Gericht zu gehen".
und Resultat dieser erneuten gründlichen Nierenprüfung ist für
den Arzt und Richter die, vom unbekannten oder zweifelhaften Autor
des Dialogo de las lenguas, von Ticknor und Quintana auf anderem
Wege gewounene Gewiseheit, dasa der Centon die kühne Fälschung
eines gewandten aber gewissenlosen Stilisten aus dem Anfang des
XVII. Jahrhunderts ist — der ßlüthezeit der Fälschungen, (welcher
auch der port. Polyhistor und Camdesbetrüger FariaeSouaa entsprossen
ist), und dass jenem, trotz echter und rechter Kenntniss des AUspanischen
und im Speciellen der Sprache und Geschichte des 15. Jahrhunderts»
verschiedene Menschlichkeiten begegnet sind, die es möglich machen,
ihn zu entlarven.
Das Material zur Untersuchung lieferte, wie Rechtens ist, die be-
rfiohtigte Editio princeps mit dem Datum 1499. Gessnor hat dieselbe
mit dem Abdruck von 1790 (der sich auf die 2. Ausgabe von 1776
1) Berlia, College Fraocais 1885.
m
Carolina Michaelis de Vaaconcellos
gründet) und mit dem Rivadeneyra-Texte (Bd. XIII der Biblioteca)
verglichen, und dabei erkannt, das« die späteren Herausgeber, bona fide,
gewisse »prachlicbe und orthographische Extravaganzen beseitigt haben,
gleich als wären aie eitel Ürurk fehler. Dass aber trotzdem auch ihre
also gereinigten „Briefe" des Absonderlichen noch genug bieten, hebt
er ausdrücklich hervor, und operirt besonders mit den allen Ausgaben
angehörigen Eigenheiten. —
Dies Absonderliche und diese Kigenheiten sollen ihre Quelle in
des Pseudo-Quflttrocentiaten zwar umfassender aber dennoch aicht ein-
wandfreier Such- und Sprachkenntniss haben. Wie er Daten und
Ereignisse falsch angiebt, d. b. an dere als andere glaubwürdige Quellen,
80 soll er aufh als Schriftsteller dann und wann aus der Rolle fallen:
einmal dadurch, dass er in dem Bestreben, die künstliche Patina des
Altertümlichen über seine natürliche Rede nuszubreiten, allzuweit geht,
Formen erfindend welche dem Ofiste der »Sprache widerstreben — die
eogenannten Genialitäten. Ein ander Mal dadurch, dass er nicht
weit genug rückwärts greift, und ohne Wissen und Willen jüngere
Bildungen, die erst dem 16. Jahrh, angehören, in die ältere Sprach-
epoche verlegt,— A nachroniamen producirend, wie das eben Fälschern
60 zu gehen pflegt.
Hat Professor Gessner Recht? beweist er was er beweisen will?
Ich beabsichtige nicht, das Endergebniss seiner Untersuchung —
das Factum der ünechtheit - an und für sich anzufechten*). Es
kann richtig sein, auch wenn einzelne sprachliche Nachweise ganz mis-
glückt sind. Was ich aussprechen will, ist nur dass 0 's Beweisführung,
so interessant und lehrreich sie auch ist, doch mehrfachst hinkt.
Mit der Zergliederung der .Sprache eines Autors, der im Verdachte
der Fälschung steht, ist es immer eine heikle Bache. Voreingenommen-
heit ist ein Vergrösserungsglas. Lesen wir nicht alle das Französiscb
1 ;• lob moBs miL'h jeglicher Parteinahme Über Echtheit oder Uoeehtheit des
^>D(OD suDHchst eDthaltdo, weil ich tielbstäDdi^ noch zu keinem völlig sicheren
''■aifls gekommen bio ; wns nber von Andereu bis beute vorgebracht ward,
noch nicht. Mancboa spriofat flir Fälsrbung. Anderes ist noch zum Aus-
«"ingea. Ist ducb nucd nicht einmal tostgestcitt worden, seit wann der
der 8p*Ti. Li(t>'ra(iir eine Rolle stielt, d h wer ihn zum ersten M«l er-
"«lohen Bibliotheken die ersten pxeuiplare der Ed. 1490 auftauchten.
\9 Bibliothek ihn nicht besessen, Argotn de Molitia ihn niclit
lenklich. — Doch erinner« man sich an die, für viele so un*
ek'he y. B. <\\a Amadis- Frage genommen hat, seit der Gan*
mi flas Leonorcta-Liedchen als Werk eines Lobeira offenbarte.
I von Braunfels fiel mitsammt ihren GoroUarien.
Zur Cibdüreal - Frage
125
eines ScbriftatellerB, welcher deutschen oder italien. Namen trägt, mit
einem gewiesen Miastrauen? und nehmen Anstoss an Idiotismen, über
die wir uns keine Skrupel machen worden, wenn wir ihnen bei
verbürgt-autochthonen Franzosen begegneten? Die Entscheidung darüber,
ob eine einzelne Wortform oder Sntzkonatruction möglich oder unmög-
lich, erlaubt oder unerlaubt, zulässig oder unzulässig ist, oder es zu
einer bestimmten Zeit war; ob der und jener Autor diesen oder jenen
„Sprachfehler^' gemacht haben kann, wird selbstverständlich manches-
mal leicht, manches andere Mal aber auch recht schwierig, oder über-
haupt gar nicht zn treffen sein.
Im vorliegenden Falle gehört jedenfalls ein gut Teil Mut, oder
richtiger die vollkommen naive Keckheit des Kurzsichtigen dazu, um
ein behauptendes ja oder nein auf Grund der bloss sprachlichen fn-
dicien zu fällen.
Ohne z. B. die ablehnende Haltung von Amador de los Kios, Tick-
nor gegenüber, irgendwie gutheissen zu wollen; weitentfernt davon sein
Spötteln über don Fremdländer zu billigen, der es sich anmasst, über
Echtheit oder Unechtheit spanischer Schriftstücke abzuurteilen , gebe
ich, durch eigene Erfahrung gewitzigt, doch zu, dass der gelehrteste
Fremde, solange ihm vornehmlich die tote ßucbsprache vertraut ist,
solange er nur die in gewissem Sinne starren, klassischen Satzungen
als berechtigt ansieht, allzu geneigt ist, und geneigt sein muss, vielerlei
für unerhört und sprachwidrig zu erklären was die lebendige Volks-
sprache freiherrlich aus sich herausgeschaffen hat, unbekümmert um
Rechte und Gesetze, in dem Spielräume den sie für ihren Willen (oder
sagen wir für ihre Willkür) in Anspruch nimmt.
Dies kleine Misgeschick ist Herrn Gessner widerfahren: die Ab-
sicht, den Beweis der ünecbtheit zu erbringen, hat ihn allzu raistrauisch
gegen den Angeklagten, der Umgang mit den dogmenreichen Sprach-
gesetzbüchern ihn zu strenggläubig gemacht. Dinge, die er für un-
möglich erklärt, sind factisch geschehen.
Der frische ßaccalaureus, der so schlank von der Leber weg
plaudert, ohne ein anderes LeBepuhlikum als den jeweilig Angeredeten
im Auge zu haben, (gleichviel ob wir darunter den unbekannten, durch
Hofgunst des 15. Jahrh. aus dem Dunkel der Masse hervorgezogenen
Arzt Fernan Gomez verstehen, oder einen geborenen Grafen de la Roca,
der sich im 17. Jahrh., mit oder ohne Hintergedanken, mit Chatter-
tonschen Kunststückchen befasste) er hat, wie ich zeigen werde, in den
Briefen des Centon wahr und wahrhaftig manche rein volkstümliche
und gar nicht hofgemässe Worte, Formeln und Constructionen an-
gewandt, in viel reichcrem Masse noch als Gcssners Arbeit es vermuten
12ß
Carolina Michaelia de. VaaconcelloB
läeat. Ea aiod Vulgarismen oder Pro vinziali amen, jedenfalls aber Bil-
dungen, denen die eigentliche Schriftsprache gemeinhin epröde den
Rücken kehrt. —
Wie nun, wenn die Sonderbarkeiten aeiner Sprech weise Idiotismen
seines Mutterdialectes wären? wenn z. B. die anstoseerregende populär-
phonetiBche und nicht litterariech - etyraologiscbe Schreibung ciftdä de
Burgos auf dem Titelblatte gerade im Zunamen des Autors wurzelte,
durch welchen ja sein Geburtsort angegeben wird? d. h. wenn eie aus
der alten Mancbahauptstadt Cihdärreal herataramteP Ohne deren Sonder-
mundart zu kennen , sollte man^ meines ErachtenSf das Endurteil über
die Sprache des Centon überhaupt nicht fallen.
Viele der Eigentümlichkeiten, welche Gessner hervorhebt, diz für
dize\ ßz für fize und ^20; ech/i für echad\ fa^a im faga\ far und /on
neben faer her hazer] vedo veda veder^^ mit erhaltenem interrocalischem
-df wozu sich vada gesellt; andi neben andHve\ veniH neben vendre
und venri etc. gehören zwar der archaisch en Sprache an, sind aber
auch heute noch an den verschiedeDsten Stellen der Halbinsel durchaus
yolksüblich. Will sagen, sie haben sich eben erhalten; sie exiatirten
wie im 13., 14. so auch im 15,, 16. und 17, gerade wie im 19. Jahrh.
Die Möglichkeit, daae der Verfasser des Centon sie also der Sprech-
sprache seiner Zeit entnommen, läsat sich absolut nicht beatreiten.
Manches freilich bleibt auch mir bedenklich. Zu mancher For-
mel — en dentro y enfiterOy — de muy aina — de en adelante —
sohra de — /aafa de — para a — kann ich keine Parallelen liefern.
Die Erhaltung des intervokaliachen f^in veder^) und veda will wenigstens
nicht recht zur Tilgung des auslautend gewordenen, ursprünglich auch
interrokalischen d in echd ciudd passen, und noch weniger zu fuescis.
Überhaupt ist es diese letztgenannte Form welche nächst ca, von dem
gleich die liede sein soll, in meinen Augen am schwersten ins Ge-
wicht fällt.
Sie scheint in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (1429) ver-
früht. Darüber hilft selbst die Doppelbetrachtung nicht hinfort, 1) dass
in /uesf'dfis , und seines Gleichen, d.h. zwischen gleichen Vokalen, die
Media am allerfrühesten verstummen rausste; und 2) dass ja alle Ent-
wicklungsstufen, ehe sie von der Schriftsprache sanctionirt werden, im
Munde recht zahlreicher Glieder der Nation gang und gäbe sein müssen,
BO dasa sich sehr wohl versprengte Vorposten, wie später isolirte Nach-
1) Im 14. Jahrb. war sie 000h gaos üblich: Berceo keoat nur Formen mit d.
viedo Mil. 225; veden Mil. 32; vedienäo ib. 383; t'ieda Loor 89. 90; veder ib. 96;
viditron Mil. 383; vedie Dom. 392; vido ib. 398; vidien[t] ib. 565. —
Zur CJbdAreal - Frage
127
zügler, über die eigeotlicbe Area einer Lautentwickelung hinaus ver-
loren haben können.
Die heillose Verwirrung, welche der Briefsteller zwischen ca {qua
und quam) und que angerichtet hat, ist noch schwerer zu erklären. Oft
ist im 13., 14. u. 15. Jahrh. im Einzelnen ca für das (etymologisch und
functionell) ursprünglich davon getrennte que eingetreten, — in solchen
Fällen wo die Functionen beider einander ähnlich sehen. Doch hat
tatsächlich — so weit — ich blicke kein einziger Text die entschiedene
Bevorzugung des allmählich durch ijue ganz verdrängten, oder selber zu
«/»<«' abgestumpften ca so weit getrieben wie der Centon, der es sogar
an Stelle des Relativpronomens und des konsecutiven qxe treten läset.
Ist eine so schroffe und so beispiellose Stellungnahme eines Autors
denkbar? und noch dazu eines Autors, der sich sonst an Sprachgesetz
und Regelzwang eben nicht ängstlich bindet? Oder können auch hier
Diaiektstudien die aufklärende Antwort geben? F^alscho systematische
Verballhornung des OrigiDalmaDUscriptea durch einen Kopisten oder
Drucker ist unwahrscheinlich. Sollte das Manuscript von 1429 que und
qua =: ca wirklich durch ein und dieselbe Abreviatur (q?) bezeichnet
und Seine Verwerter im Jahre 1499 ein für alle Mal das altmodiaohe
ca als Auflösung des Zeichens benutzt haben?
Über jegliche der von Oessner sonst angeführten Laut- oder Wort-
Unregelmässigkeiten licsse sich ein Kapitel schreiben. Ich unterlasse
es, weil es doch zu keinem Resultat führt, und weil Gcsener die meisten
der fraglichen Formen gar nicht für absolut unzuläaeig erklärt, sondern
sie nur misbilligt und ihre Existenzberechtigung vom Standpunkte des-
jenigen Kastilianischen anzweifelt, welches die bekannteren Litteratur-
werke des 15. Jahrh. in Prosabriefen an hohe und höchste Herren bieten.
Meine Einwunde hätten also nur Wert, wenn sie aus höfischen Prosaisten
des 15. Jahrb. stammten. Solche aber kann ich nicht bieten^). Darum
I
1) Eins darf jedoch nicht anberlichttgt bleiben. Geasoer kennt die altspan.
Formeln debuena mtetUe; de hoa mente\ de tnala miente und das port, de tnd mente;
ja ihm iBt de nova mente aus dem von mir verÖffeDtlicbten WeibDacbtssptel nicht
enlgaogen, und doch erklärt er das spanische de nueva mente bei Cibdi'ireal für
fa«t »Derbürt! — Das begreife wer*» vermag! — Ich begottge mich damit, auf
einige weitere Fälle auftnerkaam zu machen, in denen mente aelbatändig auf-
tritt: de muij huena mien/f Chronica« I p. 78 u. 184 ; muy de buena miente
ib. p, 86; de buena miente ib. p. 79 und Alf. XI 430. 533. 1012. 154ö; cm
primeira mente Livros de Linh, 175; de ^ana mente (= »atn et sauf.)
Provincia 1889 Nr. 26; de nova tnente Rom. Agor. 52; de tüo boa mente
Gaoc. Pop. 106; a maa mente Docam. d'Evora 49. —
Zu tanmientra stelle ich tamalavez tameömente tamwe«*
Zar f'ibdj'ireal Frage
120
I
I
I
I
als man gemeinhin annimmt. Geaener aber schliesst daraus, der Casus
piirjuuh erHcheine unter einem ganz anderen Lichte als ploguulo, sinte-
mal und alldieweil die alte Sprache neben oivir noch ein „allerdings
auffallendes'^ t;/8^w/r als vollständiges schwaoheaVerbum gekannt
habe!
Als ob dem vollfitandigen Verbgebilde viaquir 'nicht erat eine un-
vollständige Einzelhüdung, visqtiiö oder visquido, vorausgegangen sein
raüsste! und als ob die sogenannten vollständigen Verba überhaupt
anderswo als auf dem Papiere exiätierten! —
Mir und jedem Unparteiischen erscheinen beide Fälle in durchaus
gleichem Lichte. Die Vulgärsprecher der Halbinsel, deren Originalität
noch immer unterschützt wird — so dass man z. B. an die spontane
volkstümliche Zeugung des persönlichen Infinitivs nicht glauben will —
haben, nicht etwa in wenigen bestimmt und eng begrenzten Üialecten,
sondern aller Orten, wo sie frei und fessellos walten, die ganz begreif-
liche Gewohnheit, jegliche Zeitform als selbständiges Ganze, als Wesen
für sich anzusehen, und nicht als blosses abhängiges Glied und TeilstQck
eines solchen. Coitadmhos! Conjugationstabellen kennen sie nichts die
Armen! und haben daher nur ein unklares und besonders ein höchst
unvollständiges Bild vom Verbalbau im Kopfe*). Besonders entgeht
ihnen die Zusammengehörigkeit solcher Formen, in denen der Stamm
verschiedene Gestalt annimmt, wie^ in der Geschichte der Wortbildung,
die Analogieschöpfungen es hundertfach beweisen.
Sie entspringen dem bekannton Bestreben, Einheit herzustellen:
Einheit und Unveränderlichkeit der Wurzel innerhalb der verschiedenen
Zeiten eines Verbums: Einheit der Endungen innerhalb aller Zeitwörter
eine Klasse. Nur irrt man, wenn man meint, die Sprache erreiche ihren
Zweck bloss vermittelst schlichter Ausmärzung der isolirten starken
Perfecta und Participien, und Ersatzeinfügung schwacher Formen nach
dem üblichen Schema: nach dem Muster von lüaci für plague piuffUf
und eacrtvido dizido an Stelle von rsei'ipto dich). Auch in der oben
angedeuteten Weise wird verfahren: die isolirten starken Participien
und Perfecte und Präseosatämme werden zu sporadischen Weiter-
bildungen, mittelst Anfügung der schwachen Endungen, benutzt. Weil
aber dies Verfahren viel seltner Anwendung findet, ist es weniger be-
kannt, und darum erscheint es barbarischer.
i) Ich habe z. B. beiurrkf, dass wenige port. Menschenkinder so recht im
Stande sind, sich die scbematische Jmperativkonjiigation der Gramwatiken mit
ihren .Sprüngen vom Imperativ in den Conjuactiv einzuprägen, und dasa die
2, Pers aller Verben ein Schmerzenskind der armen Examinanden sind.
Itnm&utacbt' Foruibuuifpn VII. l^
130
Carolina Mkhai'lia de Vaaconeelloa
Die Angleichung an die numerisch so nngeheucr viel zahlreicheren
Participien II. und III. Konjugaton in ido. und die Perfecta in h ist der
gewöhnlichere, regelrechter© Processi. Die Sprache geht auf dieser Bahn
stetig vorwärts. Zu den, aeit Jahrhuuderten anerkannten schwachen port.
Participien von ahrir acefider alendcr bfuzrr c'nKjir cohnr ralhcr convr
cozi'r eleger erigir exiinguir frlgir imjtnmir hn^olver morrcr nancer
omittir oprimir prender surgir suspender tingir tolher bietet die Volka-
Bprache der Schriftsprache als Zukunft&gut ?.. B. escn-vido (sp. cscribido)
dizido ndo pouido rf&pondidO} so verachtet sie auch heute noch
Bind»).
Alle fünf leben im span. und port. Volksmund: wer hier wie dort
mit den „Kindern der Erde" verkehrt, kann eich davon ohne Mühe
überzeugen. Schriftlich fixirt konstatire ich: a) Vido als Erbgut des
14., 15. u. Iti. Jahrhunderts aus Berceo's Dom. 398, aus der Conq. de
UUr. 477 und aus Valdivielso's Romancero p, 11 u. 319; h) escnwido
und fscrihido (daa heute in der Keimformel Indo e vscribido^ Udo e
escrevido^ ^lese- und Bchreibekundig'' == „belesen und beschrieben" sehr
beliebt und vielgebraucht ist) aus Valdiviclso p, 326 und den aktuellen
CueQtoaAragonese8p.70; c) nupo» dido folgere m an aus /« rrnpöndida
für/d re^pu^.v/a im Romancero Zamorano p. 282; ^) ponido^ das im
Port, aus lautlichen Gründen fehlen muas^ aus einem kastil. Volks-
liedchen bei Lafuente I p. 370'').
1) Ändereraeits aber bildete daa port. Volk auch einige aetie volUöneode starke
Participien, natürlich nur ADalogieen zu audereo bereits varbandeneo : zum alten
comesto (daa nur iJO<^h im Sprichwort sein Leben fristet,' püo comesto^ cotnpanhia
desfeitä) schuf der Beirao das Part. beheBto^ um eine Reiuiforrael mehr zu be-
sitzen ^ zum litterariscbeu iHsto stettte im g^lekben Bestreben der Portuense das
seltene ouvidOf neben dem noch havisfo und compristo für hatido und cmnprtdn
ans Tageslicht wollen, — Wie man siebt, begünstigt also das Volk die Participien mit
8t. — Visto hat, nebenbeigesagt, In meinea Aug^eo nicbts mit dem iterativ xnsitare
zu tUQ; aiHstar ging nicht voran, sondern entwickelte sich erst aus vUto. Dies
entAtand nuerat als Anlehnung und Reim zu quisto in den Formeln hem visto
malvi»toSL\& Antwort auf han quidtu utalquido — die ihreraeits auf lat. quaesitua
fUr quae^itas weisen. Uraprönglich waren ab Participien von querer und rcr
qtiüito und viso vorbandenen: quinio glich sieb dann riWfo, und viso i^licb aich
quüo an (Canc. de Baena Nr. 18 u. 6), so dasa zeitweilig die Doppelformeo vi«o
quiao und t>igto quüto nebeneinander hergingen. Zuletzt aber mussteo quiso und
DISO den atärkeren FormeD roit at das Feld räumen. —
2) Solange poer lebte, war poido mOglicb, doch kollidirte es gefährlich mit
poido puido von puir puUre. —
ar Gf bdAreal - Wage
El cencerro de la vaca
de tu madrc qric estii cn gloria
lo traigo ponido al cucllo
por tenerle c»i la mcmmia.
Eine zweite Beweis -Coiila folgt weiter unten (Laf. I p. 365).
Von dar bildet der Aragooeae, nach Muster aller übrigen Zeit-
wörter I. Konjugation, für dieron die Form daron (Cuentos p. C7).
Die seltnere Verwertung starker Starame stellen nachfolgonde Bei-
spiele ausser Zweifel:
Von ou^o, lat. audio = ich höre leitet der Galltzier den In-
finitiv ourav otizar ab, womit man das port. ter hoofi onraa vergleiche =:
ein gutesGehör haben. Von /.v;/'o folgert der gemeine Portugiese auf
das amüsante vejar. Ow:ar und vejar sind vollwichtiger als vet- und
oh' {ou\v\ir).
Nach dem Rufe isca {hi.sca)^ mit dem man in Gallizien die Flübner
aus verbotenen Paradiesen scheucht^), vom \&t exiat also, formte man
isca>' = *■«/»" fortgehen. — Besser ist es ein isco = exeo als Aus-
gangspunkt anzusetzen; beim Ausgange von isca hätte iscar wohl eher
den Sion fortscheuchen angenommen.
Aüi fago d'tgo und trago etc. weisen die Infinitive faguer diguer
traguer und ahnliche andere in Gallizien sehr beliebte.
Das vuigärport. nuo mv iihtso ^ ich irr mich nicht ent-
stammt dem Gedanken an das starke Partieip Uluno und an das Haupt-
wort Ulusäo.
Zu venho lat. venia gesellt sich gall renken (peuen z.B. Rosalia 3.)
und port, /e«A<?m tenem für fem, denn so, zweisilbig, spricht man in
Tras-os-Montes; besonders in Romanzen, deren ursprünglich aaturische
Zeilen tientm enthalten. —
Das starke Participium /nVo. von welchem, nach xahlreioben und
allbekannten Vorbildern, das Participialverbum f/itar geformt wird, er-
scheint im gall. Schwesterdialect zur dritten Conjugation geschlagen,
der ja Jr/gir angehört, und so entstehen fritir und fntiäo.
Das starke visqui visco modelte, wie schon gesagt ward, bereits
das älteste dokuraentirte Spanisch zu schwachem v atiul visfjuiö um.
Daneben kann ich noch als heutigen Tages vorhanden quisi/j von
tjuis, pmi6 von ptis^ frifjw von /rt{/", und zweifelnd, als altes Schaustück,
imdt'o von pud aufweisen. Eins und zwei ertönen in einem aragonesischen
äciielmenliedcben:
i) Ein Kinderreim lautet: Hisca d'ahi | galinlia maldiia! hisca d*ahi \ non
mat€l-a pita! Hieca d^ahi \ galinha ladrotM, hisca d'ahi | pra eas de tua donal
9*
132 CaroHu MiobaSlit de VaMonoellM
y f» «uub« NO fVMtö/
ioMKeo lo «cwjNntf/ (LaftieBte).
Dm dritte in einem ihnliehen Sohengedicht, weichet beginat: Itr «rate
9i«r t0 itnft (ib.). Den vierten Zwitter liefert Bereeo [Diei 11 184 diwekt
ptidUf doeh bietet der Text podi^. Er sieht jenen BUdnagen je «ehr
ihnlieh, doeh kann einÜMhe, aehwaehe Abldtnng von Infinitiv poier
nicht flir nnmSgtieh erUirt werden. —
Vom Perfeotun tmbe [teve neben Hve für Ptvn = f€mmi\ geitnte* der
Anigoneae daa nnbeaaatmndet kniairende Impetfeefaim Im6mw^
1) lokbiaairaichtgawUardarifter.obtaMmlBp
peifeel«B iat Im entea FUle wire aa Stelle dea PriEKsaiMaaeB dar FatfeBt-
•Um getretea, aad ea gehfiito Uather. AadereafidU baadelte ea aiek aar ■■
Se<fixveita«Mha^. Daa Beiapiel, «elehea ich aehwan aaf «äaB iiilauiJBi kaaa.
liaat Zweifel aa: Jp0almrom do« Armfemgttt « e&mer ceramt jr dinff da «m fw
M hähim Umfmio io$ hmetM, pregmmti el nbro: pmet f«r lat taAimmf <- Imhmm
wie Upmwm wina beid« hier a^eta«ekt; das ktttere wft« aekr ia Geiabe der
PeaiwBlarea. Bei Gektceabeit der hibaehen ToladtaaÜebea Fteiaetm tmcm küM
dusM ^pe» ^MM «nom fn^^ — Diea, Gr. 11 ISI; Dialap p^ Ms ISEaa 317:
S£ de Knada lt2,SU: i51,4«0; ULMS a. Mi — aebea weiehea aBgBffher-
weiae aach mpoK capm emxee teusos «mcm dsaeoii mmmsem liuKiiidiiii oadaadi
beatabea ~ habe iek eoboa frfiber der S5g:1idikeit fedaelit, daaa aaeh an vei^
ktaaet PlaaqaaaperfecatBB exiatiit bähen ktene; fadSeb war ieh an XaeÜd
darfiber oh es ftfCMUi oder tvriam lautere. Eine Sfiraebe, weksbe statt /«rtero«
rvron fonate, voa der dritten Penon Sin^alaru two anageheDd and deraelbsB
knrx (nnd aeihr gaVi das Plnnüaeielien n utifigeDd . aBch AnJocie der Friaeaa-
hildang tupo tmnoi» wie am« amtm. fpüerr fmierrti, timt timem) bitte f&r tiaweiw
aacb «vf*aH eiatrerea laaaen kfianea, olme i^h^^wiAt daranC daaa iw noaqaaa-
perfecmat ja soboa die SiaifnlarfonDeii dreinibig waren, nad daaa eben aar m
der 3 Per«. P\ der rntereohied cwiecbei) Perf. n. Pioeq. bloaB in om aad um "iag.
tvro typtstf tun turtwof twruitrf tuTieron: turiera tuvienu tmoiera tmviefumm
tutHtfrr.^ tvr.rroh). TvriatL. mit erhaltenem t, bUeibe als Piwq aehwer ventiad-
lieh — als Imperfenrua nicht. - r»enn an Ansfall des tontrafreodea er [tmn[er^'\
ist «'ohl kaom so denken. — Ein^treten ist er freilich tataublieh im Aragtmeaiapbmi
in qummi für quir.^t usw.äi': tttqiuo fia »igiucrf. : guioffsBi qmertt. quia für gwiera.
Doch bandelt es sich irewias nichi um einfarbe lAnteDtwidselnag. Man qniidit
nämlich mit h<»chst eigen&rtif^ AeconTi-ersebiehiiiig quw qtu» quit nad dem eat-
sprechend wohl anch tttqutt.. Ob man etwa halbbewnsA quio quitt- quid eiBaObig
maehtf- nnd nach m r^ i ummodelte '- oder rief das attverbttr^ quüt pon. fmie
fbr qu^rrrt- erst die hurleski^n quui and quu und qum barvorl' oder gab aa ataa
dir Betonnnf; n Air u * Man A'ergipichr puf für vue^. das vennmlioh doeh dardi
imf, tiindnrrbgiug pon. itof.« . und stelle 7b quu nocii das aatarisobe eiaaübige
tu = urn' und pui = putfif so wie die verkfimen pon_ laiperative /maridoj
.»a-tn. ruVlo . die freilich anders anfsoftueaii aind.
Ztir Gibdäreal - Frage
133
daher stammt dae hierher gehörige, länget bekannte tov-mtdo neben ten-
, iendo.
Zu dem regelrechten Vertreter des lat. cupioy also zu qtiepu, gesellt
der Aragonese die Analogiebildungen quepea und (juepe an Stelle vou
caiies cabe, gieich als gäbe es einon Infinitiv queper. Und es sieht
wirklich so aus, als träte queper neben vis uir; denn folgerichtig, ob
auch noch so „sprechwidrig" hat er zum Participium ijuepido geführt.
Es ist der Mühe wert das folgende beweiskräftige Anekdötehen zu
citiren : A*jui yo no qiiepo! — Redios! tlicf <jue no quepe!
puts i/o bien he qttlplflo-
Nach diesen Proben, zu denen ich noch vulgarport. saibido hinzu-
füge — t* roma Haibifhi — von xaibo = Kopia = ich weiss, kann
ich wohl die Haupttreffer ausspielen, welche die Echthüit von Cibdareals
ploguido ausser Frage stellen.
Es sind die Participien qnesido vom starken i*erfecta quis, und
sitpio i. e. sapido von .sw/f. Die Existenz des ersteren ist dreifach ver-
bürgt. Erstens heisst es im gelehrten Dialoge de las lenguas (p. 66
der od. 1873): Cual fenetft por tmjor deciVf querido 6 quesido? Yo
nuncajamas rscribo quesido sino querido, jtorqur tienr dr i/urrer. —
Zweitens bedient sich, trotz der Erörterung des gelehrten Humanisten,
der Dichter 8ä de Miranda der fraglichen Form: Ntmra han <jUfsido
cO)if<tfjo lUrarnu' (112, .i 4. i der Ed. Michaßlis). — Und drittens finde ich
sie in der altberühmten Lararomanze Ay Dioa que buen caballero, die
8cit 1550 zahllose Male gedruckt worden ist: iihic e.^ aqucsto , Dotla
Lambru, qniett (r ha quesido euojar tWolf I p. 68). Qinftitfo ist also
schriftgemäss gewesen, und es ist nicht schwer zu sagen, weshalbV Weil
die in volkstümlicher Weise vom Perfectstamm gebildete Participialfurra
zufällig mit dem klassiscb-lat. , im Vulgärlatein aber verlorenen quae-
sHum zusammenfällt Existirten nicht nup'ffio ploguido — und saibido
fritido — ijiu'pido — man könnte an Erhaltung von quaesHu?n glauben.
Wie die Dinge aber liegen, halte ich meine Deutung für realistischer.
|8. 0. p. 130 die Anm. über quiso und quisto, die ältesten Participien
I von qaenr.]
Supi[d]o stammt aus einem aragonesischen Schelmen -Volksliede,
dem ich schon den Beleg für trnß und ponild\o verdanke:
La cinta que te truji
xi yo lo jucra sttpio
en em endinn cintura
HO te la jueras ponio (Lafuente I p. 365).
Wunderbar und unbegreiflich erscheinen mir diese Bildungen jeden-
falls nicht: wunderbar ist es höchstens, dass es mir überhaupt ge-
134
Carolina Michaelis de Vaacuncelloa
lungen ist, gedruckte Bewüiae für ihre Existenz zu aammen zufinden, denn
ihr Wirkungskreis ist heute noch, und bleibt wahrscheinlich für immer,
ein aehr niedriger und enger. —
II. J^n pos 8uya.
Carta 67, *s Los cabalhron dfilante, S eti poa mya los otros ginetes
& loa peones empues.
Zuvorderst bekenne ich friink und frei, dass mir diese Conatruction
niemals Bedenken erregt hat, wie früher p/of/nido^ nocb je mein Sprach-
gefühl irgendwie verletzt hat. Ich habe sie immer für einen kecken
aber keineswegs nnschöneti Vulgarismus angesehen, und bin noch heute,
trotz Geseners Einwand, der Meinung, dass en pos suf/a^ tuya, miiiy nmstra,
vueMra und en pos dd, della, deilos, dellaSy gleichwie ploguido und
seinesgleichen, besonders in pikaresken Strassenlicdern, in dialektischen
Litteralurproben, und in der real istisch- gefärbten Sprarbo der Posse und
etwa des modernen Romans, seinen Platz hat. Bei genauem Suchen
würde man ihn schon tinden.
Es handelt steh um Erhöhung einer Präposition zum Substantive.
Das Gegenstück, Erniedrigung von Substantiven zu Präpositionen hat
ja nichts Befremdendes» man denke an hazkt (dial. haza) an cara und
cardo, an caho und cabef an jj^ und ähnlichcüV). Auch Ableitungen von
Verhältniswörtern sind vorhanden: trascirüf diantetra, avautal, delantal.
In beiden Fällen gehen Bildungen wie ao mtu p6 und p^ de mim;
rabo d'dk' und o sen raöo, 4 mhiha rabcint, a par dellc, also Possessiv-
und Präpositlonalkonstructionen, als vollkommen gleichberechtigt neben-
einander her.
Ueberlegt man sich, mit welcher Freiheit das Portugiesische In-
variabilia z. B. sogar blosse Suffixe wie das, Adjeotiven eignende,
Augraentativum und Pejoralivum ?^//o^ die, Substantiven zugehörigen,
doch auch auf Pronomina und Verben (!) angewandten Diminutiv- und
Augmentativßilben -üo -ots -inho ■zinho'^], wie es ferner avo zeitweilig
adjectiviren und substantiviren kann; erinnert man sich an die Be-
handlung ganzer Sfitze und Satzteile als wären sie Hauptwörter {diztpits
pens^ques dixemea mamoia oislo pcsamc quehaceres bknteceo hazmereir
1) Cara aqui, cara alli,
Cara alb\ cara aculhn t. B. bei Siinäo Machadn und Quevedo; pc vitilfaebst'
im Borcittbischen ; rabo im groben rurtu^iesisch.
2) Id der fanülifireii Sprache aind Zärtlichkeitaausdrllcke wie hijito mittQ \
üblich (besondera Im Andalusiscbeti). Der Rrüailianer sulieot sich ni ^ ' *'
(Sie-cheo!) uma:inha und fotzitdto estotiztnho cHnsinho qucrsii
Crtdinho! ein aaofterea credol bort ninn auch hier su Lande alD
Zur Cibdäreal - Frage
nonadaa nones etc.]; au der Loalöaung der Flectionsendung der 1. Person
Plnralis imos) vom Verbura, und UmstempeluDg derselben zum Personal-
pronomen; an die Stellung, welche das trennbare Präfix rr [und ver-
doppelt arrr\ und ar und per in der alten Sprache gespielt haben: an
hudes für //r/y de und htwirw für häv de; und zieht man überdies die
auBschliesslich reflexive Bedeutung des adjectivischen Pogseasivpronoraena
3. Person in Betracht, dem auf der Ilalbinsel der Genitiv des Personal-
pronomens so scharf gegenübersteht dasa^ffw sna: 8n *'«//ü nie mit d'elle
d'eVa d'ellcs d'eflas dfl dvUu dälos dt'lhts auszutauschen sind, so wird
man auch der Erhöhung von pos zum zeitweiligen Substantiv nicht so
schroff wie Prof. Gessner ein gebieterisches Halt! zurufen.
Alle zusammengesetzten Präpositionen mit folgendem de könnten,
meinem Gefühle nach, das gleiche Schicksal haben. Eu />os de dfos;
en contra de dlos; en pro de ellos ermöglichen, oder bedingen fast, für
diejenigen Fälle wo das Vorhältnies ein reflexives ist, dio Verwand-
lung zu ni jjos sHifO oder suya\ en pro suya oder siiyo', en contra >:wio
oder Buyu.
Die Oeschlechtsbefitimmung muss in solchen Fällen eine willkür-
liche sein: pro wie timfru sind im Spanischen und Portugiesischen bald
männlich, bald weiblich. Der Spanier gebraucht seit Jahrhunderten
Tag für Tag die Wendungen 6'/ pro ij et contra ^ sagt aber auch bis-
weilen el pro y ia contra (Celestina XXI). Weibliches pro spricht er in
tnaht prft nif hicUse nb. IX), lnunu jiro te hiigu ; hictlo jwr ruestra pro
(Homanc. Wolf, 68») : neuerdings überwiegt überhaupt das Femininum in
Schriftwerken^ vermutlich weil die Oelehrtt'Ti an die humoristische Ab-
leitung von prole Nachkommenschaft glaubten'). Auch die
Portugiesen rufen aU Prosit! lioa prol te fu^af In alteren Denkmälern
ist das MaHCulinum vorherrschend, wenn es nicht ausschliesslich herrscht:
Ich kenne z. B. a neu prol (Prestes :^^^2); mens pncati^o» t meux proes
1) loh trenDe es Belbstveratändlich ganz eotschiedcD daroo, uud betrachte es
entschieden als alte Präposition. Form und Bedeutung verlangen es. Von
ehkommeoschaft bis zu Nutzen, Vorteil ist der .Sprung denn doch
etwas heftig 1 Und im Spanischen ist eine Form jtrol mit l nicht uncfaweic-bar: nur
pro, und ganz vereinzelt auch willkommeoea pröd^ das von Gelehrten aus prodeitse
erscltluttsen scheint, als Plural nur jnörtt; im Port. Hgurirt zwar neben ^iö auch
prol, doch i*t pro dio gute alte unendlich oft lumulzte Form; und das «päter an-
gefügte t entstammt nlli-r Wahrscheinlichkeit oarh der ott bekundeten Antipathie
des Westen« gegen betonte Auslautsvocalc [et periU ncWn pcrian für perü; Ber-
xebul, Noel, Andrei], es kann .iber auch einem verk<«hrten Kücksoblusse Hua
d«n Plurnl prues das Dasein d.-iukeu. Man adilos» von proei* auf prol wie von
sote foes caraco€* auf «oi rol caracol.
im
Caruliua MicbaSlis de Vascoacelba
(ib. 349); ospn'fs eos confras; os proes e percalQos'^ os contras da vdhice;
bvm pro Ihe faca; dar os prolfaras und altapan. el ff ran pr6 (Chron. I
p. 209). — Unbestimmt bleibt dae Geschlecht in su pro |refl /a Reimt
mtendiö que n<yit era .«« pr6\ (ib. 122. 142. 304. u. 568); su pro del
(ib. 148)^ a m i>r6 (127); sin pro (428); teuer pro (135); guardar
pr/i {\21)\ fullur su pro (304); dos proes (309). Prägnantes pro sufjo
ffir SU pro kann ich niclit nachweisen, doch ergiebt eich folgerichtig
eins aus dem anderen, wie aus port. mm pro oder rneus pr6es gleich-
falls Phrasen wie etn mnt hu Sfu hosso rosso pro und tm pro (ftfie
d*ella d'fifcs d'ellas folgen mu asten. Das Gesetz der schiefen Ebene
gilt auch hier. Fht mi pr6 hat in seinem Gefoljje r« mi c<>ntra\ tm
mfu contra. Aus eu pos rf' t-lloH durfte wenigstens en pos suifo oder
sitya werden. — Auch im port ao depois, ö depots ist depois ein Sub-
Btantiv geworden^)» —
Zu guterletzt kommen mir zwei Stellen ins Gehege, welche be-
weisen, daas ich dem Wilde auf der rechten Fährte gefolgt bin.
Die erste gehört Duran an, dem Niemand Kenntniss seines castellatw
absprechen wird. Derselbe mues tu pofi smja für korrektes Spanisch
gehalten haben. Denn auch er verwendet die Formel im Mährlein vom
französischen Eönigskind«^ , das er mit grossem Geschick aus alten
Kindheitserinnerungen und handschriftlichen B>agmenten in archaischenti
Romanzenatyle rekonstruirt hat. Doch behandelt er pos als Masculinum,
und beweist damit; dass er nicht etwa, wie man vermuten könnte,
Cihdarcal nachschreibt. Im Romancero 1 Nr. 313 p. 171 sagt er:
en po8 tut/o ir he, pantor^
en poH tuijo habre de ir
und lässt der Wendung ruhig ihren Platz neben:
ya se va en pott del vUlano
und renid vos ett pos de mi
Doch Zweifel süchtige können Anstoss nehmen an einem Citate aus
einer Fälschung, so unschuldig sie auch sei; und eine, ob auch un-
schuldige Fälschung ist die Infantina nun einmal.
Die zweite Stelle aber ist echt: ich entnehme sie dem berühmten
asturischen Romanschriftsteller Pereda. Er benutzt in seiner reizenden,
in Santander spielenden, an Dialektwendungen reichen Sotileza die
Formel en voufra tuija (p. 412, Madrid 1885).
Damit will ich meinerseits meine Aufgabe für beendet er-
klären.
I) Die MäfarcheDersäbler verbiudea ihre Sätze durch diesen in seiner stetOD
Wiederholung unachönen Zwiekel.
Zur Gibdäreal- Frage
137
Ich habe bewiesen, wenn auch auT Grund ganz dürftiger nur boi-
lauflg gesammelter Materialien, daaa phijuida und en pos smja keine
aus dem Haupte Cibdareals entsprungenen WiJIkürbildungen^ sondern
von demselben auf dem Boden der lebendigen VulkBsprache gepflückte
Vulgarismen sind, deren Aufnahme in die Schriftsprache nur Sache des
Geschmacks und der Upportunität iat.
Ob man aus dieeem Nachweis aber den Schlusa ziehen darf, dass
der Centon echt iat? oder ganz im Gegenteil den anderen, daas nur
ein Fälscher künstlich und abäicbtlich beim Fabriciren von Dokumenten
derartige „Genialitäten" in sein Manuscript einschwärzen konnte? Das
bleibe dahingestellt. Der eine wird dieser, der andere jener Meinung
aein. —
Hat der Graf de la Koea den Centon erfunden, so niuss man ihn
für einen Mann von gutem Geschmack und klarem Verstände halten:
denn der Centon ist frei von jener verräterischen Häufung absonder-
licher Archaismen, welche andere Fälschungen zur Schau tragen, z. B,
die abschreckende port. Ca n^MO deGongalo Hermingues, die des
EgasMoniz, und das Cavalragment, und wie sei bat die ehrlich und ab-
sichtlich den Volkston anschlagenden Schäferlieder gewisser Kunstdiehter
(Padilla im Romanceru de Zamora) sie darbieten. Nur gelegentlich
wie die wahre Volkspoesie und die echten alten Dokumente flechten
die spanlBchün Briefe eine drastische keckere Formt-I ein. —
Porto, März 1889. — Leva, August 1890.
Der Cancionero von Neapel *).
Yoo
E. Teza.
thberMkrIfteii.
I. (1) EBtaoeias de ml senora la daquesa
dona Artemisa.
II. (2^) Cancion de angalan a nnanave
doode 86 embaroö sa d.« por Lope
de Vega.
IIL (3) Redondillas de an galan a tma
dama consUnte, por Agoilar.
IV. (4v) Romanee de an galan qae se
le moriö an dama, por don Guil-
len de Castro.
V. (6v)Soneto de un galan qae esperaaa
la nocbe para ver sa dama, por
don Gaillen de Gastro.
VI. (7) Decimas de an galan ausente i
^eloso, por doo Gaillen de Castro.
VII. (8) Carta eo ter^etos de nn aasente
por ana desgrayia a un amigo
soyo, por don Gaillen de Castro.
VIII. (llv) Qaintillas de un galan de
senganado y quejoso, por don
Gaillen de Castro.
IX. (12'') Letrilla de barlas de don Luis
de Gongora.
liiedenutflMce«
So yo la qae en el campo mas florido.
Maldito el qae Imbenfö qae el mar
sin dneflo.
CieloB de estellas sembrados.
DMeada maerte mia.
Apenas llega la luciente aarora.
Despues qae dej6 de ver.
Como podrä, senor, mi mano osada.
Escape de las prisiones.
Buela pensamiento y diles.
1) Herr Professur E.Teza in Padua gibt hier auf meinen Wansch ein genaues
Inhaltsverzeichnis desCaucionerü von Neapel, wofür ich ihm auch an dieser
Stelle bestens danke. Weiteres über diese wichtige Handschrift bringen die Schriften,
welche ich io der Satzprobe fUr die Herren Mitarbeiter des Kritischen Jahres-
berichts über die Fortschritte der Romanischen Philologie (Sonder>
.-ibdrnc'k aus dem I. Kand des Jahresberichts) besprochen habe.
Dresden. Karl Vollnailer.
Der CancioDero von Neapel
139
X. (13 v) Novenas de nn galan aosente
que faö amado y en aus.« fuö
oluidado, por Mathias de Estrad a.
XI. (14 v) Soneto de an galan qae raega
consolado, por el licenciado Soto.
XII. (15) Redondillas de nn galan que
beoi6 el agaa que le sobrö a su
dama, por don Francisco de la
Caena.
XIII. (16) Octaua rima al tiempo, por
Gaspar de Agnilar.
XIV. (17 V) Cancion de an aflijido au-
sente, por don Guillen de Castro.
XV. (18) Letrilla de barlas, por Linan.
XVI. (19 V) Romance de an galan des-
oriuiendo an jardin, por Lope de
Vega.
XVII. (21) Soneto de an galan qae uido
a SU dama puestas unas cal^as
ayules con ligas sobre unos cba-
pines de plata, por don Luis de
Gongora.
XVIII. (21 V) Denimas de un galan ena-
morado y confuso, por Mathias
de Estrada.
XIX. (22) Tercetos de un galan que se
fuä aflixido por la muerte de su
dama, y escriue a un amigo suyo
en auseuQia, por don Guillen de
Gastro.
XX. (24 V) Quartillas a una dama que
estaua a la muerte, por el ligen-
giado Martinez de Jacn.
XXI. (26) Octaua rima contra la espe-
ran9a, por Miguel Veneito.
XXU. (27) Folias por Jhoseph de Lesaca.
XXIII. (28) Romance de un pastor
enamorado, sin autor.
XXIV. (29») Soneto a la noche, por
Lope de Vega.
XXV. (30) Romance de un galan aflizido,
po[r] Jhoseph de Lesaca.
Enfermo del mal de ausen^ia.
Cauellos que en color uenyeis al oro.
la yo e pagado tu agrauio.
Caduco tiempo que la culpa tiencs.
Mas negra que mi suerto.
Para que a Pelayo.
En uu jardin Zelia bermosa.
Yo bi sobre dos piernas plateadas.
No descansce mi dolor.
Por que en mi alma la rra^on te a hccho.
Hermosa Nise que estas.
Quien de goyar un bien tiene esperan^.
Mis penas pare^en.
Desdora la noche fria.
Noche fabricadora de embelecus
Lagrimas salid aprisa.
^H ^^^^^
re«i ^^^^^^^^^^^^^^^H
^^^B XXVI. (31) Sonetu de la fuer^a de la
Es la priaioD im eo^endidu fuegu. ^^1
^^^^^^^ prision en los amigos mayores.
^^M
^^^^^B por de Vega.
^H
^^^^^ XXVIf (31 V) QuintitLis a ona maorte
Pur sf^r cosa tan prouada. ^^H
^^^^^^^ de distal que Ikuaua una dama
^^1
^^^^^^b pordix,|y] pordon Frao.coVillaaova.
^H
^^^^^^^ XXYIII. (32) Cjin^ion de uo gaUn
De üras laves betlas. ^^H
^^^^^^^ pidicndo fauures HtijldoB, por
^^1
^^^^^^b Jhoseph de Leaaca.
^H
^^^^^^ XXrX. (331 Octaua rima a uoa dama
Si qui< ij uio uuoa caiielloa pare^tdoe. ^^B
^^^^^^^ qiie eo uoa rtitermedad le coi-
^J
^^^^^^H taron los cabeltos, por donGuitten
^^H
^^^^^'^ de Ctistro.
^H
^^^^^^ XXX. (34) Quart tllati de un galao que
Lloren laa desdicbaa miaa. ^^H
^^^^^H 86 quexa de aus ojos, pur Mathi:i3
^^1
^^^^^^ de Estrada.
^^
^^^^^^ XXXI. (3&) Soneto a uu espejü , pur
En eae criatal puro y transparente. ^^1
^^^^^^H Gaapar de A^utlar.
^H
^^^^^ XXXII. (35 V) Dialogo eu quintilhu enrrtj
(6a.) Aseguraudome uoy. ^^H
^^^^^^ ua galao y una dama vmbu^ada eu
^^H
^^^^^^H UD Barao, pur dou G uillen de Cdstrü.
^H
^ XXXIll. (39) äoiietu a una dama que
Es la eaperanga tina dudosa auerte. ■
^^^^^^^ diä una eapcran^a iargi^, por dua
^^J
^^^^^H Beroabe de Baltierra.
^^1
^^^r^ XXXIV. (39'') Folioä.
Por amorea raadre. V
^^^H XXXV. (41) Siiueto de quatru lengtias
Hella pianta gentil oe le cut froode. 1
^^^^L^^ al caaaaiietito de dooa Chaterioa
J
^^^^^^L Caaantllaa, por Gaapar de
^^1
^^^^^^F Ägullar.
^H
^^^^^^ XXXVI. (4 1 V) Caiif tuD de un gataa
Eq est» carcel dura. ^^M
^^^^^^H quexoao de ta car^eh no se le
^^M
^^^^^^1 saue
^B
^^^^^^ XXX VII. (42 V) Soneto a ta canoni<;agion
La uerde yedra &1 uerde tronco aaida.
^^^^^^H de el eanoto Frai Diego de Atcala,,
^^^^^^V por Lope de Vega.
^^^^^^ XXXVIII. (43) Souetu a la canoDi^-a^run
^in que cotttraste la umtidad profunda.
^^^H^^ del s.to Frai Di.<> deÄlcala, por
^^^^^^B Laper^io Leonardo.
^
^^^H XXXIX. (43^) RoDiaaue de un galan
Perdooa bella ofendida. ^^H
^^^H CBCQBaDdofl« ooD au dama, por
^^1
^^^H don Guillea de Castro.
^H
^^^^^^^ XU (44) Outaaa rimu adbirtiendo comu
El galan oluidado y oleadido. ^^H
^^^^^^L sea de oeogar an galan de una
1
Der Cancionero von Neapel
141
dama mndable, por don GuilleD
de Castro.
XLI. (45) Carta en quartillas de uoa
dama a su galan ausenfe por
una desgra^ia, por don Gnilleo
de Castro.
XLII. (46 v) Romance de un galan satis-
fecho de gelosso, por Lope de
Vega.
XLni. (47 v) Decimas de un galan cor-
rido de aaer amado a una dama
qae le oluidana, por Lope de
Vega.
XLIY. (48"") Romance de un galan
preso por causa de su d.» por
don Guillen de Castro.
XLV. (49 V) Qaintillas de un galan que
una pariente le dexana por pobre
y se cassana con un rico, por
don Guillen de Castro.
XLVI. (52) Romance de un galan de-
sesperado, no se le saue antor.
XLVII. (53 v) Decimas de un galan olui-
dado, por Gon^alo Rodriguez.
XLVIII. (ö5^) Romanze a los quellos
reformados, por Lope de Vega.
XLIX. (58) Soneto al tnmnlo del rey
nnestro senor don Phelfpe, en
boca de un ualenton y un sol-
dado, por Qeruantes.
L. (58 v) Soneto retratando la corte,
por Luis de Gongora.
LL (59) Soneto a la esperan^a, por
mi^er Artieda.
LIL (59 ▼) Decimas de un galan de-
senganado, por Luper^io Leo-
nardo.
Lm. (61) Cancion de un galan que se
despide de su dama, por Lope
de Vega.
LIV. (62 ▼) Quintillas a nnas damas que
hiyieron una ^eruatana de una
cafla y se hablanan por ella de
LisenQia imbio a pedirte.
Descansad sospechas mias.
Quando me acuerdo de ti.
Salid ardientes suspiros.
Amor pues pago tributo.
Acanö ya de llegar.
Que demonio me atormenta.
No sobre el cuello cortado.
Boto a Dios que me espanta esta gran-
de^a.
Grandes mas que elefantes y mas que
abadas.
Que gloria siente y bienabenturan^a.
Bien pensara quien me oyere.
La nerde primanera.
Bien beo que seiialais.
142
E. Teza
ona oeotana a otra, por don
Gaiilen de Castro.
LV. (fö) Romanee a don Alonso Peres
de Gozmao , el boen alcayde de
Tarifa, a quien amenazaaan los
moros con qae degollarian nn
bijo snyo qae aoian captiuado y
el les arroxö un padal con que le
degollasen; por don Migael Ri-
bellas.
LVI. (67) Folia«.
LVII. (68) Octaaa rima al estado de
las almas de purgatorio, por
Oaspar de Agailar.
LVIII. (69) Qoartillas a an pastor aiexo
caaado con ana ^agala mo^a,
por el canonigo Tarrega.
LIX. (71 V) Olosa a los aersos sigaien-
tes, por don Migael de Ribellas.
LX. (?3v) Cangion de ana dama a la
honra, por Vincente de Espinel.
LXI. (74) Romanee de un galan a ana
dama qae se le muriö, por don
Bemabo de Balterra.
LXII. (7f)v) Letrilla.
LXIII. (76 V) Cantellanas de una dama
quo 8U galan lo diö un papel
donüe il tenia esoriptos snspecca-
doH peiisando darlo un billete,
por Miguel Vunoito.
LXIV. (7!)^) Soiieto a una dama cniel,
por el ductor (Jaiai.
LXV. (80) Sunutu contra las pliimas,
por don (luillun Kelui».
LXVl. (80^) Dccimas de un giilan quo
euamor«) de una dama quo can-
taua auisadu de que so ena-
moraria si la uieso y oyesBO, por
dun Miguel Ribellas.
KXVH. (82 V) Redondillas do un galan
quo saliö desterrado pur causa
de Hu dama, por Lopo do
Vega.
A la sobernia anwnafa.
Alamos del prado.
Si al que pretende gloria cono^ida.
Estrangero mayoral.
Si el contento me entriste^e.
Sobre la blan9a[«ür] frente.
Salid lagrimas del alma.
AI caao de los ados mil.
Ta piensas con el papel.
No eres nieue que fueras derretida.
Yo soy aquella qae mi antigno offi^o.
Crei que al rayo imbisible.
Filis las desdichas mias.
Der Cancionero von Neapel
143
LXVm. (85 ▼) Letrilla.
LXIX. (Se^^) Caatellanas de un galan
que se miraiia a un espejo por
que paregia a su dama, por Migael
Veneito.
LXX. (89 V) Letrilla.
LXXI. (90 V) Soneto a una nida des-
compaesta, por don Gaspar Mer-
cader.
LXXII. (91) Soneto de un galan a una
dama de quien andaua quezoso,
por don Migael Riuellas.
LXXIII. (91 V) Decimas de an galan
olnidado, por Lope de Vega.
LXXIV. (93) Octaua rima contra los
lisonjeros, por Jusepe de Le-
saca.
LXXV. (94) Romanze a una oueua uuy
escura, por Migael de Qeruantes.
LXXVI. (95 ▼) Qaintillas de un galan
que tenia el pensamiento en alto
lugar, por Gaspar de Agailar.
LXXVII. (97) Letrilla.
LXXVIII. (98 V) Romance.
LXXIX. (103) Octaua rima a an caual-
lero que pregant6 como podia
uengarse de una dama mndable
sin dezarla, por Miguel Veneito.
LXXX. (104) Glosa de una monja qae
no se dize su nombre a los uersos
siguientes.
LXXXI. (105^) Decimas de un galan a
la muerte de an amigo suyo, por
Mathias de Estrada.
LXXXII. (107) Letrilla.
LXXXIIL (108) Romance de un galan
a una dama cruel y crmosa, por
don Guillen Beluis.
LXXX IV. (109 ▼) Castellanas a una dama
qae uiendose con su galan finziö
an desmayo por no defenderse,
por Migael Veneito.
A la uilla voy.
El cristal de mis antojos.
Por la calle abaxo.
Busco paz y roantengo eterna guerra.
Si boy ni se tras ti por qae te dexo.
A quien contarö mis quexas.
El qae lisonjas en el pecho cria.
Yaze donde el aol se pone.
Diuino imposible mio.
Pensamiento no aoleis.
Mormurauan los ro^ines.
Consejos pides en llorar desecho.
De aestros ojos ^entellas.
Como dire mis enojos.
Ya no soy quien ser solia.
De tu diuina hermosnra.
Dichoso premio mere^e.
144
E. Teza
LXXXV. (112) Soneto de an galan ena-
morado arrepentido de estarlo,
por Bartolone Joan Leonardo.
LXXXVJ. (112'') Soneto a la muerte
de do0 nietos de el maestro de
Monteaa, por el miamo.
LXXXYII. (113) Soneto de an galan a
nna dama qne Ic pidiö an soneto,
por el dnque de Osnna.
LXXXVIII. (113 ^) Cangion de an galan
aasente, por Lope de Vega.
LXXXIX. (114) Decimas de an galan
aborre^ido, por Vicente de Espinel.
XC. (116) Castellanas a nna dama qae
an cohete le qnemö las ligas,
por Miguel Yeneito.
XCI. (120 ▼) Letrilla de burlas, por don
Luis de Gongora.
XCn. (121) Romance de an amante y
quexoso, por don Gaspar Mercader.
XCni. (122) Redondillas de an galan
qne el se entiende, por Lnpergio
Leonardo.
XCIV. (123) Gangfon escriuiendo y
aconsejando a an amigo, por
Bartolome Joan Leonardo.
XCV (127) Romance, por don Luis de
Gongora.
XCVI (129 V) Castellanas a un galan que
por mirar su dama errö una
dan^a, por Miguel Yeneito.
XCYIL (132) Soneto de una pastora
qnexosa, por Lope de Yega.
XCYIII. (132 V) Soneto de un galan
ausente al tiem[p]o, por don
Gallien de Castro.
XCIX. (133) Soneto de un galan ausente,
por Lope de Yega.
C (133 V) Soneto de an melancolico de
an soeno, por don Gnillen de
Castro.
Lleu6 tras si los pampanos octabre.
0 dulQes prendas por mezor perdidas.
Pedis reyna un soneto ya le hago.
En esta larga ausengia.
No ay bien qne de el mal me gaarde.
LIega an ardiente papel.
[Mancano dne carte].
En las orillas del mar.
Pasan mil casos por mi.
Quien biue con pruden^ia.
Tendiendo sus blancos paflos.
Pues tan conformes nos ucmos.
Marchitas plantas ramas frntas rosas.
Por que no pasas tiempo que tan snelto.
Dul^e atrenido pensamiento loco.
No me dexes en manos del cuidado.
LAUS DEO. MATHIAS DÜQOE DE ESTRADA LO ESCRIÜIO.
Die Appendix Frobi.
Von
Karl UllHann.
flanpts&ohlioh benutzte Werke.
Schlich ardt, Der Vokalismas des VolgärlateiDS, 3 Bde., Leipzig 1866—68.
Seelmann, Die Aassprache des Latein, Heilbronn 1885.
Gröber, VnlgSrlateinisehe Substrate romanischer Wörter, Arch. f. latein.
Lex. I— Vn, Leipaig 1884—1890.
Brambach, Die Neugestaltung der lateinischen Orthographie, Leipzig 1868.
Corssen, Ober Aussprache, Vokalismus und Betonung der lateinischen
Sprache, 2. Aufl., 2 Bände, Leipzig 1868 und 1870.
Stolz, Lateinische Grammatik, im Handbuch der klassischen Altertums-
wissenschaft hg. von Iwan von Müller, Band II, erste Auflage, Nörd-
lingenl885; zweite Auflage, Mttnchen 1890.
Vanicek, Etymologisches Wörterbuch der lateinischen Sprache, erste Auf-
lage, Leipzig 1874; sweite Auflage, Leipzig 1881.
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Dies, Grammatik der romanischen Sprachen, drei Bände, dritte Auflage,
Bonn 1871.
Gröber, Grnndriss der romanischen Philologie, Strassburg 1886.
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Pirandello, Laute und Lautentwicklung der Mundart von Girgenti, Bonner
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HoroBi, Vocalismo del dialetto leccese, Arch. Glottol. IV, 117 — 144,
Rom 1874.
BoBumiaebe FonehanKen YII. in
146
Ksri Unana
D 'O V i d i « , F«act>ea dd dtaktt» di
Barn 1674.
8e«rbo, 8(ri dialecu* Ckkbro, FWess 1886u
8«TiBi, U dMktto di TmM, FUrcBs 1881.
Arck.GI
.IV, 14S— 11
Dies, Etyologiidbet WSrterVvdb der ranaaMclMB SprM^ea, viette
gäbe, Booa 1878.
Cftiz, Soidi di etimolo^ tuliMw e ronaaz«, 1S78l
KSrtiog, L«leiaMeli*mDaimcbes Wörterbvda, Paderbora 1880L
8psDO, Woeahmlmno »«rdo-iüJwao e itaHano -sarde, Cftglian IShl.
MoriiWmto, Naoro DixioBario SicUiaao-iuJiaBo, Palcra« 1&76.
Mittral, Diettooiwir« proTea^l - franst, Aix en Proveace o. J>
Godefrojr, DioUonoaire de FancieBoe Usgae fraa^aaae, € Bde., Pam 1889.
Die Appendix Probi ist erhalten in dem Wiener Codex Xr. 17,
cioer aos Bobbio stammendeo Uandschrift. Sie trägt ihren Namen, veil
ne im Anhang zur ars minor, als deren Verfaaser Probas genannt wird,
aufgezeichnet ist Mit den Werken, die dem Probas zageeehrieben
werden, wurde sie aach veröffentlicht, zum ersten Mal in den analect«
grammatica v^on Endlicher und Giehenfeld, darnach abgedruckt Ton
Keil im vierten Band des corpus grammaticoram^). — Die Appendix
besteht aus vier grösseren Teilen und einem kleinen fünften. Die beiden
ersten und der fünfte sind Zusammenstellungen grammatisch zusammen-
gehöriger Wörter, ein Verzeichnis von nomina generis masculini numeri
semper pturalis und anderes der Art. Sie sind unzweifelhaft aus einer
ansffibrlicberen Vorlage ausgezogen. Den vierten Teil bildet eine Samm-
tung von difcrimioa. Der dritte — anal, gramm. 413 bis 416^ Keil IV,
197, if bis 199,17 -- kann nach dem Beispiel der Schriften „de ortho-
graphia" als Orthographie bezeichnet werden. Der wissenschaftliche
Begriff der Orthographie ging, wie es scheint allgemein in der national-
römischen Grammatik, über den der Rechtschreibung hinaus. Et um-
fasste die Lehre von der Aussprache, in der die Scheidung anerkannter
Doppelformcn der höheren und die Zurückweisung mundartlicher Eigen -
tümlichkeitcD der vulgären Redeweise ihrerseits ihre Stelle hatten. Es
liegt kein Qnind vor, eine Mischung der verschiedenen Elemente erst
den erhaltenen jüngeren Erzeugnissen zuzuschreiben.
Die orthographia der Appendix des Probus zeichnet sich durch
zwei Dinge vor den verwandten Schriften aus: Zunächst durch die
I
1) Ein Teil lit von PauI Meyer ad die Spitze des Bectieit d'aoeieoi textes
bas-tütiofl, fraogais et proveu^aux gestellt worden.
Die Appendix Probt
14^
Kürze ihrer Ausdrucksweise. Alle Bemerkungen, etwa zweihundert an
der Zahl, erscheinen unter der Form setiatus non siHufus. Hierin
kommen ihr nur wenige Schriften nabe^ die aus volbtändigeren
Vorlagen ausgezogen sind und durch erzwungene Kurze nützlich sein
sollen, 80 die orthographia, die unter dem Namen des Caper er
halten ist, die Glossen des Placidus. Dasselbe Verhältnis wird da-
durch für die ortho«;raphia dee Prohus naheg«legt. Sodann zeigt der
dritte Teil der Appendix eine unbefangenere Aufnahme vulgärer VVort-
formen, als man gemeiniglich in der nationalen Schulgrammatik an-
trifft. Für viele und bedeutende Voraussetzungen der romanischen
Grammatik und des romanischen Wörterbuchs bietet sie gute, für
einige die einzigen lateinischen Belege.
Die Appendix wird deshalb von den Romanisten seit langer Zeit
geschätzt. Schon Diez fährt gelegentlich Ihr Zeugnis an, um romanische
Formen schlechthin als schon lateinisch aufzuweisen, »o ital, noaco an
noscum, pg. conaco an seoriscus der Appendix. In demselben Sinn ist
auch von Späteren das Material vielfach herangezogen werden. Be«
sonders häutig begegnet man dem Namen der Appendix noch in dem
neuesten Compondium, dem Grundriss Gröbers. Schwierigkeiten ver-
schiedener Art stellten sich heraus, sobald es galt, die Gesamtheit der
Formen um ihrer selbst willen einheitlich aufzufassen, also zu einem
vollständigen Verständnis des ganzen Textes zu gelangen, Schuchardt
konnte sich, dem statistischen Charakter seines umfangreichen Werkes
entsprechend, meistens damit begnügen, jedes Wortbild nach dem
Buchstaben einfach an der gehörigen Stelle zu verzeichnen. Die
Schwierigkeiten, auf die jedoch auch er traf, äussern sich, nicht weniger
zugleich seine tief eingehende Beschäftigung mit der Appendix, in ge-
legentlicher Kritik der Überlieferung, Berücksichtigung des Gesamt-
charakters, Ergänzung der Lücken. Die sorgfältige Rekonstruktion der
lautlichen Grundlagen in Seelmanns Buch musste umgekehrt auch das
umfassende Verständnis einer der Hauptquellen fördern. Nicht weniges
entzog sich aber gerade bei ihm. durch die Beschränkung auf ein kon-
densierteres Material, dem Zusammenhang. So ist der Verfasser S. 229
aufrichtig genug, der Vollständigkeit Rechnung zu tragen und, ohne
den Übergang gr. €v : o anderweitig belegen zu können, bloss festzu-
stellen: „Bei einem griechischen Lehnwort verbessert Prob. app. K IV,
199, « ertneni'itmttfa tion eroiinotnafa'^.
Von den Latinisten hob Brambach einen ausgewählten Teil des
Materials heraus. Er sah in der Appendix eine orthographische
Äusserung der frühesten Kaiserzeit und suchte aus den getadelten
Formen den archaischen Spracbzustand des ersten Jahrhunderts n. C.
^(^ A^^^u^^^^^f^^ I^^^Ia tt^^^g^^^^^Ä^ ^^M ^^^B
n\m w%n «b» fMMite ■wftfciift Ar di« Wit
4)« Avi^«ulls mU ikfm formmuätäfm f lokafiiiereB. Cm m hShme
/ '»ftMM 4im M 4it BtWiMmft der Gftii^ SeüeOt werden.
/ anfftf li«Kto ror. L«Aglieh «uf Ornsd dei in demWort-
MUäi*, VMm AiJ«4lrwi:k kommenden Ideeakreisea gelangt Gastoo PAri«*)
Mi (|«fii Kr^Mbniii, «lin Appendix eei afrikaoiscben UrmpniBgi,
ittj^AllVM ii|>r«Mh)U:liA (JrOndfl, d«« Fehion gewiiter «piter Laotiber-
iMfiK«, htf\Umn\m Ihn, oin hob«» Alter, als Grenze das finde de«
iliifi «UhihtiiMltiiU, Nri/.ii«tiL7,<in. Nicht wescntiich Neues bringt Sittl
'lini';, AikJi für die ZaiihoMlimmung gewinnt or aus dem Wortachatz
dait AiihaU, da» die A|ip0ndiA fOr Ilutden gescbriebeo sei.
Kapitel 1.
Hur XtiwiitiiiiH^tiliuiitf d(^r Ap|H^tidtx mit dor nationalen Orammatik.
KhiM uriiinrii l'Viigo iKMljirl' /.iinilchst der tlrörterung. Den beiden
»iilntit gituurMiloii AuMführuK^tui lirgt diu unauRgosprüchene Ansicht zn-
gruiMJi^ diiim diu all foliiiuliuft vurh(«Nfl<^rti>n Formen in ihrer Gesamtheit
•in elnhuidioho« Diuikmul der latoiniurhon Volkssprache ausmachen.
Nooh niohri vott gruMor Hudeutung ist es^ das« öittl in den einleitenden
I) Vul u. 1. M. a? und 8. 81.
9) t^a^r t. Milaaget KmIm S. M7 ff.
%\ 1% Ws \|i|teuat\ rruUL Aivh r tat. \m. I88d 8. M7f.
Die Appendix Probi
149
Worten seine Bereitwilligkeit kundgiebt, die Appendix als eine zeit-
lich und örtlich bestimmte Quelle de» Volkslatein» zu be-
handeln. Dagegen aber hatle er an einer früheren Stelle '^) sich wörtlich
80 geäussert: „Die Appendix Probi ist nicht ein Antibarbarus für eine
bestimmte Provinz^ sondern eine fleissi^e Sammlung aus den Abschnitten
verschiedener Grammatiker.^' Möglicherweise hat sich Sittl in der
Zwischenzeit irgendwo auch mit dieser seiner eignen Anmerkung aus-
einandergesetzt. Hier mochte ich sie als ein Zeugnis gelten lassen,
dass der unmittelbare Eindruck, den die Appendix macht, kein einheit-
licher ist. Es erregt billig einige Verwunderung, wenn in der Be-
richtigung mundartlicher Eigentümlichkeiten gleicher Zeit und Örtlich-
keit 197,2 0 wasclus, schon 197,2 9 ma.^cel als die getadelte Form auftritt,
wenn unter den Ausdrücken der alltäglichen Verkehrssprache, stahulmn,
calda, cufiellum ein grammatischer Terminus wie hermeneuma figuriert.
1. Die Appendix und die instituta artium^). Eine vollständig
andere Richtung hätten der speziellen Beschäftigung mit der Appendix
einige nebensächliche Beobachtungen Steupa^) aus früheren Jahren geben
können, wenn sie an ihrer Stelle auf mehr Beachtung hatten rechnen
dürfen. Über die Verbindung der Appendix mit den instituta artium
und dem überkommenen Namen des AuttKrs derselben hat man sich
von vorneherein hinweggesetzt. Auch ist bemerkenswert, dass der
erste Teil der discrimina, die das vierte Stück der Appendix bilden,
zum zweiten Mal in dem Codex Montepessulanus H06 enthalten ist und
hier den Namen der discrimina des Probus ausdrücklich führt. Dazu
bringt Keil für eine der im Bobbienser Codex allein überlieferten Unter-
scheidungen — neutrum und neutrale 201, 15; s. die Anmerkung dazu —
zwei Zeugnisse bei, die beide Probus als Urheber nennen. Hteup war
also berechtigt sich umzusehen^ ob inhaltlich ein Zusammenhang zwischen
der Appendix "' und ihrer Umgebung stattfindet, welchem zufolge auch
der Orthographie der Name des Probus zukommt Ich wiederhole in
einer übersichtlicheren Form seine Aufstellung der zugleich in der
Appendix'^ und den instituta artium angetroffenen Correkturen.
Appendix.
mus non aus 197, a s
instituta artium.
quaeriiur qua de causa hie avus tion
hie aus dicatur. Folgt ein analogischer
Grund. 107,2 9
1) Sittl, die lokalen Verschiedenheiten der lateinftcben Sprache, S. 35 a.
2) So wurde von Keil die ars iniDior gcDauot.
3) Steup, de Probis grammaticis, Jena 1871 S. 170 f.
^^^^^ITiO K»ri üllmann ^^^^^^^^H
^m miles non milex ebenda
guaeritur qua de causa miles per s non ■
per X scribaiur . . . 12ß, 3 6 H
^^^^ (sobrii/-^^ uti'i siihfr ebenda
q. q, d. f. hie sobrius iioti hie sober dica- ^^M
tur . . . 126, 2i ^^1
^ masculus nmi mascd 197,2»
, , , q. q. d, c hie nmacnlua et non hie ~
mascel dicatnr . . . 102, la
^H ßffiiius non ßgel ebenda
q. g. d. c. hie ßgulaa et höh hie ßgel dica-
tur . , . 130, 11
^H barbarus non harbar 197, 3«
q. q. d n. hic barbaru^ et non htc bnrbur
dicatitr . . Hi2, H
^1 idehii non pieps 199, a
»/. 7. d. c. jdebs per b et mm per p scri^
batur . . , 126, 1
^^^^ lahiius non lapsus 199, 11
q. q. d. r. labstis per b et nun per p Ut-
feram scrtbafur . . . 126, e ^^^
^^^^ tefer non Mnts 198. au
. . . q. q. d. c. hie teter non tetrus dica- ^^H
tur . 59, 37. ^^
^^^V Unter dieee Identitäten mischt Steup einige Anklänge: ^^|
^M cocleare non cocUarium 198, «
guaeritur hoc ioreular an hoc torculare ■
facere debeat . . . 124, 29 ^^H
^^^B Adon non Ädonius 199, 1»
declinatio Adonis\- Adon etc 121, as. ^^H
^^^V Steup schlieset hier, der Verfasser habe höchst wahrscheinlich die 1
^m ars des Probus benutzt. Weiter seien dann in der Appendix einige ■
^1 Dinge besprochen, deren Behandlung sich Probus ausdröcklicb für seine ■
^H Orthographie vorbehalte. ■
^^^ apevuimn rton specfum l^l^io
119, lü ... mtit nomina, gnae u litteram ■
^^^H und viele ähalicheCorrek-
1 omittant. ut puia seculum et seclum et 1
^^^B
cetera tülia . , monefnus ut quae vel m
quot sint nomiiia quae haec facere pos- ■
sintj hoc in orfhographia competenter 1
trariare deheamus. ^^H
^^^^^^ Zuweilen werden durchaus ähnliche Dinge behandelt: ^^J
^^^^ vacua non vaqua 197, 2 s
quaeritur qmi de causa sccui et non sequi M
dicatur ... 183, 1« ■
^^^^ vacui noft vw/ui ebenda
'/. q-dj:. acut et non oqui dicatur, . . 183, 20 ■
^^^^ trklinium non trklmn 19s, -i 7
guaeritur . . . hoc solstitiu an hoc sotsti- _^^M
tium facere debeat . . , 124, s. ^^|
^ Steup fasBt nach allem sein Urteil dahin zusammen, Jiunc irac- ■
^m tatmn excerptum ensi- cum ex arte Pi'obi tum ex dinpuiatione de ortho- 1
^^^ qrupJiia^. ^^H
k "■"""'"■""" 1
Die Appendix Probi
151
«7t« non eeus 197, so
ccxfus non cocus ebenda
coqiii non roci ebenda
coquens non cocens ebenda
acre non actum 197, si
jrtnujier mulier non paupera
intdier ebenda
q. q. d. c. (qus per q, H noti per c litte-
ratn scrihatur . , , 108, se
q. q. d. e. coqus per q et non per c lit-
teram Hcrihatur . . . 126, a 9
. . . nunc cum dtraf Terentius . . . coqui
farlores . . . ebenda
q, q. rf. c. coquo et non coco dicatur . . .
182,21
. , . q. si haec . . . nomina (auf «r, wie
acer 64, ») in genera neutra transeant
. . . qua liftera deheant terniinari; uti-
que e . . . uf pufa hie vi haec acer,
hoc acte 64, 18; ahnliih 92,2»
. . , hie el haec pattptr quod tfeneris
communis pronuntiatur 82, 32
. . . litatritui rua de causa Vtrgiltus
pauperque. domus tt non pauptra domus
pronuntiaril . . . 82, 3 8.
i^^in zufatligeu Zusammcotrefieo ist aelbstverständUch ausgeechIo88en.
Die Endung -d gleich lat. -ulm wird nicht nur in der Appendix*'" und
in den instituta artium in keinetn dritten Beispiel erwähnt, sondern die
gesamte übrige nationale Grammatik bringt ausser dem bekannten
fameP 1 auch nicht einen Pall zur Sprache. Zudem sind die meisten
der ausgesonderten Bemerkungen in der Appendix in einer nahezu
geschlossenen Gruppe 197, a«-. 11 vßreinigt. Das könnte in etwa für
die Auffassung Steups sprechen, dem Verfasser hätten die instituta
artium vorgelegen. Aber auch in den inatituta artium finden sich ge-
rade die beweiskräftigsten Identitäten in mehreren Stellen ähnlichen
regellosen Charakters, wie ihn die Appendix aufweist, vereinigt. Haupt-
sächlich die groBste S. 123 — 1;U) kommt in Betracht. Sie bildet den Ab-
schlusB der systematischen Besprechung der Nomina und folgt auf die
Stelle 118, 119, 120, die echoo von Steup herangezogen, aber nicht
genug gewürdigt worden ist, Uier findet sich eine Aufzählung dessen,
was in der Orthographie behandelt werden soll. Darauf folgen Ein-
teilungen der Substantiva: in lebende Wesen und Dinge, Eigennamen
und Gattungsnamen und anderes der Art. Das Gan/.e ist höchst flüchtig
hingeworfen, zunächst weil es nur die Andeutung von dem ist, was die
Vorlage ausfuhrlich enthielt, sodann vit-lleicht weil der Verfasser wirk-
1) Paul ex Fest. 87, s. Darnach berichtete Verrius F'lacciu, dass die alten
Osker famel sagten. Die Stelle bei Nonlna, 1 10, g hat famul mit spexifisch latefn. a.
K»rl üllmiDO
lieh vorhat, bei einer spSteren BearbeituDg ausfübrliclier zu sein. An
dritter Stelle folgt in deraelben flüchtigen Weise eioe Auseinander-
Setzung über Homonyma und Synonyma — und merkwürdig, wie die
Appendix"^ ab die Ausfübrung dea orthographiBcben Verweises 119^it
angeeebee werden kann, ao erecheint der vierte Teil, die diacrimina, ala die
Verfolgung der bier gegebenen Grandlagen. Eina der Beispiele, foedus
in doppelter Bedeutung 120, 12, i4, kehrt in der Appendix'^ 203, 27 aua-
gefübrt wieder*). Ea folgt in dem bunten Gang der instituta artium
die Deklination einiger Nomina. Nicht nur Adon, auch Herculea und
Bonex taueben in der Appendix '^'^ wieder auf. Den Scbluaa bilden ge-
schloflsen und in groaeer Menge die Bemerkungen, auf welche die Be-
trachtung ausging: Ert^rterungen, die mit der Einleitung qitaeriiur qua
de caiisa schulmSesig zugestutzt sind, vielfach Vergilglosaen , die also
am eheaten den Verdacht fremder Herkunft und höheren Altere erregen.
Hier liegt ea besondera nahe, verarbeitetefl Material der grammatischen
Hinteilasaenschaft dea Berytiera Probus zu vermuten. Gegen Ende
130, 15 ff. werden ohne Hinzufügung einer Erklärung /pw«r und fernen
abgewandelt, deren vielfach anzutreffende Besprechung wenigetena bia
auf Caper zurückverfolgt werden kann^). Dasselbe Material iat nuii
auch;, vereinzelt oder zu kleineren Gruppen vereinigt, vorher und nachher
zu erkennen^ und gerade mit diesen schlechter verarbeiteten Beatand-
teilen hat die Appendix '^'^ die meisten Berührungen. Ich bin weit ent-
fernt, zu behaupten: Daa ist Probus, sondern ich glaube darin am
ehesten die Vorlage des Compilators der instituta artium zu er-
kennen.
Die Annahme Steupa, der Verfasser der Appendix habe die instituta
artium benutzt^ ist ebenso abzulehnen wie die naheliegende Auffaasung,
dass der gleiche Cumpilator in beiden dieselben Zusätze gemacht hat.
Es bleibt zur Erklärung der Übereinatimmung nur die dritte Möglich-
keit: Beide Compilatoreu benutzen dieselbe Vorlage. Der Beweis, dasa
die Appendix wirklich aus einer dem Berytier Probus zeitlich näher-
stehenden Quelle schöpft, wird geliefert werden, wenn sich bei der
Verfolgung des Materials alte Elemente aufweisen lassen, die naob-
weialich unmittelbar oder über Caper auf Probus zurückgebracht werden
können.
1) Wie sich ferner trotz der angeblichen BescbränkaD]^ in dea matituta artium
solche DiogQ finden, die in die ortbographia gehören, so auch vor und hinter der
angezogenen Stelle diacriminA. Z.B. kehren wieder: Basntg und bassus t. a. 115, 2a i
App rv 203, 9; Visus als u- und o-Staium i. a. 115, 21; 142. 33; App.r? 203, «.
2) Gottfried Keil, de Flavio Capro grammatico. Dm. Halle 1889. Seit« U.
Die Appendix ProbJ
153
Die Appendix und die catholica des Probüs. Aqb den catbo-
\K. IV, 3 ff.) ißt ausser einer BeBtätigung für paupera 16, ii nur
berüchtigte Etymologie a-^jes 26, i? ff. heranzuziehen. Appendix"^
198, 14 apes non apis.
Die Appendix und die excerpta de nomine des Probua
IV 207 ff.)« Probi de nomine excerpta geben eine Bestätigung für
Jhtscel 211, la ; für aober 213, 9 : ebrius dicitur noti eher sicut e contrario
pcifur aobrius non sober. Auch die instituta artium haben ebrius, eher
lor), 4 : App."^ ist allein unvollständig.
4 Die Appendix™ und die Appendix i. Appendix i ecbreibt
~195, i vacuus per duas u litieras discretas, 195, a equs und co<jm per q
mn per c litteram.
5. Die Appendix und die orthographia des Caper. Dass Caper
den Berytier benutzt hat, erhellt aus einer Stelle des Julius Romanus
hei Cbarisiua K. I, 118, i, nach der Caper seinen Vorgänger selbat ge-
nannt hat. Ferner wird Probus in Verbindung mit Caper häufig von
Prtscian citiert. Priscian aber hatte als unmittelbare Quelle meistens
die Sohriften Capers, und diesen entnahm er auch die Nennungen des
Probus (Keil Gr. lat. IV, xvin; VIT, 89|. Somit ist anzunehmen, dass
Caper seinen Vorgänger reichlich ausgeschrieben hat. Unter dem
Namen des Caper sind zwei Schriften erhalten: de orthographia {K. VII,
i^2ff.) und de verbia dubiis (K. VII, 107 ff ). Ein Grundstock alter Ge-
»hrsamkeit ist in beiden vorhanden, und es liegt kein Anlass vor, sie
dem Autor, dessen Namen die Schriften tragen, abzusprechen. Bei der
gesamten Verfolgung des Inhalts der Appendix, wie sie hier angestellt
wird, hat man sich zu vergegenwärtigen, in welcher Verdünnung das
Material beider Gelehrten auf uns gekommen ist. In dieser Erwägung
wird man der folgenden Zusammenstellung die Beweiskraft nicht versagen.
Zunächst ßndet eine genauere Entsprechung: paupir muUer non
paupera mulier nach Caper 9ö, 2 pauper vir et mulier dicendnm non
paupera nmlier. Ferner spricht Caper 94, « von einer an alogischen
Flexion von acer nach der zweiten Deklination. — Es ist oben schon
gesagt, dass die durch die Übereinstimmung mit den instituta artium
insgesonderten Teile eine nahezu geschlossene Gruppe bilden^ 197,28*3t.
'Hier ist bisher nicht nachgewiesen: lanius non ianeo. Die Bemerkung
erhält durch Caper die Berechtigung an ihrer Stelle: 104, * hie lanius
nomen est, verbutn autem laiiio; dixerunt tarnen veferes et lanio in nomine^)^
1) In vielen FSIteo beruht die Verwunderung der Grauimatiker über »b-
weichende Formen der Alten wenifier auf der Merkwürdigkeit der Fonneu aelbst
all auf dem ZasammeDtrelSeQ mit vulgären Formeo ilirer Zeit.
•Im B«Mtri(iii>K «rcbaivtiBcher Art, wie sie deo Altes, Caper ebeoMwobl
wto ProlNM Mitapncbt. - E» kommt ferner hinzu: App. 196,« tertuM
tum UrtUM c= C*ap«r 1 1% i termm non turtum. Probas selbst besohlf-
t\gt0 sich mit dem vb. tergeo. Da« geht aos eath. 34, it; 98, st;
PfiMisn K II, 48.^ t»; 528, »; Diomedes K. I, 367. t herTor. Bier
handolt <?• «ich abemll um die Pr&sensformen tergOf tergeo sowie um
das Piirfektum tergi. Das Supinuin tersum wird von Priscian 487,»;
ly/ß, T berührt; lertutu wird von Noniua 179, 4 M. besprochen. Die Er-
Artorung int mit andorc'n, die« Paul .Schmidt') zusammengestellt hat, un-
mittelbar «uf Probus nurück/ufGhron. — Weiterhin bietet zu App.™
I'JH, I • J'iimen ftun Jamiti Cö[»(t ](».'), i» saeva fames non famis dicendum.
huNN dio Ftymalogifi a-(>e» unbodlonklich bis tiuf Probus zurückgeführt
werdtiii kann, bowoist dio entsprechende von vulpes gleich volipea, die
ihr iiii^htn niiohgiübt, und die Varro, I. K V, IUI schon von seinem
LithriT Ai'linH rdhmt. ('aprr 112,4 wiederholt sie; App. 198» n be-
ttMlint «tiofi mit. vitiprs nun vulpis. — Die Vergleichong bloss ähnlicher
Diii^M) glHutto ich mir j«pan«it ^u können. Nur ein Beispiel mochte ich
nnruttroii, wvW ch ho rocht ihm I!iiwiuh für di*ri Zusnmmenhsng mancher
St<«]l)Mi dor inMtikitH nrtiiim und der AppiMidix giebt. Es lassen sich
nflmlirh pnni^orKl /UHamnionfUgc>n.
V«k\H^r IHi, 7 »uiH itn't tu I 08t-
tioHf , in dlmöhdionf' intui
t'tttuJt, «lOM. utiptiiitttH pUtiWt,
instituta arlium 74, s interdum [inveniun-
tni- liomina quav) in positione et de-
minulitmr fnntum [sinl constitula) ut
ptita cams, catuluS] |
Appendix"' 198, t catulm non catellns.
(>. Dio Apprndix und das (ünf/ohnte Capitel des Charisius.
Von Caper gohen vorschiedono Ciängo dor Überlieferung ans. Ein Ab-
iohnill dos Charisiuii, das Capitol XV, de extremitatibus nominum (K. 1^
ftO— \U^ il el du'orsi» quaestionibus ^93, »-112> verdankt viel den
Schriften Caper«. Cber das genauere Verh<nis steht nichts fest. Osann
und Christ nahmt»» dirt*kte Entlehnung an'), v. Morawski') spricht
•Ml für ein«« vermittelnde Quelle au», wagt aber keine Bestimmung.
IM« exakte Untersuchung von Bülte*) kann lABerhaib ihrer engen
QfvaaM nur die Vorarbeit tur weiteren Forsehang biMen. Keil «iD
In allfMiiaine« inüg)ieh»t viel über Romana» herleiten Für das fSsf*
•vlkutM (*aiiit*d r«»u^bt die CVnstruktion nieht aus, Daa giebt er aeihai
I) ike M«M ManNM aaMoH^tw
t> Keil er lai. Va «i
D dst«^ XI. X»9.
A) rw«k«^ J«ki%^ IST S. «1 C
Ul»^ tdüs 3. 153 C
Die Appendix Probi
155
ZU (I, xLvn). Jedenfalla besteht die Thateache, daas vieles auf Caper
zurückgeht.
Zunächst begegnen wir auch hier dem Thema eber, soher. Es ist
ioteressant zu sebeo, was iDzwigcbeu aus der Besprechung geworden ist.
[83; in heber et kebriacus ne dixeris; brta enim est. vas vinarlum, unde
hehrius et hehria dicHur, hehriosusque et hehriosn . . . cut contrarinrn est.
sobriuSf quod nomen comparari non debcf . . . Die Vereinigung ver-
Bchiedeoer Dinge ist jedoch als ursprünglich zu nehmen. Nämlich
ausser den schon angeführten Htellen der inatituta artium findet sich
hier im Zusammenhang auch inst. art. 62, 12 ff. drts Verbot, sobrius zu
l steigern, wieder, ferner dürfte hier der Ausgangspunkt für das discrimen
ebrius und ebriostis App. "^ 199, 24 zu sehen sein. — Auch Charisius
bildet 82, 22 fem. acni n. acrtmi nach der Analogie, doch ist es besser,
das Ohr nicht xu beleidigen. — Eine zweite Bestätigung findet sich für
lanio: 75, 20 laniit^ dicitur, ut Terentim . , . et Saltustiua . . . ionio
Qutetn (juasi deminutio est lanli. Die Erläuterung sieht der Capers nicht
-sehr ähnlich. Der 8inn wird überhaupt oret klar, wenn man sich er-
innert, daee -one wirklich auch romanisch zur Deminution verwandt
wird. Die drei hier zusammengebrachten Stellen sind jedoch die ein-
zigen Grammatikernotizen über das Nebonverhältnis von lanins und
lanio.
Es kommt hinzu; Apj» "' 198, 19 gfis non gitr =^ Char. 90, 3 ißh'i^
nOfninat/vus est hie glis non (jlir, ut quidant vo/unf, nam Vurro . . . et
Cato . , , ferner App.*" 198, i« alium non aleum ; 198,2 dolium non
doieum^) = Char. 70,2? . . dolium, alium . . . sie enim dici debent,
non, ut alii diserti dfcimt, aleum per e et doUum.
Aus dem Capitol XVII ,,de analogia, ut ait Romanus*, entnehme
ich nur eine Bestätigung für glir. 131, i« glis Varro . . . et Caio . . .
quidam enim hie glir, httius gllria putanf ih'vi.
7. Die Appendix und das fünfte und sechste Buch Prisetans.
Bei Priscian kommt von den Büchern, die sieh mit den Nomina be-
fassen, der erste Teil des fünften Buches «de generibus" in Betracht^).
Der Abschnitt schlieast mit den Worten: supra dictorum tarnen nominum
usus et apud Cuprum et apud Probum de dubiis generibus invenis*).
Eine direkte Entsprechung kann ich nur für paupera anführen: 152, 8
pauper cuius femininum in a quoque vrtusfisshni proferebant . . . Plau-
tus . , . Termtius . , . Aus gleicher Quelle oder aber aus einer nah
1) Cod. uDigekehrt t non i; er deutet die VerbesseruDg selbst an.
2) Gottfried Keil, a. a. 0. S. 43.
3) K. U, 171.
15«
Eari
Terwandten schöpft das
! Badi .de DomtBAtrro et
genidro casi
(K. 11^ 194 ff ). Hier fod«« mth ror allem die oft aagezogene Stelle
212, n in e duo tumi gmtri* m€täri, lae , , , et oUtc . . . inceniuntur
tffmem quidam teitrum füam kaec aUex ftmimino ytnert protulitae, quod
Cttper ctUndit de dubüs gtneribut, Verrium Flacxitm potuine kane
aUeeem dicens. Dam App ™ 199, u oUee non aUrx,
8. Die Appeodix aod das Bobbieaser Fra^nieot de nomine et
pronomine. Sehliesatich ULatt «ich f&r die Vorlage der Appendix eine
Stelle rekonstruieren, aus der 198, « orbis wm orbt Btairail Bei Priscian
beisst es VII, 320, s i in obs femmina laUna ka&e seobt httius scohis ei
scrola huius »erobh [sie alii, sed Probut nominaHcum protulit simiiem
genttico). Dazu stimmt denn catb. 20, s wo »crobts unter den Wortern
auf -bis steht. Eine Erörterung wird vermisst Anders das Bobbienser
Fragment de nomine et prooomiae, welches ebenfalls im cod. Vind. 17
enthalten ist und seinem Wesen nach zu der Gelehrsamkeit, die den
Namen des Probns trägt, passt. Hier wird K. V, 56. 2» hinter trcUts^
plebSy nrlts auch scrobs auf -bs genannt. Dann heisst es weiter: et
uuiversa haec qncUtuor eruni gupradicta quamcis quidam his adnumerani
nubs, corbs, orbs, id est absurde meo itidicioio, cum tanta auctorum ad'
versentur exempla quibus hie corbis et hie orbis et haec nubes legimnSt
nam de scohis nominativo dubitatur an haec scobs et non magis haec
scobis habeat twmifiatintm snum.
9. Das Wortmaterial der Appendix. Die Verwandtschaft der
Appendix mit den angezogenen Grammatiken reicht weiter. Dass sie
steh überhaupt vielfach an eine Formenlehre anlehnt — Formenlehre
im Sinne der Zeit, in der die Endungen das Prinzip der Betrachtung
bilden, das Geschlecht und die Ableitung des Femininums eine Haupt-
rolle spielen — geht schon aus der Anordnung im grossen ganzen
hervor: meistens Nomina, die zudem vorzuglich auf die Endung bin
korrigiert werden, gegen Ende einige versprengte Verbatformen, am
Schluss Advtrbien in grösserer Zahl Wo sich die Verbesserung auf
die Endung eratreekt, kann man sagen, der Verfasser habe in der Vor-
lage die Anregung gefunden. So erwähne ich , dass die Correkturen
-en non -ex an Wörtern vorkommen, die in der systematischen Be-
sprechung der Endung -es aufgeführt werden: anea Cath Prise, locupies
Cath. t'har. PriBc, poples Prise. Die zahlreichen Wörter auf -er ge-
hören, soweit ich sehe, alle zum Material: unser und passer finden sich
Cath. 16, 3 0 wie App. 198^3 3 zusammen, die auf es, obses^ reses, deses
werden wegen ihrer von der gewohnlichen abweichenden Genitivform
beüprochen. Die weiblichen «-Stämme: anus^ nunis, socrus stehen
App.* 193, a«; Prise. V, 16H, 7 zusammen. Die analogiscbe Feminin-
Die Appendix Probi
157
P
^
m ioeera wird ausBerdem Prise. VI, 233, 4 verworfen. App.^ 198, a*;
199, i verbessert Nurus iion tturaf socrits non socra^ anus nmi anicla.
Daran schlieBst aich neptis non nepticla. Die Bilduog tieplis zu nepos
wird aHgeTneia diskutiert: inst. art. 9(), 3«: cath. 26. ai etc. Die Glieder
der Gruppe -es non -is App."^ 198, 12 ff, begegnen zahlreich: rmbis
wird inst. art. 74,35, Caper 105, 1, clades Caper ebenda als numeris
commune bezeichnet; fames, tahes, idebes werden als früher der «-De-
klination folgend charakteriaiert. Nur im Zusammenhang mit solcher
Gelehrsamkeit ist es zu erklären, dass die Appendix überhaupt eine
Form jUbes und ein Wort tabes kennt. Aus dem Wortschatz der App."
möchte ich cracli, parentaiia als Pluralia tantum , Adonis , umhilicm
cum accentu producio für den Zusammenhang anführen. Voa den
wenigen Verbalformen figuriert vapiäo inst. art. 156, S7; lö8, a», auch
im achten und achtzehnten Buch Prisoiane als Aotivum mit passiver
Bedeatung.
Eine auffallende Erscheinung Badet so ihre Erklärung. Die Appen-
dix zeigt eine Zahl bemerkenswerter Genusforroen. Die Übereinstimmung
des Wortschatzes gerade mit dem fünfteo Buch Priscians, überhaupt
mit denjenigen ßestaodteitcn der angezogenen Schriften, welche auf die
Bücher de dubiia generibus des Caper und auch Probus (V Pris-
cian 171,1«) zurückgehen, reicht am weitesten. Hier ist auch das dritte
Kapitel des Nonius: de insdiscretis generibus heranzuziehen, das voll-
ständig aus Caper herübergenommen sein solP). Ausser anuSf nurtis,
socrus, neptis wird die Präge aiictor oder nuctrix als Femininum, die
Bildung dracaena zu draco abgehandelt, auctor und draco kehren in
dem Wortmaterial der Appendix wieder. Ebenso zahlreiche Worter
mit Doppelformen: sibiius, ba/fem u. a. ra.
Nonäus bespricht III, 227, 14 die Formen tonitrus und ionitru. Die-
selbe Form tonitru kennen App." 194, i ; Char. XV, 65, art; auch 36, 1;
146, 10 ; exe. Char. 554, 31; Prise. VI, 210,5; 262,4; 263,2«; dann
die Schrift de idiomatibus generum K. IV, 584, 4«, die zwischen unserem
Kreis und der Glossenschreibung vermittelt; und Serg. expl, in Don.
K. IV, 541, a 3; in einer Stelle, die entweder den excerpta de nomine
oder ihrer Vorlage entnommen ist'); zum Scbluss Labb. gloss. 185 (b).
In der Litteratur existiert ein nom. sg. tonitru nicht. Man kann sagen,
er ist auf einen bestimmten Kreis der Grammatik beschränkt. Er mag
1) Gottfried Keil, a. a. 0. S. 45.
2) Sie reicht bis 543, 7 ; maa vergleiche nur die NotenaDgabeD Keils uod
I. B« die wörtliche ÜbereiasttmiuuDg mit den exe. de oomine: ebriiu dicimue
(exo. de nom. dicitur) non ther^ eieut e contrario sobrius non sober.
15R
Karl UllmaDn
volkstümlich gewesen sein. Pur dieOrammatik muss er durch Analogie
aus dem plur. tonitrun erschlosBeD worden sein. App."^ 198,32 be*
teiligt eich mit fonitru höh topoiru.
Eine merkmUrdige Genusforra ist cuUeUum App.^" 197,2 4, von
Georges L. d. 1. W. nur Labb. gloss. 46 (b) belegt. Dazu ist jedoch
zu stellen: culter und cultellus als m. bei Nonius III, 195, 14 M. Die
neutrale Form wird nicht genannt, aber stillschweigend bekämpft ctil-
tellum wird auadrücklioh getadelt von Serv, Verg. Aen. VI, 248, das-
Belbe Thema gestreift für cultrum bei Serg. expl. in Don. 542, 1» in
der oben charakterisierten Stelle. - trihulac fordert Non. 228, a? als
fem.; App.*" 199, 9 hat trihula als fem. sg. (?) — Andere auffallende
Formen sind myrta, tijmum 199, ß, 7 beide gegen App.° 195, r, 1*;
Prise. V, 162, a; dann dauern 198, 30. —
Priscian. V, 170) 2 bringt unter den Wörtern, welche die Alten als
ID. und n. gekannt haben: globus , 'jiwd etiam hoc glomus dicitur, ije-
neris neutri, App. ^" 198,8 ghbm non glomm, — adeps haben die
Alten als m und fem. gebraucht. Prise. V, 1<)8, is; 169,«. An der
let/.teren Stelle wird die Nebenform adrpes erwähnt, wiederholt 321, 1».
Diese Nebenform ist ausserdem nur de idiom gen. K. IV, 578, a« zu
belegen. App. "* 199, 3 hat adipes non alipes.
Die Appendix hat 197, 32 die Correktur carcer non carcere. Die
handschriftliehe Ursprünglichkeit und thatsächiiche Existenz einer Form
carcere steht und fällt mit der Möglichkeit, dass das Wort im Latei-
nischen n. sein kann (Corasen II, 2431. Dass es so ist, erklärt Prise.
lol, 1« et hoc carcer quidam protu/eninfj quos non sequimur. Eine
Handschrift hat sogar et hoc carcrri. Es ist nicht die beste. Ein
glücklicher Zufall hat den ursprünglichen Zustand kenntlich erhalten.
Eigentlich »achlicher Zusammenhang kommt nur für die zuletzt an-
geführte Bemerkung in Betracht. Manchmal ist Ja der Verdacht nicht
abzuweisen, dans die Appendix ursprünglich auch auf eine Correktur
der Endung in weiterem Umfang ausgieng, also verbesserte: tonitrun
non tonilru u. a. An dieser Stelle genügt die Thatsache, dass be-
sonders viel von dem Wortraaterial der Bücher de dubiis generibus an*
anzutreffen ist.
lü. Die fremden Bestandteile in der Appendix. Von den aus-
gesonderten Elementen haben eine weitere Verbreitung und deshalb
ein höheres -\lter: paupcray acrunty nober^ lam'o, glir, terfns, aJlcx. Da-
gegen sind masrel,figely barbar, tetrus, orbs auf die Bobbienser Schriften
beschränkt Von diesen Bemerkungen behandeln sieben allein die
Deklinatioosvokale nach Liquiden. Die Appendix hat ein einziges neues
Beispiel: 198, 2« uper non apnis Da die Bemerkung unmittelbar hinter
Die Appendix Probi
159
tettr non tttnis steht, dürfeD wir annehmen, dasa auch sie aue der Vor-
lage stammt Die meisten Correkturen sind in den Zeilen 197,2 7 0".
vereinigt. Die instituta artiiini zeigen sie zerstreut; so dürfen wir auch
darin einen Beweis aeben, daas die Appendix nicht die instituta artium
benutzt. Seiner Natur nach pasat auch carcer non carceie^ unmittelbar
hinter der Gruppe der Entlehnungen, vortreflriich zu der Art der Be-
richtigung — ein Moment mehr für die ürsprünglichkeit derCorrektur.
Den Tadel der Formen milex, aus, ecus, cocus, coci, cocens, caqua,
vaqtü, plepSy lapsus, aleum, dofefofi würden wir nach unserem Gefühl in
die Orthographie verweisen. Bei allen kommt jedoch die Endung in
Frage — auch iapsus im Verhältnis zu fator konnte so aufgefaast
sein — sie sind also ebensowohl in einer Besprechung der Endungen
untergebracht. Fünf von ihnen tadeln das Fehlen von r und u. Die
Beschränkung jedoch, vor «, nach (■. f/_, selbst in dem allgemein üb-
lichen cocerv, lässt die Kritik ala eine vorwiegend orthographische er-
scheinen. Die Apperdix hat eine Reihe eigener Beispiel*?, aber die Ab-
wesenheit jeder Beschränkung zeigt, daea es sich um die Zurückweisung
einer weit durchgreifenderen, sprachlichen Tendenz handelt. Eine ge-
naue Scheidung ist nicht möglich.
Für die Correktur bs twn pn erscheint ein neues Beispiel ccleps
und dieses zweimal 198, 4 ; 199, *. Ea darf wohl mit jileps und lapsus
der Vorlage überwiesen werden, denn es figuriert als der gewöhnliche
Vertreter für die etymologische Schreibung allgemein, ao Prise. K. 11,
31, to; Ter. Scaur. K. VII, 14, v; 21, »; Cassiod. K. VII, 157, i u. a. m.
In der Correktur -itwt non -exm zeigt App "' neu: lileum und
osteum, jenes 198, i« hinter aleum , dieses 198, s hinter celeps. Beide
dürfen gleichfalls der Vorlage zugeschrieben werden.
Kein Kriterium giebt es für die übrigen Verbesserungen -f.« non
-ex: poplex, locitplex 199, 4, 5; an'ejc 198, 2*, die sich an das milex der
instituta artium anlehnen. Insgemein wird die Viererzahl angestrebt.
Wo also die Quelle nicht genügenden Vorrat bot, greift die eigene
Tätigkeit des Verfassers ein.
11. Die Appendi.x und die orthographia des Probue. Bis hierhin
darf das Ergebnis befriedigend genannt werden. Bestandteile der
Formenlehre, die nicht zur Natur der Schrift passen wollen, haben
Ihre Erklärung gefunden, ebenso alle diejenigen Bestandteile der Ortho-
graphie — im eigentlichen Sinn — » die in einem beaondern Capitel
der Lehre von den Endungen untergebracht werden mögen. Schwieriger
gestaltet sich die notwendige Behandlung der Krage, ob auch solche
Dinge in der Appendix enthalten sind, die unbedingt einer älteren ortho-
graphia entnommen sein müssen. Die Correktur darf sich nicht un-
Karl UlImaDD
K
mittelbar aaf die EndQng richten, und der Zusammenhaog mit der
anderweitigen Überüerorung mu8e zwingend die Annahme höheren Altera
fordern.
Oaaa der Compilator der instituta artium eine Orthographie vor
Ich hatte, ist fflr mich ebenso unzweifelhaft wie für Steup. Folgendes
iet da« Verzeichnis der Dinge, welche er 118, 119 als in die Ortho-
graphie gehörig, zutammenstellt. sunt fiomina quae
1. nominatim caau numeri singu^
h
lans r ultimum et in s convertant
% 0 in au
8. au m 0
A, i in «
>. I in u
in u
« in 0
8. u in oe
I. e Uitera plus scribantur
0. u plus
11. 0 plus
12. u litteram omitfant
uf pula color et colos
lotus et lautus
cauda et coda
malivolus et nialevolus
mancipium et mancupium
capiendtm et capiundus
adversus et adrorsus
murorum et moerotum^)
Urnen et leime»
equs et equus
qum et quom
seculum et seclum.
Die kindliche AuBdrucksweise mag man auf die Rechnung des
lompilatort) setzen. Die Beispiele sind auenahmlos vortrefflich und
in ihrer (iosamthoit einem Zeitgonoason Diokletiana nicht zuzutrauen.
K» wilre natürlich zwecklos), wollte man nach Steupe Vorgang den Versuch
machen, die Verbesserungen der Appendix nach Möglichkeit in den
aufgestellten Rubriken uriterzubringun. Das Material musa seiner Natur
nach tu den Beispielen der zwölf Reihen passen. Zunächst fehlen
ArchaiDmen wie C) 8i 9) 11) ganz. Ausgeschlossen sind ferner 1) 10).
Die Correkturen > iwn u der Appendix, ebenso auns non auncla weisen
mit &) 2) 3) nicht die nötige Verwandtschaft auf*). Wir können ferner
nicht umhin, von der Natur der zwölf Beispiele auf die Natur der ganzen
Bchrift SU sohlioasen, die dem Verfasser der instituta artium vorlag^ ^
und dann macht schon der Wegfall so vieler Dinge es bedenklich, mit '
Steop eine Verbindung dieser Orthographie und der Appendix"' aozo-
Dehiaeo. Eis bleiben noch: 4i — hier bietet sich allem delirvs non
1) AutiArk-tuI «Ht -ler TuMiiH !> ^uwvvjt voo dem monorwm bei ?erg.^
aar ndgiri e«^ arohatook» val^« auch hochUieiA. Kebea-
Die Appendix Probi
161
delerus App.^ 198, 19 ala eioigermasiBea entsprechend ^), ferner 7) — hier
nur tecur non iocur 198, la; und 11) — mit einer ausserordentlich
grossen Zahl von Berichtigungen. C'"^'ulHm non C<"*V«w. Nur dem
letzten ZusammentrelTen könnte eine aussergewöhnliche Bedeutung zu-
gesprochen werden, denn — es ist eine merkwürdige Thatsache — die
gesarate nationale Grammatik schweigt im übrigen die ailiäglichen und
ungezählten Formen ohne entwickelten Mittel vokal vor /-.Suffix ein-
mütig tot. delirus und delerus aber kehren bei Caper und Charisius XV
wieder. Caper 109,» delirare et delerare dno tov ItiQ^Jy. Charisius XV,
76, i A delirare a lira aratri durtu ap; eilattir, potent tarnen delerus and
%ov ifjQog compositum videri. Als Quelle giebt Velius Longua K- VII^
73, 2 Varro an: sie enim delirus placef Varroni non delerus; non eninif
vt quidam exislimant, a graeco tracta vox est, naqa to Xjiqtlv, sed a
lira . . . Berücksichtigt man nun noch die Stellung der Bemerkung in
der Appendix: hinter ahum, Uhmn, glir, so wird man sie unbedingt
der Vorlage zuschreiben. Es bleibt aber der Zweifel, ob sie in einer
besonderen Orthographie untergebracht werden mu»8.
Die ßesprechung der Nebenform iocur findet sich vollständig ent-
eprechend nirgends wieder. Wohl kann man sagen, dasa die Erwähnung
eines kombinierten Stammes iocin - auf unseren Kreis beschränkt ist.
Priscian VI, 238, xo iecur iecoris vel iocineris qui genetious videtur a
nominativo iocinus venire qui in usu non est. Unmittelbar vorher werden
femuT und fenien besprochen, die allgemein als von Caper in die Gram-
matik eingeführt gelten. Mit gutem Recht ist von Ritschl an einer
identischen Stelle bei Char. XV, 86, n iocineris statt iecineris gelesen
worden. Hier folgt unmittelbar /«'r/iwr und feinen. Dazu ist auch sonst
Char. 48, 20; 30, iä; exe Char. 546, s zu stellen.
Erweislich ist nach den Andeutungen der instituta artium die Be-
hauptung nicht dasB die Appendix^" Bestandtetle derselben orthographia
enthalte. Immer bleibt der Parallelismus auffallend: Formen- und
Genuslehre des Nomens, Andeutung einer Orthographie, Andeutung von
Homonymen und Synonymen, Grammatik des Verbums in den instituta
artium. Genau so folgen sieb Appendix'"", Appendix"^ Appen-
dix'^ und das Bruchstück Appendix^ mit demselben Inhalt. Bei der
Bchraalen Kenntnis von den Bestandteilen jener Orthographie wäre
man also auf Vermutungen angewiesen, wenn man ihr Bestandteile der
Appendix überweisen wollte. Nehmen wir also an, dass die Appen-
dix^ an ihrer Stelle^ nach dem Vorbild der Reihenfolge, welche die
1) Nicht gerade zu malivolus, malevolus passend, wühl aber tur Natur der
Beispiele im ailgeaifiDeD,
BomMiiacb* F«ri«bao(ea VII. l\
fm
Karl Dllmjuin
VorUge bot, in Befriedifj^ng eines eropfnodenen eigenen Bedürfnisses
•Ifl Orthographie ron beabsichtigter Eigenart zusammengestellt wor*
12« Die ortbo^raphischen Bestandteile der Appendix. Ebenso
urifaftNbar iat der ZiiHammenhang des Materials mit der anderweitigen
orthographischen Überlieferung. Die Abhängigkeitsverhältnisse sind zu
wfnig klargewfellt, der Vorrat an Weisheit ist zu beschränkt und die Ver-
breitung (iRMhfttb KU allgt^moin , als daas ich mehr wie den Zusammen»
hang ftufw<nÄ<in kfinnte. In rein orthographischen Dingen wiederholt
■ich d«» frübi^ro Vurhultiiis. Die typiachen Beispiele teilt die Appendix
mit der (jborlii'forung: in der Verbesserung s non ns fonnonsus 198,»;
der 7'adel der 8cbreibung findet sich bei Caper95, is, bei den meisten
Ürthogruphon de» siebenten Bandes, 8erv, Verg. Aen. und noch anderen.
M(in wird ihm die StUt/e einor älteren Autorität nicht absprechen können.
Es wäre sonst unfehlbar das Ende gewesen, dass umgekehrt n in der
Ausupracho wieder durchgedrungen wäre, wie es bei 'ensis geschehen
ist. loh miiNH über auHdrucklich den Verdacht ablehnen, als ob ich
AUS der Übnreiniitimtnung der Appendix und der Orthographie Capers
in orlhii^'rii(ihiMcliiui Dingen einen bestimmten Schluss ziehen wollte.
Ebenso gilt mchU-n als stehendes Beispiel für die Anwendung oder
IJuterdrückung de» h, Caper 109, 2 Cochlea sine h, App.'" 196, « Cochlea
Hon cocl«a. Die Entscheidung fällt zwar anders aus. Einmal ist aber
bei h auf die Appendix überhaupt kein Verlass. Entscheidend dürfte
B«in, dass eochieare folgt, wie bei Vel. Long. 69, la. Die Correkturen
vir Hon pyr eto. 198« io geben weniger auf die Schreibung als auf die
Aussprache, vir nennen bei der häufigen Besprechung derselben Er-
•cboinung Velius Longus, IViscian und andere. Priscian führt auch
rirgc an.
Riarmit ist der Zusammenhang der Appendix mit der Ortho*
graphischen Überlieferung erschöpft, zugleich aber sind die ala
•igentlich orthographisch anzusehenden Bestandteile der Appendix
anagaaoadtri. Ba ist nichts Eigentümliches; es sind die gewdhDiicfaeii
G«f«MlftB^ d«a 6e.hulunterricht8, und aus den Übungen deaselbaa
nig«i «w ibreo Weg unmittelbar in die Appendix gefunden habeo.
Wenigstens Ussi sich aia beatimmter ZiBitiBaienhang mit einer rekon-
irtnmrbttreo Vorlag« wie bei den EIb^mH» der ForBedelire niebt
13., Der Rect and die nationale Grammatik. Die VoUitiiidjg-
kek rerlaagt die PeelaiaUstg deeeelben Ergebniseea fftr die Bacftfu«B9«i
dee Beate« mit der MOioMde« Grammauk. Aaeeer 4dmm iai Iblgeo-
dea ?«cMidiaia m^cb: Ap|>.™ 196» it Cosvrra mm ttmutmu- Eine
Die Appendix Probi
I6ä
Entecheidung für camara fallt© Verrius Flaccua nach dem Bericht des
ChariBius XV, 58, ss, wozu Paul. ex. Fest. 43, i7 stimmt. Der zeit-
liche unterschied mag für die Verschiedenheit der Beßtimmung in erster
Linie geltend gemacht werden. Ein polemischer Oegeneatz Capers zu
Verrius Flaccua wurde aber auch bei aliex berichtet. Es kann also
nichts dagegen gesagt werden, wenn man scboD für die Vorlage der
Appendix nach der Angabe des Charisius eine ähnliche Polemik an-
oehmen will.
Auch die vorhergehende Form teilt die Appendix mit Verrius
Flaccus: oricla. Festus 182, i& tadelt un'cufa als rustik für aun's.
ciuaca verlangt Marius Victorinus K. VI, 25, » g^gen cloaca; App. 198>»
egen clavaca; aißlare charakterisiert Nonius XII, 531,2 als gemein;
App. 199,3 sibitus noti sifilus. bipennis ist nach Quintilian I, 4, la;
Priacian V, 160, ♦; Isidor Orr. XIX, 19, ti korrekt; App. 199, <j bipennis
non hipinnis, menetrix erklärt Nonius 423, is a tnanendo\ App. 198, a»
mereirix non mene\i]m- Ich kann mich hier nicht auf ein sicher-
gestelltes System der Überlieferung stützen und halte es nicht für
meine Sache, auf Grund der Appendix Kückachlüsse zu machen, Nur
Probus selbst darf uns auch hier nicht fehlen. Nach dem Vorgang von
Lfiertz führt Schmidt direkt auf ihn zurück*): Nonius 114, ai gruunire
^dicuntar porci quod eorum proprium i^ocis est. grundire bei Varro . . .
Cicero . . . Laberius . . . Dazu 465, i yrundire cum sit p'oprie suunip
ut Laberius . . . Claudius . . . Caecilius . . . und Diomedes 383, 21
grunnit porcus dicimus, veieres grundire dicebant, ut sit instans grundio
Caecilius . . . Claudius . . . Die Appendix schreibt dagegen vor:
199, la gnmdio non grunnio. Von anderer Seite ist ohne Beziehung auf
die Grammatiketstellen aus sachlichen Gründen vorgeschlagen worden^
die Bemerkong der Appendix umzustellen. So würde volle Überein-
stimmung herrschen. Aber romanisch lebt auch grundio fort, und die
Appendix selbst tadelt ca/oj(?/a. Die Besprechung in der Appendix mag
'also durch die alte Bestimmung des Probus angeregt sein; der Vetfasiser
der Appendix oder derjenige der Vorlage kann immernoch seine eigene
Meinung vortragen.
Kapitel 2.
Baa Eigentum der Ap)»6ndix.
Es waren Ansichten zutage getreten, welche die Appendix gern als
die spontane Äusserung einer entlegenen Mundart aufgefasst hätten.
\) achmidi a.A. 0. 8.151.
U
i(M
Karl
IInmi Uffttwr «tr 4m Kaebweia gAottn, dsM och die Appendix
MMMMfM •{■•B iaeegriereodeo Beitaodteil der optionalen
Orftmmatfk bildet — weoigateoi mit einer nach weiabareo Zahl toq
Baoi^fkHOgan. E>>ünto ooiweodig aber ist bei dem Umfang der Über-
IMWlOf 4m ZagoAtÜndnit, das« diese Bemerknogen in der grösseren
Zahl ooU'her Verbeaverungcn enthalten sind, deren Zasamnienhang mit
d4tr HRhulgrnmmatik nii;ht nachweisbar ist and für durchaus nnwahr-
acheinlich gehalten werden musB. Ein gewisses eigenes Interesse
wird man dem Verfasser auch fQr die Aufnahme der entlehnten Ele-
fi^i•nU^ tmUi durchweg abiiprechen. Das, was als sein unmittelbares
Ki^/ihtunt Übrig bb'ibt, ImI eine fant einheitliche Zurückweisung auch
der gröbsten miindurllicliun Fehler, wie man sie in der römischen
timmmuük tmhi «in Htidür«*»* Mul »ntrifft. Nachdem in ihr früh die He-
(liiifiiiiiHd diir Schule diu IU*rrMchart gewonnen hatten, fanden neben
anttikJiiinUui I>o]»iii.<>lformen der höheron Redeweise Abweichungen der
lliiij<uiij<n»(irMrln", archaiin'hür oder vulgärer Art, nur insoweit Beachtung
ttln niti lt«i tb«n ÜubilJoten Geltung behalten oder gewonnen hatten.
Dur VtiiTuNSMr der Afppndix, dorn wir Formen wie noscnmf amtellum,
ctavnvH iilloiri vurdtiiik*ni, niusato andere als die gewöhnlichen Interessen
den S(d)u1untt»rrit'htB vcifolKcn.
Mk dio Alt Hoiiior Zwet^ko ist schon die Weise, in der er die Ent-
IhIhmhi^i'H vorarbt^itet, von Boüeichnung. Cochlea non codia 198, « ist
obiui r.iiHiiinnirngt^Htcllt mit d(Mi Vorschriften bei Caper und Velius Umgua
dio Mioh (duMifHllH b(ndi> mit di>r Krugo beschäftigen, ob h zu schreiben
aoK Wir wollen davon abüohon, das« die Erweiterung der Correktur
auf don Vokal d»*r IMniihiiua dor Boniorkung erst ihren Platz in dem
]l^U«anuntMihMng dor t^ttdU« giobt. Aber es folgt wie bei Velius Longua
ntcimrt (NUN eocltm'ium). Dürfen wir überhaupt annehmen, dass die
Kordnung doa A in rochtnt ursprünglich ist, so ist dem Verfasser die
orihographiscbe Pruge im folgenden Wort gleichgültig geworden. Dia
llauplaache i»t ihm hier die Berichtigung des SufHiea, die kein anderer
Urammatikor giebt*). Sie erh< ihre KrUuterttiig doreh daa romaniacbe
Wi>rterburh, indeiii %i<eik dl« ^tadoUi» Form auf italienischem Boden,
din&u fra pr. apao., bia htalt g«h«lt»ii bat lamio tadeln Caper und
Cliariaiia. D«r VecftMOC d«<r AppMidix acbreib« 197, ss lamtOf fugt alao
«a 4»» ArehAiaaiM dw Siiivag, der (Ür Uui raglaidi ein Vulgartsraaa
iMk r«)f4rM # 4f HiiiuHisa kima. Üi« e<y«nlOfiai«rende Schretbung ;
J^mmm vit4 «l«t aa «cht SiMk« yeteMl. Di« Appendix aekradü {
i iuhI v«rb«««Mt dMMl iidiliKMlMliii m« ^. ia diewm WoH
U Aisla A99^rt ^^tt mtfü «• r%m
Die Appendii Probi
165
wie in andpren. Mariua Victorinus tadelt cloaca, die hochiHteinieche
Nebenform, der VerfaBser der Appendix claraca, die Porm der Vulgär-
sprache. Festua echreibt oricnh bedächtig mit hochlat. u; die Appen-
dix räumt jede HilckBicht beiseite und nennt oricla, wie es leibhaftig
lexistierte.
Bei der Reurteilung des Restes also, der auf den Anteil des Ver-
fassers enlfällt, niüssen wir von jeder Vorstellung, die wir von der
Thätipfiteit der nationalen Grammatiker haben, absehen. Wo das Ro-
manische eine Vulgärform bestätigt, nehmen wir sie gern an. Aber der
Verfasser geht tiefer hinab. Formen vulgären Charakters, denen das
Romanische widerspricht, stammen aus der Pöbelsprache ^ in der sich
Reste der eingeborenen Mundart wiederfinden mögt*«. Nur so erklären
sich ein orilegit<m und cunhilitm. Wie es bei letzterem möglich ist,
bleibt uns dann nur übrig, etwa den zugrunde liegenden Spracbzug auf
einem beschränkten romaoiscben Gebiet aufzuweisen.
Kapitel 3.
Bfe AnordnuDg.
Auch in der ausserordentlichen Regellosigkeit der Anordnung machen
sich zwei Züge bemerkbar^ welche der doppelten Herkunft der Elemente
entsprechen. Sprachlich zusammengehörige Groppen streiten mit solchen,
welche durch die Bedeutung verbunden werden. Daneben äussert sich
ein auffallender dualistischer Zug, der am ehesten auf ursprüng-
liche p:iarwei8e Aufzeichnung zurückzuführen sein dürfte. So stehen
nebeneinander, gleichzeitig in Nähe der Bedeutung und der Laut-
erscbeinung:
198, 5 calda, frtgda
198, .10 aittor, autoritas
198, 3 3 ansar, pasear u. a.
in Verwandtschaft der Bedeutung:
197, 22 Calcostegis, Septizonium
197, S2 brabeunif pancarptis
198, 1 Btfzacenus, Capsensis u. a.
in Gleichheit der Lauterscheinung:
197, jo veclüs^ viclus
197, 21 angluh, iuglns
197, 2 8 mascel, figel u. a.
Ausdrücke des Bauwesens, weiterhin die gewöhnlichen Erzeugnisse
der technisihen Produktion verleihen dem Anfang seinen Charakter.
Sie werden unterbrochen von der grossen grammatischen Gruppe
166
Karl Ullm&nn
C^^^ulum non O^lmn 197, 20-21, die jedoch von dem in die Bedeutung«-
aphäre hineinfallenden speculum eingeleitet wird. Es folgen 197, »7-31
die Entlehnungen in grosserer Gescliloasenhßir, in deren Bereich allein
itivenclus hinter laneo nicht genau ent*>prechend nachgewiesen werden
kann. Dem Verfasser lag vielleicht der Ideengang vom Metzger über
eeiD Rind zum Ochsen nicht fern. Vier Wörter schlieseen sich an,
welche in ihrem gedrängten Zusammensein einigen Zweifel an dem von
Sittl angesetzten Heidentum der Appendix übrig lassen: brabeum und
pancarpus, die beide erst in der christlichen Litteratur auftauchen, der
Eigenname TheophtluSf der zwar, wie 8ittl versichert, auch von Heiden
angenommen werden mochte, aber im Zusammenhang der Stelle den
chrisllichen Eindruck nur eihöhen kann, und der Terminus des Mönch-
lebens monophagium. Einigen Abbruch wird wenigstens die unten
vorgenommene Beseitigung des letzten Ausdrucks thnn. Der grossere
er»to Teil von 198 ist beherrscht von der Correktur e non 1 und um-
gekehrt, anfangs vielfach im Hiatus. Es iässt sich nicht behaupten,
dass die Gruppe ursprünglich geschlossen war. Jedenfalls ist sie am
meisten mit anderen Eleraenfen durchsetzt. Hervorzuheben wären
198,11,12 drei weitere Ausdrücke der Architektur: camera , peyma,
cloaca^ donen sich in der Lücke ein vierter angeschlossen haben mochte.
In beinahe ununterbrochener Reihenfolge tritt wieder 198, 12-17 die
grammatische Gruppe -es non -is hervor. Weiterhin sind bemerkens-
wert: die vier v/c/ 198, 14^2»; vier Naturerscheinungen 198,32, 33 näm-
lich ierrimotium . . . scoriscus, toftotm, weibliche Verwandtachaftsnamen
198,3 4; 199, 1; nämlich novarca, nura, socm , nepficla, anicla. Die
Schlusszeilen der Nomina bis 199, 12 weisen im grossen durch die Be-
deutung auf die erste Halbseite zurück, wie sich denn {musium vel)
mwivum no7i museum, am wahrscheinlichsten in der Bedeutung ^.Mosaik'',
an beiden Stellen findet. Ausserdem glaubt man ein gewisses Interesse
an Tagesereignissen, Festlichkeilen (parentatta, Febrttanus, Eobigo (^)y
mit Umzügen und Opfern zu bemerken. Die genauere Auffassung ge-
lingt vielleicht einem kundigeren Blick. Daas nobiscum und vohiscum
199, lÄ zu Recht unter den Adverbien stehen, zeigt Cbarisius 188, 29.
Hier und da sind Spuren gestörten Zusammenhangs bemerkbar,
die berechtigen konnten, auf Interpolation zu scbliessen. So werden
beispielweise 198, 17, i» dracco und acqua, 199, 2 rim und paar duroli
je eine dazwischenetehende Bemerkung unterbrochen. In solchen einzetnea
Fällen mag wirre Aufz ichnung in der Vorlage dem Copisten die Er-
kennung der Reihenfolge erschwert haben. Im allgemeinen Iässt sich
die Möglichkeit eines ursprünglichen System» der Anordnung nicht be-
bauptoo.
Die Appendix Probl ^^^^f 167
Kapitel 4.
Heimat und Eutstebttiigszeit.
Eigentum des Verfassers sind unzweifelhaft alle Namen, auf welche
Paris die Bestimmung der Lokalität gründet. £a sind hauptsächlich die
Correkturen :
197, 2 ^ calcostegi's non calcosteis
septizonium non septidionium^).
198, 1 Byzacenui non Bizacinus
Capsensis non Capsesis'^)
198, i 4 vicocapfti'8 A/ricae von vieocaput Afrieae
vicostahuli procortsnlis non vicotabulu proconsulis
mcocastronnn non vicorastrae
vicostrobili non ticotrobili
Allerdings kann Fans behaupten, das« vor ihm niemand versucht
hat^ die Appendix zu lokalisieren. Wer aber vor ihm vieocaput Afrieae
und septizonium antraf, dessen Urteil war besJiramt. Nimmt doch auch
Jordan auf Grund dieser beiden stadtrömiachen Namon die übrigen,
sonst nicht bezeugten vici als Strassenblocks in die Topographie der
Stadt Kora auf). Hiermit war denn der Beurtheilang der sprachlichen
Eigentümlichkeiten der Appendix iu keiner Weise eine Beschränkung
gesetzt. Bei dem bisher wenig umgrenzten Charakter der römiaohen
Gemeinsprache stand es noch immer frei, die Herkunft ihrer Formen
auf bestimmte Gebiete zu lokalisieren. Anders sobald der sprachlichen
Betrachtung Afrika als Grundtage gegeben wurde. Den gefährlichen
Abweg eröffnet Sittl, wenn er beginnt, mit Punismen zu operieren —
allerdings beschränkt er sich auf eine Wortform, Ädonius für Adon, bei
deren Kritik ich mich eines eignen Urteils enthalten muss*). Dagegen
kann ich nach eingehender Betrachtung des Textes annehmen, daas
Adonius in der Sprache der Appendix identisch ist mit dem sonst als
Substantiv vorkommenden Adoneus^). Die guten anderweitigen Belege
für diese Form schliesseo einen auf die Appendix beschränkten, der
Appendix eigentümlichen Punismus aus.
1) Codex eeptidonium, s. u. S. 176.
2) Die Bemerkung ist von Paris 305, a. 4 so Dnaofecbtbar richtig hergestellt
worden.
3) He Rossi, Bullett. dclla Conim. arcb. di Roma 1889 8. 360—362 geht, ohne
oeae Tbataacben beizubriDgen , auf die afrikaoiache Herkunft der Appendix ein
und beaorragt die Streicbang der Hrei vici bei Jordan.
4) 8. darüber ForceDiini, OoomasticoD unter Adonis.
5) Vgl. teloniutn^ brabium.
166
Karl üllranDn
Die Annahme eioer io einfluBereichen BeBtimmung würde eine ob>
jektiv© 8|>rachliche Pröfung beeinträchtigt haben. Die bindende Ver-
pUicbtung kann ihr nur dann innewohnen, wenn die Beweisführung
„de Vordre externe^ von zwingender Notwendigkeit ist. Zunächet aber
wird l'aris mehr wie grosse Wahrscheinlichkeit für Beinen Schlues:
afrikaniBche Namen, also afrikanische Lokalität, nicht in Anspruch
nehmen. Zu der Zeit, in welche virn ihm Belbst die Appendix gesetzt
wird, war Afrika, namentlich durch seine Produkte, dem Gesichtskreis
d»>r Körner so nahe gerückt, das» einige afrikanische Namen im römi-
schen Tagesgespräch nicht sonderlich auffallen können. Dass es nur
afrikanische Namen sind, die erscheinen, mochte ich aus der grossen
0*'ltu(ig afrikanischen Wesens unter der Regierung des Kaisers Severua
begreifen, der mit Vorliebe die Beziehungen zur afrikanischen Eieimat
und »u dem früheren Amtsbezirk pflegte.
In der That scheint es mir, dass sich in den zahlreichen Aus-
drücken des Bauwesens das Tagesinteresse für die groasartige Bau-
thäligkeit 8|)iegeit, die sich in den friedlichen Jahren dieses Kaisers io
Rom entfaltete. Paris selbst lokalisiert in Rom, im Gebiet des Caelius^
den Ticus rapitis Africae zusamt seiner falschen Namensform. Er giebt
auch der Vermutung Beckers Recht, wonach der Name des Häuser-
blocks auf den Kaiser Öeverus surückgeht'). Gr nennt ferner im Be-
sirk desselben das pacdagogium a caput Africae, in welchem Frej-
geUiBseoe für den Dienst des kaiserliehen Hauses herangebildet wurden.
Das Scpticonium wurde von Severus, nicht gerade entfernt vom Gebiet
de« Caelius, am Palalin im Jahre 203 erbaut^). Auch den vicaa
Ctatroruro deutet Paris als den Complex der castra peregrina. Nach
toioeoi Kincug in Rom löste der neue Kaiser die Prätorianertruppe auf,
brach mit dem alten Vorrecht der Italiker und setzte eine neue EUite-
tnipp« aus bewährten Soldaten aller Legionen und Rekrutieruogsbetirke
Btiaaniroeo. Damals sahen die erschreckten Römer znm ersten Mal
Barbaren aus allen (Tegenden der Welt sich in ihren Strassen als die
Barren geberden. Vermutlich kam auch auf diese Weise manoker
Bjaacenus und Capsensis in die Hauptstadt — unter mancheB aaderaa
Afrikanern, die aUgemeio ihrem Landsmann auf dem Thron die höchste
Terehnini: Znr Unterbraigwig der Benen Truppe baute Seren» ^
•ehr wahr- \\ erst selbst die eeatrm peregrine 101 den OMliaiL
Aostoss nimmt Paris zum ersten Mal ond eigeotlieh aUeia an dem
ntattoMi procmsiMs. Ea kann sieh nur wa den MenteO eiDes Pro-
l>&»Ma.t.
'iM«lBe.rto
8.7.
Die Appendix Probi
169
konsule bandela, der in der Stadt, die eine Strasse nach ihm benennt,
■einen ständigeQ Aufenthalt bat. In Born aber gab es nie dauernd
einen Prokonsul. Darauf ist zu bemerken, daes gerade Septiniius Se-
verus dem prokonsulariachen Titel ausaerordentlich hohen Wert bei-
niasa. Er war der erste Kaiaer der ihn auch bei seinem ständigen
Aufenthalt in Rom nie ablegte^).
Auf die zahlreichen Wasserbauten im wasserreichen Südosten geht
vor allem aquaeducius non aquiducfus 197^ 2«. Man halte dazu terrae'
motus rion terrimotium 198, 32. Jordan bespricht die Form Hermes
VII, 367. Er lehnt dort mit Recht die gewöhnliche lautliche Erklärung,
den lautlichen Übergang ae : e: i, mit Hilcksicht auf das frühe Auf-
Ltreten ab. Nun findet sich auch auf dem Capitolinischen Stadtplan,
'der nach Jordan, Forma urbis Romae S. 7, zwiachen 203 und 211 aus-
gearbeitet istf ein aqueductium bezeichnet. Unter diesem aqueductium
ist der aquae Claudiae ductus, auch auf dem Caeliue, Terstanden, der
damals neu und allgemein bekannt war, deshalb keiner näheren Be-
zeichnung bedurfte^). Das ^ will Jordan selbstverständlich ebensowenig
für eine frühe Entwicklung des Diphthongen halten; er sieht darin den
gewöhnlichen Ersatz des unbetonten /. Sind in dieser Weise die Form
des Stadtplans und die der Appendix bezüglich des Mittelvokals identi-
fiziert, so kann ich es bei der Kenntnis der mangelbafteo Überlieferung
wohl unternehmen, die Möglichkeit eines ursprünglichen aquiducthim
auch für die Appendix, entsprechend ihrem terrimotium und dem aque-
ductium dee Stadtplans, stark zu betonen. Der Copist bat hier zwischen
korrekter und getadelter Form uniformiert, wie er gröber uniformiert,
indem er Fchreibt: gi/rits non ffi/rus^) und vieles andere. Aber auch
ohne das tindet sich für diese Form ein Zeugnis wieder aus der Re-
gierungszeit des Sererus^ aus Rom und sogar vom Caelius. acqua, calda^
frigda^ clavacay das letzte hinter cammara, peuma scheinen nicht
weniger sicher auf die Thermen- und Canalbauten im Südosten hiozu-
veisen *).
\) 0. Richrer io Iwan MUJIer's Handbuch III, 705. Cealemeer, esaai sur la
vie et le r^gne de Septime S6vöre, 8. 302. Der Kaiaer war juriatiBch durch-
gebildet, and verband mit dem Titel ataatsrechtÜche Absiebten.
2) Jordan, Topographie der Stadt Rom 1, 1, 475 a. Forma urbi» Romae S. 7,
Vieloaebr wird man e-igen kdanea, das« aquaednctium der populäre Ci|j;enDame
der neuen Wa«eerleitung war.
3) 1^7, «T.
4) Über die Verbindung der Septijonia mit WaBserleitungen , speziell des
Septizoniums des Kaisers 8ev«rus mit dem »quae Claudiae dactua haadell BillieD,
Das Septizonium des Septimitus Severus S. 33 f.
170
Karl üttmanD
Auch Hercules vor cotumna Bowie Marsyiis deutet Sittl auf Erfeng-
nisee der Bildhauerkunst (S. 557 a. 3). Einen zweifelhaften Tempel des
Hercules victor mit Standbild auf dem CaelJus verzeichnet 0. Richter ,
in Iwan Müllers Handbuch III, 298. Calcostegis neben septizoniu
kann ich ebensowenig wie Paris io Rom nachweisen, er auch nur ver-
mutuDgaweise nach Carthago verlegen. \^on diesen beiden kann teloneum
in der ersten Zeile nicht getrennt werden. Der Zusammenhang ist
durch die Einfügung der grammatischen Gruppe gestört worden. Das
Wort findet sich zwar nach Sittl vor 401 nur bei Afrikanern. Es hat
aber romanische Fortsetzungen, die auf den guten, echt lateinischen
Lautwandel des gr. e vor ^ zu o Bchlieseen lassen. Die Appendix mag uns
ein Zeugnis sein, dass das Wurt wiiklich älter auf weiterem romani-
schem Boden ist. Zölle wurden zur Zeit dea Severua in der Hauptstadt
eicherlich erhoben, und ein Zollhaus dürfte am Eingang der via Appia
nicht übel angebracht gewesen sein.
um mit der ersten Wortform zu schliessen, porphyreticum marmor
fton purpuretkum marmor — Jordan bespricht Topogr. I, 1 , 4^)8 a. 28
den Namen der Säulenhalle des Trajan. Sie wird bezeichnet: port/cu»
porphtfreika bei Vopisc. Prob. 2; poriicus purpuretka Orelli 2832 =
Bull, crist. 1874, 5o. Die Identität beider habe Hübner de s. p. q. r.
actis 13*) erkannt. Dazu entnehme ich aus Georges LAAV^.purpuriticus
bei Gruter 128, j. Die Inschrift ist in Rom auf dem Caelius gefunden
worden. Sie stammt aus dem Ende der Regierungszeit des Antoninus
Pius. Der Name dea Gegenstandes porphyrites zusamt der zugehörigen
griechischen Adjektivableilung kam mit der Sache erst in der Kaiser-
leit nach Rom. Die latinisierte Korm purpureiicns kann somit nur
jüngere Analogiebildung nach dem alteingosessonen purpurn sein. Sie
zeugt nichtsdestoweniger von echt volkstümlicher Aneignungskraft und
ist deshalb am ehesten auf alttatoinischem Boden zu vermuten. Sie ist
zweimal in Rom aufzuweisen. Es liegt Grund vor, auch die dritte Über-
lieferung dahin zu verlegen. Fatalistisch sieht es aus, dasa auch hier
wieder eine Spur auf den Caelius führt.
Mathematisch gewiss wird eine Beweisführung mit dergleichen
Elementen selten sein. Ich hätte es deshalb unterlassen, dem Resultat
einer unbeeinflussten sprachlichen Untersuchung zuvorzukommen. Aber
ich muss gestehen, das» auch sie mich bedenklich in den Süden
Italiens geführt hat. Wo die romanische Entwicklung einen Rück>
BchlusB gestattet und wo die lateinische Wissenschaft eine Lokalisierung
möglich macht; da bietet sich vor allem das ehemals oskische Einflusa-
1) = Fleekeisen Jahrbb. 3. Suppteme&tbaDd 569.
Die Appeadix Probi
gebiet dar, entBchiedener als es dem bisher angenommenen Anteil des
kampaoiBchen Bauerndialekts an der römischen Umgangssprache ent-
spricht. Es wäre mir alao vorgeworfen worden: Afrikanische Lokalität
und südlicher Sprachzustand ergeben ohne Widerspruch afrikanischen
Dialekt. Demgegenüber glaube ich durch die Hervorhebung der römischen
Beziehungen wenigstens die volle Freiheit der römischen Um-
gangssprachOf damit das Gebiet des Qesamtromanischen
wiedererlangt zu haben.
Dem Romanisten käme auch ein frühes Zeugnis südlichen Sprach-
charakters für den stadtrömiscben Dialekt und den der weiteren Um-
gebung gelegen. Denn der heutige Zustand ist erst im Mittelalter
durch die Einwanderung einer zahlreichen toskanischen Bevölkerung
hervorgebracht worden. Die ältesten Dnokmäler zeigen eine grössere
Verwandtschaft mit dem tSüditalienischen, insbesondere dem Neapoli-
tanischen *J.
Eine dritte Äusserung wird vielleicht die Gründe der einen oder
der anderen Lokalisierung gegen einander abwägen. Ich meine, nach
allem, was hier über die Appendix, ihren Verfasser und sein Arbeiten
gesagt ist, gehört kein grosses Spiel der Phantasie mehr dazu, sich
ein Bild von der Entstehung der Srhrift zu machen. Ich möchte in
der That Paris zum Teil beim Wort nehmen und bin geneigt „ä re-
garder ce texte comme compone ä Borne et par im paedagogus du Caput
Africae pour Vusage de sea discipies, ä PSpoque imperiale'*^). Nur dürfte
eher die Arbeit eines Schülers vorliegen, eines echten kampanischen
Bauernsobnes, dem über der Unterweisung in den Bchulgemassen Fein-
heiten der Aussprache, Formenlehre und Orthographie die viel bemerk-
bari^ren Fehler seines Dialekts auf die Seele fielen, und der deshalb an
die Exzerpte aus seinen Schulbüchern die für ihn wirbtigere Kritik
Beiner eigenen Sprachfehler ansrhliesst. Auch die Zeilbestimmung —
bei Paris avant la ßn du iroisihne siicle — hat durch die Beziehungen
sor Zeit des Septimius Severus ein bestimmterea Gepräge erhalten. So
gering der Sprachschatz des Capitolinischen Stadtplans ist^ um so auf-
fallender ist die Übereinstimmung in zwei ferneren Lauterscbeinungen,
von denen unten die Rede sein wird. Man kann unbedenklich beide
Denkmäler für gleichzeitig erklären.
1) Gütige Hittetlung des Herrn Profeaaor Foerster.
2) Paria a. ». 0. S. 303 f.
lUi^
i72
Karl üllrotiTia
Kapitel 5.
Die Überlieferung.
Die Überlieferung der Appendix ißt mangelhaft, die einzige Hand-
echrift echlecht geechrieben, Bcbleeht erhalten; die alte Lesung Eod-
lichera, auf der auch der Abdruck Keils beruht, bedarf der Berichtigung
dringend. Noch in einem der letzten Hefte der Wiener Studien M be-
schäftigt sich eine Miacelle Rudolf Beere mit dem Zustand des Codex
und dem Abdruck. An einigen Stichproben weist er die Notwendigkeit
einer neuen handschriftlichen Collation nach. Leider hat er sie nicht dem
für die Wissenschaft wertvollen, dritten Teil der Appendix entnommen;
einer oder der andere Aufschluas wäre sonst wohl schon gegeben worden.
In ihrer abgebrochenen F'orm waren die zweihundert Correkinren,
die sieb zudem vielfach auf einen Buchstaben zuspitzten, späteren Ent-
stellungen unter den Händen der vermittelnden Personen vielfach aus-
gesetzt- Ein Beispiel für die mannigfachen Zweifel bietet gleich die zweite
Bemerkung. Die Wiener Ausgabe druckt ^e/omw/« non teloneum Aus der
entstellten Notenangabe entnimmt Keil die Passung telonium non toto-
neum. Herr Professor Foerster hat die ersten Zeilen mit der Hand-
schrift verglichen. Er halte die Geneigtheit^ mir mitzutbeilen, dass er
in beiden Fällen o liest. Die Correktur gr. ttof =. i{v)um non eum
erhält durch zwei nahe Verbesserungen eine Stütze. Ein böswilliger
Copist. der die Verbesserung erweitert, also seine eigene Weisheit hin-
zuthut^ — Endlichere Auffassung — ist nach dem thatRächlichen Zu»
stand der Handschrift ausgeschlossen. Es bleibt die Frage: Gehört
das 0 in beiden Fällen dem Copisten, oder hat er es im ersten Teil
uniformierend eingeführt? Ich bin geneigt, die zweite Möglichkeit gelten
zu lassen, kehre also auf einem Umweg zu Keils Auffassung zurück.
Die Harmlosigkeit dos Copiaten stellt sich bei der Betrachtung der
Schreibung v = b heraus. Einseitig in der korrekten*) Form ange-
wandt, während die getadelte') keine Gelegenheit gab, findet sie sich
in 1) glovus non glomiiS] 2) noviscum n&n noscunt'^ ebenso einseitig m
a), wo b) die Möglichkeit bot, in 3i plevis non plebls-, 4) toleravilis jion
tulerabith- beiderseitig nur 5) brauium non braueian; einseitig in b), so
daea eine beabsichtigte Correktur erscheint, nur 6) baculus non uaclus.
Wer 6j zuliebe eine Vorbesserung b non t«, somit den Übergang h : v
in der Sprache der Appendix ansetzen wollte, müsste zur Beschaffung
1) XII, 327 f.
) Sie wird iro Folgeodeo mit a gekenneeicboet werden.
Bie wird durch b charakterisiert werden,
Die Appendix Probi
173
weiteren Materiala io 5) üniformierung, — so Paria 308 a. 2 — io 3), 4)
Vertauachung durch den Copiaten behaupten und wäre noch immer ge-
zwungen, für 1), 2) Schreiberwillkür einzuräumen. Mit Recht haben
daher die Herausgeber alles, auch 6) in seiner verführerischen Form
übereinätimmend aufgegeben. Üie Erkenntnis ht nicht überall so leicht.
In der Beurteilung des faet durchaus fehlenden k gehen die Ansichten
weit auseinander. Keil verzichtet auf jede Kritik und kehrt %a dem
buchstabengetreuen Abdruck der Handschrift zurück. Ich weiss nichts
besseres zu thun. Ein gegenständliches, entscheidendes Urteil ist un-
möglich. Die Erklärung soll daher im Zusammenhang der lautlichen
Erörterung an ihrer Stelle gegeben werden. Beiderseitige Verderbnis
ist nach den Gewohnheiten des Copisten anzunehmen in marmur 197^ i»
und gegen Paul Meyer in numquit 199, i4. Einseitiges, uniforraieren-
des Verfahren, daa aus der Gedankenlosigkeit des Copisten entspringt,
überwiegt. Vorwärts wirkend finden wir es in gt/rtis non gyrm 197^37;
vicostrobili non vieostrotili 198, as; vinea non vinea 198, a. Die
beiden letzten sind nachträglich berichtigt. Rückwärts wirkende An-
gleichung ist häufiger: phbt'a nou jtk'bis 19S, 13; imßmenatfis non im-
ßmenatus 198, «i; dazu gehört auch tolonium non toloneum mit 0,
rechne ich ferner fasseo/us non fassiolus 198, 2« mit doppeltem s.
Endlich ist das u in tundco non detundo 199, i hierherzuziehen. Der
Codex vertauscht zwar u und 0 vielfach, aber doch in meist erkenn-
barer Beschränkung. So erscheint fast ausnahmlos it. nomerus, correrCy
häufig assimiliert osrotor, torcoiarf singolormn u. dergl. Eine Neigung^
roro. u vor nd zu schreiben, tritt nirgends hervor. Im Gegenteil findet
sich viermal und häufiger die Schreibung fferondium. Ich stelle also
auch hier die Fassung her: tondeo non detundo.
Die Schreibung i •=^ v wird von den Herausgebern aufgegeben
in '^porphireticum 197, i». Auch sonst fordert der Text nicht ein ein-
ziges Mal if sondern nur schulgcrechtea tj für gr. v. Endlicher war
aldo im Recht, wenn er 198, 20 '*ctamj/s für überliefertes clamis, die
gewöhnliche Form der Uandacbriften, einsetzte. Ihm folgt Paris 3U8 a, 2;
entgegen sind Keil, Scbuchardt 11,263. Die Correktury non i wird geübt:
1) gyrus non [girus) 197,21
2) Bgzacenus non Bizacinns 198, i
3) Capsesys non Capsesis 198, 2
4) amygdala non amiddola 198,2 6
5) {dyseniericiis) non di8entericusl9S^2»
4) Keil giebt irrtUmlich °amicdala als Lesart. Endlicher hat amycdala.
3) ist von Paris 305 a. 4 mit Recht als sinnlos aufgegeben und zu
**Capsen8is emendiert worden. Die Ergänzung *5), die von Endlicher
174
Rarl tJllmAOD
berrfihrt, konnte ohne gewaltsame Änderung nicht anders ausfallen. Der
Codex hat 1) aU ffyruit non gyriis. gurus ist im Lateinischen zur Ge-
oflgo bßxeugt. Ocorgos mochto mit Haupt ojiubc. 3^ sa« für diese Stelle
der A|ipendix wie für Apieiu» die Schreibung goerm annehmen. Sie
int »wi'imiil loi Nonius bch-gti 20, a« und 189, «a. Erklärungaversuche
wurden angestellt ron Schuchardt II ^ 278, Corssen I, 710; die älteste
und oinfachsto Auffassung ist auch heute noch nicht ausgeschlossen.
Das Wort hatte ü und machte einen altertümlichen Eindruck, man
schrieb also o« = ü wie in inurua. Die beiden Wörter haben ein so
gleiche« Äussere, dass es üfacrfiüsaig ist, nach einer anderen Begründung
zu BUcht'U. Das Komjin. weist hingegen nur &u( girus, wonach die alte
Berichtigung der Correktur zutrefTend wäre. Einen recht überzeugenden
Eindruck macht jedoch keine einzige der drei bisher besprochenen Be-
merkungen, lo 2) und 4)^ die allein üborliL^fcrt sind, ist g non i neben
den anderweitigen Verbesserungen wenigstens überflüssig. Zudem
schreibt das Edikt Dioklotians amugdala. Da aber daa Rom. wieder aus-
nahtiilos i aufweist, so fehlt einem auch hier die Berechtigung, das t
rundwog als Eigentum des Verfassers abzulehnen. Nur mit geringem
Vertrauen kann ich znm Schluss die Möglichkeit einer ursprünglichen
Berichtigung g non i Übrig lassen.
öcbon twoimal war eine Erwägung nicht zu umgehen, dass be-
tondors die Correkturen der Endungen demselben uniformierenden Ver-
fahren tum Opfer gefallen sind: bei ^aquiducUts neben Herrimotiitni —
oin ofHiductium wäre um so willkommeuer, als von ductium zahlreiche
romanische Weiterbildungen vorhanden sind, s. Diez E. W. L docciar« —
dann könnte ich hier die ganze Reihe der oben S. 157 f. zusammen-
gestellten Wörter mit einer vom Uochlat. abweichenden Oenusendung
«ioderholen. Vereinzeltes kommt hinzu. 198, « findet sich die Reihe
cocleare non cocüatium, paieareuni non paJian'um^ primipitaris non
primijuiarius. Mit Hfinden zu greifen ist auch an zweiter Stelle ein
fmimrt non paliarium, Unzweifidhaft stellt ptas/a 199, t das gr. nlaar^q
vor. Die inhalUiobe Verwandschaft der Schlus-Hstelle mit den ersten
Zeilen iat oben festgestellt. Die Gesamtheit der an beiden Stellen
sieh findenden bautechnischen Ausdrücke macht den Bildhauer un-
verkeenkMir. Die Correktur UateC phsta non hlatia. Peris 906 a. 8
setJt ao ptMN$ non Mento« Die UÜiiieitrte Eedvng irt ia dtem Wo
nicht zan tweilM Mal tv bekgea; aie iat wie ia noai-fo, jMt-to voll«'
ttUadig korrekt Wir entnehmen der Appendix auch ohne Emendation,
das» die UafoniMMg volkataaüieh lebeadig gebliebeB war.
Am 199, ts tümttmkiliftu tum mdahUäm glaobe ich entnekaiea it'
kteaeo, daaa der Verl^Mar kochlü. tJmbilihn eberhaopi nidit keaat
Die Appendix E^obi
175
Nach eeinein ganzen Verfahren ist man zu der Annahme berechtigt,
dass ihm die aebriftgemagse Form wenigetena nicht immer gegenwärtig
ist. Bei Emendationen der letzten Art läuft man daher immer Gefahr,
nicht den Fehler des Copi^iten gut zu machen, sondern den Verfasser
zu iiorrigieren. Eine bestimmte Grenze giebt e» nicht. Die Möglichkeit«
dasa die Appendix ursprünglich Berichiigungen^der Wortausgänge io
grösserer Zahl enthielt, soll an dieser Stelle nochmals ausgesprochen
werden. Mit Bestimmtheit zu emendieren, hielt ich mich in keinem
Fall berechtigt.
Besonders da, wo an einem Work mehrere Verbesserungen geübt
werden, haben viele mit Vorliebe einen Teil dem Copisten überwiesen.
Gerade im Hinblick darauf wurde oben das Verfahren des Verfassers
festgestellt^ die entlehnten Correkturen durch die Einführung einer
zweiten Fehlerhaftigkeit zu erweitern. Zum Nachweis diente unter
anderem auch formuHmn. Es mag hier genauer bemerkt werden, dasa
überhaupt u für g in der Handachrift nicht sonderlich häufig eintritt,
wie es der Heimat des Copisteo nicht anders entspricht. Von mehreren
eklatanten Beispielen, »o/urma, fast regelmässig nuscere^ abgesehen,
können die meisten Schreibungen, numen für nomerij in Suffixen us für
OSj ur für or, als Verwechslungen bezeichnet werden ; -usus statt -osus
ist nicht zu beobachten. Im Gegenteil findet sich die volle Form for-
monsHS Anal. Or. 382")*). Eher konnte sobrius non suber Bedenken
erregen^ weil der Codex ein anderes Mal subrius bietet. Anal. 439'^}.
Der Gesichtspunkt dürfte kaum ausreiuhen. Nimmt man das mehr-
fache vor- und nebentonige i< = o in die Betrachtung auf, so ist ea
unzweifelhaft, dasa die Sprache der Appendix die süditalienische Wand-
lung des o in verhältnismässig grossem Umfang vordeutet.
Eine Entscheidung ist schwieriger bei vapuio non baplo 199, 14.
Die Nomina mit fehlendem Mittelvokal sind gut bezeugte, meistens
archaische und auch aus dem Romanischen rekonstruierbare Vulgär-
formen. In das Verzeichnis die einzige syncopierte Verbalform, für die
kein anderes Zeugnis spricht, aufzunehmen, kann man Bedenken tragen.
Zudem bietet der Codex auch Anal. 384*") vaplo. Die Syncope musa
somit als zweifelhaft für die Sprache der Appendix angesehen werden^
eine Stütze erhält dadurch die Correktur v non b in demselben Wort.
Der Schreiber vernachlässigt auslautendes m, fügt es auch oft hinzu,
wo es keine Stelle hat. Die Appendix tadelt das Fehlen in einer An-
zahl Adverbien. Unter den Substantiven ist cannelam 197, 34 von dem
angehängten Zierrat zu befreien; für Hriclinu 198, 27 fehlt ein besonderer
1) Keil ist in der Angabe der Leaarten nicht voIlstSodig, sie sind daher durch-
gängig Dach der Wiener Au«gat>e citiert.
176
Karl tJUmann
Anhattepunkt. Eben deshalb muea die Überlieferung voll beibehalten
werden; in vicotabuiu 198,2 5 iet dasselbe vollends als unabweisbare
Notwendigkeit geboten, weil hier, in des Verfassers eigenslem Eigentum,
in volkstümlich zugeschnittenen ätrassennamen, einfach jede Kritik
aufhört.
Der Codex unterdrückt gern unbetontes «und i im Hiatus. So weist
Appendix^" selbst auf: aexfquaey '^/assoius. Letzteres ist nachtraglich
berichtigt, treibst betonter iiiaiusvokal fehlt zuweilen, so in ^poUoy nach-'
träglich zu poeUa verbessert. Das Fehlen des Hiatusvokala ist aber auch
als getadelter Sprachfehler anzunehmen, unzweifelhaft in ^IriclinuV^^f 11^
wahrscheinlich in Hnninomaia 199, «. Dagegen glaube ich, dass der
Copist ein i hinter <i ausgelassen bat in heptidoniuml^lj^t. Ich setze
also an scptizonium non septidionium *). Ausgelassen war 1 und ist
nachträglich an der falschen Steile hinzugefügt worden in: ^Izofilus 198, 1.
Ich lese mit Schuchardt I, 153, 441 Theoßlus non Zio/ilus. Paris setzt!
308 a. 2 botruus non bufrio an. Der Codex hat ^butro. Ich habe mich
nicht überzeugt, dass eine Änderung nötig ist.
frigida non fricda 198, s; digif»s non diciiwi 198, lo sind so lange
gedreht und gewendet worden, bis sie schliesslich eine schöne Harmonie
bildeten. Schuchardt nahm II, 413 ^dictiia an, und darnach Georges,
L. d. I. W. ^frictus. — Der Codex zeigt den Hang, vor Consonan-
ten den stimmhaften Verschlusslaut durch den stimmlosen tu er-
setzen. So schreibt er Puplius, soprius^ in der Appendix selbst ^tripla,
das er aber nachträglich gutmacht Ganz besonders macht sich der
Zug in der Gutturalreibe bemerkbar, denn hier begegnet er sich mit
einer allgemeinen Schreibung c für g, die ich nicht aus nachlässiger
Schreibweise herleiten kann, sondern dem Einfluss der vom Copisten
benutzten alten Vorlage zuschreiben muss. So findet sich iptdicef,
abnecabcU, greco, synzycias^ intecroSy Clicerium, Die Appendix
bietet in den ersten Teilen efficies, carcara (gleich gargara)^ ßecfna,
docfna. Von den Uerau^gebein konnte korrigiert werden: Himicdala
196, 9t. Vielleicht, nicht notwendig fällt hierunter auch das zweite c
▼on eracU 199, u. In derselben Gestalt findet sich das Wort nämlich
App.^ 195, as als Pluraletantum, ist also unverkennbar identisch mit dem
tragii des Leydener Donat (K IV, 376, «•). Als ein solches c ist das von
fricda einfach zu beseitigen *). — dicitus halte ich gegen Schuchardt
voll aufrecht Cr meint, die Verwandlung des ^ in c wäre zwischen
1) NaohtrSglicb sehe icb, dass dieselbe Auffassung flcbon Rossi, Ballet deU&^
Conitti. ÄTcb. dl Roma 1889 8. 361 a. 1 , geüussert hat.
2) Dem Roms&isten tbot das leid, denn sard. /nttu erklärt sich aus eioer
sjacopierten Form fncdus vortrefflich, Kaoh dsa gewOhnlicheD AssiiDilatioo»-
Die Appendix Probi
177
Vokalen unmöglich. Damit mag er Recht haben, dennoch kann ich
nicht glauben, dass der Copiat vierundzwanzig Formen mit fehlenden
Mittelvükalen ') unbedenklich passieren läsat» an dem einzigen dictus An-
atand genommen hätte. Das Verhältnia ist vielmehr umgekehrt; dicUus ist
archaisch, digifus die umgewandelte Form. Die sprachliche Erörterung
gehört nicht hierhin.
Einige Einzelheiten der Kritik werden an der passenden »Stelle im
Zusammenhang der sprachlichen Betrachtung vorgebracht werden»
Gegenüber den mancherl*^i Doufungsversuchen, die an die Appendix
herangetreten sind, war eine bestimmte Stellungnahme zur Über-
lieferung notwendig. Mein Verhalten ist durch die bisherigen Aus-
führungen gekennzeichnet: Coiiservatives Festhalten am Buchstabentext,
ein Abweichen eht»r in der Richtung, dass dem Copistcn die Unter-
drückung einer überlieferten als die wirkungsvolle Einführung einer eige-
nen Correktur zugetraut wird.
Ein grösserer Anteil des Copisten muss nur für die Beurteilung einiger
Bemerkungen angenommen weiden, die mehr den Charakter einer syno-
nymen Scheidung als einer lautlichen oder formalen Berichtigung zeigen.
Es fragt sich, wie weit überhaupt homonyme oder synonyme Bestandteile
in der Appendix vorhanden sind. Auf der Grenze zwischen beiden und
dazu der lautlichen Berichtigung steht (jlobus uon glomm 198j h ^). Eine
Verwechslung ist auegeschlosaen bei (uHyes höh aliftes 199,3, ein Miss-
verständnis möglich he'i daucu^ non druucns l^S, so. Canncla non caniu-
nm 197, a* scheint die fehlerhaften Bestandteile «weier verschiedenen
Bemerkungen zu vereinigen. Im ersten Wort sieht Sittl vermutlich richtig
den Überrest von candela non caunela. Mit canianHn ist nichts anzufangen.
Endlicher vermutet wenig passend runinm non canianua. Ursprünglich
einheitlich war dagegen die Bemerkung homfafjium non monofugium 198, i.
Schon Endlicher stellt in der Note die Frage nach ofitfxxxtof^) niono-
gesetzen wäre Hir die Artikulationsstclle des resultierendeo Doppelkoosonaoten
der zweite, für die LStironilosigkeU der eraie Beatatulteil eotscheidend gewesen.—
Vielleiclu möchte jemand gnneigt sein, in den ererbten Schreibfebleru des Codex
und den getadelten Sprachfehlern der Appendix ein Abbild desselben Spracb-
zuatandes zu sehen. Es läast aioh Ja nichts dagegen sagen, wenn man den Ur-
kodex in zeitliche und urtlichiß Übereitistimnning mit der Abfassung der Appendix
bringt. Die uns zn (Jebote stehend' u Mittel der Kritik reiclien tum Nachwels
nicht aus. fricda iät demnach als blosser Schreibfehler anzusehen.
1) S. die Tabelle unten S. 197 f.
2) Synonym z. B. Olose. Plac. ed. Deuerling .s. 48.
3) lob habe ein Recht, miob so auszudrUoken , weil ich unabhängig auf die-
selbe Yermutang gekommen war.
Uotnaiilai hr lf'orsiliuiig«-t> Vit. ^^
178
Karl Ullmano
/agium Btand dem Copisten als Terminus des Elosterlebeos nahe. Es
muBs zufltAodo gekommen sein durch Verdoppelung dee uon^ Bei es nno,
da88 schon die Vorlago sie bot^ oder dass der Copist doppelt bs oder,
wofür anderoH apricht; beim Diktat doppelt auffasste^). In hom/agittm
mit iinorgntitschem h aber hat er im Gegensatz etwas von 6iaov aUo
„ZiiHaramouiJHScn'^ empfunden. Üie sprafhliche Fehlerhaftigkeit roasB
einer irrtümlichen Auffassung entgegengekommen sein. Also wäre viel-
loicht anzusetzen : owj'iuium non omf agium oder om/acium non ofacium.
Vielleicht war beides vereinigt.
i߻n non cracli 199, 12 ist von Schuchardt 1, 161 a. behandelt
worden, Er nimmt als Grundlage graciuU und konstruiert eine doppelte
Entwioklungsreihe : yraduti — gradli — gragli ; andrerseits gradidi —
g^radli — gralli ( — ylari). Heolmann schliesst sich 349 an. Es wäre
also fdr dio erste, die volkstümliche Entwicklungsreihe ein Übergang
dl : gl analog // ; cl nnzusotzon, für den kein anderes Zeugnis spricht*).
In der anderen Koibo ist das Umapriogen der Liquiden gralli : glari
fflr die Sprache der Appendix nicht wahrscheinlich gemacht; noch
weniger kann dio Fürin. wio doch die weitaus meisten '»Formen wirk-
lich korrekt sind, schnftlateiniseh nachgewiesen werden. — gldfi ist
überhaupt nicht ursprünglich. Dio ursprüngliche Fassung scheint darunter
hervor. Endlicher notiert grutu- auf. Nehmen wir an, das i von glari
gohüre 2um alten Üostand, ferner Endlicher habe / für c verlesen, was
auch dann mßglioh wäre, wenn nicht eine solche Verwirrung herrschte, so
ergiobt sich gracu'i non cracli, d. h. gruculi non gracli. Das erste ^c = g
und auch wohl das zweite goburton schon der Vorlage an'). Auch der
Cüpi^t dos Loydener Üonat fand das erste vor. Er verstand das Wort
obonsowonig wie unser Copiat und verlas tragli. Wie gragidus unter
dio IMurrtliutantura geriet, zeigt deutlich Varro 1. 1. V,76. Nachdem schon
oinigo Vogclnamon in Singularform behandelt sind, fahrt er fort: Menäa
quod mtra^ id e^i sola t^lilat; contra ab co graguli quod gregatitn,,..
Was den Copist bewogen hat, graculi abzubrechen, weiss ich nicht.
Ich kann nur feststoUon, dass er zum Schluss mit einer gewaltigen
Hast schreibt. Auch daas der Codex wirklich gtan bietet, ist stark zu
bezweifeln, loh glaube, der Copist wollte gandi einsetzen. Das /
stebl überhaupt nicht da, und dio Endung ist dieselbe wie die von
1) V««!oppcUiDgcn im Codex: Anal. Or. 275"), 293*), 298«*), 326"), 381"),
$38»«), 845 •). 349»').
2) Dk Etymologie mimU la r^gla bei Griiber V. 129 ist selbst viel so an-
fMblbar, als dass sie bealilig«iid aagetührt wenieb kOonte.
3) S. o. 8. 170; e« ist bekannt« dass graguU* and fftüiemU» vorkonimeo.
Die Appendix Probt
nr^
gractUi. Ein Blick auf die Handschrift würde vielleicht jede noch so
schone Vermutung fiberflüaaig machen.
198, 12 facles nun facs in der Gruppo -es non -is. Da die Mehr-
zahl der Correktnren -es non -is entlehnt ist, so konnte man versucht
sein, wie plebes von plebis ein /aces non facia anzusetzen. Der Unter-
schied ist, dass plrhes wirklich in der »Sprache lange fortlebte, wahrend
wir von faces überhaupt nur durch FestussTM Kunde haben : face>t anfitjui
dicebanf ut ßdes. Auch die doppelte Entstellung der Handschrift wird so
nicht erklärt. — Schuchardt nimmt n,444 da^ faces des Verrius Flaccua als
archaische Form von J'aneSf interpretiert also Festus : faccs antif/ui dice-
hont sine i ut fides. H, 402 hält er dazu die Syncopo aufrecht, nimmt
[also im ganzen an facies [non faces) non fax. — An "facies kann
nicht emendiert werden. Für Vacs- geben die romani»chen Sprachen
keinen Aufschlues. Ausnahmlos leben facies und facin. Wohl aber ist
es autfallend, dass sowohl sard. wie südital. das Wort nicht volkstüm-
lich entwickelt ist. In beiden stammt /acc/« aus dem Schriftitalienischen.
Dieser Umstand und die gelehrte Umgebung fuhren einen darauf, die Er-
klärung nicht in der späten Entwicklung, sondern in der früheren Geschichte
des Wortes zu suchen. Man könnte noch das bi/ax C. Gl. n,30, 25; 54, «
(Herausgeber di/rax, Lesarten di/ax, hifax) heranziehen. Hätte der Ver-
fasser eine von ihm gesprochene Form bezeichnen wollen, so hätte er
fax mit .r geschrieben, und der Codex hat es für :r nie. Die Schreibung
weist vielmehr darauf hin, dass der Copist einen Bnchstaben ausgelassen
hat, und da liegt wieder 2', das auch ausserhalb des Hiats zuweilen ver-
misst wird, am nächsten. Es ist also anzunehmen /ac/es twn facis^).
ziziber non zizii>er 199, 8. Entweder wir haben ziziphnm vor uns.
Dann wäre anzusetzen zizifum non ziztpum. Der Copist fand in seiner
Vorlage für die Endung eine AbkQrzung und übersetzte sie falsch.
k
1) Zur Erklärung bat man freien SpicIraaiQ. Man kann altlat. Coatraktioii von
ie vermuten , man kann sogar dar.in erinDern , dass der Domin. facicB überhaupt
nicht berechtigt, dass or erst nach den cass. obl. gebildet ist (Brugmaon, Grdr.
ir, 2, 527). Zuiu Schluas darf ich auch sober für sobriua ins Gedächtnis rufen.
Hier bindert das i nicht, dass das Wort wie die auf -ru ebne ableitendes 7 Suffix
behandelt wird; ebenso stände fad* neben «m^i.s. — Nachträglich werde Ich
darauf aufmerksam gemacht, dasa von Biicheler Rh. Mus. 46, 235 u. 236 ebenso
geändert wird. Ich freue mich über das ZuaammentrefTen um so mehr, als ich
hauptsächlich durch die Beobachtung des Schreibgebraucbs zu der Emend.ition
gelangt bin. Biicheler fügt im Zusammenhang der sachlichen Besprechung
gleich ein Beispiel hinzu. Es bleibt also bei seiner Erklärung der Contraktion
von ie.
12 •
180
Karl Unmann
Wahracheinltcher ist, wir haben wirklich ziziber = zingiber{i)y zim-
pil/er{t}y zfiiziöer^) vor uns. Die Cörrektur b non p erklärt sich dann
schwerlich aus p =: gr./Ü wie in Canopus, tnmnpus. Das/» wäre eher anuto-
giach zu junipents eingetreten? die casa. obl. haben eine der Einwirkung
entgegenkommende Form, zudem ist das Wort rom. ü-Stamni, z. B. ital.
zettzovero. Das Fehlen des h wäre dann am ehesten in beiden Fällen
dem Copisten zuzuschreiben. Wenigstens bewahren alle romanischen
Sprachen das n, Will man trotzdem eine Correktur zinziber uon ziziper
halten^ so könnte es sich um die Herateilung einer Reduplikation echt
volketümlichen Charaktera handeln, die zu dem ababalsawum und über-
haupt zu der konsonantischen Asmmilation der Appendix passt. RinflusB
von ziziphnm wirkte mit. Umgekehrt darf man daran erinnern, dasB
mgr. ^/»"^Kjrov, %\q, nzinztUa, s&rä. zinztda u.a. it.- mundartliche Formen
ein n unter dem Eintiuss von zhtzibcy angenommen haben.
Auch für nrrtif non necyiec 199, 14 weiss ich keine andere Erklärung
als Assimilation der beiden Bestandteile. Man könnte auf umgekehrte
Schreibung für rem. verstummtes c verfallen. Es fehlt aber jede Mög-
lichkeit, das Verstummen für die Zeit der Appendix wahrscheinlich za
machen. Halten wir uns gegenwärtig ^ daas der Verfasser aus den
untersten Strömungen der Sprachentwicklung schöpfen kann , und wir
werden uns auch über eine Entstellung wie mcttec, die an die ürvor*
gange der Sprache erinnert, nicht gar zu sehr wundern.
Von den Ergänzungen unvollständiger Bemerkungen nehme ich auf:
1) {dysentericus) non disenierkns 198, it
2) {opohahamum) non ababalmmum 19s, -20
3) {meretjrix uon meHf{f\iis 19s, a«
4) [pusinnm) non pisinnus 198, as
5) obscs nofi (obsf») 198, 44
1) und 2) rühren von Endlicher her; 3) von Bücheier, Jahrb. 105,
113; 4), 5) von Schuchardt I, 448; 11» 201. 4) ist jedoch nicht un-
anfechtbar; 8. darüber unten 8. 189.
Abgelehnt sind:
B) {pertica) non persica 198,2 8
7) {AmmaedaraA non ametra 198, ai
6) rührt von Brambach 276 her. Die romanischen Sprachen gehen
alle auf persim zurück. Ferner weist die ömgebung mit amtjgdalaj
faseof-HSf (iaucum darauf hin, dasa auch in persica die Frucht zu sehen
ist. Wenn die Correktur nicht auf die Endung ausging, wäre mit
starker Änderung nach dem Romanischen anzusetzen persica non pessica.
i) Die beiden ersten Formen bei Georges, dfe letzte bei Du Cange.
r
le Appendix Probi
181
7) ist von I^aris 305 a. 5 io seinem Sinn gedeutet worden. Es ist aber
zu erwögen, dase weder Byzacium noch Cait&a genannt werden, wohl
ein hi/z<iceniis und Cnpsensis, deren persönliche Rekanntschaft man nicht
in Afrika zu machen brauchte. 8ittl, A. f. 1. L. 557 a. 3, will lieber
amita iton ameint oder anit(t höh anetra annehmen. Die letzte Er-
gänzung ist die beste. Doch bedarf es zunächst einer Nachprüfung der
Handschrift.
Von der Umstellung der Bemerkungen, einem in der Textherstellung
der Glossen bekannten Principe kann auch in der Appendix unbedenk-
lich Gebrauch gemacht werden. Einige frühere MissgrifiTe, ao bei Meyer
lapsiis Hon iahsHs, bei Schuchardt l , 150 ierfus non tersus sind jedoch
eine Warnung für uns, dem Verfasser unser Urteil zu häufig zuzutrauen.
Nur zum Schluss arbeitet er mit einer gewaltigen Hast und werden
Spuren einer nachträglichen Durchsicht seltener. So fordern un-
bedingt die ßerichtigUDg:
1) 199, ;i J'rusirum tum fmstum
2) 199, 9 iunipirus non iuniptrus
3) 199, 1 1 ofUegium non orologtum
4) 199. t 3 tinthiw:i(/uin non (intivabulum
1) ist vorgeschlagen von Schuchardt 1, 20: Jordan, krit. Beitr. 71,
2) nach der Andeutung des Codex, sowie 3), 4) von Endlicher.
Früher findet sich nur:
Ti) 198, i dolcum non doUum
nach der Andeutung des Codex umgestellt von Endlicher.
Abgelehnt sind als unbefriedigend oder unnötig:
6) 199, --. lobigo non rubujo
7) 199, 1 1 ostiae non hostiat
8) lii9, li* tjrnndio non grunnio
7» rührt von Endlicher her; 6), 81 stammen von Meyer.
Kapitel 6.
1>ie Sprache der Appendix.
Das sechste Kapitel behandelt die sprachlichen Erscheinungen rein
sachlich. Es kann als selbständig angesehen werden. — Ich hielt es
fHr notwendig, das anderweitige Vorkommen der Formen, soweit es zur
Charakterisierung der Appendix beiträgt, aufzuweisen. Die meisten Be-
lege konnten den bekannten Materialiensammlungen von Schuchardt,
Corssen, .Seelmann, Uoorges entnommen werden. Zuweilen, holfentlich
nicht zu häußg mag der Vermerk der früheren Verwendung einer ein^
182
Karl Ullmano
zolnen Form unterblieben »ein, oder wird die direkte Quelle vermisat
werdeo. Jedenfalls sind die Stellonangaben in möglicliBter Vollständig-
keit nachgeprüft, Ergänzungen aus den neuesten VeröffeDtlichungen
hinzugefügt wordeu.
I. Vokali8iitii8.
e uon tt; a non c.
1) norerca non novarat 198^3*
2) parentalia non paranUdia 199, «
3) anser non ansar 198, la und sa
4) passer non passar 198, aa
5) Camera uon cammara 198, ii
6) cithara non eifern 197,5 6
Belege sind vorhanden für 3) atisare C. J. L. V 7906*), 4) J. R.
N.7160; C.J. L. VI,2698i Itala (Ashb.) Lev. n,s-, (Taur.) Matth, 10/29
und 31; (Cantabr.) Luc. 11, 150. 5) C. J. L, III, 456; VI, 3714;
VIII, 9316; Bull, della Comm. arch. di Roma 1886, 368; Varro r. r.
1,52, 2 u.a. Hdschrr. — Daa Romanische fördert als vulgarlat. Grundlage:
4) nach span. pajaro, pg. passarOf siciL lecc. brind. [lassaru] dazu it.
passaretta, aprOY. passarefta (aus demltalP), ma\\. passarin, passarera,
campob. pasmrielii-, neap. pasmrüilo, jiasmrinido , kors. passarella]
wohingegen prov. passero, passerat, parrat etc. (g. Mistral), mail. passera
und Ableitungen entlehnt sind. 5) span. pg. rum. camara^ sie, neap.
cammara, wohingegen achriftital. camera und die anderen romanischen
Fortsetzungen auf hochlat. crmitra zurückgehen (Gröber, Substrate 1,540).
6) rum. ee/erUf \L afvra, cctra; apr. snira, katal. cifra prov. citro, wo-
hingegen apan. pg. citaray guitarra und andere romanische Formen auf
gelehrtem r'ifanr oder gar cltdra beruhen.
Das Romanische weist den Übergang von unbetontem e vor r und
gedecktem Nasal zu a vereinzelt auf dem ganzen Gebiet, mit Ausecfaluss des
Kumänischen, auf. Die lateinischen Belege kommen einer süditalienischen
Lokalisation in vorromaniseher Zeit entgegen.
Der Einfluss derselben konsonantischen Umgebung ist für die fünf
Beispiele der Appendix zu augenscheinlich, als dass man der einfachen
Leugnung bei Coraeen II, 374 Wert beizulegen hat. Corssen ist von
seiner sprachgoschichtlichen Theorie des lateinischen Übergangs a : e
so beherrscht, dass er glaubt, für keine Zeit und Gegend die um-
gekehrte Entwicklung zugeben zu dtjrfen. Andererseits lehnt er ein
i) Die Form ist im grammatischen Index nicht vermerkt. Das CiUt verdanke
ich Herrn Geheimrat BUcheler.
Die Appendix Probi
183
etymologisches VerhäUnis ab. Er begnügt sich also aüch für 1) mit
asaimilatorischem EiofluBS des benachbarten a (II, 372 ff. und II, 62).
Ein Botcher EinfluBs kann ihm nach latoinischen und romanischen
Assimilationegesetzen nur für archaische oder volkstümliche Betonung
ndcerca^) zugegeben werden. Einfluaa des haupttonigen a in 2), 3),
4), 5) ist jedoch festzuhalten. Ea kommen eben mehrere günstige Be-
dingungen zusammen. Den Beweis giebt eine Gegenüberstellung von
5) und 6), über deren Verschiedenheit sich Seelmann 174 wundert.
Beide mit gr. a vor dem gleichen Ausgang -ra sind, nachdem sie den
Ton auf die Stammsilbe genommen haben, In gleicher Weise der
lateinischen Schwächung des unbetonten a : e ausgesetzt, clfera erfährt
sie; cammara durch den Einfluas des a der Tonsilbe hält a auch in
der Pänultima fest. Die Appendix zeigt diesen vokalharmonischen Zug,
der nach dem Romanischen gleichfalls als ein Zeichen südlichen Sprach-
charakters angesehen Tverdon kann, vielfach. Hier wie in anderen
Fällen äussert er sich, indem er den etymologischen Laut schützt. Von
den lateinischen Beispielen fordert wenigstens novarca zur Annahme
eines etymologischen Elementes heraus*).
Romanisch leben 1), 2), 3) nicht fort. Die süditalieniachen Mund-
arten, namentlich die sicil., fordern a als Vokal der Paouttima vor r
und in Assimilation Kura haupttonigen a strenge, die nördlichen, unter
ihnen die mail. weniger konsequent, das Tosk. verlangt gerade um-
gekehrt €. Das Span, zeigt den Übergang mit Regelmfissigkeit vor-
tonig vor gedecktem /*. Es bestimmt 4) als Grundlage der romanischen
Entwickelung wie 5). Für 6) ist das Rum. entscbetdend. Es wandelt
ausnahmlos t der Pänultima zu u, nie a zu r; cckra muss also aus vlat.
eitera stammen (Meyer- Lübke, R. G. 362). Auf weitere Ausdehnung
von vlat. (zugleich arch.?) ani ^ eni weist z. B. das Piemontesiache,,
dem selbständig die Verwandlung nicht zugeschrieben werden kann.
e non T^ i non €.
Byzacenus non Bizacimis 198, i
Schon im Lat. zeigt sich vielfach Schwanken zwischen t und e in Ab-
leitungen vor dem Suftix -no. Etymologische Beziehungen und mund-
artliche Verschiedenheiten der Suffixbildung, besonders in Eigennamen,
1) DafUr spricht auch ov nicht ü der ersten Silbe.
2) Ich weiss nicht, wie weit, in neuerer Zeit, sich BUcheler interpretieren
la«aen will, wuno er zur [llualration der umbrisehen Furui ocar (Gm. oaer) hin-
zufügt: «IC volgwi laimurn amar non anaer et novarca (Umbrica S. 179).
184 Karl ÜDmaBa
sind die ünacheo. Im Rom. setit sieh die Entwiekelmig i : i nidit nur
in Völkernamen wie SaraeiHO und dnreh Aufnahme dea grieehiachen Jota-
siamas wie in Messina, amoscino fort, sondern gewinnt über den Aus-
gang ^enum im allgemeinen die Herrschaft. Ein Toransgehendea c ist
durch seine Verwandlung znr Palatalis förderlich. Es kann aber nnr
Znfall sein, dass das Beispiel der Appendix ein c aufweist Die
Schreibungen execiae, coeens, dicitus der Appendix seigen, dass c Ver-
schlusslaut ist.
efeminatus höh imßmtnahts 19B, ii
Das folgende m ist nach romanischem Gesetz der Entwicklung
ungünstig. Um so mehr Gewicht muss auf die ursprüngliche Linge
des e gelegt werden. Der rortonige Vokal wurde noch geschlossener,
schliesslich zu /. Vielleicht aber darf man aus der Ableitung ein^m^iui
herananehmen mit i = j entsprechend süditaL fimmema. ßwnmina.
ermeneumata höh erminomaia 199, •
Es liegt zwar gr. ^ Tor; aber einmal ist ebensowenig, wie daa
haupttonige o ^ r gr. entwickelt sein kann, gr. Jotaiismus Torhanden.
Dann sind die g&ntliche Tonlosigkeit — Stellung zwischen Haupt- und
Nebenton — und das folgende n der Entwickelung so günstig, dass
auch hier Ton sfidital / aus unbetontem e gesprochen werden darf. Es
ist sogar nicht ausgeschlossen, dass der Verfasser rar Demonstration
des I den Plural genommen hat.
1) delirus non delerus 196. t«
2^ Sirena höh Serena 199, lo
3< dimidiu." ncn demidius 198, 2 t
4) -übt non -übe 199. i«
5 tt'foniutn non toloneum 197. i»
6^ brabium non brabeum 197. s^
7 jmvW-'m r^i\ mitsirnm non »iustTtim 197, *r : 199, t«
Belege : 1 ' Nekannte Nebenform. Sehnchardc II, 75: Georges L d.
1 W. 3 .hme^Uiif C J.L.VII, 140; X. 3428; hdschrl ans Schnchardt
II. 11: Are. 1 Grom. '2i.i6. : v 4 nach Corssen 1. 7So: Or. 732 65 n. 6^ :
4S<>ö späc : J. X. 56*j7: nach Jordan kr. Beitr. 2t>5 io dem Bericht de«
N'onius Da'u« aus der Zeil des Antooinus Pius .^C.J. L. VOI. 2738>.
."' , «» . T gangbare Formen: 5i verlangen Gloss. Plao. Si>, i*. Tielleicht
Beda-2^»"J. :..— Pas Romani.«che hat 2 frz.>T.i». pr .«^Wm.^w-h wenn es
wirklich von >.'H.j kommen soll . nach Schuchardc II. 9C» auch it. Mirena,
i»g «•r"i. pr. »"'Wi neben gelehrtem >'-f/i<i', %,tn. seroine. Die Formen
Die Appendix Probi
1Ö5
I
trafen rait lat. sefenua zusammen. 4) frz. demi pr. demiccJi„ demiey^
demie, je einmal apr. und pr. dhneis, dhnei.
Man mag die einzelnen Formen anders auffassen, die bunte Zu-
ftmmensleUung taJeln. «Sie ist beabsichtigt: In samtltchea Wörtern
liegt der altlat. durch ri bezeichnete Mittellaut oder gr. et zu Grunde,
und es ist kein Zweifel, dass hier der Gegensatz zwischen dem schrift-
gemässen / und dem bäuerischen e. welchea dem alten Laut näher bleibt,
zum Ausdruck kommt. In 1), 2l wird e begünstigt durch folgendes r,
in 3) gestüzt durch die Verwecbslung mit <lt-, in 4) gestärkt durch die
Schwächung auslautender Vokale. Aber auch 6), 7), 8) weit^en die
ältere LatinisitMungeweise zurück, die noch im ersteD Jahrhundert n C.
übUcb war. Zugleich wird wohl ein Gegensatz der Betonung aus-
gedrückt. Zutreffend schreibt die Forma urbis Romae noch Seraj uetim
und Adonaea»
l uuu e ; C Iloil I.
hnaffo non miuyo 199. 2
Das Komanische wrist vlat. em ■= hochlat. im hIü Uegol nach.
(Grober» Grdr. 361). Man sehe die gio.-Hse Reihe von Belegen für dan
stammverwandte imitari bei Öchucbardt II, 20 Nur ajir. image. npr. es-
matfi', beide neben gelehrtem Image, zeigen volkstümliche Entwicklung.
senatus ttoti sittatus 198, &
Belege: C. J. L. I, 206, 135; VIll, 1052ä Günstig ist das latei-
nische Verwandtschaftsverhältnis zwischen /und«, von l'orssen 11, 258 ff.
im weitesten umfang bogründor. F^s bleibt bestehen , wenn auch das
Material einer Sichtung bedarf. — In der Erhöhung e : i begegnen sich
die inachriftlicheu Belege seit früher Zeit mit dem romaniechem Zu-
stand auf süditalienischem Boden. Für ahiatus nimmt auch Corssen
süditalieniechfi Lokaliaation vor; genauer noch verweist er die Form auf
die Mundart von Ih/aclea, Bedauerlich ist» dass die Appendix keine
weiteren Beispiele bietet. Am nächsten kommt C'aper mit ^>/«ar*o 93, a 5
indaiu KX). 23.
Dieselbe konnex! vc LautbeeintlussuDg kommt in Betracht bei:
/npemiis non bipttiuin 199, «
Anders nach der Auseinandersetzung Corssens 11^270. Darnach
gehört bfiieiui'ts „v.weiflüglig' zu penna , bipinnis ^zweischneidig'^, als
Substantiv „Axf* zu pinua. Die allgemeine Verwechslung und das er-
haltene grammatikalische (Jefühl für die Verschiedenheit der Grund-
wörter bekunde Caper, wenn er scheide: pümas muronun., ptnnas
avium dicimus. Mit der Richtigstellung der Composita beschäftigt sich
Quintilian F, 4. 12. Ich entnehme auch nach Coraaens Erläuterung nur
18G
Rarl Ullmann
das eine, dass er bipennis „Axt'' fordert; ebenso Isidor XIX, 19, ii;
auch Priacian zeigt durch seine Bemerkung V, 160, * (dazu VII, 339, 7 ),
daes er bipennis als alleinige Form der Umgangssprache anerkennt.
Nach Corasen hat sich biphinis mit etymologisch berechtigtem Vocal
daneben gehalten. — Dem Romanisten genügt auch nach dieser Er-
klärung die Analogie: Romanisch wird ixnna von pinnn verdrängt;
80 zeigt die Appendix bipinnis für allgemein übliches bipennis.
Das Wort ist nicht volkstumlich entwickelt. Vielleicht aber hat
man in it. bipetme mit e (Grober, Grdr. 541) nicht ausnahmsweise f =
lat. e zu sehen, sondern ^ als die Entwickelung von / aufzufassen.
effeminaius non iuifimenatus 198, ai
Anlautend / = «■ durch Vertauschung der Vorsilben, s. u. 8. 210 fiEl
Das € der Pänultima \n femena ist archaisch, vulgär und romanisch.,
Liier den archaischen Charakter des -mcuo = gr. -pefo s. z. B. Cora-
sen n, 40. Inschriftlich C. J. L X, 8249^ handschrl. Belege aus später
Zeit Schuchardt U, 23. Daselbst romanische Formen: pg. /cm^'a, pr.
J'emena etc., lecc. yii«m-»'na, campob. Mumene, &\air, femena. Eine Aus-
sage über die Verbindung der drei Zeitstufon ist selbstverständlich un-
möglich.
iuniperus non iitnipims 199, *»
Belege: Cato r. r. 122; Varro r. r. 8, « ; hdschrl spätere bei Schuchardt
1,411. — Nach Vanicek 8. 159 enthält der zweite Bestandteil die y par
„gebären**, die sonst nur bis per entwickelt ist: pnerpera, cipera u.a.
In der Pänultima vor r ist auch e der regelmässige Vokal (Stolz 267).
Zur Erklärung des itmipirttn der Appendix ist also ausser der all-
gemeinen Erhöhung von unbetontem c Assimilation an den Tonvokal
heranzuziehen. Die Form kennzeichnet sich nach den Belegen als rustik.
- es nOH - is 198, 12-17
1) dies non alis; 2) cauies non cautis; 3) pUbes non plebis] 4)vaies\
non raÜS] 5) tabfs non tabis; 6) apes non apis\ 7) nuben non nubis^'^
S)suboi€s non ^^uboOs; 9) vulpes non vulpü-, 10) palumbes non paiuMAU;
11) lues non luis ; 12) deses non desis; 13) reset non rttis; 14) vepr€9
non vepris; 15) famea non famii-^ 16) cladtM non eladis; 17) Syries non'
Sifrti»\ 18) aedes non aedis; 19) senes non senis, 20) proits non prolis-,
(21 00^9 non obm 198, ss).
Ein gut Teil ist Qrammatikertradttion. Die geringschätzige Meiniragi
von dem bunten Durcheinander bei Corssen 1, 279 teile ich nidiL
Schon nach seinen eigenen ^nsetzungen bilden den Kern alte Wörter
aof is mit frähentwiekelten und gut bezeugten Nebenformen auf is. Es
Il^^ppcudis Probi
187
sind nach Corssen II, 275 ff.: 2), i), 5), 7), 8), 9), 11), 16), 20). Auch
fames und phbes pasBen nach I, 281 gut in die Gesellschaft, paitnnhes
ist zu unsicher f als daas man einem Grammatiker nicht anheimstellen
könnte, ea ffir richtig zu ertdären (Corssen H, 231). Ebenso ist aedes
zu gut belegt, als dass man die Form der Appendix als Plural ansehen
müsste (Corssen II, 229 a.). Alle Formen werden von der heutigen
Wissenschaft mit e, teils stammhaftem, teils suffixalem, teils = i vor s
(in aedes) angesetzt. Mit apr.'i hat es die eigne Bewandtnis: die ver-
kehrte Etymologie konnte erst an eine vorhandene Nebenform apes an-
knüpfen (CorsHen II, 230).
Mehr als die Hälfte der Bemerkungen übt somit eine berechtigte Kritik.
Zieht man die grosse Menge der Nomina mit dem Ausgang h und erst
andere Wortarten in Erwägung, so wird man darin keinen Zufall sehen
wollen. Die Tradition ist an dieser Stelle nicht zu verkennen. In dem Rest
heben sich 1), 12); 13) ab. Sie haben das gemeinsam, dass etymologisches
e vor Dental -\- nominativischem s geblieben, in der offenen JSilbe der
cass. obl. 2U / geworden ist Dazu ergänzt Schuchardt I, 448 vermut-
lich richtig 21) ^obsii^. Er sieht in allen vier Fällen etymologisches <
erhalten (I, 447). Für 1) wäre ea möglich. Die billigste Erklärung ist
Analogie nach den dreisilbigen Formen. Auch die übrigen Bemerkungen
geben nach meiner Meinung keinen Anhalt für die Annahme einer weit-
gehenden Schwächung der Endungen. Sijrfes non Sijt'tis beruht auf
einer Verkennung des Plurals; cepri» stellt einen zu repres gebildeten
nomin. sg. vor; aenes non senis ist kaum ursprünglich. supelUx und
settex werden in den Grammatiken bei der Besprechung der Endung
-ex genannt, ihrer abweichenden Flexion wegen überall zusammen. Sie
eind beide in die Gruppe der Wörter mit -es hineingeraten. supcUex
non superlex 198, la hat eicht dadurch gelitten. Die Fassung stnes
non smis scheint durch gewaltsame Angleichung an die Umgebung ent-
standen zu sein. Es ist zu vermuten sem'x non senes oder nou senia.
Aber auch im andern Fall hat man seties nicht unbedingt als plur. an-
zusehen (Corssen 11.229 a., Brambach 147). Der Text kennt -t-s ^ -ex,
also ist ein nora. sg. sene^ nicht ausgeschlossen. Nur einem Verfasser
von der Art, wie ich ihn oben angenommen habe, könnte es allerdings
einfallen, sich mit der Controverso senes oder senis (nach den cass. obl.
vgl. pecflniSf (/ruis) zu beschäftigen.
Schon die Qoschlossenheit der Gruppe ist für mich ein Zeichen,
dass der Verfasser derAppendix wenig Anteil an der Zusammenstellung
hat. Einen weitgehenden Verfall der Endungen kann ich für seine
Sprache nicht daraus entnehmen.
18{<
Karl niiuaon
r non i ; i nm\ c.
1) cittea non mniu 198, »
2) cavt'd nou caria 198, s
3| bratfea non braitia 198, »
4) cochiea non coclia 198, •
5) lancm tum lancia 198, 8
6) so/eo «on solia 198. lo
7) calceus wo» caicius 198, lo
8) /i««'« Mon ^i«»a 198, i«
9) baiteus non baltius 198, 2.i
10) lintfum non tintium 198, .-»t
11) Tkeoßus »OH Ziofilus 198, i
12) cocleare non cocliarium 198, «
13) palearium non paliarium 198, t
14) faseolus non fassiolus 198, i«
Reiche Sammlungen von Belegen bei Corssen II, 346; Schuchardt
I, 424 ff. Hier nur die früheaten und überhaupt vorhandenen: li Or, 3261
(75 n C); Orut. 200, 2 (77 n. C). 2) Garrucci Builel. Nap. 1859 p. 182
(Georges). 4i Eid. Diocl. 6, i» 5) Labb. gloss. 103 d. 14) Ed.
Diocl. 1, 51 ; 6, 3j.
e und t unbetont im liiatus fallen in demselben Laut des sptran-
tischen i zusammen. Die volle Spirans./ entwickelt sich nach den bis-
herigen Zeugnissen erst ira Verlauf des dritten Jahrhunderts. Da aber
die Verwechslungen auch in der früheren Latinität wenigstens auf eine
schwache konsonantische Funktion deuten, so liegt kein AnlasB vor,
den Widerspruch zwischen dem Alter der Appendix und dem Umfang,
in welchem sie die Lauterscheinung aufweist, anders zu beseitigen als
durch die Aufgabe der bisherigen zu späten Fixierung *). — Diejenigen
Konsonanten treten in den Beispielen hervor, hinter denen die durch-
geführte Entwicklung des Romanischen am ehesten vlat.7 anzeigt ^Meyer-
Lübk© J. G. 94^, nämlich / in vier, n in zwei, t in drei, c in zwei Fällen.
15) dolium non doleum 198, 1
16) ostiwH non osieum 198, »
17) alium non oleum 198, m
18) litium non lileum 198, 1»
19 1 lanius non kineo 197,^»
Geurgea L. d 1. W. nennt 16) archaisch, Belog Acta fr. Arv.
COFV, 28 und 30 Henzen. 15), 17) vulgär; Ed. Diocl. 6, n;
I) Vgl. dazu Gröber, A. f 1. L. t. 220.
Die Appendix Probi
I
Apic. 9, 443 u. a. Kalend. vet. bei Or. 11 p.381 ; Varro r. r. 1, 13, 16 K etc.
19) enthalt den vollen Gegenaatx der Vokalgruppen -/« und -to. Hier
kann man Corssen 11, 343 Kecht j^eben , wenn er von volkatfimlicher
Angleichung der Miatusvokale spricht. Unglaublich erscheint sie bei den
übrigen r. Das Voikstümüche ist in der Ap[;endix i ^^ e; es wird in
vierzehn Correkturen zurückgewiesen Die entgegengesetzte Brscbeinitog
kann man bei vereinzeltem Vorkomraen als umgekehrte Schreibweise
abfinden. Aüerdinga sind einige Schreibungen, wie osftum, doleum so
gut belegt, daaa man geneigt ist, mehr durin zu sehen; hinter der ortho-
graphischen Hartnäckigkeit steht vielleicht wirklich archaisches e, das
in diesen Källen durch besondere Umstände früh und allgemein ku /
wurde.
Der Mittellaut xwisehen i und n.
1) crisfa uon crysia 197, ?«
2) vir HÖH vyr 198, i«
3) virgo nun vyrgo 198, ^o
4| tirga non cyrga 198, 20
Belege: 2) byris C. J. L. VI, 3722 a. 3) Kabr. !, 308. Verzeich-
nisse bei Beelmann 2(>f>: .Scfmrhardt II, 221.
Die Zeugnisse für die Wirkung de3 //»haltigen v auf die Klang-
farbe des folgenden / sind die besten, die lieleg*', darunter Schreibungen
mit u\ rttr, curgo, die zahlreichsten. Die Äusserungen der Orammatiker
sind von Schuchardt 11, 219 ff zusaramengeatellt. Priscian XII, 465, 15
bezeichnet scharf und genau neben dem konnexiven Kinfluss der La-
bialis auch den Anteil des folgenden r. Er weist ferner auf die Ähn-
lichkeit des gr. i> hin, dessen lateinische Vortretung in der Appendix
zur Bezeichnung gewählt i»t. Für die Art der konnexiven Beein-
flussung in li giebt auch Seelmaon 197 keine Erklärung.
Der vokalharmonische Zug der Appendix tritt hier hervor, indem
er abweichend vom Hochlateiniechen zugunsten von < und u je nach
dem haupttonigen Vokal entscheidet.
5) hitumai non btttumtH 199, 7
6) umbilkus non Imbilicus 198, «
7) numquid non mimqutd 199, ü
8) p{u8in]nu3 non pist'nnus 198, 2»
6) ist anzusetzen für weite romanische Gebiete: logud. imbiligu
pg. embigo. Die französischen Formen behandelt Foerster in dem Artikel
volanUer$ Z, f. r. Ph. XIII, 533 ff. auf S. 038. Hier trifft die vlat. Form
Karl [ItlmsMi
zUBammcn mit dem Übergang von unbet. o vor Nas&len tu e, a. Zahl-
reiche 08t- und südfrz. Mundarten mit himhciUot, ambreuille , embourail
u.a., sowie siebzehn provenzalische Patoisforraen, die sich bei Mistral an
embouriffo anschliesseD, dazu apr. embovignl u. a. sprechen dafür. Über
piem. amhur'i, wald. amburilh gelangt auch Foerster auf ein schon vlat.
embilicus^). — Die Betonung nnrnquid wird von Seclmann 3s ohne
Beziehung auf lautliche Gestaltung nur beispielsweise als möglich hin-
gestellt. Sie erhält durch die Bemerkung der Appendix, der sich die
Schreibungen bei Schuchardt II, 206 anachlieasen, den Anspruch auf
allgemeine Geltung im Vlat. — Dazu vermutete Schuchardt II, 201
p{usin)nu8 non pisinnus. Corssen II, 365 stimmte bei. Eine gleiche
Auffassung verrät Is. Orr. X, 231 pisinnm a pusimte dicfu-'^. Leider
kann Schuchardt für die angesetzte "Form nur Eigennamen bei-
bringen. Es bleibt also die zweite Möglichkeit pitinnus non pisinnus
offen 2}.
Auch ein o der Umgebung hat die Fähigkeit, den Laut zu aasi-
milteren.
9) tonitru non fonotru 198, 23
Dazu stellt Seelmann 202 oppodum C. J, L. I, 200» ei. Ich füge
ferner hinzu optomo C. J. L. II, 4291^ monomentum C. J. L. VI, 2888;
XIV, 416, 523, 864. Bullet, della comm. arcb. di Roma 1880 S. 137;
1887, 43,
Alle haben gemeinsam : hochlat. i oder u erscheint als 0, assimiliert
an den Vokal der haupt- oder nebentonigon Bilbe. In der Auffassung
wird ein Unterschied gemacht, oppodum erklärt schon Corsaen 11, 10
mit etymologischem o<tf, das erst später zu u wurde. Dasselbe Ver-
hältnis besteht für opfowKSf mmmwentum . — Zur Erklärung von tonttru
gegen fon-o-, ton-att hat man bisher das a\te fouen genutzt. Seitdem
aber feststeht, dass nicht eine Suftixbildung , sondern ein Compositum
vorliegt, kann auch nicht einmal mehr von analogischem 1 nach (tffojiitmn
die Rede sein. In toHotm liegt vielmehr das archaische 0 eines alten
1) Daa von Schuchardt xnebraQals angeführte arab, Lehnwort imhlig (oaeb
AldretQ; .Schachard t 11, 206) mag hiiizukommeo. Nor konetatierend erwähne
ich altir. imhliu. Ich kann die Übereinstimmung nicht beurteilen.
2) Nachträglich tinde ich oincD Beleg für pusinna-- Bull, deila Comm. arch. dl
Roma 1B88, 37. Die Stelle zeigt das Wort augenacheinlich als Appellativ und dürfte
somit nir die Uicbtigkeit der Ergänzung: SchtichardU ent8cbeide>i. Das dabei-
stehende Adjektiv mistrina, für den RomaniateD ein ioteressantes Zeugnis, fttbrtj
ia chriatliche Zelt und Verhältnisse.
>ie App«ndix Probi
191
o-Stammca vor, das sich erst nachträglich in der gowohnltchen Weise
in der Compositionefuge umgeetaltete, in der Appendix noch durch
den EinfluBS des haupttonigen o festgehaltea erscheint. Somit etiramt
das 0 der Appendix durch den archaischen Charakter zu den übrigen
0 = t, u.
Jede andere Erklärung als einfaches Schwanken fehlt einst-
weilen für
9) corusctts non scoriscus 198, s 2
belegt von Ronach Jahrb. für rom. und engl. Phil. XIV, 178 im Cant.
Ev. Math. 24/27; dazu Schuchardt II, 207 conjscis Ver. Aen. XII, 701;
erhalten io pg. corisco, coriscar.
Gr. V ißt in alter Zeit als m übernommen worden, die Griechen Unter-
italiens, welche einen grossen Teil der Lehnwörter geliefert haben,
sprachen nur «; vlat. w blieb erhalten, nachdem die Schule zu Ciceros Zeit
angefangen hatte, tj zu schreiben, w zu sprechen, u ging vielfach in das
Rom. über, während das Hochlat. 1 = u übermittelte. In einer jüngeren
Schicht von Lehnwörtern nahm auch das Vlat. hocblat. i auf. So übt
die Appendix die Correkturen:
y non u.
10) iymum non ttimum 199, •
11) myrta non murta 199, 7
12) Marsyoi* non Marauas 197, 2 4
13 1 clamys non dämm 198, 20
denen sich noch anreihen mag:
14) porphynticum . .non pur pur et kam . , 197, i«
Belege: 11) zahlreich: Cato r. r. 125; Varro 1. l 5, 110 (Georges
L. d. 1. W.) aber nur handachriftlich. 12) C. J. L. II 558; zahlreich
in Handöchrr. z. B. Plin. 21, h und »; 16, 2*0 D (Georges, L. d. 1. W.);
nach Jordan, kr, Beitr. 53 auf alten Bronzen; ephem. o^jigr. V,255( Africa).
14) 8. oben S. 170. — Romanisch leben fort; 10) eüdsard. ^Mm&t<; lecc.
tumu, tumani\ span. tomillo; pg. tomilho. 11) span. pg. aard. apr. muria
pr, murfo, murfro] katal. nutrfa] ital. niortdla\ lecc. murtet/t/a; neap.
murteUa ; kalabr. morli<jda, Komanische Formen mit * und y sind ge-
lehrte Neubildungen.
\ uott i.
8. 0. 8. 173 f.
Von den Formen sind amigdcda und girua allgemein romanisob«
192
Karl Dil mann
o nun u.
1) sobrifus uon siibrr 197, 2 8
2) formosus non fovmunsus 198, »
3) botrum von butro 198, 32
4) tondt'O non detundo 199, 1
5) robiijo non rubigo 199» s
(>) formica non fuitnica 197, 1 7
7) folerabilis non tn/erabfits 199, jö
(8) porphyreticwn , . non purputrticum . . 197, 1 » |
Belöge: für 3) Bi4fno C. J. L. II, 668. 4) Fasti rust. C. J. L. I
pag. 358 oben col. 5, 10; unten col. 5, m. ö) Quint. 10, 1,30 und
spätere, vgl. Georges L. d. I. VV. — Komaniach sind: 2) daa Suffix -mo
südital. entwickelt. 3) sard. budrone , butroni. Dagegen wird die von
Diez E. W. angesetzte Familie bourgcon U c mit prov. boudre ira Nach-
trag nur mit zweifelhafter Kichtigkeit auf butrio zurückgebracht.
4) allgcnieiD mit o = hochlat. ö oder </. Das bardische entscheidet
mit u: t lindere f dazu sie. tunniri. ö) mit 0 nach Gröber Vll, 26
span. ruhin. Alle anderen Formen mit «, so prov, rnvi, frz. rouillc
leitet er anders ab. iJi allgemein mit u und </ = vort. 0. a&rd. fof'nii ff a,
aicii. neap./iinrtiV«/a, lecc. /urw/ra etc
Auch diese Zusammenstellung enthält verschiedene Elemente. Sie
ist nötig wegen des schroffen Gegensatzes zu der Correktur / non e.
Vortonig 0=0 kann hinzugenommen werden, weil einheitlich derselbe
Sprach/.ug hervortritt. 1), 2) haben schriftlat. ö, 3). 8), vlat. o = gr. 0*),
41 hat vlat. ;/ oder Bchon « vor nd nach allgemeiner Regel. 5) wurde
von Meyer herumgestellt — mit Unrecht; o für altes ou kann aU
archaisch -rustik gelten, robiyo ist ein Auedruck des Landlebens, des-
halb dringt hier die gewöhnliche schriftlat. Weiterentwicklung zu u
nicht durch. Die sudliche Mundart der Appendix setzt die Entwicklung
fort, (i) ist wie forma u. a. mit ö vor rm anzunehmen. 7) hat eine
besondere Stellang, tul- steht lat. noben toi-, sei es überhaupt als ver-
schiedener Verbalstamm, sei es infolge sehr früher Entwicklung in un-
betonter Stellung Das tuleratnlh der Appendix muss zu abstttlas bei
Plautus, attulfxt bei Pncuvius, lat. opituhu« gestellt werden. Die Form
mag also höheres Alter und Zusammenbang mit der allgemeinen Ent-
wicklung der Wur/el beanspruchen. Sie traf in der Sprache der Appendix
mit der Vocalwandlung 0 : u zusammen und erhielt dadurch eine Stütze.
Das Rom, zeigt, abgesehen von dem neufrz. Vorgang, eine ent-
sprechende, unbeschränkte Entwicklung von vorton. und hauptton. {> zu
u nur auf eödit. Boden.
I) Vgl. die Entwicklang %'Oo ßo^gth;.
Die Appendix FrutM
198
u non 0.
1) columna non colomna 197, «s
2) turtna non forma 198, 4, i8
3) puella noH poella 198, 2»
4) cotuber twn colober 199, i
Belege; 1) C. J. L. I, 1307 «us republ. Zeit; IX, 4875 u. a. späte.
(4) Mor. 1144,3; hdschrL Schucherdt II, 143, 4) allgemein jomaniBch
colqbrüy 3) aic. lecc. kal. culonna, dagegen eard. colunna,
0 ist in allen vier Fällen archaisch, o in zweien roraaniach. Für
ein Y\at. colomna tritt Morosi, Arch. Glottol. IV, 135, ein auf Grund des
lecc. und sonstigen HÜdit. rulonna sowie des schriftit. colonna neben ciw-
tunno, alunuo^}; Flechia, Arch. GIotiol.11,390, betont die offene Aussprache
des Vocals im sie. culonna, die auch sonst beobachtet wird: darüber
handelt auch Grober Grdr. 516. Das Sardiecho verhindert nicht, ein
Büdit. erbaltenea cotonna anzunehmen und arch. vlat. rom. o in direkte
Verbindung zu setzen. Die Erklärung liegt wieder in dem Einflusa des
Tonvokals. Man nehme 4) hinzu. Das Homanische schreibt o in colobra
dera EinflusB des gedeckten Labials zu. Die Erklärung reicht für das
Rom. aus, verbindert aber nicht, auch ein vlat. colober mit erhaltenem
0 der Pänultiraa anzusetzen. Dieselbe Betonung ist archaisch für
cM-o-mna. das am ehesten als Sekundärbildung zu col-o-men zu
fassen ist. o blieb fest bis zur Tonverschiebung und behauptete sich
später. — Zur Erklärung von poella reicht Assimilation der Hiatus-
vokale aus, wie bei laneo. Das Romanische gicbt keinen Aufschiuss. —
Nur 2) turma non forma f^llt gegm die Gesamtheit der übrigen Correk-
taren von u und o in merkwürdiger Weise ab Namentlich kann es
dem furmica direkt widersprechend genannt werden. Archaisches o
lässt sich nicht begründen, und romanisches o = u widerapricht dem
Text. Es sind zwei Möglichkeiten: Entweder liegt umgekehrte Schreib-
weise, wenn man will, auch Sprechweise vor. Man sprach südJt. nurma,
furma; so schrieb oder sprach man auch in falscher Analogie umgekehrt
forma nach /o/*ma, norma der Schriftsprache. Oder aber die Correktnr
ist entlehnt. Dafür spricht das erste Vorkommen 198, « in Verbindung
mit cfleps, welches später gleichfalls wiederholt wird und seinerseits mit
einiger Gewissheit als Eigentum der Vorlage bezeichnet werden konnte'),
1) Li'txteres Argument ist nicht siicbbaltii^. da beide cum Vt-rgleich heran-
gezugene Wörter gelfhrte.s Aussehen haben.
2) S. 0. S. 159.
Romaoliokiii Pur«ctiunirf>ii VII. 1^
m
Karl (Jllmann
Interessant ist e» zum Schluas, Sittl noch einmal zu hören, und
ich wÜQgcho, dacis seine Beobachtung zu einem sicheren jRuckschla&s
berechtige. Lok. Versch. S. 67 sagt er todi Latein der afrikanischen
Inschriften: ,.80 ist der sonst überall so häufige Wechsel von u und o
sehr aolten, zumal in Flexionen; wo h für 0 nie, und 0 für m nur zwei-
mal und bloss in Numidien eintritt.*'
ae nun i, o noii i In der Compv&itioiisrufe.
1) aquanlucius non a'juiducius 197, 5«
2) terraewotus non terrimotiiim 198, ^3
3) orologium non orilegium 199. 11
Belege für 1) zu dem o1>en S. 169 angeführten Labb. gloss. 192 a;
3) C. J. L. II, 4316 (^Barcelona, Zeit der Antonine) j horiloyium
Grut. 237, R (Hellunum. Zeit des Claudius). Romanisch 1) itaffjuidotto,
acquidoccio. Doch kann über das Alter des / keine sichere Angabe
gemacht werden. 3) Allgemein romanisch mit i.
Sammlungen für kt. /=r7 etc. der Compoöitionsfuge bei Corssen
II, 318^ die grosse Verbreitung =: o in griechischen Lehnwörtern im
besondern S. 319. Die Erscheinung wird am besten so wenig wie mög-
lich lautlich gefäöst. Die mannigfachen Schicksale, welche 3) im Rom.
erfahren hat, sind noch wenig klar gestellt. Mit Unrecht aber wird
sicherlich (»rdr. 520 das lat- / für die Erklärung von it. oriuolo auf-
gegeben Das / kann sich nicht in diesem einen Abkömmling neu
entwickelt hoben. Kör vlat. / spricht die Gesamtheit der übrigen Formen.
Meistens hat die Vorsilbe re- eingewirkt, Nebenformen mit 0 wie logud.
orohzu, mail. arolog//, it. orolnggio sind von vorneherein als gelehrt aus-
zuscheiden. So bleiben logud. icIozh; afrz. reiogi', prov. relotge } span.
ielox\ pg. relogio; katal. rdlotge\ kalabr. riuoggio. Ohne Verkürzung
z. B pvov.arrelotgf: so dsar d. a/re/o^i«; afz, oriloge.
u nun e.
orologium wm orilegtmv 199, 11
Hühner nennt die Form, Ber. der Berl. Akad. 1860 S. 237, .1, gut
altlateinisch. Sie muss wie puriiHreiicus auf die untersten Kreise be-
schrankt gewesen sein. Romanisch wird der latinisierte Tonvokal auf
keinem Gebiet wiedergefunden *J.
1) Die Uaodsohrift hat umgekehrt: oriUyiHw non orologium. Es konnte mir
llbstverstXDdMch nicht dufalleo, mich der gewÖbn)icb«n Auffassung, dass ort-
tifium die t^drlnAwcrte Form ist. entgegenxusetz^^n. Ein schwereia Bedenken fasbe
Jjje Appendix Probi
195
e non o.
1) iecur non iocur 198, lo
Belege für den Genitiv iociitpris sind häufig;, iocur tritt erat in den
Handschriften des Plinius auf, ist dann häufig bei Apiciue (GeorgeB
L. d. 1. W.; Neue 1, ö61l Vielleicht ist es möglich, iocur als die ältere
Form anzusehen, trotzdem zufäilig ein Beleg im archaischen Latein fehlt.
Dann fällt der Übergang von o zu e narh / unter das aus dem Ro-
manischen erschlossene Gesetz, welches ein vlat. Jtnuarius , jeniperus
bedingt.
2) tehnium non toloneum 197, i»
Handachrl. Belege hei r^chuchardt II 24ö; spät. Folgendoa / veran-
lasst schon altäat den Übergang von unbetontem € griechischer Lehn-
worter zu ü, 80 Menolaus C. J. L. I, 1213, 1321. Assimilatorischer
Eiuflußs desTonvokala kommt iu dem Falloder Appendix hinzu, 0 lebt
fort in fiz. fonfieu, ah. tonnelicu^ iollien etc., ahd. zol a8, /o/; dazu Orta-
namen Toiocftenaz, Thonon, 7^/ä (V); («chuchardt II, 245)^),
a nuu o.
am^gdaia non amiddola 198, ae
Dasselbe o vor / tritt hier für « ein. 0 ist überhaupt der bevorzugte
Vokal der Pänultima vor /, in diesem Wort ausnahmlos romanisch erhalten
alu 0 und ui südit. %\q^. mennida\ sard, mendula-^ neap. ammennuta; lecc,
blind, niefidu/a \ kal. miendulti-, pg. am€ndoa\ it. mandorta; nordit. wr/«-
dola\ apr. amandola ; rura, mandule. Auch wo Syncope vorliegt, nämlich
spao. frx. prov. katal,, ist eher Syncope von o, n als von a anzunehmen.
A ist erhalten in rum. migddle, welches sieh jedoch neben mandule als
reines Lehnwort ausnimmt, in ahd, mandala mit a vor /-Suffix nach
striktem eignen Gesetz, ags. ma<jäaia^ dem ich schon nach der Natur des
einzigen Belegs (vgl. Bosworth Lexicon) nicht traue, um so weniger, als
ich doch, orologium paast zum Vokalisums der Appendix unstreitig besser als
orile(jittvi: dazu kommt, dass der Text auch mit fUricUnn dem G riech, näher bleibt
als das Hochtat. Ein Irrtum dea Vcrf.isaers ist keineswegs uumöglich. Wie wenn
ibn ortlegitfm durch den tnRi)nigt»lti^r'n Vokatisious dazu verführt hätte, dass er
die Form nach Muster vieler aadcrer für die bessere hielt?
1) Einflüss von Heu = locu« mues schon fllr die MetalbesI» io den Iran-
xösiscben Formen htran/^tzugen werden. Ein tolönium hätte aber nie den Au»-
gaogspunkt der Entwicklung bildeu können. Da^ Ergebnis wäre vielmehr dem
»weiten der von Schiichardt angerührten Städtenamen äbnlich geworden. Es
bleibt vielmehr auch fUr das Romanische bei dem totonium der Appendix.
13*
196
Karl Ullinnna
daB Wort sich engl, nicht entwickelt hat. Es wird eine der mannig-j
fachen, unzuveriäßsigen, mlat. Zwitterbildungen, keine wirklich auf«^
genoramene, lebendige .Sprachrorm sein.
Das Elrgebnis ist, das» die Form der Appendix mit o = a in der
Fanultima die Grundlage der gesamten romanischen Entwicklung dar-
stellt. Dem widersprechen auch nicht die germanischen Lehnwörter.
u non a.
opohahamum non ababaUamum 198^ 2«
ABsimilation an den Tonvokal, weitergehend die Heiateilung einer
Reduplikation, die in den untersten Vorgängen der Bprachlicht-n Um-
gestaltungen rangiert, liegen zunächst vor. .So durfte in diT That auch
etwas Licht auf ziziper fallen. Für den vokalischen Wandel mögen
dazu von Schuchardt III, 97, Seelmano 213 die folgenden Labialen
herangezogen werden. 8i:huchardt weist an der Stelle auf denselben, rom.
vielfach zu beobachtenden Vocalwandel in ob- und sub- hin ßchonders
im Neap. macht er sich geltend^ fallt aber mit der allgemeinen Vorliebe
des SüdiC. für anltd. a zu.sammen, die auch («ic. zu beobachten ist,
eu non o.
ermeneHmaia rton ei'minomata 199,6
Die Latinisierung der Tonsilbe ist rein lautlich zu nehmen. Eu
wurde aus dem Gr. als wirklicher Doppellaut aufgenommen, v wie ge-
wöhnlich &U u. Die in unserem Text bekannte Assimilation der Ton-
vokale ergab, bevor e vollständig spirantisiert war, eo wie lanfo^ poefla.
Übrigens ist für den Übergang v : o in weiterem Umfang als Cora-
aen II, 44 ff. Jordan, kr. Beitr. S. 56 eingetreten. Den Verlust des e
konnte man geneigt sein, dem Copisten zuzuschreiben. Da aber nur
für ^' die Neigung hinreichend lesteteht, so liegt auch in dem Schwund
des e keine sprachliche Ungeheuerlichkeit vor. Inschriftliche und band
schriftliche Öelegi^ führt Schuchardt H, 463 ff. in grosser Zahl an. Ro-
manisch nennt er II, 327, allerdinge mit vortonigem evy u. a.: span.
romadizo sie. romaticu etc. Dabei ist zu bedenken, dass auch das
Wort der Appendix in der gewöhnlicheren Siogularforni gunstigere
Toiiverhältnisse aufweist.
au non u.
Quria «oti orida 198, 1 1
Aaaser Festus 182, is belegt bei Trog, in Plin. 11, 286. Das Ko*
manische zeigt, wie allgemein, nicht rustikes o, sondern vlat. = hochlat
a«: pr. auriho . aurilho; apr. nurHha\ katal. nurtUa; sie. uunkkif
Diu A|>peii<lix Probi
197
arikki (Pirandello 17). Die Formen mit o: ital. orecchia; frz. oreille\
logud. orija fjehören der Einzelentwicklung an. Doch ist wohl ein Zweifel
H erlaubt, ob die überall in Suditalien vorbreitete Nebenform mit o allein
H aus der Scbriftäprache Btammt und nicht vielmehr höheren Alters ist.
H Hegt ä
il non av.
I
chtaca non clauaca 198, la
clauaca bietet Du Gange in einem Glossar: „clamca burca'^. Zugrunde
liegt älteres clocaca^ clouaca: Varr. aat. Men. 290B, (wo jedoch Riese
p. 54, ♦ clauaca), C. J. L. I, 1178; X, 5055. 5679. Romanisch ist das
Wort in ital. chiavica erhalten, davon sen. chioca wie oca von uvica
(Caix unter chiavica).
Das » des Lat. wird jetzt allgemein als urdprünglicb betrachtet.
Damit tällt die Möglichkeit, riavaca als die ältere Form anzusetzen, aus
der sich clocaca^ dwica entwickelt hat wie -luo in unbetonter Stellung
aus -lavo. Neuerdinga wird ein zweiter Vorgang, die umgekehrte Ent-
wicklung, behauptet und als ganz verschieden behandelt. Thurneisen
weist K. Z. XXVIII, 154 die lateinische Entwicklung hv : fw in grossem
Umfang nach^/oppo : faveo , foüilta : favitla^ covere : cavere, octovtis:
octavus^ o nach v in vocuus : vacttus. So ist denn auch anzusetzen dimica :
clävrtca. Die alte Betonung in die Zeit der Appendix hinüberzuoehmen,
ist um so unbedenktieher, als sie bis heute it. fortbesteht. Gerade die
verschiedene Tonlage macht jede Erklärung innerhalb des RoiiianiHchen
unmöglich. Wer chiaiüca von doaca herleiten will, gleichviel ob er nun
volkstümliche Entwicklung oder spätere Entlehnung behaupten würde,
dem bleibt nur übrig, sich zur Erklärung der Tonverschiebung auf eine
analogiache Einwirkung zu besinnen. Vermutlich würde sie in diesem
Fall ebenso wenig überzeugend ausfallen , wie so manche andere auf-
gestellte Wandlung durch Analogie. Die Verbindung mit dem davaca
der Appendix hebt jede «Schwierigkeit.
Fehlende Vokale der Pänuttima.
1) speculum non spedum 197, ao
2) masculus non masdua 197, ao
3) vernacidtis non vernaclus 197, a i
4j articulus non arfidus 197, 21
5) baeulus non badus 197, as
6) oculus non odm 198, ib
7) iuvenctis non luvend us 197, a»
81 auris non oridu 198, u
196
{«rt UllmflDD
Ö) fax «ow fada 198, aa
10) anus non anicla 199, i
11) neptia non neptida 199, i
12) vetulu» non vedus 197, ao
13) iHtulus non vi dm 197, ao
14) capitulum non capidum 19h, 34
15) anffulus non ant/lus 197, 32
16) iutj^ttiits non iuglu» 197, «»
17) (fracuti non grad/ 199, la
18) fabula non tabla 19Ö. 23
19) stabulum non sfabtum 198, ai
20) h'ibuia non tribhi 199, »
21) calidn non cnida 198,:«
22) frigida non frigda 198, s
23) viriditt non virdis 199, •
24) vapulo non baplo 199, 1 4
Belogt sind: 1) Commod. inatr. 2, 18, 5; 2) als Cognomen häufig, e.
Index J5U C. J. L, in» V, Vli, XIl unter Cognomina. 3) Fabr. inacr. 613,
109; C. J. L. Vni, 937r>; ali Cogoomen VIII, 2992, 4522; X, 7176.
f)) t\ J. L. X, 1598, »)) C. J. L. X, 7756; Bull. delU Comro. arch. di
Koma 1886, 413. 8) Orida aU Cognomen C. J. L. XII, 5686, 652.
10) Prud, poriat. 6, 149 u. a. Hdschrr. 13i titlus C. J L. VIII, 9432:
X, 8059; Xn, 2795, 4148, 5686; V, 2448, 2460 sämtlich Cognomina,
hidus C. J. L X, 1589; C. Gl. lat. II, 30, I; umbrisob achtmal, s.
Büchrler, ITmbrica Index. 15) ambrisch; » ßücheler, Umbrica Index.
18) C. J. L. I, 200, 46 (111 T. C.) umbr ; Bücbeler IIb, 12. 20) livA/o
Cato r. r. 136, 1. 21) bekannte schriftlatein. Nebenform, «. B. Cato
r. r. 6, 1 und 75: Yarro r. r. 1, 13 a. Georges L. d, l W. 2:2)/ridam
C. J. L IV, I2.n. Dm Romaniscbe entwickelt auf allen Teilgf-bietdOj
oder auf der Mehrjmhl 1), 2), 4), 5), 6), 8), 91, 12), 17), 18), 19), 20)|
21), 22), 23), alle bei Gr5ber, Substrate A. f. 1. L. I — VI vereinigt
Veretnielt weise idi «nf: 10) iul und mundartlich sQdiuI.
amcckio, 13) itiü. veeckio ,.$eekalb-' iGrober, Grdr. 5(»2), daza
h{fu galt vigkiu. Nach der Losidsung des Sardischen wurde
mH combiniertem Suffix herritchend vod eotwtckelte sich allgemeii
IMMUi. im ctgcntlichen Sinn. 14) ital. emp^ockic (wegen p faalbgelebrt?)
■■MMlIeim kommt ein rlat. tapida als Etymon fbt coricMm^
in FVage^ In etwa die PaJaUli« in fra. ckrväU, hauptsächlich aber das
aUf«DeiB aaeh afidiL eriiallMie r machen eiawkmio verdächtig. 15) t
Mfrw Mdi Gfoen, atiaolog^ ndUaoe, Patenno 1885; dam dem
flnfftfif, pcov. «ntffif^ fra. eat. ■wyfr, 16) i«i. itm^'v.
Die Appendix Probi \\\\\
Die Abweseobeit ist etymologisch und archaisch in 1 — 14, 17,
18 — 20. Als Bynco|iiL'i-te Formen bleiben die übrigen Falle übrig. Das
Fehlen des u nach 7 tritt zuColge Corssen 11,525, Stolz 1Ü6 später und
aeltner auf als nach c. Ausser den Beispielen der Appendix belegt
Corsaen: teglarius J. N. 3539, coaglari Or. 7412. Die Tonlage ist in
beiden Fällen der Syncope ausBerordenttich günstig. Ich füge hinzu
tegla Bullet, della Comm. arch. di Roma 1887, 332. Sonst bestätigt
auch das Romanische die Thateache, dass u hinter (/ dauerhaft, erhöht
also auch die Wahrscheinlichkeit, dass der V^ocal eher ursprünglich
ist. Doch kann man sicher mit Bücheier, Lex Ital.. auf Grund der
umbriachen Formen ohne Mittelvokal wenigstens für 15 zweisilbige
Grundform annehmen').
Dieselbe Erwägung darf noch einmal bei frigdus vorgebracht werden,
wenn auch die Ktymologio /rlge<dos für den Augenblick unbeschränkt
herrscht. Das Bürd. frittu verlangt eine direkte Verbindung mit umbr,
frehiu. Sie weisen /-Suffix, mit asainiiüerter Gutturalis einerseits , üb-
lichem h ^ c vor / andrerseifs auf. Die wenigen umbriseben Belege
mögen es zulassen, dass man dem Wort eine andere K" und andere
Bedeutung zuspricht. Die Annahme aber, dass sard. fn'tfu von der-
selben f^, also auch derselben Bedeutung ausgegangen und erst nach-
trftglich mit Int. rora. frigidm zusammengetroffen ist '^), steht doch im
rora. Wörterbuch gar zu vereinzelt da!
Syncope in der Ultima.
orbis mn arbs 198, s
Vokalische Stämme werden durch syncopierte Nominativformen
konBonantiech, Belegt ist orbs merkwürdig spat: Ven. Fort. 9, 3, 14.
Apocope.
Vollständiger Schwund des Stammvokals der o-DecIioation zusamt
dem Dominati vischen s nach Liquiden.
Nach 1:
1) Htasculus uon tnmcel 197, a»
2) Jigulus non ßgd 197, 2«
Die Apocope ist unter gleichen Bedingungen lat. in -sul, simul^
famul. Überall erscheint aber spezifisch lateinisches «/; so auch Ma.scul
als Cognomen C. J. L. IV, 1870 a; Figttl IV, 3134.
1) Sic ist um so wahravheinlicber, als 9 sekundär iat, ursprUoglicbes c-Sufßx
vorliegt. Stolz 313.
2) So auch Gröber, Huhstrate.
200
Kart UllDaaDii
An romanische 8yncope und Apocope kann natürlich auch nicht im
entfernteeten gedacht werden; für die Zeit^ in der wir uns befinden, ist
sie nicht einmal auf keltischem Boden zu erwarten. Wir haben vielmehr
unter umbr. oder osk, EinfjusH stehende Vulgärformen vor una. Mascel
ist als Cognomen ausserordentlich häufig, s. Indd. zu C. J. L. III, V,
VII, XII. ßgsiytis) ist zu belegen C. J. L. X, 423; überliefert ist nur
figel.
Nach r:
3) harbarus mn barbar 197, 3 o
4) sobrhis non suher 197, 2 b
Die BeschrSnkung der Apocope auf die Stellung nach r und l ent-
epricht nicht romanischem, sondern lateinischem Gesetz, In 4) ist viel-
leicht / nach mehrfacher Consonanz früher gefallen ata die Endung. Für
das ital. ebbro kommt ein entsprechender Akkusativ ehrum in Frage.
(Grober, Substr. 11, 275.)
Umgekehrt werden hinter /* archaisch vorhandene Vokale getadelt.
5) teter non tetrus 198, 21
6) aper non aprtis 198, a«
7) acte non acrum 197, ai
8) pauper imn pawpcra 197, a 1
9) carcer non carcere 197, 32
Belegt: 5) C. Gl. L. II, 198,7. 7)» 8), 9) s. o. Kap. 1.
Auch 7), 8) mögen als Reste des alten Zustandes hier aufgeführt
werden. Durch Abwurf und Abschwächung der Endungen gingen die
Worter aus der o- Deklination in die i- bezw. konsonantische Flexion
über Der volle alte Zustand mag immer voVkatQmlicb geblieben sein.
Das Rom. ergiebt acro- nach ital acro, mjro span. ayro pg. agro^ rum.
acru. pau-perus wie opi-parus u. a. mit gleichem Suffix lebt in ital.
pGverOy sard. poveru, pobur», pobant, sie. povint.
Die Annahme wäre verfehlt, dass die Grammatik sich rein willkür-
lich nach der Analogie die Formen selbst erzeugte, äie nennt zwar
bei acf'O' weder archaische Quellen noch den vulgären Gebrauch. Man
konnte aber schlechterdings nicht absehen, warum sie eich fortwährend
auf wenige Wörter beschränkt und sich nicht vielmehr beifallen lässt,
saluher und die zahlreichen anderen Adjektive auf -er, -{e)rh in ihren
Bereich zu ziehen. Es ist vielmehr anzunehmen, daes sie auch hier still-
schweigend gegen den vulgären Gebrauch angeht.
Für 3) ist eine Erklärung von Corsaen II, 243 gegeben worden.
Nach der Abschwächung der Endungen lauten die cass. obl. carcere.
Diese Gemeinform wird auch im Nominativ herrschend. Dagegen ist
zu bemerken, dass die Appendix zur Behauptung einer derartigen Ab-
Die Appendix Probi
201
Schwächung keinen Anhalt bietet. U, 88 liefert Schuchardt die-
selbe Erklärung; der ca8. obl. sei in den Nominativ eingedrungen.
III, 388 nennt er dagegen carcere die ältere Form, aus der durch Ver-
lust des € carcer entstanden ist wie lac aus lacte. Nach der oben
S. 158 angeführten Stelle Priscians kann es nicht zweifelhaft aein, dasa
die letzte Deutung die richtige ist.
Die Halbvokale,
i fehlt:
tridinium non trklinu 198, a«
Belege: Bullett. della Comm. arch. di Roma 1871, 164; ephem.
epigr. IV, 737 (Rom); UUb. gloss. 187 (d); C. Ol. L 11, 595, .oO.
Die ureprünglicho gr. Form tqixXtvui» liegt wahrscheinlich vor;
man wird der Form auf Grund dea fünfmaligen Vorkommens die Auf-
nahme in das lateinifrcbe Wörterbuch nicht versagen.
0 jm Hiatus fehlt:
ermeneumata non erminomata 199, e
Ist erledigt oben S. 196.
V und u fehlen.
1) ttvus not* aus 197, 3t<
2) ßavus non ßaus 198, s
3) rhms non rius 199, 2
4) pavor non paor 199, a
ö) favilla uoft failla 198, s
6) eq^us non ecus 197, so
7) coqus non cocus 197, so
8) coqui non coci 197, so
9) coquens non cocens 197, so
10) exequiac non execiae 197, 2 t
11) Februar ins non Febrarim 199, 12
Belegt: 1) ao ephem. epigr. V, 777 (Afrika); 2) nach Schuchardt
II, 472 als Cognomen: €. J. L. I, 277, Garrucci Or. Pomp. XXVII, 48 u. a.
Dazu C. J L. VIH, 9422; 6) C J. L. XIV, 3911; Gell. 18, 5, 11 u. a.
vgl. Georges L. d. I. W.; 7) C. J. L. X, 5211; Bullett. della comm.
arch, di Roma 1888, 43 und hdschrl s. Georges L. d. 1. W.; 11) Fasti
rust. C. J. L. I pag. 358 oben cüI.2. z; C. J. L. IX, 3160; XIV, 58, 2795;
6) cocerr tadelt auch Velius Longus K. VII, 79 ff. 10) exe^utae berührt.
Cassiodor 158, i a ff. : ai nunc reliquiae ut txequiat per q acribuntur.
Inrl Ullmann
1), 2), 3), 6), 7) Bind die regelrecht entwickelte«, archaiacben und
viil^'Hren Kormen ; 'j wird von folgendem u abaorbiert. Die hochlateinisch
vorhuiident'd ij und v airid aU8 den caea. obl. analogittch wieder ein-
geführt worden. Umgekehrt wird vlat. c auch auf die Formen mit folgen-
dem tf ( in 8>, 9) ausgedehnt; analog zu execiäus ist die Sehreibuner lO).
Die romanischen Sprachen zeigen den Verlust des r allgemein in dem
WortauBgang -n'j/.s für das Vlat. au ; 3) lebt aelbat fort; ebenso ist 7) mit
der Erweiterung auf sämtliche Ableitungen und das Verb romanisch.
Dazu koiiitiit allgf^mein romanisch 11) mit Verlust des n nach mehr-
facher CoriHuiiani«, 10) wird bei Gröber, Grdr. 3G4 als Analogie zu
dem Tj(>U8 lacenü angesehen, den alle rumänischen Sprachen ausser
dem 8ard, fordern. Vor / ginge das «-Klement verloren. Über die
wirkliche LHUtlichkeit des vxeciae Hesse sich streiten. In 4) sind jeden-
falls die casa. obl. von Einfluss; denn in ihnen steht r ¥or<5. Hier zeigen
»war alle romanischen öpracheu den Ausfall: afz. /vöror, ptor^ span. yaor,
echriftitttl. piticra (danobun span. pg. pavory span, jtnvura). Der Ver-
hist dos V ninss jedoch der Einzelentwicklung überwiesen werden. Im
Ital. bieten sich grosse Gebiete dar; das 8ard., die mittleren Mundarten.
Das Südit. zeichnet alch weniger durch die Durchführung in weitem
Umfang aus. Wohl aber duldet og den Ausfall unter ungünstigeren Be-
dingungen als andere Gegenden : auch vortonig vor f. oder i und unter
starken Oontraktionen. So kann 5) zur Lokalisierung beitragen. Das
Wort ist nur ital. überhaupt erhalten: schriftic. /hnV/a, durch Metathese
failiva in ferrares. /a//ira, venet. lümb./o/iivi, mit Verlust des v: sard.
faddija, berg. fulia, a\c. /ai<hfa, neap fneHu. Der Verlust des v und
die Contraktionen in den weiter verbreiteten Ableitungen mit dem Ton
auf der dritten Silbe, in /aiisca etc., sind durch die günstigere Tonlage
woniger ungewöhnlich. D&s faiila der Appendix darf als ein Vorläufer
der sQdital Entwicklung angesehen werden ^ vgl. Gröber II, 283; VI H88;
Klechia Aroh. Qlott. II, 341 f.)
V nvn b.
Ij alvfuit non alheus 198, ^
2) vajjulo non baplo 199, ü
Belegt: 1) t\ J. L. X, 1, 1695, 90 Puteoli; 47Ö2 öessa in Can
piinien; 68.'>0Via Appia zwischen Rom und Capua; ephem. epigr in, ^
Tarraco; daeu nach Qrdbor Grdr. 365 agrim. 82,24; «um Schiusa
C Gl. 1. U, 566, l, 2.
Di© Corrcktur h von v ist oben H, 172 f. beseitigt worden. Selbst
da« vorfUhreri;t(hu öiiadus non niclus 197, 33 haben die Herausgeber
mit Beeht fallen gelassen. Redenken sind auch bei der Correktur r
Die Appendix Probi
203
non b vorhanden. Der Codex vertauBcht b und e häufig. 1) ateht zudem
in der Umgebung der Correktur de» Hiatuß e und i, so dass dio Ver-
mutung Dfihe liegt, alveus non tdvius eei ursprünglich gcweeen.
Die Bedingungen sind aber in beiden Fällen dem Lautwandel so
gUDBtig, da8s die Correktur zu halten ist. Für 2\ ist BBsimilierender
Binfluss des Änlauta der Nachbarsilbe festzustellen. Auch sonst ist
derselbe vlat. bezeugt, so in btrhice. Er wird, vorwärtswirkend, sogar für
eine gaoze Wortgruppe in Anspruch genommen, iu hiat. bitbile, bubulm^).
Romaoisfh komrocn hinzu Ä/M/ö = vipio (Caix, etiniologie pag. 81, 182);
span. pg.6aria.Hm, ital hcrbena u. a. (Meyer- Lübk«' U G. 340). Das-
selbe Priuzip wird im Consonantismus der Appendix mehrfach erkannt
werden. Textkritisch kommt hinzu, daas die Correktur des fehlenden
Vokals der Pänulttma von zweifelhafter UrBprünglichkeit istt s. o, S. 175.
In 1) ist die Stellung hinter der Liquida der Annäherung an den
Verschlueslaut günstig. So ist lat, ferbni zu ferveo entwickelt*). Unter
den ältesten lateinischen Belegen, welche für das Zusammentreffen der
beiden Laute vorhanden sind, ist bis zum .3. Jahrhundert hinter r und / nur
b = Vj nicht die umgekehrte Verwechslung anzutreffen: JNerba, Safbio,
Corssen I, 131; Schuchardt I, 131. Dazu kommt vom Capitolinischen
Stadtplan Mifierba, die einzige Vertauschung von b und v überhaupt*).
Seelmann 240 hat als einziges wideraprei-hendes Beispiel allein acer'
oissmwm J. R. N. 1951 (155 n. C). Viel Gewicht kann der Schreibung
nicht beigelegt werden, weil sie bei der Nähe der beiden Wörter actnus
und acerbuSf ebensoleichf, als umgekehrte Schreibung, die Annäherung
des ersten an das zweite, wie, direkt, die entgegengesetzte Entwicklung
bezeugen kann. Als Stichprobe für die Einseitigkeit des Übergangs
LM ,; ; Liqu ^ im Südital. nehme man dazu den Iudex von C. J. L. XIV
mit coserbUf fldbius, salbu^, srrbat, serbus^ balbls. Einzige Ausnahme
wieder acervus.
Von den romanischen Sprachen fordert das Rum. konsequent die
Entwicklung rv : rb; Iv : Ib. Wir finden hier demnach albie. In den
ital. Mündarten kommt das Romagnolische in der Uurchführung auch
nach / niihe. Von den südital. Dialekten zeigt das Calabr. durchweg
b nach lat. l\ da aber / vor Labialen sich zu r wandelt^ so kann man
1) Corasen I, 126; andt^ra ueuerdiags Ascoli.
2) Vlat. mosa aber das \<^th diircbgeihends h gehabt baben. Deno Prob. inat.
art, 185, 3f* verlan{^t nach der Analogie von ferbui auch ferbto. Käme es Ibin
nur auf eine willkUriirbe Analogie an, so wilrde der ^'erfa^ser ftrvui nach den
häufigeren Fonncu mit v v^rlatjgttn. So. meine ich, lässt seine Forderuag er-
kennen, dass ferhto Üblich war.
3) Jordau, Forma urbis Romae 1.
204
Kürt UümaDn
nicht Bugeii, dasB v nach l zw b geworden ist. Das Tosk. hat nur
rv:rb. Nach /findet eich Bchriffitul. b nur dann entwickelt, wenn 'folgt,
eo in scUbia, so auch ia aibio, aibuolo. Dazu fügt Caix. etimologie 8.68
lomb. albi. albiöy eai. aibi\
Es ist Bomit anzunehmen, das» auch diese Bedingung für das viel-
fach bezeugte vlat. nibeus einfluaareich gewesen ist. Wem es notwendig
acheint, der kann also der Umgebung Rechnung tragen und ^albius an-
setzen. Aber gerade durch die Hervorhebung des / würde er der
Correktur r non b eine Stütze geben.
tu umi qu,
1) vacua non vaqua 197, a»
2) lacui non vaqui 197,3»
cu und ru (qu) waren nicht weit von einander entfernt. Am nächsten
kommt Vel. Long K VII, 75, lo mit der Unterscheidung von acua und
aqua
II. CoiiHotmiitisiiius.
])u]»pel!«ctireibuiigeu.
1) Camera non cammara 198, ii
2) draco non dracco 198, it
3) aqua non acqua 198, i«
4) faiti'o/m non /aS8iolus 198, 2*
5) basUica non bassilica 199^ 9
6) cal'Kjo non calliga 198, a i
7^ garrulus nun t/arnfus 199, i
Diejenigen Consonanten überwiegen, deren Doppelschreibung am
eh(!eteD blosse Dehnung anzeigt. Darunter befindet sich « in zwei griechi-
schen Lohnwortern; Seelmann 129 stellt für diese überhaupt die Neigung
fest, das s zu vordoppeln. Er belegt btissilica C. J. L. IV, 1779. In
4) ist Xttdem / der Dehnung günstig; in 3) ist m geradezu die Ursache
m nennen, die auch in lat. qtmttnor Dehnung bewirkt hat, im Ital.
tllffemeine Wirkung /.eigt. acqua ist bis heute schriftital. und mund-
artlich mittel- und süditaL Auch wh. aigue^ prov. aigua dürften auf
gedehnte Conaonanz zurückgehen, cainnuira mit der gewohnlichen
Dehnung im Anlaut der vorletiten Silbe eines Proparoxytonons ist so
südit neap. sie. lecc.
In sämtlichen Fallen geht a vorher. Darin äussert sich die Zer«
rüetung di^r Quantitätsverbaltnisde gerade dieses einen Vokals. Bei den
Qbrtgen Vokalen wurde die quantitative 8ch< idung erleichtert und ge-
halten, BcbUegslioh vordrängt durch den «iQalitativen Unterschied. Bei
Die Appendix Probi
Wfi
ihnen weiHs also der Verfaaaer der Appendix Bescheid. Für a fehlte
ein solcher Anhalt.
Daas der Verfasser w kennt, zeigt er durch die Gemination in 1—5.
6) darf uns ein Zeichen sein, dass in der vortonigen Silbe die Länge
aufgegeben ist. Nach direkt<T Interpretation von 7) wäre dagegen hier
die Länge erhalten und deshalb die Coneonanz reduciert. Es scheint
wenig glaublich. Pestus 2rJ3 M berichtet» das« yom Volke (Kirret für
päret gesprochen wurde. So ist es auch wahrscheinlich, dass der Ver-
fasser ^arntlus sprucb. Er weiss aber von hochiat. Länge des Ton-
voknls und getraut sich deshalb nicht, die lange Konsonanz, die er
spricht^ zu bezeichnen.
Die Liquiden.
I non r; r uuii L
\) ßagellmn non frageUnm 198,«
2) tenhra non telehra 198, ai
3) iiftpeUex non superler 198, it
Belegt: 1) Pal. Ev. 95b, in. 3) Itala exod. 30, la (codd. G. J. S. K,);
Arnob. 2, 40; Mus. Ver. 13n, a (nach Georges L. d. 1. W.).
Schon altlat. ist die Dissimilation l — l:r — /zu beobachten:
caeruleti.% Parllia; romanisch ist sie über das ganze Gebiet verbreitet,
in vereinzelten Beispielen allgemein: umbricidus, curfellum. fragdlum
ist erhalten in ital fragello, sie fragellu , sard. /ragellu, neap.
fragklio. Doch scheint das Wort in den südliehen Mundarten wegen U
nicht heimisch zu sein. Allgemein besteht zudem gelehrtes ßagello da-
neben.
Lateinische Diasioaihition r — r:l—r ist in dem Wechsel der
Suffixe -ari und -ati nach stammauslautendem /vorhanden (Corssen 1,222).
Romanisch ist die Dissimilation r — r; l—r seltener, die zu r — /energisch
und allgemein. Sie wird streng gefordert vom Span., fast durchaus
vom Scbriftitalienischen und einigen Mundarten, ist in vereinzelten Bei-
spielen über das ganze Gebiet verbreitet.
Auch 3) kann als eine Art Diwsimlation betrachtet werden, nämlich
als nicht eingetretene Assimilation. Nach den Belegen darf man viel-
leicht mehr dahinter vermuten, als eine bloss von den Schreibern vor-
genommene Rekompositian. Die Schwit^rigkeit, die alte Vorsilbe wieder-
zuerkennen, war ^o gross, dass es einem auch schwer füllt, spätere Re-
komposition der Volkssprache für möglich zu hallen. Für r/ bieten die
gesamten Verzeichnisse des C. J. L. nur im ersten Band perUgere. In
Wörtern wie intellegere war die Assimilation durchaus fest. Es durfte
'ifxi
Karl Uilraann
aIho wohl fi;f!rAten sein, in ituperlex nicht eine rekompooierte MWhr
eine nrnprönf^liche, nicht aaaimilierteCoropoaition zu erblicken. Mom— e«;
Unteritiil. DiAlffttte 22C). 221^ »teilt fQr das Oskische die Neignnf^ fe«t, pi
oiebt xo Msimilieren.
Zotritt ro« r
\) frufitum nati frustrum 199, a
2) duurus ttOit drnucufü 198, ao
fruttrum belegt in den Hdachrr.: Verg Aen. 1,212; III 262: PetrML
24, i\ 39, st: 44,9« (von BQcheler 8.128 dem Copisten ziige»chneli«a).
FQr den Zutritt eincA nnalogiecbon r im WortauHgang Ktum bietet
»chon da« grierh. Lehuwort niduHtntm ein Beispiel. (Jordan, Krit
Beiir. 71). Bei /luxfrum kommt Einwirkung des r der ersten Silbe
hinÄü. Im Koni, nimmt die Kntwickliing eines r hinter / der letzten
Bilbe ihr<jii Fdiff^nng. Zahlroicbe af/,., epan.. pg., ital , ital.-mundartl.
Beispiele bei M»tycr Lilhko K. 0. 48ö, J. 0. 171.
In 2) k^nnto eine xo unorkiärlicho ßrzougunf^ eines r hinter koo-
nonantjschem Wortanlaut eingetreten sein, wie Me vlat, tresaunis, e»trtia,
{rt,/ron(h \t9}.irono u. a. nnfweisen. Nach d bietet nur das Lyonesische
jlhnliche Fülle : drofdi = douhlf. u, a. Die Erscheinung muss aber für eich
beurteilt werden. Auch nach i tritt vor folgendem bl ein r ein: trohla u.a-
draucii» ist so einzig in seiner Art, dass man an einen Zusammenhang
mit dem bei MMrtial zweimal gobrauirhten und in den Oloss. Labb.
enlhallimen drauruH donken rauan l'fbor die Art des Zusammenbang»,
ob dmuiHH wirklieb ein« «^rnf lat. Entartung von daums int, habe ich
kein Urteil. Jf»ilenfölis biotot dio Appendix Veranlassung, eine Nach-
prüfung der bisherigen Etymologie vorzunebmen.
Die I^iquiden und n.
1 Den n.
cultellum non cuntellum 197, s 4
ÜiBsimilntion ist auch hier als treibende llrßaehe festzuhalten. Pfir
/ / .• // / «leih M<'3'ei.Iiüldce J, i\. \\\'.\ ziihlrüiihe njunflarllich-ital.
FUile /usaninitMi. Du/.ii kommen vereinzi'lto vlat und weitere roman.
Beispiele. Für dio meisten tässi sich ein Anhalt gewinnen: m vlat.
r<i ' wirkt die Vorsilbe con-^ in frz nouibn't der Ausgang des un-
b« 11 Artikel» «nn. Hei vultrlium '/eigen alle Mundarten, welche
Diasimilation eintreten lassen, nur dio gewöhnliche Art zu r—l: rom.
corteiiOf ncap. vurtlrito, rtr. curtin, logud. urUdtJu^ südsard. gorteddu,
kalabr. rurtieddu u. s. w. Wenn also in der Appendix n eintritt, so
Die Appendix Probi
207
mu88 der Grund in einer allt^^^nieinern Neigung, nf aus it zu entwickeln
gesucht werden. H'wj kommt pompej. man fit entgegen, C. J. L. IV, 1593.
Doch wirkt dnbei, wie in cuntdlum Dissimilation des mehrfachen l,
vermutlich noch Asi^imilaiion der Nasalen mitM. nt ^= It lebt südit.
fort. Für das Innere Sicilicns überhaupt stellt den Zug Meyer- Lübke
J. G. 135, als Hang des niedern Volkes von Girgenti Pirandello 48 fest.
[Vereinzelt begegnen weiter verbreitete Beispiele, so teram. undre =
altrum.
r non n.
meretrix non menetris 198, as
Auch hier ist Diftaimilation die bewegende Ursache. Auch hier
findet afz. , aven., amail., agon. (^Meyer-Lübke I. G. Iii2) nur die ge
wohnliche Art zu / — r statt. Verschiedenartige Versuche sind gemacht
worden, das h von menetrix zu erklären. Noniua 423^13 operiert mit
der Etymologie manere. Wölfflin (A. f I. L. IV, a ff. „Die Dissimilation
der littRra canina") denkt an Kjnflusa von genetrix.
Jedentailä wirkt der anlaulonde Nasal der Nachbarsilbe ein. Beide
Prinzipien, Dissimilation der Liquiden und Assimilation der Nasalen
.vereinigen sich z.H. in vom, ßlomma, U. centinarr, E« ist aber doch zu
r erwägen, ob nicht ganz genau dieselbe Lautverbindung vorgelugen hat wie
in cultellum, nämlich / vor /. Derselbe Nonius scheint die Form we/e^rix
zu kennen; sie ist 2Ü2, is: .jOii, c überliefert. Syncope bringt das /
in unmittelbare Berührung mit t, und so mag ein menirix oder men-
tric- in den cass. obL y.uersr entstanden sein, mmetrix wäre eine
Mischung von raundartlichtu* und hochlatcinjscher Form. Für die Appen-
dix bedarf es zuvörderal einer genauen Prüfung der nandschrift, ob
das, was Endlicher als zweites e gelesen hat, wirklich ein e ist. Ich
Termute vielmehr, dass sich an der Stelle das vermisste t wiederfindet,
dessen Fehlen (Lesart hnener/s) sich weder aus der Gepflogenheit der
Handschrift noch aus der Sprache der Appendix begreifen lässt.
n uon r.
paiicar/ms mm parcar/mfi 197, ;i2
ist aU einziges Beispiol Ton .Assimilation der littora eanina merkwürdig.
Für das Umhrische bietet peracrio — Bücheier, ümbrica 185 — etwas
Ahnliches Dazu stellt Bücheier tusk. Achememrun = AgumenmoH mit
einer Dissimilation zusammenstossender m und n^ die den romanischen
i) Sie ist auch heute noeli hllditai. stark bemerkbar, u. ». neap. i'armine^
MintACola, menancoUco.
Karl UUmano
Sprachen geläufig ist, allerdings bei vorangeh eo dem n, afz. arme sie.
arma u. a, Da» Hochlat. bietet umgebehrt Cancer = carcer durch
DiaaimilatioD. Romaniach stehen ebenso pr. »wov/wc und morgtie , frz.
Lanyres mit r = n dorn pafcarpus näher. Aber auch hier liegt ein
dissimilatorischer Zug vor. Eine gewisse nähere Verwandtschaft mit
parcarpu» besteht gleichwohl, da es sich überall um r, n vor oder nach
€ handelt. Die lautphyaiologlsche Deutung ergiebt die Gleichartigkeit
, der Vorgänge.
d non 1.
adipfiS tion aliiies 199^ h
Corseen stellt das Wort 1, 224 zu griech. (tletfa-, also nimmt er
etymologisches l an. Wir hätten demnach schriftlat. den seltneren
Übergang / .■ d. „Die apätlateiniäcbe Volkssprache hat dann wieder
eine Form atijtes für adijtes'^, äussert sich Corssen weiterhin mit Hin-
blick auf die Appendix. Nach der gewohnlichen Deutung hat bei Über-
einstimmung zwischen der altlat Form bezw. der Etymologie und dem
vlat. Zu-stand der späteren Kaiserzeit das Vlat, die alten Verhältnisse
gewahrt . das Hochlat. die Wandlung vorgenommen. Ein zwischen-
liegendea Zeugnis bestätigt diese Auffassung für aiipes: logud. (nur Bitti)
alijte, sonst aard abik. Letzteres wird von Meyer, Grdr. 365; J. Gr. 174
herangezogen. Von romanischer Entwicklung d : f kann natürlich keine
Rede sein. Ich darf auch afz. und mundartl. frz. ituve hierher ziehen.
Freilich bleibt die Entwicklung /) .-p in einem syncopierten aipe un-
erklärlich. Da aber als zweite Möglichkeit sich nur lat. albus bietet^
und hier dieselbe Schwierigkeit vorbanden iat, bin ich einstweilen be-
rechtigt, aiipes zu vermuten.
Die Nasalen,
n TOT ü luid r.
1) üHsa non asa 198, s
2) Capseusis twn Capsesis 198, a
3) /ormosiis non /ortnunsui: 198, »
4) occasio non ocamsio ll»8, ai
5) Hercules non Hercutens 197, -i s
6) eofisiabiiHm non histai/ilitus 199, lu
7) ejfemnatus non imfimenatua 198, ai
(8) omfacium non of actum 198, i)
Belegt: 2) nicht selbst, aber ein zahlreiches Verzeichnis alter und
junger Schreibungen -esis in dem Huffix der Völkernamen bei Cors-
»en 1 253 IF.; Seelmann 283 f 3) Grut. 669. lo; C. .1. f>. VI, 2783:
Die Appendix Probi
zahlreich in alten Hdschrr. , so Varro L 1. 5,»; e. Georges L. d. I. W.
4) zahlreich in Uandschrr.; 8. Koch, Rh. M. XVI, 160 5) nicht srlbat,
aber zahlreiche -ans ^^ äs; -ens^ea bei Co rasen I, 255 ; Seelmann 285;
schon früh auf Inschriften.
1) und 2) sind direkte Zeugniase für den Schwund des n vor s.
Beide gehören der Bedeutung nach zum ELigeotuni des Verfassers.
Selbst Cicero gestattete sich nach dem Bericht des Velius Longus
K. VII, 7B f. in Völkernamen wie 2j noch die votkstünitiche Aussprache
esi's. Der Schule ist es gelungen, nicht nur die etymologische Schreibung,
auch die alte Aussprache wieder durchzuführen. Das Homaniäclie kennt
für das Suffix wie für 1) selbstverständlich allein den volkstümlichen Zu-
stand: logud. asa, lecc. «sw/a, schriftit. asola, so umbr. venez, oeap. etc.
lomb. asetaf pg. azelha (Caix, etimologie 73); sowie das Suffix -ese.
3—5 sind dagegen etymologisierende Schreibungen, die versuchen, den
Nasal in 3) archaistisch festzuhaken^ in 4), 5) fälschlich einzuführen. Gegen
3) eifern fast allo Orthugrapheu des siebenten Oandes (Seeluiano 286).
Auch die späteren sind von Interesse, weil sich gerade in dem einen
/ormon^u^ die Schreibung hartnäckig fortpflanzte^ also auch nach Beda und
Alcuin eigene Veranlassung zum Tadel fanden. 3) ist sicher Orammatiker-
material auch in der Appendix. Ebensowenig sieht ^b) aus wie ein
Schreibfehler aus der Zeit der Appendix. Als aolcher würde er noch
die Ausfiprache es voraussetzen lassen. Auch diese Schreibung war auf
Inschriften sicherlich überliefert. Rrambach 266 f. belehrt uns, dasa
es sogar eine Deklination HerclenSy Uerclenfis gab. Ein sonderliches
Vertrauen für diese Deklinationaweise erweckt zwar der Beleg: C, J.
Rh. 666 nicht. Aber mag man auch darin eiue vereinzelte und ent-
legene Abnormität sehen, zum wenigsten dürfen wir vermuten, daas
derjenige, dem eie zugeschrieben werden muss^ unter dem Eindruck
einer häufigen Schreibung Herciäens stand.
6) hat ein unschuldiges Aussehen. Nun ist aber ein Compositum
instah'dire hochlat. überhaupt nicht vorhanden, und sonst einmal bei
Hyginu8\) aufzutreiben. Hatte das Vulgärlatein einmal ein 8o!cht*B Com-
positum, so war es fiüb mit dem aus stabil in- entstandenen istabilire iden-
tisch geworden^). Für wuhrscheinltcher halte ich, dass der Verfasser
der Appendix ein aus istabitire fälschlich erschlossenes imtablUrr
tadelt. Ein solches n vor sC"^- ist roman. vielfach fest geworden.
Darüber handelt Foerster, Z. f. r. Pb. I, 559, 560; Li Chev. as deus esp. L.
1) De oastr. met. p. 9.
2) lascbrii'tlicbe Belege ftir i vor s. imp. Itegea erst aus dem Eode des
U. Jtthrb. Q. C. vor; es oiuss bedeutend früber vorhaodeD gewesen sein ÜavoD
spricht GröbtT A. f I. L. I, 215.
ttomanfaclM Fonchonron Vit. \^
210
Karl Ullmann
Di© Gleichartigkeit der Correktur io 7) verbürgt die Hicbtigkeit
dieser AuffasBUDK. Die Reduktion des Nasals vor / war bei weitem
nicht GO energisch wie die vor dem dentalen Reibelaut. Duher kann
8) nur mit geringer Wahrscheinlichkeit angesetzt werdeo. Analogen
Schwund eines Naaals in einem griech. Lehnwort zeigt jedoch hochlKt.
scrofQy dann Sypherusa Fabrett. V, xli (Schuchardt I, lü5). In lateinischen
Wörtern kam /' nur anlautend vor, trat also allein in der Composiiion
mit Nasalen zuBAmmen. Gerade durch die BeschrSrikung konnte bei
dieser Verbindung die volkstümliche Nt-igung zur Rekomposition un-
gestörter wirken. Wir wundem uns denn nicht üher die spärlichen Be-
lege für if' == //(/- bei Corssen I^ 156, Auch romanisch ergiebt sich bei
keinem einzigen Wort ein ungestörtes Qesamtbild, welches vlat. Schwund
des n sicher stellt. Gegen ifans ist afz. enfeSy enfant. Man darf
sich nicht dadurch beirren lassen, dass einzelne Mundarten, so das
Prov., den Ausfall selbständig durchführen, (Meyer -Lübke R. G. 409.)
Die Neigung zur Rekomposition, d h. zur Einführung des Nasals,
ging im Vlat, weiter. Sie ergriff auch solche Wörter, in denen stamm»
haftes e oder e := i oder e -=■ ex der Compositionssilbe vorlag. Aus-
führlich handelte nach Foerster darüber Ascoli Arch. Glottol. HI, 442ff.;
spätere Zusätze wurden von Suchier Z. f. r. Ph. IV, 184; ßaist ebenda
V, 551 gemacht. In der Gruppe exf- giebt es spanische Analogieen:
enfriar, enfaldiWf ai/orzar; ferner pik. en/orctemenf , afz. anfraiez
(Foerster a. a. 0.). effeminatm ist nicht volkstüntlieh entwickelt. Wohl
scheint altprov. enfemenar (Mistral unter e/enüna), einen Ansatz
zu bilden. Uas imßmenatus der Appendix mag als das Vorbild aller
romanischen Entwicklungen angesehen werden. Man braucht sich
auch nicht so weit zu beschränken, dass man bloss umgekehrte
Schreibung gelten lassen will. Einen Anhalt^ dass es sich um einQj
wirklich gesprochene Form handelt, mag der Umstand geben, dasi'
Dicht n sondern m erscheint. Wie auf anderen Gebieten, so wird auch
südital. n vor labialen Keibelauten zu w; vor/ tritt der Wandel mit
Regelmässigkeit allein südital. ein; kal. »/: mp^ mpierttu^ cumpiettu
(Scerbo 35); sin. in Porto- Empedocle (Pirandello 36} ebenso mpemu,
mpaiuj in Casteltermini mi (Wentrup20), mbiernUf inbattw^ hccmpretiH
(Murosi Arch. Glott. IV, 129); auch teram. nibtcce^ tutmhessä ei(i. {Savini49).
austtd. m fehlt.
1) frivlinium non tridinu 198, s-r
2) vicO:tiai/uli procOHüfiiis höh nirofnhufu proconjiuh\*i 198, a 4
3) passim non passi 199. i «
4) numquam non nrnnqua 199, i «
Hfl Appflodix Probi
211
5) pridem non pride 199, i »
6) olim non oli 199, le
71 idem von idf>. 199, 1 7
•2) zeigt als Proparaxytonon durch die weite Entfernung des m
von der Tonsilbe günstige Bedingung, Dieselbe Betonung wird dadurch
für 1) nahegelegt, gr. xQiuXivot^. 3 — 6 sind Adverbien, idem hat ad-
verbiale Ableitungseilbe. Es hindert übrigens nichts, des Zusammen-
hiinga wegen ursprüngliches Hern anzunehmen'). In der Nominal- und
Verbalflrxion mochte in späterer Zeit das auslautende m durch den
Schulunterricht gostäikt worden sein. Der Verfasser der Appendix
mufls deshalb wobt gerade zu einei' Anmerkung über die Adverbien ein
besonderes Bedürfnis empfunden haben.
n non m.
numquid non mintquid 199, 1 3
Das Prinzip der Assimilation silbenanlautender Consonanten wird
so oft für die Sprache der Appendix aufgezeigt, dass auch dieses m,
wenngleich sich Bedenken nii-ht abweisen lassen; zu haken sein dürfte,
zumal das Romanische die Assimilation silbenanlautender Consonanlen
besonders häufig bei Nasalen zeigt. Vollständig entspricht z. B. rätor.
memia = lat. tnmia.
nd non nn.
1) \cand€la\ non cannela 197, a 4
2) grundio non grunnio 199, is
Die Assimilation nd : nn ist Regel im Umbrischen (Bücheier, üm-
brica 183) und im Oskischen ^Mommsen, Unterit. Dial.221 f.). 8ie geht von
da in die lat. Bauernsprache über. Den Anteil Campanicns zeigt ^eelmanns
Zusammenstellung 312 mit Verecunnus C. J. L. IV, 1768; hmulgen-
J, R. N. 1952; Agetmar ib, 2736 2) ist aus der Bauerosprache früh
in die höhere Redeweise eingedrungen, grnnnire ist denn auch grössten-
teils romanisch. Aber auch grundire behauptete sich daneben. Ro-
manisch lebt es sicher in prov, afz. grondir, afz. grondre^ frz. gronder.
Ein Teil der übrigen romanischen Formen lässt beide Herleitungen zu.
Die Lauterscheinung als solche hat «ich romanisch auf dem alten Ge-
biet behauptet: Süditalien und Steilen zeichneD sich durch die Ab-
neigung gegen nd heute so aus, wie es die alten O'iker nicht besser
vermochteo. Doch sind vereinzelte Lücken, im südlichen ApulteOt
1) Der Codex hat idem fUr iiem %. ß Anal, gram 282**).
u •
212
Karl UllmauQ
dann im mittleren und unteren Teil CalabrieDs und an der NordkÜste
Sictliens. Von dem BÜditaÜBchen Ursprungsgebiet bat sich dieselbe
Assimitation auf Teile Mittelitatiens ausgedehnt und wenigatens ?or<
tonig auch tosk. die Herrschaft erlangt.
Die Gutturalen.
g non c.
digitus non dt'citus 198, lo
Bei /rigdus, wenn wirklich die dreisilbige Grundform die etymo-
logische ist, wirkte ausser der atimmliaften Consonantenumgebung die
Bedeutungsverwandtschaft mit caiäm auf die Syncope hin. Ein ayncopier-
tes dfctus hingegen kann nur einmal aufgewiesen werden : bei Georgen
L. d. l. W. Lucil. sat. 17, 4 M. Aber schon die handöchriftlichen Be-
lege bei Schuchardt II, 413 ergeben ein eigenartiges Bild: dictis Vat.
Aen. VI, 637; Pal. ebenda dia't/s. dreiti ferner Vind. Liv. XLH, lxv, 9.
Den Einzelfall der Appendix hinzogenommen stehen drei handscbiift-
liehe diciti einem dktus gegenüber,
AaciJi hat Arch. Glottol IX, 104 nachgewiesen, dass hocblat. c im
Anlaut der Pänultima von Proparaxytona vlat. zu g wird. Namentlich
die beiden Gruppen -cit- und -ccr- kommen für das Romanische in Be-
tracht. In dt'gifiis war das Gesetz schon hoebtat. wirksam. Aueh die
romanischen Fortsetzungen widersprechen einem vlat. syncopierten dictus:
dreisilbige Formen zeigt einmal das Rum. mit degdc^ dann das ganze
südit. Gebiet mit s\c. Jid/tu, k&lahr. jiritu. leco. disetu, t&rent. disitu.
Zum SchlusB mag hinzugefügt werden, dass die Correktur: calutus non
(jalatus, vorhergeht, in der sich also auch die Berichtigung auf ein
r non y beschränkt. Der Ansetzung eines Hktus stehen somit nicht
mehr wie alle Kriterien entgegen. Schwierig bleibt es immerhin, eine
einigermaasen vertrauenerweckende Erklärung von dicitus abzugeben.
Bloss etymologische Schreibweise dürfte nach der Natur des Textes
ausgesehlosaen sein. Vielleicht sind die südilalischen Formen wirklich
von einem unter oskischem Einfluss erhaltenen dicitus^) abzuleiten. In
der stimmlosen Consonantenumgebung trat keine >)yncope ein. Gleich-
wohl müssen selbstverständlich auch die südit. Formen die Stufe digito
durchlaufen haben; sie wären aber erst in der späteren Entwicklung,
vielleicht in schon romanischer Zeit, dazu gelangt Die grosse Masse
der ein- und zweisilbigen romanischen Fortsetzungen geht dagegen auf
ein vlat. eyncopiertes dißo zurück, Wir hätten also folgende Parallel-
ent Wicklung:
1) Vgl. osk. deketasioi.
Die Appendix Probi
213
lat. diyUm
d'jitw<
dijto
it. dito afz. deit eto.
dicitus
südit. dicitus
digitm
dijitu
tarent. dUitu eto.
— noa e.
neseio ubi non nesciocuhe 199, u
Wir stehen vor einem weiteren Archaismus in der Gutturalreihe.
quobi hat hochlatcinisch die anlautende Tenuis eingebu^st. Sic hat sich
nur zwiacben Vokalen in Coroposita wie alicubl erhalten. Überlieferung
und Messungen zeigen, duss einfaches cubi für Plautus noch anzusetzen
ist. (Ritschi Rh. M. XXV, 306.) Die Bemerkung der Appendix braucht
jedoch nicht entfernt die Existenz eines selbständigen cubl für das dritte
Jahrhundert n. C. anzuzeigen (»Seelmann 348), sondern nesciocube macht
den Eindruck einer Verbindung echt TolkstOmlichen Charakters, in der
eich c intervokal behauptet hat wie in ubicubi, oder in die c nach dem
Muster der alten Verbindungen eingeführt wurde.
V non g.
calatus non gidatus 19B, s
bietet stimmhaften Verschlueslaut für gr. stimmlosen Das Vlat. stimmt
in diesem Zug zum Alat., und teilt ihn dem Rom. mit. Auch c aus anderen
als griechiscbeo Lehnwörtern, selbst hiat. c erscheint zuweilen romanisch
als (j und besonders gern anlautend vor«. (Meyer-Lübke, Romanische
Grammatik 3öH; Italieniacho Grammatik 96.1 Von culatus leitet Caix,
etimologie S. 110, it. yahz-zo ab: y^vaso dt legtto u tina dove i concia-
tori viettono te peUi^. Das Wort raijsste auf eine Ableitung calatius
zurückgeführt werden. Genauer entspricht XQmh.gaUda'. y,vaso da lutte* .
Die Tonverschiebung tindet Caix bedenklich. Sie erklärt sich leicht aus
dem Ginfluss der zahlreichen Partizipien auf -ato,
ff non \oc.
\) Caleosiegis non Calcosteis 197, «4
2) pcgnta non peuma 198, 1 1
Analog schreitet die griechische Media zu stimmhafteren Lauten
vor, d b. sie wird vokalisch. 1) braucht nicht gerade vollständigen
Schwund anzuzeigen, sondern kann / enthalten, das sich in der Um-
gebung der palatalen Vokale leicht der Aufzeichnung entzieht. Die
Toninge ist jedenfalls der Verflüchtigung günstig. Spätere Schreibungen,
welche denselben Lautvorgang bekunden, bei Seelmann 349. Das Bei-
214*
K«rt Ullmun
spiel der Appendix ist das frObeste, darch die günstigeD Bediognog^n
zugleich das charakteristiBchi^te.
2) ym : um nach a und e wird durch die romanischen Fortaetzangea
ala Regel für das Vlat. erBcblosgeo. Es findet sich in sagniOf fU^a a. a.
S()ät<*re handachriftliche Belege bei Schucbardt II, 499, darunter einmal
peuma,
et non t.
1) auciof WO/' autor 198, ȟ
2) auctoritas non outoriffts 198, so
3) Die Schreibung Orattra 198, e darf als ursprünglich gelten.
Belegt: 1) spät C. J. L. Vill, 1423; XII, 2058 (491 n. C vgl.
Zimmormann Rh. M, 46,493). 3) die ältesten und besten Handschriften
haben brattta. Romanisch ist 1), 2) in «chriftit. und mundartlich -it
autore, aufornc\ sie, oturi^ fr«, auteur, nutorit^ etc. , aber alle sind ge-
lehrt. An der Volkstümlichkeit der Entwicklung ist weniger zu zweifeln
in der Ableitung *aucforicare.: (it. olriare , Lohnwort i, span. oiorgar,
pg, outorgar, ^r. autorgar, auiregar, (n. otreier^).
gd non d«I.
amyydula non umiddola 198,3«
Die Assimilation ist einigermassen auffallend neben ''frigdus. Als
interessant führe ich an, dass die griecbischo Mundart von Bova heute
wieder auf dieselbe Stufe gr'lartgt ist l Morosi Arch Glottol. III, 14);
hier wird aber di» Assimilation umf*ekehrt unter italienischein EiiiflusB
erfolgt sein. Gröber setxt unter den Substraten nur an: awidala,
amendolfi, amanäoin. Erst Vü, 51 holt er eine assimilierte Form
amiddala nach. Schon oben 8. 195 f. ist nacligewiesen, dass das amid-
dola der A[>pendix mit (^ (M)=a die Giundlage für die Gesamtheit der
romanischen Fortsetzungen darstellt; die Ausfühilidikeit. mit der es
geschah , find*'t hier ihre Berechtigung. Haupitoniges a ferner findet
sich nur vor nd. Üie von Schucbardt l, 219 angesetzten Mittelformen
amagdola und amaddotn haben demnach keine Wirklichkeit. Die Ent-
wicklung des a trat vielmehr sekundär vor gedecktem Nasal ein. Ob
sie von einem Gebiet auKgegangen tat und von welchem, mag einst-
weiten dabin gestellt bleiben^).
Den Nasal aber zeigen alle Schriftsprachen. Von den Mundarten
«Dtsiehen sich katal. amdUa und prov. amrlo etc. neben ametUo,
amendo, aminh. (tmandofo; apr. amdla, daneben nber amenloy amenta,
1) Kit. oettoytr ist Orthographie dns seobssfbnti'D Jahrhuoderts.
2) Ditt mir errriibb«rro Fonnrn gruppieren sich uro ds« frans. Gebiet: oordit.
rtr. deutsch mandely mt. almand; auch schriftit mandorla ist eioe Misch-
voü frs. altmandre und iu amtnäala* Nur ruin. maadulc siebt abseits.
►fe Appendix Probi
amaudola. Ihn einer, wenn auch noch so erklärlichen Sonderentwick-
lung zuzuschreiben, — so Gröber VII. 51 — würde ich nicht unter-
nehmen. Es genützt nicht, nur eine vorbereitende Entwicklung in das
VUt. zurückzu versetzen.
Zur Behauptung einer BÜditalischen Entwicklung würde die Form
der Appendix aufs beate an die Hand geben. Das Calabr. hat die
Neigung, Doppelkonsonanz zu nasalieren, so zeigt es landa = laita
ij'nnbu\ besonders häufig erscheint doppelter Dental assimiliert an den
nasalen Anlaut der vorhergehenden Silbe, in mienzuy mintiri, pannintiu,
tnenzaloi'ü, wi^w2aw/7e(Scerbo37 und Lexikon). Denselben Zug. in besserer
Erkenntnis der Assimilation als Scerbo, stellt Pirandello für das Sic.
fest: S, 43 mtnfin, minti, miitfufu; S. 45 menzn^ ummiorum, wanzio.
Vor dd in amiddola kann die Entwicklung nicht selbständig auf
siciüanischera Boden und dem zugehörigen Gebiet erfolgt sein. Die
Abneigung vor nd hat sie verhindert, muas sie zu jeder Zeit verhindert
haben, da die oskische Beseitigung von nd in unmittelbare Verbindung
mit demselben südit. Vorgang gebracht werden muss. Die Sicilianer
werden also mcnnula als tnendula Yom nahen Festland bezogen haben.
Daaa der Nasal sich von den Gebieten Süditatien», die »«f dulden, d.i.
vor allem das sudliche und mittlere Calabrien, nach dem Anfang des
in. Jahrhunderts mit der Sache auch auf den weiteren romanischen
Boden ausgedehnt habe, selbst auf die Teile, die den Baum früher
besassen, das soll hier die Vermutung sein, die zum ersten Mal eine
einheitliche Erklärung der romanischen Formen anbahnt. Zu einem ganz
bestimmten Nachweis reichte das Material, das ich mir verschaffen konnte,
nicht aus. Einige ächwierigkeiten jedoch sind nur scheinbar. Bei
sard. amemlula ist zu bedenken, dass die Mandel zu der Zeit^ als sich
das Sard. vom VHat, loslöste, noch nicht in Italien eingebürgert war.
Sie kam frühestens im ersten Jahrhundert v. C. dahin. Das Wort ge-
bort also nicht zum ursprünglichen Sprachschatz des Logudoresischen.
Auf provenzalischem Boden mag das Wort sich selbständig ohne Nasal
entwickelt haben, denn in Südfrankreich ist der Baum besonders früh
heimisch gewesen. Die bunten Formen mit h sind sämtlich spätere Ein-
dringlinge, die sich nicht ganz abweisen Hessen und stellenweise fest
wurden.
ü non s; s non x.
1) meretrix nan menetrU 198, st
2) fniles non milex 197, a»
3) aries non ariex 198, a»
4) popUs non poi'lex 199, «
rt) loctiplns non locuplex 199, %.
216
Ktri ÜÜBan
2) — 5) etod amgekebrte Schreiboogeo. Die inscbrifUicben Beleg«
fBr tniiex sind allerdings §o zahlreich — s. Seelroann 353 — das« inao
geDoigi nein könnte, mehr wie orthogrAphiscbe Gewohabeit anzaoebmen.
Ea ist Oberhaupt auffaltend und fordert zum Nachdenken auf, daaa för
X narb « die umgekehrten Zeugniaae viel zahlreicher sind, während nur
fQr ix'= tB direkte Belege weit hinaufreichen. Schon auf pompejanischen
Wandinfichriften findet sich fetatrii C. J. L. IV, 1388,2292, x als a aoa-
gelassen auch 1510. Gerade dafür liegen auch oskische Zeugnisse vor
in den Schreibungen medäiss und mtddia. Die weitaus grösste Zahl
der spHteren Belege enifglit gleichfalls auf den SOdeo.
FQr inlautendes x hat die Appendix kein Beispiel Der früheste
datierbare inschriftliche Beleg bei Corssen I, 297 fällt auch erst io
die Mitte dei vierten Jahrhunderts.
Die Labialen,
p aon b.
1) ptasta non blanta 199, i
2) opobalsamum non ababahamum 198, so
Der Übergang von gr. n : b kommt nicht so häufig vor wie der von
■ . y; anlautend vor / ist er geradezu unerhört. Doch bat man kein
Recbtf die Ursprünglichkeit der Correktur zu bezweifeln.
Zu 2) gicbt Schuchardt IH, 316 obob. Sichel, Nouveau recueil de
pierres sigitlaires Nr. 75 (Keimn). Assimilierender Einfluss des Anlauts
der Tonsilbe bietet einigermasaeti eine Handhabe für die Lautlicbkeit
dei Obergangs.
bs non pa.
1) C€l$b8 non crieps 198, *; 199, 4
2) pteb» non ple^>8 199, a
3) labsus non lapaus 199, 1 1
«war tat. stimmlos und aagimilierte eich stimmhaften stamm auslauten-
den CoTisiinantf'n xn tttimmlüsem. Mit der eTymologi8cb(.''n, d. fa. hier
anslogiMchen Schreibung des Nominativs der Nomina auf -6a beschäftigte
sich schon Varro 1. 1. X, 56. Verbalformen wie 3) blieben auch spater
allgcrntTin verschont. Die Vorlage der Appendix geht allein so weit, dass
•ie tuch hier konsequent analogiaierto.
b non f.
9ibUu9 non s'ßlns 199, »
Intorvokalea / wird lat zu 6, hält sich oskiscb und umbrisob. Von
hier aas gelangt es in die kampanische Bauernsprache, in das Vlat,
Die Appendix Probi
217
und wird in die romanischen Sprachen verpflanzt. Auf den meisten
Gebieten treten Doppelformen , sowohl sibilare als sißlare auf; / lebt
%. B. in span. chiflar; frz. sifler\ chißer; it. zufolare. (Bücbeter, Rh.
M. 42, 585 ; Aacoli , Arch. Glott. X, 1 ff.)
b nvn m.
(ßobm non glomus 198, «
Die Bemerkung: muse auf ihren lautlichen Charakter erst unter-
aucht werden. Der Übergang b: m ist zwar weder umhrisch und oskisch
noch r(>mani8ch, insbesondere italienisch^ ohne Beispiel. (Bücheier, Um-
brica 94, 183; Diez, Rom. Gram. P, 281.) Für das Schriftlat. jedoch
muss zunächst das Nebeneinanderbestehen von ylobus und einem
davon verschiedenen glomus anerkannt werden *). Im Vulgärlatein
mochten sich die beiden Wörter lautlich näher stehen. Eine eigent-
liche Verwechslung war aber erst durch die Bedeutungsnähe möglich,
wobei glomits durch den derberen und gewöhnlicheren Sinn das Über-
gewicht erhielt. Wäre wirklich glo6us volkstümlich zu glomus geworden,
so würden voraassiehtlicb alle romanischen Sprachen das Wort nur als
o-Stamm erhalten haben.
Zunächst entspricht der Zustand des Romanischen der Bemerkung
der Appendix insoweit, als giobiis volkstümlich überhaupt nicht ent-
wickelt ist. \t ghiova ist nicht zweirellos. To^k, ghiomo, Val di Rumo
glom (Ascoli, Arch. Qlottol. III, 324), rov.trent. ^/om, dazu Deminutiv-
bildungen wie veron. ^omiÄS«'// u. a, zeigen wirklich Formen, die auf einen
o-Stamm zurückgehen oder zurückgehen können. Dazu kommen andere
norditalienische Formen mit e als Tonvokal, deren Zugehörigkeit an-
genommen werden muss: ven. gemo, ferr. mant. gemb: ihnen gesellt
sich rura. ghetH, alb, gems bei. (Ascoli, Arch. Glottol. HI, 324, Meyer-
Lübke^ Ual. Gramm. 18 1 vereinigen den grossten Teil des Materials).
Dagegen gehen die übereinstimmenden Formen der eüditalieniBchen
Mundarten, denen sich einige mitteilt, und die sardischen Fortsetzungen
anschliessen, auf den e^-Stamm zurück: lecc. ueinaru, tarent. rnimmiru,
ne&p. gliommero, c&mpoh gliormnere^ kahbr. ghiommant, Bicj/ombant,
60»eQt. giioweru, ter am. jjambre, to&k. gnomniero (Meyer • Lübke, lt.
Gr. 181); dazu logud. lorumu, südsard. lumbuni.
Demnach hat man anzunehmen, dass die norditalienische Über*
mittlung eines o- Stammes erst einer jüngeren Entwicklung des konso-
nantischen Stammes entspricht, dass die ältere lateinische VolksFprache,
1) Mach Corssen II , 515 gioniwi = glob-m-ug; dem widerspricht einiger-
maaaen die KUrze des o.
218
Karl Ullmaaii
deren Zustand sfidit. und Bard. erhalten ist, glomns glomerii kannte,
dasB also dio ßpmerkuog der Appendix in erster Linie eine synonjme
ÜQtorBchoidung bezweckt.
Die Dentalen.
(I non el.
li ct'tuln» nun teclub 197,2 0
2) vifutuK HÖH tu'clus 197, ao
3) capitulum non cajndum 198,4 4
Bel«g« und mm. FortBctziingt^n s. o. ö. 198. AUts: clvs ist vlat. strenge,
aumnatimlüHO Ringet. Diu romanischen Sprachen zeigen nichts anderes.
Aj^sibtlation.
1) ThtoiihitHs non Zio/ihfs 198, i
2) M'ptizoniuut non ^iptnlionnm 197, aa
1) Von latoiniüchor Assibilatiun der Laurgruppe tio kann um so
weniger di« RinJo «imh, als der Dßntal hior im Anlaut steht. Vielmohr
liegt diejcnigo Entwicklung von gr, /> vor, deren Resultat u. a. it. 2/0 ist.
2) Ua»Altlul. eraetüte gr. C wie durub maonigfache andere Zeichen.
MO auch wohl durch einfaches d^)> Als einen solchen Ersatz fassen
Scbuchardt 111, 83 und Soolrnann 320 das d des ^^epfidouimn, denn so
ist üborliofcrl. DinMfllio Schreibung findet sich Lucan-Scholien 238, f,
Ueenor') Weil das Zu«aninientr< iTt)n aber in einer gewaltigen Masse der
verschirdonnrtigöton fcintatellüngnn etattfindet, so iet ihm nicht viel Be-
deutung boizuirgon. Wenn nun dasAlat. wirklich vielfach rf geschrieben
hftttt^, so ist damit nicht gesagt, dass C lautlich zu d geworden war;
man wühlte d twv Rexoichnung dcM fremden Lauten, fQr den man kein
Zeichen hatte, wie die verschiedenen anderen BuchsfaUen oder Buch-
Btabenverbindungen, die einige Verwandachaft ausdrucken konnten.
Ich glaube, da« trifft fQr die Appendix nicht mehr zu, und nehme um-
gekehrtes Eintreten des a«tiibtlierten d an, Zahlreiche Schreibungen
5^1) = di liegen vor; eine Auswahl bei Seelmann 324. ^ = ^ war
vun jober ein Ri>ibelaut, di wurde dazu, also tritt z orthographisch fQr
di ein. Die um;;ekehrte Vertretung ist auffallend selten. Schuchardt 1,68
bietet nur spArlioho Delege. Corssen I, 216 hat bapUdiata inscbrifilich
erst aus detii Jahr 456 a. C.
t) PriMstaa fC T. 49.
2) Daffft^n finde ich bei Easobias (Scaligrr S. 229« der «weic«o Aoagabe)
keli MplMM»Mi (Schuchardt lU, 73: Useasr a.«,0. Not«)
Die Appendix Probt
st uvu t.
1) üicostabuli procousutia non vicotabuUi procoiisutis 198, 2 i
2) okostrobili non vivotrobili 198^^4
1) iat beidemal ohne, 2) beidemal mit .s überliefert, aber 2) nach-
[traglich berichtigt ; demnach musa auch 1 ) hergestellt werden. Dass fällt in
rder engen Verbindung der Wörter eher als Auelaut von neos als im
Wortanlaut vor t. Das Ohr ist gewöhnt in lico den blossen Stamm zu
hören — lu'co ist auch kaum urepriinglicb der Ablativ, eher noch archai-
scher Nominativ auf 0(5) — ao wird auch da dass unterdrückt, wo es zum
folgenden Wort gehört. Die lautliche Erscheinung eines vor i fehlenden s
würde an sich auch nichts Ungewohntes haben; man vergleiche das
reichhaltige Verzeichnis bei Seelmann 315 f., darin maglter C. J. L.
VI, 2041, 58 (Acta fratrum Ai Valium 58—59 n. C.l, iitior Ed. Üiocl. 1, 28;
exempl. straton. C. J. L. HI, p. 804, -2» (301 n. C). Über die Laut-
lichkeit der Schreibungen sind indes Zweifel nicht ausgeschlossen.
Italienische Mundarten bieten nichts Entsprechendes. Es mag daher
bei der ersten Erklärung sein Bewenden haben.
e* non se-.
cor mens non scortscm 198, 3?
Handschriftliche Belege nach Rötisch, Jahrb. für roman, und engl.
Philol. XIV, 178: Cantabr. Math. 24, 27 scoriacatto- Luc. 9,2» sco-
mscantia] Luc. 17,44 scormcmi scoruscnt !f soll nach Diez romanisch
erhalten sein in b\c. suiruscu (E. W. IIb unter corisco), jedoch ist die
Ableitung des Wortes von scoruscus höchst zweifelhafter Natur.
Könsch fasst das s noch als prothetisch, ebenso Seelmann 316.
Spätere Äusserungen sind für den etymologischen Charakter eingetreten.
Vanicerk, E W.'^ S 315 hat für das Wort eine f^ skar „zucken-'. Das s
wäre demnach einer dt r bemerkenswertesten archaischen Reste der Appen-
dix. Hochlat. ist s anltd. vor c gefallen wie in ungc/ahlten anderen Fällen.
Die Erhaltung in der Sprache der Appendix düflte zugleich die beste
Rechlfertijjung für die im Verlauf dieser Untersuchung häuög an-
gestellte Veibindung von Etymologie und Assimilation sein. Denn
wenn man einen Anhalt für das Beharren des s in dem einen scoriscuß
Bucht, 80 bietet sich der Einfluss des Anlauts der Schlusssilbe dar,
augenfältger als in den Bedingungen irgend einer anderen Assimilation.
Nach Brugmann — Curiius, Studien VIH, 315 — ist auch historisch
Reduplikation vorhanden : scor-t-xctts, wobei / oder m als Hilfsvokule übrig
bleiben.
Kar) UllmAnn
Die aspirierten Tenues und h.
Nur in der labialen gr. Tennis herrscht volle Klarheit) «eil die
Uandschrift ziemlich konaequent /= />ä schreibt:
1) »trofa tton stroi>a 199, t
2) am/ora non ampora 199, i :
3) jtorphyreticum murmor non jjwpi'reticum inannor 197, i»
2) Aklat. und viat. fitimmloser Verecblusslaut fQr gr. (p lebt all-
gemein rom. in ainpuUa (Gröber VI, 378). Auch die Grundform ampora
mo8s also volkstümlich gewesen sein.
Im übrigen herrscht Verwirrung. Der Codex ternachlässigt A, fügt
€8 auch unorganisch hinzu; er zeigt aber sonst die Vernacbläsdigunu
nicht im entferntesten in dem Umfang, in dem sie in der Appendix'^
auftritt. Beabsichtigt können erscheinen:
4) cithara non eitera 197, s»
Ol Cochlea non coclia 198, <•
Vollständige Vernachlässigung ist die Regel:
6) calco^tgis non culcostris 197, la
7) cocleara non cocliariutn 198, •
8) cnlatu9 non galatns 198, »
9) clamys non clamus 198, i«
10) tymum non tumum 199, «
11) ermf-nfumata uon ennniomttlfi 199.«
\2) orilegiitm non orofogium 19i», 1 1
Endlicher führte h ein: beiderseitig in 6), einseitig bei a), indem
er also eine beabsichtigte Verbesserang herstellte in 7), 8), 9), 10)» 11 V
vermutungsweise auch in 12): Paris folgte, fügte aber auch in 6^ Ä nur
einseitig bei a) hinzu; Keil druckte einfach die Handschrift ab.
Will man die Vernachlässigung nur dem Kopisten zuschreiben,
trotzdem sie den Gewohnheiten der Handschrift nicht entspricht,
bleibt es auffallend, dass in alten sieben Fällen andere Correktureo tq
banden sind; noch mehr, auch in 4), 5), in denen die Correktur be-
abeicbtigt erseheint, beschrankt sie sich nicht auf h. Der Zusammen-
hang mit der anderweitigen orthographischen Überlieferung kann trotzdem
fftr 5) und unmittelbar dahinter 7) nicht abgeleugnet werden Dem Ver-
fasser der Appendix ist aber die Frage als eine bloss orthographische gleicli-
gOltig. Die Vernachlässigung des h darf daher schon ihm zugeschrieben
werden Nur die Verbesserung der labialen Aspirata war ihm eine Uut-
liehe, nachdem die bilabiale lateinische Spirans /dafür eingetreten war.
Sehon auf dem Kapitolinischen Stadtplan findet sich nämlieh fiHippi)
Die AppeDdix Frobi
221
In der Reihe der Dentalen und Gutturalen hat man nicht das Recht,
nach dem Muster von zwei Verbesseriingen sieben andere herzustellen.
Von den lateinischen Wörtern mit BÜbenanlautendem h ist unzwei-
deutig Qor:
13) adhuc non aäuc 199, i7
Die Correktnr kann als wirklich lautlich angesehen werden. Denn
hinter Consonanten im Wortinnern war die Artikulation des h energischer
und deshalb beständiger, uduc kann Seelmann 267 nicht vor der Appen-
dix belegen ; später C J. L. V, 6244.
Im Anlaut finden sich:
14) arundo nou harundo 198, sa
l.V) ostiae non hosflae 199, 1 1
Vor 14) fliehen atisar und passar, es folgt bald novarca. Eine
Unterscheidung von hrruttdo und harundo findet sich leider erst bei
Agroecius. Auch romanisch dauert harundo für herundo fbrt (Gröber 1,243).
Der Verdacht liegt also nahe» das« die ursprüngliche Verbesserung sich
allein oder doch hauptsächlich auf den Vokal richtete, und dass die des k
oder wenigstens die Beschränkung auf die des h dem Copisten gehört.
15) wird erst durch Umstellung richtig, Sie ist in der Schlussstelle
unbedenklich, aber weshalb steht der Plural? Ich glaube, die Ver-
besserung stammt aus den Pluraliatantum, wie andere Correkturen
der Umgebung: 199,4 parentaHa\ 199, 12 gracli. Di© Formen ostia,
osiiorum und Ostia, Ostiae werden im fünfzehnten Capitel des Charisius
(K. 1/98,14) besprochen. Üomnach wäre anzusetzen: ostta non ostiae.
Da» h des Codex ist unorganisch wie das von hom/agium 198, 1.
111. Formenlehre im ttberblick.
Verschiedenheit der Deklinationaklasae.
1) nurus non nura 198. 34
2) socrm non socra 199, i
Beide lateinisch gut belegt fs. Georges L. d. 1. W. 1, beide allgemein
romanisch.
3) tristis Hou Iristus 198, 3
tritt spät auf, ist trotzdem vielleicht archaisch, allgemein -it. und sard.
erhalten,
4) acre non acrum 197, 3 1
5) pauper,,. non paupera... 197, n
B. o. S. 2()(i.
6) lanius non laneo 197, •*•
7) bofmus non hutro 198, a 2
Die volkstümliche Vorliebe für on • Stämme zeigt sich hier, Sie
hat im Romanischen grosse Wirkungen hinterlassen; s. darüber Diez,
m
Karl Ullmton
Gr. n^, 34'2 ff. /9ar^t'; ©rgiebt botrus\ ßlrqvoq ergiebi botruus; ein gr
ßotQvtä^' (Georgos, Forcellinil existiert nicht; von ßoiQvi wird alao über
botro- ein botrön-, von ßorgvoq über botruo- oder hotrio- ein botriön-
vlat. weitergebildet. Bofrio igt zahlreich als Cognomen (a. Forcellini):
Ao^ro lebt in sard. hudrone, butroni.
S) vicncasfrormn nntt ncocnxfra' 198.2 5
cö.-^/nT« als fem. ßing. war lange nur handschrl. spät zu belegen
(A. f. l L. II, 269). Ein Beleg, der hinter die Appendix zurückreicht,
wird von einer jüngst, epheni. epigr. V, 15, veröffentlichten afrikanischen
Inschrift geliefert. Ob aber das hohe Alter der ganzen Inschrift für
das castram derselben zutrifft, ist zweifelhaft. Rom. ist das Wort selbst
nur in frz. Städtenamen ei halten. Rom. fem. sg. aua lat. neutr plur.
sind allgemein und zahlreich.
8. 0. S. 1»1.
9) flamys non dämm 198, i«
EinflusB der cass. obl. auf die Gestaltung des Nominativs.
li all fr nou allrr 199, ti
-t'c im Nominativ eines Gutturalatammes war vereinzelt, -ex trat
aoalogiscb ein und wandelte das Geschlecht um. Südtt. scheint das Wort
volkstümlich erhalten zu sein , und zwar von einem fem. Akkusativ
*alke herrührend.
2) glii^ uon (für 198, i«
8 wandelte sich nur intervokal in den cass. obl. zu r, drang von
da in den Nominativ ein. Die Form scheint der Sprache der Appendix
nur zur Hälfte zu entsprechen; es kommt auch gtiris im Nominativ vor^,
und der Appendix gehören an:
3) gru8 non gnds 198, «2
4) pecten non pedhiis 197, a»
5) seuex non senis 198, i7
Man kann sagen, der Genitiv tritt für den Nominativ ein. Es wäre
eine syntaktische Ungeheuerlichkeit, die der Charakter der Appendix
nicht zulässt. 3), 4) erhalten vielmehr eine Silbe mehr nach den cass. obl.,
und zwar ist die Endung -»> noch so deutlich und lebendig, dass sie
die Funktion des späteren charackterlosen e versiebt. 3) ist belegt:
Phaedr. 1, 8, 7; C. Gl. l. II, 36. 15. 4) ist eine unerhörte Bildung.
Ob Zusammenhang mit inst, art 125. it ,,«jr. <y. d. r huius pectinis non
hmu8 ptdenis dicatur'* besteht P Die Nähe der Grufipe der Entlehnungen
•iprirht dafilr. Doch reicht das Moment zur Annahme von Verderbnis
bie Appendix Probi
2W
nicht aus, besonders deshalb nicht, weil der Schreiber der Appendix
im Anfting sonst gewisseDhaft ist. 5) verliert im Nominativ sein c-Sufiix
durch den Einfluss der cas» obl.; die Ansetzung beruht aber nur auf
Vermutung; b. o. S. 186 f.
Verschiedenheit der Conjugationsklasse,
tondeo non detundo 199, i
tundunt haben schon die fast. rust. , s. o. S. 192; später fondent
Itala (S. Paul), Ezechiel 44, 20. inndere ist allgemein romanisch
(Gröber VI, 135).
Suffixale Verschiedenheit.
tersuH nOft terius 198, 4
tertus besteht noch zu Recht bei Varro sat. Men. 169, wird weiterhin
Fon Bücheier, Hb. M 45, 159, für Plautus hergestellt Später drang -sus
aus den Verben mit stammhaften d, i wie versus analogisch ein. tersus
ist allein romanisch. Allgemein prwinnt im UomaDischen das sigma-
tische Partizip an Boden.
IV. Wortbllduni; im f berMIck.
Der besseren Übersicht halber ist schon im vorigen Teil eine An-
zahl '»Formen untorg^^bracht worden, die man der vlat. Wortbildung
Überweisen kann. Es bleiben noch:
Getadelte Deminutivableitungen.
1) iuvencuH non invenclus 197. a«
2) fax non Jacla 198,3.'»
3) auris non oricla 198, 11
4) nejdis non nepfkla 199, 1
5) anm non untcla 199, 1
6) mergus non mergulus 199, t
Von den * Formen lebt romanisch nur *1) fort. 2), 3) sind all-
gemein roraauisch. 51 ist it. 6) lobt in prov, marguiks, pg. margulhäo.
4) ist nicht romanisch; nur nfipfa C. J. L. X, 7648 und neptia V, 22()8
bestehen weiter.
7) cotulus non catetlus 198, a
Bei späteren Nebenformen auf -ulus und -dlus kann man von blosser
Suffixverschicdenbeit reden. In caiellus wird ursprünglich doppelte Ab-
leitung mit /-Suffix vorliegen. Romanisch ist die kräftiger« l^^ndung
Karl UllmauD
■ellus lebensvoller, cafellus ist allgemein romanisch; epanisch existiert
in veränderter Bedeutung catulm daneben
Suffixale Weiterbildungen anderer Art.
1 ^ exter non extrantnis 198, i«
2) rabidus non rabiosus 199, 12
3) eocleare non cocUanum 198, r
4) primipi/aris non prlmipilnrius 198, «
5) Ädan nott Ädonius 199, m
in sämtlichen Fällen ist die getadelte Form die vollerere. 1), 2),
3) sind ullgcmetn romaniech ; gelehrt daneben it. pg.rabido; Ausnahme
pg. colhf-r, apg. coihar. 4) Belege bei Georges L. d. 1. W. 5) s. o.
IS. 167.
1 6) thüinabulum non tintinaculum 199, 13
Wenigstens ist die getadelte Endung die volkatuiDlichere.
I Herstellung von Vorsilben.
Rekomponierend richtig:
^K 1) supellex non superlex 198, la
^^ekomponierend falsch:
^^ 2) constabilitm non instabilitus 199, «
^B 3) effeminaim non imfimenatm 198, 21
VertauBchung verschiedener:
4) dimidius non demidius 198,^7
Inalogische Einwirkung:
b) uwbilicus non iiubilicus 198, i
6) {dysentericus) non disentericus 198, * t
olkstOmliche Weiterbildung:
7) tondeo non detundo 199, i
Bei einigen handelt es sich mehr um einen interessanten Qesichts
nkt der Betrachtung. Die lautlichen Grundlagen stehen darum nicht
liger fest an ihrer Stelle.
Y. HyntAktlMliefl.
1) vicocapitis A/ricae non vicocaput A/ricae 1 98, « »
2) vicostohuH pt'oconsulis non vicotabulu proconsulis 19S, ti
uut findet sich vielfach indeklinabel in Strassennamen. 2) hin-
it sonst nicht vor. In 1) war jedenfalls der doppelte Genitiv
and die Unannehmlichkeit der erste Anlass, weshalb man
^e Appendix t*robi
Caput gleichsam als Composittoneteil zu vico zog. 2) ist nun vollstandtg
gieichgebaut. Paria ist deshalb nicht im Recht, weon er 304 a. 3 die
ürsprüoglichkeit des ausitd. ^u bezweifelt uod die Correktur auf das
fehlende s beschrankt. Um so mehr ht man gezwungen, den Accusativ
gelten zu lassen, als der Codex ira folgenden, wo zwei nicht zusammen-
gesetzte Namen erscheinen, richtig ^vicocaHrae, ^vicotrobili bietet. Eine
Vermutung, dass der Copiet überhaupt jemals die Endungen differen-
ziert, ist nach den bisherigen Auseinandersetzungen gänzlich aus-
geschiosseD.
nobhcum noit noscum 199, i«
vobtscum non voscum 199, i$
Die einzigen Beglaubigungen für it. nosco, vosco, asp. comisco, con-
i^uscOy pg. iomnosco, comvoseo. Einmal stellt sich nach dem Rom. der
Akkusativ als allein volkstümlich nach Fiäpositionen heraus; dann
wirkten wohl die zweisilbigen Singularlormen, mrcnm und die anderen,
bei der Herstellung gleicbküagender FluraU'ormen ein.
cortisats noti scoriscus 198, 32
Das Wort muss im Bereich der übrigen Naturerscheinungen als Sub-
stantiv aufgefasst werden. Für ein Substantiv coruscus nach der vierten
Deklination tritt Rönscb an der oben S. 191 angeführten Stelle ein.
Auf eine weitere Polemik ist im zweiten Teil meistens verzichtet. Ich
hätte immer den Finger auflegen müssen : das kommt in Afrika nicht vor.
Es wäre tboricht gewesen, weil wir überhaupt bisher keine genügende
Kenntnis des afrikanischen Lateins besitzen. Die Inschriften haben
nichts ergeben. Im allgemeinen ist den Inschriften gegenüber noch
immer nicht die richtige Stellung gewonnen. Weit entfernt^ dass sie
ein identiachea Bild von der lokalen Mundart geben, nicht einmal ein —
im geometrischen Sinn — ähnliches ist zu erwarten. Aligeraein durch-
greifende Lautveränderungen, wie sie besonders im Vokalismus früh
vorausgesetzt werden können, kommen wenig oder gar nicht, beschränkte
Einzelentwicklungen zufällig öfters zum Ausdruck. So glaubt man in
letzteren die wesentlichen Charakterzüge zu erblicken. Für Afrika haben
die Inschriften in dem Urteil eines jeden, der weise« was Mundarten
sind, kein Ergebnis geliefert. Vor allem fehlt das Regulativ für die
Beurteilung, eine eutwickelte romanische Teilspracbe. Ich habe des-
halb, wo sich die Gelegenheit bot, afrikanische Belege mit grosser Ge-
RoiOAnlKh« ForaabuBfeu V]l, 25
226
KRrl UUmADii
Qugtbuung als Zeugnisse für den südlichen Spracfacliarakter der Appendix
aufgenoiumeu.
Ein südliches und ein nördlicbes Gebiet sind überhaupt die ein-
zigen grossen Lokalitäten^ auf welche sich die Eigentumticbkeiten der
[nschriften unter gehuriger Boobachtung der Zeitfolge mit einiger
Sicherheit verteilen lassen. Man neigt der Ansicht zu, dass das nörd-
liche Gebiet, grob ausgedrückt, die Heimatb der Vulgärsprache ist^ aus
der sich die romanischen Sprachen entwickelt haben, d. b. also dass
die hauptsächlichen sprachlichen Entwicklungen des Vulgärlateinischen
und RomaniacheD von dem Teilgebiet ausgegangen seien, welches
ehemals unter timbrischem Eintiuss stand. Ich kann mich hier nicht
auf eine Prüfung des direkten Zusaniraenhangs zwischen manchen
umbrischen Lauterscheinungen und den romanischen Entwicklungen
einlassen. Nach meiner Meinung hat vielmehr das Süditalische, also
das dem oskischen Einfluss unterworfene Sprachgebiet, die wichtigsten,
Beiträge zur vulgärlateinischen Lautgestaltung, besonders zum Vokalismus *
geliefert. In den heutigen süditalienischen Mundarten sehe ich die
direkteste, die niemals gewaltsam gehemmte Fortsetzung der Gemein-
sprache M- In diesem Sinn sind sie noch nicht genug gewürdigt. Jetzt,
nach Feststellung des vierzehnten ßandes der Inschriften, kann man
daran gehen, das süditalieniscbe Latein zu bearbeiten. Dabei sind die
richtigen Resultate nur dann zu erwarten, wenn man den heutigen Zustand
als Hichtscbnur benutzt. Zu dem südlichen Gebiet gehörte in
lateinischer Zeit voll und ganz die Hauptstadt und ihre
Umgebung.
Aus der Sprache der Appendix allein wird sich also keine sichere
Entscheidung für Afrika oder Rom entnehmen lassen. Die Appendix ent-
halt jedoch nach meiner Ansicht interessante Stücke des hauptstädtischen
Altertums. Sie hängt mit einem grammatischen Kreis zusammen, der
zu Afrika keine Beziehung hat. Hauptsächlich von der Anerkennung
dieser beiden Thatsachen hängt es nach wie vor ab, ob die Wissen-
schaft mir Recht giebt, wenn ich in der Appendix ein römisches
Denkmal von der Sprache der Hauptstadt oder ihrer länd-
lichen Umgebung aus dem Anfang des dritten Jahrb underts
sehe. Geschieht es, so glaube ich nicht allein die Appendix Probi
nach allen Seiten, soweit es möglich war, klargelegt, sondern zugleich
einige Beiträge zur Wissenschaft des Vulgärlateins geliefert zu haben.
1) Mao werfe Dicht ein, die iDscbrifteo seieo suntllig die zahlreichsteii. Man}
beoutze deo gUostigeo Umstand zuoäcbat und sehe d«nD, ob die £rgebnis8e
allein die Wirkung dieses ümataades seinJLÖüoeo.
Beitrag zur Textkritik der Appendix Frobi.
Von
WemteUti Po«rster.
Im J. 1890 widmete ich gelegeotlich einer Durchreise eio kleinOB
Stündcben der ehrwürdigen Handacbrift Nr. 17 der Wiener Hof-
bibHothekj mit der Abaicht, den dritten, für uns Romanisten eo wich-
I tigen Abechoitt} den ich eben im romanischen Seminar durchgenommen
Chatte (Keil 197,1» — 199, it), zu vergleichen. Ein Blick auf den Zu-
stand der Ha. erklärte, was weder die Vorrede der Analecta grammatica
von J. von Eichenfeld und 8t- Endlicher noch die Catalogi codd. phill.
lat. Endlicheres verrathen, die traurige Verderbnis des merkwürdigen
Bruchatückes. Die zwar kleine aber sehr deutliche und gut lesbure
Schrift ist nämlich durch Ausgiessen einer Flüssigkeit, ich vermute von
chemischen Keagentien, mitten auf der Seite so zerstört, dass an den
dunkel gewordenen Rändern dieses Teils gar nichts, in der Mitte des
Flecks nur selten etwas zu lesen ist. loh begnügte mich daher, den
paläographiechen Kenntnissen Endlicheres mit Recht vertrauend, vor
allem die Grenzen der zerstörten Stellen anzumerken, da Eodlicher's
Abdruck viele Glossen ohne irgend welche Anmerkung als sicheren Text
der Handschrift darbietet, die heutzutage durchaus unleserlich sind. Es
ist ja bekannt, dass die durch ein Reagens wieder hervorgerufene
Schrift nach Austrocknen desselben noch unleserlicher wird, als sie es
vor dem gewesen.
Ich zweifelte nun nicht, daas eine sorgfältige, bei reichem Licht
ttoter Anwendung der bekannten, für die üandechrift völlig un-
achädlichen Mittel vorgenommene Untersuchung der zerstörten Teile
mant'hes Sichere noch ergeben konnte; anderseits meinte ich, dass in
der Photographie manches klarer hervortreten dürfte, als in der Hand-
schrift.
228
Wendelin Foerster
Wenn ich auch die erste Art der UntiirsuchuDg weder seibat vor-
nehmen noch durch ander© habe bis jetzt unternehmen lassen können, eo
bin ich doch durch die Güte des Herrn Hofrat von Hartel im Besitz
einer Photographie der Appendix» auf GruDd deren ich eine neueText-
auBgabe in den „Wiener Studien", der dieser S.Teil im Lichtdruck bei-
gegeben werden soll, demnächst erscheinen lasse ^). Hier genügt es, das
nötige zu bemerken für diejenigen Wörter, bei welchen die umsichtige
Arbeit des Herrn Dr. Ullmann, welche von der Bonner Fakultät als
Doktordissertation angenommen worden ist, Zweifel offen iässt. Bs ist
dies um eo nötiger, als die Varia leotio bei Keil ganz unzuverlässig ist
und man unbedingt auf Endlicher zurückgeben musB:
S. 172, Z. 18: Endlicher las offenbar auch tolotuum non toloneum;
beide o im Cod. sind ganz deutlich. Seine Note sollte offenbar
lauten 32): tvloniam — tohniuvt Cod. tolon ium *'f mox Herum
toloneum.
Endl. fdevh non plebis — heute
Das. Z. 5 V. u: jyfevitt non pleim
unleserlich.
Das. Z. 4 V. u. : tulerabilis] heute unleserlich.
8. 173^ 18: imßmenatm] so nach Endlicher die Ha., die aber tat-
sächlich efßminatus gibt.
Das. Z. t) V. u,: Capscsys Capstsiif] Hs. sicher Capsti^h non ....
(unleserlich). Zu der fg. Zeile Endlicher's Lesung amycdala
richtig.
8. 174, Z. 2 V. u. : cottstabilUus non instabiiitm] steht sicher nicht in
der Hs.; schwieriger freilich ist es zu sagen, was darin steht.
Die Hs. hat *.){lahUitHl' n ji^ahUUns\ dieses/ ist aber kaum ein
j ^ i, wenn es auch der Lautlehre und dem Sinne nach das
einzig mögliche ist (=: klass. lat. sfuhififus mit dem bekannten
vulgärlat. Vorschlag-/) und auch Endlicher es so aufgefasst haben
mu88; denn ein n steht nicht in der Hs. , daher Endlicher den
Titulu« über n (st.won). der sehr lang geraten ist und noch über dies
j reicht^ als dazu gehörend irrtümlich aufgefasst hat Allein ein
Anfangs-/ hat in unserer Hs. fast immer die Form /, auf der
Zeile Btehend, und nur ganz vereinzelt in diesem Fall/: unter
1) Di«e1b8t wird auch der 4. Teil der Appendix, den der Verfasser der
vorauBgvheoden Abteilung ausgeschiosseu hatte. luitbehaDilelt sowie auch die
orthographischen EigentUmlicbkeiteD des lateiaiacben Scbreihera ziisammeDgestellt
Verden, um dadurch zu einer vielleicht sichereren Beurteilung seiner Schreibongea
tu gelaog«o.
»eitra^ zur Textkritik der Appendix Probi
die Zeile geht es am Anfang eines Wortes nie (dien geschieht
nur in bestimmten Fällen in der Mitte eines Wortes^; dazu
müsste es Benkreeht, gerade sein, während es hier unten nach
links bingekrümmt ist.
8. 176, Z. 5 V u.: craclf] Endlicher hat ira Text glari non cracli\
die V. L. lehrt, dass es von erster Hand aus (fratu gebessert
sei. In der üs. steht es so:
.1 : i\r
g r a t u
aber so dass der nach unten rechts gehende Halbbogen des
R mit dem / verbunden ist, und so mit demselben ein u machen
könnte. Das Lemma ist ebenso rätselhaft wie das Olossem; da
nun letzteres durch Keil iV, 19ö, ii und durch tragli der Ley-
dener Ha. des Donat (Keil IV, 376, ifi, V.L.) als PI orale tantum
gesichert ist, so muss das Ganze umgestellt werden.
S. 177, Z. 7 V. u.: Canndam h canianus steht zwar so in der Hs..
hat aber ein > vorgesetzt, das feststehende Zeichen bei ver-
dorbenen Stellen ; andererseits ist das auslautende in bei camielatn
überaua auffällig.
Mit Sittl den Ausfall des Lemma vor cannela anzunehmen,
ist methodisch wenig erapfehlenswerth , um so mehr, als dann
canianitü unvorwendot zurückbleibt. Das Natürliche ist, eine
Erklärung zu finden, die alle Elemente verwendet; vielleicht:
cannella n cniamoittiff. was dann wegen !• umgestellt worden
und der Endung nach gebessert werden müsste: cmuumomum
non cannella. Dann wäre das auffällge -m bei cannelam aus
dem folgenden non geholt und verlesen; die Verschiedenheit der
Endung -mt und um erklärte sich dann aus einer irrtümlichen
Auflosung der undeutlichen Abkürzung der Endung in der Vor-
lage.
S. 178, Z 10: Vgl. oben zu 176,5 v. u.
S. 180, Z. 14 V. u. : (mcre)trix uon nH'ne[f\riS\ das Lemma ist jetzt
ganz unleserlich, vom Glossem ist aber die Endung Hris deut-
lich erhalten: et ist durch die bekannte Verbindung dt aus-
gedrückt.
Das. Z. 7 V. u. : {pertica) non per}(ica\ heute ist von all dem nichts
zu sehen; die Besserung lurtica, die von Brambach herrührt,
durfte nicht wieder herausgegraben werden; denn pertica ^Stange
290 WMdetfa Foentor
kann sie nnd nirgends mit dem Worte penica irgendwie
sieh lautlich berflhren, noch umgekehrt; da nan Bhidlicher s. Z.
persica noch lesen konnte, so ist perüea anter allen Umständen
ansgeschloisen ; Ullmann hat dann weiter recht, wenn er pemca
rwn p€9Bica yorschlftgt, oder die Korrektor aaf die Endung aus-
gehen Iftsst; B. B. pertieu» (oder -um) non pemca,
S. 190, Z. 6: S. meine Anmerkung in Z. f. r. Ph. XIV, 264, wo ich
bereits imbilicua der App. beibringe.
S. 194, Z. 10 und Anm. 1 — orilegium ist die durch Volksetymologie
nach floriUgium, spiciUgium, aacrilegium, oasüegium gebildete
Form.
S.207, Z. 10 Y. u.: Hs. hat . . . <§n/, s. o.
S.209, Z. 5 ▼. u.: 8. su 174,2 ▼. u.
Die Dresdener Handschrift der Erotica des Tito
Vespasiano Strozza.
Von
Hr. KeinharU Jonathnu Albrechi.
Als der unsterbliche Dichter Lodovico Ariosto ungefähr seit dem
Jabre 1496 mit einer Reih© anmutiger lateinischer Oden und Elegien
an die Öffentlichkeit trat, nahm unter den lateinischen Poeten Ferrarae
der greise Staatsmann Tito Vespasiano Strozza noch immer den ersten
Rang ein^). Geboren im Jahre 142ö, am wahrscheinlichsten im Juni
oder Juli^). und gestorben am 30. August 1505, ist er zeitlebens der
klassischen .Sprache treu geblieben. Seine Gedichte sind nach den
bisher erfolgten VeröflPentlichungen in dreifacher Gestalt und Anordnung
bekannt.
L Die jüngste und umfassendste Redaktion stellt die von Aldus
Manutius fast genau 1 Jahr vor seinem Tode (f 6. Febr. 1515) besorgte
und in setner Oftizin gedruckte Ausgabe dar'). Der seltene Oktavband
führt den Titel; Strozii Poetae Pater et Filius und zeigt auf der Vorder-
seite des letzten (152.) Blattes den Druckvermerk: Veneliis in aedibus
Aldi et Andreae Asulani soceri 1513, Er enthält zunächst auf 7 un-
bezifferten Blättern ein höchst schmeichelhaftes Widmungsschreiben des
Herausgebers an seine Gönnerin Lucretia Borgia, Herzogin von Ferrara,
deren Verteidiger auf dies glänzende Zeugnis von seiten eines so makel-
losen und nüchternen Gelehrten besonderen Wert legen, sowie ein
1) Vgl. Carducoi, Delle poesie tatine di Ladovico Ariosto, Bologna 1875,
p. 59 eco.
2) Das Jahr 1425 berabt auf Strozzas eigenen Angaben in einem Briefe au
BAttiala Guarino (Cod. Dreäd. fol. 126). Barotti, der in seinen MeoDorie Istorichc
di Letterati Ferraresi (2» ediz,. Ferrora 1792, I p. 142— 164) die einzige kritische
Biographie des Dichters geliefert bat, verlegt die Geburt aufs J. 1422^ bez. 1423.
3) Vgl. Firmin -Diilot, Aide Uasooo et rbeUöoia&ie a Venise, p. 358— $63.
2H2
Beinbard JoDatbao Albrucbt
Inhaltsverzeichnie, alsdano auf Bl. 1 — 99 die Gedichte dea Sohl
cutes Stroza, mit dem Druckveiraerk : Venetiis . . . Menae Januario 1513* i
am Schlüsse, endlich auf ßl. 99' und 100 Herculia Strozae opitaphium
per Aldum ßomanum; Bl. 100' ist leer. Es folgen nun mit neuer
Zählung auf Bl. 1 — 147' die Oedichte des Vaters, Titas VespasianG
Stroza, in folgender Ordnung:
Bl. 1-85: Eroticon libri VI,
Bi. 85—132: Äeolostichon^) libri IV,
Bt. 132-142»): Sermonum über,
Bl. 142—145': Epitaphia,
Bl. 145'— 147': Epigrammata,
Daran scbliesst sich noch, Bl. 148-152, die Leichenrede, die Coe-
ÜDB Calcagninus (1479—1541) dem Ercole Strozza hielt, als dieser, noch
nicht 37 Juhre alt, in der Nacht vom 5. zum 6. Juni 1508 auf offener
Strasae ermordet worden war.
Über die Entstehung dieseg ersten Druckes macht Aldo ManuKio in
dem Widmungsschreiben an Lacrezia Borgia folgende Angaben: ^Tito
Strozza, der Vater» hatte, tlurch Amts- und Privatgeschäfte fortwährend
abgezogen, trotz seines langen Lebens nicht die Zeit dazu gefunden,
die letzte Hand an seine Gedichte zu legen und eine Gesamtausgabe
zu veranstalten. Er hatte deswegen noch auf dem Totenbette seinen
Sohn Ercole damit beauftragt. Da dieser aber seinen Vater nur kurze
Zeit (um 2 Jahre und 9 Monate) überlebte, so konnte er nicht einmal
seine eigenen Werke, geschweige die des Vaters, druckfertig machen.
Bei seinem Aufenthalte zu Ferrara im J. 1513 Hess sich Aldo Manuzio,
mit der strozziscfaen Familie eng befreundet, durch die wiederholten
Bitten Guido und Lorenzo Strozzas, der jüngeren Brüder des Ermordeten,
bewegen, Durchsicht und Drucklegung zu übernehmen. Seine eigenen
Geschäfte liesaen ihn indeasen nur wenige Tage für die Textesrekognitioü
erübrigen und hinderten ihn auch während des Druckes, sich eingehen-
der damit zu befassen." Eine Menge Druckfehler, unbeanstandete
Mangel neben inkonsequenten Änderungen und Schlimmbesserungen
u. 6,.*) beweisen dies zur Genüge. Übrigens hat nicht der ganze
1) Da nach venetianischom Kalender das Jabr mit deuj 1 . März begann , ■
tüntapricbt diese Jahreszahl dem J. 1514 unserer Ztjitrecbnung.
2) 1)88 Wort Aeolosticha, ans nmlih; und or«>w gebildet, soll Gedichte vi
miBchten Inhalts beseichnen,- aber auch die Erotica umfassen keineswegs
I.iehesgedicbtc.
3) Hier bttindet sich die Foliieruog Über dem Texte wie im Inhalts verzeicbok
io arger Verwirrung. M
£<ra|
1
•4) Vgl. meinen Aufsata .Zwei tJedichte de» Antonio Reccadelli" bei M. Ko
^M
I>b Dresdener Elandaeliviit der Erotica des Tito Veopasiano StroxzA 2HH
poetische Nachläse der beiden 8«rozzi Aufnahme in die aldinische Samm-
lung geruodcn, vor allem nicht das Hauptwerk des älteren, die 10 Bücher
seines unvollendeten Epos Borsiaa.
Die aldiniBche Ausgabe ist zweimal nachgedruckt worden: erst
in Paris, dann in Basel. Der Pariser Nachdruck (Parisüs Ex of-
fictna Simonitt Cotinaei. 1530) ist in gröaseren Lettern ausgeführt, so-
dasB nur 29 statt 30 Zeilen auf der Seite stehen, und zeigt fortlaufende
Zählung der Blätter Die Gedichte des Vaters füllen Bl. 102— 254'. In
den Lesarten stimmt der Pariser Nachdruck bis auf einige selbständige
Druckfehler mit dem aldinischen Originaldruck von 1514 überein. Der
Baseler zeigt zwar auf dem Titelblatte den aldinischen Anker, aber
weder hinter den Gedichten des Sohnes noch am Ende des Ganzen
eine Angabe über Ort und Zeit, und ist nach den bibliographischen
Werken von Graesse*) und Brunet^) um die Jahre 1535 — 40 aus der
Westbemerschen Offizin hervorgegangen. Diese Pseudoaldina stimmt
in der Bezifferung der Blatter mit dem Pariser Nachdrucke überein,
enthält aber ausser den zahlreichen Druckfehlern der echten Aldioa
samt denen des Pariser Nachdrucks noch eine erkleckliche Anzahl
neuer, den 8JnD ofimals recht störender Versehen des Setzers. Ein Bei-
spiel für hundert! Erot. Hl, 10, v. 48 lautet in den 3 verschiedenen
Drucken :
Editio Aldina: Forma nee in rebus permanet una diu.
Parisina Forma nee in rebus permanet unda diu.
,, Basilecnsis: Firma nee in rebus permanet unda diu.
Die Pseudoaldina wird von deutschen wie italienischen Gelehrten mit
der echten verwechselt').
Von den 146 Gedichten des aldinischen Druckes finden sich 64,
meist Elegien und Epigramme, von den augenfälligsten Druckfehlern
gesäubert^ in der von lanus Gruter veranstalteten Sammlung: Delitiae
00. Italorum Poetarum, Buius Superiorisque Aevi illustrium, collectore
und L. Geiger, Zekschr. f. verglelcheode Litter&turgescb. u. KenaisssDCO-Litteratur.
Neue Folge, Bd. IIl, Berlin 1890, S. 36t ff.
1) Trösor de livres rares et pr^cieox, T. VI«, 1*« partie, p. 512.
2) MaoueJ du libraire, 5*^ ^dltioo, T. V*, p. 566.
3) So eotbalten die vier Gedichte, welche Emilio Costa io seine Anroiogia
dell» Urica latioa in Italia nei secoli XV e XVI (Citti dl Cwtcllo 1888) angeb-
lich au8 der Aldina von 1513 aufgenomaien hat, zwei falsche Lesarten, die sieh
uur io der Pseudoaldina wiederfinden -.
Erot. I, 2, V. 73 lasiden et. Tasidem (= Atalaotaai)
und Erot. 111, 1, v. 5 Hie Tat. Hinc} ego in exilium. domina darooante, profectus.
33i»
Reinliard Jonathan Albrecht
achreiben ist (nach fol 1) im darauffolgenden Jahre, also 1486, ver-
faeat, wahrscheinlicb erst nach dem Frieden zwischen Rom und Neapel
vom 11. Aug. 1486^), da der Dichter erat ruhigere Zeiten für den Papst
abwarten wollte (nach fol. 3). Da dae letzte und jüngste Gedicht der
ganzen Handschrift den am 26. April 1487 eingetretenen Tod von
Strozzas Gattin Domicilbi betrifft, so musa das Original in den Jahren
1486 — 87 angefertigt worden sein. Die sorgfältige Ausführung und
kostbare Ausstattung der Dresdener Handschrift würde sich um so
leichter erklären, wenn sie dieses unter den Augen des Dichters an-
gefertigte, aber aus irgendwelchem Grunde unvollendet gebliebene
Original darstellte, dessen Abaenduag an die vatikanische Bibliothek
sich nicht nur, dem Versprechen zuwider, verzögert hätte, sondern ganz
unterblieben wäre. Nach Angabe des Archivs der Dresdener Kgl. Biblio-
thek befand sich die Handschrift vorher in Bologna und wurde mit
anderen Hss. von Abbate Gabbrielte Baldassarre Brunelli an Kurfürst
Friedrich August IL geliefert und der ßibliotbeca Electoralis als 556*^
einverleibt
Ausser deu beiden im Vorstehenden beschriebenen Hss., den Codices
Venetus und Dresdensis, wie sie der Kürze wegen genannt werden
sollen, kenne ich noch zwei in der Reale Biblioteca Estense zu Modena
aufbewahrte, von denen mir Herr ünterbibliothekar Dr. Vittorio Finzi
in zuvorkommendster Weise ein Inhaltsverzeichnis angefertigt hat:
3) cod. Estensis IV. F. 24, eine Miscellanhs. auf Papier in Folio
aus dem 16. Jahrhundert, und
1) cod. Estensis VI B. 31 auf Pergament in 4" aus dem Ib. Jahr-
hundert ^K
Ausser der vierfachen Variation eines Epitaphiums auf Markgraf
Niccolo ni. (f 26. Dez. 1441). die wahrscheinlich den ältesten uns er-
haltenen poetischen Versuch des ferrarischen Edelmanns darstellt und
von Herrn Dr. Finzi in der Kassegna Emiliana, Modena 1889, p 304 cc. aus
Hs. no. 3 publiziert worden ist, enthalten beide Hss gar nichts, was
nioht auch die Dresdener darböte. Es stellt nämlich Hs. no. 3 einen
1) Vgl. Oregorovitti«« Uescb. d. Stadt Rom Vli, »,'2160 (.
2) Von den Gedichten des cod. Eat VI. (nicht Vt) & 31, welche Lodi bei
C»rdacci (DcUe poesie Utine di L. An'otto, Bologna 1875. AppendlceV. p. 243— 245)
alt unediert bezeichnet hat, sind no. 2, 3, 5 und 12 acbon von Mittarelli, no. 12
anch von HAroUi (Lett«rat3 ferrareai I. p. 79 ec), du. 1. 6 and 10. nur mit etwag
verSnderteiD Anfange, sogar ochon von Aldo Manuxio veröffenr liebt wurden. £a
bleiben also nur fünf Qbri|;, woto noch ein von Lodi tibersehenes nedicht (Ad
anicBm increpantem, qood citbarae vacaret, 3 Daaticben) kotumt
Die liresdener Bandschrift der Erotica des Tito VespulMO Struxsa 237
Auszug aus der durch den cod. Venetua repräsentierten Gedichts-
BammluDg dar; nur ist im Anfange die Iteihenfolge etwas in Verwirrung
geraten und am SchlusBe ein Gedicht hinter jenen 4 Epitaphien nach-
getragen^). Dagegen bildet die H«. no. 4 eine Fortsetzung derselben
Sammlung Der cod. Yen. selbst aber stimmt, hinsichtlich der Reihen-
folge der Gedichte, bis Krot. IV, 3 Ad lanum Pannonium vollständig
mit dem cod. Dresd. überein, mithin auch Hs. no. 4, nur dass mehrere
r Gedichte — und zwar in beiden Ras. dieselben*) — fehlen. In Ha.
HO. 3 ist jenes Gedicht Ad lanum Pannonium ebenfalb enthalten, wohl
aber kein einziges, das in Hb. no. 4 oder im cod. Dresd. hinter diesem
steht. Von der Grenzscheide Erot. IV, 3 Ad lanum Pannonium ab
stimmen die Überschriften in Hs. no. 4, die bis dahin mit denen des
cod. Ven. beinahe identisch waren^ fast ohne Unterbrechung*) mit den
Überschriften des cod. Dresd. überein *). Das letzte Gedicht der
estensischen Hs. no. 4 entspricht dem Gedichte V, 16 der Dresdener.
Die weiter unten folgenden Tabellen geben eine vergleichende Über-
Bicht von dem Inhalte der 3 Hauptredaktioneo, der Codices Venetus
und Dresdensis und der editio Aldina. Sie zeigen, dass der cod. Dresd.
weitaus die umfassendste handschriftliche Sammlung darstellt, und dass
"das, was der cod. Ven. hinter Erot. IV, 3 noch an Gedichten bietet^
räumlich weit von der ersten zusammenhängenden Gruppe getrennt ist
und in der Fassung der Überschriften mancherlei Spuren von Willkür
an sich trägt. Sie sind oflFenbar erst später nachgetragen, darunter
eines, welches bereits im zweiten Buche steht. Zwischen dem letzton
und vorletzten Gedichte befinden sich ausserdem mehrere leere, augen-
scheinlich zu demselben Zwecke freigelassene Seiten. Die getroiffene
Auswahl stellt dem Geschmacke des Sammlers das beste Zeugnis aus:
denn sowohl die Totenklage um Phjlloroe als auch das carmen ad
Picum gehören zu den Perlen der strozzischen Dichtungen.
Der äussere Umfang der Dresdener Ha. ergiebfc sich am deut-
lichsten aus folgender Zusammenstellung. Es enthalt:
der cod. Dresd. in 1 HO Gedichten Ö085 Verse, nämlich :U86 Dist. uud
1113 Hex.,
1) Die Sammtnng eDthält uiobt mehr als 22 Gedichte des cod. Ven. mit etwas
veräaderteo Überachril'ten in folgender Anordnung: 1,7. 1,8. 111,20. 11,9. 11,14.
I. 9. 1, 12. I, 15. II. 1. I, 1. U. 2. II. 16. in. 1. III, 2. FII, 6. III. 13. TU, U.
m, 15. TIL 16. IV, 2. IV, 3. Vier Epitaphien auf Niocolö. DI, 3.
2) In der estensiacben Hs. no. 4 ist Erot. I, 8. Iratam sibi amicam dolet
wobl Bür durch ein Veraeben des Äbaohreibers ausgefallen.
ä) Nur Erot. V, 10 und 12 fehlen.
4) In der estenaischen fla. entbehren die 3 letzten Gedichte der Überschrift
z
ui
t
i
Reiobard JoonthaQ Albreclit
die ed. Aid in 146 Gedichten 8348 Verse, nämlich 3738 Dist. und
872 Hex.
Ihr innerer Wert läast sich unter fünf Gesichtspunkten kurz
zusammenfassen :
1) sie gewährt einen Einblick in die durchgreifende Feilung, die
ito Strozza seinen Gedichten fort und fort angedeihen Hess,
2) sie zei^t in ihrer ßücherabteilung, wie er seine Gedichte nach
und nach veröfFentlichte,
3) sie reiht die Gedichte, mit datierten Briefen untermischt, in
esentlich chronologischer Ordnung an einander,
4) sie bietet eine Menge textlicher Verbesserungen dar, sowohl der
on Aldo Manuzio als auch der fünf von Mittarelti herausgegebenen
Gedichte^
5) sie enthält 9 Briefe in Prosa ^ die bisher in keiner italienischen
ibliothek zum Vorschein gekommen sind, und 7 Gedichte, die sich in
keiner der bekannten Hss. finden.
Zu 1).
In der aldinischen Ausgabe seiner Gedichte erscheint Tito Strozzat
Sprache ziemlich frei von unklassischeu Konstruktionen und Ausdrücken.
Nur selten erscheint einmal der Indikativ statt des Konjunktivs in in-
direkten Fragesätzen (z. B. Erot. 1, 1, v. 72; Serm, 4, vv. 168—172
neben v. 167), noch seltener läuft nach verhis sentiendt et dicendi auch
einmal ein Quod - Satz statt des Accnsativus c. infin. unter (Serm. 4,
V. 149; Erot. VI, 10, vv. 91— 94). Der von Valla (Elegantiarum lib. II;
cap. 3G a. C.) gerQgte Missbrauch von ceu im Sinne eines ut findet sich
iehrfach (z. B. Aeol. II, 4, v. 9 ceu scribis, Serm. 4, v. 105 ceu forsitan
lUtarat); die Konjunktion quo wird ganz im Sinne des blossen
jt verwendet ^z. ß. Serm. 4, v. 1CH3 quo fungar agresti Munere).
ist eine unklassische Konstruktion auf den fehlerhiiften Text
Ides zurückzuführen. So beruhen die beiden Verse: ille
, rudeisM praeficit arte viros (Erot. I, 8, v. 1121 und Ipse
ica praefecit Deliua arte (Erot, V, 3, v. 225) offenbar auf
labmung von Ov. ara amat 1, v. 11 Phillyrides puerum cithara
chillera, wo beide edd. principes (Eom und Bologna 1471 f.)
bieten und erst Andrea Navagero in der zweiten aldinischen
M517) die richtige Lesart hergestellt hat.
tlttisobe EoduDg -eis der i>. Stimme fiodet sich in der Dresdener
B, wohl Aber hier nnd da die tclaasisohe Endung is.
eoer Handschrift der Erodca de« Tito VespMiano Stroz» 28(^ '
Strozzas stilistisohe Kunst erBcheint freilich in einem minder
günstigen Lichte, wenn wir den gedruckten Text seiner Gedichte mit
dem bandscbriftltch überlieferten vergleichen. Indessen ist Mittarelli
da, wo er die Abweichungen des Textes in der von ihm beschriebenen
.Hb. bespricht (col. 1077), zu leicht geneigt gewesen, in den zahlreichen
AoderuDgen des Drurkes die Hand des Diaskeuasten Aldo Manuzio zu
erkennen, wahrscheinlich weil dieser in seiner Vorrede sagt: (Titus
Stroza) etsi senex admodum obiit mortem, non tameo sna poemata
publicis privatisque negotiis assidue impeditus emendare unquam potuit.
Es fehlte Mittarelli ein Mittelglied in der Textesüberlieferung, wie es
die Dresdener Hs. darstellt, um sich davon zu überzeugen, dass Tito
Strozza selber unablässig auf die Ausfeilung seiner Gedichte bedacht
war. So sind in den 5 Gedichten, die Mittarelli aus der Hs. von
S. Michele veröffentlitht hat, die reflexiveo Pronomioalformen sibi und
Buus noch durchgehends statt der entsprechenden Kasus von is ge-
braucht, während der Text der Dresdener Hs. schon vollständig von
diesen Italianismen gesäubert erscheint. Laurentius Valla'a (+ 1457)
, Aufklärungen über dieses Kapitel der lateinischen Grammatik (De re-
ciprocatione 8ui et Suus, libeilus plurimum utilis in Opera, Basileae 1540,
p. 235 — 249) waren auch an Tito Sirozza nicht spurlos Torübergegangen.
Im Texte dos üod. Von. findet eich ferner zweimal ein Akkusativ Eri-
danem st. Eridanidem von einem Patronyraicum ^^Hqtäayff: die falsche
Form ist in der Dresdener Hs, beide Male durch Änderungen beseitigt.
Selbst in einem Epitaphium hat sich der Dichter nicht gescheut, eeine
inzwischen gewonnene Einsicht nachträglich zu verwerten und Johannes
in löannes umzuändern. Dazu kommt eine Reihe phraseologischer
Verbesserungen.
Und wenn man wiederum den vervollkommneten Text der Dres-
dener Us. mit dem des aldinischen Druckes zusammenhält und die
Menge von Verbesserungen teils prosodiseh-metrischor, teils grammatisch-
stilistischer, teils lexiknlibcber, teils phraseologischer^ teils sachlicher
Art, wie sie mir in einem vollständigen Variantenverzeichnis vorliegen,
durchmustert, so wird man sich kaum dem Glauben hingeben, dass
Aldo Manuzio in den wenig Tagen^ die er darauf verwendete, imstande
gewesen sei, eine so eingreifende Durchsicht des Textes vorzunehmen,
rsumal noch ausserdem hier und da ganze Verse, zueammen 116, aus-
geschieden und dafür fast ebensoviel neue hinzugekommen sind. So
ist, um nur einige Beispiele herauszugreifen, die plautinische Konstruk-
tion aequum est (ut) c. coni. und die nachklassiscbe von misereri c. dat.
entfernt und nach der Konjunktion quo der Positiv des Adjektivs in
den Komparativ verwandelt werden, die Konstr. ad laevam tibi erit
240
Reinhard Jonathan Albrecht
durch a laera berichtigt, der Neologismus aubticeat beseitigt, der
Italiaoisnius pullarolum (=pollajo) mit latebras catulae vertauscht, bei
üebruB das Epitheton Mysiua durch Tbracius ersetzt worden. Ao die
Stelle prosaischer Redewendungen sind so häufig solche von mehr
poetischen! Gepräge getreten, dass ich auf Proben ganz verzichte.
Zu 2).
Wenn Tito Vespasiano Strozza am 27. äeptbr. 1443 an Markgraf
Leonello schreibt (Cod. Dresd. fol. 39): Luoillae fabulam, quae
nuper a nie per lusum iocumque edita est, nee non libellos
meos eroticoa omnioo tibi non ditiplicuisse, immo, ut vir clarissimuB
Quarinus mihi rettulit, gratiasimos fuisse, magoae voluptati mihi fuit«
so musB er, geboren 1425, bereits aU 18 jähriger Jüngling eine Samm-
lung von Liebeselegien veröffentlicht haben, und sein Sohn Ercole
tconnte in der Yenatio ad Divam Lucretiam Borgiam, v. 309, in der
That von ihm rühmen: Aetemos cecinit quos ille im her bis amores.
Die zuerst veröffentlichte Sammlung der Erotica umfasste ungefähr
das erste Buch der üandacbrifteD, jedoch ohne die Apologia pro amore
ad lanum Pannooium. S\e war dem Markgrafen Leonello gewidmet
und mit folgendem darauf bezüglichen Nachwort versehen, dessen beide
ersten Distichen in dem aldin lachen Drucke den iSchlusa jener Apologie
bilden :
Ad libcllum summ.
Despice, parve Über, morsus Hvoris edaces:
lam tibi Caeaareo cootigit ore li^gi.
Maxima perpetuae referes praeoonia laudis,
Carmina iudioio si probat ille buo.
Sis felix regiqae taam committe pareDtom
Et Leonelleia oscula fer pedibus.
Diese Jugendgedichte waren vermutlich in dem Bändchen enthalten,
das Tito Strozza im J. 1486 in der vatikanischen Bibliothek vorfand;
er Bchreibt darüber 1486 an Papst Innocenz VIIL (Cod. Dresd. fol. 2''):
forte accidit, ut nonnullas elegias a me olim adulescentulo editas re«
perirem etc. Auch folgende Verse eines Epigramms (Bpigr. 20. Ad
Ludovicum Tessiram Lusitanum ) beziehen sieh wahrscheinlich auf diese
früheste Publikation:
V. 7. ... sunt huiua noQDulla iu caice libelti,
Qaae faerant primia edita temporibn».
Endlich hatte lanus Pannonius diese Sammlung im Hause Guarinoa
gelesen, als er, an das Gedieht Ad annulum donatum ab amica an-
Die Dresdener üandBobriit der KroticH des Tito VespaaiAuu Strozza '241
kDüpfend, seine erste Elegie an Tito Strozza (= Eleg. II, 8 der
Teleki 'sehen Ausgabe von 1784) verfasate.
Während lanua' Aufenthalt; in Ferrara (1447 — 1453) erschien eine
sweite Ausgabe der Erotica, die dieser mit folgoadeoi Epigramm
(Epigr. I, 254) begriissto:
Edita ätrocoigeoae iam vatis Brotioa tota
Vulgua in urbe sonar, culte Tibulle, vale.
Sie umfasBte Huch I und II der Hss. , und den Sehluss bildete aber-
mals ein kurzes poetisches Nachwort an sein Buch, das der Dichter
vorher, laut Überschrift in den Hss., dem Markgrafen Leonello zur
LektGre übersandt hatte. Ihr hatte Strozza hinter jenem Gedichte Ad
annulum dunatum »b amica auch die Apologia pro amore ad lanum
Pannonium einverleibt, und dass der junge Ungar sich nicht wenig
darauf zu gute tbat, gebt aus einem seiner Epigramme hervor (bei
Eng. Abel, Analecta ad hiatoriam renascentium in Hungaria litterarum
Bpectantia, Budapestrni et Lipsiae 1880, p. 124):
De Titi libellis.
8i qaetn foraitan io Titi lihellis
laoain comperies, amice lector,
Illam protiDus esse me putato.
Boo, ne deciporemur ambo, dixi.
Bartolomeo Fazio's (f 1457) Urteil über unsern Dichter beruht auf
dieser Sammlung. Er sagt in seinem (nach Mehus) vor dem Dezem-
ber 1456 vollendeten 8chriftchen De viris illustribus (ed. Mehus, Plo*
rentiae 1745, p. 6): Titi quoque Strozae Florentini nobills adoiescentia
initia singularem quendam Foetam nobis pollicentur. Cum ad prosam
et Carmen natura aptus esset, elego carmine deleclatus epistolarum
Hbrum de re amatoria elegantem composuit. Epigraromata
quoque multa edidit, quae ab eruditis Viris laudantur.
Ums J. 1458 muss eine 3. Sammlung und Veröß'enttichung von Ge-
dichten erfolgt sein. Denn in Erot IV/26 Ad Cosmum Pictorera, einem
Gedichte, das in den Hss. hinter einem in der zweiten Hälfte des
J. 1458 verfassten steht, beisst es von der treulosen Anthia:
V. 19. Edita quae populus*) de te modo carinina legit,
lila tuos mores eftigiemqae tenent;
I11& tibi poternot pallorem afferre legenti,
Si tener impuro fugit ab ore pudor.
Forsao et arte mea luDgam transaiissa per aevum
Altera veoturo tempore Thais eris.
*) vulgus, cod. Dresd.
RomanUeho Fon«hanc«n VH. 26
242
Reinhard Jonatbao Aibrccbt
Gegen Ende dea J. 1460 konnte der Dichter von Beinem Laodgute
Quartieaoa aus an den jüngst berufenen Professor Battista Guarino in
Ferrara schreiben (Erot. IV. 19);
V. 23. Ut tarnen accipio, populi mea veoit in aiirea
Anthia, oec doctis dispiicet illa viris.
Und Lodovico Carbone durfte in seiner Leichenrede auf den alten
Guarino (f 4. Dez. 1460) rühmen: qui (sc. Titus Strozza) post im-
iDortale elegiarum suarum nunc maius opus movet Borsina maie-
State digniasimum (bei RoBOiini, Vita di Guarino VeroDesc III, p. 137,
nota 8).
Der mit diesen Worten bezeichnete Cyklua von Anthia- Liedern
liegt uns im cod. Venetus, wenn wir von den später nachgetragenen
Gedichten absehen, noch vor. Fr reicht bis mit Erot. IV, 3 Ad lanum
Pannonium poetam der Dresdener Ha. und enthält in Erot, III, 11 des
cod. Yen. (und Estensia VI. B. 31 = IIL 14 dea cod. Drosd. = IV, 21
des Druckes) das in obigen Versen angedeutete Lied vom Treubruche
Atitbias.
Der cod. Estensis VI. B. 31 stellt eine 4. Sammlung von Gedichten
dar, welche auch die Phylloroe • Lieder umfasst. Sie reicht bis mit
Erot. V, 15 (V. J. 1463/64) der Dresdener Handschrift.
Keine der bisherigen Sammlungen enthält Prosastücke. Solche
wurden vielmehr erst der dem Herzoge Ercole I, (1471 — 15' )ö) gewid-
meten ÖJimmlung einverleibt. Tito iStrozxa schreibt darüber 1486 an
PapHt luüocenz VIII. (cod. Dresd. fol 2^): Quapropter id a Beatitudine
tun impetravi, ut übclluä ille corrigendus mihi traderelur, hac lege tarnen,
ut cum primum Ferrariam me contuUsaem, nonnulla, quae superiori
tempore carminibus et soluta oratione luseram et Ducia Herculis
nomini dicaveram, scriptis in ordinem suis compositis (dies
kann, da die Gedichte nicht ihrem Inhalte entsprechend nach ver-
schiedenen Gattungen gruppiert, sondern alle unter dem gemeinsamen
Titel Erotica aufgeführt werden, nur eine chronologische Anordnung
bezeichnen!) ad te mitterem in eandem bibliothecam (sc. Vaticanam)
reponenda. In dem Gedichte, mit dem Tito Strozza dem Herzoge Er-
oole I. eine Sammlung seiner Werke zueignete (Erot. I, 1. Adloquitur
librum), und dessen Fehlen allein schon beweist, dass wir es im cod.
Veo. und cod. Eet. VL B. 31 mit älteren Ausgaben der erotischen
Gedichte zu thun haben, beisst es ausdrQcklich, dase die Gedichte mit
einigen Prosaetücken untermischt wären;
v. 67. Addita*) sunt etiam pedibus Donnulla solatia,
Text**) Bit Qt varia nostra corooa rosa.
Condita nnd Mixt«, cod. Dretd.
Die Dresdener Handachrlft üer Eroticji des Tito Vespaaliinü Stroiza 243
Denn uoter dem seltsamen Ausdrucke pedes soluti ist auch an anderen
Stellen (Erot. VI, 4, v. 67; Aeol. IVj 2, v. 33) nichts anderes zu ver-
stehen als Prosa. Dies ist auch dem Borgfältigen Biographen Gianoan-
drea Barotti (1701 — 1772) nicht entgangen; allein in den Hss. italie-
nischer Bibliotheken hat weder dieser noch Tiraboschi eine Spur von
jenen Prosastücken entdeckt, sondern kennt und nennt nur die ge-
druckte ?or Papst Innocenz Vlll. gehaltene Rede und findet noch eine
Hochzeitsrede in einer Veroneser Ha. von Maifei erwähnt (Barotti,
Memorie istoriche di letterati ferraresi, 2» ediz., vol. I.. p. 148). Die
Dresdener Hs,, die eben jene Sammlung nur in etwas erweitertem Um-
fange darstellt, bietet auch die vermissten Proaastücke. In dem Wid-
muDgsgedicbto (Erot. I^ 1. Adloquitur librum) begleitet der Dichter sein
Buch auf dem Wege nach dem Palazzo del Cortile, der damaligen
Residenz des Herzogs (vgl. Gregorovius^, Lucrezia Borgia I, 8. 249
und 277 f.), und erwähnt in vv. 33/34 auch die majestätische Marmor-
treppe im Scblosehofe, der damals corte nuova, heute cortil ducale
heiast. Da dieser Marmorhof erat im April 1481 vollendet ward (vgl,
Frizzi, Memorie per la storia di Ferrara, 2» ediz., vol. IV., p- 114),
10 kann jene Sammlung nicht früher abgeschlossen sein. Sie muse
also im wesentlichen dasselbe enlbalten haben, wie die 7 bis 8 ersten
Bücher der Erotica in der Dresdener Sammlung.
Zu 3).
Dasa die Dresdener Bammlung die Gedichte in wesentlich
chronologischer Anordnung an einander reiht, geht auch aus
den Angaben über die Abfassungazeit hervor, die ich in der weiter
unten folgenden Tabelle bei einer Anzahl von Gedichten beigefügt habe.
Was die Begründung dieser Datierungen betriffc, so muss ich mich
hier damit begnügen, auf eine ausführliche Biographie des Tito Ve»ipa-
siano Strozza zu verweisen, die zu Ostern 1891 im Programm des
Kgl. Gymnasiums zu Dresden -N. erscheinen wird.
Zu 4).
Auf Grand der Dresdener Handschrift ist der gedruckte Text an
folgenden Stellen auch in der echten Äldina von 1513 (bez. 1514) zu
berichtigen. Lies:
Erot. I, 3, V. 28. QaAqoe ^mit Gruter) oUtt Qnaque
d, V.240. nata (auch gflgen Qruter, aber mit Teliski, laoi Panaonii
Poemaui, F. I., p. 404 Note) st. aota
V.244. lodioinm (auch gegen Gruter) st. Judicium
16»
244 Beinhard Joutiiaii Albreefat
Erat, n, 1, ▼. 35. depeetere (mit Groter) st. de pectore
Hi 8t Ni
telnm st ooelnm
nostro indicio (such gegen Groter) st nottri indick>*)
Heo (aach gegen Grater) st Nee
Indis St. laodss
tibi (sneh gegen Grater) st anhi
pereolit (mit Grater) st. pertolit
III, 3, • 27. Et (auch gegen Groter) st At
profectoras (mit Grater) st profotoraa
potiare st. patiare
Laorenti st. Laorentis
ire st ille
fascibos (mit Grater) st. fkstibos (Aid. Parts.) oder
fostibos (BasiL)
invitiuB (aodi gegen Groter) st. invitos
anos, sc. Laosa, cf. ▼. 106 (aach gegen Grater) st aaor
nollae (mit Groter) st milie
hominemve st hominomve
id (aoeh gegen Grater) st ad
nomeroqoe st nomerosqoe
hic st hie
Aeotidem st Aeoliden
longa . . . colloqoia st longo . . . eoUoqoio
Dottro . . . amore st. nostri
Quid St. Qood
ostendes st. ostendens
vergens st. vegens (Aid.) oder orgens (Paris, Basil.)
PalestriDae st. Palaestioae
caloris st coloris
capit St. copit
lancta st lancto
ecce St. esse
mala st male
Hea St. Nea
domina st domina
Nee St. Haec
csptis st coeptis
cincU st ciocta
Percalit st. Pertolit
t Deoii dieser von Laarentius Vslla (Elegantiaram Hb. IL, csp. 1) gerflgte
GebrsDcb des geo. sabiectivos vom Per»onalpronomen statt des entsprechoideB
possessiven Adjectivs fiodet sich in den gedrackten Gedichten sonst nirgends and
aorh in der Dresdeoer Hs. nor so einer Stelle, Aeol. I, 1, v. 266 In porto post*
quam est sncora fixa tai. wo im Dnicke tibi steht.
1,
▼.
35.
3,
•
59.
«
67.
4,
«
29.
5.
a
26.
10,
»
23.
11.
»•
9.
■
22.
3,
•
27.
•
91.
5,
•
22.
6.
•
1.
9,
t»
71.
10,
n
45.
, 1,
»•
97.
«
114.
5,
w
37.
16.
»
32.
17,
n
22.
18.
r
19.
r
40.
71
57.
21,
n
15.
23,
«
10.
24,
f»
33.
»1
41.
25,
_
5.
n
31.
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80.
M.
■
117.
_
126.
m
181.
2.
n
39.
.
141.
.
149.
3,
.
39.
_
40.
_
87.
.
116.
Die Dresdener Handschrift der Erotioa des Tito Yespasiano Stroua 245
Kec St. Haec
regit 8t regis
redolentem (nicht mit Gruter ridentem) st. reddentem
duces St. laces.
brevis (auch gegen Gruter) st brevi
tnis . . . rotis (oder mit Gruter tua . . . rota) st. tua . . . rotis
Z^roastreas^) (mit Gruter) st. Zeroastreas
Sforciadam*) (auch gegen Grnter) st Sforciadem
coram st. ceram
Firmariqne st Formarique
referes st. referas
opernm st. operam
Nee (auch gegen Grnter) st. Hoe
puer o (mit Grnter) st. pnero
felices (oder mit Grnter feliceis) st. felicis
Talia st. Itala
aegro st. ergo
pone St. penö (= paene)
tetro St. certo
bae St. haec
Vera (auch gegen Gruter) st. verba
addncta (auch gegen Grnter) st abdnota
hinc st bnnc
non . . . tuae? st nam tuae.
urbi St. uni
Anxuris st Anguiger')
Neu St. Non
ire timet st ut timeat
Perspectis st. Praespeotis
mensis st. mentis
Nee st Haec
1) Dieselbe Messung von ZaQoaatQdiog wie bei Prudentins, apoth.» v. 494.
2) Denn Aeol. I, 4, v. 100 zeigen anch alle Drucke den Genetiv Sfortiadae.
3) Die Worte Anguiger arcem Rex tenet in vv. 207J208, welche alle Drucke
bieten, sind nicht zu verstehen. Es kann mit dem rex nur Ferdinand I. von Neapel
(1458—1494) gemeint sein und mit der arx nur die Festung Terracina, das alte
Anxur, das seit dem Tode seines Vorgängers einen Gegenstand des Streites
zwischen Ferdinand und den Päpsten bildete (vgl. Georg Voigt, Enea Silvio III,
S. 21 ff., besond. S. 26). Anguiger aber bezeichnet die Visconti und Sforza, die
Herzöge von Mailand, welche bekanntlich eine Schlaoge in ihrem Wappen
ftthrten (vgl. Aeol. IV, 5 vv. 1711172: Innumeris post bnnc sinnosa volumina tor-
quet Orbibus Insubrum vipera grata dnci). Vgl. über die Eroberung Terracina's
durch Ferdinand von Neapel im J. 1482 Gregorovins ', Gesch. der Stadt Bom VII,
8. 257.
Erot V, 3,
V. 149.
« 242. 1
VI, 2,
« 33. ;
5,
r, 5. .
10,
n 32.
. 36.
« 37.
» 71.
Aeol. I, 1,
« 163.
« 270.
4.
n 100.
7,
» 1.
n, 1,
« 51.
« 115.
« 165.
2,
n 6.
« 23.
3,
» 51.
r, 81.
« 82.
4,
» 16.
n 38.
5,
. 50.
"1,1,
„ 100.
. 151.
n 207.
n 240.
n 246.
n 258.
» 270.
. 295.
246 Eemhard JoD&tbaQ Albrecbt
AaoL m, 1, T. 299. impacaiia «t. in paettis
2, , 9. Caaibua hi» st. Casibns Bio (Äld.) CasQ» sie (Ptrii.)
Canas aic {ßaiit.)
« 16. FUeona Dota, at. not» Neaera, io ÜberematimiDaDg mit
. 63. noa st tos
. 69. et at. ut
« 76. restet sL restet
« 89. erectam at. eiectatn
, 129. Plaeoöa {= iUt}^) at. P&eoa$i
5, « 27, bitud et. aat
^ 33. didita st. dedit&
IV) 1i «I 5. Noo tantum (aach gegen Gniter) st Ne taniam (Aid.
Paris. Groter) Ne laottim (BraslL)
„ 21. HiitribuB (mit Grater) st Maribus (Aid. Pjiris.) Maoibiu
(Baail)
r, 54. fixenU (aneh gegen Grater) «t finzerat
« 79. venerati (mit Grater) at ▼eneisri
2, n 37. enm st tarn
Epit 3, « 10. tuli at tnlü
, 11. aemperqne Britannia st semper Britinift (Aid. Paria.)
BriUnnla (Baail.)
5, , 4. mntaqae facta tnba (aaeh gegen Gratet) at mora ea
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Panonios (Baail.)
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10, M 1. magno (als aatlientischer Wortlaat nach Boraetti,
Historia almi Ferrariae gymnasü I, p. 60) st. magna
12, , 14. stirps (als aathentiscber Wortiant nach Borsetti II, p. 13)
st gens
1) Ein Vittorio Pavoni wird z. B. Frizzi IV, p. 27 erwähnt
Die Dresdener Handschrift der Erotics des Tito Vespasisno Strozsa 247
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n.
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1.
T(itus) V(e8pa8iatius) S(troza) Sancfissdno Et Beatissimo tn Christo PatH Et Domino
D. Innocentio Octavo Digna Dei Providentia Sacrosanctae Romanae Et Universalis
EoDlesiae Symmo Pontificl Salutem.
äupertore anno, Innocenti octave Puutifex Maxime, cum legatiis ad Sanctitateia
tuam uoa cno) ceteris collBgia nustria Romatii venissetn '\ ut Hercuita Ducia nostri
nomine oraliooe a me eoram te habita Beatitudiiii tiiae ac Komaiiae sedi oboedien-
tiam praestaremuB, multa ease in te summa comraendatioiie dtgoa atqiie omnium
mortalium iudicio vehementer admirandaperspeximus. Nam praeter relrgionem ao
dootrioaiD et prudcntiani reliquasque praestaiatiasimaa virtutes taas, qiiarum iam
ante ad noa fama pcrvenerat et qnibua pontifici'am drgnitatem taa Sanctitas in-
Bignivitf aingularem quoque huDDanitatem et moruro anaviaairaam faciiitatiMu ilti
venerandae Maiestati tuae miral)iliter coniuirctaa esse et praesentea vidtmus et ex-
perti snmua. Quam via enim diuturna et graviasima at'groffol. l'']tatiooe Jerme con-
fectna nonduni priatinae valetudini reatitutua eaaea multaeque ac variae msgnarum
rerum ocoupationes binc atque illiiic aaaidite te diatraherent, noa tarnen ad oacnla
sacratiaaimurum peduni tuorum et ad venerationem tuae SaDctstatia adiuiBsoi» adi^o
hilari vultu beniguiia accepiati, adeo verbia perhumant» proaecutua ea, ut facile
deiuonstrarea aoimi tui magnitudinem ab eo genere bomintim plurimum abborrere,
qui Quila ipai virtnte praediti fortuna tatitum blandicnte in atiblimi fastigio coHo-
cati et praeter [uodum aeciindia rebna elati ouinem bumanitatia ac manaiietudinis
oogitattooem a mentibua suis penitua abiciunt. Pulcherrimum vero et gratissimum
fuit intueri, qua atteotione mürbo adbuc, ut ante dixi, non pariira laborana audieris
clariasiioüs et eloquenfiaaimos oratorea Antoniiim Lauredanum, patricium Venetnm,
et loannem Fraouiacum iMnrtlianum, Mediölaneiiaem eqiiestri» ordinis virum in-
sigtiem, priacjpum auurum mandala deferentea tibique, cbriatiuDae reti^onia priu-
oipi gubernatorique et conaervatori optima, eorum nomine debitum officium atque
obaequium summa cum vetierattune offerentea. At me, qui poat tlloa tertius io eu
ctariaaimo conaeaau nullo protloua intervailo verba facturus eram, cum te iam de-
tatigatum esse audiendo nemo dubitaret et ego quoque veffol. 2|)ut importunus
sacratissimaa aurea tuaa dicendo laedere formidarem, qua patientia^ qua benigni-
tate, quam placido aspectu uon soltim adtiortari viaaa ee, at eum ttmorem veluti
vanuro ac non necesaarium deponerem, verum etiam certiaaimia animi tui not^a
vehementer afTecti iodiciia mihi aiguificare coepiati, ut audacter ad dicendum pro-
direm. Quo quidcm tempore ita fixia in me atque intentis oculia, ai taa est dicere,
te mihi totum praebuieti, ut ea voluptate uitrum in modum affectus ac aublevatua
non cogitarim, iinde orationia initium sumerem et quid potiaeimnm loqui deberem,
sed potiua mihi rationem habendam exiatimarim, quo pacto a me dicendi finis
commude ac sine offenaione tuae Sanctitatis. quae noa adeo libeoier audire visa
1) EKe Qea&Ddtflchaft ging ato 10. Mai 1485 von Fcrrara ab, vgl. Frissi, Mcmoric
per la Storia di Ferrara, 8* edis., IV, p. 1&3.
268
Reinhard Jonathan Albrecbt
est, inveniri posset. Sed postquam a Dobis peroratum est, quantae mihi iucundi-
tati, quaDtae gloriae fuit, cum me arcessitum et s&criB genibus tuis huiniiiter ad-
voliitam perhumaoiter ac saepius exosculari dignatus es. Ea vero, quae de me
in illo freqnenh'Bsimu ac celeberriino tot Ulastriniu vironun conventu cum maxima
landum luearnm aigniticatione pronuntiaviati , licet ipse tot ac taatis praecooiia
iodignua otimtiio mihi viderer, tantuiu tarnen aestlraationis ac digoitatia mibi apud
omnes attulerunf, ut plerique anctoritatem toani 9e[fol. 2'*]euti no» quoque aliquo
io numero cenaendos et noii nihü nobJ« tribuendüin esse sibi perauaderent Qua
in re immortates tibi grattaa pro Isla tua in noa toirifica beDignitate. clementissime
pater, agendaa putamus et, dum vita aupererit, noa animo saltem, ai re non lice*
bit, non ingratos fore tibi pollicemur. Ceterum iuaaia tnia obteoiperans, cam
tuam illam magnificaiD et iDatgoem bibllotheoam tot ac tarn variia librorum vola-
minibua et Graecis et Latinia refertam vidissom, forte accidit, ut nonnullas elegiaa
a tue olim aduleacentitto editaa ibi reperirero, quae, quam via optimo ac pulcher-
rimo liiterarum charactere peracriptae et in li bellum ornatiBaimuio redactae fuiasent
nee invitis corum qui eo accedebant ocults, ut mihi rttlatucu eat, noQnuuqaam
legereritnr^ pturimaa tarnen in eia meodaa ioacitia et vitio librarii facta» eaae per-
apexi. Quae certe tot ac talea erant, ut me vehementer offeDderint et ego illa
perlegena vix eaae mea mihi per^oaaerim. Qiiapropter td a Beatitudine tua im-
petravi, ut libeltus iJle cuirig^endus mihi traderetur, hac lege tarnen, ut, cum
prituum Ferr;iriam me contulisaem, nonoullia, quae Baperioii tempore canninihua et
soluta oratione luseram et Ducia Herculia noraini dicaveram, »criptia in ordinem
Hiitim compositia ad te mittcrem in eandem hjbliothecani reponenda. 8ed muita
Interim accidenint, [fol. 3] quae tibi ac Rumanis rebua non nihil perturbationi«
uttuleriint. Itaque , quod me ilüco facturum receperara, in aliud tempua mibi
diflferendum statui, qit(» te gravitina illia ac molestia occupattonilHia liberatum ease
intellegerem. Nunc igitur roandati lui memor, v<^tuti fidelem aervuni decet, hoc
opuseuUim, qualecunque eat, Sanctitati tuae tranamitto eamque vehcroeDter oro, tri
pauliaper poaiio divinae iatiiia Mateatafia aupprcilio non ronltum severas lucabra-
tturiculaa nostras benignia saltem nculia inapicere et tua aacni manu aemel at-
tingere non dedigneri», Beuc ac feticJter vale, Pontificum aiDgulare decus, et me
Ex(cellen)tiae tuae observatorem cuttoremqne eximium commendatam habe.
[fol. 38"]
Oivo Leanello Estensi Salutem.
Ego pridie kaleodas octobrea ad Nicol|mm fratrem meum. qui nomine tuo
Bodigienaem provinciam tenet '), iturna sum. Te igitur vehementer oro, Princeps
uiitime, ut Stremezinum familiärem et tiucupem tutim dilectiaaimum, qui iam aliquot
dies nobiacum Recbani rtiaticatiia eat, cum Saccaro tuo mecam illuc proticiaci velis.
Impudenliam raeam probe novit qui et bomine tibi cariasimo et falcone tmprimia
grato te aimnl spoliare non dtibitem. Ignoace, precor, aetati et cupiditati meae:
quibus inducor , nt ea fortaase minna conaideretn , qaae malto atudioams et mo<
curatius perpendere deberem. Tu vero nlai tantum mihi triboerea, quantum tribuis,
et nisi tanta easeot in me tui amoria indicia, qtianta via omnibua patere: ega
fortaase aut miDoa {fol. 39] audacter aut modestiue teoum agerem, Si banc epem.
1) nicmwrh iat Litt» (Stro««, ut, V.) bu ergänsen.
Die Dresdener Handschrift der Erotica dea Tito VespasiaMO Slrossa 269
quam habemnas noe omoia qnae cupituas aba te semper faoile impetrataros , ex
animis nostris auferre voluerta, necectao erit, üt istum singulareoi bamanitAtem et
iocredibiieiB clementiain exuaa, qiiae mirabilitcr ad c«teraram vii:tu[tu]m cumulum
acctfdutit et qiiibus Diliil ab iuimurtaü Deu tibi aut ^ratius aut amabilius praeatari
putuinset. Lucillae fabellaui, quae nupcr a lue per ttiaum iucuuique edita eat, oec
non iibelloe meoa eroticoä otLuiDo tibi nan displicuiase, imliDJu (ut vir clariaaiiDua
(luarinoa mtbi retlulit) gratissimoa fuiaae uiagnae voluptati uiibi fuit. logeDteiu
vero BtimuLum nobia itiinogi videmas, ut aunitamur, ne opicione tuu, qui et pm-
deDtiaaiiuua et doi-tiasiuius es, poathaec ioferlorea eaae iudicemur. Beue val«),
mi Rex atque omnlout priDcipiim singulare deous, et excelleatiae tuae nie penitua
deditnm comuendatiim habe. Kecbani qniiito Italeudua octobrea 1443.
(fol 10€bl
Divo Hercull Eatenai salutem.
Etai te niaxiiois cnns impb'cifom «t aaaiduis imperii occnpationibna impeditum
bia Doatria lucubrationibufl obtuodere utiiiiuie coDvenicDs eaae diicam, tarnen, cum
mibi exploratiaaltoam sit, Hercules Dux optime, te non minua hnmanitate. ingenio
et doctrina quam iaatitia et anioii magnitudine ceteriaque praeatantiaeimia virtuti-
baa excellere, boo quoque opuaculuni , qtiod multia et gravibua iniuriia laceaaitus
in PonerotyooD — hoc eat in Maliupum, aerarii tui expiiatorem et deurum atque
hoDDinum boatem — nuper edidt^ram, celaitudiui tuae legend um tranauiittere nun
dabitavi. Atque id eo libeotiua aggresaua aum, quo cudüU mortalea tacile cugnoacaot
te non temere neque aliqua cupiditate inductum ea feciaae, quae contra perdi>
tiaaimum bomioeui magna ratiooe aapientiaaime iuatiaaimeque feciati. Accedit ad
hoo^ quod ex illiua improbi [fol. 107] et audaciaaimi latrunia exemplo boni meri-
toruiii praemia, mali vero acelerum auorum poenaa aba te ae relaturoa pro certo
babitari aunt. Nundum fera peaaima in laqueos omoino veatigia dederat, üum
ego boa veraua pritoum soribere tnatitui, multoraiuque fuit opinio rem illiua (tanta
in illo monatro caliiditaa et aatutia putabaiur esae) feliciter evaauraui; ii vero,
quibua compertum erat, qua tu prudeutia et qua iuatitia praeditua eaaea^ longo
aliter aentiebaut et auctorem iniquitatia matet'acturuiu auoruiu poeoaa daturum
iam tum aniino praeBagi[ejbaut. Nemiuem aane t'ugit, quam gravea nobiacum für
atrociaaimua inimicitiaa exercuerit, quaoiia moleatiis beneficiorum erga ae noatrorum
oblitua atque omnium, quoa unquam vidi, ingratiaaimtt« noa afticere conatua ait.
Humanae tameu condicionia memor non commoveri uon potui [aut], quem paulo
ante maximia opibua afäueutem et in dignitate conatitutum videram (ai tarnen
dignitaa appotlaada eat, cum nequiaaimi bominea magiatratibua praeaunt), eundem
parvo momento ob insoleotiam atque incredibilem perfidiam suam gravi ruina
oppreeaum et ad extremaa taiaoriaa, ut commeruerat, redactum intueri. Quanta
ait baiua monatri feritaa, hlno facile iadicari potest, quod bominum eoetu relioio e
patria fugiena diia bomiuibuaque inviaua ae in Lugenaibua ailvia abdiderit. Cum
autetu bis proxiniia [fol. 107 ^} dtebus Luguoi proficiacena iter per ea loca faoerem,
Dullia comituiD perauaaionibua, qui ad eum viaendum tamquam fortunae ludibriam
concurrebant, indmü unquam potui, ut ad tuguriotum ülud luxta viam poaitum,
in quo turpiter ac mtaerrime vitam trnhebat, me couferrem. Rem enim inhumanam
existimavi, etsi graviter offenaua eraio, ocoloa meoa in alie&a miaeria perapidenda
272
ßeiobard Jooatban Albreulit
trioa, eluquentia, ßde, prudentia, pietate ceterisque praestantissiniia virtutibus
nunc allere quam pauca dicere earius esse pato. 8ub eitia dieciplina et eruditjooe
ad bonaa .irt«s et mores elegaDtisaiunos aditus tibi facttis est taatumque ingenio
et bumaoitatis atudiis profecistl, ut posthabitta cocopttiribua [tbl. 123] doctissimia
viria HapieDtisaiaiua et MagoaDimus Prioueps Borsius, Dux omoi laude dignus, ana
com eenatu et popuäo Ferrariensi te vix aduleacentiae aonoe egreesum pateraae
virtutis imitatorem ipsi Guärino, maximo aetatis Düstrae oroameniü, velutl digaaiii
sacceasorem magiiu uoaQium coneenau elegerit et coDfiriiiarit \K Tacebo, quautam
gratiae, quantum gloriae apud civea nostros et apud Italieas barbaraaque natiouea
pro tais siimmls meritia aia coDsecutua. Quo autem in amore et bonore idem
Boraiaa primo, deinde post illuaa invictiaaimüa et iustiaaimaa Hercules Dax te
babuerint et quae dona ab utroque acceperis, qoibua pateroaiu bereditatem et
rem tnam familiärem cum maxtma dtguitate nou pamm adauxiati, ailentio prae-
teribo. Ämicoa, cogoatoa, affiuea, bonam valetudioem apecioaamque corporis
digDitatem, qua in re Priamua ille Homericua laudatus eat, quamquaiu istia noD
carea et eoa, qui talibaa bonia praediü auDt, partem aliquam felicitatia bumaoae
(aj qua bic felicitaa appellanda est) conaccutos esae pierlque mortalea arbitraotur,
10 medium non afTeram. Ex huneatissimo praeterea uiatrimoaio cariaaimoa tibi
liberoa procreatos et iogeuue ac liberaliter educatoa et per paternae virtutia
vestigia incedeDtes, quod in primis iucuDdiaaimum tibi esae debet, qod attingam.
Haec quidem et bia aimilia ex eorum genere auot, quibaa bominea, |fol. ]23'>| dum
vitam in terria aguut, potiri et frui quam maxime cupiuQt. et plerique, cum ea
noD adipiacuutar, contriataatur, et qui adepti sunt, ubi illa amittunt, tunc vero
mirum in modum cruciautur. Ex aliqua enim felicitate io miaeriam cecidiaae mo-
leatiasimam videtur. Quapropter tu, qui talem et tarn caram tibi tiliam mortem
cum vlta commutasae dolea, beoe et recto agis, si communem vujgi opiniooem
sequi libc't. Si vero tc coiligia et, quae niiac fortaaae obducta tuenti Mortales
hebetat viaua tibi et buisida circum Caligat, uubem eripieaVl, aibil certe tibi novi
accidiaae, nihil, quod tuum esset, te amisiase perspioies. NuUam enim rem bic
diu Dobiscum permaneDtem babemue, oec mortalea quicquam certius teoent quam
DftsceDtibua moriendam ease. Illa vero, quae paalo ante commemoravi, acilicet
quse nobia a fortuna data aunt et corporia vigor et palchritudo, noatra dici non
debent, quoQlam eiua condicioaia dod aunt, ut illis perpetuo frui poaaimua. Nam
divitiarum ac tbrmae gtoria t!uxa atque fragilia est: forma quippe vel annoruni
brevi epatio detlorescit et in aemen abit, at divitiae aaepenumero mnltia et variia
media, ut cotidte videmua, oobia etiatn viventibua eripiuotur. In boo autem de^
terior est etiam noatra cotidicio quam tllorain heredam, quoa teatator e vita
1) BaCtigta iat als der jüngste von Gaarino's Söhnen ca. 1435/36 in Ferrara geboren
und war demnach beim Tode seines Vaterti (f 4. Dez. 1460) hücbatens ib Jahre alt. Die
(l^w«'>hn]iche Angabe » dass der alte Goarino am 4. Deeember gestorben sei , beruht auf
dem Zeu^iMe des Verfassers der Additamenta zu den Annales Eatenaes des Jacobos de
Delayto (bei Mnratori X VIII, cd. 1096) and des Tritthemms (De acriptoribua ecclesiaatioii,
Coloidate 154e, p. 326). Auch die t'btirachrift zu Erut. lY, C im Kodex von S. Michele
bildet das vollwichtige Zeugnis eines Zeitgenossen. Sicher ist ferner, «lass eUe Todea-
DAchricht am 29, Dex. nach Rom zn Papst Pias II. gelangte (Commentarü rerum memora-
Uiliiim, Francof. 1314, p. 225). Um so mehr mnss die Behauptung Sabbadini's (Goarioo
Veroneae e il «uo epistolario edito e ine<lito, Salemo 1885, p. 80) befremden, dass der
Tod dieaea berühmten Gelehrten schon im Oktober oder November eingetreten sei.
S) Verg. Aen. LI, ÜQb aqq. . ,
Die Dreadeuer Haodscbnft der Erotica des Tito Veapaaiauo Struzza
diBcedeDS bonts, quae pusaidebat, pusl sg rcüctis tVui peroiittit ac iubet, donec
superetites fiierint: illis vero deHcieutibus luilluiu iua ipsia ulterius [fol. 124] \n
horeditatia diapoaitioDe relioqultiir. At virtus claritudinem et iminoruliutein
quandao] prae ae ferena iitoa, qui eacn conaecuti aunt, a vul^o peoitas aecemit
et ipaoraoj animoa ad boneataa ac aubllmea cogitatiunea eri^it ereotoaqiie omnem
apem in optiniu aumiaoque Deo coU'icare admonet atque indudt. Quo fit, ut
iDiiDdi bonia niillam ia ae certituditiem, nuUau) firwitatom habentibua bene ao
sapinaier, dum licet, utaDtur; ai autom aliqtio caau illia ae apoliari intellexeriot^
quoniam id accidere poaac uiutto ante praeviderant, aequo nnimo patiantar et,
quae ceteri mortalea cariBdima in primia ducuot, ipai veluti momentanea et caduca
facilc coDteniQurit Quod Bisa ille, iinua ex aeptem aapientibuB, cum otuniaaua bona
ae portare aeciim alebat, eine dubio »enaiaae videtur. Atqni ounes adveraoa ra»ua,
prauaertim ai dedecus ei criiuai a nabia nbsuut, «o minus inoleste ferre debemiia,
quo magia couatat uulJam aegritudiDem , uuilum dolorem, oullaa aeramnaa taotaa
eaae, ul non ipaa diea ac rerum vicisaitndu voheiueDter diminütaa ac vcluti in-
ductaa^) paene ia oblivioaem adducere poesiat. llia autom rcbua consilio potius
ac ratiooe quam prtiDum conaulere, quam lougitudioem temporia et foitUDae muta-
tioaeu) veluti aeram uiedicioam ezapeutare, prudentia et magoaoiui viri paitea
sunt. Quae caiu ila eint, quid est, cur aliquis mibi nunc obatare velit et infitiaa
ire debeat, quin omt»ia (fol. 124''] dolor a oobi» protioua ait repelleoduaV Sed ego
ad hanc neceaaitudinem tu iato tuo caau te proraua nou impello nee, ut patriam
mcDtem extiaa et pioa affectaa abiciaa, urgeo filiaequo tuae deaiderio te com-
moveri noii iioprubo oeque probibeo. Hominea enim aumuti, non du, neo ettam
ferae. Quatiiquam et iltae »uas paaeioaea variia ac maoüeatia indiulia apertidaiuie
uonnuDquam oateudunt. Permitto umen et hürCor, ut oerta ratiooe paternae
sattB pietati faciaa et oe debtioa finea, veluti mulierculae auloot — quud a te
UDO*) doctiaaiuio et aaplentiaaimo valde alieourn reor — , non aervata diguitate
rranagrediaria. Atqne hoc tibi persuadeas cum iila fortaaae meliua actum eaae,
quod a nobia nunc disceaaertt, quam ai in provectiore autate aupreuium diein
clausiaaet: quo tempore multa ilti adveraa et triatia praeter opinionem tuam evenire
potuiaaent. Bene praeterea pudiceque et aancte vixil atque, ut Cbristianara de-
cuit, omoibua tidei uoatrae aacramentia religioaiaaime aumptia inter auorum mauus
cxapiravit. Quocirca nemo dubltare debet candidiaaimum illum apiritum ad auper»
naa aeüe« ac beatomm aedea aubtto commigraaae. Beati onim mortui, qui in
domißo iDoriuDtur"), quoniam copioaa merces eis reposita eat in vaelia*). Igitur,
ne felicitati tiliae tu parena iuvidiaae videaria neve tua poiiua quam eiua cauaii,
quod ilta careaa, te lugere homiuea putent, nimio[a] gemitua et inanea iacrimas
[fol. V2b] ponere debebia. Et si qaid praeter apem et exapectaiionem tuam accidit,
sapienter cum aaplentiaaimo lob ommipotenti Deo gratiaa agena dicea: Domious
dedit, doLDinua abatulit, aic dumtnu placuit'^), ait nomen doiuini bonedictum. Hoc
etiam teouin animo volvaa^ regem illum, eine cuiua nutu oe minimnm quidew
follorum <:adit ad terram, non iguorantem, quid bomini cooducat et quid e con-
trario, metiua quam uoa ipaoa uobia ac rebus noatris noo eine magna Providentia
1) inductaa „au/gehob«n'' ist wahrKhcialieh Ht. minufcaa, ma. , zu Icacn.
2) viro?
3) Apoc. 14, T. 15.
4) Mattb. 5. V. 13.
6) lob. 1, ▼. 21.
BoBMOucbt! Furscbunguu Vit. jR
274
Reinhard Jonathan Albrecht
consulere. Iluins qiiidem opinbnia pleni sunt hiBtoricormo poetanimqne et philo-
sophornm tibri, hoc Latinae Clraecaeque, tarn gentilitim quam Christianorum Utterae
testantur. Uaque, dum haec ipse mecuui aaepeDumero meditor, in hanc detonm
sententiam venio: nobis omni industria et diligentia laborandum ac providendum
eace, ne quid nostra culpa cotamittaiDua, quod altquld molestiae ac perturbatioois
nobis inferre possit. Ubi officio nostro fuocti erimns et fortonam ferendo saperare
coDtendoriinns, si vis ingentuns et consilia nostra aiiperaverit: quid aliud nobis
reUquum est. nisi ut in omni eventu divinum snppüces imploremns auxilinm , in
quo (nt ante dixi) omnis spes nostra semper collocari debct? Interea cnrabimus,
ut his superioribus rationtbna vel nosmet ipsoe consolemur vel amicorum et pru-
dentium virorum consolationes non [fol. 125''] invitis auribus admittainus. Tu vero
pro tna prudentia, si volueris, id fadtltme conaequeris; nemiDeo] enim saniora
consilia quam te tibi daturum mihi persnadeo. Quod si fecerls, doctrinae tuae
non mediocrem fructum capies et constantis viri cum magna lande, ut consnevisti,
nomen adipisceris et dos, qiii to amamus ac pro dolore tno non parum afiieimur
et torquemar, simulac squalorcm iatum maeroremqne deposaeris, una cum filio
tuo Lodovico, egregiae indolis adniescente, qui tibi diu anperstea sit oro, gravi
molestia liberabis. Filiae quoque tuae — si quis aptid cos, qui ex bac vita mu
grarunt, nostrarum rerum sensns relictus est — gratissimum facies. Satins est
enim pro defunctis preces quam lacrimas effundere, quae nihil prosunt et quibus
nihil celerius arescit. Nam etsi apud immortalem Deum tanta nonnunqaam de-
fnnctorum merita sunt, at subsidiis et suffragtls nostris non indigeant, tAmen,
quicquid a nobis pie religioseque tiet, incassum non erit: in ipsos quippe talium
operum auctores, si aliis necessaria non erunt, divina conccdente dementia bene-
facta rednndabunt. Haec omnia et hoc gunus consolationis tametsi te non fugero
mihi exploratissimum sit, in his tarnen, quae nobis adversa contigerunt. quoniam
mihi non parum opitulata sunt et meas molestias bis cogitationibns vehementer
Icvari expertiu sum, ea reticere nolui, quae aegritudini tuae aHquam et [fol. 126]
ipse, si possom. medicinam afferre tentarem. Ac ne verbis tantum pbilosopbari
volle et animo factisque aliter sentire videamnr, panca teoura breviter de nostris
rebus, quae ad rem faciunt, — nisi molestum est — amicisstme colloquemnr, ut
intellegas tot ac tantas brevi tempore calamitates mihi quoquc accidisse, nt ad
patJentinm tibi exemplo esse possim. Ego quidem alterum annum agens parentl-
bus orbatns suro. Mater enim Constantia ex antiqna et generosa Constabiliom atirpe
edita propriis etiam virtutibus illustris in urbe Ferraria. ubi orta erat, naturae
concessit. Nannes vero pater anno seqaenti Florentini exercitus doctor et copia-
rnm praefectus, qnas Nicolans marchio Esteiisis ad societatem belli comparaverat,
cum a Venelis sociisque ductu et auspiciis Carmignolae adversus Philippum
Mariam Mediolanensium Ducem in Gallia pro imperio acerrime decertaretnr, apnd
Ottolengura, agri Brixiensis oppidoro. pro patria fortissime pugnando victor in-
teriit^) atqne ita. quod multis iucandissimum est: ut eos, a quibus geniti sunt,
agnoscant et ab iUis educentur et erudiantur et ad virtntem excitentur, intempestiva
fatt violontia mihi pracripuit. Postea vero quam in ephebortim numero esse coepi«
carissimos cognatos. affines, amicos, fratres, sorores. deinde ctiam 6lios amifli.
Eccfl velut qoaedam lux oculia meis affulserat: quae celeriter exstinctA est. Dnx
Borsina Oerouie et [foK 12G''] Sigismundo fratribua apud magoanimum regem
1) t9. Mai 1417.
dresdener Handschrift der Erotioa des Tito Vespasiaco Strozza
Alpfaonsium NeapoH degeintibus post Loonelhim fratrem impericiin suscepit.
Qualis et quantua amor illius principia erga suos, quae Hbernlitas in omnes,
quae ratio et prudentia et animi luagnitudo in gereodis rebus faerit, super-
RDnm est non l^orantibns commemorare. Bio ipse pliirinia et maxima. nt
neminem latot. in familiam noatrara benoficia coiituüt et Laurent]! optimi fratris
mei virtutom fidemque sac^penumero et in pace et in hello «nonos V'II. et XXX, t«
cxpertua tantum ei dignitatis et auctoritatis tribuit, nt eum omnium reruoi et con-
sib'onim aaorum partieipem fecerit et carissimam fideHsBimnmqae omnibus in rebus
Bociam semper liabuerif. Quid de Nicoiao et Roberto fratribus qnoque mels loquar?
Quibas pro eorum meritis, qiiod certe nemo arroganter a me dictum piitct, cum
Vera et nulli honainum ignota praedicpm, non paruro indnlgens hnnorißccntissimcs
magistrataa gereodoe et digoissimas legationes ubeundas dedit. Quartus ego
aetato et ingenio minor in eiusdem aula prioeipis satis adulcscpns sasieptus suro.
Qui ad ilhim aditus mihi fuerit et quem locum familiaritatis obtinuerira et quam
honoritico cum eo vixerim, tu acis et multi non Ignorant Testor autem immor-
talem Deum et oranea sanctos et sanctaa eius me nihil unquani ah eo aut dictis
aat factis^ nisi magna [fol. 127] cominendatione ac vora laude dignum. didicissc.
Quodsi quia me fortasse uiuns sapieotem existimaverit, quod, cum roultts apud
eum interceasione mea profnerlm, quibua pecunias et alia bona me roganle libera-
Hsaime largitus est, ipse vero mihi grandc aliquod peculinm, quod facillime con-
sequi potuissem, non accuroularim: profecto, si is mei consilii retioncm intollcgeret,
quam nunc ob certas et laudabilea causas reticendam ceneeo, non dabito, quio
opinionem et modestiam meam magis laadaturus quam reprehensnrus esset, .^aepe
tarnen sponte sna midta mihi gratissima dono dedit et honores contuUt et equestri
dignitate insignitum clarfssimo atqne honestissimo mutriraonio me coniuoxit. No-
vissime vero cum Romam profecti samus'), quae et quatfa mihi ad reditom suum
poUicitu« Sit, nonnulli ex illius regia secretorum participe» et iUi, quibuscum res
agitatae sunt, prf>be oovrrunt. At ex iraprovlao multia lugenda mors e rebus
humatiis illnm abstulit et omnium nostrarum cogitationum fundamenta disieoit.
Nee ille solnm velot is, qui nobis iraperaret*), aed etiara, si parva licet componcre
magois*). veint alter parens nobia deplorandus est. Nolim autem tibi persnadeas
me graviter illius iDteritum ferro propterea, quod maxima spe me deie[c]tuiu
yidcam. Sed talis taatique principis virtus meaque in ilhmi usque a teueris aunis
observantia et pietas eam iac[fol. i27>)]turam gravem mihi inprimis et acerbam
reddiderunt. Po»t Borsii mortem roulta secuta sunt, quae magnis difßcultatibus
ac multia variiaque moiestiis nos implicuerunt. Ea. quoniam tibi et omnibus fere
nota esse ac bonis dispticuisae certo acio, non est mihi propositum tounumerare.
Unam hoc dixerim : me nuUos fortuuanira nostrarum exitus nisi duros et calaroi-
tosos visurum fuisse, nt summa Ducia ütTculia beDignitua et siugularia sapientia
perntciosaa muttorom maloram radices abscidisset*}. Hie sub umbra alarum sna-
mm nos bene sperare iussit et, quantum [in] ipso fuit, humaniter ac benigne no-
biscum Ggit. Atque ut obtrectatorum et invidorura nostrorum maledicas et auda-
cisfiimas Unguas compesceret ac reprimeret ostenderetque nihil esse io nobis, nisi
1) Borso wurde dumals, am 14. April 1471, ron Papst Paul II. 7,am Heniogc des
Kirchenlehens Fcrrara erhoben.
2) iinpcrarit?
8j Verg. Georg. IV, 17G.
4; abflciiMÜsset , ms.
18»
2^6
ReinhiLfd Jonath^D Albrecht
ainceratn ac fidei plentitn^, Laurentü fratria niei consilio, qnotiena illi in cttrism
veuire per valetudiDetD licet, ad niagoas et arduaa res etiam nunc utitur plarima-
I qoe in ipsutti düectionis et ainuris prae se fert indicia. Robenum Hetriiriam ver-
aas et Lunensem agrum') in fioibas regai ad meridiem et occidentem spectantibus,
nbi cum magna integritAtU et pmdentiae fama alterum diidc aouum a^t, Car-
fignanae proviociae^) cum maximo imperio praefeoit'^ Me vero baoc omnem
Isihmiacaiu regiunem Veuetis contermtiiaiu, quae ad septeDtriooes et orientem
solem vergit et [fol. 128] quam Policiaum Rodigii*) vulgo appelJaat, iam bieDoiam
ac menses doos nou siue magno arbitriu et ampla iurisdictiooe gnberoare iutsiL
Atqoe ita potenttssimus et sapi^ntiasimaa princeps primua aditus et ultima claostra
imporii fiul ab Adnatico aiuii vt ab Tyn-beao mari nos fratrea, quorum fidei, oe
quid invidiusum adiciam , piurimuiD tribuere viaue eat. iiadem Terrae temporibns
regere et aab coatodia teuere voluit. Iam satis tuti post innumerabilea procellas
in tranquillo mari oavigare videbamar. At fortuna, cui nemo aapiena nnquam
confidendum putavit, haue ooatram tranquillitatem novia quam primum tempeatati-
bua perturbavit et intra paucoruiu menstum apatium septem paene continuie funeri*
bua domum familiamque uoetram deformavit. Lodovicum eoim, Marci Struzae
et Laudomiae^} auroris meae filium, praestantis ingenio et magni auimt virum, in
Flamioia; Nannem vero, Nicolai fratrls filium, iogenuae indolia ac aummae spei
aduleacentem , Romae amiaimua. Hie iu militiam profectua avi, cuiua nomen re-
ferebat, virtutem etiam factia imitaturua Federico ioclito, Urbinatum Daci, aetatia
oostrae imperatori clariaaimo, adhaeaerat et ab illo Romam ductua noudum
XXIIL auuuui coutiogena ibi grnvi morbo correptua atque exatiuctua est *). Vlo-
lantam dnlcisaimam filiam, quae me haue proviuciam regente in lacem [fol 128'']
venerat, bic paucoa diea nobiacum in vita commoratam extuli. Haue Violaata illa,
Ceeenae urbis olim domtna magnia virtutibua ac vitae sanctimonia et reli^one
excellena, quam aanctarum mulierum imitatricem non minore animo ac ptetate
quam Paulam illam Romanam tot ampliaaimaa opes pauperibus lean Chriati, cuiua
servitio poat viri mortem ae dicavit, Hberaliter erogaaae non igooramua, clariasimo
nomine auo inaigoiri ac auam dici omnino voluerat*). Atque ita duplici dolore
me caaua illiua affecit, cum quod ea, quam genueram, tarn aubito privatus aim,
tum quod illaatria ac venerandae mairia optatum carisaimumque depositam penes
tne dio aerrare non potuerim. At Nicolaua frater. aummum eqneftria ordinis
deoua, qui virtute magia quam auro fulgere semper atuduit, tertium aupra aeia-
I gMimom anoom ingreasua cum maxima totiua familiae noatrae iactura Femu-tae
1) D. l die LandJchaft Liuügiana im Nordosten de» Qolfei tod Spesia, des alten
Porto« LojMe.
S) Ü. i. die Gcbirgilandschaft G*rf«fniana anf dem Sädwestabhange der Apcnmoen-
kcttc, ȟdlich TOD Reggjo um] McMieiia.
5) Roberto Stron* trat also die Statthalterscbafi der Garfagoana nicht ent 14T9
} mn^ wi« litta (Btrooad, ut. V.) anhebt.
4) ^ n pol^sine di Rovigo.
6) Litta erwähnt diese Schwester unseres Dichters gar nicht, Barotti kenm wroigft
'Ihren Namen lücbt.
6) Daiiorch erweist sich Litu's Vennatung, daM Gioranni Scroaa, der Solu Nic>
eoK»'», tu Sohle des UeraoKii von Mailand 1487 in der Schh^cht bei OonodoH
wuiklet wtwden «d, als uariditig.
7) VsL dber dine berfilimte, von Tito Stroaa mchrfiuh «nrthate Nobw
<|ie AnorkMMaay sn IbL U»b.
Die Dresdener Randschrift der Er(*licii des 'llto Vcspaaiano Stroiia 277
diem suum obiit'}. Hnius humanitatein et liüeraram ornamenta suavcmque et
excukam dieendi rationem graviter et copioae fiiientem cum magna prudcntia et
Biimma tntegritate conkinctam nostra civitas vi populi, qtiibus cum amplissimis
roagiatratibua praefuit, et omnia ferme Italia, quam toticDS legatua peragravit,
iam prldem cognovertmt. Ego vero illum non solatu amavi, sed etiam seinper
eoloi et omnia me illi noo minua debere, ac »i ab eo genitns fuisaetn, semper
existimaba [fol. 129] Nam me in tenera aetale consiittitum veidt optimus pater
ediieavit et tauqnam accaratisaimas praeceptor ad litterarura diaciptinara multi
plicesque virtutes non soSum cohortari, verum etiam proprio labore diügenter
erudire conataa est, ai tnodo eiua cupiditati oüatrum reapoadisaet ingeoium. Nioo-
lau« vero Contrariua equea Bplendidiaaimua, vir apud ilftiTo priocipem Docem
noBtrnin aaotoritatia et potentiae, Neapoli niiper vita functua est. Cum hoc mihi
duplex affioitas interceaserat. Eiua enim pater Ugatio, maximua ac potentissirnua
olira in re {(ublica) noatra civia et aub Nicoiao Marchione, principe optimo ac
libeialiasimo, totius Esteusia Imperii üdelisaimaa procurator et protector, avunculua
malri meae fuit. Ipse Nicolaua ßeatricem primariain feminam aingulari virtute
pracditam, ego vero Domicillam in primis mihi carisaimaro, aorores ambas claria*
aimi et apectatiaaimi Guidi Kangoni filias, cuiua militarem disciplioam, virtntem,
aapientiam , tidem Eatensia domua et Venetorum res p(ublica) saepeniimeTO in
maximia ac dubtia rebua non parvum eibi praeaidium attuliase expertae sunt, (in)
uxorea duximua. Nondum satis in noa funbuoda mora saevierat, niai cioatrtcea
noatras, quae paulattm obdiici videbantur, novis repente illatia ictibtia recrudeacere
coegiaset. Ginevra et Lucretia, Nicolai fratria, |tbl. 129'>J de quo diximua,
filiae, Don minus pudicitia et animi honia quam reliquia praeatantiaeimia dotibua
inaignes, circa dienim X spaiium naper nobja ereptae aant. lila Egano Lamber-
tioo, inter ßouonienses equiti clariasimu, a quo propter suaa iiinumerabiles virtutes
mirum in modiiiu diligebatur, pnacta anuia ante nuptui tradita trea par[v]Hlo8 ex
eo susceptos liberos relinqiiena in oppido viri, qiiod Poggium appellant, acri poat
partum morbo iHaplicita in aetate aatia ruveniii exstincta est. Haec vi-ro qnintum
decinium anonui a^eoa »pwl insignem et magnificum equitem Franciscum Gfin-
zagam, cui appctatissima et magnis virtutibua excßUens hariiin «oror Coustantia
nupaprat'l, aliquot meoaea Nuvolariae coramorata, ibi ex nimia et intoierabili
aegntndinc, quam pro Ginebrae aororis morte snaceperat, in aabitam et graviaai-
mam aegrotationem cum incidisaet, virgo omni laude digna intemeratura et can-
didiasimam Deo aummo atque optimo spiritutn reliciaaime reddidit. Qaia igitur in
tanta variotate ac dilficultate rerom. tot clariaaimia mihi aimut amissia, tantia,
ut ita dieam, nno^) paene ictu ctadibua acceptia me roagnopere commotum Mae
non existiroaverit ? Enimvero ferreaa vel etiam ferro durior iadicari poaBem,
niai baa calamitatea et tantas fortnnae procellaa animo peraentirem. Sed quoniam
hamania coDsiliia nullum aliud reraedium hia adbiberi poaae videtur, ad id con-
fugiendum censeo, quod [fol. 130] ipaa neoeaaitaa docet et cogit. Nam ai veteri
patrimonio apoliamor, si labore noatro partta opibua cvertimur, si eoa aroittimaa,
qui nobia cansaimi sunt, ai gravibus morbia correpti laboramne, ai oertam mortem
1) Dies geschah im J. 1477. Er war nach Litta 1413, nach obiger Altcrwngiibe
cr«t 1415 14 geboren.
2) Litta (Stromi, Ukv. V., Nicola) erwähnt «war Cofltamta als Gemahlin de« Fran>
ccjico Gonxaga, Herren von Novellam, aber weder Qin«Yra noch Lucrcua.
3) imo, ms.
278
Reinhard Jonathan Albrecht
Bupra capot nobis itominerc perepicimua: haec quoniam tristin et acerba suat»
haud facilc iiiduci posauuius, quin ea graviter et iuiquo animo patiamur; tarnen
ntillu paeto recusare debemus et pati velle, quae itulla rernm ati^ue boiuiDUui ex-
oeptioue babita cimctis mortalibus communia sutit et oecesflaria. Ac dum mecum
Aaepe cogito, quid sit, quod pierumquc dos luortalea ad dolorem impellat, null»
a.lia potior ratio seae mihi offert, ob quam id fieri piiteio, ma\ quod secuDdia
rebus aaaueti adversos caaus ex improviso iosurgeotea forti animo tolerare ne-
queauus. Ulis vero mea quidem sententia similes esse videmur, qui mare, quod
anteft nunquaui viderant, nave ingressi fiuxus ac refluxua eiua cum magna de-
lectatioDC vebemeoter admirantur, mox per summam roalaciam et tranquillitatem
ventis a puppi proaequentibus per caeruleos fluctus pleuia velia diacurrentes cre-
broaque super undaa variorum piscium aaltua et circumiacentea inaulaa nooioro-
aaque altorum montium iuga et turritas urbes in continenti positas procul aapi-
cientea incredibili voluptate afficinntur, uunquaoa illud amplioa faeiem mutaturum
[fol-13üb] eibi perauadeotes. Quudsi forte poetica pclago tempeatas incubuerit,
extemplo rei novitate permoti atque inopino caau trepiiiaotea animis concidunt
üt iiiiacrabili lamentatione sortem auam lugont^ quod in ea mala incidenut, quao
sibi eveotara nunquam animo proposuerant. Hia igitur, quae commemoravimua,
accuratisaime consideratia, si quid salis in nobia erit , dabimua uperam, ut dos
viroa, noD mulierea eaae nieminenmus. Atque auimos nostrua ita compoaitoa et
confirmatoB habere debebimua, ne proapera noa extollant et adveraa ne proater-
nant. Quam quidem opinionem Dt'mocritus maxiiue inter phitosopboa sequi ac
teuere viaoa est, cum fortunae ipae minaci Mandaret laqaeoa mediutuquc ostcn-
deret nnguem '). Posaem multa maiorum et aetatis noatrae exempla in medium
adducere, quibua humanuni m rernm imbecillitaa et varia fortunae ludibria nobia
aute oculos cxponerentur; aed eorum tu partem legisti, partem mecum liis tem-
poriboa vidiati. Quapropter nihil ulterius a mo dicetur, nisi quod iterum atque
iteram repetere non desinam: mentium noatrarum aeiem paratam et intentam ad
omncs eventiis teneri et eam velut aruem quandam fortiaaimia rationum propugna-
culis mtiniri oporlere. scilicet ne multiplicea et varii afifectus et paaaionea velut
infenai hoates hinc atque iliine tosilientea novo pugnandi genere ex improviao dos
aggresai inopinatos opprimant et occidant. Si prulixiua, quam modus epiatulae
requirebat, baec ad te [fol. 131J acripsimus, id ex amoris abuudantia quadam a
nobia factum eaae certo acias: ut bis saltem lltteria t«cum diutius eaaemua, quando
te coram, quod nobia iucnndissimum fuisset, intucri et alloqui non potuimos.
Praeterea «ium featia plausibua cantuque personatorum iuvenum et puellarum choris
hie omnia peratrepunt — quod huiua temporia condicio maiorum noatrorum aoiiqua
conauetudire obaervata poscere videtur — ipse a pnbUcia privatiaqu« negotiis
über ac aotutua in Htterarum noatrarum portuui confngiens huic officio meo in te
aatiafacere quam inanibus vulgi atudiia vacare aatius eaae duxi. Bene vale, ami-
ooroin optime. Rodigii. kl. Februariia. 1479.
5.
[fol. 150^] Lucae RIpae vlro doctissimo et amico optimo.
Nihil certe littcria tuia opportunius evcuiro potuiasct, mi Ripa, omnium atni-
ooram soavisstue atqae optime. Nuper eoim nd te scripseramt ut me certioroin
1) luTcnalis X, ?. 53.
Die Dresdener Ilaiidsohrirt der Erutica des Titü Vespasiauu Strozza 279
ftceres, an tibi placeret et an ex re tua fore duceres, si a nobis cararetur, at
in faao mea proviiicia ad litterariam disciplinam perdocendam cnm [fol. 151 1 digDi>
täte et euolumento aliqiio, quod e^'O qod magna cum difficultate ab hia civibus
me impetratufutm confidebam, hoc anno eonduoereria. At ecce litteris üünduin
obsignatia tuae mihi redditae sant, quibns aignificas te ab Alexaodro Mascharello
coDventuui fuisae et ab eo sermonea meos de te habitos et miram animi mei
cupiditatem, ut ad nos commigrares, te acceplsse dicia. Neo soUim de advenlu
tao ad haec looa nos bene sperare iiibes, sed etiam totam hanc rem in iudtciu
et arbilrio meo siiam aique omnino repo»itam esso humaDissimis verbis affirmas,
modo e:i de re ratio babeatnr, ut hie non sine honore cum alit^uo lucro familiam
tuam bis turbuleütiHatmia temporibua alerc ac tuvare poaeia. Equidcm littoria
tuis lentis continere me dod potui, qtiamvis gravi et acerbo cruris dolore vexarcr,
cuiuB tu veterem causam non ignoras, quin vehementiore gaudio affectua lecto
protiniis exeiürem, cum eam apem. quam de incrodibili aniore tuo in mo semper
babaeram, non vanam eaae mibi apertissime declarares. Qua in ro maximas tibi
gratiaa ago, quod fidei meae tantum tribuaa et ni^gotium isttid, quod non parvae
corae tibi eaae certo scio, mihi omniao auacipicndum et ex voluotate mea nuno
agendum relinquaa. Scito autem litteras tuas compluribu», qui coram aderant,
me legisae, quibua ea, quae tu acribis, mirum in modum p1 neuere, [fol. ibi*^] Valde
quidem hoc ipai cupiunt, nee aalum aba te doctrinam expetunt, quam in te aingu-
larem eesu non ignoraut (qua filios suo[a] apprimc orudiri poaae aibi perauadent,
immo exploratiaaimuiD habeni), sed humanitatem ac buuoa mores rectamque bene
vivendi ratiunem istinc se relaturoa procul dubio confidunt. Poatera die liabito
■ inter ipaos coUoquio (non in senatu neque pubücu consiüo, ubi ob nouniillae
P-evideotisaimaa rationea — qua» nunc ailentio praetereundas censeo — nihil penitus
obtineri potuiaset) frequentes ad me redierunt, et biimanissimis verbis mihi dpcla-
rarunt nihil eis aut gratiua aut optabilius ab immortali Deo praeatari poaae quam
ut Ripam meum, virnm doctisaimum, de cuiua praeclarissima fama et optima
eruditione aaepenumero audierant et quem ego, cui ipai plurimum confiderent, tot
ac tantia laudibua ad caetum ferrem, penes ae filioruiu soorum eximium prae-
ceptorem et luveotutis Optimum moderatorem haberent. Suam vero imbecillitatem
atque impotentiam in bac omnium rerum penuria et hia calamitoais temporibus
cxcuaantes mihi dixerunt: scire ae quideni nuilia auis pracmiia virtuti tuae aatia
digne reapondcri poaae, verum tarnen re diligenler atque optime perapecta con-
stitutum iuter eoa eaae, ut — quod nunc posaunt et libenliaaime faciunt — decem
l^npra aeptuaginta aurei pro annua mercede tibi constituantiir : quos primorea
rbaiuB opffol. I52jpidi aequia portionibua integre ad constitutum tempiia »o perao-
luturoa mihi receporunt. Ego vero aalarium isttid non octoginta solum, sed etiam
centum aureornm fore tibi pollieeor et atteator, domnmqne familia tua et te
dignam, ubi commode habitaro possia, tibi contribaemus. Quare, mi Ripa, expedi
Lte quam primum et ad noa cum aarcinalia tuis advola, ubi non minore laetttia
■^et veneratione quam Aegyptaa Oairin suum te ouines excipiemua. 8i lardiaa
autem, quam tbrtedebueram, hoc meura deaiderium et hanc meam conatitutionem
tibi aignificavi, non id causae fuit, quod non magnopcre eam rem votia expe-
lierem '), aed te iatinc nutlo pacto diacedore veie pro certo nobia allatum fuerat.
Si tibi videbitnr, qaod ego certe non impiobo, litteria meis acoeptia poteria aliqaem
1} ompcterem, ma.
280
Reinhard Jonathan Albrecht
ex taJ8 huc uiittere, qui tuae: voluntatia certiia omoia coratn perapki»t et penittis
intellifgÄt et rem ex sentenMa tua perficiat. Ego in bis, qoae ad di^itatem et
commodum tuum spectare arbitror, omni studio et diligeotia, auctoritate et opera
me tibi semper adfuturtim pnlltceur. Beue vale, Muaarutn mearuiD, ai quae sunt,
ckcitator acerrime et tideliasime caatigator, tibique sie pcrauade: nihil magis ab
Horcule et Guido, tiliis mcis cariasimis, qui te vehementer aiuant et observant,
oxnptari quam ut te potisstoium duce ad Palladiaa artes aditus aibi fiat. Herum
vate et Baptiatana Guarinum, [fol. 152^] viram clariaairoumy quem ob ejus eximias
virtutes et ob mutuam loter noa amicitiam ac aingularem benevolentiam plariim
facio, nomine meo aalvurn esae iube.
Lagi. X." kl. april. 1484.
6.
[fol. 153] Lucae Ripae viro doctlssfmo et amlco optimo sal.
C^uam diu desidorio tili nos torqiicbia, aoiaatiasimc Ktpa? Jaiu te huc venisse
oportuit, et nunc primam in capiendo consilio haesitaa. Equidem ut verum tibi
fatear, non mediocri tristitia lilteria tuis lectis onine* affecti sumos. Sperabamuft i
enim, si prJua iatinc non diaceasieaea , cum mmtio aaltem noatro te aimul ad nof ^
quam pritnucn iter arrepturum eaae. Id vero aecus, quam opinabamur, evenit et
ioani gaadio, quod ex adventu tuo , quem celerriinuuj fore nobis peraaadebamua,
...'), fruatrati suaiua. Nihil eat, mihi crede, quod tantopere belli perieolis com-
movearia. In ioco enim tutiasinio et ab omni hoatiiitu iacuraione remotiasimu
commoraberis. Qiiodsi oppidi niunitionibua, quae firmiasimae sunt, paruni tutua
eaae tibi videberia, in arcem hanc confugioa, ubi magDo militumi praeaidio atipatns
boatilea uiioas facillirae contemnere potens. Ceteram ne quid obatet, quo te
minua faabeamua, BartboiDineum Margottuio civem Liigenaeni, virum egregtum, ad
te mittimus, qui nomine noatro aureos tn'ginta cum bis litteria tibi reddet. Huius
pecuniae subeidio, quae in partcm [fol. 153i>] annuae mercedie tibi peraolviturj
res tu»8 octDS compooere ac sine mura, quae ad iter opus fuerint, comparare
poteria. No» vero cum de adventu tuo oertiores facti erimus, '^urrua qiiattuor
Hononiam miltenius. quibus libros et supelieotilem tuam {dem Bartboiomeua fide-
liter vehi curabit. Cum buc accesseria. plus invenies quam tibi pollicemur. Qoa-
propter, ai me amaa rebnaque tuia amicisstme a nobia consuli tibi peraaades,
nulluni ampliuB verbum faciaa, sed ad noa ahitia pedibus advola. Bene vale.
Lugi quintodecimo kl. Maias. 1484.
|fol 153 "1
Uicae Ripae viro dootissimo et amico optitno sal.
Aasiduis flagitationibua tuia, Ripa, vir eruditissimc, vehementer excitor, ut
extremam Borsiadi noatrae manum aliqnando velim imponere, ne acülcet res Uta
tAnto studio iam pridem a nobia incohata et ad tertiam ferme partem institnti
operis perducta aimul cum eius excellentissimi principis laudibua, euiua immortalis
gloria nnnquam aboteri poterit, imperfecta et veluti manca oblivioni perpetuae
T^ioquatur. Nam ex dnodecim libris, quibus totam rei aeriem carrainibus beroicia, ^
aliaounqas aint, expUcare proposueram, quattuor tantum nunc formad sunt. Eos
*) Uicr ist (per)cepuDiiii oiler etwas Ähnliches au»gciJallcn.
Die DreBÜeDer Handschrift der Erotic» ilos Tito Vcapasiano StniKza 281
vero ineracndatos et in arcola reconditog tii post Boraü Ddcih obitam tantopere
videre oontendisti et perlectoa, [fol. 154] qaae tua est humanitas et singulari« in
me bencvolentia, non iioprobasti. Equidera Ithenter id facerem, ad quod tu gloriae
noBtrae fortasse nimis avidus non soltiai dos hortaria. verum etiam Stimuli» urgen-
tibus impelliß. Qua ja re et hooeatiasimae cuptditall tuae raorexn gererem et
officio nieo in enm, quem veluli praesens numen in terris colai et qui lueos meque
tot singularibtiH beoeticii» prosocimis est, in aliqua saltern parle satisfacerera.
Accedir ad haec, quod gloriosissimi principis Domen ri>to terrarum orbe celeber-
rimnoi multo« niortalea ingenti cupiditate incenso« allicit ad ea libeDtisaime
cognoacenda, quae de tanto Üuce a scrtptoribus praedicantur. Quam ob rein, si
qtiis forte minus eleganter nc uiinua ornate quicquam de illo scripaerit, modo
I eius scripta Ducis Borsii taudes contioere existiincntur, qualiscunque scrlptor fiierit,
linaxiinarnm tarnen reriuii, de quibos verba fecerJt, ratione habita non dubito, quin
Pia apud tectores magnam aactoritatem et eximium decus consecuturus sit. Ois
I igitar eonsideratis omnia profecto vidcntar toe ad acrihendiim invitare, nei- diihito
Doonullos esse, qui me ingratum et beneficiorum immemorem appellent, quooiain
eo, cui phirimum debebam, e medio sublato nihil amplius scribam, perinde ac si
omnem defuncti curain ac inemoriam ex animo penitua abiecerim. Sed absit
[fol. 154 1>] a nobia tantum nefas: quid enim aut iugruttua aut inbumanius exeogi*
tari possct quam noa eoriim oblivisci, qui quanduque de nobis beoe menti fiierint?
Ipsae etiam ferae magistros suos, a quibus aluntur, et cognoscunt et diligunt ot
blandtentium tactu permolcentur. Canes qnoqoe icemoriae proditum est mortiiorum
donjinonim niirabiü desiderio aflfectos eoniio sepulcria die noctuqiie assidne in-
baerentes obatinatia animia ioedia mortem sibi quaesivisse. Nemo igitur id de mo
sentiat, quod a veritate procul abest, silentitque icei causaa alias fuisse pro certo
habeat. Naiu posteaquam Boraius ex huuianis abiit, mutta niibi adversa oescio
quo fato accideruiu: quae etsi me vebementer perturbarunt et graviasiroe vexarunt,
DOB tamea omnino animo coocidi, sed Duce Herculc, principe sane optiino ac
'.iusttssimo , tnooeentiam et Üdem meam perspiciente ac benigno favore subtevante
^ex') invidorura atque obtrectatorum meonuo perniüiosis calumuiis et manibu» irapiis
liberatua siim atquc ita ttberaius, ut praeter malorun] opinionem apnd ipaum quoquo
Ducem atiquo in nomero iam pridem esse coeperiu). lila vero, quae nje hactenus
offenderunt, eiusmodi fuere, ut a studiolis nostris animum meum averterint ac
peoitus alienarJDt. Niillam enini cum sollicitia bomiaum meutibus suavissimi Mu-
sarum chori coniunctiooem babent, Quapropter neqiie tu neque quisquam alias
mir&ri debet, si coeptutn opus interrupit sinilfol. 155]stra et difficilüma temponun
oondicio. Quam male atitem noblseum bis proximis annis et privatim et publice
actum ait, formidabüe ac miserrimtim est meiuinisae. Nam per Deum immortalem,
quis est adeo ferus, adeo immanis, adeo tniculentus et ab omni penitus bumani-
täte alienus, qui tot calamitates, quaa passi sumus, sine gemitu, sine luctu, situt
deploratione aut aiidtre aut tntueri posstt? Bello omnium, quae unquam t^oaU
sunt, asperrimo et crudeüssimu*) vexati atqae al'äicti Humus: quod an iuate uabiü
illatum sit, non est neoessarium nunc disserere. Nutli enim unquam suae rationcs
desant, quas taeri velit Pulcberrimae ac rortilissimae regiones nostrae ferro igoi
1) 10, ms.
2) D. i. der Krieg der VenetlAiicr gcKca Ferrara und dessen Verbündete (1483 — 14«4).
Vgl. Heinrich Leu, Gesch. der italicaiacheu Staaten lU, S. 138 fl'.
Reinhard Jooftthao Albreebt
aqua paasim lateque devaatatae saot, viUae ionninerabiles meeoaae, apIeDdidissima
et amoeniBsima aedificia cam maxima miseroraoi ciTioio iactura et iocredibili
mole«tia partim per a^ros partim in eaburbii« DoatriB aat diruta aut äammia con-
cremata, maxima omnigeoi (jecoria undiqaevis abacta omniumque rerum praedae
ingeotes abdactae. Quis rara late deaerta et incaltos UDdique campos aspiciena
vastam solitudiDem et tristem illam atqoe faorrendam deformitatem noo expavescatV
Qtiia iofioitos paese viroram ac mnlierum pueroramqae ac paellaram gregea in capti-
vitatem miaerabililer abductos^) ioteltegeDs et ea pauos. quae victi a victoribas
pleromqae pati soteot, [foi. Xbb^] quis, inquam, baec aodieDS mi^ericordia com-
motoa vebementissime aoimo oon perturbetar? Qais vero deorum immortaltum
sede« spoUataa et immaDiba» ac nefariis Bacrilegiis violataa dirutaAqae pro rei
atxocitate satia lamentari qaeat? Bis lot ac tantia malia edam illud acceaait, quod
aoe inagoopere perturbavit et ad extremum ferme exitiam redegit: Ilervulea, in
quo apea omnia nostra aita et collocata erat, qai nanquam ex ullo certamiDe niai
Victor djaceaaerat, curia ac rigiliia et taboribu8 coofectus in gravem aane ac peri-
calüaani aegrotationem incidit. Qaa dia et aaperrime cooHictatus tandem non
huinano eoosilio, aed divioa potiue ope priätioae valetudini reatitQtaa eat . cum
ioterea noatris rebua in maximo diacrimine conatitatis eins opera et praeaidio,
quod noble opportonom et aalutare futurum erat, longo tempore caruiaaemna.
Nemo tarnen quemquam ex ducibua, qui pro nobia ilH bello pruefuerunt, a me in-
eaaari putet (neque eoim id aeotio; nam, ut a poeia*) dictum eat, Potuit quae
plurima virtua Esse, fait) ; »od tauta erat apud bominea noatros et univeraum exer-
citum Doatrum FlercuHa auctoritaa, tantam etua virtuti coofidebamDa, ut illo aoapite
nihil unquaiu adverai nobia accidere poaae pro certo baberemua. Innumeraa vero
ac prupe iofaadas clades noatraa iliia ipaia etiam, quorum ductu et aitapicita talia
geata sunt, (nam et eapieotiaaimi et iii[fol. 156]sti8«imi aemper habiti fnere) credit
bile eat mirum in inodum displicuiase. At in magnis exercitibua atqne inter tot
militum milia, praeaertjm ai barbarae gentea illia commiaceaotur , diffioite eat,
etiamai cupia», aceleratorum atque impiorum huminum cruentaa et nefariaa manua
inhibere. Nee deaperandum eat, si qua in bis pernidoaia altercationibna amiaimoa,
iam pace facta ipsos, apud quoa ea sunt, sua aoltta magnanimitate et liberalitate
indaetos et bcneficiorum memorea, quae domua Eatenaia in eorum rem pa(blicam}
opporiuoia quidem et maxime neceaaariia temporibua contulertt» ea omnia bona fide
aliqnaodo non solum redditoroa, verum, cum potentiaaimi et liberaliaflim» aint, muito
etiam maiora nobia elargituroa: praosertira cum meminprunt Ducem Herculem Nicolai
Marcbionia filium fuiaae, quem ipai in ainu prope auo aUierint, i[m omnia sua ad
eorum nutua prompttaaime expoauerit, qui ae non minua Venetam quam Ferra-
rieDeem et dici et eaae voluerit, quem illa latbmiaca regtone, quam Rodigiä PoUi-
cinnm appellant, ingentibua viri meritia benigniaainie reapondentes libcratissime
donaveriet. Quam regionem ob aliquam fortaaae erroria causam, non adeo acer-
bam ultionem exigentem, nunc potiua oubis aaaervari quam omuino ademptam eaae
oredere debemua, Nondam ertim eorum ineuioria excidiaae putandum eat, qua fide,
qua virtute, (foI. 156*»] quo conailio, qua animi magnitudine noater Rercules pro
Veoeturum gloria et imperio ad MoÜnellam, Bonunienaia agri viciim , »dveraua
Federicum illum Urbinatero, aetatia noatrae tmperatorem excelleutiaaimum in atroci
1) addnetoa, ms.
2) Verg. Ach. XT, 312 «k|. : Ncc quemquam incuao: potuit etc.
D}« Oroadeoer Daudacbrift dur Erotica des Tito Vespasiauo Stroisza 283
proelio') fortisfliuie dimicaDS ColeonoDsem exercitum aocioaque acerrima hosttam
improssioDe graviter laborantes Busteatarit et conservarit, nee solum ooDscrvarit,
verum ctiam ab ca parte, in qua tpse pugnabat, victoriae priiicipiuin dederit,
qaatQ et dox et illius acerbisBimum ac letale vulous e aiacibus abstulerunt*)« Sod
reprifflo me, doq enim scribeotis epistulaiu sed potiua oratoris hae partes sunt et
eiu«, qui auditorum animoa ad miaericordiam ioducere contendat. Tecum autem,
qni tempestate illa furentc io eadeni navi per procellosum mare Dobfacum iactatua
es, nautragii nostri djiseriaa coinmemoraro Bapertiuuio esse duco. llorret aotmua
praeterea, dum singula mecum cogito, quae calamitosta illis tcmporibus, quoruro
ego, iit tu 8ci», iioD exigua pars fiii'), dos adeo graviter afflictos oppresaeruat,
ut vix etiamoano pauliaper orecti aliquante» respirare poaaiDDua. Qua quidem iem-
peatate — quod sine uUa arroKaatiae suspicionc a Dubia dici poteat, cum et vera
et noD ignota referantur — quantum in tae auctoritatia et arbitrii princepa noater
eaae voluerit, et civ'itas et copiae nostrae et suciorum auxilta, quoruiii in aiimmo
[lol. 157] totiua Eatenaia imperii discriminc cura nubia qwique deinandata {\x^t^
saäa manifeatum teatiuiünium praebuere. Ego vero et industria, si qua iu me est,
et pletate, qua debueram, ipai Herculi et patriae fidem ac diligeutiam meam ex*
hibere couatua aum*). Sed ne ego longiua aoribendo progredior, quam conati*
tueram, dum vcraa ac neceaaarlaa excuaationia meae rationea in medium nlferre
contendo. Quapropler hoc dictia breviter adiciam: oullam mihi wuitia iam anoia,
ut fauile intellei^i poteat , occaaionem oblatam fuiase cum litteria in grutiam
redenndi, neque mihi ex bac mea laborioaa certe ac multla negotiis impcdita pro-
viccia tantum aecuritatia et otii nunc etiam supereaae. ut auimua ad acribeDdum
aatia accomiuodari puaait. Ceterum tanti est apud me auctoritaa tua, tantum mu-
tuu» inter nos amor valet, tantum communia atudia poaaunt, ut nihil omnino tibi
denegare dcbeam, tibi, inquam, homini ea virtute praedito et') multia in rebus
de me ac tilüa meia bene mcrenli, quoa ood minua amaa, ao ai tui eaaent, boniaque
moribus inatruia et tua excellenti doctrina exoroaa. Qaare per amicitiae nuatrae
couiunctionem et inviokbile foedua tibi polliceor: cura primum aliquid facultaiis
mibi dabitur, hoc negotii, de quo nunc mecum agia, me itcriim aceurate in maoibus
reauraptorum eaae et aut totnm id opiia omnino consummaturum aut eoa [fol. 157 '']
aaltero, qui nunc exatant, lihrosaliqua exactiore liroa, ut aliquaudo prodire audeant,
quantum ingenioli nostri vires patleutur, expolitnraui. Bene vale noatri memor et,
quid de bucolica veraificatione mea sentias, velis aliquid litteria tuia mibi aigni-
ficarf. Salvua ait vir bumaniaBimua et doctisaimua Baptista liuarinue, qui-m egu
ob Bgregias virtiitea, quae in eo aunt, tanti facto, quanti praeterea paucoa.
Lugi Uli. kl. uüvembr. 1485.
8.
|fol. 157 1>] liiustn Alphonao estenai «al.
Audio, Princepa Illu(8tri88ime) , to aiimma cnra studiia homanitatia operam
daro, qua in re plarimum tibi gratulor, quod in ista puerili aetate oonstitu-
1) Die nnentachicNlenc Schlacht bei Molinella tuncj jun 2ft. Juli 1467 at*tt (vgl,
Leo HI, S, 411) tuid winl Acol, [, 1. vv. 97—144 geschilUcrU
2) VrI. üher Ercolc's Verwuuilung: Uiiir. fcrr., col 211 cc; Friiai IV, p. 62 imd
Aool. 1, 1. vv, 145—246.
3) Vgl. Acol. III, l nnd 2.
4) Vgl. Serm. 4. Ad Bonavcnturnni Pistophilum, vv. 171 — 187.
6) ut, ms.
7M
lUirtMd JMMku Anndt
tu') taan regiia dignilaifiiii UUtnmni qooqae orxamenti» Mgere ac
eontendai. NfMt eiifm naglt heainfm Hbernn de«et, ean enn pamafä
ftatpioio daetii(|ni: crtirri MOftalM reg) debeot, qii«D nt virt«!«« fM«fai
Um .-innitntur adipiiici mdiptavqae rebementer amet ae velati ii(,ia—
v«n«rRtiir. (Ilnc datur ad taplealiaili et iaatitian pat4?ns aditas, qaae i
bomin/>fn inniroo lJ(*o mtram in modam coociliant et amtciMinnm reMoi
KubcrriAmlofl (Kipriloi loaxitne neoesaariae videntur. Qnodai priratoa honl
qna vtrtutia uiubra praoditoa ab igoobilii vulgi tiirba loDge secerni fidaai
de «o ]>nn(-\[n* üircnffo n nobis puteoias, qui praeter ioaitaa i
pnthitMtrm et ultra ex< ni geoeris clarum et aubtiine faattgfOB
qiif>qtic (linciplinj« irobiitua et inaigoi litteraram eruditione exenltus atogttlari
trliift ccl«ros inortalei antecellat? Reges enim isaiimo in imperio eunatitati i
«at ot in enoelio vitaro agant, quo fit, ot eonim mores molti mortale« aoriiiC Si
bnnis artihiiM inntrnnil ftterint, laadeni et gloriam coaseqneotur et ab omnibas, ad
quoii inilgiii« norurn fama porvfnerit, non solam amabuntur, verum eriaas taan
quam dii in ti'rris maximi« tionoribtis afticieritur, observabuntor et coleotar. 8i
vorn iiiiiiNtl Ol crodt-lo» et avari ease lualiierint oec viam virtatia ingreaat forriot.
Dtque Üeo neqao hominibtia saiiafaclent et maieatatem regiam pollaentes viri et
vha functi sib) iptia et maloribna tuis ac posteris plus ooeris quam boQoris
acquirf^nt. Kx Ista toa Katf^aai farottia multt quidem principe» et pace et bello
claritminii prudifr««, quos nd unum omnes «i connumerare Toloerimu«, non epiatala.
quav brrvitateni reqnirit, »cd iDn«« nobis oratfune opus erit. RoUqais autem na&c
orolssli, qtiorum (ngena est natnerus, magnaniniuni et excellentisaimnm patrem taoia
Duccm Ilcrciilciti, qaem tmitfiria. ante oculos tibi propunere debebis. qoi ob
egr^K^am indolouj, i|uh praHdiltm erat, et ob mores elegandssimoR Aipbonso Uli,
ragum «ninium [fol. 158^] gloHnsissimn et hominum ceosori optiino, quamquam
•tlanitUQc adnieiirfir)«, in pHmls cams fult. Uoiode annis crescentibus tantnm io
lllo furarae virtuil« speciiueu apparult, lantus spleodor eluxit, ut cuoctos mortale»
Id opionDin ad<1iixerit: mudu diu lUperntes esset, eutu ad maximum calmeo imperii
allipiand» pt«rvt<otunira esse, Prncedente mox firropore. cum et anim» virtote et
corporis viribus pltirimnm excrltcrt't manuque promptns et coasilio bonos esset.
In maximam Nui admiratloneiii omues cunvertit. Mtllta illius egregia facinora mili-
tiuria praetereo, nc singula, qnae ab eo praeclarc geata snnt, velut bistoriam nar>
raiurna tu medium nunc videar addutcre voluisse. Calabraa iilas expeditiooes
«fr^giaa tao«o. Samt pugnam itlam scenrimam et gloriotiasimam relinqao')» de
atrool ad Mülioetlaui fertamiwr •) , In quo eins plurjma virtus enituit, verbnm
SOllDm (kcio, ubi Coleonensi »»xercitu validiasimoruro bostium gravi impeta vehe-
nenter opprexio et iaiu vix pro(*litim sustlneiite ipae cam suis in pu^oam df^latas
(6rtitaime diuiioans e manu Federici illius IJrbinatis, duds excelleotiasimi, aoa.|
all» maxiroo virae suo periculo virturiam quam primum eripait CoasSio
at opa div 10 aloa fortaaa eositaata, poat varioa caaoa.
laaoairra» >id«B naUtotua «at, bM aoa a»eatia, dod igaavia,
BOD avaritia [fnl l^t^j Deqa» taxa, inalis duoiboa. a recta bao« vtveotii nüione
I) AVhmo L, Utfr driMc lIcno|t Yoa F«rT»ra, bt gshoraa an tt. JoU 14Ti. «mr
laab «*, J*bf ah.
t) IH« ScKlAtfiüt bei Smuo. ba Juli UCO, war j^loeli akhl Ar r>me«a»il L
'HiaH. saatkc« fUr >imtmm Qtgact JoUaa t«a A|oa rinnkt. Vgl. La» IT, 9. 59S.
4) Vgl. toi tMK
Die Dresdeoer Hacdscbrift der Erotica dea Tito Vespaaiano Strozza 285
aeddctas, sed priideoter atreoue lilteraliter ac modeste vitam ducens priocipatiim
adeptUB est. Quae vero miu potitus iuipen'o Morentini exercilus alque omDium
copiaruu], quae per eoctetatew belli ciiieraot, dux priioas in Einiria uaviter ges«
aeiit'), testis est optimus püpulua Florentitius, cui(y)*) gravittjr laborauti adversus
poteatissiixium bostem opportuQuni auxilium lulit. Quid ea dicaro, quue ounibus
nottsaiiiia ei iam ubique tritu auntV qua acilicet diligentia, qua celeritate, quibua
sumplibus uaepta illa et vivaria tarn apatiosae ujMgnitudini» adimi aui requietia
orgo coniifliuia parietihua cinxerit multtsqiie et variia feria babitandjt tradiderit^)?
Quid referam molem illam castelli veteria a priacts uiarclüonibtiä incobatam nec-
dum perfe<:tau], quam uiagnitica, quam auperba atruutura ipae akius erexerit et
ad praestautiorem foraiam redegerit*] et exacte cutiaummarit? Aulain regiam aitu
victaui et vetustate paene collapsam oon aolum reatttuit, aed etiam veaerabiti
templo iD ea coudito et Beatae Virgini, quam religioalasime coüt, dedicato oec
non pluribua alüa oroaiuentia additia commodieaimara et pulchentmam reddidit.
Ntivum furuoi cunatruxit, vetua marmoreia porticibua et nova pictiira iDaignivrit»
tauitia ao aplcndidia aedificits totam ferme urbem exornavit'). [fol. Id3^| Qua
vero beoevolentia, qua liberalitale buob oiuDea proaecutua ait ac proaequatur,
amplissima munera, quibua eoa doaavit, et diguitatea Id eoadem collatae mani-
featnui iadicium praebent. Secutae auQt deinde neacio quo fato DODuullae alter-
catiooea inter Veßetam et FenarienaeaK quae facillime aedari poterant, ai ea
reoiedia btoc et iade adhibita fuiaaeDt, quae et rea et tempua poatulare videbantttr.
Ortum eat iJlud crudeliaatmuiu bellum, quod fortaaae noo tarn acerbum neque tarn
calamiioflum et taui inaigueui uoatris cladibua exitum babuisaet, al pater tuua, quo
liraesente nulla unquam dimicatiu a noatria militibua aiai aeeundiaaima facta eat,
in maläu) valetudinem qod iucldiaaet et illi, in quorum manu et fide rerum Qoatra-
ruiQ automa poaita ftierat, ofticio auo functi fuisaent. At quoDiam de hia, quae
ad patrem tuum pertiaent, ooDoulla carptiiu p<er8triaximua, illud quoque taceodum
Qon videtur: omoea civea ooatroa et univeraos populoa Eatenai imperio subiectos,
niai qui per vitu ab boatibua expugnati sunt, praeter eatu fidcm, quam aemper
erga Eatenaea prtticipes babueriiiiit, illiua beniguitate et iuatitia atque optimo regi-
irtine inductüs cuncta poLiua aapera et paene extrema pati voluiaae quam ab illo
diacedere. Haee quidem digDiaaima auot et ab omnibaa maximi facienda, quiboB
a te dtHgeutisaime perapectia fecile intellegea noa tibi vera commemorare : exempla
Bcilicet [fol. 160] doiueatica ad virtutem capeaaendam et ad laudem et gloriam
acquireodam tibi non deeaae. Videa, quanta voUiptate pater tuua affioiatur, cum
te ad boDoa morea tendere ac litteria vacare intellegit: quibua ipae adeo deieo->
tatur, ut etiam multia variiaque et urgeiitibua oegotiia occupatos cotidie tarnen
aliquid Legat, neque uila fere eat hiatoria aut Latina aat Graeca aut barbara,
cuiua ipae qoq aolum cognitionein nou faabeat, aed etiam de ea copioaiaaime toqai
aciat, alque ita loqui aciat, ut ego eum de bia rebus quandoque aermonem baben-
tem audiena et iageuium et acientiam et memortam pltiriiDum admirer. Hoc igitur
1) Ercole war zwar vom 37. Scptbr. 1478 bl» tntn 10. Aug. 1479 ObcrbefcliUhaber
der Florentiner, »eine Rriegsfilhrun}; aber gegen ilie päpstlich -ncapoUtaniache Liga war
nicht» weniger als rühmlich. Vgl, Leo IV, S. 395 ft'.
2) Der Sinn fordert qui ci st. cm : die Flurentiner leisteten dem Henog von Ferram
beim Einfalle «Icr Venetlancr (1482) Hilfe.
8) Vgl. Acül, I, 2.
4) redigerit, ms.
5) Vgl. über Ercole'a Bauten: Aeol. I, 7 und Q, i.
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ai9«< ■wtilft iaiteto €l II— fliw iBfirai cfk at.
s DiOf qprf covAiM acisKlar tat, acelmBi iw
litfuBtw palmar, Bm, toqoMit BnanM §äm eontea mWi mm^
«|w> leer {M. 1({0»| faiwdiri— . aoUwai pcfcgrisaatcs
■ofSatar^ sM mm immv§ toImHmh. Ei 4mb w mm|9 flwvvti hbw»
eUCMl, mittiiliw Mwpnt et veoacfbot ae eetcrii hi— MiMi hA aai
iMdl «t «orfoito tnrwBdi gfalfo, qaotitn pteeaerü, vaeare piirfai
qaod rd aOiCMff optn so« iaip<JiwU anldqw escrdtnn doen aoo
esf«lM art«! ImRI, ««4 etUm ob eonun hwignem etoqanifxaai fBnatraa kMfi
Quiproplcr onai* U eerte aoo i»odo atlieere. vcroa elüni minm im
■MtPdlw 4«b«Bl, Bt MHw boe piKittimitB tenpora, das eeteni
•srai, Sttarte fMaslNM. MfUÜamm Lngtnam, mam qnidtm
Ufff M epClflUM «radftfooli, fliidtoni» toorom adiutorein et amMoämmtm
RnpUtTftm h»h*i»: bnitui iiA}»h«rrnmi« i*t laudabiliboB moDitu — qood eerte
t« (acan aoa Igoorrnnt — «i obsecuto« faeri«, oemo dabttat, qoio m tt
ffCMltow ft doetrina linfoUrif evunrn*. Beoe vale. cooram ipea
exitnloffl d»coi, ae me exrelkntiju» tnae dfditiMimam commeDdatno habe.
Lofi qolnto dedmo kl. Februar. 1485.
9.
(fol. ir.7' 1 Venerabiliinit ic podloiMinils vtrgiaibM Euplinwtnae et Alexandrae
aoronbM w olifHW hm oHMfitMMt Salutein.
Qoaa Deua iadem pareatiboa gcrnitaa eodem stadio et mntao inter ae amore
eanlonxit, ego qaoque epietaia non disiuDgam. Miilta i]nideiii siiot, podicisaimae
vlrKioe«, CbHatl apooine electau, qoibua inducor. ut aliqaid ad vos nnoc seribere
noti dubitütn tniliiqu« p'^riuadeam hanc oean erga vos in dumiao earitatno pro
bumaoitAifl et ppidonUa reitra vobff non ingratmn fore. V'etus enim inter elaris-
■iroaiD famlliaa vattran aaosque amicitin «Inf^nlaH bencvolentia coniaocta iam
pridein fult, qna« deinde nova inter noi afänii.ato ot soaffol. 168]nMiiiia patria,
VMtii mecotD laut pliiribtia annis inveterata conauetudiue ita aucta eet, at naU
feie n)aiur cooiunctio possit aoced«re. At litterarum eruditio, qaae in atraqa
veetruQi inaiKnia oit, et bumauitatiii atudia, quihcis ante sacratisaintam profeaaione
veitram, i<t (iriusquam fAli.ioibas haius miaori oiuodi blanditiia valete a vobis om>j
ninn dicrretur, anbao florebatls, aüqaid uiibi commune vobieoam eaae Toliierunt,
cQui e^o quoqiie ab aduleaceoUa nea bis artihu» nonnibil deleetaliM aliqnid ad>
dtacare, modo (nKoniam oupidttati reipnndinset, conatas aim. Res aotem ip
de qua vobiteuin verba facero rontiitai, ad tucnodissiniaiu et salutarem antoutal
conaidorationftn pcrtlnet. Etei qnia ab extremt orbie terrarum partiboa Teniena
lalla te afferre velle ostenderit, qoalla me nunc altataraoi polltoeor. libcnter qni«
dan ab onnibaa aodiondoa erlt Vobli igitnr, praeetantiaaimae et obeervandissimae
la Cbrialo aororef, vehementer fcratnior, com ille, sine oafus natu ne minimuiai
Die» Dresdener Qandatlirift dtr Rrolica des Tito Vespasian» Stnizza 387
qnidem foliorum cadit ad terraro, vos eo ingenio» ea sapieutia prAedhas esse
volucrit, iit tamquaiD butjrnra et mel comedentea maiuin reprobare et bonum
eligere scieritis et anim) sninraa ratiooe atque excellenti inagnauitnitate inductae
paternaa opea, generis uobilitatem, preiioaoa aulfus, mundanas illcfebraa, cogoaios,
affines, pareotuni blanditia«, uoici fratris gratiam [fol. 168 **] et ea omoia, quae
plerique mortalium plarimi fariiint, iH vos Dei scrvitio dedicareti«, elato et ex-
pedito aninio »inaül eontempseritia nee solum coiitempseritla, sed etlam vos ipsaa
sponte vestra in ancillarum formam redegeritis')> nudam cgeatatem, siaiplicem
huniilftatem, rigidos et mitiimi pretii amictus, assidaas vfgitiaa, pia« lacrimaa,
satnranda parcia et vilibas cibis ieiunia, variaa corporia afßictionea bia omDibus,
quae aiipra coiomeinoravi , poathabiris omnino sequi certom vobta propositam
fuerit, quo viatii doinioo pararetis et reclsa faceretis Beinitas eius"). Illiid tarnen
in prirais suniraa comraendatione et maximu admiratioDe dignuro fuit^ qiiod Dulliiia
comraoditatia, rei oalliiia indigentea ex hia, quae a ceteria puellis caate et pudice
degeotibaa miruTu m rooduin desiderari soleDt, vos omnibuft animi et corporis et
fortunae bonia praeditae et in primo aetatis flore consiitutae nee non indulgen-
tissimoB vobis parentea sortitae, cum illi paratis dotibus vestrlg iam de generis
cogitareot, vos» inquarn, in sententia permaaentes, quae iam aliquot annos certa
et fixa vofltris meotibus inhaeserat, servato ioviolatae virgioitatia luunere atque
omoipotenti et aeterno Deo aervire cupientes hilari vnltu et conataDti aoiino ine-
llioretn partem, quae nnaquani a vobis anferetur, sapienter elegistis. Non enim
voa tatebat htc omnia [fol. 169] brevi duratura et caduca esae nee qiiicquam ab
Ullis mortalibus hie poaaideri, quod eoruin iuris in perpetoiim putandura ait. At
qui in atliutorio akiaaimi babitat") et in lacrimis aeminat, in exaultatione nietet*)
et cum gaudto venieus maniputüa 9U0S portabit')^ quos nunquau) amisaurus alt:
qaod etiam vos facturaa nemo dubitare debet, cum praeaertim non pueUari levi-
tate inductae, «ed gravi atque optiino coDeilio confirmatae, quid*) ad mentis
veatrae qaietem et ad animae salutem pertineat, non ignorantea esurire votoiatis,
ut divina gratia aaturaremini , et , quae parvo tempore fruenda vobia data erant,
reliquistia, ut tamquam nihil habentes omnta bona in aeteroum posaideretia. Per-
gite igitnr, aacratissimae virginea^ qua oüepistia: dominum quaerite, dum inveniri
poteat; eum invocate, dorn prope eat'). Vos enim procul ab buius procelloai
maris fiuctibas positae, quibus miaeri mortales non aine maximia eorpornm et
animarum noatranim pertculia aasidue tactamur, per traoquiltum fere pelagna pleno
aecundiaslmis zephyris velo navigatis aeternae portum beatitudinis petiturae.
Atque boc vobia animo semper insitum ait: Deum, qui fallt non poteat, Optimum
Bcrntatorem cordium eaae et nntcuiqae praemia pro mentis ab eo reddi, nee
spectaotibua aed ccrtantibua Coronas parari. Praeter ea mnnera, quae [fol. 169'']
vobis benigniasimns Dens largilns est, etiam illud aooeasit, quod in monasterio
Sacra rcligione celeberrimo inter vencrandiasimos aanctarnm oiuliernm choros
vitam ageotes et die noctuqne psaimis et hymnis vacantes spiritualem conso-
1) redigerites, ms.
S) Nach Matth. S, 2 = IsaJM 40, 3.
3) Ps. 90, 1.
4) Ps, 125, 6.
5) Ps. 135^: VenicQtes antem vcnicnt cum exsuUatione portantes manlpnlos snoa.
6) quod, ms.
7) Isalas 55, 6.
Die Dresdener Handschrift der Erotica des Tito Vespasiaoo Strozza 289
m.
Sieben unTeröffentlichte Gedichte.
1.
Erotm, 8 rfol.52):
Ad Baoohum.
Salve, magne pater, divum soavissime, salve,
Salve Bacche meis saepe eanende modis:
Numine nostra tuo dignatus tecta subire
Incolumis (?) *) laeta fronde benignus ades.
5 Qui modo sollicitis fueramas mentibas, ecee
Adventu exhilaras nos, pater alme, tue.
Tu laetas hominum mentes, convivia laeta
Efficis, ac sine te gandia cuncta silent.
2.
Erot.V, 12 (fol.89):
Epitaphium Obitii Costabills aduiescentls clarissimi.
Obitius viridi iacet hie exstinctus in aevo,
Assiduus vatum Pieridumque comes.
lilum et Costabilis domns et Ferraria luget
Et quisquis mores norat et ingenium.
3.
Erot. V, 19 (fol.93):
In paiatio Carthusiensl Ferrariae.
Has quoque magnificis construzit snmptibns aedes
Carthusiaeque suae Dux Borsius addidit. At tu,
Qui legis, bnnc hominum cnram divumque gereutem
Semper ama et Borsi venerabile nomen adora.
4.
Erot. VI, 7 (fol. 105*,b):
Ad Divum Heroulem.
Optime Dux, quo non alius vel nomine maior
Vel belle melier vel pietate prior,
Da facilis placidas miserandis questibus aures,
Ne probitas diro victa furore cadat.
1) Implicitufl = innexus?
Somanische Fonchnngon VII. ^0
Bdühui JöMtku Atbrcefo
h Em siii|«fal e«Ub«if« mtfMM, bliib«r« iiphii
Ots H^mMe MaU imiiMiliti Lifri;
Hon Uae» bMe ooMc peiffaii ■liflefwi nlvt«a
A^alit lit«c Ba^m« pamtls gniU *hi Mt.
Powell»!!*, 8t lie<si, TcJatl eoameriBBi säte.
10 U pifttriit pkaaa iw*) re^aer« Iw^
ftwtyt t«w MMN gviiHor de<ilt, Ola tucri
TfMM^ Priattpg afti«, sb bovt« vellt.
II drtitü, *i forte tlBea, ne isioflU peUitsr,
OosaittM »eqoio iara pettta viro.
t^ El (|Bi« fi nbida iriolator per6da« neum
0«C!ip»i «t lolito more ronife euptt:
PomomI BoMor titotna i)1I«d praefeireiC, UU
PrsM^iti« indiili fädic«t ülo mo,
Arb!t«r iot^rts Mwagm mmethit ad orbf^oi
80 Atqu« dabJi LaAib litibofl Ule mortDin,
lioc f«iiibu« detia <!t tirpplice To«e precMnur,
0^9« «nttt itiitttiA mimera digna taa.
a
EfoL VI, « (fo!. 105 ^):
<M etindtm).
Tiiatifl et Immeiiao cararam pondere preff»
Oc^dloit sollto MasA aitore loqul
Piirelt«, li doctaa iocultU vemtbua anrea
Offendit: jp-Avf« Cit maxima cauna dutur.
5 Si tarnen (nt spero) Princeps banc respicit, Ule,
Ule aoimo rtrea ingenioqne dabit.
6.
Erot VIII, 2 (fol. 147«» and 148):
Ad viniiii dootfetlmum Ucam Mpam.
Non erat ignotnm nobis, cnltiflaime Ripa,
Quae foret eloquii gratia visqae tai.
Et quantum posses elegis, ostendeiat olim
FoinDosa impariboa Xanthia dicta modis,
5 Xanthia, cuias amor pennaa et cornna magnum
Ferra lovem et fulvo cogeret imbre tegi,
Noo ocuHb Veneri, non concesanra Minervae
CrinibuB et nfvea par tibi, Inno, manu.
lUius ogregiaa tua dum facnndia laudea
10 Carniine non humili, Ripa diaerte, refert,
1
1) viü, mi.
Die Dresdener Handschrift der Erotica des Tito Vespasiano Strozsa 291
Te sibi moUis Amor vatem elegisse videtnr,
Qui oaneres arcns, aurea tela, faces.
At nova, qnae supemm sacras modularis ad aures,
Garmina Phoebeae quis ne^t apta lyrae?
15 Dicendi mira genxa omne amplecteris arte
Et tibi non ona gloria parta via est
Nee minus hoc in te mirabile, qnod tna fastu
Atque omni virtus ambitione caret.
Claraqae per invenum coetns praecepta sequentes
20 Spargis doctrinae maxima dona tuae.
Nee, quod plara tnis potioraque iagera quisquam
Possideat, tristi ramperis invidia.
Tu procul a taetra vitiorum labe recedis,
Tu recto sequeris fasque pinmque gradu.
25 Tristia multa mihi quamvis haec afferat aetas
(Namque suas mutant sorsqne diesqne vices),
Quaeqne vides praeter saevi dispendia belli
Cum sedeant animo plura dolenda meo:
Ipse tarnen cum te non sim spoliatns amico,
30 Vix Ulla videor parte carere boni.
Errat, amicitiae sanoto qui foedere nobis
In vita quicquam dnlcius esse putat
Me tibi nulla dies mutabit, amice, nee in te
Esse aliam mentem indiciumque reor.
7.
Erot. Vm, 4 (fol. 149) :
Pro loanne Romeo Ferrariense, equite claiisalmo.
Hunc sibi Joannes tumulum Romeus et aram
Haue viyens posuit, Virgo beata, tibi.
Huic decus et magnas felix industria nullo
Turbine fortunae fracta paravit opes,
5 Nee solnm parto incubult, sed plurima fiidit
Dona suis larga caelitibusque manu.
Pontificem Romanum adiit legatus et Inde
Factus eques rediit non sine laude domum.
Sanguinis Estensis dignatur coniuge, Princeps
10 Admisit thalamo consilioque suo.
Splendida clarorum hospitiis patuere viromm
Atria^). Bis Septem lustra peracta seni.
Anno. CGCCLXXXin. supra mille.
1) Vgl. die Venus Basinii ParmciiBia in salutationem marchionis eittenns Lcuiiulli
per mwsM in aedibas lohannis Komei in Ckidex 840 der Cifica Bibl. di Ferrara
(nach Antonelli, Indice I, p. 138).
19»
mt
Laut- und Formenlehre der Waldensisohen Gedichte.
VOD
Dr. A. Barth.
Der Untereuchung zu Gründe gelegt sind die waldeDaischen Ge-
dichte: Nobla LeyczoQ I, La Barca 11, Lo Novel Sermon III, Lo Novel
Confort IV, Lo Payro Eternel V, Lo Ücepreczi del Mont VI, L'Avangeli
de li Quatre Semencz VII; ferner der Beetiari B. Benutzt habe ich
für 1 die Ausgabe vod E. Montet „La Noble LG^'on>* Paria 1888, nach
der Ci; ambridger) hs, nebst den Lesarten der Q(cDfer) und D(ub]ioer);
für II— Vll den Druck von Fr. Apfelstedt (Zeitschrift für romanische
Philologie IV 330-346 und 521—541) nach 0; ausserdem für 11— V
die Lesarten von C und D, für VI und Vtl diejenigen von U nach einer
Collation von Herrn Prof. Foerater; für ß eine Abschrift der D(ubliner)
he von Herrn Prof. FoersterV),
Zum Vergleich sind (nach AbBchlusa der Arbeit) herangezogen
O. Morosi: „L'odierno lingaaggio dei Valdesi del Piemonte" Arch. glott
XI 30itff. und IL Iserloh's Dissertation: „Darstellung der Mundart der
delphinatischen Mysterien'', Bonn 1891, Morosi (M) wird nach Para-
graphen, iBerloh(J) nach Seiten citirt; und zwar bedeutet das Zeichen =:,
dass das Altwaldenaiache rait den neuem Dialekten resp. mit den
Mysterien übereinstimmt, das Zeichen oo, dass es davon abweicht.
Fehlt jedes Zeichen, so deutet dies an, dass die neuern Dialekte resp.
die Mysterien schwanken.
^uslaut^esetze.
Die Hauptregel ist: Alle nachtonigen Vokale, ausser auslautendem
a, verstummen (^= M 51. 52). Das auslautende a bleibt unverändert
(M 57).
Beispiele. Paroxytona: a) die Intinitivendungen -are, -ere, -fre
z.B.amar I 1.53 saber 1 12 vmir I 9. Participia: -atmn, -itum, -tUum
s. B. dorn 1 41 puni I 92 persegu I 290; ferner ^11 50 na I 218 an I 6
1) Jetzt bequem zu benutvea ia der Ausgabe A. Mayer's ia dieser Ta. V, 396 f.
i^äük.
2%
A. Barth
Betonte Vokale.
a bleibt in offener und geschlossener Silbe erhalten (:= M 1):
amar I 153 dona I 41 pecca I 389 ostaf I 47 pacz I 149 rtmas I 171
falsa I 163 carn I 38.
Das Suffix -aticHtn wird -age (= M 118) z. B. corage IV 184 Ungc^e
I 125. -arium, -arta wird -ier, iera (= M 7) z. B. dt-eiturier : entier j
V 82, denier : mestier UI 99 prtitnier I 71 /oye/- FV' 116, 271, 272 (wo
C loiei-f loheer, fohier) u. a. prnmiera I 44 maniera U 139 preguiera G,
preyera D VI 79, Zu merken pmser D VII 68 prumerament QD II 48 1
maru^ra B (Serena).
a vor Nasalen. Ausser J(fam : obra I 75 reimt kein a -\- Nasal
mit reinem a. Dagegen certan : deman 1 14. Ädatn : Abram ;/aw V142.
ö-f- combiöirte Nasalis und a-^nn reimen ebenfalls nicht mit reinem
a, wol wieder unter sich rngati : afan I 374 semb/ant : dan UI 242.
'OtU.'-ant häufig z.B. I 120 11 106 III 203 V 67 Vn 157. famißey-
rant II 37 camp : yrant VI 108. Es scheint demnach, daas Reime von
ai w -^ Nasal vermieden werden, und dass die Nasalis nicht ohne Ein-
flüss auf ö ist {■= M 5),
Das a der 1. pl, ind. prs. ist durch e verdrängt worden. Die
Endung -an drückt den Conjunctiv aus.
ai. Der Diphthong ai ist entstanden: 1) Aus a -f* i{e). Inter-
jection atj II 240 iaide B (Cerf ) ayre U 20(D aere). 2) Aus einer Con-
sonanteoverbindung, deren erster Bestandteil ein /entwickelt bat (=M
121. 122); es: (S. dieses) tagaan I lA lagsa I 249 nais II 79; et: (8»
dieses) fagt 1 18 /agta I 430 (= M 1 ) : gr: irayre I 191 ; ibf : (= M 130)
aiga I 112 aigla V 73; tr: pagre I 28 (^ M 145). 3) Aus einem ein-
fachen Consonanten c: (9. dies) (^^ M 119) lag I 143 uerag II 291
ueraga I 240 /^/ay III 10; g: (S. dies) trag II 141. uag I 191 nach
fag I 91. Dagegen scatfa V 44 wird nicht mehr als Compositum von
für empfunden und wie ein Verbum der I. Conjug. flectirt. 4) Aus
Hiatus -I (= M H^J) (S. dies) glag I 173. 5) Durch Synärese nach
Synkope eines Consonanten (8. Hiatus). Dies tritt zunächst ein bei
magis. Als selbsländiges Adverb hat es die Form maia z. B. I 14 II 207.
C 1 mal mai (=^M 198) (ital.), D mats^ Q pim 111243. Als Conjunction
mas GD, ma (=M 57) C z. B. I 77 II 310. C hat auch 1 mal mos II 55,
ferner beim Comparativ tna^ que I 106 III 58 (wo GD umschreiben).
Ebenso iainais l 112. Doch ist auch wol möglich, dasa man auf macs
zurückgehen muss, voraus sich betont mais, in Anlehnung an den
folgenden Consonanten, also unbetont ^ regelrecht mos entwickelte. In
Laut- und Formenlehre der Watdensisphpn Gedichte
297
den übrigen Fällen war das i ursprünglich betont, aber durch Con-
tractioD hat sich, wie dae VersraaBs ausweist, ein Diphthong entwickelt:
dt, oder nach Assimilation des a an /, «?/ (^ M 6) traitre IV 217 reycz
VII 7 meiitrß VII 227.
Das ey der 1. eg. perf. ist Analogieform nach der 2. Conjug. und
wol nicht direct aus a(r)» entstanden. Abweichend hat sich auch das
Futur gebildet z. B. cridetj B (Pantera) farey U 232.
Qualität des ai Wo a den Accent trug ist in allen Fällen, wo
der Diphthong hochbetont ist, di anzusetzen, auch bei es, et {= Ml).
In allen diesen Fällen tritt vortonig neben ai auch ei auf (ä: M 55),
deshalb ist hier ei anzunehmen z. B. Idysa I 249 aber Ic/f/sd und fej/sdf
fayi abdr /eytt<ra IV 121». ai überwiegt und zwar hat G im ganzen
42 ai 12 ei, C bi) ai ö ei, D 49 ai 7 ei. Daneben kommen bei G und
C 2 resp, 1 ital Form vor: cason G I 76 II 304, C laron l 313.
au. Der Diphthong au ist entstanden: 1) Aus einer Labialis (&)
oder aus einer Coneonantenvorbindung» deren erster Bestandteil eine
Labialis [b) oder / ist (^ M 1 , 156, 102, 8ö). soan V 81 natt B (Ve-
rena) »ao ebenda, taulas llbO. paratifa, aHceUum s. an. rfoij (= pro7.
dam) 1 24, 464. l 4- Dental s. / (= M 1) 2) Hiatus • m (S. dies).
3) Synärese nach Synkope des Vokals (ö. Hiatus). Hierzu faitc {facto)
G V 42 nach taue.
Qualität des au. Abgesehen von den Wörtern, die auf vulgärlat.
au zurückgehen^ sowie a -\~ o (u), wo zum teil schon Contraction ein-
getreten ist, ist für betontes au der Laut du anzusetzen t=Ml,47).
r erscheint zu ie diphthongirt: 1) Vor r in Verbindung mit einem
/-Element bei dem Suffix erimn und bei -egrum (= M 14); mestier :
dinier III 99. (Dagegen gelehrt erlu : tnafena II 38 miseria : terra
II 36) entirr : drciturier V 84, Dazu nier 111 23.5 nieras B (Corp)*).
e diphthongirt auch in ßer [ftrit) B (Aygia, Pelican, Fenis, Gal) fitron
B (Pelican), vgl. 7»<?/' B (Cingl. 2) In tu sies II 279 III 133 (ooM196).
3) Vor X bei Cü AiV.y, G ry^lll 16. woneben sry.-,- C (GD 6) III 115 (=M 16);
ebenso in B eys (Pantera, Idria), Vgl, auch Jahrb. IV viestf vieston
(= M 17), {= J 9). gieta B (Leon). In allen anderen Fällen bleibt c,
Bowol in offener als in geschlossener Silbe. Im Auslaut tritt Doppelung,
also wohl Dehnung ein. pt'e B (Volp) neben />^• B (Volp) I 206, «f B
(Voutour). cel I 121 queron I 351 melh II 164 velha I 236 (cvj J 9)
tercz m 263 (= M 12—16).
1) also e darch fulgendes < su f , wie auch in einzelnen Gegenden des Proveo«.
296
▲.Barth
f. vor NaBalen. B« kommt kein sicherer Reim von t -{- Naaal ; « vor;
denn c^i : -ent I 2öC ist wahrscheinlich ein interpolirter Vera bei C, and
die in -en/Tiraden befindlichen Heime manifest: desert I 170 «nfen^:
soperc I 175 können Tiraden für sich bilden wie z. B. te8ta »faitt
I 404 o.a. ^ -)- Nasal and f-|- Nasal reimen häufig, sind also gleich;
menc: cent I 398 cotien :/ac2en II 92 souetit : patent III 83. e -j- Nasal
reimt mitf: en/erm : -etil I 271. — m*^{ : ceyni II 285,; freit Ml 240.
6fn (fehlt D) ;/«* ; «f« (C «ew) V 96. r reimt nicht mit <% nur mit e:
ver:aqffest: ensempliio. Aus den Reimen läset sich folgern: 1) dass
e -f- Nasal geschlossen ist = f-|- Nasal (= M 18); 2) dass sonst ^ und
( sich Yon einander scheiden (cv> M 8 ff,).
eA (est) hat geschlossenes e: iier : es III 73 fres : fs V 154. An-
gemerkt zu werden verdient der Reim aprea : seres V 88.
Die Suffixe anczuj -encza werden häufig vertauscht {= M 19)
(franz. Einfluss?); poi/mncza I 55 neben poysencza I 34 (Da), poi-
$e7icza G, a CD lll 29, 34 IV 230. poysencza GC, o D IIl 406
meHCOfwifieftcza OD, a. C III 36 differencza GD, a B III 79 perfntaneza
0, « D VII 9. Ebenso poüant GD, e C III 51 V 1 VU 244. Es reimt:
gent VII 155.
ei. ei ist entstanden aus: 1) ei; fem. pron. ley I 209 II 48,
(oder iUaec)', 2) et s. dies; 3) tr s. dies; l)j: peis II 67 III 204 {cv)M 71),
(ex? J 11); 5) Hiatus-/ s. dies; 6) Synärese nach Synkope des Con-
Bonanten s. dies bei Hiatus.
Qualität des ei. Dem Reim rry : ley {illae) 1208 nach zu echlieseen
sind beide ri (wenigstens im Auslaut) zusammengefallen (= M 9, 12).
Sonst reimen sie nur mit sich selbst delcit : perfeit VI 102 eyleyl III 10,
105, 390 : speyt III 161 perfeit : eleit III 404; fey : l^y I 148 rey : ley
I 197; vgl. auch -ment : ceyni 11285 ;/r«nn214; perfaitm GC V 56
wol nach fuita,
€-\-u. Mit primärem u (o) bildet f io (= M 14): dio I 44 \1I 242
fio (feudum) III 66 Jmio I 140 farisio I 200 yo I 41(t 11 7. Beim be-
tonten Possessivpronomen kommt auch häufig eo {= M 14) neben io
vor, und zwar G io 4 mal eü 32, C io 55 eo 17, D io 5 eo 67. Dazu
wm (= M 14) n 245 V 26.
Bei e 4- t entsteht eo {=. M 102). c: s. dies z. B. greo I U).
ei findet eich vor n in folgenden Fällen: ftyn D, e CD V95 sereyti
G, f CD V &> neben /r« II 236 jleti 1 34 /)««« I 385 u. a. Hier sei
auch aufgeführt das Pronomen queyna C, quena G, qml D II 211. Im
Laut- Qod Formenlehre der Waldensiacheo Gedichte
Aualait tritt auch zuweilen Doppelung auf fee G I 427 VII 108 ue
VII 333 V 96. Sonst wie CD Je I 46 s« I 309 cre li 196. Sonst
bleibt e in offener und geschloseener Silbe (^ M 8): z, B. 9aber I 13
»res I 214 vecz 11 251 uilecza II 8/m?i I 88 trame» 1 144-, aber peyriencas
I 15tj. Suffix vertauBchung ist anzunehmen bei rrudel : nouel IV 196
mgel [siyillum) : tropel IV 232. Über frei trc (res treys S. numerale.
ei. ei ist entstanden aus: 1) (= M 9) Guttural -|- Dental oder-f- ».
et 8. dies. z. B. dreit III 48 endreicze V 117, ceyyit : -ment U 285,
freit: -meid III 215 aber de GD der C (pl.)V84; (=M9). es s. dies.
cre/* VII 79 {= M 12): dazu j/s a. dies: z. B. mesetjine II 96. C hat
auch tneyme, G 1 mal »«CÄmt^ IV 237 (= M 24). 2) tr, dr (^ M 9):
ereyre I 19 preyre D (= M IG) neben preier GC I 386 (a. o.). 3) ein-
fache Gutturalis. S. dies z. B. rey I 46 fey I 75, bei QC auch fc z. B.
1 101. 4) Hiatus-» (=i M 9). S. dies. z.B. .9%sa V 62.
Umlaut tritt ein: 1) durch Einflusa von 7, wie y 1409, dann bei pl. maso.
des Pronoms (c>o M 183 ff,). 8. dies z. 13. ilh I 53 aiinith I 18 a'/uiati
1 32. Dieselbe Porra sg. fem. (= M 183) ilh I 215. Ferner vor Hiatus-t bei
enying VI 61 fumilha VI 1 10. 2) nach Sibilans und Palatalia aci {acetttm)
(=M 11) I 309 Sararius 1392 rm/m" II 294 VI 16 jmjs : scarnir 12&S.
(Vor folgendem Vokal («) geht e ebenfalls in i über (= M 190, 196):
via I 348 sia I 384, das Imperfect auia l 78 veya I 321 uoirio III 19.
Einige Verba haben die Infinitivendung -ir angenommen. S. dies.
eu. Entstanden aus: 1} Hiatus -<^. S. dies. 2) v und b. S. dies.
(= M 102).
i.
l bleibt unverändert (= M 20): z. B. visf. I 392 penlh I 11
dia I 327 / vor Nasalen ist unverändert (= M 20), reimt häufig zu
reinem i I 12, 36, 154, 388, 471, 218 lU 119, 137, 169, 185, 220, 265,
287, 298.
,' _|_ ,•- Element giebt i (= M 196): z. B. dire I 61 dit 1 109 dita CD
dicta G I 124 dis l 283 di l 11 aucire I 261 rire II 288.
i -\- M- Element gibt io im Auslaut und vor Consonanten (=M20).
M- Elemente sind v,b. S dies. z.B. uio I 388 uiore 1 250 fiora.ü 1.398.
o diphthongirt: 1) bei -oeu (^ M 30) /moc 1 132 /mocII22. 2)-oh<
(= M 32). huo (Perdis, Cocodril) buo B (Buo); dagegen movet moo
HI 83, noo 1214; noo («ot?ttw)B(ÄygIa), wol analogisoh nach wo«MrIII321;
<(= M 29), 3.) HO resp. ue (= M 31) in euobre B (Leon) fiuebreW 301, 311
wo C uhebre II 301, D huobre II 311. 4) vor Hiatus -i (^ M 37);
300
A. Barth
aigemale bei G, auch bei C, nicht bei D. arguelh G 1 W, C III 255
^fehlt D) aber CD urgolh 1 Ä>, G III 255; 0 encueg 1 15 wio CD
encoy III 192. 5) m in tuost neben tost (stets so G), tost z. B, I 203,
tuost z.B. n 137, D tuost 7 mal, tost 5 mal. C tuost 3 mal, tost 7 mal.
Sonst kommt dor Diphthong nicht mehr vor: /o/A VI[2CK> recolhWl 199
mlh II 7 ö/A I 431 uülha IV 18; o// II UX.); ferner (= M 29, 35) po
I 13 troha VI 69. cor II 138 defor : mor VII 95 ow UI 82 //o»»eII24
uol I 27 pöble l 145 05 DI 375 nostre I 176 fort I 232 cor-* I 311 ho I 12.
D hat Iraal n (?), wmr/ 11 209.
Waa die Reime angeht, bo reimen für sich /wof ; /«oc II 21 po :
of/czo : 0 (Vokal dea Alphabets) V 50 argoth : olh : recolh : iolh YU 197-
Sonst reimen durcheinander cors : os III 374 ; hom Sl tort : asotl'd^lf
396, 4i)6 ; 0 : mi in cor : tresor 11 138 V 28 cors : Paul IIl 246. or : mor
(c>j M 30) VII 93; sogar cor.'panr [pavorem] II 289. Nach diesen Reimen
haben wir also o. o vor Nasal ist geschlossen (^ M 33) ; es reimt
o -|_ H : oJ^u l 77,' 104, 204, 225, 353 II 2^0 III 113 .- p -f" »* V 85 .•
0 -{- 8 glorios : mns : camzons III 229; o -|- r misericordioa : bon :
predicador V 22.
0«. o 4- 1- Element, z. B. Guttural -\- Consonant et S. dies z.B.
noyt II 129 (= M 37), (oo J 16) myda B (Voutour); c«: proytne I 44;
er: noyre IV 263 VII 101 (= M 33); tr S. dies. Hiatus-» ^^ diea.
oi ferner in den Ableitungen von post und possum (= M 37). poys
1 282 depois VI 92; pogsa I 397. Gutturalis noy B (Volpi (=M31).
Auch vor inlautend c wird (vortonig) ein » entwickelt: bei notjseut
V 1<X> HOijs/uo/B (Castorl; vgl. oy-^^/^ni 23 u. o., D 1 mal ost/ VH 179.
Desgleichen bei D vor n 4 mal in bointa z, B. III 44 {= M 65). Da-
nebon wie GC bonta V 153.
ou, 1) r (= M 32, 34, 196). S. v. 2) l -\- i 1= M S5), 8. /.
Dio Assonanz asot: torf 1 391, 3'J6, 406 spricht dafür, dass das «Element
gefallen ist, wenigstens auf die Qualität des 9 keinen Einfluss aus-
geübt hat.
Umlaut (= ii) bat betontes o -H Hiatus -i in hus II 189, vgl. ital.
rätor. , reimt zu segur II 198; hiifre V 143 nach den endimgsbetonten
Formen u/tfrc V 62.
o bleibt in offener und geschlossener Silbe; einigemale findet sich
I* ^= M 27): z. ß. tot I 9 lop V 125 sposa 1215 lebros I 272 crof 1312
dolor I 32*) coa B (Pauon) perdott l 401 pom I 58 molhcr VII 238
rt 1 118 lor« I 9 rfoa«! 150 wo^ 1 39ü. 6 1 mal uooc^ Vll 90 neben
l\ 239; ou to rouce B(8erena); u . urwa I 272 II 164. Neben
Lant- and Formenlehre der WaldeosiBchen Gedichte
301
nonibre Y99> hat G numbre III 347, 4U5, D I 135 III 405, G columba
V 7t> VII 123, GD umbra VI 75; meist cum bezw. 9, nur 1 mal G cnm
II :i^>2, CD häufiger. Abgesehen von cum hat C u 2 mal, O 7 mal,
D 5 mal vor Nasalen; vgl. auch neben paur z.B. II 223 pour bei G
VI 73 ü VI 73 m 134, pmr C z. B. I 326 por G II 115 D ni 291
I 326.
Beim Possesaivurn hat sich das fem. regelmässig entwickelt: soa
I 96 /oa D I 211, unbetont sa t 76 to I 211; das masc. dagegen nach
miOj med hat tio^ sio resp. ko, seo\ unbetont, son 1 26 tou G I 246
(= M 185).
Beim Verb ist die 1. pl. -umus durch -m verdrängt: sew I 7.
oi. 1) Guttural Verbindung nct: S. dies z. B.poj/ni II 193 (= M 123).
es: 8. dies. z. ß. comist^r I 40 (= M 27). 2} Uialus - / 8. dies.
3) 0 4- »: 8oy II 241 (= M 196).
Wie die Reime cot/nf : religiös III 181 poynt : mont III 88 be-
weisen, ist 0 gescbloBsen (=: M 27).
OM. 1) ü: ploo B (Papagal) (= M 102) 2) / + Dentalis (/, t;)
S. dies. Meist ist das //-Element {= M 85) gefallen, neben ow auch
oOt o; au in mitra G, oira CD I 58 u. 5.
Umlaut tritt ein vor / in dui I 313 (=M 181) /«y U 240 tmi II 3
(= M 188).
u,
u bleibt z. B. iu III 188 uiscu II li>2 pur I 136 .s«.s I 312 just
I 204. Wie M 38 ü hat, so ist dieser Laut auch für das Ältwald. an-
zunehmen. Es finden sich folgende Reime von ü : i vor: svfjm' :
knir III 383 vn-fw; : Jesu ehr ist I 338 doctrina : Script ura I 389 uia :
scriptum : milia III 360. Participia: Irgi : pcnsegu I 289 : uiscu II 102
uenczu : di III 67 agu : dormi II 216. auffällig eylecta {eUgia oder
elegtut?') : conegua : cregua V 16 conegua : uia : sia : tenrian 11 1 .^9.
Pronomen: tu reimt puni : en tu : serui III 185 also //. iii : i in
menür : autrüi ; etiemic I 371; filh : perilh (fehlt C) autrui III 148
,d99truir G, -urp D .- uenir MI 195.
ui. 1) lui I 95 neben dem unbetonten H 11 18 autrui I 263 rui
II 181. 2) Guttural -f- <-'on8onant 8. dies. Das /-Element ist gefallen
bei ptrttts ß (Pic.) Monophtbongirung eines ui hat C 2 mal destrt'a
I 103, 113. D 2 mal redur I 118 dt'sirure Ml 19.5, G 2 mal m/</rf 1 118
destrure V 50.
// wird in volkstumlichen Wörtern wie*=r' behandelt, vgl. preijre.
In gelehrten Wörtern i: fi^«^ V 46 gdria B. niartiriCO, wo G marturi
IV 262 (Vgl. it.).
r. Barth
eu.
Vortoniges eu ist u in u/rates B (Cao).
au.
In Bezug auf das Schwanken zwischen o und an könnte man viel-
leicht folgende Regel aufetellen; o steht bei volkstümlichen Wörtern
mit festem Aecent i Substantiv), an bei solchen wo Btammbctonte Formen
mit endungsbetonten abwechseln (Verbum), mit andern Worten der
HochtOD begünstigt o, der Vorton an {= M 47). 1) o bei or I 51
0 {aut] I 15 tresor II 119. G Iraal pauc, C*8 jmuoc, die flbrigen
25 mal pot- z B. I 26 (c>o J 181 //o// I 325 neben roy ¥11245 cosa I 424
onfas IV 258 ro6a IV 30 parola II 76. 2) au haben die Adjective
paure I 57 powra 11 270 rauch B (Lop); dann au (pre.) I 393, imp.
III 119 annon IV 239 ckiit B (Leon) rtwso I 410 citchna I 104 repofwa -
V78 repaus m 172; /"/««/ H (Bno) vausu (^ Ursache) IV 154 gelehrt.
Paul I 12; in 247 [Pol bei G) ; cors.
au reimt mit o in folgenden Fällen: /re*or ; cor II 138 V 28 or :
mor VII 93 Panf OD, o C ; cor* 111 247. Zu dem Reim /jat/r ; c^r
II 289 (vgl, Schreibung por\ vgl. ^egnot- : paor : accension I 326,
pudor : paur III 290 (wo C unbedeutend ändert). Unsicher iet treaor
GC (/a«or D) ; ptcador II 277. Reime von 9 ; p vor r kommen sonst
nicht vor.
Dem Neuwald, entsprechend (M 47) ist 0 resp. au anzunehmen.
Unbetonte Vokale.
Anlaut !_±. Die Vokale im Anlaut werden im Allgemeinen wie
die betonten Vokale behandelt. Es tritt aber keine Diphthongirung
auf, sie verlieren die feineren Qualitätsunterschiede (e e; 0 p\ ai ei]
au ou) und lehnen eich gern an die Nachbarlaute an.
a bleibt z, B. saber I 12 cavolier I 316 chascnna l 27 chavon 13}
maniar II 94; anders a -f- »-Element: 1) Gutturalverbindungen.
8. dies Hier schwanken ai und ei (= M 55). 2) tr ö. dies. £b
achwankt zwischen ui, ey und einige a {= }A. 145). 3) pt ai S. diea.
4) Einfache Gutturalis ai. 5) Hiatus -r. S. dies. Neben ai^ ci auch'
a, tf (=:M55). 6) Synärese nach Synkope eines Consonanten. S- Hiatus,
oi, eiy € (^M6); «i -|- w - Element : 1) Labialis (r) oder Consonanten-
Verbindung, deren erster Bestandteil eine Labialis {b -{- r) oder l {! -\-t)
ist 8. dies, au (= M 69). 2) Synärcse nach Synkope des Consonanten
ai/y 0. a-{-ü gibt aw, oy, «u, w in benaura, S. Hiatus.
Laut- und Formenlehre der WaldenaiBcheD tiedicbie
N
e: verayali'iO jieJorlGb ser/nc^rllS, ei; 1) Gutturalverbin dangen,
dies, gittar, vistir, issir S. unten, ebenso über ai/ci, aquest , mtal\
merke neirecza B (Caladri) neben betont, nier III 235; ai haben GD,
C fi in aitfal HI 86. 2) Hiatus-/. 8. dies. 3) Synärese. S, Hiatus, eu:
1) Labialis. 2) /-{-/. S. dies.
ty. uecziH Ul 266 feczis V 50. ei: 1) Qutturalverbindungen.
8. dies. 2) dr S. dies. 3) Einfache Gutturalis. S. dies. 4) Hiatus -t.
S. dies.; neben eij auch e, i. eu: 1) Hiatus-u. S. dies. 2} Labialis-)-^
Consonant. S. dies. Zu merken C^8 daurlan- veriwtos, davon verum {oh).
i: disis V 47. i -|- «• Element. S. Guttural. » -|- m - Element. S.
Labialis.
o: fotjuieuc CD HI 369—70 obrar I 27. «/: 1) Guttural + Conso-
oant. 2) tr. 3) Hiatus-». S. dies, culhir , ubrir, dunnir [uehen dorm ir),
murir (neben morir). S. unten.
o: hocon I 61. Zuweilen tritt vor Nasalen die Schreibung u anf:
z. B. mundana IV 34 rolunta I 280 corampu H 6Ü auuuclaiia IV 250 u.a.
Vor andern Consonanten cubitar I 8, in furnv; ß (M = ü) melhurA
m 202 ^). lu Premier C HI 257 cusi C I 375. Bei fusis C, fosies GD
V 89 cmin CD III 220, D IV 8 neben coisin, bulheutlAJl ctdhir \li 219,
wo I, / eingewirkt haben wird, oi: S. es, et, Hiatus-/, ou: S.
l-^t,c. Es findet eich ou, oo, o und 2mal paii^in B{Ayg\ü, Randola).
u: puni I 92 fuczenf VII 299.
au. Vortonig steht au stets wenn der Hochton ebenfalls au hat.
Hat der Hochton o, so sehwanken in den Ableitungen o und an: z. B.
auuir I 293 rei'aii.<tar H 130; ferner aurelha B (Mostela) tresorier H 220
^mtiMW/- G, 0 CD II 229 robador G, au CD III 279 rmtharias GC,
0 D n 136; dazu awc/r« I 300 aucimi III 94. D hat bei diesem Verb
sonst o: z.B. ocire I 261 ocion I 364 oc/i< 1 76 ocia I 166 Of*y VI 55;
damit vgl ferner aurmt GC, o D 11 101 1 mal oociseron D, au GC
1 346. benatira S. a. oysel S. o.
Abfall des Anlaut •Vokals ist häufig eingetreten bei den mit ecct
und eccum gebildeten Pronomen und Adverben: z. B. fo I 38 neben
ayczo I 11 czatj HI 401 nrbeu ai/cza// V 42 Imal <yMt//« GD I 179
sonst aquella I 82, cUh C 2 mal H 138, 214 sonst atpnlh I 18; ferner
bei hilf 1 143, beim Artikel h I 28 // I 11 /a I 15 /a*- 1 117, Pronomen
% I 204 lui 1 95 lor 1 1(.>2, aber nom. eJh I 25 /M I 53: dann bei dem
Futur von tsser z. B. sere I 211 seren I 467; (ßeysa V 62 randola B.
uesque C, euesqtte G, auesque D V 142.
Die Anlautssilbe fiel bei fanlin I 218 fantina B (Unicom).
1) Einige prov, Texte hier « auch unter dem Ton.
IXM
A. Barth
Bei contonantiflchem Anlaut fiel der Vokal zwitchen Consonant
ood r bei cri II i?>8 crida 11 294 dreit III 48 endreiezar IV 173 em-
hlarfn C, robares (iÜ IV 150.
Hcbwächung^ nicht Abfall hat der Vokal erlitten vor « iroparain:
icurn V 117 (C rxcuru) estenencza III 241 scouta 11 314, ebenso in den
Zoiammeniiotzungcn mit ex.
Za merken aind noch enporrit GC, ypocrit D IV 218 enpocrit G,
eiporril C, y;)orr/7 I) III 284 p//(/n^ I 294, 396 eyta D, e/o GC I 227
aita H(l*'aleun) rwbfln rtn ebenda. (irJ/'ormaG, deif. CD II 70 eymagena
V 105. a, <ti hftbon die Bildungen von eccuni und ccce z. B. ayczo I 73
«yj'f I flf) ai/«i I 43 ayczay VI 64 a//«/ I 408 aquel I 22 ayw^s/ I 3
aqni I HH; ferner Agit C, %i7 Gl) 1 142.
llniHtoUung der Voknio bei udilini G, tnjduliui D VU 112, auch G
eyduliui I 103, cotUmtiuituttf B (Aragna) neben ront/nuament ebenda.
niNüiniilation roHp, A«aimilatioii an die Vokale der Nachbarschaft
hiU gewirkt hoi rf-udHU 149 efnaht D, ö CG IT 149 sefil D, suhfif G,
mtil C IV 28i> neben subtUmnii VIl 190 metd III 191 saget IV 232
/"i/r«/V H ( M 48 /iirmi) cuUnr (^ M 191) VH 219 ubnr II 305 f/w/'w/r
II 1,10 nubon dormir 111 221 rnttrir C, o Gü I 2s2 wo altwald, zum
Teil, iionwald. »tot« betont diphthongirt : vortonig ü hat vielleicht auch
«//»'//♦ nach ußi'fi V 143 zu urteilen, vistir u. ä. S. unten Einäuaa der
Conaonnntx'n.
ABHimilatioii. l)io Labiaten b und m verdunipfen den Vokal.
irumier 1 71 (= M 181) tifnidir R (= M 48, (>4 ü und tJ). deman GD,
domun C IM 193 ronutmnt C 8 wo die andern hss remaneiit , ebenso
III \W1, 320 fibriota» Ol). ubriam-Zit C IV 131, 160; ««erm B {hibernum),
{h\nn\^) (= M G3). r wird vor r su a in auangeli III 388; a C, * GD
1 12, 217 auiron {in vironem) V 120: atu^que D, euesque G, ««.s^wc C
V 142. Die Liquida r. /, ri öffnen den Vokal arra OD, e G UI 252,
arrar C, <• GD lU 6. 36 (= M 48. 58); saren [sermum) D, « GC V 60»
hrwor stet« C, # GD e. B 111 117 rtM IV '235 randofa B (= M 58)
aryfdA \ 90 marri II 294 tnimohni CD (= M 68), « G U 263 marchnndia
U2U mar«wiMi>9C. r GD V 79. .4/i/<»i/ H, a/6«r^« 147 saiuage IV 187
Sttim^strr C i GD I 41 1 o/monci 1 42:^ VH 163 ptmiUeotta 1 311 (= M 58),
fMfioM 0» « GD II 21XV fafK-^oMor D, r G III 369-370 «w^oimm^D, rGO
UI 884 Wfd^a D, ^ GC 111 236 iMNmi»e«-.t C. # OD I 249 ■eben ai^imfio ^
UI 78. Sonst noch einigt« lo bMebt««: D hmt dämmt 1326 V99 neben
tkrttmt t H. IV e5 dnmmt (=» M 197) a. R. 1 37 : f«n«r mfolcpirtm 1 219.
Piüalale und Sibiteil^a a^ÜMMB den Vokal. Q miiür, CD # I 157
mUiimmim Q, # CD I 275 neÖMi «MTiMMihi 111 159 laair & ey. vmcmI
U Kti i«. II 196^ limwiiriB GD, • C 1 306 WülfnQD. « C U 321
Laut- und Formenlehre der WaldeosisoheD findicht«
305
phcer C, ot GD I 77 ; (=M 55, 196) gitar S. ct. girarchim GO, ge- D V 61
serment B (RosBignol) neb^n ttarrnenf ebecda. DiBsimilaüon findet statt
bei /mir IV 58 feniment I 284 (oo M 63) aeror III 77 secon^ III 124
d*emr D, cTonor GC II 2.
ÄusBer in der AntaiitsaÜbo zu merken iemarcn D, f G VII 138
piaiost ß (Cocodril) Safnmon II 104 ubnotm GD IV 131 propiota B
(«. B. Pelican) do/eiros D, o/ G VI 53 I 310.
^ '-, In dieser Stellung bleibt a, dagegen fallen die übrigen
Vokale, wenn sie nicht (durch Consonanteti oder Analogie) gestützt
Bind. Schwächung des a tritt ein hQi/aczedura C, a GDII32 laisereD,
a GC III 125 trapasere D, a CG IV 120 mereuilhos V 79, 85, lil9, 112
monteit'en D^ « G Vü 152 benenra S. Hiatus. Gefallen ist a, weil
wegen r früh in *• geschwächt, in comprar III 14 sarment^ serment B
(Rossignol), Vom Infinitiv beeinflusst bleibt der Vokal auch bei den
Ableitungen auf 'mentum. Die I. Conjug. wirkt auf die II., am stärksten
bei G, am wenigsten bei C C hat 1 mal e für a: enpachement I 55,
mit o D coHcehameid II 39. genwmenf G, e CD III 289, e C IV 167;
acreijsament I 10 naysamfiit II 61, C e II 15 mteudammt, « C II 110,
usoluament , c C I 408 placzament G, i CD III 183, / D II 47, e C,
i D I 475.
Hiatus -Vokale.
Hiatus-/. Nai'htonigea, auf betonten Vokal folgendes i bleibt; mit
Umlautbildung in dui I 3 fui II 240, ferner in lui 1 95 cui H 181
autrui I 263 Cm I 32» 3 mal tre I 390.
Hialus-/ palataliöirt l und « (= M 72, 76) batalha II 135 traualh
U 146 «jeMor l 3Ö4 filh 1 29 milhur GC, m///Vr D IV 280 uolh I 248;
aber oli II 100 auangeUl 12. Zu merken metalh VH 96; ^agrtiar U215
/f'gf/K/ II 10 segtior I 78. Palatalia in meczongier III 283 rnenczonias
I 374 strangier IV 273; im Auslaut esirang 1 263 enging VI 61. Ge-
lehrt sind matrimoni I 88 testemoni III 285 demoni 1 96.
w: si>nm B.
r: Diphthongirung bei arium, ertunt, ausser den gelehrten contrari
I 92 aduersari VII 197. Attraction bei «irc VII 231 (M 7) gaireWUo
declaimr III 4 dohiros GC, <?/ D I 310 VI 53 sobeiran IV 134 sofeiran
\i (Üarbonl. Sonst bleibt / z. B. gloria I 328 propria I 280. Ebeneo
gelehrt ajuiori II l 396.
mn: soyme IV 10, U, 13 so*/;«« IV 10 (=M77). Bei «, st tritt i
meist in die vorhergehende Silbe (= M 75, 79). mayson I 49 maiso-
namcnt VI 104 cugson 1 351, 374 II 122 V 52 cat^on D, ai GC I 76
fl 304 acaysomnt I 255 malmis C C/a/« Gü) I V 218 '^z IV 219 (C/o/s) 235
maluaysa C, asa G, -oc2o D FV 50 maluusa C (»wo/a OD) IV 157 bat»
306
A. Barth
sn'aCVl37 palaisWlOA meiss&nWJ 21S w/t'mnor VII 268 gleysa W ß2
VII ISbprnsoHÜD, prrson G 1 193 11 200, 270 III 3(J9 prt^sou CG, pnsnn D
I 35Ö toyson l 367 angoma II 154 nebeo gelehrtem angustfa IV 124;
dazu vergleiche die Formen von post und posse: poi/s I 315, C 1 mal
poi I 129 poysa l 455 u. ö. C hat Imal posa IV 287» 1 mal pochan
II 139. I fällt nach u in plusors III 94 (cv^MlSO) us (ostium) II 189,
bleibt in gelehrten Wortern z. B. besfia TI 82,
dr intervokalisch fällt, so daes ein t-haltiger Diphthong entsteht
(=M80). glay 1 173 mey stets Gl 313 {wecz GD = M 80J III 353.
{cz G) V 119, (c« D) wffrt B (RosBignol) wetto B (Griffon) uey CD
(Mf'o G) III 155, 252; {ueo GD) uey C III 6 dey C (rfewo G, </?« D)
V 101 f-ncoy I 15 III 192 apoia {adpodkit) B (Aljfant) yoy I 207; die
Palatalia entstand im Anlaut (^ M 80) hm I 9, gelehrt diattol I 38;
über -atieum, -äiccm, -ndicare S. Gutt. , nach r geht t^/ in cz über in
/rtrcswr II 301 (= M 147). In Lehnwörtern bleibt di : remedi U 269
homecidi II 136 e«Mi<//c III 102 odi IV 103 ordi B (Furmic«) (ooMSO),
(cxjJn).
b verhält sich intervokalisch vrie d: a//II243 öyoü II 296 oya II 18.
dey C, deuü G dea U \ 101 hi bleiben in ^/ei^io G 11 9 wo CD dea
haben; ferner in c<irm&}ar II 218 (M 77) und auslautend in c^/wi/111400
dubi VI 72.
vj'. legier VI 74 (= M II 74) leoieria 1 165 ; ploiwi II 141 ; saui II 222.
Bei t und c fällt i, nachdem der Zischlaut entstanden (= M 78),
lacz B (Leon) lar B (Votp) raczon I 441 neben rason G, r CD III 169
rasson GC saczon 1 179 menaczar VI 64 uiaczamenf VI 50 enraycza
II 328 desprecza II ( 336 sotr^wra II 40 s^«o;?a VI 9 riquecza I 479
leyczon I 1 menczonias I 374 comeuczur I 28 pm'czonier IV 275 aperaneza
VI 86 ^erc« I 323 «oc^a^ IV 199; (== M 78).
Nach j; bleibt Hiatus -t, ausser analog, yo say III 182; aber ^a/^/a
V 87 (^ M 81) rfcepia B ( Serpen t) crepia I 218 propiola B (z. B.
Pelican) ^^ro/)/« DI 109 repropi IV 258 (oj M 81).
Hiatus »M bleibt anlautend in soaii V 81, sonst fallt es nach Con-
Bonanten: balalha III 83 lenga IV 286 mori III 341 acostuma \l 190
speriial IV 171 brina { pruina) VI 42 gelehrt lenguage G I 128 spetütual
GD 1 278 mantniet G^ mansoet D VU 121; ferner »y^a U 20 neben
ay^/wa U 23, ayya/ lU h6 aygla V 73. Übertritt bei den Verben saber^
{re)c€br€. 8. dies. Hiatus -u wird consonantisch nach dem Fall dea
Consonantcn in vwas I 156 und in der Conjugation, wo es wie tv be-
handelt wurde. S. dies.
Sekundärer Hiatus. Wird er durch Zusammensetzung veranlaast,
■0 wird er durch Elision beseitigt z. B. dont I 140 dos I 24. Eotateht
Lant- UDd FormeDtchre der WaldeosiecbeD Gedichte
307
fer durch Syakope eines t'onsonnnten, so wird er meist, geduldet,
namentlich bei der Flexion: /eas I 367 porr I 71 jioon B (Aygla)
potjon I 361 pan II 117 cred II 34 uea VII 198 sbay IV 12 uei)a I 321
/Tfl^ VI 98 mt'olla VTl 5t i uiaczament VI 34; neben rf.ser,, rer, veir
8. dies. Der Hiatus i'ten C 3, 5, 9, bei D hervorgehoben durch h\ vehen^
wie nehesisanQüy neesan CI 117, orthographäach cohoüuament D VlI 34,
coliotinadüi' D VII 15, wird beseitigt bei C durch Synareae ven, bei G
durch Einechieben von y: veyen , ebenso ucien Q, uchen D VI 4'J, 53;
vgL potjon oben, auciya G I 166 seynotiia B (Ccrf) gloriiar II 118.
Zur Tilgung des Hiatus dient v bei auuv' I 392 avoteri I 162 deuani
G II 44 (wie franz.), D r/«?«ö«/ (echt prov.), C III 305 denant,
sonst d<r(mt, tandar G, lauuar D, latmar {?) C V 30. ^: preyont V 97
preyondecza V 130 cfl^j'rt' (oo M 2, 196) B (Grua) ra^/o« B (Cerf).
Synäreae tritt ein, wenn die Vokale qualitativ sich nahe liegen, oder
»ich zu einem Diphthongen verbinden können, mais 8. a. traitre IV 217
yra B (Idria) reycz VII 35 we>^trf VII 227; treitor III 107, 284, D
beide mal ai, C ai III 284 ayrar DD, /Vfirr G I 261 ayns I 90, «»Vöm^ C^
errant GD I 158 ayreron C, e/- GD I 254 amcistra V 4 enraycza GD,
«>y C II 328 dereycza V 27 Irayment GD, tradiment C III 71. Zwei-
silbig bleibt /)^/y,s' und natürlich die Participia trahi W 260 s^öy IV 12.
Es entsteht «« bei der Präposition (fpud (= M 201), die jedoch nur
bei C (III 89 auch D) vorkommt, GD haben dafür ital. cum z. B. I 39.
Contraction tritt ein in dereco [= M 199) B (Castor) in or II 27 neben
arC, rtrttGDIV292(cviJ8), (ooMl98) e/jcnr 111294 encar« (=- M 198)
II 227. II ist ferner gefallen in htm, mm^/an; vortonig aurar i 35.
So stets C, D hat o ausser aurd l 33, G 1 mal o: orar I 35. a-^^Ü:
benaimi hat G, benayra C, beneura D III 322 IV 228 VII 165 benaura G,
ay C, u D m 381, 404 VII 127, 177,271,286. Zu erwähnen sind die
Formen von pavorem. paor hat nur C I 396 u. a. paur haben alle
hsB. 2. B. II 223 poui^ GD VI 73 (= M 6) por G I 326, D III 291.
Das Wort reimt zu o: Reynor : paor : acension I 326 {pudor : paur
III 290 wo C ändert) und zu qi paur : cor II 289. Man müsate also
annehmen , daas nach italienischer Art o .• g reimt (wofür die Reime
aber weiter keine Belege geben, vgl. fresor GC [lauor D): pecador
II 277) oder es müssten neben nebeneinander bestehen paor und por (aus
pqör, pöurj M pöu)^ vortonig pauroa: f -f-«: reymer B (Pelican) rey-
mador V 10 b€ney<;(r B i Penis); dann mryme C z. B. V 88, Ü Imal
mesme IV 237 neben meseyme II 96 neis II 107 preyre D prever GC
I 368 posta D, poesta C, potesta G I 326.
308
A. B«rth
Consonanten.
Wandel von / zu r in rosiffiwl B (=^ U 48) pru^ bei C II 284 u. ö.
prusors in 94. GD haben f, C l mal in 249; M 180. darbonh (= M 86).
/ zu./ in wißt VII 200 (=M83); d zu / cfticafa B.
Geminirtes /. Meistens bleibt //, am häufigsten bei 0. Häufig
findet sich falsche Doppelung z, B. millia G I 172 uille^a CD II 8
padlar G I 246. C hat periia = per la III 174. crudella GD II 195
(vgl. crudel : muH IV 16) parolla z.B. li 76 ydollas D IV 128.
Mouillirtes / wird /// wiedergegeben. Es ist entstanden 1) durch
l: ilh I 53 (M 181) aquilh I 18 (M 186). Ähnlich soll nach Suchier
(Grundrisa) das fem. Pronomen //// (^ M 181) I 215 entstanden sein;
ferner salh VIT 47 salhia VII 49 deßalhire DI 117 defaihWl 51 bulhent
1 432. Imal fem. /7 G, ilh CD II 185. 2) l -f- Hiatus-/ S. dies.;
dazu recolh Wl 199 cufJiir VIT 2U>. 3) Gutt. + / (M 89) sokih VI 92
i'etli II 114 uelha I 236 aparelhan Fl 121 vdhar I 287 calha B (Falcun)
mathu C; maculla G, macolia D II 42 perilh I 11 pfiiUios II 216 torbilk
Vn 105 olk I 272 ^jfo/A 11 99. Nach Consonanten bleibt cl, gl: tnescla
I 317 masde B (Vipera) onglas B (Cocodril); ferner in Fremdwörtern:
desregla V 144 seglars B (Volp); soperc I 176 sopcrchar B (Serena)
sopercha B (Panteral; s/o/^/a GD, s/o6Äa C II 236. Sonst bleibt ge-
etütztes /. M 88. Zwischen ml wird h eingeschoben: semhlant I 122
sembla IH 191, vgl. emmip l 412 (= M 199).
^-{-Cona. Vor Dentalen entwickelt / ein u, oder fällt, vor andern
Consonanten bleibt es {^ M 85). utU V 73 dtaut III 215 cau<; I 191
autre l 59 vaudes I 373 maudit II 321 m«rfd/< G 1 mal vuildit D VII 168
autrui 1 203, / fällt weil vortonig nach a in atresi I 12 u, 5., wo G asi\
e: beota II 2*J (= M 85) ; 9 : GD amtt 1 391, 397, 4(.K) .^ow< l 399 (= M 85),
dagegen C asot und socz. talvota C I 100 eota OD VJI 125 /om/ B (Pic);
() neben o (=M85): mot hat G Imal niout IV 12, GD >M0M^«»c2a 1 473 ;
Bcouta G, Sf^oo^a C, «co^a D II 314 scoufau GD VII 90 scoutavan Q,
0 D vn 60 avotrar G, ou CD 1 371, 236, 381 nuotrare^ IV 149 aroUril
GC, ou D I 162, coltiuament G, cohotiuament VU 34 coftiuador G,
^0/- D VII 15 Moo^or B (Galina) »<(>«//o/' und wo/or B (Voutour), doocsG,
D VI 7, 0 CD V 127 doc2ur IV 239 doorzor G, 0 CD V 127. Neben
otra z. B I 58 oidra G in 96 (= M 85) antra 6 1 mal. antrage
(uitratirum) IV 186, paiu;in B (Aygla, Randola).
Im .\u8laut bleibt / (= M 83): mal 1 10 vil I 263; auch in angel
1 208 (cv> M 87, 138). Zu merken ist vao^. {volles) B (Cumos),
Laut- und Formenlehre der Waldeosiapheo Gedichte
309
Übergang in l bat stattgefunden in alberge. I 47 pelUgrin I 264
fieirani 11 38 (== M 95). Metatheaia in pertiomhcza ß (Pantera) neben
pregondecza V 130 pregont V 97 cocodril B. tromenf II 267, D IV 28
Uromentare D IV 261 forment I> VII 189, 199, 202 neben /ön«ß«/IV261
froment VII 195, 221. Ausfall n-propj IV 258 (= M) propia III 109
propiota B (Pelican) pftire im Infin. I 100, 79, 107; bei 0 bleibt r mit
anderer Behandlung der Infinitivendung prener I 371 III 150; Kia-
achiebung bei tresor II 119.
Gerainirtes r bleibt in der Schrift. 1 mal (i fem VII 178 corer B
(Cerf) corott B (Alifant) coropkt G I 80 corumptt CD II (K) secora.
Falsche Doppelung bat sauorra (von sapor) 11 227; C forron V 74.
r -f- Consonant. rs: r fällt in ^fUJ? I 312, s in t<tr I 26, sonst
bleibt r z.B. spars VII 34 o/ö V 125 uern IIl 231. C hat Iraal ertos,
G errors, D e/ror JII 57. Im Auslaut bleibt r erbalten. M 96.
m geht in n über vor Dentalen (^ M 113) conto U 175 {recontar
n 73 u. ö. und coiniar bei CD ü 317*); auch vor Labialen, nament-
lich bei C z. B. etßtnpie l 79 neben egsempie 1 137 scanpa U 105 eanbi
C III 400 canbiare C III 231 corrmipre GU II 60 conpaynia III 382
j>o«?Kf GO IV 27 conprare VI 76 co/wni« VII 127 smbtant C III 367.
Auslautendes m geht in n über in rm (= M 114) III 136 und bei den
Verbalformen z. B. detten I 2 ama/t I 43- Statt m tinden wir die ent-
eprechend© Muta p bei C in uerp II 99 III 375 mrps II 94 III 214
(= M 167) neben i«rm III 194, 218. Gefallen ist m gemein romanisch
in ja IV 42. Sonst bleibt es (= M 114) fam VII 133 tem lü 198
ferm VI 66 nom II 271, Imal no^nom G IIl 342 y/wm VII 112. Ge-
stütztes m wird n in fürni^ B (cv) M 48). Geminirtes m wird ver-
einfacht comuna I 69, doch cousumma G, consoma CD V 45.
mn wird verachieden bebandelt. Assimilation zu n tritt ein in
doncela I 208 dona (= M 115) I 320 /^«as CD, /ennos G I 344 dan
in 243; (= M) mha II 20 nonmr CD, Mow«r G V 98, ferner m in
soyme IV 10 "oy^wff IV 10 (= M 115). In einigen Fällen hat D Assi-
milatioi), wo CG inn erhalten haben: nmia I 229,340 und comiatu-, wo
CG p einschieben I 132, 135; ebenso D n, CG mpn: condana III 32
IV 76, 165 condanacion IV 154. l> hat p eingeschoben dampna III 63, 64
(C danua) 244 I 448; D mn, GC mpti damna I 451.
1) Letztere« auch soDst in oberit. Texten anziitreffea.
Komanboh« FonchaoKPn VU.
21
310
Vn 251 mmArt IUSl ^
I 317 ;= M löT.
C. tmm GD I 86
a gckft m r fbcr n dbw# C (M 110). C lad ^nMirf m 306».
6 hat HCl» <inMfif, D d£mami, laal ioMitf V 9&. la der Vc
aai liadct gleiehfdia Übeigaag ia r statt:
a wccktelt ant m (aad aaigekchrt) vor
fritmemi^m I 52 aebea «oapayaM C I 211
C I adu Vor Labialmencheiat aach die
U29lB.d. GV6 Vn36i. a ist eiageMkol
ra/tort D V 45 aen^aa CI 339, 241 afli^aaa C I »1, 414 m 369-70
Beben a«aa, ae^aa HI 125 empoerü GC IV 218 6 m 2^ cmemaim D,
iizmia G VII 2fr2. AanaulatioB des a tritt eiabeic/C;60a/Id3.
G e/, CD o/ m 352 aad aMist ia dea ZiiiseiswasiUieagiia «t com
vor V Bod « z. & eoftn I 429, GC eoaam II 92 cctinyi I 143 cwMyrr
VII 172, coteiMa C I 243 aebea eontea U 309 eoaüOar H 302; tffm^
CD aebea «a/oa/ G I 395l a ist eriialtea ia gelebrtea Wdrtera csik
rer»e I 327 etmtaiador I 332 n. a. Aasfall des a fiadet sick regdaiissig
in Tollutamlichea Wörtern vor * z. B. sms I 214 t€wm» I 171 si^ima
I W) vautUt I 373 artes III D9 y>r«9 I 1><9 />r€ysoii I 193 SMSli^ II 144
l^i^J! I 2^)3 ;»|)o«4 I 215 nMsftror I 370 a. a.; feraer ia mte^amitn D.
menrf/niw. CG I 374, alle hs IV 151 mtezon^er Ol d^ ei^a^aa I 315
aber einquen III 101 eine I 131. trans meist aaeh ohne ^: mit « ia
tfoütuit C I 110 tragff/nna C V G8. a fsllt ia nachtoniger Silbe aas-
laatend ^= M 111 j z.B. Aom« I 13 otfe I 156 lore II 117: nor Imal
C K/i/i^n/; III 1^2. m int es in cubitem B. In betonter Silbe bleibt es;
auaaer üctrm B {hihemum)^ (Faroicz), (ck3 M 63).
Geminirtes n. Ebenso wie // behilt G aoch nn meist, wihread
CD gern vereinfachen anar OD III 155. 1 mal hat C amdar IV 203
anunriar CL) I 2^1 mgana CD III 78 qfdna III 151.
Monillirtes n wiedergegeben durch ^. Es ist entstanden: 1) ans
Hiatua-i. S. dies. 2) ans ^: ensegnar III 111 agnel TS' 47 le^na
II '.'.O r^yn«/- V 2^^ ma/i>n« VII 29 ^/«^w« I 373. C 1 mal dtn^na
nr bleibt z.B. cenr" I lö penre l 70 cenres B (Fenisl (=M 109).
LiADt- und FormeDlehre der Waldensischen Gedichte
311
Dentale.
SS wird häufig vereinfacht. Im Conj. imp. wird in T. bei C bei 32
Fällen ss gebraucht nur in fossan I 274 veguessan I 202. D hat .s Bmal,
0 21 mal r in den andern Gedichten noch hayuesan C lil 21 fosa D
m '^1 fosan D m 335, C III 33*5. Bei andern Wörtern mr C I 4
mesa C I 402 mmmtr CD I 221, alle hss TU 132 cemr C I 221, meison
D VII 21H auch G meisouar \'II ^^H. G behält also auch hier» wie
bei //, nn die Doppelung meiöt bei. Falsche Doppelung findet sich in
cotiftisHiGH D I 124 4'()S8i G I 282 II 31G, 320, zeigt die atimmlose an
in ojfenssa D II 303.
CombJnirtea .s'. sc wird iV^ einigemale geschrieben /a-k; dieBelbe
Entwicklung hat es, 8(;', sowie der Coojunctiv von possc und post {= M
121, 128, UH*.) fais V 38 uaiser I 212 nais II 79 nähere l 212 paiser
in 248 paysu C (jfagu GD) IV 243 uatjsef II 28 creis VII 79 crehet-
II 111 creisua VII 83 cremeron GD {cn-gron C) I 113 peyson II 23
conoker I 40 conois IV 237 conoysent I 447; laymn I 54 laymr I 101
/«fysa I 240 ^y« G, /« CD III K) .sey.s C 111 115; mir I 377 hsiment
II 66, issimnU QD, eysiment C 11 16, fisiV B (Leon) produis C, m/ GD
n 23 destruijs I 145, 103, 133 (die beiden letzten Fälle bei C -us] tmys
GD, tray C I 323 angotssa II 154 (artgast ia IV 124} poysa II 3 poysus
VI 26 poysan II 139 poisant III 51 jwys III 49. C hat 1 mal pochan
n 139 po5a IV 287.
Assimilation tritt ein in entossia ß (Cerf) rossigtwf B. /ot^/</ VII Ol
^c»^ar IV 247; anlautend in czop II 71. Bei den Inchoativverben
wird sc nach Conaonauten zu czi scurczis II 112 endurri VI 43, nach
Vokalen i.% resp. »ss: punh I 451 ra«Ä/5.*fOrt VII 3<> ptrissa B (Furnicz),
ä; bleibt in cJiaacun U 15 rsrw CD III 3<39 — 70 euesgue I 412 uiscu
n 102 nasgue II 85 r^resca VII 81 rnfS^«/» OD, mc«cÄr>» C H 210
»lesquius GC, meschins D IV 170 wo5Cö B (Äragna) mescla IV 87 ntascte
B (Vipera); M 107, Gelehrt sind acemion I 327 diciph VII 232 u. a.
« bleibt vor Verschlusslauten M 107. nostre I 328 vostn I 350
iost I 279 osprc I 473 mestkr II 144 trist VII 272 r/s/#/' III 248,
8 fällt vor n: almom VII 163, bleibt bei C I 423; fällt auch vor
m: proyme II 87, meseyme V 88 neben mesme G IV 143, vor r gemeinrom.
prever GC, preyre aus älterem preveire D I 381 (auch vor A ia oÄery
CD III 359-70), vory in deiuni B (Serpent).
Das s impurum hat vokalischen Anlaut Einen solchen verlangt
dae Versmaae. S. W. Foerster, Gott. Gel. Anz. 1888, 791. Häufig ist
21*
312
Ä. Bartb
ein Vokal auch in der Schrift vorgesetzt, stete nach dem Artikel, dessen
Vokal dann elidirt wird. Vorschlagvokal ist i in istarl2 istablesXlGG,
sonst e: Vestang IV 166 esperit 1 98 Pescu CD 111 369—70 lespos IV 208
lespina VII Ol.
Die Präposition ex vvird in ZusammensetzuDgen wie .^ impurum be-
handelt vor stimmlosen Lauten, vor andern Consonanten steht <?y, es, e;
(= M 107) z, ß. esteit Q, ey- CD I 481, alle Cffleyf 1 18a eleit III 11, 105
(CD f ///.) u. ö. desliorare VI 79 detjUore CD {garde G) II 335 deliora-
menf G, des C, dei D V 140. smmidmi D, «y C, es D I 396, smenda
GD, c^ C I 392, am- G, ey C, e« D I 407 esleua QC, />y D V 75; ferner
descacza G, (/ey C, de C l\ 259 deiscende G, </<?«- D VII 276, aber
sca«;>ar VI 61 sca{/a V 44 stetuluas lU 219 i-6ay IV 12 acusar IV 62.
Über trafis 8. n.
Auslaut. Ä.S bleibt (M106); z.B. pas I 231 ros I 14^3 oj? IIl 375
mes 1 161 enpromes I 16<), enprome bei C, wol Schreibfehler.
Binfaches .s bleibt (M 105): plus 1 172 mvs I 224 /fmaa l 312, fspoa
IV 212. C hat Imal neben poys poi I 129, neben mais, 1 mal rncU
III 243, C meist ma z. B. II 314, Iraal mos wie GD II 55. s ist ge-
fallen in 8u bei D 1 321 rer I 26 V 84.
Die Neutra und Adverbia auf -us sind verschieden behandelt: cors
I 311, aber C 2 mal cor IV IW, 172 femp bei GD stets (= M 18), bei
C auch in I, aber in den übrigen Gedichten hat C temp nur in II 181,
233, 275, peit ß (Pelican), perfoncz [/undus) B (Serena); vergl.
fotwzies QC, fondiea D 2. sing. perf. V 46, meth II 1(>4 aber mencz
II 77 peys n 67 incz V 14<.). s ist gefallen in /o/a VII 105 for
Vn93. ÄO/ III 219. S. ^
Flexions-«. Bei der Conjugation ist s gefallen in der 1., 2. pl.,
nur erhalten 2. sg. Bei der Deklination haben die Fem. im pl. meist 5,
die masc. sind meist ohne Endung. Nie steht es nach mouillirten und
spirantischen Lauten.
t.
Anlautend ist / geschwächt in darhon B (^ M 141). Einfaches/.
Intervokalisch ist entweder Schwächung oder (= M 142) Synkope ein-
getreten, -ador I 60 crida II 294 aiudar II 78 saluda VII 247 mudar
I 2:J0/)m<//« II 113 cadena IV 171 Mr</f/V91. CD qjua, G q/Wa I 29.
Synkope tritt ein in poer 111 20 feas IV 234 salhia VII 49 concgua
UI 159 tocha G, aa D VI 92. Schwächung zu s (cv» M) in mem^yme
n 9<5 neben meymr C V 147 mcsMe G IV 143. / ist geblieben in den
Endungen -/a, -tu, ausser sanda CD (= M 142) III 196. sam'ta VI 100
riia VII 42.
Laut- und Formenlehre d(?r Waldeneischeo Gedichte
313
Auglautend fällt t (s^ M 143). na l 21S se I 3<H) ;><; I 13 bonta I 34
vertu I 21U r^/«* 1 231» conrerti I 359 //o/y// 111 W) cnffmii I 1 fra I 77
r/* OD, di><: C V 48 aber ^««/ (=M 143) II 171 hnd II 57 lital.). Da
ca, f zur Bezeichnung des s verwandt werden kann z. B. totacz, comcZy
visiblacz Hahn 1)^15, 2, so ist es zweifelhaft ob sich in folgenden Formen
/ mit nachfolgendem Flexions-s erhalten hat: urrtiirl 294, 337 V 27, 3<3
ftecacz G II 2«7 de^ C V 48 pof CD Ol 151 'pocz VI 25; vgl, malmstacz
D, -acz, C -/«Ä G V 21.
Durch vorhergehend© Consonanz gestützt ist / goblieben (== M 143):
creteron I 78 hereiagt^ VII 281 cmjtlua I fX) c-fr/an I 14 aM^j I 120
mot I 4 cuhif I 220 11 1 G9 VII 119 (im Reime) cubitos III 88, 93 mafin
in 174 /r/s/ VII 272, Gefallen ist gestütztes / in der 3. pl. son III 252
aman I 52; ferner in ralj'isu VIT 179. Zwischen ConRonaoten ist es
gefallen formettt IV 169 neben fortment CD l 450 fotimeni D II 70,
G IV 142 VI 6. Von sot {subius] III 219 findet sich in Zusammensetzungen
aotmessa GD, som- C II 278, sohnes G, f^omes D, sosnirs C II 330 softe rra
II 165 so^ffrraC, sosterra D II 165. Geschwächt ist / in pandecosta 1 311,
Geminirtes / wird vereinfacht tota I 34 metan II 5 batu lH 237.
Doch kommen auch einige Doppelungen vor OD quitta 1 399 aiUmt
m 175, falsch in subiftament G IV 115.
t -f- HifituB - 1. S. dies, t fällt beioi Verb vor Hiatus • u z. B.
pogron I 121.
tr hat sich zu //• entwickelt; regelmässig fiel / vortonig nach «,
einmal auch bei «; M 145: payre 11 26 mat/re II 56 frayre II 13
SPtnetiai/te Yl\ 229 paifroyi I 4(t2, leifron GD^ /aro« C I 313, ief/ron GC,
%row Ü II 202 pet/ra W 2iy Petjn III 67 ret/re IV 203 prei/rr. D,
QC jj/vtvr I 386 jvoyre I 25 poiria III 34 ?/Mn> IV 50 nurier (nutriarium)
in 101; nachtonig cocera C {cxUcitra), cocer GD 111 220.
Im Inlaut geht d zuweilen In s über oo M 146 creserOH I 96
tirsinf V 58 Hfscr B (Rvindola, Colonba) I 237; meist tritt Synkope
ein ^ M 146. vet-r 0 I 73 S. dies, creou I 67 auc/on I 364 remps I 62
beneyt l 477 coa B (Pauon) ^^foM II 99 nuod V 113 hrita V 34 socisa
V 107 aamr , airar, traitrt' , reycz, S. Hiatus, d bleibt in prodome
I 383 also = prode ome wie franz. und in gelehrten Wörtern dcsubidir
n 167 /?rftf/ IV 179 odi 1 252 dkem, -dicare S. c.
Im Auslaut fällt es (= M 148) pe VI 62 fe 1 1 15 au 1 393 nu I 157
^r/'ö III 317 nutrci VI 16 ^io 111 66; bleibt es im Auslaut, so wird es
stimmlos (= M 148) Jhmf B tBuo)/n// III 174 oder verlangt Stütz-c
hide B (Cerf) analog, nach (ebe{?)
314 A. Barth
d + Hiatus -Vokale. S. dieae.
Geetfitstes d bleibt wmdei I 373 gardar 1 41 ordena 1 151 ; es flUlt
in penre I 79, daher im Auslaut reprm 1 237 vergogna U 304. Im
Aualaut wird es stimmlos (= M 148) sovent 1 2 mont I 5 kürt II 181
ekata ni 215 grant VI 30 rsrf U 97 neben Imal gnmd 1 123 segotU
(= M 148) 1 55 neben ugotid B (Serpent) segim bei C 1 172. Sehrmb-
fehler ist wol C aor, 9ort QD 1 220. d fillt in dem unbetonten ^ 1 99.
dr wird nach Vokalen su in eregr» 1 153 uegres U 286 (= M 149).
th.
ik findet noh in LofA I 134 SaiMtmas MI 255.
Gattarale.
Im Anlaut bleibt k (=^ M 118) eorf 1 481 eoaw 1 424 (== X 116):
ebenso Tor a, nur rereinielt steht hier (= J 38) dk, II 116; ekar CD
fehlt G m 339. D IV 288 dWntf OD UI 215 dU/ U 116 ekdrgia G
n 226 fkargiä G U 235 d^rgüwfs G II 211 aekampar G (mpmrtikarü)
VI 64 ckiunm GD I 17. 83 n. 5. C hat ctuctm I 17. 83 u. ö. ekamim
1 :20 U 157 m 170 ,wo C <-) camm IV 173 dboroii I 3. 203 m 2CO
<iamcsim* CD HI 231 rAajMMir D U 218. ckambiair C m 231. Ana B
nach «AoOTO« B neben r«Maje ebenda ofMmpa \Fwm\ camhai (Alifant).
Im Inlaut ist k entweder geeeh wicht oder .^ M 117i es bat nacb
a ein i entwickelt und wird nach den andern Vokalen srnkopirL Em
wird ra y in tfitomi = M HS I .Vi ffromda G Ul l'i^ GD I 249
sf^iir = U U< II ISS iooar ID 11^2 o^Anm VI 114 dra^m VU 254
/'lywjV*.^ CD HI ;^Ä*— Tu ji/^jw U Ä«:» prrfxgm III S41. Synkope h«
/.T'. ** r^' VI 70 «w Vn 14 nrwM. C mfgtm III 12i? ^r(»Ato^U *
r». >.> 111 2;V> .Wr rV" llo «MyÄ»«» iMwi*Y I 117. Sack « »d bei
-..r?" wird «... = M 117 : fxtyi U 2lV» jr**5 hat C I\' 116. 135
...jy.»' 111 :^^- ;. :.»j^^^< GD 11 221 f«pJ H" 24 fm-yammt I 17 swnsy
l 4l\ :*:/-« .3 1 iX^^ :..«.rv.iwwfi I ;x^'i hiife^ni^am C, Mnnpr»«« GD I 23*4.
aI*---» ^ ••».;..-•■.>'-'. /.7Wif.,d!iifc7 I l^S. pjr^iM' /«m>jFY VI l^ .:^ J SS
^ik:..s^ .; 6 0er «..•/'^ j n ;^>. Die PaUxaAs c&iMaBd naeh r in «ar-
. ..;r Ct = M ::' Arxcrt. . i CD D 214 »j.^g>ä D ±9?; ud Bach ^
„ ■■'i. jr =: il I II r»4 »J.*jr,.; L« HI !•!• »Mi; • tf^ I 572 Mlfr^tiOT C I 24S
ri'.'.i- 1.1 1^ -.-jx.'j V I li^^ ;*.*!■*•: I 1^ -.»aMM 111 SS2 XM -ff"
i»:w.i . ,1 \ 4-. = M IIS ,
£(•: \ ". rr>:iiA I -»5 .-^v;: I II i*: I Ü: fesw ia Ä. I li E» «■§-
Laut- and Formeolebre der Waldeosischeo Gedichte
315
wickelt I nach it (= M 111/) hfjl 193./'«^ I 91 pht/ IIl 10 uerat/U 201
tat B (Pantera), nach e ßy 1 75, ß bei GC I KU, bei G foroer 1 i?07, 303,
nach 0 «oy B (Volp), nach u itrodui II 23. Sonst bleibt es (= M 119)
poc I 8 enemic I 36 cec I 21*2 /moc I 132 amk (oo M HD) I 252 dm
V 711 [yo die IIJ 113 cx> M 1%), ch in rawcA B (Lop) = M WO Gutt.
C anlautend bleibt (r= M 124) cent I G tecebre I 17 ci)>^o I 128
(= M); inlautend cz, j\ s: ^^««tr I 177 diczent I 308 /ttcew/ VII 229
i4€C2in GC, V D in 266 uesin G, <; CD III 84, mit Entwicklung eines i
vor 0 in notjsent V 106 oy*c^ (oo M 70) II 23; dfsamistas \.\ 129.
Auelautend t-, ce, a, «: j?aj' I 225 caut^ I 191 i/ece II 224 paz C
I 89 perdis B. (M 127).
Geminirtes k wird meist beibehalten, am häufigsten bei G, am
seltensten bei C, auch ch findet sich') (= M 116): tochar DU 58 tocM
VI 92 bocha G II 273, 301, 311 boca n 251 bocon I 61 trafjuchann G
IV 68 trabucan IV 163 peqiU'roH CD, cä G I 129 peche OD I 57 seche
G Vn 10 seques V 8. ch hat auch nVAor G, ^ D, c C I 190 riqne^as
I 479; vgl. /ac/ro GD. tacta C IV 206. Bei den mit eccttm zusammen-
gesetzten Pronomen und Adverbien wird ^m geschrieben: aijwst I 3
aquilh I 18 aqtid I 22 aqiüsti I 33 aqui I 25; vor Consonanten aber
ist c vokalisirt: aytai 11 190, ecce bat yf «yfo I 11 V« I 38 ayri I 65.
c/ 8. /. CS S. i(t*.
fr entwickelt / (= M 120) in pfayrr II 7^ wird zu ///■ geschwächt
in lagrima 11 14 (C lacrima), 292 a/^^re III 192 alegmr VI 23, syn-
kopirt \xijar (reimt häufig mit -ar z. B. I 4 III 5) sanneni B (Rossignol);
bei t: din II 31; o: «o//rr IV 263 VII 101; n: reduyre C, redure G,
redttr D I 118.
ff entwickelt meist / (M 122, J 40); fait I 65 retrait II 320 agait B
(Colomba, Qri^oa) /tyturn IV 129 leyt IV 7 <>//%/ I 481 ddeit III 10
rfe/e#Ya« III 230 s/;ey^ III 158 i?e<V B (Pelican) perßit UI 314 pro/eit
m 3 proßUa III 30 perfeüancza VII 9. perfaitas GC, « D V 56 wol
nach /(/iV. benei/t I 477 costreyt I 143 £?rc<7 III 48 dreita 111 360 oy/
1 106 oy/awYtf 11 107 noyt II 129 (ro/Va III 205 myda B (Voutour) = M 31
t'ysuit I 146 destniyi l 169. Assimilation hat stattgefunden bei pat 1397
tratar C <;•«% Gl> III 4 iratar GD /radar D IV 143 gieta B (Leon)
gittaf in 310, Palatalis (also besond. dialekt. Zug) hat/rwc 1 242. c/
findet Hieb ebenfalls tractare \'\\ 76 perfecta G V 16 «'/«rfa G V 16
dicta G I 124, GD III 24 VII 228 neben gewöhnlich dita lU 390 dit
I 409. faici B (Scorpion) ist latinisirende Schreibang und entscheidet
1) Wenn vor a, so ist wie bei eiataohem ca ein dialektischer Zug, Palatalisirung,
aniunebmen.
316 A.Bai1k
naUoNht Ar eine Anasiiniche foit oder fai^', TergL taeia C, iaeka
GD n' 20a. Bei der Unueherlieit der Etymologie irt empdeka B
(Serpent) empachd U 155 nicht masagebeod. Naeh der gewSholieiicB
Sehreibimg ht /dit uminehmen; y^ feyiwra und dtUiez 6 11 S nit
pL 8, das naeh tpirantiaehen Lauten sonst nie auftritt: ebenso ctjz
Meson 1 1 emdreieze V 117 tmdreicaarlX 173 nnd itd (J -10) fv^n2l&&
/wynlUldS eo^mi82 ioyntwra{Ul2S); gelehrt ist «ntf I 12 MMCfa
I 30» Imal «mite G TU 177.
GestiUites k geht einigemale in ck über tot a (H 116): forvAn GD
II 2>7, 0 U ^7, 2i5, 246 ^ordkia 00236 mamkattdia GDn2ll,2ib
m 97, GH 218, 224, 248, 260 lU 97 nNifY:&aiil GD D 222 G HI 97
fnmcJ^ G n^ 182 itnmcka XU 9ö dtrwickar GD \U 215: «mt I 362
NMMCtfT n 108; ^firercor V 97; gesehwiefat ist r in ver^opm II dOL
Geattotes f bleibt <ioc« VI 7 nrNcaonVn 97 »orc« VI 16 cUrezUl 105
neben c/rf^w CD, eftrpa 6 l 297.
Anlanlend ist f geblieben tot OonMMantcn nnd dnnUen Veknlea:
.t^ofis I 21 frvo I 5a Keben ^oy I 325 n. & »y (=11 131 ^ (= J 41)
GD Vn 215 D n 397 tu 197 V 12 imrüm VI 109. also w « :J,
paraDel dem bei k erwihntcn dialekt Zng der PalaSnL; cbnao vor
andera hcüen Vokalen: ^ GD iW C V 44 tm^imf VI 61 femUk GD,
fnmnoüi C IV 29C»: Tgl Grrfmia D I 1^1 y/crdk/a C&, pmtrtMti V 61.
lalaatend kann ^ fallen = II 132 oder bleäbea y^ naeh der Vob-
tfimBcikeh: I^tnr I 2*7 hgi I 2*«i* f^pchf Hl 252 «#rry/r B (Lop
coirt'iä.% ebenda. fv(tir II \^ fupin OD, fvin C II 2SS fmtm VH 1<K»
fy^aitm B PanMn trarupt^i Vll 16»j jH^tpat^ I ?*?o rast^par CD. r«tfitar
G 1 -ftlv' ;/«; I :^S? »»aw I 2^ lraimi'*>i \ aX' rrtrakmi IE 2?iC' «raj^iw
B. Abriha* •-'..rffl GD. .» C TIl l'.i^ rtwaik VU hi* Stmrpar VI ««ö
■lifl». V i.Vi l.pfi^ r\' 171 //a CD. y <ji 111 2oT: ferner hrntmira, ma^
»rsr-Y S. Hiam».
Im Anslam rii«i r «i . ai =11 1?»V : rr«" 11 41 fv* 1 1^.» Zr» 1 1»<
/,.. 11 S4 ' '
c — .' cx»c c — ». Si. r. 7. lau .inaUm «mdbeäm «»ff: .7im»o
jf.f » «•■^ ^~ '"^ 'ica^'t <;apniu TV irr.'- .-/»r hatnm» B Pic. : Tji. f*,
V:.T 0 :i£fiMifcrr{*i «urvickelh c« • oäer falh in rMtttar mtan vrai rr#imdwB ..
.-/#».'/; t- La: sTf» /. !• Tn»Q C skdr /i- C^ * iiax -^ruäe^ fi«ai» C HI 3*»6
•ecTTfr» iK TiKSDniii Lac
,-' tf v-:-tT IrriEäi-iirrciic :•«: < . rih: »nnfc v ai . & n. =M 1514 ♦.
t'>aut> und; Furmeolebre der Waldensiscben Gedicbte 317
gd in frigidus wird freit (= M 148) lU 174 aber de GD, deg C V 48
(= M 143).
Nach Conaonanten bleibt (j im Inlaut: angd II 12 argent I 51
(= M 1381; auch nach CoDsooanten vor a (oo M 131): larga I 120.
Im Auslaut wird es Btimmloa: smu: [■= M 131, 133) I 317 horv TU 93
lonv I 143 Imal long G I 263, aber costrrng {constringit) I 385 hng
{iungit) II 291 s. o
Im Anlaut steht vor dunklen Vokalen c oder qu: car 1 3 catre
II 18 fjnarl III \^J cal I 271»; vor r /', (/« : (jucron I 351 ^m/^o I 399.
Inlautend tritt Schwächung zu g ein, einigemale gu bei 0: perse-
guador IV '2V^ persegador Vll 172 seguon G 11 135 cossSgtta G U 179
ae^o;? II 12f). Vor e, / immer gu: ettsegueti III 312 seguian I 298.
Vor Conaonant g: aegre I 434; i wird entwickelt in a/^a (= M 130)
I 122 aigoaa V «0 ay^y/a V 73 eigal lU 86.
Gestütztes qu wird o: a/c«« I 191' do7ica I 425 pegrieticas I 15C)
crwc I 131 ; daneben 1 mal unqua D VI 52 uncha B (Papagal). Ebenso
beim einfachen qu im Auelaut Imal antich C V 154, sonst antic V 121
aec CD 111 144-145.
/ bleibt im Anlaut r jujameut I 16 junar I 423 pe>'jufar I 163;
selbstverständlich auch * geschrieben: aiua CD I 2*j iogar III ir)2 lo«^
II 21U. ^r: Geremia D I 181 mageskt V 70. Ebenso bleibt./ im Inlaut
gelehrt: pyor I 65 ma/or 1 .320. Auslautend findet sich auch y: way B
(Rossignol); ebenso vor Consonanten: baylia IV 174; /v/y« II 67
i<x> M 71).
h.
h ist stumm, wird aber oft geschrieben, auch falsch gebraucht:
home 1 13 ome I 2t) htonana I 137 mnana I 207 Ay I 5.5 g I 409
Aa I 44 « I 41 ha {ad) I 54 Aorim II 29 /im-ör \' 102 htifrt V 143
Ausor V 20, h nach c in rauch, antich 8. o. enchoy C Imal 1 15.
Labiale.
P-
Anlautend fallt p vor .< in sahne B (Pantera), wird geschwächt in
brina VI 42.
Intervokaliach wird es b oder t» (= M 150 f.): «aA«* II 122 recehon
III 95 se*f^» I 322 cnbitar I 8 uberc I 316 «rn^«/ II 216 acabar IV 91
318
A. Barth
sobeiran IV 134 abetha B mhoraneza VII 187; rhavon I ?> eiwsque 1^X2
sauorra (von mpor) 11 227 saui II 222 pouerfa G, paureta CD I 278.
jj bleibt in Fremdwortern z. B. rapina I 164 pa/^a 1 411 sopere l 176.
Eß wird synkopirt in a{p)u (M 201) I 29 dereco B (Castorl und analo-
gischem sas V 92 neben «aÄ^'s IV 58.
Ina Auslaut fällt p in sa {= U IW) Gl> H :'it), sonst bleibt es
(= M 1Ö3): sap C ta^ IV 8 /«/; V 125 recv/. (ojM 153) III 3<M; nach-
tonig fällt es: eufsqur I 412 princi VI 59.
Geminirtes y» wird meiat vereinfacht, pp nur in: apparelha II 17
apparelhen G VI 28 arappa G IV 15; ebenso im Aualaut: trop 1 97
fsro/j II 71.
pi wird Ä/: jjofi/e' I 145. pr wird 6r: ohra HI 24 (r«o^>re B (Leon)
recebven IJl 177 /c^ros II KK) aÄri7 B (Rosaignol) stobla GD, bei C
stohba IT 230 ; schwächt sich ku f< in paure II 64 panreta, bei G auch
ital, poierta II 145.
/^ -|- Iliftttia - Vokal. S. dies, pt wird in volkstümlichen Wörtern
vereinfacht zu t: hairirsan Gl>» pt C I 234 bat htm G, i>f CD I 233
sei U 315 V W s<v77aÄ D, pü G VI 86 .vcnVa C, j*< GD I 83 strit D
l 119 meist >icript scripta , stets scriptura II 19, nur C* 11 scritura
corrotaC, pt GD I 80. ^< vor Hiatus/ wird wie einfaches t behandelt:
nQczas IV 199 7ioiiaf IV 207 drxvacza IV 259; gelehrt decepcioH VII 98.
yif gibt / ab in cai/fm II 159 vatjtiueta H 154 vai/thia I 50, ebenso />s'
(= M 154) neis I 45 II 107 tnesetftne II *M\ C hat daneben tneyme
V 88. G Imal ;m«.s7W^> IV 237.
Gestütztes p bleibt Hcanperon I 111, ebenso im Aualaut temp I 7
roffi/) 111 69. D 1 mal tempt I 143. Zwischen Consonanten fällt ea:
cors I 311 oatal II 87 Süaiiiriment {scalpturmientum, Diez) VII 69; ea
bleibt aber vor Liquiden: asprf. I 473 s'mrple IV 188 solpre I 132,
anders in temptar VII 29 (gelehrte Schreibung).
b,
b wird, intervokalisch, gewöhnlich zu t geschwächt oder ayn-
kopirt (= M 15<i). sßveitf I :V) auef I 221 rfrj^/T I 413 beuon IV 245
äi/avol I 138 '/Mo/ II IHl provar 1 l:JO /«MOr 11 «1 caualier I 316 rf^-
mostravan I 152 ivamtllm 111 35*> neben trubdlhan VIT 261 ^rauaM II 146
neben CD </ö6a//» III 2^>1. Synkope tritt stets ein im Imperf. -iai
combatta I 187 iwHcerian I 438, ferner in //o« II 282 hti l 6 han I 52
f/w D, dey C, rfrMo G V 101, ika GD, (/e6m C U 9 </eon GD, «f^ton C
I 138. Auslautend vokalisirt ea in rf«o III 251 beo C, ÄfOrwi GD IV 246,
fällt in scri V 152, / I 55.
Laut- und Fortoealcbre der Waldensiacben Gedichte
319
bb wird vereinfacht in aba C, bb GD I 412 b -f- Hialus-Vokalo,
8. dies, bl gibt u in taulas I 150 (^= M 15<3) parula II 76, bleibt in
noble I SH iäfable \l li<3 sem^ible V 48, vgl. -iwo/ (ex: J 31). 8. Auslautgea.
^r entwickelt ebenfalls u (=M 156) aure l '2b aurian G I 438 deoria 11 M
beot-e U V21 Iforas I 398 Höre I :3<)4 abioreron 1 133; Ar bleibt in
ubtiotas Vll 131 tenebm IV 221 libre\ (kt Lehnwörter. 6 fällt vor /:
w^ lll 219 suffi B (Can), daneben ««ä/*/ IV 286; ferner vor 8 in este-
nencza III 241 scura IV 21.
Geatütztea 6 bleibt: (tlberye I 47 a/fire n 91) cambiar H 218 Ä«riö
Vn 191; im Auslaut ist es stimmlos geworden: or^; 11 72 corp B
(= M 157).
t\
V geht durch DiBsiniilation in / über bei comiHYl lOf»; sonst bleibt
68 im Inlaut oder fällt (= M 98 f.). Es bleibt in clarelleron I 3CHj cUvina
I 333 ioue II 117 w/wen II 82 akua II 242 nora III 82 j^awo« B.
r fällt in M/ar^awcn/ VI 34 K/'a«f/« B (Aygla) p/oyos II 141 puur pauros.
Im Auslaut wird es m {= M 1U2): soau V 81 greo II 43 breo lU 138
vio (cN3 M 102) I 388 noo I 214 moo II 83 nco VI 42. ovum S. o.
Ebenso vor r {= M KX)): viore I 250 wjor<? VII 112. Stimmlos oder
stumm ist es geworden in cipta 1 123, 131, beide male bei D cita {=i 32),
auch D cipfa Vll 242, b in embla B (Perdiyy
GestQtztes v bleibt seruon III 69 und wird im Auslaut stimmlos:
awf II 233 cevf B.
/.
^ wird meist doppelt geschrieben, am häufigsten bei G, am wenigsten
bei C. offmt I 451 qfendre I 198. Statt /' haben wir v in prouanar
vn 65. afra 1 321.
ph.
ph ist / in phansio GD, bei C farmo 1 20(K j> wird es in solpre
I 32, t in blastemeron I 3C)5.
«1 wird ^7 (= M 98) gardon I 41 gayie I 476 a^ai7 ß (Griffon).
Deklination.
Artikel. (= M 182 J 42 f.). Fem. sg. nominat,: lu I 38 /' I 11;
gen.: de la Ib deV I 178; dat.: a la I 47 «/' II 4ö? acc: la I 13
V 1 41. FI. nom,: Im (=J43) I 117; gen.: dt las I 161 5 dat.: a las
1 67; acc: las I 52, Imal perlla C lU 174. Masoul sg. nom.: /oI28
320 A. Bank
f I 12; gen.: iM I 3 <#4i/ C D 35 n. 5.: dat: o/ I 17; aec: I0 I 2ß.
PLBOII1.1J4:?): /4III; gen.: </«&'! 316: dat:<i/ild9: aec: /iia6.
Imal Im C m ^1, U D lU 242. <>/ ^= rm lo) =J43. C «T GD cR
m 19 IV 13; f/ G o/ CD lU 352.
N^omen.
Ahe NominatiTre«te sind fonnell kam ^nominat) HI 82 Mtmmmfre
(nom j Vn 229 prrrer D neben orspröngL AeeasadTlonB prtyrt {= M 145)
GC I 389. 391. 399: I 3^ 3(47. Im Übrigen ist der Singnlar obae
Flexion und der Casasanterachied Terechvnnd^i. Einige abe Ploral-
reste 8, Artikel nnd unten. Dem Artikel enteprecbend. bildea die Fem.
der L nnd IIL Deciin. dtm Plural, mit TereinEeltea Ansnahmea , anf
« <cx^ M 117h sammtlicbe Maacnlina zum grössten Teil okne ^« = 11 177\
ao dass der Piual b^ ihnen nkbt beceicfaneC vird. ISie tritt je aaf im
Particip and nacsk moullirttn, spirantisclien Laatea.
Sub:«tantiv.
Femia. In de« ersten 6 Gediehtea kommt der nom. pL hh: loaul
Tor. 4^ feUt htk C luf aypa I 117 ,;x^ J 43 >; der Aecas. -« 71aHa.
f feUt bei C ck: J 43 troim mOrms mar^^M I 14>^. % kan aeia
ptyr* rrecSoM C 11 2S> ^mtrra * hat4»iia G m SS n. a. Imal C h
w(*ffr( riQurft lY 19 ist italieaif>eli.
V(»n der in. Dw'lin. kommt vor: Xominacv Phir. r^oi- I 181,
«ine > GD f»art HL oST iiisam.fiat IT l:?i*. Sc ha: G, pl CD bea
SY f^ 11177. Acrn*^. vffttc I 2i*4. ;v?7 II 4ö V 27 wami^ I ,^:tti ^<»rf
n H7 V It;-^ d^i/^'d{ms I lf4 dtsfmriomf 1 13?» rfiZr^ J^yr^on,^ GD HI 17
f-r(H> GC 111 ö7 r:'f,t/r,r^-:>ftf- C FII -vv, i?l*' ranyms III 5:V> hmOofX 19
W..0 wÄö^ CD V j?l ran_.'{'''i- V 4r» 7^/f V 11 tl Iro /»ftssrtsvVwtf Tl 133:
c4i>e .*: .'ßf ft»o— .•ir.«N .:n6 I f»i? .'« ^f«:D lai prh-^ G, vfl pae Cl lOl 3
arfi r.wo/r.i»'- D I 4Ti* o rf-r> I» 1 4?» ..«< Jtyr^Oh C 111 17 Sc:, kannte
MasMil. Nommai Phir f»^ma] ohne f^. Mit >. mttsau.nf GD IV 70
ri*^ ßt«>r* 1 IV i*s^ /royr^f ha'-.s^imef GD 1 1 11 1? Hl 1 rmrianf
OD 1 r^.'.. «.- i rK'cü. C i 42J' hcm^.r»di.i- G 11 1?^ wr^^t.* G 11 9i^ Sortt*rt
G 1 WS. AwBjv. i4ma] ot»* ^ -v; J -»?.. Mir f : o^tcz G 1 6 /»fl»; C
1 Ü'.i' ü:'Z C 1 :i:V Ofr- CD n l'.t-« ,7k>vf** f *J^r.> C 1 2fi^ Juti/itf r
(r*v*- *.'■?* iw* 1 "oT, Gl« 1 :» if.*n:if G 1 ?T2. 4?S o>>jr- G 11 2S
7»f ■.-«.- G 1"; i**T u . vtf Gl» f^Lh ^ II l**T runvi-a. \ 1 l-'f^ anptiU GC
IV es 111 Df»:-.:.; k.»M. f C 11 :::••. Gi» 1 47.- ra«*/mf C HI 2P7 <»e-
.-^VÄ^ V l^v^ hat- 7oän^ V loT' >v^/wtf D 1 ol^
l^nt- und ForniBnlehre der Waldenaischen Gedichte
H21
Adjeotiv.
Im Fem, haben a aDgenommen: nobla I 1 iomnna I 69 orribla
IV 297 perdumbla lU 173 dovza V 36 crudelia (C crudel) II 225? aber
ff reo (cv> M 17f>) I 472 grant I 123 uert U 97 (cv> M 143) natural I G9
gencral II 18ö -/«o/II 69 und die Participia praes. /<n'sen/ I 422. ßbini
Partip. perf. I ist meist Synäreae {a aus da) eingetreten, a hat sich
erhalten in barvhaa U II 234.» toclnm D VI H2.
Plural. Die Fem. der ersten Decl. bilden den Plural regelmässig
auf s (oo M 103) mit Ausnahme von docza C V 36. Die Adject. der
lU. Decl. echwaoken gleichmassig beim Mascul. und Femin.
Numeralia.
an I 33 una I 1 dui I 313 doas I 150, nom. frti (= M 181) G I 32
GD Hl 352 ires (oo M) CD I 32 tre C III 352; acc.: trei I 430, 224,
390 C I 472 GC O 238 GD V 48 tres D II 238 C V 48 ire C I 390;
fem. nom.: fres GC III 2f»K 387 trey D 111.387 D312: acc: /rr.«jll45,
251 V (;5 GC III 24, 312 trcys D I 440 tny D III 24 catre 1 135 eine
I 135 seys C III 115 set CD V 86 D II 315 oyf I 10*i noo I 214 decz
D 11 318 trenta I 172 s&rari^oV 0 88 oytanta 11 107 cent I 398 w// I 6
W/7/« I 171; (= M 181).
ambfdos GD, embedos C II lli milhier GC m/7ier D IV 280.
Ordinalia. prumier I 70 prumiera I 44 segont III 95 seconda GD
1449 /fir^ I 333 /m-^a I 452 ^o .^//fir« III 265 li quart lII 99 fa quarta
m 387 li cinquen C III 101 la ciquena C I 315 // seysen C III 105
(cv3 J 45).
Personalpronomen.
a) absolut \~= M 183) 1. Pers. sg.: yo I 410 mi I 470; plur.: no8
I 3, 15. 2. Pera.: fw I 260; accus.: tu 1 212 (vgl. puni : en tu : serui
m 187) vos I 73, 225. 3. Pera.: si I 160, 443 lorX 276. Geacblecht-
lich; mascul.: el l 25 lui I 95, 300; plor.: ilh I 53 /o^ I 102, 270;
femin. (J 46): ilh I 53, Imal // G II 185 leg 1 109; plur.: ith II 117
lor V I2Ü.
b) verbunden (= M 183) 1. Pera.: me II 103 III 154 m' V 96
ms I 15, 36. 2. Pera : <<? ü 27 ^' V 93. 3. Pera.: se I 100 «' I 209.
Geschlechtlich: vi IV 240: dat.: li I 214; accus.: /o I 214 /' I 219;
plur.: (M 183) ilh VI 75; dat.: lor 111; accus.: li I 37 3 mal los C
IV 238, GC lU 303 C III 288; fem. dat.: li I 210^ accus.: la I 83;
plur. acc: Im III 18.
324
A, Barth
Die 1 /2. pi ist flexionsbetont; 1. plur. bei M Btammbetont. Das a
des praee. coqj hat eich auch aur die 3. pl. oft auch auf die 3. sg. dea
cooj. imperf übertragen.
esser I 3.
Praös. indic. Sg. l: soy (M) II 241; 2. sses (cv> M) II 279;
3. es I 38. PI. 1: se)i (Mi 17; 3 «o« I 11. Conjunctiv 8g. 1.: s/a
II 310; 2. Sias D, sies GC II 313; 3. sia I 24(5 PI. 1.: sian I 4«1 ;
2, sia I 256; 3. sian VI 21. Imperf. ind. 3. eg,: t^ra I 77; 3. pl; ^ran
I 77. Perfect Sg. l.:/Mjy II 240 fosies DG, fusis C V 89; 3. /o I 7;
3. pl. :/orow I 93. Futur Sg. 1: seret^ D II 257; 2. s«re«V«9; X sere
I 211. PI. 2.: serc C I 472, CD I 474; 3. seren I 467. Conj. imperf.
3. 8g.; /o8 H IW fossa CD II 165. In I fossa bei G 5 mal, bei C nur
92, bei D ausser 92; 1. pl.; fossan III a35. Coodit. I: fora l :i30;
Condit. U 3. gg.: aeria VI 2^>; 3. pl.: serian I 279. Part, praes. : istani
IV 38. Part, perf.: ista OD, etfsa C I 73, auch C III 217.
(h)aver I 457.
Indic, praes. Sg, 1.: öy 0 243; 2. as D 282; .3. {h)a I 6. PI. 1:
aven 1 74; 3. {h)an I 52 Imperf. 3. ag.: avia I 78; 3. pl.: avian I 127.
Perf. 3. 8g.: ac I 61; 3. pl.: aifron l 115. Fut. sg. 2.: aures CD I 252
II 30; 3. anre I 25. PI. 2.: awr«' I if52 D; 3. auren I 18. Conj. praes.
sg. 2.: ayas U 296; 3. aya II 18. PI. 3.: ayan I 420. Imperf. 3. sg.:
aguf'S I 89 11 151 (D-a); 3. pl.: ayuessan I 198 Condit. I 3. sg.: agra^
I 302. Part, perf.: {hagu) I 378.
L 0
a» (es)
11. \o. -,
ffi, «
IIL»<
m.«»
h
Indic. praei*.
a (e) in
- in
an (o», en)
<m {en)
tssan
I. Conjugation. Sg. 1. -o: auso I 410 mando IV 2 prego III 215
rerordo II 103; 2. hat in der Regel -(ts, -es in folgenden Fällen: re-
gardes C I 188, 190 peuses C III 129 aquistes CG II 12*> aquistes CG
II 171 comences GC III 172 habites B (Aygia); 3. statt a bei C f in
regne III 2li8 habundie III 2*54. PI. 1. regelmässig -#'«: frobett I 63
/oy^ex 11 52; 3. an z. ß. : amanI51; -on in folgenden Fällen: aprouon
''U 2S layson D VD 67 regardon C III 385 dtapreczon CD III 111—112
(f»N D III 302 scoulon D VII IK) goternon C III 385 /aysw C I 365
VII K^; m bei estudien GC D 132 >n O.ßdwi CD III 117.
Lüut- und Formenlehre der Waldensischeo Gedichte
II. und IIL Conjögation. 8g. 1.; rendo V 105 reqiwro V 56 uolo
C III 2 aber tw/h UÜ, ebenso C II 7, uro G 111 <>, löö, 252, C stets
f<«y, D auaser HI 6 (/e«ö G, (iey C, dea D \ KU satj III 182^ 2. /o//<rs
V K)6 secorres V 126 conoises V 126 «/«-«^ä IV 58 s^rwcÄ III 129 8o6«
IV 58 neben san V 98 fax U 199 ;>o^ III 151; 3. nais VII 78 joNff
n 291 tifo I 28 uof I 27 rent l 392 rft I 11 au I 393. PL 1.: denen I 2
«o/ew I 287; 3. -on: deuon I 33; -en in folgenden Fällen: seruen D
UI 312, 111-112 meten Ü ÜI 211.
Inchoativa 3. »g.: »s z.B. ])««/« 1451 scurczis II 112 row^v//« III 31
acrw/» III 243; 3. pl. - isffon: robisson VII 3() seruison 0, .sfriwn D
VU 108.
Conjunct. praes.
I. -e (a); <'Ä (oä); tf, — > «; <iw; «; on
11. i«; oü (^sj; o; rfw; — a/i (ew);
UI,'' issa;
I. Conjug. Sg. 1.: trobe V 20 töNto C V 30; 2. a^Mi^ics GC, -as
(ind.V) D 11 171, ebenso commencesU 172; 3. 36 mal-«, daneben donC
I 31, 30 II 1 III 408, (i II 1; -a: srnettda (iiid,?) GD I 392. PI. 1 :
atnan I 43; 2. done II 309; 3. confesson I 421 yardon V \\\S fatigoti
VII WL
II. und III. Conjug. Sg. 1. dm CD, f/f7>/w G H !♦; 2. e///frtf/«^
VI 96 laues C UI 151; 3. uiua I 113 tema III 359 se/ifa G (fehlt CD)
V 44. PI. 3.: crem I 460 devan C dean GD I 138; -m bei ««/rp«
G UI 357.
Inchoativa 3. 8g.: perissa B (Furni^).
Adhort. (jatdati GD (fehlt C) 1 108 despreczten VI 50 oimi VI 83
anen G, -a« D VII 215 regarden D (GC regarda im|»erat. 8g.) U 120,
ebenso regardan CD 11 61; serut'H CD, -a« G III f)*> rwt/tf« C, -ati GD
IV 176, U -f«, n -«M \1 86 etiseguen GD, -a» C III 312; uene c non
attenda IV 2^)6. Der Imperat. 1 ist perdöna I 258 amd 1 254; IL Conjug.:
met II 325 i?/»/et4rfe III 1; UI." Conjug.: convertis V 24.
Indic. imperf.
aua —
ia ian
auan
ian
I. QUO —
II. ( — ias
nv
L Conjug. Sg. 1 : levavo B (Rossignol); 3. eomen^ava I 235;
3. pL: bapfi'iaran I 338.
II. und UI. Conjug. 3. sg.: combutia I 187. PI. 1.: sabian IV 71
poyan IV 70; 3. seguian I 298,
RomanlMlie FuncLangüU VII. 22
326
A. Barth
Conjunct. imperf.
L — — es —
Tl,\ — — Ss, essa — — essoii
UlJ
I. Conjag. gardes I 84 ayres I 90 mdreycessan I 158.
II, und III. Conjug. poguessa D HI Ut9 eiiseguessa C, -<w GD 1 84
deguessa GD, -essan C I 239.
Sch-waches Perfect.
I. II., eg iSs i —
m. — — fc {it) — — iron
L und II. Conjug. 8g 1.: traleg GD (C fehltl III 4 Itueg B
(Aygla) cridetj B (Pantera); 2. seqnies {secar) V 80 /onczies V 46 semenies
VII 210 dciscendiea V 43; 3. z. B. apellel 2t>7. 3. pl. z. B. abandoneron
1 95 cre»eron I 116 cirisseron G {cregron CD) I 113.
ni. Conjug. lÄSic I 317 partic I 175 eys/Y B (Aygla) /)«r iron 1 131
seruiron 1 98.
Futur.
(>,V ^^ ^ (o) ^ (<>^) ^ ^ (tfn)
Sg. 1.: donareg IV 266 rfirey Ol 254; 2. /ro6am l 251 recfbres
U 306; 3. gewohnlich e salvare I 213 recebre III 379; -a bei irfara C
III Wi perira I 112. PI. I.: -en ausser deoran C^ 4 [deorian GCD);
3, -w auaser possessiran C IV 134 ubritan C IV 299.
Conditional.
io »>8 fö ian — ian (f«i)'
Sg. 1.: Holno ni 19; 2. pogHea G (D fut jjoyres) VII 71 ; 3. uolria
I 91. PI. 1 : umcerian I 438; 3. -ian ausser tenrien C, -i'aii GD 11162.
Participium-
Part, praee. I. Conjug. -ant: donant I 95. IL und III. Conjug. -ent:
cresenf I 338 possi-üsent l 274. Part. perl. 1. Conjug -a: dona I 41,
ebenso femin. dona : verUa I 225 lagsa : ajosta I 24fJ; ausser tochaa
VI 92 burchaa G ; cÄare//a H 236. IL Conjug -m: offendu I 81.
in. Conjug. -*: puni I 92.
Infinitiv.
Die L Conjug. geht auf -ar aus: anuir I 153; die II. auf re nach
den einfachen Liquiden », r, /, Muta -f- Liquida und nach Dipb-
Laut- aad Formenlehre der Waldensiachen Gedichte
327
thongen, auf -er nach Spiranten, geminlrten und mouillirten Liquiden,
sowie m S.Auslaut. Es schwanken zwischen re und er: corer B{CeTf)
corre B (Serena) penre 1 711 u ö., bei G auch pnmr I 371 u ö, tre
fQr «•« hat more VII 112. Die III. Conjug. hat -ir: seruir IV 97.
Einzelne Verba.
I. Conjug. annar (= M) II 1 1 ; C 1 mal andar IV 203. Praes.
3. 8g.: mif (cvD M) I 191; pl. 1.: anen (c>j M) VII 215; 3. van (= M)
I 314, auch aiian (cv> M) II 213. Imperf. : annava I 2()7. Fut. : an-
narfiij {= M) B (Galina); 1. pl.; ireti (c>o M) GC, annaren (= M) D 121,
alle has. annaren II i^'d; 2. ag: annares VII 199; '6.annare\[ 18. Conj.
imperf.: annessan 1 268. Imper. vatf (= M) II 302 annd I 471.
dar. Fut.: dara C, -<^ GD III 66, dafür sonst donar.
istar I 2. Praes. 3. sg.: ista VII 7H. Fut. 3. sg. : i'stare IV 15;
3. pl.: isfarett III 237. Imperat. : ista VII 169. Part, praea.: istant
1319; perf.: iMa GD, rt/su C I 73.
n Conjug. crei/re (=M) I 19. Praes. 3 sg.: cre II 196; 3 pl. :
creon I 67. Imperf: creyan I 2i>9 Perf: creseron I 96. Fut.: creire
I 22. Conj. praea : cria \ 65 cr«i<i II 34 crean I 460. Part, praes.:
cresetd I 338.
vencer I 37. Praea.: m^c2 V 65 uenczon Vll 97. Conj. praes.:
renczan lU 358. Condit : uencerian 1 438. Part, perf : utnczu (; di)
m 67.
Ui. Conjug. auuir I 392. Praes.: aul 393 okuom IV 239. Imperf:
amia H 112. Fut: auuire IV 258. Imper : au III 119.
mir 1 377 eisir B (Leon). Praes,: ies CD, cys G III 16 Perf:
i8sic I 317 eyssit B (Aygia) Part, perf: eysu C, is/a GD I 73.
cuikir VII 219. Praea.: recolh VII 199. Fut-: readhirm VII 221.
wj«n> (= M) C, monr Gü I 282 III 334. Praes.: mor [oo M) VH 95.
Fut.: murren (cv^ M) C, o GÜ 1 4(55. Part, perf: mort I 15.
fityir II 145. Praes.: fui U 54 fuon VII 160 neben fug ton H
(Pantera). Fat.: fugire GD, /uire C II 288. Imper.: /mi III 146.
J - Conj ugatiou.
far (= M) U 329. Praes.: fauc (oo M) G (fehlt CD) V 42 fas
II 199 /ay (cv) M) 1 397 faczen U 93 /an I 45. Imperf. : facta I 292
facinn I 131. Perf 2. sg.: fecis V 50 /ey I 75 fe bei GC I 101, bei
G I 267, :J03 feron I 177. Fu\.: fareg U 232 fares I 252 /ar6 1 48
/arc« I 110. Conj. praes. 3. sg.: facza I 402 facz^iu 1 408 faczä C
IV 293 fa^n I 422. Conj. imperf: faees C, /w G, fe^e^ D I 91, 92
22*
328
A. BArtb
facessan C I 127, 273 /ma» GD 1 127 G I 21^ feressati (= M) D 273.
Cond. : Jaria Ul 2(X>. Injper.: fatj [= M ) VI 19 facS I 254. Part praes. :
/acent I 294. Part. perf. : fai/f I 18 faijta I 430.
veser I 237 tvr (= M) CG 1 65 veer C I 73; auch mr {: xrist)
GD I 73 CD 1 3G8. Praes.: ueo {= M] 0, uey C, D wy ueo S. ob. Praea.
ue B (Öerena) veen (= M) C ven C^ vej/en G vehen Ü I 3, 5, 9
tieon 111 272. Imperf. 3.: veija I 321. Perf.: vigron I 225. Fat 2.:
ueyres II 280 MetVew IIl 2*J2. Conj. praes.: uea \U 198. Conj. irop.:
veguessun I 202. Part, praes.: veseut V 58. Perf.: vist I 92.
S - Con jugation.
ardre. Fut. : ardrm I 465. Part. perf. : arm Vü 51.
aucire I 261 awciVG» ocir D VII 170. Praes. 3.: awci VI 5ö aucion
I 364. Imperf: «Mc/a I 166. Perf: aucis I 76 auciseron I 364.
Gegner, Part, perf.: ce///t^ II 28(>.
clawe, Praes.: dmt B (Leon)- Part, perf.: eticlntts I 402.
ilir{e) {= M) I 61. Praes. 1.: dk (cnd Mj ID 113; 3. dt I 11
diczon I 383 IIl 383 IV 57 dion (= M) G dkzon CD i 373 Imperf.:
dicia IV 73 f/icwi« I 210. Perf. 2.: r/is*s V 47; 3. dis I 283 diserort
1 118. Fat.: dire I 283 d/rc?» I 395. Imp.: di U 309. Part, praes. t
dketU I 308. Perf.: dit I 109 <i/i^ I 124.
destruire CD V 50 destruir G Vll 195 reduyre D Mrt G I 118
destrure G V 50 D Vll 195. Praes.: produi GD H 23 produon XL 96.
Perf.: y/rorfwis C II 23 destruis 1 145 </«//i« C I 103, 133. Part.: de-
struyt I 169.
reymcr B (Pantera). Perf.: renps B (Pelican). Part.: remps I 62.
escrire. Imp.: acW V 152. Part.: Script I 112.
jogner. Praes.: Jong U 291. permanirW 22. Fut.: remanfc 1 395.
Perf.: rer/tas I 312. CoDJ. praes.: reumgna V 75 reinanent I 8. Part,
perf.: r<;w«.s I 171.
w/'/r<? n 20*5 Praes.: wie^ VI 73 meten Yim m«/on II 122. Imperf.:
»u'tia VII 202. Perf: mes I 161. Couj. praes.: meta VI 3 mp/<m IV 176.
*)onj. imp : m*»«« G, mesessan CD I 355. Iiup.: fnct U 325 tn«-/^ VI 1.
t. praes.: mefrnt VII 70 Perf : mes II 227.
tjenrt 1 79 G auch prener I 371. Praes.: pren U 210 7>rc>WM IIl 78.
venre 1 15. Conj. praes.: prena CD III 369 — 70. Part, perl.:
189.
yer, Part, perf; spare VII 34. quetre IV 1H5 gM^/zV II 209.
in^iiero V 56 yw^^r B (Ging) qneron I ^)5L Fut.: jwf /7"<?« II 208
413. Part, perf: asot C, asoul GD 1 391. rire W 288
Serpent). Praes : rtspimt I 390 (spoa IV 208).
Laut- and Formenlehre der Waldensischen Gedichte
costregner. costreng I 385 costreyt I 143.
traire I 191. Praes.: tray II 41 traijoii H (Abelhas). Perf. : trays
GD {trm C) I 323. Part, praes : retrahent III 2m. Perf. ; retrait II 320.
ttiner I 14 <m IH 198 temianl 117. Conj. praea.: ^«»wa GD I 3ti9.
CoDJ. imp.: tempsen C, tetnes GD I H() Part.: femttit Ti\3&4. Fut.: ^e-
twere« VII 138.
TJ- Conjugation.
rtctbre II 26(). Praea : irrey/ III 304 rectbon III %. Perf: receop
Vn 184. Put.: recebres 11 306 reccire I 17 recebrm III 177 Conj.
praes.: tecepia B (Serpent). Imp.: receÄ(^ 111 2*J4. Part.: receopu
I 175 (cv> M 150 f)
sabrr (= M) I 12 say lU 182 5rt*e5 IV 58 saa V 98 sap C ao (= M)
GÜ 11 50 sabe IV 289 mbon (oo M) III Ol. Imp.: sadias V 99 sabia
VII 203 sabiati IV 71. Perf.: sa«/>ron I 334. Conj. praea. 1.: jap»« V 87
supian n 214. Co od. : sa^riVi (oo M) I 279,
caler, chal 11 116. corcr B (Cerf) corr^ B (Serena). Praes.: corre
B (Griffen) coro» B (Alifant). CoDJ. praes, : secorra l\ 224. (cor« V i»9).
crdser II 111. Praea.: er cw VII 79. Imperf ; creisia 1 227. Perf.:
crcyrun C, creisseron GD I 113. Part,: <r;v//w CU, creissu G I 105.
c/ewtfr (M) I 413 rfewo G dey C \ 101 (/<?m-?5 IV ö8 deo 1 2H rf^w^w I 2
dvuon I 33; (/«p/Vi I 282 dtuian TV 71. C(»nj. prae«. : debia G, </fa CD
II 9 dfua D V 101, dhan C, r/t«// GU 1 138 diyuessa GD, an C I 239
deoria II 54 deoridu 1 4.
?ac»r B (Roasignol) /«y B (Pantera)? iac ebenda. Part.: iagna B
(Volp).
more VII 112 woo III H3 mogua B (Serena).
conoiser I 4ü conoises V 120 conois IV 237 conoisen II 187 conohon
Vn 42 conoisian IIl 02 conoiser es III 143 conoisercn III 293 conoissa B
( Abelhas I conoyntnf IV 38 cont'gn V 12.5.
fjoyrc IV 263 «oy B (Volp) noysen^ V 106.
idourr {= M). ;>/öo B (Papagal).
//opr M I 71 7/0^ III 151 /)o 1 13 po^ I Ol po* (coM) I 73 pon
I :i53 ^öon B ( Aygia) poyon I 301 poya VII 7 poyidn IV 70 pogron I 121
poyrex II 173 poyr^ I 25 poinn I 289 j>oysaa VI 20 /^oysa I 397.
C j;o*a IV 287 poisan 1 37. pochan C II 139 po^MfS \'II UH) fiogiusal>
{poya CG) TU 199.
<f«iV (= M) I 50 tcn I 48 <^mo« 111392 apartenia I 209 ^•o.<</«»«• D,
«ostent CG III 338; 2. retengiih \ 51 /fwr^w I 20. Conj. praea.: tigna
n 10 tegna III 2. Imperf: ttngue&an I 275. Part.: imtnt DI 115
<e;«y« 11 44 iengua V 17.
330 A. Barth
toler (M 191 »>) I 375. Praee.: tolles V 106. Part.: tout B (Pic).
venir (= M) I 9 t*<jn I 203 venian VII 209. Perf.: venc I 203.
Fut: uenre I 16. Conj. praes.: mgna II 108 Imp.: avengues I 121,
uoler (= M) lU 4 Praes. 1.' ag.: uolh (=M) H 7, C uolo (= M)
m 2; 3. MO/ I 27; pl.: uolen I 287 mo/o« I 221; uolia VH 213 «o/ian
VII 211; uolc I 230 uolgron I 448; «o/re IV 148 uolha V 87 «o/Äoa
I 248 uolha I 369 uolhdnNl 85 ««J/Äan I 280; uolHo ÜI 19 «o/ria I 91
uolrian I 360 Mo/ew< III 279 volgu I 360.
paiser l 418. Perf.: pac I 419; paguesan I 158. paysu C, pa^
GD IV 243.
placer (= M) I 475 plecer (= M) C I 177. play in 10 deplac I 122
p/ayre II 7 ;?/afa (c\3 M) I 480 p/ac2ww VI 14 placent I 139.
nafs«r I 212. nais \i 79 naison 11 68 fuu^we II 85 naisere I 212
na I 218.
tdore (= M) I 250 uiuen 11 82; uiuas III 151 Mtua i 113; uiuent 6D
ni 351 ttwctt n 102.
pareisere II 161 aparec l 224 apareisent lU 190.
La estoria del rey Aaemar e de losaphat e de Barlaam.
Von
Priedrlrh Lnuehert.
Vorliegender Text einer spanischen Übersetzung der Legende von
Rarlaam uod losaphat ist einer Handschrift der iStrassburger Universitäts-
und Landesbibliothek, Cod. bispan. 10, entnommen, die aueeer dem-
selben eine Estoria de los quatro dotores de la santa eglesia enthalt.
Die QesamtQberschrift und Inhaltaangabe am Anfange tautet: En este
Tolumeo se contieneo dos libros. E en el primero cuenta de los quatro
dotores de la «anta eglesia sant Anbrosio e sant leronimo e sant
Agustin e sant Qrigorio papa. E ei segundo libro es del rey Anemur
e de 8U fijo losaphad e de Barlaam. Die Handschrift, aus dem 15. Jahr-
hundert, enthält 18f) Blätter in 9 Lagen, in Quarto, teils Papier, teili
Pergament; der äusserste und der innerste Bogen einer Lage sind in
der Regel Pergament, das dazwischen Liegende Papier. Davon nimmt
unser Text die Blätter 132—185 ein. Der Text ist zweispaltig ge-
schrieben; die Zeilenzahl der einzelnen Spalten schwankt am Anfange
zwischen 27—30, gegen Ende zwischen 30—32. Die Kapitelüberschriften
sind rot geschrieben.
Das zu Grunde liegende Original ist die verkürzte lateinische Be-
arbeitung des Barlaam und losaphat im Speculum historiale des Vin-
centius ßellovacensis, über XV, c. 1 — 64, wovon unser Text, von Fehlem
und Missverständnissen abgesehen, eine treue Übersetzung ist.
Was meine Behandlung des Textes betrifft, so habe ich nur die
Interpunktion geordnet, den Eigennamen grosse Anfangsbuchstaben ge-
geben und die Abkürzungen aufgelöst. Hingegen Hess ich alle Eigeo-
tümlichkeiten der Orthographie in ihren Schwankungen unverändert.
Wo offenbare Schreibfehler verbessert sind, ist dies unter dem Texte
bemerkt, ausser wo es sich um Zusätze »4er Ausstoesungen bandelt,
wo in herkömmlicher Weise ein gemachter Zusatz durch [ ], ein aus-
ZQfitossender Buchstabe oder auszustossendes Wort durch ( ) bezeichnet
H32
Friedrich Laacbert
ist. An einzelnen ergänzten Stellen bandelt ea sich um Verstümmelangen,
die durch Wurmfrass entstanden sind; hier konnte, auch bei der Zer-
störung ganzer Worter, doch in der Regel die Vergleichung des lateini-
schen Textes auf die richtige Spur helfen. Wo die Übersetzung durch
MisBTerständnisB des Originals fehlerhaft oder unklar ist, habe ich unter
dem Texte die betreffende Stelle des latein. Originals angeführt, nach
dem Drucke von Venedig 1494
Eine nach meiner ursprünglichen Absicht mit der Herausgabe des
Textes zu verbindende litterarbi^torische Einleitung über Barlaam und
losaphat im Spanischen rouss ich mir einstweilen für spätere Zeit vor-
behalten; da mir für jetzt das nötige Material nicht zur Verfugung steht
[fol. 132.] Aqui comienQa la estoria del ny Anemur e de losaphat e de Barlam. C
tia en ella setenta [I. sesenta] e quatro caiiitulos.
El primo capttalo es del rrey Anemur c del su mandado contra los christiaDos.
d £1 aegundo capitulo del archisatrapa, que quier dezir mayoral so el rey, el
qoal fecbo monge confondio al rey.
Ü El tercero capitulo del sas^imiento de losaphal e del en^erramiento del en el
pala^io.
(I El qaarto capitulo del amigo del rey, al quäl et tento en engaiao.
d El quinto oapittilo. Como pur consejo de\ eDfiermo auianao la saila del rey.
G C el aeflto capitulo de dos inuDges mariiriados.
(7 E ei Vn* capitulo como losafat gaoo del padr« liberlad de aalir.
(I E el VUP capitulo del gafo e del ciego e del viejo coruo los quales vio en
U carrera.
(I E el IX** capitulo del aiieoimieDto de ßarlaam a el so semejanga de meroadur.
G E el dezeno capitulo. El rrccantamieDto del rey homil, el quäl rreprebeudio
sabiamente al rreprebendedor.
G E el XI** capitulo del cDseilamiento de la onrra de vn dia.
G oapUalo XII. La fabliella de la philomena endozida contra los onrradnrec de
los ydotoB.
G El capitulo XIII del amoDestamieoto fecho a joaafat de la perseuerao^ia ea la
fe de Jesu cbristo.
Q £ el Xim* capitulo del amonestamiento a eae mismo de la vida mas aoabada.
Z. IS. anemar mit schwarzer Tinte corr. , ans nnimur, wie ea scheint.
Z, 18, Zuerst: del jusapchat, mit schwanwr Tiiit« corrigiert.
Z. SS. gaTo e corrigiert; das darunter Steheode nicht mehr deutlich Icabar.
Z. S8. de an dia: 1. de un dios.
Z. 81. In der BandAchr.: perscnarant^ia.
Z. 8S. jha xpo, immer in dieser Abknmiog.
La eatoria del rey Anemor e de losaphnt e de Barlaam
333
C E el XV capitnio de la semejan^a del vDicoroio contra loa ainadores del aieglo.
G £ el XYI capitalo de la aemejanva de tres amigos cootra eaos miauioa.
C E el XVII capitalo a ese miamo del rey. el quäl el logar de au deaterramieoto
guarnes^äo por rriquezaa.
a E el XVIll* [fol. 132*"] capitulo del amoDestamiento pari meDoepre5iainJeDlo de
laa rriquezaa.
Q E el X^X capitulo a ese miamo de aquel, el quäl meoDapre^iada la noble
eaposa tomo ia pobreziella.
Q E el XX capitulo de la eDsetiaufa do Barlaaui de dios orindor e guueniador
de todoa.
Q E el XXI capitulo de uomo Barlaam rrecuenta a loaafat la au vlda.
(I E el XXll capitulo de como loaafat querieudo 8eg[u]rr a el aprimiolo Barlaam.
(I E el XXIII capitulo. de en como Zardan cod duro ooragon oyo laa palabraa de
Barlaam.
0 E el XXnil" capitulo. como [oaaphat toma de Barlaam ^eli^^io e fin de la
enaeflaaga.
<7 E el XXV capitnio como partiendoae Barlaam, Zardam manifiesta la poridat
al rey.
0 E el capitulo XXVI del vano conaejo de Arachia e del aygimiento de
Barlaam.
n E el XXVII eapittilo de la conpafia de loa hermitanios, loa qualea tra^^an las
rreliquiaa de Ins aantos.
a E el XXVIII " capitulo de en como Nacbor se eniinto qne era Barlaam.
Q E el XXIX capitalo de en como el rey rreprebeodio al fijo por qae fuera en-
ganado de Barlaam
Q E el XXX capitulo de en como el fijo ae eafuer^a a amanaar la aana del padre
e eoDuertirlo a la derecha carrera.
ü E el XXXI capitulo de como loaafat trasoocha en ora^ion e coDoa^e la
fa^ion del rrey por vision.
a £ el XXXII capitulo. coröo Nachor ea llamado eo consejo e por sti conaejo
es preao e enlazado,
Q E el XXXIII capitulo de como el miamo contra au propoaito fabia eoaas ver-
daderaa de dios e del error de loa Caldeos.
Q E el XXXIIII*^ capitulo del error de loa Griegoa e de los Egipgianoa.
Q E el XXXV capitulo del error de loa Itidios e de la verdadera fe de loa
cbristianos.
Q E el capitulo XXXVT de la fin de la queation en la quäl Naclior veryio a
todos.
G E el XXXVII capitulo do oomo loaafat lo aduze conaigo e rreprelhjendiendolo
en poridat tizo gra^taa.
(I E el XXXVllI*' capitulo. de como Nachor conuertido por las palabraa del ae
fue al yermo.
O E el XXXIX capitulo de en coräo [fol. 133] dQ|b)dando el rey ^erca la orirm
de los diosea demando de conaejo a Tbeoda mago.
Friedrich Lauch ert
a
E el XXXX capitulo como el rey por consejo deste llama a todos a la Bolini-
dad de loa dioses.
E el XLI oBpitulo. como ese miamo dio consejo de enganar a losafat por las
tnugeres.
£ el capitulo XLI1 como losafat monido por apiritu de fornioagioii se arxua
por orafion.
E el eapitalo XLIII como la mo^a rrea) lo tieota de fornioa^ion por mncba
fabla.
E el XLIllI" capitulo com» el Setlor por viaioo demoeatro a loaafat dodaote
la bieuaDdanga de los santua o las penas de lus maloa.
E el XLV capitulo como e) mismo tornanduae en sy eofernia, e como rreprebende
de tray^toti al padre que lo vino a viaitar.
E el XLVI capitulo. como loaafat buefue contienda de palabras cootra Theoda.
E el XLVII capitulo como el miamo cofonde a Theoda de la sabiduria loca
delloa.
E el capitulo XLVllI" como Tbeoda connertido fue al yerino eopoa Nacfaor.
E el XLIX capitulo como el rey por el consejo de Arachia partio el rregno
coo el fiijo.
E et L capitulo como loaafat ae dio en pod^rio del rregno e que cosaa fito.
E el LI capitulo. como dioa viaito al padre.
& el LH capitulo comb lo enaenio el fijo e lo tomo de la aants fuente.
E el LUl c«pitulo conio el padre despues de la eonueraion ae fiso e de li
uiuerte del
E el capitulo LIlll " de la auatttugioo de Baracbia e la fuyda de loaafaL
E el capitulo LV del rretoroamieoto del e de la contirmagioD de Baraohia eo'
el reguo.
B el LVI de la fuyda de loaafat en el yermo.
E el capitulo LVII de las tenta^ionea que aofrio.
E ei capitulo LVIIJ*' dei lallamiento de Barlaam.
E el capitulo LLX del aaludamiento eutrecanbiado delloa e del plazer qae
otiieroo de conauoo.
E el capitulo LX. como Barlaam demoatro a el ta au muerte.
£ el LXI capitulo. de la muerte de Barlaam.
»1. 133^] Q E el capitulo LXIT de la viaion de loaafat, por la qaaJ pares^ieroo
a el laa moradaa ^elestialea.
£ «1 capitulo LXIII de la au muerte.
E el capitulo LX11II° del traamudamieoto del vno e del otro aanto cuerpo a
lodia.
ibervchrieb
estoria del rey Anemor e de losaphat e de Barlsam
335
Capitulo pnmo del rey Anemur e det mandado del contra lo« christlanos.
£q lodia ouo vo rey qae aoia uoabre Aneuiiir. £ ora rico e poderoso o
cstraiäo e en bataliaa glorioso de todaa las cosaa de) mtiudo, maa segand la alma
afogado por roucboa maleB e dado a la proniduobre de los ydoloB. E commo
visquiese en mucboa deloytes auia vn mal de luaüeresa el quäl mengaaua la au
gloria e atormentaua el au corat^on. Ca dod podia auer fijos. E mochaa gentee
de cLristianoB e de monges paaantes en aquella tierra vida angilical. aprouecbauan
en la gra^ia de dros e deoüsiatido la onrra del rrey e de todo en todo oon temiendo
las 808 menaau. Por cierto muchog deseauaD la muerte por lesu Cbriato ; ca sabian
la bieoandati^a perdurable. Onde syo temor prcdicaiiao e ooo auia en la boca
otra coHa sy nun a Jesu Christo. E miicbos rrea^ibian la dotrina dttlloa eotanto
qoe algUDOs nobles e aenadoree dexando todaa laa cosaa ae fazian tnongva. E el
rey oommo oyo catas coaas piiso mandamietito que todo cbriatiaoo fueae coatrenido,
aegar la (e de lesu Cbriato, päaaaodo coatra ellos por nueaaa maoeras de tonnen-
tuH e ametiazaTidoIca nueuaa raaneraa de rouertes. eatouce algUDoa temiendo el
tormento obedea^ian al mandado desromulgable; otroa rrepreheadioodo la crneldat
maDifieatament© e en la cara del rey, feneagian la vida pormartirio; otroa eacon-
dianae en loa montes e en loa logarea deaanparadoa.
Q Capitulo segundo de[l| arctitsatrapa. quu quier dezir mayoral so el rey. el quäl fecho
menge confondio al rey.
Eatonce vn arohlaatrapa del rey que era mejor que loa otroa por grandesa e
forma e por firmesa del alma, veyendo [fol. 134] la crneldat e contraponiendoae
a eata vana gloria, ayuntoae a loa prcpoaitoa de los morgea e fue a los deaiertos
de los montea e y eatudo rony afincado por ayunoa e por velas e penaamientoa
dyainalea. la*qual ooaa commo lo oyo el rey, doliose del ami(;o perdtdo e en^en-
dioae maa en aaüa contra loa mongea, aey que eobio menaajeroa, loa quales le
buaearon en oada logar, fasta que lo fallaron en loa deaiertoa e tomaroolo e
dierunto a la catedra del rey. al qua) viendolo el rey en pobre viatidora e aspera e
magres^ido por dura conueraav'on de los aolitarioa enparedadoa, Ueno de triateza dixo
a el: O looo e perdido de voUintad, por que mudeate la tu onrra eo denueato e
feziate te jnego de loa mo^os oluidado de la nueatra amiatad e fiuza e nin auietidn
merged de tiia fijoa. leuantaatete contra la natura, por qae feziate eato e adelan-
taste a todoa loa dioaea el omne e) qnal es dicbo leau Cbriato. Oyendo eato c\
omne de dioa respondio alegremente: 0 rrey ay quieres de mi oyr razon, echa
loa tue enemigos de medio de la tn alcaldia e eatonce te rreapondre. Ca ayendo
elloa presentes, non aueraa palabra de ml. maa por la razon «ntuer^«? e m.nia e
faz lo qae quierea, a nii cru(a)^ificado ea el mundo e yo al mundo. E deziendo
el rey, quales aon aquellos enemigoa. los quales quterea que vayan de medio,
Bei Vinc Bell, steht nach der t^rschiift des 1. Kap. : Johannca Damaaoeana.
Z. 1. Anemnr: der Name hat hier Immer dieae Form, entstellt maa Aneooir
(griech. 'Aßewtjp),
Z. 8. estrailo für «trenuas.
Z. 14. paneando oorr. aiu penaando.
Z. S8. prcpoaitoa oorrisiort ana propoaitoa (in Abkürzungen).
33G
Friedrieb Laudiert
dixo el varon aanto : la yra e la cobdijia. Ca la cobdf^ia obra en noa deleyte e
eato mueue, mae la yra destruye. Pues asi es vayan se estas cosas, e esten a
la audieD^ia de las cosas qne se diran e al juyzio la mansedunbre e la sabiduria.
E coroino el rey otorgase la peti^ion del, dixo: fago gra^ias a dtos por lesu
Chrtato, ca tne defendio de la liaguDa de la mieqajodat e del lodo de la fez e
mostrome carrera breue e rafez [UiL \'M^] e por la quäl en este cuerpo flaco
puedo aduzir coQuersafion aogilical, menosprectando la vanidat de laa eosas pre-
aeores. Ca commo coDtiend(>a tajar de qos el buen principal de todaa las cosaa,
que quier dezfr la piadat, c desaoparar a dioa la quäl cosa es adelantar a iodoa
loa dapims: commo en esto podemo« aer en voo contigo? non negaremoB en con-
trario maa la acuiatad e la onrra e el talaate de los tijos e sy alguna otra cosa
era; ca veemos a ri non ser grades^'ieote a dios, el quäl te dio ese aeer e rrespirar,
quäl eatableog^io loa gielos e la tierra e formo el omne e donolo a la mortalidat
~^ estables^iolü rrey de tüdaa lag coaaa que son en la tierra, e a e) engaf ado del
diablo por deleyte e priuado de todos estos bienes rredetniendolo por muerte de
la 8Q Cruz toroolo en la primera libertad. £ tu rrepoyas lo e denaestas contra
la BU Cruz, dando te todo a loa deleytea corparalea e somitido a las pasiones
desterraderas e eusuziado por error de loa ydolos. Pnes asy es, sabe qae non
te coQsintire nin negare el mi bienfazedor e saliiador, aunque me ecbea a tragar
a laa bestias e aun qua me des al cuchiello e al foego, la quäl cosa agora es eo
tu poderio. Ca non temo la muerte nin amo las uosas presentes a la alegria do
laa qiiales se ayantan toda triateza e dolor. Despuos que el oao dichas esta»
cosas, dixo el rey: 0 meaqiiino pensando de cada parte tu perdigton, eres aduzido
segund cuydo a esta Ventura; ca aguzeste la voluntad e la tu leogua, por que
dixieses esta fabia loca e vana. Mas sy en comlengo del sermon oon te ouiese
promitido que dp medio del coneejo tiraee la aana, agora de todo en todo daria
las tus carnea al fiiego; mas porque adetantado te me tomeste por tales palabras,
Bofro agora la tu porfazadia, por cierto aan por la primera anaistanga mia [fol. 135]
contra ti. Leuantate. puea asy es, e ftiy de las uis ojos que non te vea de aqut
adelante e non te mate. Estonge salio el varon de dios e fuese al deslerto,
(e) tresti^ido por que non aofrio raartirio. Enpero cada dia sofrta martirio en la
con^.fijeDgia lidiando contra loa prin^tpee e poderioe e contra los rrectores del '
mundo destas tiniebraa. Eaton^e el rey maa sanudo pienaa mas graue persecugion
contra los tnonges, e por mayor onrra (.onrra.) auia los aguardadores de loa
vdolos.
Q Capitulo lir del nas^imiento de losafat e del enperramientc de el en el palaplo.
Entre estas coaaa naa^ea el fijo muy fennoso, en el nas^iemiento del quäl «I
alegrado miicbo pusele nombre Toaafat. E el loco fuese a aagnßcar e a dar
gra^i&B a los tenplos de loa ydolos por el, e fizo allegar de cada parte laa
mncbeduubrea de loa piieblos a los nas^imti'Titoii del mo^o^ trayeodo consigo laa
coaaa que eran ydoneas al sacriti^io, segund que cada vno podia e coQuenia a
Z. 5. fea] lü tl. Hmml«chr. fax.
Z. 8. de nos] in d. Hmnischr. Jone«,
Z. 13, Vieliuolir inmortnlidad.
Cftp. IIL u&Bvimicuto] mit schwarser Tbtc corrlgiert aai acaei^imiento.
I^ estoria del rey Anemur e de lasaphat e de Barlaam 337
la diDJdat rreal. E atin eaton^e venieroD al rey ^incuenU « gioeo aatroingos, Ins
quitlee tle^adoa a el, rrogaua el rey a cada vnoa dellos, que dexieseu quäl auia
a seer aquel mo^o que era nas^ido a el; e ellos eBcodriaaado muchus rosas
dezian, aquel aer auioidero graode en rrtquetas e poderio, e qu« auia a Lraspasar
todoB los rey 8 tos quales fueruD reya. Mas vao de los astrologos maa alto que
lotf otros dixo: 0 rrey, segiiiid que puedo de aquellos que ine enserTaroa loa
curaoa de las estrellaa coaosger los proueehos deate roo^o el qua) agora ea oas^ido
a ti, DOD sera ea el tu regnu uias eo otro mas uipjor e syn conparayicD maa
noble, mas asmo que a a touar a aquel por el qaal f)ersigimo8 la rreligioo de
los christianos; nio cuydo que seu priimdo de ea esperao^a. [fol. 135^] Dixo estaa
cosas asy commo en otro tiempo Halaam, noo dezteiido la astrologia la verdat.
mas dios pur los auersarios aquel las coa&s qu« sod de la verdat stoiticadera, por
que tirase toda eacuaagiou del cruel. Oydas estaa coaas, el rey tomando muy
grauemente esta denungiagion, la tristeza tajo a el la alegria. asy que eo la
(iudat Hzo pala^iu apariadameute muy fermoso e en el establesyio camaras muy
rreaplaadesgientes })or tuticba arte e obra. £ puso y el moyu para morar despaea
qae acabo la liedad de ta infao^ia^ e mando que qoq Uegase nlnguno a el e diole
seruientes e ministroa mant^ebus por edad e muy fermosoa por acatamiento, mao-
dandoiea que non le fezieseo manifiesta nioguDa cosa desias, las quales eogen-
dran tristeza ea esta vida, non muerte nin vejes nin enrermedat nio pobreza nio
otra cosa ninguna que to eotristase q pudieae menguar a el la alegria, mas quo
le pusiesen delaute todas las cosaa alegres e di:l«tables, por la quäl razon ia su
voluntad alegrada e deleotada ncm podiese pensar de todo en todu ninguna coaa
de las auinideras. £ auo mando que nun oyeae palabre pequcna nin grande de
lesu Chriato e de las eosenaoQas del. Ca esto qiieria el que le fuese ascondido
mas qoe todas las cosas, teuiiendu lo qae dixiera el aairologo. E asi acaes^ia
que alguno de los seruientes enfermase, luego lo ecbaua dende e daua otro por
el, aano e florido, por que noo viesen cosa fediente oin fea los ojos de aquel
mo^o. Asy que roaodu yr pregooeros por todas las tierras llamantoa que a uabo
de tres dias non fuese falladu ninguno destos monges, e sy despues de aquellua
tres diaa fuesen faDadoa algunos, fueaeo puestos por fuego e por cochiello.
Q Capitulo quaiio ttel amtgo del rey al qual el tento en engaifVo.
Entre tanto vn varon rre8[foL 136]plande»tia entre los primeros de aquel regno,
piadoao por fe e cuydadoso de la su saiud; mas por micdo del rey aacondiase.
E commo a las vegadas aalieae coo el rey a ca^a, e commo andouieae aenero,
fallo eo vn logar eapeso de monte vn omne ecbado en la tierra, e tenia el pie
muy mal «(uebruntudo de la bestia. El qaal veyendo lo que pasaaa, rogauale
que non pasaac snbre el ; mas ha meryed del en tan mal auenimiento e Iraelo a
SU casa. £ dixo aqaol que era fallado: non sin^prouecbo, e de todo sin acu^ia
Su fallado a Ü. Ca yo so menge de las palabraa. Ca ay a las vegadas se dana
alguno en palabras o en fabtas, o sea fallado en tribulagion , yo guarescere estas
cosaa por medezinaa conuenibles, por que noD cresca mas ia enfermedat. E aquel
varoa religi'oso lo que diio oo lo touo a nada, mas fizoto adazir a casa por
Z. 9 f.: eatimo Ttxo 111 am quam ponoqaünor christlaoonun religlonem forc
tnmm.
1ßJ*^
jiandhrftv ^ lÜMii « &a«;
itjftmfufc jm! äfli Maittir «] 3H>r. i|i» :
iM^ ia idBXft dt: iif» diiMR» * liMSÜM- * atif ütami
WMK» vuvaxu. «> «fi np» e tunaaiiii' « mn^aua «^
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iiAiau« <k: iti» JMiue». m: tpat Im jianupot* yar
ift MtuiMaat^ Atti iranai «e «uns» *ti i'ni'fiiiftiTfc avoii qb- :^
4tti; MM» 9UJ» iiruiiar i» Mi», imöt Itami» a janc^ «
aou^, ffwirtiiij;«» 91001» s» «fOHMOR- s iw *««» < a aiAw J»
Ma» ayuca aAuatow yur ^«nnaiyia auiofr «snaa ahh» * iBan^vasan^i»
jfftMiirtMi }iur mywmt^ 1» t^gmü m$pub vul jMaaai mi fnal
aiM:aayar a i» rifia auuiilkwa:: «a ia ja «mm
TMOtuay*^ a. hü n^uv « a ja» vtaa» cia«ata$^knai •<■
yiiiara «w» traiiiaM* ^ iw» lustot^» litt ynwr gar aaa- im 9^^
^mifuamuuiit' tfej iüw: }iaca mauypt, «a jallc«» Iobb «ana^ «
ai «» ^eaiM; 4M; lattar «! rttpiv 4^ k« ;8idM. «miRsn <a a
tttTMiC <A «i v^ ^ iJMiapda ialbbh»:; aua» «i ^Mcrte Ar
y^tctfAr »tit ^ >«»atad« aea aJap* « Aciert» . «npfra Imea» «a Ar
jUMi* 43* ^ an a«*« « K aitq^r« «uy^ykaana« lot^ laüiiiayi. Ck la
VWpvrai 4« ««laa «^laa» aut A(#i«r«c pf«rAnnikl«t: aiaa «i aafeapa laqpaai] <Ae In
«AM'iatiaiii«* ^ <^u>/t]*wiuf« *c imvan )««r^nraUf. Paca aar «a. aAeraaceae }a ta
iM#n:ai % vtusita^ : ta vtMtui iigaa « sttci«o Irotaa «» ainAar yam tMm '*"*""'j'*i'Wit
l#vf >'Hf«ujra.i^jiit^. ItA f*r) «.-tiibuav vi'^ «ata* wataa. nzatä» fae uiAe; fiB}»er» iretom.'
<l
r v
Ia tatfa Ael rey par
iut •:- ', '.JbiuCv v/w^-jo «< f7<7 ^>j«r *:ffV^/Ait ^^iMSkeuur las aat jpa^abma. «
«.v.',.'/ *; •. '.^i.'.,C'. >v.' ■{■-^- a-«'*''» atxajuwr a. tt*t * «aeapj»e- Ad |ierif>a {«re-
♦ vv.'.^ * ';-i. ','.-»r;»^ *., ^i«: -ii.; .ji/io « fiz/> io iraw a »j e Ärc»ie:
v/vvv«: ', ^« T»-/ <'>: '. v*^ *rf>.t iMrijf*; 4»; ia* pjäaJt>r3k« e pitKiorador de kw
h .y^-i ".■.'/, - .4 t-'i.eu/j «r iA liv.xu <ju* ocäera de «MUMn#^ 00a ci rer, e
v'f'/«; '- /'..•: 4 f«v.i < .'.jf».i'/** 'i*. f»ry fc el «bf«nbo, oj4a« eaca« eoaaa. A«Ä-
V' •»'.':'/ ir'. c; 'j /'/ ^VT« »«i »:«. \\i^.\a.\M *i t/a»'juila kM cabelkit e dr«|»oja «acaa
.♦»•.;.•>.» .•f*,t>.:5.v>^',.•r^•'r« ^ »nvr ',^ij';j«>, ♦; grao naTjuia Ucfa aJ rey; e |«e-
jC •.•.'< '.'.', * -y*'^ ■,-,<r '*.;. r;7, pif* 'iu*;y *?• aqael abho. rre^Madxa« : por
m, ,* .«-c "/t4« ■.■.f. 1k. '/.im**: *'.: <:,3i y4AiAfj. o rr«;y ab« jo apuajado ao a Migair
/ /=. •».'•■./*, ^^r;/#-.*<;^,„< f. w«if füfifcf ir«^:bml«it . dann da« leoae T gt-
La estoria del rey Anemar e de losapbat e de Barlaam
339
te por la carrera qae deseaa aodar. Ca si los deleytea son amables e alegres,
non acaezca a ini usar deltos despucB de ti. Ca ta carrera de virtüd por la quäl
|jBB a yr, si es graue e aapera, enpero a mi estante contigo sera rrafez e Uaoa e
ftoable. Ca asy commo nie ouiste conpaüoD de los bienes presentee, asy me
aueraa de loa tristes, porque aim cootigo aea coopaüoD de los bieaea auinideroa.
£ aai aqael Doble varoo tomando las paiabras del enfermo üzo segand que le
el dixo. La quäl cosa veyeodo ek rey e oyendo, maraailloae mucbo aobre esto
e eoceodirt la verdadera amistad del varun cuntra sy e coDos<2io las coBas falsaa
que fueran dicbas contra el e al^olo en mayor oarra e en mayor fiuzia ^erca sy.
Q Capitulo seys de dos monges martiriados.
Otra vez salieodo el rey a ca(.-ar vio dos mooges aAdaotea por el yermo, loa
quales mando traer a si, e rrea^ibiendoloa sanosamente dixo: o eirantes e en-
{aüadorea, non oyates los oiis pregooeros llamantea que niogimo de la veatra
[▼ana gloria qod fiiese lallado despues de trea di:is en el rregno, e en oira manera
{que fueae quemado en el fuego. E dexlerua elloa: ahe, commo maadaate aalie-
Doa del tu regno; ma» pure8(,M'eodü noa tuenga la carrera de yr a Dueatroa her-
pmanoa, ouimoa raeater de cüoprar vianda que doq deäf.ille8(;leseiD0s de fanbre.
E dixo el rey: el que teme laa menazas de la muerte, noo ae da mucbo por
meicar viandaa. Krespundieron elloa: e qualea aoa aquelloa que temeo la muerte,
Bj Qon loa que doo eaperantes oingand bien auenidero ae allegan de rrayz a laa
eoaaa preaentes. Maa uoa que menoapre^iamoa el mundo por leau Cbriato, non
tdmeoioa la muerte oin amamoa laa eoaaa preaentes, [fol. 137^] maa deaeamoa las
auinideras. EatoDc.e el rey rreprebendiendo loa e queriendo loa rreprehender,
dixo: ei non temcdea la muerte, por que fuydea? E dexieron elloa: oon fuyamoa
teoiiendo la muerte menazada de ti; maa auomoa mer^ed de ti, e por que non
ooa fagamos a ti rrazoo de mayor dapuat^ioD, penaamoa de noa yr. E el rey
fiafiado per estaa eoaaa mando que los quemaaen en el fuego, e aai por el fuego
ganaron corona de martirio.
Q Capitulo VII" commo losafat gano del padre libertad de sallr.
E el ^o de rey eatando en el palav'io aparajado a el qne non podia ninguoo
. Ilegar a el, vino a edat de man^ebia eobeuido de dea^'iplina de todoa los Etbiopee
^e Persianos, e ponia queatiuoes naturales a aus ductorea, aai que ae marauillauan
del au eDgento e del entendemiento. £ marauiltauase el rey por la gragia de la
au cara e por la firmeza del alma. E loaafat penaaua en si miamo, por que el
padre le poaiera en el pala<;io, roandando que ooa llegaae ninguno a el, e por
que ßoo dexauan entrar a el a todo omne que quiateae. Enpero temia pregun-
tarlo; maa saco aparte vno de loa maestros qne el maa qaeria e preguntole por
que el padre lo en^errara asy, que sy verdat le dexiese que seria del maa amado
qae loa otroa, aay que el maestro todo gelo deacobrio, e la peraecui^ion del rey
[eODtra loa cbriatianoa, e mas que maa contra loa ermitanioa, e commo fuxieron,
e qae cosas dixieron del en la au naagengia loa aatrologos, e por que oyendo la
dotrina dellos, non la aba[n]tpongaa a la nuestra 8e[c]ta, e non quiao que fablaaen
Z. Bl. EthiopeJi] in d. Hdachr. «chiopea.
iVlO
Friedricli Uiuchert
iDUcboi contigo, COM puso cootigu a dos priuados e fielea, mandando dob qne
non t« fezleaeuios nQ;)DiHe8tH iiinguna loaa triste. E despues qua fl man^ebo
oyo oatas ouiias« nun doseo tabJar niDguiia otra cosa. pues asy es, la palabra
■aludalil« taiinju ol au curavoo, e la grat^Hi de aptritu santo comen^o abrir los
lua ojoB ttpirittialea para adiizir lo a dios verdadero, commo parezera yuso. £
amvoudo venin su padrc a veorlo, ca por gran amor lo amaiia. E vn dia dixote
ol ÜJü: o rey aenor cubdi^io apreiid«r [fol 138) de ti qae cosa es que la tristeta
atlncada e «1 cuyclado coQtinuo rrou la ini alma, que es eato que nie pusiate
uii^nrrado de deotro de eatoa murua e puertas que dod llegaae nioguno a mi.
£ttoDOe dixo el padre: nou qaiero mi fijo que voas alguna coaa que poeda
atnargar el tu curagon o tajar la (u alegria Ca deseo qae viuaa por todo el
, siegln rn deleytva de cada dia e gozo perdurable. AI quäl dixo el fijo; bien
Impm qui^ en t^Htu toanc^ra non viuo en gozo e bd alogria, maa aotea en mueba
\tri8tMII n tribalni^ion, en tanto qae el comer e el beoer me sabe mal. Ca deaeo
ver todaa laa coaaa que aon fuera deatas poertaa. Puea aay ea, ay quiere-a que
nun fallccca por dolorea, maodame que aalga do quisiere, por que de todo cora^oD
nit^ piieda deleytar por vista e oontenplacion de laa coaaa laa qaale« noa vy fasta
aqul- El rt^y für muy triate por laa tates coaaa ; ca enteodia que ay le negaae
lo que domaiidaua, aer le ya fatedor de mayor tristeza e de mayor cuydado.
Bitonve dixol«; yo oonplire el tu deaeo.
Q CapitMio VIIP del gafi» e del fiego e del viejo coruo. lo» quales vfo en ia carrera.
B fiaole Inego tra«r oaoalkw eMogidoa e mando qae toda la onrra real faeee
Mwle ^ B daicolo yr ado qoiaiese nBandaDdo deligeotemente a loa nüniairo« qne
M« 4exaae« veoir ninguoa eosa fediente delaote el. maa qoe le demottraeeo lodo
Imco e alegfia e faeaen delant« et ohoroa alegrantea ae ea eaatoa e en toda
muMta de nveioa e le faaweeo deauariadaa maneraa de deleetacioa, por qoe la
•i irolaatad peneaae fm mtm eoeaa e »e alegraee. Paes aay ea, ■Mnido aai d
1^0 del rej eetaa iiro^ettoaee» vk> va dia dos Tarooee, de loe qaatoa ol tao an
galo e el ooo c^go* ^ oocaao Im vio eetilrte^;ioee ea an eoca^os e dixo a loa
qoe eauaaa oon el: qoiea aon eatoa e qoal ee el aeataaiieoto delloo fedaeater E
eUo« qaetieado OBOobcir qae aoa loe vieee (e) dexieroa; eaue «M laa peiioao
fcwaaiWt Im qaalaa de la matoria «octoapida e de la sala eoaplMio« dal caeipo
•Mie« aeiMo« « tat oaaca. Diso el aua^«!»: aaelea eaa« eoaaa acaaacor m
lodoa loa ttma^f Diaea [foi 138^ elloa: aoa a todoa, aaa a loa qae ae bvriaa
la aaaMai de afettdaa^ de loa maloe haaarea. E el mo^ ymnuau da eako:
l^ae a^ ea» ooaoe^idoa aoa loa qaa aa eeiaa malea o aia diiiriatiaa • M« ci^f-
dado fiooea? B eMae daxfieroa: qaal obm paede vor laa ooaaa arliidwMT Cft
«MO pMa la aaitu« I— el, a a loa eoloe dfo^ea] aaa «octalei m da endat
•üa. Qaeda «1 bo^ d» pngMtar; pam aai at» doloaa aabre a«a qaa ^ata •
■•dada ea la eeai^)aac* de la aa caia por la deaeaattahia da ü «oaa. S
dwfaii de aaekoa diaa aefio ooa de eabe o fdlo «a oaaa mmj «^0, aalaale
la aara ai^adi por — elwdadHa dedtee eeltaiae laelafacQ>* <
^ la. aatoali
I aatti
%». eatorift del rey Anemor e de losapbat e de Barlaam
los presentes dexieroo : Este ha maohos anos, e poco u poco mengaAndo ta nirtad
a «1 e eDtermando los mienbros, vino a esta meaquiiadat que veea. E dixoles:
qne fin es la desto? E rrespoodieroo : ia muerte lo tomara. E dixo el: a viene a
todoB esto ü tan seüeramente a alganos? Rreapondieron: sy la muerte veniendo
aote Qon llivue al otsne, qod puede aer que venieiido los anos Don veDga a praeua
»deste estadu. E dixo el: pties »sy es, eo quantos anos vieae a alguno, e sy ia
rmaerte vieue de todo en todo o dod viene, ay arte de escaparl», o que noo veoga
omne a esta mesquindat? E dexieron le: eo LXXX o en cient aiios vieoeo los
omes a eata veje«, deseode muereo e non puede aer en otra manera. El mo<jo
del alto cora^on gewiendo dixo : amarga es esta vida e llena de todo dolor e
LKmargura; e si estaa coaas asi se ao, commo puede seer seguro alguno esperando
[.la muerte non ^ierta, el aueoimiento de la quäl non tao aefieramente es non
squiuable mas aun oon ^ierto, commu dizides. Fueae gunrdando entre sy estas
' wsas e penaando noD quedando e amenndo auiendo ta memoria de la muerte, e
por eeto cada dia auia tristeza en dolores e en menguas; ca dezia entre si mtsmo:
pnes aay es, alguna vez tomur me ha la muerte^ e quieo sera quo se arremienbre
de Uli deapiies de la muerte, daudo el tienpo tudas las cosas a olutdan^a; e ay
moriendo se torne en nuda; o ay otra vida e otro mundo. Pensnndo estas e
otraa cosas desfaziose. [fol. 139] Enpero en la presen^ia dfl padre, quando veoia
a el, enfeuia alegria; maa deseaua alguno que pudiese certeficar el cora^oo del
^e deiir buena palabra a las sus orejas E commo sobresto al maeatro ante dicfao
^emandase de consejo sy conos^jiese alguno tal, el rrespondio: ya te dixe commo
tD padre a los aabios e beruiitaTioa fablantea de lales coaas a los vnos mato e a
lo« QtroB peraiguio, e non conosco agora ninguno tal auer fincado en este rregao.
E el entresie^ido sobre eata« cosas semejaua al varon qae auia perdido grau
tesoro e auia tornado toda la voluuind u baacar lo.
0 Capitelo IX del auenimiento de Barlaam a el so semejan^a de mercador.
En aqiiel tienpo fue vn monge sabidero por vida deuinal e enaefiado por pa-
labra, el quäl en el disierto de ta tierra de Seonar fizo a sy v^'ll'i e este auia
Donbre Barlaam. E este por rreuflaijion fecha a el deuinalmente oonos^io aquellas
coaaa que eran feohas yerca el tijo del rey. El quäl anlio del yermo e dea^ecdio
al sleglo e mudado el abito en vistiduras seglarea eotro en vna naue para yr a
las partes de Yndia, £ enGnjendoae mercador llego a la ^iudat, eti la quäl el
fijo del rey auia el palagto. E y morando alongadameute demandaua diligente-
roente del e de los mistrantes a el. E despues que sopo que aqupl maostro suao
dicho era a, el maa familiär que los otroa, llego a cl apartadameute e dixole:
quiero te conoa^er mi senor. Ca yo so mercadero e de muy luenga tierra vine
aca e tengo vna piedra pre^iosa, a la quäl uon podria ser fallada semeJMble.
Todo tienpo ruegote que me tuetas al fijo del rey e dar gele be. Ca puede dar
lunbre de sabiduria a los ^iegos por cora^on e abrir las orejas de los aordoa e
tornar (nar) la boz a los mudos e dar sanidat h los enfermos e dar sabiduria a
los locoa e fuyentar los deuionios, e al que Ia tiene dar le largameute toda cosa
que es bnena e amable. Dixn n el el meDiatro: non paedo rrecontarte quantas
Piedras nobles e margaritas pregiosas be visto; mas que ouiesen talea virtndes
quales dexiate [fol. 139^] nin las vi nio oy; eupero muestrame la e sy es commo
tu dizea luego la leuare al fijo del rey e aueras del grandes onrras e dones. E
dixo Barlaam: esta piedra pregtosa ee de la« obraa e uirtades aote dichaa, e
taaelMrt
»OB bft eitft Tirtad: aon \a puede oamar bienaaentoradameate «1 qo» 10a ha la
lanbre de los ojoi iada e enterA e el caerpo casto e dod enoovado por magmift
numer«. Cn ty «1((uqo non habieD[do] esus dos coaaa locacncot« rreafib« eala
ploUra pr«viosa, • perdera e«a virtäd veaibte qae ha e la Tolantad. E piimo
loa tu« njot noo »«r aaaot e he mfedo qae perdieses el esfuergo qoe bas e qtw
yo fuese faiedor a tl de Uoto mal. Mas oy el 6jo del rey adazir vida caata •
auer ujos muy (ermovM 0 saooa e veyente« claramente. Por la qoal raxoa d6MO
deiDOQitrar a el eat« tbesoro. Puea aay es oon 8eas eo eato oiglegeote qid prioea
a tu leTior d« tal cosa. E dizo el: ai estaa coaas aon aay, noo me demaestres
la plodra; ca rn miichos peccadoB te enaazio la mi vida nin e el viso aanocommo
deziate. Entro e conto ditigentemente eataa coaas al fijo del rey. E el qoando
oyo eita« oosas, sentto el iu cora^oD espirado de voa alegria spiritoal, e la so
alfDft alunbrada et dluinalmente, asi quo luego maodo qoe entrase el oaroo. El
quäl ontro e laludoto. K euton^e mundo que posaae e ae fuese el maestro. £ el
youdosn, dixci losarat al vieju: dcnmestrame esn piedra de la quäl me dixo cai
maeitro qu» tlnziaa grandcs cosna. AI qua! dixo Bsrinam: sy primerameote non
tomo yo pruinm de In tu sahiduria, dod es coDuinible de te deBcob[r]ir el mi
nfnlstorio. Ca dl»e ml »enor: »Hlio el aenbrador a »eobrar; e sleobra e mieotra
que stsobrA alguiias semieuroB cayeron a^erca del Camino e la« aueB del (ielo
vsaisron e comleron las; otrns cayeron en logar pedregoso, do non auia macba
tlerra, e man a mnno tinav'ieron, ua non aufan alteza de tierra, e el sol Das^ieote
afofaronae e pur iiiie uon iiiiiiin niy£ secaronse: las otras semientes cayeron entre
las SBpina«, e cretigiorun Iah (.•Hpiuns e afogaron las; e otras cayeron en la tierra
buena e dlurou frucrto, alguoiVB por vn grano gieoto, algun&s por vo grano [fol. 140]
sesenta e algunus por vo grano XXX. Aay sy faUare yo en ti tierra que faga
fruotu« r burnn, nun tiirdnre y seubrar la setniente diuinal, e descobrir te he el
fran ralolsterio. Dixo a ol losafat; 0 viejo onrradero, yo por yierto por vn deseo
0 amor oon conpr^heodlble dciuando oyr palabra nueua e buena. Ca de dentro
•D el ml oora\,'on me onardeB^e l'uerte e me qaema, e me esto mueue p.-ira detir
, ?Das qut*BtioiicB uev^a^riaa. Ca nun falle fasta aqui omne que me pudiese en-
■eAar de estas cosa«. Maa sy (allare alguud sabio e oyre del palabra de salud,
noo la dare oommo ouydo a las aues o a las bestias, nin paresc[e]re tierra p«>
draitosa nin espiDosa, mas tomar la he gnardablemente, e guardar la he sabia-
Ittsnt«. K sy dniOBvMsto alguna oosa tal, uon me I.1 ascondas. mas dtcoela. Ca
hpvt qna oy qua vioieras d« tierra laanga. Beniio la mi alma e fecho so de buena
Ittpanuioa, oa por ty auera lo qae d« grau tieupo deaeaua. e por unto te Bze
^ antrar lu«^ a mi e* rr«Bftbtta de buena volontad asy commo a voo de los mis
tuaitiaraa a 4a loa mit agualaa.
talMiii X. «1 raoaalamisiito M rty ktmB al qaal mtMKwmmit rrwfnkmMu al
■rtaaqa dixo Barlaam : so «aeo hkm tmim» a aaaa dl^aa a la graadaaa real.
fOk h^bQ sna aoa da aaB^laa^a paraaciaata laaa da eaeoadida. Ca fo« va gras w
a flodoao. a htko aa qaa xaado al aa va aacfo danda aoa ayacq^ rred»
Mtoo dpa vafoaaa lanW» da viMidiiaa m»iaa e a«iia aaiMlaa Im eacM
F&. M. aasatU] k dv Btedtt.:
La estoria de) rey Anemnr e de loaapbat e de ßartaam
delgadas e amariellai por magres; asi que commo los vio el rey, salto del carro
e echose eo tierra e adorolos e leuancose e abra^otos e besolos talentosameote.
Mas los 8U8 rricos omnes e grandes deadeüaron esto, asmafnjtes el auer fecfao
eato con gloria rreat noo digoa. Cnpero non osaroD rrepreheoder lo eD la cara,
tnaa dexieroD a bu hermano que te fablase, qae a la tamaüa alteza de la Corona
non diese tamano deouesto. El quäl [fol. t40^] commo dexiese esta« cosas al
hermaoo e rreprebendiese la su biimillad, e diole el rey rrcspuesta la qaal e) non
enteodio. E auia costuobre aquel rey que quaodo daua seoten^ia de muerte
eontra algiino, de eiabiar el su pregonero ante la puerta de aquel con su troopa,
por la boz de la qoal cono8<;iaa todos aquel ser cclpado de muerte. Asy que
venieodo la ora de viespras, enbio el rrey taner la ironpa de la muerte ante la
casa de su hermaoo, la quäl cotumo oyese el desesperando de la salad toda la
tiocbe ordeao su casa, e gran manana vestido de vistiduras negras con sn moger
e con suB fijoB fuese para las puertas del pala^io, llanieodo e llorando. AI quäl
fizo el rrey eotrar a sy, e veyendolo asy, dixo: 0 loco e non sabio» st tu asi
temJste el pregonero de tu hermano contra el quäl sabes que oon as peccado en
ninguna cosa, commo nie rreprehendiHte por que en homildat salude e bese los
pregoneros del mi dios synilicaDdo tue la muerte e el auenttoieoto eepantable
del sefior con tronpa mas sonable, al qua) so gierto que fae peccado muchas
graodes cosas. Abe rreprebendiendo ta tu non sabiduria uae deata manera. E
tgora aure cuydado de rreprobender ta rreprehension de aquellos ([ue te enbiaroo
que me rreprcbendieses. E enbio el hermano a su casa asy enseüado. E mando
fazer quatro arquetas de madera; e las dos cobiertas de oro, e puso dentro
buesoa podridos de los muertoa, e ^errolas con gerrajas de oro; e las otros dos
vntolas de pez e de argamasa, e incbolas de piedras pre^iosM e margaritas non
asmables e de odores e de todos vngentos, e apretolafs] con cuerdas. Desende
fizo llegar aquellos rricoa omoes que lo rreprebendian e puso delaote ellos aquellas
quatro arquetaa por que aamasen de quanto pre^io eran dignas estas c de quanto
aquellas ; asi quo ellos las doradas asmaron de gran pre^'io e dexieron : conuiene
en eatas ser puestas las Coronas reales; mas las que eran vntadas de pez e de
argamaaa dexieron ser dignas de pregio vil. £ dixo el rey a ellos: sabia yo que
aay deriades; ca cun [fol. 141] ojos de fuera catades cosas de fuera; e enpdro
non conuiene asi fazer, mas con ojos dentro conuiene veer las cosas algadas de
dentro, o la onrra o ia desonrra, E luego raando que fueaen abiertas laa arcas
doradas, de las qualea arbiertxis salio fedor cruel e visto es catamiento fediente,
E dexo el rrey: esta senal es de aquellos, los qiiales se visten de vistiduras
rresplandes^ientes e gloriosas, mas de dentro son llenos de obras de muertos e
fediente« e malas. Desende mando soltar e abrir las enpegadaa e vntadas de
argamasa, e alegraron se todos los que eran presentes con el esplandor e olor
de aquellas cosas que estauan dentro. Eston^e dixo a elios: sabedes a que cosas
Bon estas semejables? a los homiltes, los quales eran cubiertos de vistiduras viles,
e vos catando la vestidiira de fuera dellos cuydastes ser roi denueato commo
adorase en tierra ante la cara dellos. Mas yo pensando con ojos del entende-
miento la reneren^ia dellos e la fermnsura de las almaa, so glorificado por ^ierto
por el tafiimiento de ellos e asme estoa seer mas preyiosoe de toda Corona real
6 de toda porpora. Pues asi es, confondiendo los asy ensenoles qoe non errasen
Z. 8. arbitmates eom fiecisiie indlgna rcgali gloria.
23*
FMedrieb LucbOTt
m Mtta eotftf que parf r)««{ea d« faera , dm qne «iitiiei tai ••
8tfii[n]'> aqu«l ri^y a«y pi&doso e labio fetiit« ta rreffibifliifio a
itptraiiga, el [I. U] qaal aoo te eogafara conmo tnjio.
Q Capituio XI. H ensenamiento de tosatkt de la oarra d« vi dhu
Dffo a e) loMfai; toda« eaus coeae bieo dexitte; maa qaiero aprebender
qiden ea et lu dioi el qaal atirmeste aaer dicho de aqaelta BimieDte. AI qiul
diso Barlaaia: »i quierea eooonfcr a uii scnor, el es fijo de dio« Tnigvnito. ny
de Ina reya e «odur de loa aeo[D]ure8, el qaal solo ha la nonmortaüdat , por la
lux eo tal logar mora qae noD puede ll^gar ningaoo a el, gIori£cadero con el
padre e apirita lanto. Ca yo non ao deatoa (diosea) los qiialea onrraa eatoc
mnoboa [fol. 141'»] diogps »yn aimaa e sordos; mas vno conosco e confieso dioa
ea (res personas glorlficadero, conuiene saber eo padre e fijo e spirita santo, en
tna natura e f(loria e regao non departido, el quäl todas las cosas veaiblea e
non vejilblui flzo de nada. Eston^e segiifnjd la ordenan^a de la aanta eacriptnra
la rroconto commo dioa crio el mundo; commo el diablo engano per eobidia el
omoa f«>chu a la «magen de dioa ; e commo cres^iendo la mali^la del omne. dioa
dio el delualo sobro la ticrra; e aun commo despues del delauio se acres^eotaroo
loa oroncB n oluidnron a dioa e derramados eon de todo cn todo error; ca loa
otroa cuydaruti todm laa cuaaa srr fecbaa de su grado e ain prouideoQia del rrey;
utroa cuydaron ai^r la Ventura otorgando toda coaa al fecbo; otroa mucbos onrra*
ron loa (lioi«*i llenoa d« pecadua, por que loa ouieaen fazedorea de loa eaa peca-
doa, « nguniiido lan formaa delloa al^arou ymagioes o enQ«*rrandolaa en loa tenploa
adoraran Ina. E Abr«b»(a)ro es fnllado actio en aquella gener^^ion, el quäl por
aeao inuy alto eonongio a dio* por laa criiituras; al qaal aun diua fizo au familiär
e ai^r»^iiy>'ntnn(lo la au gcneragion e nonliratido n el pueblo de pegajar librolo de
la aoruiduitlirn (>|iip(iana pnr muchas aeilnlea e tormentoa, e dada la ley por
Muyaen entrcmlüolos en buena tierra la quäl auia prooiPtido a Abraham, e mo*
Krulca tiiucbaa grandoa coaaa e gtoriosaa e nobtea; por laa qualea todas coaaa
aqiKilla fuo la raaon por quo aacaae el linage de loa omnea de toda aeruidunbre
e faaiuiletito deacomulKadero do loa ydolos, e loa rreduxteae al catado aotigo.
Mas aun r*'giio la iuuortt> «n loa otunea enbianto todas Ina coaaa a la condena^ion
ernel dnl itilU'roo dtd dtablo. Puea aay ea, a noa pueatos en tal meaquindat, dioa
rl quäl de nada noa auia oriado non noa m(*noapreüio, maa por la voluntad de
dioa «1 tijo volfenlto «uteodo mer(«d de loa pecadores naagio de la virgen e
por XXX afloa couuorau con loa nuint's, o clari6oado por muchoa miragloa aofrio
In crua v la muiTt« por que uu« libr.iae de laa paaionea, e el te((<?ro dJa rreanr-
glrndo ayn corriipgiou, dvapura d« XL iJias aubio al ^ielo do aee a la dieatra del
padre e a do vrtilr deaoudo a jutgar loa viuoa e loa maertos e dar a cada vno
(fol. U2] •i'gund laa obraa del I'capuea que aubio, enbio el apiriiu aanto sobre
loa diN^tpulvia, loa quali« drndi« por gra^ia del aon denamadoa en codaa las
gentea e prndicaroti ta f«« de leau Chriato, bautixando o ensefiando goardar loa
aandado« drl saluador. Pues aay ea. el enemigo antigoo noo tofrieodo cl so
destrl|>[a^uirnto, agora oonira nos mueue batallaa «moDflatando m loa locoa aon
^ 4. Vlehmhrr fJ*] <*altu nniiu Uel; Uvr Ucbera. Im (klacb di«i
X. 43. «K>stn(i«tnU*ntv i: «.^hcini toerai fsMassa au haben: daaMfasaiaBlo ; ans dsas
«Man e «La aaachalaanJts |^ g»m»ohl. Oder iai ilaannswiaaln gwiaJalT kt. i
eatoria del rey Anemur e de losapbat e de Barlaam
345
flegiiir el ydolo. Ahe an pocas coaaa te aiaDifeste el mi senor, al quäl conoa^[6]ras
mas acabadamcnte, sy rres^ibierea la gra^ia del e te feziere» au sieriio, Oydaa
estas cnsaa el fijo del rey leuanrose de) troDo e con gran gozo abrazo a ßarlaam
e dixo: por vetitura cata ea aqaella piedra mny preciosa la quäl tenieDdola en
tnißisterio noo la deuiusiraras a todo qtie tiente la catar, maa a loa que an aaiioa
loa aeaoa del alma. Ca ahe luego que tome eatas palabraa, lunbre rooy dulge
«olro at mi cora^OD e aquella cobertura pneata alongadamente aobre la mi voluntad
laego se tiro. E demandando losafat del rregno de loa ^ielos e ay loa morientea
ae tornasen en oada e coaas semejables , Barlaam comeoQo a manifeatarie maa
jleneraiuente de la rreaure^ion auioidera e det juyzio de dios e del galardoo de
loa justoB e del perdimiento de los maloa.
Q Capitulo XII la semejanpa del rruxlnol adozida contra los guardadorea de loa ydoloa.
Et dicbaa eatas coaaa, macbo pao^ado e derrumado todo por lagrimaa dixo :
que me conuiene fazer por que escape de las ppoaa de loa pecadores e merezoa
ttsar del gozo de loa juatos ? Barlaam le rreapondiu : ante todaa las cusas lliegate
a aquel qae te llama de la muerte a la vida e de laa tiniebras a la luz e co-
noa^ea^fia verdadera de las coaaa vesibles e noo veaibica. Ca el noti aaber de
'dioa verdaderamieote es muerte e teniebras, e aeruir a loa ydoloa me pareage
ser peor de toda locura. Dei'm me va vaioo muy sabio, que aemejablea soo loa
oradorea de loa ydoloa al uarou aagitario, el quäl toma vna de laa aues maa
pequeD.18; a e«ta llama[n] ülumena; tomando el cucbiello por que la mataae e
la comieae, dio vna boz [fol. \A>*>] la filomena e dixo al aagitario: 0 omne, que
proueuho aa de la mi nmerte? Ca de mi oon podraa inchir el tu vientre. Maa ai
me IJbrarfö, dar te be trea luandadoa, los qualea ay loa guardarea, delloa en toda
la tu vida auraa grau prouecho. E el marauillado por la fabla della promitiole
que sy oyeae della alguoa coaa oueua, luego la libraria. E ella dixo a el: ouaca
te eafucr^ea a tomar Diugiina coaa de aquellaa que oon puedeo aer tomndaa; nio
te duelaa de la coaa perdida, la quäl oou puedea cobrar; uin creaa a laa vegadaa
la pakbra que qod ea de creer; gnarda estot« maiidados e bien aera a ti. E
marnuillando se el uarun por el enteiidemieiito muy estrado de las palabraa,
idexola volar libre por el ayre. £ ella querieodo pruuar ay aueria conoe^ido el
' varoD ta uirtud de las palabraa dicbaa e ouieae gaoado alguod prouecbo della,
dixo a el: mal aea a ti; que mal consrjo oy ouiate, e que tbeauro oy perdiate.
Ca eata eo laa mia entran[a]aa vna margarita la quäl vence por au graudez al
hueuu del estru^^io. La quäl coaa como oyese el entreaiigiuse mucbo rrepentiendo
S6 por que aaliera la felocuf na de las sua manos, e con de cabo tenta[ii]do tomar
la dixo: veo a ml caaa, darte [he] todaa laa ooaaa que quisierea e despuea dexar
te he onrradamente. Dixo a el la filomena: agora te conoaco giertamente que
erea loco; ca tomando de grado laa coaaa que te yo dixe e oyendo l»8 de bueoa
voluntad, uon aa auido oinguud prouecho de ellaa. Nou te dixe que oou te du-
Heaea de la coaa perdida que nou ae puede cobrar, e nin tentases lomar laa
coaaa que oon ae puedeo tomar; e tentast«* tomar me commo oon puedaa yr por
la mi carrera; e auo dixete que noo creyeaea la palabra que oon era de creer;
maa ahe creyete qoe en laa mia tripaa eatudieae mar^arita mayor que el mi vientre
e uon podiate eotender que yo toda oon ao tamana commo el bueuo del estrogio,
oommo podia tener eo mi lal margarita. C aay son los loooa qae fian en los
346
Friedriob Laachert
ydoloa e los obrao con sus manos, e adorao lo qae fezieron loa aas dedos, de-
sieodo : estoB »od los que nos fezieron. Pues asy es, commo cuydan aer sua faze-
dores los que elloa fizieroii, maa aun guardando [fol. 143] loa qoe non tos fürten
los ladrooes llamaD los rrobadores de la su salud. E asy desta genera^ioo mala
e nun fiel te Hämo el eenor diziendote: aal de medio dellos e apartate, que doq
ayas tanido eoea sozia, maa satuate deata generagion e lieuate e vete que non
60 a ti la folgauga en ella. Paea aay es, sy creyerea e bautizado fueres aeraa
saluo; e sy noa creyerea seras condeoado. Ca estas cosas que vees oy(e) e en
las quales te alegras, que quier dezir la gloria e las rriquezas e los deleytea e
todo eogstnn de la vida, ayna pa«an, ca echar te an de aqut non queriendo, e el
cuerpo oera engerrado en pequeno raomento solo deianparado e falles^ido del
acDor de todoa loa amigos e los cormanos, e seran tiradas las delecta^iones del
mundo, e muctio fedor e corruo^ion podrida sera aduzida por la fermusura e biien
ofor presente, e pornan la tu atma en coDdenaQion del infierno fasta el postrimero
dia de la rreeurei^ioa, quaudo con de cabo la alma tomado au cuerpo aera ecbada
de la cara del sefior e aera dada a arder syn Gtn al fuego del infilenio. E dixo
1e losafat: todas laa tua palabras buenas e maraoillosas son, las quales crey «
oreo ; e atin toda la aeruidunbre de loa ydolos de cora<;.on aun ante que entrases
a mi, asy commo por fuer^*a e dubdaodo ae ouo el ml coraijoD contra estas cossa;
nias agora por acabada aborren^ia la aborreaiji, aprebeodfendo de ti la vanidat
deUas e la non aabiduria de aquellos que las siguen. E deseo ser fecho verda-
dero aieruo de dios, enpero ay nie non rrefusare commo a non digno por las mia
maldades. Mas fio que ue dexara los mts pecados, ca begnino es e misericor-
dioBO commo enseäas. Ya pues asy es aparajado so rresQibir el bautiamo e
guardar quales quier cosas que me dexierea; mas que me conueuga fazer despues
qae fuere bautizado, ay esto solo abasta creer e ser [fol. 143 ^J bautizado^ o sy
conuenga aeguir otras cosaa tnaotfiestas.
QQ Capitulo XIII del amoneatamlento fecho a losafat de la perseueranpa en la fe de
lesu Christo.
Estonge dixo a el Barlaam : e coDuieoete por i^ierto abstener de todo pecado
e edil[icar aobre el su andamieuto de la fe derecburera obra de viriudes; ca la
fe syn obrae maerta es coinmo las obras syn fe. E ay deapuea de tomada la
coDoa(;'en{;ia de la verdat tomaremos de cabo las primeraa obraa muertas e tor-
naremos commo ctd al aboaado . acaea^er noa a to que es dicho del aeAor : oa
dize commo el apiritu non linpio saltere del otnne por la gra<;ia del bantismo;
aiida por logarea de agna demaudatido folganga e oon la falla; e uon podiendo
andar maa alongadamente ayn casa e eyn techo dize: tornar me he a mf casa
doode sali; estoni^e v& e toma .VII. spiritus peores que a sy, e entran e moran
y, e fazen se las poatremirias de aqud omne peores que las primiriafl, Dize a el
loaafatr pues asy es, quanto puedo enteuder deata aotyleza de las ensedan^as,
ay eata linpia coDueraa^ion me acaes^iere oorronper despues del bautismo por
Z. 4. rrobedoreB; vielmehr: costodes vocaut suc saluds.
Z. 10. « el] in der llilschr. el o.
Z. STi quid vero oporteat fsoer« . . ., an «liqua alia oport«at subieqai nwnU'esta.
Z. 81. SU andamionto, 1. fandamento.
La estoria del rey Aneraar e de loeapbat e de B»rlaam
347
trMpMamiento de vno o de dos mandados, caere de toda mi eoten^ion, e toda
mi esperaa(;a ser.i fecha vaoa? Rrespondio Barlaam: oon quieraa a«y eatender
eatas cosas. Ca Dio9 Palabra quo por la salud del bumanat linage se fizo omtie,
aabiendo ia eoferioedat de la oaeatra nattira, doq dos dexo eo eeia parte Qaqueager
gyn medezina, mas asy oommo moy sabio mezclo meleztna de peoeteD^ia a la
Dueatra voluQtad delezoable. predicando esta en rremisioii de loa pecados. E aun
el bautisrao tlaoiadu es faente de lagrimas seguod la gra^^ia det eenor, mas
atieote toenester de trabajo e de dolor. Uas en cada logar aprendemos por las
escriptiiraa uirtud de pentteogia, e mayormeote por inaDdados e semejsDQas de
nuestro seiior lesu Gbristo. EatoDce dise, comengo eoseD[D{]ar lesa Christo e
dexirt fazBi peniten^ia. ca allegar ae a el regno de loa ^leloa. Maa en la aeme-
jan^a recueota: vo tijo el quäl tomo el aiier del padre e [fol. 144] fueae luefe a
voa lieirra e y lo desgasto todo viuieudo luxarioaamente, deseode auieudo faabre
en aquella tieria fiiese e ailegoae a vno de los malos viudadaooa de aquella tierra,
el quäl le enbio qae apaa^iese loa puercos; aenalaodo aay peocado may aapero e
aborreBijible. Ca fue oaacho atormeotado e vioo a poatriiuera mengua, eotanto
que nia aun noo podia Inchir el su vientre de laa rremaaajaa laa qualea cotuiao
loa puereofl. A la 6q enpero aenttendo la au confuaion, toroando ae en ay dixo
Ilanieudo : quantoa aeniieDtea en caaa de mi padre abondao eo pan e yo perezco
I «qai de faobre. Leuantar me be e yre a mi padre; dezir le be: padre peque eo
I el ^ielo e ante ti e uod ao digno aer llamado tu fijo, maa faz me ta aay commo
a TDO de tua aiernoa. E el leuactoae e vino a su padre \ e avn commo eatouieae
alexoa, au padre violo e fue mouido por miaericordia e eorrio e cayo aobre el
cuello del e besolo; e toraandolo eo la primera oorra tizo aolioidat por que lo
fallara e mato el bezero pascual. Ahe rrecueota eata Bemejan(;a de Doa arre-
peotieotea noa. E aobre eato del pastor, el quäl ouo cient oiiejaa, dixo que por
la vna perdida dexo XCIX en el deaierto e aalio por buacar la perdida, la quäl
fallada pusola eo loa onbroa e ayuntola a laa otraa que doq aiiiao errado e Hämo
loa sua amigos e lo« vezinoa a comer en el au fallamieoto. Aay que dize el
aaluador: mas gozo aora eu el ^ielo sobre vn pecador faziente peneteo^ia qae
Bobre XCIX loa qualea non an menester de peniteo^ia. E conuiene paea aay es
deapuea de auida la coQos^engia de ia verdat vengamoa a guardar por virtud el
goato de todaa laa coaas diulnalea. Ca noo conaiene caer al cootendiente ; caya
oauchoa qne cayeron non podieron leuantarse; otroa abriente« la« puertas a loa
peocadoa e macbo alegrantea ae oon pueden mas venir a poniteni;ia; e otroa a
loa qualea toma la muerte, e oon acorriendo aoluer ae por peniten^ia, aon cod-
denados. Por tanto peligroaa coaa ea caer en qaal ae qnier peoado, e ay
acaea^iere conuiene Inego aalir del e (fol. 144 <>] eatar con de cabo en buena con-
tieoda. A eataa coaaa dixo loaafat: poea aay ea, commo ae giiardara omne linpio
deapQea del bautismo de todo pequado? Ca ay finca la peoitengia a loa pecantea,
maa enpero en trabajo e lloro e llanto, laa qualea coaaa me semejan a mi doq
aer rrefezea a muohoa, e por eao queria fallar maa carrera por qae gaardaae
deligentemeote loa maudadoa de dioa e non declinaae dellos, por qae deapuea del
perdon de loa prtmeroa malea dod traxieae de oabo a aana al muy dul^e aenor
dioa.
Q Capltulo Xllll anioneatamjanto a eae mismo da la vida mas acabtdik
Enton<;e dtxo Berlaam : bien dexiate mi aeöor rrey ; ca eato ea a mi deaeable.
Uaa es mocho trabajoao e oon podible alguoo eatar feroa el fntgo e dod afamar
b
Friedrieb Lauchert
■V: pnfs asy grnuti cos» t» e tnny alta al ayuntado s los seglarea DPgo^ios e
oobüolto on loa cuyilado« dello« e vcniente cn deleylea e niqucias, aodar qae
nun tut^rca por la carrera de loa inandados de dioB e guardar se linpio. Ca dize
ol iciiior: noti piihd«« ninguuf» Ht^nitr ii dos senores. Piies asy es, nuestros padrea
loa apoHtoln« diuitiale« o dpyficados oy«ndo estaa cosas qiie dos conuiene paaar i
por iniichiui tribtilM(;ioTie8 al rcignc» de loa (,i«*to8, ali^unos dellos atiadieroD otra
ouaa, totnar el haiitl^nio por la unngrß e por el uaartirio; la quäl cosa conuinible-
mente noio ol aeiior toinando por nns bautismo, desdt'ade los siis des<;ipulo8 e
apoatüluB fechoa aon eemi'JAhlps del; c desende todo cl coro de los martires
•antoa cunlrMpotiioutes so a loa rreys nguardadorea de loa ydoloa e a loa prini^j'pes
oniolcH por e! noiibro di^ Itisit CliriHto, aufrieroti todo Hnage de (ormeDtos. aay
Oommo mnr nnhadoa :i Ins biiatiaa e scr qiiumadoa en fiiego e aer muert«8 por
OochicIloN, K destoa non tatito \na pnlabraa ^ las obras, nias aun la aaogre e
loa buoBaa aou llonoa de toda aantidut; ca ochan poderosameote los denH>Dio8 e
dan a los llegantea ae por fo aanidado« do daquezas Don aanables. Despnes qae
parea^ieron aqucitoa prinijipca cruelea e folgo la persecu<;ion e rrenaroD rreya
fiele« en todo el tuundo, otroa tomaroo e aewjaroD aqnelU bienquereD^ia e deaeo
dliiinal« otroa «atudlaron [fol. 145] pasar vna vida peregrina e oon acostuobrada
a elloB e deaanparattdu todas laa coaas afgund la boz deuinal ; otroa asy oommo
l'uy(«n(ea lueroti a Ioa diatcrtoa mnnguadoa e aprimiados e atormeßtadoB, a los
qualea non rra dtgno e\ mundo; e otroB dnrantes aya tecbo oinguno eran ator-
mentados por la onlontura del sol e por fiieri^aa del frio o por aguas e por tor-
bllUooa de loa viontos; o loa otroa pasauan mengi)» fincando oabataa o bbcod-
dleudoae od laa oueiiaa. E asy ayuntando las vtrtiid^s a laa virtudea rre<
nuo^iaron de todo a toda coneoiaqion ORrnal e fiilgnra e pasauan dieta cun
uer^aa rrudaB e yerbaa o iiillotns o con pan accn o muchn duro; ca lan sola-
■#lit6 tomauan de rsoB manjares vilrs e monospre^indos, por que podieseo beuir
Bolarornte; r otro« ayitnando toda la armaoa, el dia del domi[n]go coiuian rianda;
e otroa do» \ttrn t>n la »cmnna «e arremeDbrauAD desto; • otroa dospaes de
doa diaa comian rn la« virspras e tomanan poco e cstauao en ora^iones e en
▼igilias 0 Bcnoejando a la vIda de los angeles. G an aaa norada«; e otroa apar-
tan M solo« e paaan mncha laseria. e alongaron ae de la morada de los omnes
por lodo tienpo de la t\\ vida e altegauan se a dios; algnnos aoientea eamarat
Itxos loa vooa de los otroB, e ayantaose en los diaa de los domi[olgoa a vna
egtesia « toman niiin'etorios diuinalea. Otroa paaan an vida en los Boneaterios,
los quale« allfgadoa niuchoa en vno so vn perlado • mayor qae los <»Cros, ma-
tando toda an volnntad por euehiello de obedeo^ia« e anse de voluotad asy oomno
tiaruo« conpradoB. e non vlnco a ey mIsmoB maa a aqnel al qaal se
por sl amor d«» Utn Christo ) e es detir qae non Tinea seraieodo a 9y
mam tIo« ta alloa lesa Ckrislo. sl qiuü segnleron los desanparaalM lodas las
•osaa. Ca Mit es ol apartuilMto del moado e aborren^ia d« volasad « nega-
■lenOo ds li aattira por d«s«o de aqaellaa eosaa que aon »obre la astara. E no«
wthxxßmoM »ot »-(fol. 14&^l«ie)ar a eatoa maraailK»sos e santo« «arooss. »o«
tKayretUMon • iion dlgaot^ B es aegund I» verdat de aborrescw ««te aNndoi
SA M t— itfp d« SOS anigos • «ataigo de todoo aqwUos qot hnm m t
f ■iiiMi ttid»i»s 4 los ^M sa MosUn sobrs sy. • innriistiim • i
Itt « «L PMa piyHMy coa Im aon mWoo • pr—Molot |
par Mtu tut — in— Mis poT q^ bs iraya a sj. S «Um iiMMtlBiün a <
t» estoria del rey Anemur e de [oaaphat e de BarlMi»
ä49
demaeBtrase non gradesgible e engafoso, nnn coopUeudo oingana ooea de las
que pmmitiera. Ca oy iaiaga la garganta dt-llos cod manjarea deU'tablea, craa
ecbftloB todoB a tr»gar a los eneraigoa; oy estables^e algun rrey, e craa somete lo
al jaego de sertiidunbre; e oy fazelo abastoso de muchos bieoes, cras tornato
mendigo; fazelo amable a todos al iitie despues faze aborres^ible ; oy alegra,
oraa atormeota por Uoros. Oye qiial fin puu a aqaeBtos a Ins aus amado^, que
morao ea el iufierao: acabaloa mvsqainameDte, nia llora(Q) pur lue parj[(Ji&Dte8 de
aqai nin a merged de loa que fincan.
Q Capitulo XV. Semejan^a del vnlcornio contra los amadorea del aieglo.
Asy qae los que airaen a tal aenor crael e loalo e ae aluengan del bueno e
begQim> por voluntad perdida e aoapiran por loa nego^ios preaentes, aotenidos
apreeadoa delloa, non ao inen^ion de las cosas avjtiideraa, mag desean aienpre
deleytea del cuerpo, e dexaado laa aas almaa pereagpr por fanbre e atormentarae
por malea syn cQcnta, asmo ellos ser aemejablea al oiune fuyente dif la cara del
vnicornfo saiioao, el quäl temeroao por el 8(»D]dn de laa bozes eapantablea del,
fuya miiy fuerte por qne non fueae cargado del; e commo corneae fuerte, cayo
et) vn pozo; e commo cayeae eatendio laa manoa e tomo vn arbor^iello e touolo
ftiertemeute, e puso loa pioa aay commo en vn fundaroiento e aemejole que eataaa
.Ürme; e oato e vio doa murea, el vno blanco e el otro negro, que rroyan ood
qoedando la rrayz de aquel arborjiello, e ya [fol, 146] poco fincaua que lo cor-
taaen; e aua pensando la fimdura des«? pozo, vio el dragun eapantable por aca>
(amiento echaote fuego e calante con ojoa cruelea e abriente la boca eapantable-
menle e cobdi^iante tragar lo; e ca(D)taodo oon de cabo aquel fundamiento pueato
ao los 6UB piea, semejol qne v[e]ia quatro cabe^as de aerplentes, aalientpa de la
pared do estaua; e alQando los ojoa a bubo vio vd poco de miel deatellando de
laa rramas del arbol(;>ieIlo; puea asy es dexando de penaar loa malea que lo yer-
oauan, conuiene saber el vnlcornio eatando de auao mny sanudo querifote lo
tragar, e deyueo el dragon rrenicbnnte, e el arborfiello que se tajaria ayna, e
qne auia pueato los piea aobre rundamiento deletnable e non fiel, oluidado de
tanto» e tal<>8 malea, dioae a la pooa dul^edunbre de aqnella miel. E^ta spme-
jan^a ea de aquelloa, loa qualea ae llegaron al engano del presente sicgi«», la
eapose^ion de la qoal te dire. El vnicornio tiene la figura de la muerte la qnal
aienpre peraigue e quiere tomar al hnroanal linagft; e el pozo ea eate mundo
Ueno de malea e de lazoB mortalea; el arbol^lello qne tajanan loa mnres non
qnedando ea medida de la nneatra vida la qnal tomamoa, e ae coosume e ae
mengua por las oraa del dia e de la nocbe e ae allega al ta(n))amiento; e laa
quatro serpientes ainifican el eatableaginitento del cuerpo humanal de quairo
elementos flacoa e apreaurablea, los qualea aeyendo desordenados e tiirbadoa,
deanelueae la conpuai^ion del cuerpo; e el dragon muy cruel ainifica el vientre
eapanlable del infierno, cobdi^iaute tomar a aquelloa loa qualea aba[n]lponen laa
preaentea delecta^iones a loa bienes auinideroa; e loa deatelloa de la miel ainifican
la dul^edunbre del mundo, por la quäl aquel en^aüador non dexa a loa ans
aniigos veer la su aalud. Eaionye loaafat tomandn de bueoa voluntad eata aeme»
janga dixo: [fol. 146 ^| qne verdadero ea esto aermon e que bien apropiado!
Uaegote que te non enperezea en dezir me talea aenales, por que aepa quäl ea
la presente vida c de que malea aea fazedera a loa aus amigoa.
350
Friedricfa Lauohert
fl CapEtulo XV( de la semejantia de tos tres amigos contra esos mlsmos.
E dixo el viejo : cod de cabo semejablea de) sieglo e los que ae enlazaü por
dul^eduDbre deltaa, abantponeo a las oosaa aninidera« e estables las cosaa flacaa
e decorribles, at omne el quäl ouo tres aTnigos, de los quales a los dos onrraua
de corai^oD e de toda volunrad e atormentauase mucho por la candat dellos,
fasta la muerte por ellos trabajando e deseando perfglar; e contra el terccro auiA
tnocho despecbo nin lo oorraua did le moätraua aman^a conuinible, sy dod ea
fenjendo a el voa poca de amlstad. Aay que venieroD en vn dia vnos caaalleroa
muy apreaurados por lo leuar al eoperador que diese razon por el deubdo de loa
diez marcos, asi que el raucho apertado demaodaiia ayudador qae le acorrieaa
BD puner la razon espantable delante el rej. Puea asy es corrio al primero
mucbo amado e dixole: sahea amigu en commo puae sienpre por ti la mi alraa;
e agora he lueaeater tu ayuda en eate dia, ca be gran xneDeater; puea commo
me prometes de ayudar e qtie eaperan^a tengo en ti guardada, mucbo amado?
E rreapoDidio el e dixo: o uniDe dod so tu amigo dId ee quien erea; ca tengo
otroa amigos con los quales me coouieae oy alegrar, e a estos auere por amigos;
enpero abe do te dos {;elicioa por que loa ayas en ta carrera que audouiereB, .
los quales enpero dod te aprouecharan coaa, e non me demandes olra ayadaj
ntnguna. El oyendo esto e daaeaperaodo de la ayuda que tenia en el, faese para '
el segundo amigo e dixole: acuerda te, amtgo, quanta unrra o gra^ia toineste da
mi; e oy cay en tribulaigioa e mal e he menester ayud», e agora demuestra en
quaDto me puedes acorrer. E dixo el: düu me vaga oy que tome por ti t[r]abajo;
ca ^ercado [so] de cuydados e esto en tribula^ioo; eupero yre vo poco oon
[fol. 147] tigo, magiier que noD te aprouecbe, e tornar me he Inego a oau «^
librare mis oego^ios. Pties aay es, torno se el omne dende las maooa vaziaa, e
desesperado de cada parle tlant«aaa viendo se sin esperao^a de los amigos des-
gradesgidoB e de los trabajos ayo proueubo loa quales sufrio por la bienqueren^ta
dellos. E auQ fue al tercero amigo del quäl DUDca ouo cuydado oio to Hämo por
conpanon de la au alegria, e dixo le cou caia coofondida e enclioada: oon he
boca COD que te fablar; ca conoaco muy bien que nunca te üt bien niti me oue
contra ti amigablemeDte; maa por que eato en muy mala prieaa e noo falle
e9p(>raD^a eo los otros mis amigos, vin a tt ay puedes fazer me alguna poca
ayuda; non tardea arreiuenbrado del mi dod aaber. Estooce rresportdiole el coo
cara alegre e clara: jierto (non) digo que eres roi amigo mucbo araado; e arre-
meabrando me de aquel poco bieofecho, toroartelo fae cod su logro; puea asy es,
non temaa, ca yo yre delaote ti e yo pareBc[e]re por ti delaote el rey e dod le
dare en las maoos de tu« enemigos. Pues asy es, aue fyuzia, mucbo amado, e
non te entriatezcas. Estooce el pun^ado dezia con lagrimas: abe a mi> que pri-
meramente llaoteare, o que mas llorareF rreprehendre el mi talaute vano el quäl
dy a los äacos amigos; o llorare la mi liicura por que a este verdadero amigo
e hermaoo noo le mostre niogutia familiarldat P El primero amigo por ^ierto ee
Z. t. Yor del sieglo etwM auigorallen: Rurras siniilee aunt anutores secalarinm
delcctadoDom et qni haram tiulceclioe Ulicitintur &lf\ae . . . praefentnt . . ,
Z. 10. diez] ta der lltlacbr. dies.
Z. IT. In der Hdschr.: mndodieres.
Z. 87. fyusia] in der Hdschr.: fajsia.
La eBtoria del rey Anemnr e de loiapfaat e de Barlaam 351
el aner de las rnqnezaa e el amor de lo« aueres, por las quales cosaa el omne se
■omete a mucbos periglos e atifre muchas tDOsqumdadea. Veoieado el pustrimero
dia de la muerte, doq tuma oiagaua coaa de ellaa, ay Don vqob panezuelos syn
prouecbo qiie perteoesf^D ^ 1^ sepuluira. El seguDdo es llamadu la muger e los
fijos e lofl connaDos e loa otroa nmigos, por el ialaote de Loa qualea llegaodo dos
noD noB podemoa parlir, (fol, UT^»] iDeno8pre9iatiido el aluja e el cuerpo por amor
delloa. Mas dellos non ha niDguod prouechu en ta ora de la muerte, si qüd que
vao coD el fasta el loonimento; desende turDactduae eatan por aus cuydado«, non
menoa oobriendo la loeiuona de la oluidan^a que el cuerpo del afpulcro. Maa el
amigo ter^^eru menoapregiado e Doti grao familiär mas aborresyido es el cboro
de las obra» derecbureras, e coouiene »aber eaperao^ e fe e carldat, la liuauaiia,
la humiltad e el otru ayuntamiento de virludea, el quäl puede yr ante noa, quando
saliuios del cuerpo, e poner ae ante diua por noa e librar dob de laa cosaa fechas ;
eate ea el amigo gradeagible, e quäl la oueacra bueoa obra toma en iseuioria e
tomala ood huaura.
Q Capituto XVII a eae «niamo del rey el quäl giiarnes^io el logar del su desterramienta
por rriquezas,
Aprendy auer seydo vna grau (iudat, loa (ludadauoa de ta quäl aulau lal
costuubre eo orro tieupo, que tomasen algnud omne eatrafio e dod conos^ido,
non sabieote oinguna coaa de la« ley» de la su ^iiidat e de las coutraditiones, e
faziau a eate rrey, el quäl tomaua todo el podar e auia poderio de las volun-
tades e de las fazieudaa dellos, faata que se acabase el afio. Deaende tincando
el eo toda la ciudat por delwytes e plaz^rea e syn miede, cuydando que Hncaria
e en el regoo, leuaQtana[n]8e aquellos ^iudadanoa contra el e tirauanle la eatola
rreal e trayanio desnudo por tuda la ^iudate enbiaua[i)}lo desterrado a vna gran
ioaula muy lexos apariada. en la qnal non fallando de coiuer uiu de vistir que-
braniaaase muy mal eo fanbre aio eaperan^a e en aer deanudo, e los deleytes e
el gozo a el otorgadoa toroauaa ae despoea eo triatesa syn esperan^a. E eatoo^je
ordenaron en el rregno vn varon el quäl auia grao eotendemiento, e) quäl llegaodo
[fol, 148] le sin caydar tanta abondau^a, non fue deanello nin rrobado della nlo
siguio ta deaonrra de aqiielloa que rre^^oaran ante del e Tueran echados mesqui-
naioente, maa auia cuydado e trabajaua por qiial manera ordeoaac a sy e a aus
eoaaa, e a«y coinmo por pensamieDto afiDcando tratase estaa dilegentemente. C
aopo por vo au conaejero muy aabio la coatuobre de los giudadanos e el logar
del deater[rJamteDto perdurable, e ensefiole commo le mmueota guardar a sy
miamo ayo error. E despaes que sopo estas coaas e que le cotttieoia llegar a la
insula e dexar el regoo a loa estranoa, abrio loa aus teaoroa de loa quales estonyo
aoia IVbre poderio para fazer dellos lo que quisiese, e tomo cnucho auer de oio
e de plata e gran carga de piedraa pre^ioaa«, e coinendandolo a aieraos muy
fielea, enbiolo a la insula ado era a leuar. E despue« el afio acabado leuan-
Uronse en discordla loa ciadadaoos e enbiaron lo desnudo eo desterramieoto,
ooiDoio a aquellos que fuerao ante del. E^tooQ« loa otros reys por tienpo locos
eran atormeotados mal de fanbre; maa aquel aabio viuio en abondan^'a perpetua;
• aoiendo rriqaesaa syn coaota, e eobado todo el miedo de (a) los gindadanos
Z. 34. de los] Hdschr.! de las; ^iodadanoa corrig^iert, aas i^iadAdes?
Z. 44. de arqael]los?
362
Friedrich Lauehert
non fieles e malo«, por ei coDsejo moy sabio 6ko bienandanto a ay miaoio. Pnea
a«y e«: eotieode la (iodat qae es eate tnando vatio e etigan[ii]o9o, e los (iada*
danos los prio^ipes e podestades de los deroonios del mundo e los ^uernadom
d« las lioiebras deste sieglo, los quales dos falagao por dul^edunbre de delejte«
e DOS amooesiaa qae pensemo« sieopre oodusco por medida [fol. 146t>) las cosM
cor[r]oopible8 coiumo las ood corroDpibes e laa mortales commo las non mortalea.
Asy pues asy es;, a nos eoganados non aoieotes niagand caydado de las cosaa
perdurables e estables, e ooo a.. ..tes condeaaotes otra cosa en aquella nda,
apresnradamente cos pares^e la perdi^ion de la moerte. Elstoofe ya tomando dos
desDudos (de) aqaelos ^iadadaoos malos e amargos de las tiniebras, con los qoalee
espendiemos el tienpo, adazen dos en la tierra teoebrosa e oseora, en la tierrm
de las tiniebras perdurables e do non ay laz nin vida de loa omnes. EI buea
co[n]sejero, el qnal fixe manitiestas todas las cosaa verdaderas e eoseüo eatadioa
saludables, e el rey sabio, asma tn qae es la mi peqaenex quo te vtne mosirar
la buena carrera e derecburera eotremiüeDdo te en bienea perdurables e syn
cuenta e a te oonsejar qne pongas y todas las cosaa.
Q Capitulo XVIII'* amonestamiento para menospreciamiento de las niquezas.
Dtxo losafat al viejo: paes asy es, cooimo paedo enbiar alla el thesoro de
los aueres, por qae qnaodo fnere falle la alegria dellos non corrunpida? Deman-
dote que me demiiestres llanamente commo podre demostrar la mi aborrengia
contra las cosas preseotes e el amor de las cosaa perdarablesL Dizo BeHaaint
por cierto, el enbiar de las rriquezaa al logar perdurable faaeae oon laa ib«o<m
de los meoguados. Dixo lo&afat: pnes asy es, meoospri'giar todas las eosaa o
tomar esta vida trabajosa commo deziste saso e« mandamieolo antigao des^en-
diente de la dotrina de los apostoles, o a nos es ^sto oaeaameote, asy por
coDB^^ngia de ia nuestra volantad, asy commo escogiendo esto por mejor? E el
Tiejo rrespondjeado dixo: noo te eoseüo ley fecba rresieutemente, non qniera
dioe qae sea de mi dada, mas de antigao tienpo. Ca dixo el seüor a an rrtco,
el qaal le preg;anto. que faziendo podria aaer la vida p^rdurable, el alegrante
se que guardara todas [fol. 149] las cosaa que erao escriptaa en iey, dixo: ma
eoaa te mengna; vete, e deode qaanto as, daio a los pobres, e aorAs teeoro ea
loa fielos, e ven, sigoeme traendo tu cruz Dixo loaafat ; paee asy es, cobhbo
sea ne(*)^esaria aay esta profe^ia antigna, commo non la sigaen oy nacbost &
dixole el viejo r macbos seniejaron e aemejan, e mncbos fiocan peresoao« e »igte-
gentes. Ca pooos son, commo dise el senor, los qae andan par la carrera
wtrecha. e machos por la ancha. Pues aay es, mandando aay el aaluador e pro-
dSoudo los profeic itas e los apos(()tolos • todos loa saatoa anonestando nos por <
obra e por palabra a la carrera muy derechrra de virtad. e sy potos andan por '
eata commo mochos eacogan la ancha e la qae trae a la carrvra de perdiftoa, .
non por eso se desfaxe la connersagjon de la diuinal sabidaria; ca non fkll6a9al
•a taoto el sol de Justi^a a Di[D]guDo de los que le qoiereo , nio cosirifif (n) a
loa eac[ogie]ntes tenifebras de so gr]ado; [uos]s es dexado cada [voo a] so albedrto
• AM •aeogiemienlo mientre es en este sieglo. Preganto loaafat, que eoaa era
Z. ^ asqas aliqflid ia illa viia recion>laatibaa
Z. U. Ia der Odachr. paede.
Y<a estoria del rey Aoemar e de losapbat e de Barlaam
Sb'S
albedrio e que coaa escogimieoto. Respondiol el viejo : libre albedrio ea volantad
del Alma rrazooable tnouida a lo qae quisiere syn defeDtiemiento de ninguno o a
noal o a bien; aay ee tiaraado del autor. E aan Über arDitrio es mouimiento del
alma enteletual por an derecho. E escogimiecto es deseo demandado de consejo
de aquellas cosas que eoo en oos, e conaejo deseable; ca lo que ea acte jusgado
del coDsejo tenemoa lo nos escogiendo. C conaejo ea deaeo deuandante de
aqaellaa cosaa que aaemoa a fazer; ca todo conaejo se fate por aquello que es
a fazer; e aay ante del escogimieuto ea et conaejo, e ante del faziiniento el
escogimieDto. Por taoto doq aotameoie los fazemientoa maa aun aqiiellaa cosaa
las qualea seguod la entengiioti da|D] el eacoger, e las corocaa e lus torroeotos
80D fechoB por derecho e por rrazun. Ca el comien^o del pecado e del fnzituieoto
derecburero e el escogimieoto aon de aquellas coaas que aon |fuL 149 >>] e[)d[acidas
de] DOS. Ca de aquellas que a[on en] noa los talanti's, aon lus fazimientos.
EstOD^e dixolosafat: e ay otros quo pred(r)iguen esas cosaa que tu predigaa, o
aolo eres oy tn que enaenaa estaa coaas e asy afirmaa tjaia vida ser aborrea^ible?
Respondio el viejo e dixo: eu eate vueatro regnado non fiel noa conuaco aer
ningUQO ; ca la crueldat de ueatro padre los aiato a eatoa por muertea ayo cuenta,
e eafuer^aae de lodo eu todo, que noa aea uyda tu boz la predicsfioD de la
cooos^enyia diuiDal. Maa eo todas las otras leuguaa se cantau eataa coaaa e ae
gloritican. E dixo luaafat: e la voluntad de uii padre atguoa vegada aprendio
alguna deatas coaaa? £ dixo el viejo: non aprendio nioguna cosa aotitmente o
coauioiblewente; ca gerradua los seaos de la voluntad uod quiere rrea^ibir el
bien, Uiaa eatteudeae al mal por arrebatamiento trabucoao. E dixo [oaafat, qae
querria que su padre ouieae apreso eatas coaas. Mas dixo el viejo: non aon
podibles eatas cosaa quanio al omne, quanto a dioa aon podibles todas las coaas.
Ca que aabes sy faras saltio a tu padre e te fagas padre de tu padre por munera
marauillosa. E dixo losafat: de mi padre fara el senur commo le plogiere-, mas
yo de los tus seruiones santos coaoa^iendo la vatiidat de las cosaa presentes,
pienso parar me de todo eii todo e oontigo paaar mi vida, que por eataa coaas
tenporalea e decorribtea dod me parta dol rrif[r]igerio de las coaas perdurables
e nOQ corrunpiblea.
0 Capitulo XIX a ese mismo de aquel el quäl menospre^iada la noble esposa lomo la
pobrezlella.
^1 quäl respondio el viejo: sy estas coaaa fezierea seras semejable al man^ebo
niuy aabio, del quäl oy que fue fijo de padre e madre muy rriroa; al quäl despoao
SU padre con fija de vn noble maa rrico que todoa o que era tuny fermosa» e
mouiole palabra de laa bodas al mo^o e dixo le commo pensaua fazer, La quäl
coaa eaquiuando la aay commo mala coaa e des-[füL 150]comulgadera, dexado el
padre fuyoae. E aodaudo vioo en vna caaa de vn viejo pobre para folgar por
la calentura del dia. Knton^e la tija del viejo uirgen que era unigenita a el,
seya ante la puerta e obrau.t de las maooa e atabaua a dioa contiiQuamente con
au boca faziendo a el gra^iaa de buen cora^on. E el manyebo eacochando eatas
alabangas dixo: o muger, que lamano eatudio es este e por que gragta de quäl
Z. 4. eateletnal] in der Hdachr.: entelotual.
Z. 10. Vielmehr: ... et coroQC et tormenti iure canaa ftant,
Z. iSf.: . . . est ex hia que a nobia sunt iaducta.
354
Friedrich Lancbert
coaa, cummo seas tan pobre e tan delgada» asy commo por vnos jcrandea dones
lo as al dador? La quäl respoadiendo dixo: dod a)ibes qae commü la pequena
melezioa mucbas vegadas delibra al omiie de grandea fiaquezas, asy en los pe>
queiios donee de laa gragiaa de dioa cl f^zimiento de gragiiaa ae faze fazedor de
grandes bteoes? E yu tija ao de vn vieju pobre e do i;rai;[aa tso aereramente a
dioB por eatoa doties pequeüoa e bendigo al aenor, ca i;iertü el qne eataa cosM j
dio puede dar luayortia. E eataa coaas que aon de fuera duq aon nueatraa, da i
laa qualee a los que taa ban a mucbua delloa Don viene [ganani^ia oingjana, ca
mucbaa vegadaa [soatieDJeD dano; maa a loa que tomao menorea coaaa non lea
acaes^cie dapno^ andacdo loa vnoa e loa otraa por vna carrera e venientea a vna
fio. E de aqu«llas coaaa que bod meoeater tume muchoa dones acabadoa e gran-
dea de dioa, loa qaalea bod ayn cueota e ayn aamar. Ca so fecha aeguod la
ymagen de dioa e tuerea^l auer la au ^oooa^eDQiia, e ao adelan(ada por rrazon
ma» que todas l&a aoimaliaa, e so conuidada deae dioa para la vida por laa en»
tranas dt; la au miaericordia, de loa merea^ioitentos del quäl inerea^i ser par^io-
Dera, e la puerta del au parayso esta abi«rta e que me dara, ay quiaiere yo,
rrafezmente la entrada. Piiea aay ea, por tantoa e talea dooea loa qiialea loa
rricoB e loa pobres an ein cueota, non es podible fazer gra^iaa aai commo oon-
uiene; e ay oon diera eata poca de alabanga al dador de loa bueoea, que eaca-
aa^ioD auere? Äsi que el man^ebo marauillando ae del gran entendemiento dellAi
fuesB para el padre della, al quäl le dixo : dame por moger [foL IDC*] a tu ftija;
ca] amela por el au eateudemiento e por la piadat. EntoDfe dixo el viejo: non
te conuiene tomar fija de pobre commo aeas fijo de padre e de madre rricos.
E dixo el mao^ebo de cabo: yo esta tomare ay oon me la negarea; ca fija de
nobles e de rricos fue a mi desposada, was foyendo della fuxime; mas a tu £ja
por ta piadat que a en dioa e por el au enteDdemiento claro penae tomarla por
inugier maa que todaa las oosaa. E dixo el viejo a el: non te la puedo dar qae
la lieuea a caaa de tit padre e que la parUs a mi; ca tan seoerameDte aola es
a mi. Maa dixo el man^febo: yo conuuaco fiocare e tomare la vueatra conaer-
aai;'ion. Desende tirando la viatidura fermoaa demando el veatido del viejo e
veatiolo. Eaton ve el viejo tentandolo en oiuchaa oosaa e probando aus penaamien-
toa deauariadameote, deapues que conoa^io la firmeza del an juramento e que
non demando a su tija teüido por amor, mas por amor de piadat, e escogio beair
pobremente, antcponiendo esta a la au gloria e a la au nobleza, tomoto por 1&
mano e metiola en au casa e mostrole mucbaa rriquezaa y puestas e gran carga
de dineroa quanto nunca viera aquct man^ebo e dixole^ mi 6jo, dole todaa eata«
coaas por que eacogiste ser ber[ejdero de lo mio. E teniendo el aquella eredat
sobrepujo a todos los glorioaoa e rricos de aquella tierra.
Q Capitulo XX ds la ensenaiitpa de Berlaam del criador e goiternador de todos.
E dixo losafat: asaz coQuiaiblemeDte me taue este rrecontamieoto; onde asm«
que dixiate eataa coaaa de mi. Puea aay es, deaeando aaber te rrnego que maJ
fagas manifiestas eataa coaas, cooutene saber las rriquezaa de dios o la grandez
veniente de la virtud del. Eotonife le dixo Berlaam -. rruego a dioa que te ensen«
Z. 27. mugier Diit anderer 'Tmte aoa moger corrigicrt.
Z. 83. teüido por amor: non amore insipientie detenttu.
Z. 4Sf. de dioa .... reniente] ncbonan am Rande nachgetmgeo.
> MtoriA del rey Anemar t d« losapbat e de Barlaam
355
estu coaas e U gien^ia de tales cogas linqae en la tu alnoa. Ca quanro a los
omea qod es podible rrecontar la su gloria e el au podier, auin que todaa las letiguas
de los osaoea loa quaJea aon agora e fueroD otro tieopo ae fezioaen vna. Ca dUe
el euangeliata e el theologo: nnnca vio ningano a dtos. Mas noa de la predi-
oagioD dellos aprendemos e de la natura de bs coans, aegund la qaal es podible.
Ca dize la eacritura: los ^ielos rrecuentan ta gloria de dioB|foLlo1] e la firmeza
demaeatra las obraa de las oianos del. Ca asr oommo alguoo niirando la ca««
mny fermosa e fecba por tnucho artefi^io, la forma de ta qaal es conpaaada may
engeDJosaiQente, e pensaodo el fazedor se maraaiUara: aey yo foriuado de cosaa
non eatables e para eato a que so aduzido, ai noo puedo veer el fazedor, nias
enpero de la mi fechura bien conpaaada e marauilladera Ttn a conos^en^ia de
la sabiduria del, non enterulie^ndii segund qae es, mas commo puedo entender.
Ca DOD viue de mi mismo nin tue fize yo miamo, maa el me fizo commo qae so.
Ca en comienyo fizo todaa laa criaiuras, de las qnales algonaa meoguadas e que-
brantadae enfortna cod de cabo por niejor eDouamiento ; desende leuando noa de
aqui por el aeuorio dioinal, traspasamoa otrn vida perdurable sin cuenta. Ca
niogUDO do loa ornnpH nuu pudc acabar en oingimd ttenpo ninguna deatas cosas,
Dio rey diu sabjdor djq rrico nin otro ninguno trabajante en los eatudios htiuia*
nales. Pues asy es, destas cosaa que aon en nii so adtiztdo [a la] sabiduria
grande del criador, e cod e8t[a8] cosas pense e vi la fechura bleo oonp&sada e
la guarda de toda criatura; ca trjdas eetas cosas aegiiod 01 tuiamas eatan so el
modamiento e so ta corrun^ion; e las cosas del enteodemteuto segund el libre
albedrio dize en el bien ser pronecbo e fuera del bien deafalles^imieDto ; maa las
cosas seDsiblea segund la genera^ion e la corrun^ion e la graodeza e el dapfo
e aegund la qnalidat de loa trasinudaaiietitos e segund el mouimiento det logar:
desta« cosas predigan cou uozes noo fablables ellaa ser fecbaa de dios noo
criado e oon mudable e ser aienpre tenidaa e guardadas e proueydas. Pues aay
es, commo venieron en vno las oataraa contrarias a contenpla^ioD de vn mundo
e ÜDcaron oon desoluibles, sy esta virtud del aenor poderoso de toda cosa dod
oaieae mezclado algnoas cosas e las guardaae Bienpre non desoluibles? Ca commo
jßncaria alguna cosa, sy el non ouiese qaeridov Ca sy la naue syn goaernador
noQ puede estar, que luego se aomorguia, e la easa pequena nunca estara sin
proaedor, commo esta ei mundo por el tienpoV Asi toda criatura grande e buena
{fol. ibi^] e marauillosa e gloriusa esta por vn gouernador grande e maranilloso
e por prouHmiento muy sabio. Ca ahe quanlo tieopo ba el Qielo e non es de-
negrado; la virtud de la tierra non es atloxada criada de tanto tienpo; las fuentes
liOD falles^teroo de maoar de tanto tienpo qoe son fecbaa; el mar tomando taotOiS
tryos noo sobrepaja la medtda; los cursos del sol e de la luna non se mndan;
|]m ordenes dei dia e de la nocbe 00 se trastornan. De todas estas cosas se
lara a 00s por los profetaa e por los apoatolea la virtud e grandeza non
fablabte de dioa; mas oon podra nirjguno pensar o atabar dignamente la gloria
del. Maa ha mer^ed a todos por que puede todaa laa cosas, e desfaze los peo-
c«doB de loa omnes por peniten^ia, el seiior de las aimas solo bueoo e amador,
bendito sea el su nonbre, loable e ensatyado para sienpre jamas.
Z. IS* In der Hdschr. : puede,
356 Friedrich Lauchert
Q Capitulo XXI oommo Bariaam recuenta a losalkt la sa vida.
Et dixo losafat: o sabio, sy por mucho tieapo pensaaea oommo aoltariaa a
noa el madamieDto de laa quistiooea propueataa, aemejame qae non laa podriaa
f^er mejor que deaiendo talea cosaa qualea vn poco ante dexiste; ea eoaeneate
dioa ser fatedor e dador de todos los bienea, e avn demostraate por aermonea
manifieatoa la gloria de la sa grandesa non conprehendible por penaanaieotoa
humanalea. Pnea asy ea, eatas coaas dichas dime mucho amado de qoantoa afioe
herea e en que logarea conueraaa e que conpaneroa aa deata 6loaofia. Ca faerte
ooelga la mi alma de la tuya, nin me qaiero parar de ti en toda mi vida. E dixo
le el vifjo : oommo cuydo he XL e V aüoa, e moro e paao mengoa en loa diaiertoa
de Sennar, e tengo con migo pasantes laaerio aqnellos loa qualea trabajan en el
Camino de la carera aoberana. Commo me diaea eataa eoaaa, dixo loaaGak; ea
maa me parea^ea que aa de LXX anoa. £ rreepondio a el: fierto ay de la
naa^n^a qaierea aprender loa mia anoa, bien los aameate ; qae eraa otaa de LXX.
Maa yo non cnento quantoa aon paaadoa en la naa^en^ia del nondo; ca qoaado
v«nia en la came semiendo a loa peeadoa, muerto era en la Tt^oatad ; ea niiBea
aoabrai« loa am>s de la moerte por de la vida; maa despaea qae el araado ea
cra^ficado a mi [t'oL lb'2] e yo al mundo , e dexe el omne viejo d qoal ea ew-
r>Mi|Mdo afgund los aeaoa del error, ya non vino en la earae, mtm vioe ea ai
lea« Cteiato, e lo que vino vino en la fe del fijo de dioa, el qaal dk> a ay miimo
por au; a ««toa por merea^miento Uamare aöos de U vida e diaa de aalad, los
qaalea cnento ^rca XLV anos. E dixo losafat: e por que la vida eanal aoa
ea Uamada vida por dcr«cho . poea asy es. aia la nnerte tenporal deae aar Da-
aMda anert«. E rrespondiole el viejo: sya dnbda asy aäeato deatas eoaaa, wm
temiesdo e»u moerte tenporal, nin llamaodo la noefte. Ca meaoi^jityaaöe laa
meTtssM de ta padre. svn miedo rin a ti e demostrete la palabra aaladable,
coisim'» a> a «ihido dile^extemecte, qse sj d e«as cosas aopiere, pooer ne lia a
«Dill moerte». commo lo poede taaer. r»ixo Icisafsi: poes asy es, eAos bsm öe la
vnestr)) fi}«>»<'>ßji verdaden macbo »obrepo^axt la naxora de las oosaa um iiilee
Ile^DreK>e de rrayz « U vida preserttc Hiec aoeoTjarados sodjes' vos otros qae
anedes volar.tad las toerre e ras firnie Mas dejoasdote, qoe me demnescres wr-
daderxrDer.rf . ö.-.T;df f qoe comer soedes en el ditoeru. tn e aqu^Dos qne »
Mfcf-r.. e Jidtj d.-.rde »Decf$ J.-5 ve&ridos». AI qnal dixo Berlaam: el ncao aoeBoe
df 15. <> oosh* CiiJf pi;f«ieT. ser tV.ljjda^ c «rümo froci/« de los arboles e lasyerhaa
,i,< c/'i^'f^ ^T'At e. yern).' rre^TJid. ;».•: rrncJf- fflesnjLl ot»edeef^.i«odo al mandade
df- 5>f ' >: p<>r i'Ai- ciih'."*- c.*T. rof äy Tiiniriinf- coiiTieoäs nie haraja demandaado
HJ.* p •: 7~ix7<'T r.- .'iv^-r7.}i . h y öf ciihii^-iji : c* «it eobidia mn icidos aqacä
iiST .},- sr rrj.N;.'. f if. n>tfiu ^r>jirM»ä« öe sc piido. E f r a las vefradas algnao
df ' ij. v!vir><>5 ( liTu.i^V'i- ti- )«■ äu >. In* \ii hf-ndef.ifin del pa». rrea^ibimoa k>
SS c.'nrp f'iiNüidi p.>: t-'''« • iiiteuT.- dioii.a. pnr heode(;to& de lo» ofrea^-ieBfei
t>t n'pvu Siuf^ ••*■ vps:uii>> d« ;i.t.). f- ot ^-fiifif- eooe.i^^-idns «ob e asperos e
Ol .-h-M. sr -pr- p**:} . ;.rp( fT.'frn;!. C'i, psf- lüisipf' p* & DO* cobeTtnr» ec el eatio
f ft ! •>■ . .l» ^ I ijif'rn.. p cm;:, desnupf cnt lo veatimo» iirai r4nraieae
op^:» ■■'.• PI iiLf^i.i.i. n.M'P-:. fas:.'. oüf vpip;;'.iü<' »f corronp* dt- u»do Ca asy
;-:'*.;..' ."> - i» •• n«piips:prpf o-.- :ri ( üp }»ra c iner«»»fpmnt; Hbrifadoras de loa
«•ps:«o :^ Mi.t.t.iPMj- r-yt 0 1— ui.^.ii. i a:x> idShta; nue» asy es. dnnde oonte
e*a. vi.j. VBäifidu-j. ottt v^f^T••^' Rt>sp.iDdiL e. viejt et U8<> u»me eate vaatido de
La estoria del rey Anemur e de losapb&t e de Bftrlaam
I
I
I
t
?no de los hermanoa fieles para fazer tarrera a ti, que non coimenia venir aca
coD el vostido acostunbradu. Desdü oy tnas eonuiene loe turoar doode vin^ al
quäl logar quando fuere tirada la vistidura agena, (omare la mia. Fues asy es,
rogo at viejo quel' innstraae la vistidura acoatuobrada. Estonye Bertaam despojo
la vistidura con que eataua vestido a de auso, e pares^ioie a loaafat de vista
espantable; ca era toda la qualidat de la carne consumida e el cuero oegrea^ido
del ardor del sol e liegndo a loa hncHoa e eatiodido aay commo ai la piel sea
esteodida cou aotilee garfios; e otra 9en[n]tdo con vn pano de laoa tarajado de
loa lomoB fasta loa ynojoa, e de aemejable abrigadura teoia cobiertos loa oubro».
Q Capitulo XXII commo querlentfo lo segulr losafat non lo dexo Beriaam.
Asy loaafat inaraiiillado mttchu por el trabajo desta conueraa^ion e pereeue-
ran^a üzo se marauillado por la parea^enyia e gemiendo lloro e dixo al viejo:
por que viniste a liUrar ine de la seruiduubre dura e auiarga del diablo, punieodo
fin eauüeDi(b)ble al tu bfeDfecho saca la mi alma deata cargel e tomame conttgo
e vayamoa de aqui , por que yo rredemido acabadameuie del error del mundo
rresQiba estuage ta senal del bauliamo saludable e aea fecbo a ti coupaHon desta
Gloaofia xnarauillosa e de la gran conueraa^ion. Dlxo a el el viejo: vn rrico crio
al fijo de la cabra; el quäl commo vieae loa diaiertos deaeaualos tirada por
talante uatural o salio va dia e fallo vna grey de cabraa paa^ientea c ayuu-
taua(Q)ae a ellas e aadaua(a) por los caapoa e loa moutea, enpero tornaua(n)8e
eu la vieapra; e con de cabo eo la grau manana aalia por la negligcncia de
[fol. 153] los aeruieates e ajrUDtaua(D)se alaa cabraa det monte e paa^ia con
ella», laa quales yendo ae maa luene a paager aegaia las elia. E loa miniatros
del rico seDttendo esto, totuados loa oaualloa fueron en pos ellaa e totnaron la
8u cabra viua e tornarou la a caaa e defendieron le que non ealieae de alli ade-
lante e segieron la otra grey e inataron las otraa e las otraa derramaron laa muy
mai Esa luisnaa maoera temo aer fecha en qob sy me sigiere«. Ca perdere tu
oonpafiia e aere fazedor a tois bermanoa de muchos males. Mas agorn quiere el
aeuor que aeaa seüalado de la aenal del bautmmo e finoar en eate regnado e
teuer firmemente toda la piadat e la obra de loa mandadoa de Jean Christo. E
quando el fazedor de todoe loa bienes diere estas coaas, estooge veroas a mi e
adaziremo» lo al de la preaeute vida e ea vno los morantea. E fyo del senor
que aeremos ayuntados e aconpanadoa en la conueraacion del afeglo auinidero.
Con de cabo losafat lloraudo dixo al viejo: ay estas oosas plazen al senor, sea
fecba la su voluntad. Puea asy ea Berlaaca enaeLtando al fijo del rey por tales
ensehamientos e por tales palabras aaludablea e mandandole que ayunase e que
orase, non le desanparo por muchos diaa, maa venia a el amenudo e enseti&ndole
enterameote toda la ordenaB^ia de la fe cbriatiana e ann rrezaodole todo el euan-
gelio diainal e sobreato esponiendole los amoneatamieotos de loa apoatolos e los
dichoa de los prophetaa. Ca aquel varon enseüado de dtoa, el quäl traya en la
boca toda la eacritura vieja e naeua, Ueno del spirltu »anto (e) alunbrolo por la
verdadera conosgeutfia de dioa, e enaenaodole el aiobulo de la fe cspueato en el
flignodo de Ni^ena, bautizoto eo nonbre del padre e del fijo e del aplrttu aanto.
Z. 8. c otrm] 1. e era.
Z, 38. et rcliquum praesentis vite limol habit&ntes docemns.
Z. 43. Ni<;ena] In der Hdachr. vifeBa.
Romaniaeba Forichungon VU.
2A
358
Friedrich Laachert
£ torcose a sa posada e dixo misa e torno a el e diole loa miniaterioB noD
UknidoB de lesu Christo e alegrose en el spiritu. dando gtoria a dius c al aeüor
J«sa Christo, dideodo a losafat: dios te faga dignu para ganar la bienandao^^
vtirdadera.
[fol. 153^] Q Capitulo XXIII. Commo Zardan con duro cora^on oyo las palabras de
Bertaam.
Et los ministroB e los maestros de losafat veyendo qoe entraaa Berlaam
amenudo al pala^io inarauillauanse. E voo qae rresplandes^ia eorre ellos, qnal
aaia nonbre Sardao, dixo al 6Jo del rrey: sopiste mi seüor de todo eo todoJ
qafkDto miedo he jo de tn padre e qoanta fe contra el, e por tanto mando a mi]
commo a üel sierao qae te sertiiese. E agora veyendo este varua estraüo qaa]
fabia coDtigo ameoado temo qae sea de la secta de los cbristianos . contra la
qnal es macho eoeinigo tu padre; e sy esto es, matar me ba. E paes asy ea, o
gelo di ai rey, o ^esa de fablar con el. E sylo noo qaieres fazer. ecbame de la
tQ cjura, qae oon sea rreprendido, e demanda qoe entre aca otro en log&r de mi.
E dixo el fijo del rey : Zardan , ante de toda» las coaaa fai esto : entra so la i
cortjoa e eye a el fablar a mi, e deapnes te dire qae te coDuenga faaer. E commo
oinew a aeair Berlaam a el, metio a Zardan so la cortba. Dfxo al viejo: dtme
de cabo la tn enseüan^a diuinal por qae se finqae en el mi cor»(on. Asy qae
eomeo^o Berlaam e dixo macbas cnsas de dios, de la piadat, de la fe, e arre-
DMibro la fechara del pHmero omne; e ann non callo eommo el criador aaiendo ,
eaydado de la noestra salad dio la su beninidat, e desputaodo macbas cosaa da |
la tinpiex« de la Tida e demoatrando la vanidat de la« eosaa preseolea; e aeabada j
a^ la ora^ion faese a la posada. E el fijo del rey teoraado a Zardaa dixo:
oysle qae eosaa me dixo estc senbrador de las palabras, falagaado wm por me
eagaoar por sos raoos amonestamieotos e agenar me deste deleeUotento alegm^
e rrefr^erio e seruir al dioa eatrano. E dixo Zardao: qoe ts aem^, mi
de me tentar a mi ta sierno ? Ca entendy los semMwea deele üsraa aaer
dido maa focdameote en el ta cora^oo. Ca si est» noo foeee, aea fabfariaa eoa'
el tan amenado e tan de baena voluntad. E yo qae fare, aoa pofiendo eatar a
eata daran? e por miedo [fol. iMj del rey el aii ootaiQO« paeato wm doloseaf ealaj
•a «ajdado qae le rrespooda. Ca velando neKÜgeateaea» a loa aaadadoa de^l
dexa eate aaroa eatrar a d. E eetoa^ le dixo el fjo M rey: yo por 0erta (a#l
1^ dal rey) aoa eoooe^ieado yo otra eoapeaeagioa aaa eaaoMaibla de la ta biea»
ytreatia cootra mi, falle esta (£gaa para el Ca biwfwho, qae eata boeaa obre
li feriaaa auaifieeta, por qae aopieeea para qoe erea feebo a eogaoe^eaei elj
wiaioe ei qaal ta fiao, por qaa dmiipauBdu Im taaialii ■■ «eaieeai a la
■■■ a aaao qua la ojeaea, la rtgaJMUi por doNO
•oaaa jo eaa, la «i eaperaa^ BM M^aia; aa wo la dv» a tat
dktea a lacok. E äi eotaa eoeai IbiHca saaiteiaa, aoa fana otim aaaa qr
^la JwhenM la m aioM da eajdadoe e de trineaa, aaa wj U qiä^mm t
2. 41. • 4e trifte»«] am '.
Ln estoriA del rey Anenrar e de losaphat e d« Barlaam
Cl Capitulo XXIIM^. Commo losafat vestio el f 611910 e tommo de Bertaam la fln de la
enseAanpa.
Et vino de mafiana Berlaam e fablaua de cornmo se queria yr. E losafat
trcstiflcse en eu cora^oo por la su yda e fi[n]€liu'nse los saa ojoa de lagiitn.is. Mas
estoocD el vicjo füblolo mtichns cosas e amonrstauale qui fincase non luoiiible en
el bien, e establcs^io el au coragon con palabraa consoladerae e rrogau.ilp que
estonieae alegremonte. E aun dixole. qne fasta liiengo tienpo non ae aconpaÄarian
por conpafia non apartable. Eatoo^e el Hjo del rrey queriendo metcr al vtejo
en miedo de inayorea trabajoa, e aun temiendo quo Zardan non le dexieae del al
rey e que lo iQetieae a tormentoa dixo: eatu v^iato le es, de aqai adelante non
te 080 enbargar niu detener te. Puea asy ea, ve en pai guardado de dioa, e sey
arremenbrado en tns oragioncs santaa de In mi misqtiindat por el aeilor, por que
pueda venir a ti e veer aienpre la tu cara onrradera. Maa faz vn mi pedeiniento:
puca 000 quiaiste totnar para tns [fol. 154 i>| hermanoa, ay al non, toma para ti
miamo aner para el victo e para el veatido. E por qne non le qoiao obcdes^er
Berlaam en eato, tizole con de cabo otra pitc^ioo loB.ifat, que ooo menospre^'iaso
todo la Bu pregaria e non le dexase aeer en toda mengua, que le dexaae aquella
vestidura de lana aspera en arremenbramießto de la rreltgioo del maestro e
engnarnimieDto contra tod.i obra de Satanaa, e aun que tomaae del otra coaa per
amor del, por que catando el su don aienpre ouieae en meraoria la au humillad.
E dixo el viejo: non me conaieoe dar te vistidura vieja e rrota e tomar la nueua,
por que non rres^-iba cn [e]8ta vida galardon del mi irabajo pequeno. £ por
que non tajo la tu volaotad, i*ean Ijuacadas vestidur^s d*? Religio que non ayan
defereogia do las tuifia, 0 tomare aquellas. E buacaron laa e dieron las al viejo.
E losnfat (omando la vesttdura del, alegrauase muoho, aamaudo ain coopnragion
esta vcatidura ser maa pregioaa que toda porpora rreal. Enton^e aant Burlaam
auiendose de partir luego dixole dotrina postrimera deziendo: berraano e lijo
muy dulce, saabe a que rrey airuea, e delante el quäl dexiate laa tus cunfeaiones ;
pues aay es, conuiene que las guardea firmes e de noto cunplaa las cosaa quo
prometiste en la car[ita de coufeaioD al senor que es cara de todoa aeycndo pre-
aente la conpaSa (clestial e atestemoDiantelo e aun escriuiente las tus confesiones,
las qnalea ay guardarea aeraa bien aaentorado. Puea aay es. non abantpongas a
dioa nJQ a los aus bicnes ninguna coaa de las presentea. Ca que coaa ea asi
espantable en esta vida commo oa el infiernu del fuego ardicatc perdurablemente
nin nute nie Iuk de todo e atormentante e nuoca dvxante. E quäl coaa de loa
bieues del mundo alegra en tal manera commo dioa, dandose el miamo a los
amantea lo, la fermusura del quäl es non fablable e la gioria perdurable, los
bienoa del quäl guardadoa a loa aus amigoa aobrepi^jan ain conpara^ion a todas
las coaas veaiblea^ laa qualea [fol. 15!>] oosas non vio ojo nin oyo oreja nin sobio
en corayon de orone; de laa quaics cosaa merezcas ser fecho heredero aguardado
por el poderio grande de dioa. E eatongc el fijo del rey derramando lagrimas
era detenido por llorar, e non sofriendo partir se del padre tan amable e maestro
tan bneoo, dezia: quäl padre cunplira a mi la tu box e do fallare tal pastor e
Z. 7 f. qtto<l non poat longnm tempns eociÄrentur ipai «ocictAtc ioseparabili.
Z. 9. miedo aus ucdio corrigiert; sollte wohl heissen: non qnericndo meter al
triejo en medio de ... : regl« ftlins nolens ampUiu seni Inborca incatere.
24*
300
Pikdridb LaadMTt
4t Mla4 de Im tlma»7 ^m mIbs teaan «• kern «al !■ i
mü mal iicrao • apmlato a diM e iBfililmMlilii •■ m
6m baradar», • yitqiiriNi • «i q^ nfo pawatida • aaia ariado •
oaaa baada par» trafir, • sjaaoala ae s laa owjfaa qm aoB aai)
BiaBaata ■• awfar» bra«« de la vctdat, aaiaiJo aa de laa ti»
M>al»ra de la aiaafta.
0 CapMila XXV. CaaMM iwpiM «m ae Ate Bertea« Zardaa iacitrii la
al rey.
Et Berlaa« qaaHaado ujar d f a lloro e eaundo ea on^a laa mamom
il gfelo (dixo): eata aeSor aobfa eau co ooeya rrazooable Oegaala per ai
dfgBO al ta taerifl^, a aaaiMka la aa afaoa por ia ta nrtad a sf*cia. E
bada I» ortt^Uju toraoM e be»o al fijo ya Oel padre celeatial^ e dciiaadeia |
•alad (Ma a ti> aalio del pala^ io, e yaate ^ozaodo e fftziendo grafiaa a Aai
la 6so U ao carrara boeaa e eo bieo. Dalli adela&te losafat ponia toda
a al alano, aal eooMO afttardaodo valabtaaeote la poridat d«l alaa • del <
a vMriaDdo an abatfnao^a • aa ofa^ioMa todaa ta« oocbea: ca tajaaa la
parte det dia enbari^ado por arraaaabfaaieoto de aqaelloa qae eraa «m et E
Zardan •«oticndo quo aaia tal coanetaafloo fiochlaae de triateia aeaaeido ea al
oora^ot) por nalof coydadua, non aabia comino eacapaae o a qae fia
raalr, Poaa «a7 ea, eoaprabaodido por triatesa faeee para aa caaa a aofaAjo«
w% anfaiiDO, E daepaea qoa iopo eato et rey enbio otro eo logar da aqsal
le miniatraae al ^o. E el [fol 15!>^j rpy aaiendo ^ao caydado de la aaaidac
Zardan eoblole vo neoife may prioado, e mandando qae poaieaen graa ea
«0 aanarle ; aal qae el meoge aabiendo qae Zardao era aai axoado del rey, asoar>|
daoalo velablRtnente. El qua! eonimo Iü aopieae maa por gierto aqaello dixolo ;
rey Inrsgo ilttzirndo: yo por Qkrt« non puedo fallar en eate omne niogasa
da aafamadat; enpRro aamo qae auieado alguna aieogua enfenna. Aay el re^l
Ofaodo eato toapecho quo na iijn snHa dcadeftado graaeraente contra eU e
nato que ae aula partldo ZardAU del triste. E queriendo saber la co«a eobic
dnxir: craa verne a ti por aaber que enfermedat te acaea^io. Eatoo^e Zardao
oynndo ente tn^niajero , veatioae gran loanaDa e fneae para et rey. E el rrey
proguntAmloIr r{U(; moDgaa aaia, re«poadio Zardan: gran peligro roe riene e yo
»o (ligno dft grandee tonnentoa e aun ao culpado de niuchaa maertes, por qae
oltci(I«tR(lonHo n*"gligcntfi«u«ntc a los tu» mandados vel« aiag negligentemente cerca
la giiarda dn ml ««ifior (o tijo. Ca vd omne malo e mago vino e fablole mucba«
oota« quo prrt^nna^eD a la aecta de loa cbriatianoa. Dcsonde rrecontole por
menodo laa cnaaa quo fuernn dichaa a el del viejo, e con quanta deuo^ion e
daaeo loino el fijo el aeruioo e commo era todo de leaii Chriatu ; e aas dtxole el
Donbre del riejo.
0 Capitulo XXVI. Del vtno oonsejo de Arachlz e del leoiniiento de Berlaam.
Kt IIko rI rey llamar a vno que dezian Arachlz, el quäl era aegufnjdo deapue
del rroy, a el era primero an todoa loa coosejoe e aun aabia mucbo de la art»|
Z, $t al omna baaiia] QedaakealoaigkcU dea Uebeosfeaen: (qui) omai
egq^oaüxu «rain ad devonuuluni.
/.. 19, «»A • ilj am UadU« naehgvtr.; Ut.: iiaccmqiit eC lalDtem ImpreeaBdo (
La estoria del rey Anemar e de losapbat e de Bariaam
3Cl
de la eatralogia. E dixo : o rrey, ante todaa laa cos&a fagamos osto : apresoremos
Doa a tomar a Berlaaiu «1 tualo, e si lo podieremoa tomar non perderemos miestra
enteDijioQ nin caeremos de la ouoatra esperanga; tnas ei mismo por palabras de
amoneetamiento (fol l^J [u] costrinido por mucbas macieraa de tormentoa, aan que
DOD quiera, confe6ar[a] que dixo falsaa oosas e de error e amonestara a mi aeäor fii
fijo quo ai^a la« enaeöan^aa del padre. E sy noo podiereroos tomar aquel, yo conosco
otrn ermitano viejo el quäl es llamado Nachor, aemejable a Berlaam, al quäl ooD ^
es rrafez de conoa^er que non aea ßerlaaia. Mas este de Dueatra aecta es e mi
ttiacatro fue eo ensenar me las letraa. E yre a este de nocbe e contar le he
todaa las cosas. Deaende diremoa a este deziendo que ea Berlaam que vieae
preso, p] quäl ae nonbrara Berlaam e enfinirse ha qae defipndc laa ensenainas
Ide los cbrJetiaDoa. El quat deapuea de uiucha dispatagion aai cotnmo menguado
Ide reapaeata sera aobrado poderosatnente. E quando el infante vera estas coaas
que Berlaam sera veofido e los oueatroa vengednres, gierto dara el venjiroieDto U
a loa nueairoB e tomara de buena voluntad el tu regno e non tardara fazer laa
coaas qne son a ti agradablea. E aobresto conuerterae a aqael que aeoiejara
Berlaam e confesara que a herrado. Puee aay es, ealas coaaa oydaa alegrose
muclio et rey e cuydo que auia fallado buen conaejo eo Aracbiz. Por (ierto
ÄCOBtauaae a la vana esperanga, e por que sapo que poco aaia que era ydo Ber-
laam, apreaurauase para prenderlo. E eobiaodo muclioa aaechadorea e lanveros,
tomo las salidaa de las carreras; e trabajaodo par aeya dias canaado es en vaoo.
E deaeudi! el miamu tiocando en palagto rreal apartado en la villa, enbio a
' Arachis cod muchos caualloa fast* el yermo de Sennar por buscar a Berlaiim.
'E veniendo el al logar turbo todos los vezinoe, los qualfs dezian que non vieran
aquel varon ; ese principe salio a los disiertoa a cagrir loa piadosoa. E traspasando
mucbo espagio del yermo, gerco loa montea e los vallea e los logarea ayo carrerü
e las peuas buscando con los pies e coa las nianos.
d. 1&6<>] Q Gapitulo XXVII. De ta conpanla de loa hermitanos que Irayan las
ireliqulas.
E coiomo la conpana que estaua con el viniese a voa espesura de vn monte,
k{e) eatando aobre ella vieroo so el moote vna conpana de hermiUnos que an-
äanan. E luego por niandado del priogipe todos de vn cora<;-oD fueron contra
|>«lloi e toinaron los varonea onrrables que trayan en laa caraa aeiialos de conuer-
Btgion hermitana. E aqtiel que yua ante delloa cotnmo abbat traya vn saco de
lana Ueno de rreüquiaa de vuoa padrea aantoa. E Aracbiz pnnindolca mientes,
. deapues que non vio a Bariaam, ca lo conosgia, entrestigido es mucbo e dixo a
'«Hos: do ea aquel erroneo, el qiial engaHo al fijo del rey? Estonce aquel quf
traya el aaco dixo: non es aquel entre nos, ca fuxo de noa por gra^ia de Jesu
Christo : mas en vos ha moradas. E dixo el principe: e conoages lo tu? Dixo el
hermitaüo : conoagi ser dicho enganador el diablo el quäl mora en medio de uos
e se asconde en vos. E dixo el principe; de Bariaam te pregunto yo, cobdi^iando
Z. 16. Vielmehr: libenter taum reguum timebit. Cr'/vn
nlhtTtt^i ßaadeiav . . . ti l^ifin'tK.)
Z. 33. quo truvAu] in d. Hdachr.: o trnyau.
xai jit 7tfV nr/y
:;02 nisinck
■rtrr 4o «ft. E diso «1 BCM«e: ir deaaadas a BaiiiEUB. canBoa le <uik. 4b
m H qme oamueräo « Hfara 4ri henw aJ fi> 6iei mrf Ca (a aqai aoBin« hs^
Maao «« « 4e caim coi.BK«a^:aM) : Bat «a de matkiat 4b» bsk 1» iöbhl £ £■»
el präffii«: Katar nm ht por sncne esDala wr iae^ mz ■»( tferiaa a Bar-
laa«. £ dOxo «I herüaso: qä^a eardas que amamtHB «sta eaaa 4d ante e
q«e friiBrn poder la preaeate rida e t«»*«BM la aaenr xnptaia 4t ü.
te Aaroboc s^atäa» fj a aoa aaadorea de vnades ma aacans de ia
nda. B B«»)«SK» BÖS »»fjiewlo lot qae faWiaia «m asLa£ft
laefco ajsa «««oa ia fMtakxa de ia ealÄdsria. |Ka»o>ks »acfttu SapM e i
U»: U ipraadexa e ia fonaku e la cracidu de la« -iivalea
■ira^üQu Dcaobde pnacsiol«« aal« 3a caia drl rey cKaKc- san- ia£aA«L £ i
sa BMBCwofd'i q«e kw watcc. £ dca^ars 'foL !5r' -;«« joa li»
enMlflEr««K por lUga». ap««a« ircspiraado por 3a graa näa saada a ka aaia-
docca qae fs«%a«aL e dnco a aq^loi : por qie oaedes ete» fcaeaoa de Iw aoacr-
w*^ Paca a«T c«, er asaado a aqaeCos tfaedc* kw faa liTcaw. ea caa an voa
poca« ew erfoff, por qae saaa:.d(» loa deaeados it pxea deiea cnfias. £ aqsd
priafipe « »acctro de b «oapaLta diaiaaL coa tnbeado ea xada las ■eKoaa ddl
rej, a«7 tfjmmto §j e^m le oaieae acaca^ido aisjaaa e«aa tzüte. m« baa Ebre e
coa eara alc^re üfm&czaA» la gnup* de d'oa eacar ca eL £xo: o ircj.
loa k«c«<M S&pKM « fasKi« rrepreseBitaBdo el aaor de a«|acllw rwwaaii
boao« cajo« toa e «{«I tiso deilo«, e qae imm trajaa ea meamik de la
ta^joB taa aaada « espertacdo ao« a seoiejabte bceaqiscreafia e cata»2o la
fiTflgaa^a e lo« deteju« ea los qoalea a^on ni<.-raB. £ asa
a afW m^aaum Ia nteoK^ria de U mocite e toinaaios •at:[tTiSifi4B del
ditiUi§. Abe (iB<:o »z/>Des por bu qoalet traeows las iieiiqaias de loa su«m^
Ma« ta eftjgT<Maado la earae aparejas auterias al tra^asteBto de loa g'^aaoa.
Ha» dcspierta deste saeF.o p^uado« abre ios ras ojos ^rrado« e Tee de cada parte
Ia igl'jna. de n^^ttro dio« rresplaades^ieate rrii todos: e tn tai ce a'^oaa Tv^ada
%i*:t'ifj tit\. fjit/jai;^ dlio kI tf.y: 'ijetjanco tieaia ta mectira loea. demae^cra aie
la«-s^o a B<rUain, o procLüras Ia« iiiaa^ras «i-^ Icrs tonceaio« ctmoa cumeace Ia
[tn^ua. biz'i el: faz !o qo^ 'laierei; ca a nos ooa es coca-jribr* ninCTaa lioaa
fu«;ra de !o qae t;-,.» pertTn«:»/»; 'ater. nio •iareioos otorgani:«Tato a ais^ond pec-
cado. L cor. co^de* qie es ^«te p'rqu^'.j pecado. sj el auestro benaaco ti«renoa
a I;tfl tu.« icafio« Darbot qf;alqu:<:r tora.eato ({Q'? sab^s: ca a oo« la vida ea Ie«a
Christo ♦; oiorir por f.l b'iftta g^cac.ia. fol. 157 *>] E el print^ipe cniel sa^ado
s^jiire <:«ta.4 f.onM a.ar.do ujar Ia« kcguas diuinales dfrllos e sacar lo« ojos e tajar
los pi»ri ♦: U.t tnan.« »-n vno. E dada la atnten«;:a, aqaellos aajoaes »ja aberi-
cordia tajauan Ii.i rab«-Qa.-> d^lloa, e lajando hs lengna« delios coa ^bcImm
t;ijaiiA& la.1 r;ru':lir.#:nte, •: Sicauan lo« ojos dellus con vüas de fierro, e tajaaaa
U-n loa pi«-.4 »: la.4 uiar.o) con 9rrj^iir<^8. Paes asy es, bieoaaeatorados aqoeil<:>a
i-irociM *: di^nos d«: toda rrc-iiereD';ta cod coraf;OD firme x^y cotamo coBoidadoa
/ Kl h>;List •i>.-Iiip:hr 1 •|iionim : .^il. moaachonun magiuuiiiiücu et furctsiiiJo
Ki'.iMu tvfAfin-) Il/Tja»: iiiira'Mil'j vi-a.e «unt
/. i -• 'i^iv !•>' tuat'-ri •ii''li ill<n iii:^.-t . nicht im Sinne von tuCen. don<Iera
hnii- n M-hl.ii.'.-r, : .la—Üj»- ;rilt v..n di-in ;rli.i<h r'-»! >:»'!» 'Ion niatadorei: Cfta!«nte«.
Z. 1 •-• f I'"j-r.jiiArii aiit<rii vi-lit ».«>» i-m-l.^litor plAifls lacer&toi*.
/' •''■ Itt' f a!..; a'jj v;»:ltu»:hr: iiiinmicatLN tnembrorum decrancmb«iu.
La eatofia del rey Auemur e de loeaphat e de Barlaam
3(33
a coiuer tto llegauan varoDÜtnente a tos lormeotos, eoforgando vnoa a otroa a st
loismos e lleganLcs syn miedu a la iBuerte por atnor de lesu Christo. Fiies asy
es, loa saDtuB ermiiafiüs perseuerando en tan duros tormentos dieroD laa almaa
al Boäor, el cueoLu de loa qiialea eraa XVII.
Q Capituto XXVIII**. De comma Naohor ae enfiitio que era Bariaam.
Et estaa cosas acalmdaa piadusameote, dixo el rrey a Aracbi 8u consejeru:
pnes ol primero touseju es vano, cata el aegundo e pregiinta a Nachor. Asi que
Arachis t'ueae de nocho para la cueua de aquel ; ca tuoraua el en tua deaiertuB e
trabajaua por artes de adeuinamtento. Eston^e manifestados a el todua loa eoii-
aejus, tumose gran luaäana para el rey, o toiuados ood de cabo los oauallos ea-
fiäio quti auia a buscar a Barlaaix). E aaliendo el e yeodo arrededor de lus
deskrtoa, aparesyiole vn varoD que aalio de vn valle. E pregantando el quteo
faese, e de que ley, e coiniuo ouieae nonbre, llaraoae cbriatiaoo e Donbroae Bar-
laam, commo era ensenado. Eston^e ArachJz Ueno de guzu, segund pares^ia,
tornose muy a piieaa e viato es entrar al rtty. E diso el rey, uyeoda todoa los
que eatauao y: tu eres Berlaam labrador de loa demonios? E rreapoodiu el: so
obradur de dioa e oün de loa demonios, e non me quieraa mal dezir. ('a mucbas
gra^iaa ine deties fazer, por que eneeiie a tu fijo onrrar a dios e afcytolo de
tuda ferinusiira de uirtudea. E dixo el de [fol. 158] cabo aay coiumo aaiiudo:
derecburera cosa seria que tirado el poderlo del serwoa e de la rrepueata fueaes
dadü a la muerte syu ningana preguota. Mas aufrote por la enfermedat fincada
en d oaturaliueDte, e eavodriiiare de ti faata el dia eatableavido. E ay me obe-
desyterea, aueraa perdoii , e sy no» , percAyeraa malameote. Fablando asy diolo
a Aracbi e luaudule que lo gtiardase deligenteuietite. E el dia segiente leuautose
dendü e torno al su palaijio, e f'ue fecba fnma que r^ra preso Barlaaui. E vinu
la faiua al fiju del rey, la quäl coaa commo la uyeac. tuocbo se dolio eo el
oora^on e non podia teuer laa litgrimas, e rrogaua a dioa llorando e gemiendo e
fazieodo oragioa, e llamaualo en ayuda del viejo. Maa uoa lo uienoapre^^lo niu
lo doxo atormcntarae mas alongitdaweute el dius begnino e inisericordioso, el
quäl gelo tizo aaber a loflafai por viaion de la noche e le dio fortaleza e eafor^cdo
para fortaleza de piadat e diole fiau^a. E fallo el au curagon Ueno de gozo e
du tiauga e de lunbre muy da\^G , el quäl ante vn poco fuera triste e Ueno de
dolor. E el rey aeabandu asy estaa cosaa e peusaudo alegrauase, aamando qae
auia proueydo bleu, c daaa graudes gra^iaa a Aracbi.
Q Capitulo XXIX. En oommo el rey rreprehende al fijo que flie enganado de Berlaam.
Et despues de dos dias fuese el rey al palavio de au fijo; e commo entro
non lo beso oommo solia, mas asy commo safiudo cntro a la yazida real e poaoso
triatc. E Hämo al fijo e dixo le: mi fijo, que fatua es eata que sono en las mis
orejas e de loa feohoa quema la mi alma. Ca nuuca niogund omne eo oiogund
tienpo fne tanto Ueno de gOKO eu Dasgenyia de fijo, segund yo cuydo, commo
yo en la to naa^eti^ia; nin cuydo quo de cabo fuo tan triste^ido commo tu me
ocbaate en tristeza c deaourraste laa mis canas e tireste la lunbre de los mis
Z. 91 f. Vielmehr: scd sutVeru te pruptcr naturnicm mihi insltam humanttatcoi.
3<>4
Friedrich Laachert
ojot e mMeat« Im faei^as de los m\» nervios. Ca el temor qae aaia de ti vino
ae e acaea^iome lo qae temia. Por coosejo de mo^aeto oyendo las palabraa de
loa eugaüoaoB, e el [fol. \bS^] cooaejo de loa mal sabidorea abantponieDdo aJ mi
consejo e deaanparando la onrra de nueatros liioaea, aeroiate al dtoe ageoo ; e el
que cuydaua criar e eD^imar coo toda guarda e aiier por bordoo de la vejex e
dexarte fortalesa del regno e aocceaor (ua)' bueDO, e noa oaiate vergnen^a de
nie denoatar eo ti aqaellas cosaa qae son de loa enemigoa. E ooo te conoesia
luaa obedea^er a mi e aeguir laa mis ensefian^aat qoe de] enganoeo Tiejo e pe-
drtdo oyr a la laoura e a las fablas loas, amara te por cosa dal^e qae ledya»»
la TJda e por deleytes xnncbo amadoa, e qttiaiate maa aadar la carrera dam e
aapera la quäl mando andar el fijo de Maria. Maa agora, fijo mnebo aajkdo, oj
me e veo de laeüe, partiendo te deatoa desacordatnieDto«, e aacrifica a loa diosea
piadoBos e manaos ciento toroa, av loa podieremoa amaoaar qae te dem perdott
dtl denaeato. Pue» asi e^, el rrej deziendo machaa coaaa Tanaa e eaearaei^^*'*
Im ooeatTM coaM e eaquinando laa e alabaodo loa ydoloa, veyeado d Wiiybp
Mttto qne non conaernia teuer el fecbo eo aacoDdi[d]o, bm aate ea aaitffltto •
eo alto, por que [aea] fecbo maaifiesto a todo&, ll«no de fiao^ e de iimeaa tB»»:
lo qoe contra mi ea feeho, mi padre aeüor, aoaca lo »«gare: oorri por fajr d«
laa tiniebraa a la lanbre e deaanpare el herror e liefe ne a la Mrdat e ire— yie
a loa demonioa e fia pleteaa^« ooo lern CItfialo fijo de diM padre e pelakn, por
fl qaal toda eoea ea fecba, el qoal fonao el oaae de liao da la ticfTa e Aole
▼ida • paao le qae eoaMcasM ea el panyao de loa ddcylea e aea dfaaapaie
Mtmal deaitate al laaadado dd e aftaiBdo a la aacne e aeaiaiMe al padote dal
diabb rreetor de laa ttaiebrM; bm el fasedor de toda criatea e criador del
banaaal lia«ge qaaneado adaab^ k» a la earra [foL ISS] aai%aa faiiBaJn tadaa
laa eeaaa feeho « eaae por aoa aae^ide de la ärgern eaata. BMte laato Maauae
par qae M ealtaaa el ae&orio del peeade e fbeae deaoajda le priäefa eoadi
aagloa e Im paectM de loa ^ieloa m aoa abcieaco eoa de eabe. Ca el ea vida
fefftaiaia e eea|a]ocla de tedaa na eeoM danaMea. ^^m aa^ ea, eesMO sa
fMMa 4e kieaee laa aja coeata tealeatM a aa. e per foe era Anda da b
■wiidaabia aala de Im deBcaiaa, eapoo dallaae pM ^oe patdia la «idida da
la » alaa, per ^m ta mi aeier e padk« aoa etee pargieMM de lalM Meaea.
Eapare mgaaa a dlM aaa faedMdo ^aa M ttailMf a ay. PaM a^j ea, a^
dalabMB
Z. sc al «i cea«.] ia 4.
Z. *. 4ra«rter] la 4. Bi
^ m haariBB «■at, aoa aciii
Z. 9t CaAAar: te.: «mm
cl
, ■■• 4eaie«tan
tac^la ae.
ft p«
l> ts. • •s^«laea4* §••] am 1
Z. tX. %aiaal <esiea««] V al
■•I •^cdcaicate?
La estoria de! rey Anemur e de losaphat e de Barlaam
305
Q Ctpitulo XXX. De commo rosafat se esfor^aua a amansar la saiia de su padre e
conuertir lo a la carrera derecha.
Et ei rey despucs que oyo todas eatas cosaa luego es mouido e arrebatado
por aana noD coopreheDdible e fablaua le aadoBamente e amargo eometio en-
eaüandose cod dientes e commo aarmdo dixo: e quien fue a mi fazedor deatos
tnales sy non yo luisioo qae te aay ordene e tales cosaa te fize quales Duuoa
fizo padre a fijov Pues asy es, por ineresgimiento en la tu nas^eafia dexteron
los estrolHgos qiie aaies a seer mal varon e mal deziente e non obedes^ieDte al
padre nin a \n madr«. E agora ay ooa obedea^ieres al mi consejo, e te partieres
del mi afijarDientn, por padre fecho eoemigo t'azer te he aqucllas cosas las quales
BOn demonstro ninguno a los enimigos. E enton^e rrespoodio losafat: 0 rrey,
pur que eres asy en^jendido e te contrtste9e8 [por que yo] so fecho pargionero
de talea [bieneja? e quaj padre nanca pares^io tristetido en la |fol. ibd^j bienan-
dan(;a del fijo, o comrao ya el tal aera tenido por padre e non por enemigo?
Ca desde oy m.ia non te llamare padre, mas partir me be de ti commo atgunu
fuye de la serpient», si te entendiere que as enbldia de la mi salud e me costri-
nieres a la perdit^iou con mano for^ada. Mas endende padre e sagnde de los
tua oJoB ta btancura e la oacuroldat de los ojos de la tu voluotad. Pues asy es,
por qae asy non sanamente tienes e defiendes por manera de florea del ynaiemo
la gloria qae se a a eeoar e peresgedera e lo» deleytes aborresfibles e fedientes,
las paelones muy auzias del vientre e de ao el vientro, los quales por rienpo
alegran los sesoa de los locos e despues dan galardones mas amargos qu^ la 6el.
Ca sy las presentes alegrras non eaperasen la perdiQion e el decorremiento, mas
ouiesen a fincar perdurablemente cou sus senores, nin aun asy non cunueroia
[a]b[ant]potier estaa cosas a los bi[enes] e dones perdarables de lesa Christo.
Ca quanto el sol es mas rresplandes^iente e luzible qiie la nocbe, tanto mas los
bicnea prometidoa a los amantes a dies son mas glorificaderos 6 engendraderoa
que todo el regno e la gloria terrenal. E por que todas las cosas son decorriblea
e corronpibles e pasan asy oommo Vision e aneno e sonbra e peres^en, e maa
es a creer el viento non estante e a las pesgadas de la naue decorrientese syn
gouernador, qne a la bienandanga de los omnes, e de quanto non aaber e locura
es abantponer las cosas corronpibles de locura e mortales e enfermas e äaoas a
las cosas non corrunpibles, pcrdurablos e syn cuenta e non mortales e tenporales,
e seer priuado del rrefrigerio non tomable destos bienes por fartura de aquellas
coaae. 0 padre, non entiendes estas cosaa, non pasaras las cosas pasantea e te
llegaras a las cosas fincaderas, non abantponiendo la morada a la pasada e la
luz a las tiniebras e la vida perdurable a la sonbra de la muerte? E el rey es
[fol. 160] maranällado e lUno de saüa tanbien por el entendemiento e por las pala-
bras del mo^o, a las quales non podia contradezir, commo de que non dexara el
SU fijo niogtina cosa que pertenesfiese al destruymiento de los sus dioses, mas
toda la vida dellos aya denostado e escames^ido. Enpero non entendio la clari-
dat de la palabra por la vanidat de deotro de las tiniebras, e non pudo ator-
Z. 17. enciende] in d. IldAchr. catiende: aed potina IntclHge.
Z, 18. la blancnra: albaginem.
Z, 36. pasada] in d. Hdsdir. ron anderer Hand ein 3. S eiugeßgt.
3^>^
■II 111 11 1» « fner le tigmai mal por d
§mmt e Cx«: o Baaca fmtwm u^cidk» ■!■
e ■■»■wimiiiii'i» pAdenaL Ca >t bob fwra ohndkm
a^ndaUe a Soa &Mea. afecnaeaiauuli» te |Mi»»u 4e
«anriebe.
M rqr pv
£ «I pa4re i»FaiBiiiido e dcxM»4o eata« oo«a» c«x saia. cosz* «i ^m ca 2a
«I janäa e «n al^^ado lo§ o>m al ■■ avadador drnmä»: accnc ai Aa». 4d
aho van/^Km JJMMut. «pcra»^ da^« e proai&Bkaco rodadenk. la reä^^ de laa
fvreatef a ti. rte 2a wue^äoa dd ai «nmcoa coa o>» %nira>n e waiiBB. e aaa
■e deaaapa;«. Ca ta dacido las fs«rtas. Vw caf«r«oa ae faan fastea Ca ta
•cpIo «RS a jadador aoa Kf&nbäf e dkw aiif riini tiinia~ d ^aal Watfiae
isa. ^Sortficadero pan sicapre jaataa. amtm. E aar oraaid» amö» ^
drcaal aMx dt»(?«&io «a d ta cocatos. e Deao de firsea ptiwwiia aada la
M»<the ca «vafioa. E d rer faikadolo aaber a AiacU ai ammg» It a diea i
dd aMV> e ^aifieauiol* la rotsa'^ aoa sadaK«. t«»» eeaMna dd de
«08 d asa^ACBeate e Bacjaaeate aaa qae cradBcate e arTnaBÖeaae. e
aario por faia^ sTeatoL Aar qv ttm> d rrr d d^ frpesxe [iiL £<ü: K a2 lg»
t proao {erea e liamolo e dixol: p«r ^ierto. fi;o. c»>aaeüa:e obc^deacer a Im ■■•
saadadM es. u^ia« «««ac. Mas por qae esuad» dzro e u» o>i>if.dkBtiL caa
■«n.:« ■* coaaaitcase qs'erieado Caaer aas ia n T'>!iatad qae 2a ma. a
qae aarat^-acaLa la por€a e U eoacttr^U raaa ea rao deso» äo^ai- a ^
E p4rT q-x B^rtaas d q-sal :e ea^io 70 lo t^zgo preao ea fteiro«. aj—ire la
ftaa y^fca e ;r>i^j« I«'« ^alH-^ss e ajüsa^ar los be «a rso e azaaiiarf a Jos pre-
^•>arri>i Ilasar aurJ£-<-«:,ic:^EL*.e qc<e ^>c ^er.a rlsz*:» -finriir^^. ».as tk?*k« ae
a^jT^fi >jr m^i^'t. L itj p^cjar<-=>>f p>:r p<^csaaa5«ss*> etj^nziaL o:a «t raroa
Barlaaai. o ro§ aK'>r**:a--i> z<r« a::*r*d*» !-• qi* d«*fAi«». o aiL*M«ssa'$a« ce
n/j* tozitezrA d* ^n,lo oh-e^iwjrr a I.>s c-«»tr*>* zi^L-iaie^ Mas *I 3ua<>ilw
sabio. tC!:'^:*td> li f-iLiri del r^r jor la t^soc d*E:o«Rrwa a el. £xo: aea
U^iha Li '.ol-^'i'i <i*i vi>r. e isj cjxr- =:a£'ia5:e. e «e «loe baeBii> ? d»s
q-iirra :^* 10- <i-:*:ii*i:L'.* d-r Ia ver»ia:. Ca e- cl ci La aii alxa. e d aaa
zL^r^-ed «ir :i'. ilcv.i.r^ ya n:a:id» rl r'jv «er ail-r^aivs lO'i:-^ lo* pfc>J»io*«» e
Los thrtad ISO I. ftc-Ufis jls ".•etriÄ a cada logar e jj« pre^>=<PM laataa%it» por
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Lir^riri ~a^ 1.1J :. i-.j rz rro *^^-inin*c:r v-rc^ii' a iz»5ttii;»;wa »ai^i^iera de
\\ 'if:"i\i •:•? ^ni.- * ;>:: ci-scri'.fd» coa ei oib^dwLo e pria«;ip< Berlaanx: e
!T::.r>b.Ti:-:c:-r i.« •.■*.:fi'.* e Vi a^iarJa.i-:r«es <:■? !■>* Td:Lv* e salKc« de «M
Ca.dr:«.« r d* :. * Yctio*. :■:* -ri^'-r» ;o'Ü-r:an *e»*r la-Iaivr* ea coco a^aei cefSao:
K .lii... •.-::>* i^-.r-rroi ■» saz-.* e -ii^-t :■:•««. A«t .le vioo al rey sraa Kack«-
•iii'.re -i-r li 5- «<-.ta !-:s<ija:::I;5ad*n. anu de !•>« ehri*nAc<» rao es tallado w>V»
Tiairzv kz *v::.i '-■* i.q--*! .*-» ':;7da:a q:ie era F^riaax. p«:r el noabre de
1'.\:i^.'l'.x». E ::■♦ orro* t-t"-?« xr.Z'^v.'.-i fraa de La Iseira de Nj« pra';ip<». los
Z. 4 : TT..* » z 1 •; r •. j . iz i. U is«:är. t a » *.
La estoriit del rey Anemur e de loaaphat e do Barlaam
3ti7
quales eran rouertos por las ^iiidadeffi e otros ascondieron se en los montes
ffül. 161] 0 eu las cuouaa por temor de loa males pare8<;ieiitea, e non oaaaan
pnres^er cq plaga, E el commo fuese solo, eatudo fuerte en so cora^ou at tra-
bujo de ia verdat.
Q Capitulo XXXII. Commo Nachor llamado a1 consejo por su consejo es preso e
• entazado.
Et Cßtandü el roy en su eatedra alta, maado poaar al fijo. E el por rreue-
icii^ia dol padie e por onrra quiso lo farer, mau posose eo tier[r]a (iotca del, £
estando aay todoa diso el rey a los sua rre(c)tore8 e filosofos, mas de uerdat
ODgafiadorea del pueblo e locos del cora^oo: ahe qiie vos acaeB^e cooticnda e
^randeza de trabajo; ca de dos cosas es a fazer oy la voa: o los tenientea Ia
nuestra carrera contra Berlaam e aquellos rreprehendedores que aon cod el aue-
redes grao gloria e onrra de oos e tuda la conpaüa e seredes coronados de
corooaa de ueugiiuieutü; o aobrados con toda coofusion aeredes dados muy mala-
meote a la louerte, e todas las voestraa eosaa aeraa dadas al puebto, e qae de
todo ae deatruya la vuestra rremenbran^a de la tierra e loa vueatroa cuerpoB
dare a las bestias a tragar, e los vneetroa Hjoa condenar los he a seruidunbro
perdurable. E seyendo estas coaas dichas dol rey, dixo el su fijo: o rrey, de-
reeliura cosa JQZgiicste <iy ; estuer^e te ol seüor eata tu voluntad; e yo eso mesmo
djgo a un inaestro, E torDandu se dixo a Nauhor: aopiste, Bartaam, cn que
gloria me fallaste e en que deleytes; mas por muehas palabras ainoDesteate me
que me partieae de las leys del padrc e de laa ooatufojbres e aemieae a dios
noD conosgido, e trayda la mi voluDtad por promitimieuto de vnoa bienea non
fablablea e perdiirablea para aeguir las tua enaenanvaa e encrueles^er a mi padrc
e scnor E agora pensa que eataa asy commo en alabanga. Ca ay vin^ieres
est» lucba pares^iente deiQOstra[u]do seer verdade[ra8] lau tua enseüan^^ias laa
qualea me [ensjeneate, e rrepreodieudo a los errores los [fol. 161''] qualoa lidiaran
oj contra nos, e tu seraa glorilicado maa qae todoa quantoa fucron en algund
tienpo e seras llamado predicador de la uerdat, e yo lineare en la tu dotrina e
aeruire a lesu Christo fasta la fin de la rai vida. Mas sy seyendo sobrado por
verdat u por falsedat me esttidieres oy fazedor de confustoD, luego vengare el
Uli denuesto eu ti» o con niis maiiuB aacando el tu cora^on e la loogua^ darlos
he a comer a los canea con todo el otro cuerpo, por que aprehendan todoa los
otros por ti que non prcauinan poner en error loa tijoa de loa reys. Oydaa estaa
palabras fecho es rauy triste Nachor, e vlendo que el miamo auia caydo en la
cueua que fiziera e aeer preao cn el lazo que abscoodio e el su cocbicUo cntrado
en el su cora^oo. Pues asy es, pensaudo en si mismo cono8<;io que le era mejor
Ilegarse al ßjo del rey e defender la su parte por que escapase del poligro apara-
jndo a el. Ca sabia que muy rrafez serfia] pueato a tormentos sy vn [po)co le
feziese en saiTa. Ca todo se fazia pur prouidenvia diuinal [a]uu dcfendienie sabia-
uienle las nuestras coaas por loa auersarlos, Eo manera que venieron a palabras
los vnos e los otros, los oorradores de los ydotos c NaG[b]or el qua! semejaua a
Z> 9. TreetorcB eorrigtert aus rrctorcä: rhctoriboa.
Z. 25. eo alnbani'a] I. en balanea.
Z. 40. ca todo . . . prouideiK.Mo] «ra Rande nachgetragen.
Z. 42 f. MiBSTcnt&ndnis de« t'bersettcrB : et Nachor, quemadiuodum illc Bolaani, qo»
sub Balach aliqnando malcdicerc Israhcl proposaerat.
368
Priedriob Laaohert
Barlaam, el qaal Nacbor aoia propuesto a las vegadas mal dezir a Israel con-
trario a loa filosofos. Puea a«y es, estando el (rrey] en el trono e an fijo («rc*
del, commo ya diximos ante, e aun estudieron loa oon sabios los quales aey ]
commo cocbiello aguzaron las lenguaa para deatrayr la verdat. £ llegaron sa
pueblos syo cueoto a mirar esta contieada per qae aprebeDdiesen qaal parte
ven^eria.
Q Capitulo XXXIIL Commo el m'tsmo contra su proposito fabia cosas verdaderas de dios
e der error de los Caldeos.
EstOD^e vno de aqaelloa filosofos mas sabio de todos dixo a Nacbor: tu er««
Berlaam el quäl non asy sabiamente e syn vergueo^a das dennesto e tuda
desonrra a los nuestros dioses e adtixiste en error al tnacbo aoiado fijo del rey e
1e eoseiiaste aeruir al cru^ificado? E Nacbor catando a aquel filosofo qae ooa
era diguo en ningitna manera de rrespuesta, e fizo seilat cod la maDO qae callaae
toda [fol. 162] la mucbedunbre, e abrlendo la su boca asy commo Berlaam dUo
coeas que nanca aaia propuesto; e dixo al rey: o rrey, yo por proueymieato de
dios vin eo el mundo, e penaando en el (lelo e la tierra e el sol e la luna, ma-
rauillado so del afeytamiento dellos, e catando el mundo e todas las cosas quo
son en el por qae se mueren seguod ne^esidat, entendy el mouimiento, e el que
la sotiene es dios. Toda cosa que mueue a otra mas fuerte que la mooida, e la
teniente mas fnerte que la teoida. Pues asy es ese digo ser dios el qual est»-
bles^^io todaa las cosas e las tiene, el qua! es ssin comien^o e syn fin c dou
inortal e perdurable e non auiente mengua de ninguna cosa, e senor sobre todaa -
las pasionea e menguas, asy commo sana, oblidan^a, non saber, e asy de la«
otras cosas. E por el aon eetablesgidas todas las cosas, que [oon] a menester
de sacrifi^io nin de falagamiento oin de ninguna cosa de todas las pares<;;ientes,
e todaa las cosas an menester del. 0 rrey, manifiesto es a nos que tres linagea
a en este mundo de los quales son en nos otros los adoradores de los ydoloa e j
los ludios e los christianos. E coo de cabo esos que adoran los dioses son par-
Udos en tres linages, en Caldeos e Griegoa e Egip^tanos. Ca estos fueron mae-
stros e principes a toda» las otras gentes en la oorra e en el adorar de loi
mucbos dioses. Pues asy es, veamos destoa quales son los par^ioneros de \M*
erdat e quales los del error. Ca los Caldeos non eoDos^iendo a dios onrraron
eapues de loa elenientos e comen^aron onrrar mas la criatura qae al su criador,
de los quales faziendo vnss ymagenes nonbraroD las ßguras del (;ielo e de U
^Jj^tUL e de] mar e de[l] sol e de la luna e de los otros elementos e ianbres, a
ruido los eo lo« tenplos adoraron los por dioses, llamando dioses los qoe4
'guardan deligentemente que non los fürten los ladrones, e non entendieron que
toda cosa que goarda es mayor que la gnardada, el que faze es mayor de la
eosa fecfaa. Pues asy ea, que digo de los elementos? Ca los que dizen el ^ielo
[foL 162^] ser dios yerrao; ca veemos que es voluible e mooido segond ne^esidat
c Mtablcs^ido de mucbas cosaa. Ca las eatrellaa por orden andan de logar a
logar e de seHal en seüal, e agora se amatao e agora nassen, e segand los tienpoa
Mj andan el camino por que acaben el estyo e el ynuiemo commo es ordenadoJ
~ ellaa de dios. e pasan aus terminos segand el menester non escusabie con aI (
Uimiento celestial. Onde manifiesta cosa es el ^ielo non seer dios mas obra'j
9 f. e la tenionte . . . tcnida] am Ruidc nachgetragen.
La efltoria dcl rey Anemur e de losapbat e de Barlaam 369
de dioa. £ loa que caydan la tierra seer dioe erraron; ca veemoe qiie safre
desueato de los omoes e yazer caoada e derramada e feolia syn prouecho ao el
aenorio de loa orane». Ca ay aea toatada dei faego fazeae muerta, e ay vxx poco
aea m&a derramada corroopese e ella e los n-uctos aon acogeados de todoa loa
omoea e laa aoimaliaa. £ encoDaae por aaogre de los tnuertoa, e ea cauada, e
es fiochida de muertoa, u es fecba arca de loa cuerpoa. E eaUs cuaas aay aeyendo
noD ae sigue quti la tierra aea deeaa maa obra de dioa para prouecbo de los
otnoea. E loa que cuydaroD el agua aeer deesa erraron. Ca ella fecba ee a vso
de loa oinDee e es aometida al aen[nJorio delloa, e ea ensuziada e es oorroiipida
e es modada e ennegrea^eae e ti(e)i!e8e pur colorea e gelaae con el frlo e en*
conaae con caletttaras e ea tomada por laaar todaa las auzidadea. E por ende
DOD es podible el agua aeer dpfejija, maa ea obra de dioa. E aqaelloa que aam&n
el fuego ser dioa yerrua. Ca el fuego fecho ea a Ofio del omoe e ea aometido al
aeäorto delloa e ee leuado de logar a logar e ea eo^endido para eozer las carnea
e para qaeiuar loa cuerpoa de loa maertos, e por muchaa tnaoeraa ae corronpe
de loa onines e ae atoata» Por la qua! coaa non es coniteDible de aamar el faego
aer dioa, maa obra de dioa. E loa que cuydan el omoe aer dius, yerraii. Ca
veenioB que ae mueue aegund menester e criado e enueje^ido [fol. 163] avn que
DOD quiera, e por oierto alegraae a las vegadaa. e a las vegad;ia ae entriate^e, e
a meD[e]ater de beuer e de coiner e de vestir, e avo aaiiudo e enbidioao e cob-
diyioao e rrepentieote ae e aaiente mucha« niengaaa, e aan corroopeae por mucbaa
maneraa de loa eleDaenCoa e de las animaliaa o venieodo a la oiuerte. Puea aay
es, non conuiene al omne aer dioa, luaa obra de dioa. Puea aay ea, per grran
error erraroQ loa Caldeoa deapuea de Im Btie opioioaea.
Q Capitulo XXX e quarto. Del error de los GHegos e de los Eglp^tanos.
Veogamoa agora a loa Oriegoa por que veamos que aienten de dioa. Ca los
Griegos deziendo que aon aabios aon fecbos locoa mucbo peor que loa Caldeoa,
entreinitieiitea aer fecbos mucbos dioaee los vooa maaloa e las otraa fenbraa, faze-
dorea de todoa pec(o)adoa e todaa maldadea, e aaieutes loa por abogadoa e pa-
drones de la au roaldat, que fagan fonii|ca]5io[o] e rroben e maten e fagan todoa
loa malea. £ aditzen ellus ante todoa los dioaea a Satumo e a eate aacrifican
loa aus fijos, cl qua) engendro mucbos movos de la culpa e enaanandoae cotnio
los aus fijoa. E avu otorga[i]] que lupiter le tajo loa mtenbroa yaroniblea e que
loa ecbara en el mar, oode Venus que es dicba voa deeaa por fabliella ea dicha
aer aas^ida. Puea aay ea, atando a au padre lupiter (e) ecbolo ea el intierDo.
El aegundo ea dicbo lupiter, el quäl dizen aaer aeydo rey de loa otroa dioaea, e
aer traaforaiado e» laa aoimalias por que fezieae aduliterio con laa mogerea mor-
talea. E avn enduzen este aer traaforuiado eo toro por enrropa (1. Europa) e en
oro por Dane e en (iane por loda (1. Leda) e en aatiro por Etiopa e ea rrayo
Z. 4. Vielnaehr: concolcatnr ant«m (acil. terra) ab omaibua homLaibiu . . . Vor-
her: corrumpitnr et ip«ii et fracttut eiua.
Z. 9. In d. HdBchr. eofuiiada.
Z. 11. todas für Witu.
Z. S8. scr dloij tu d. Udaehr. dias.
Z. 31. todug \ua malesj m ij< Qdscbr. todas; loa aiu las corrigiert.
Friedrich Laocbert
por Semela e asy aaer eogendrado machns fijo8, a Libero e a Zeto e Anphion e
a Ercbules e Apolineo e a Artetnia e a Persio e a Caata e a Palagio e a Elena
e a MJnoe e a Bradimacorto e a Sarpedoo, e [l]X fijas las qaale« Uamaroo nansaa.
[fol. 163>>] Desende endazen a ßanimede. 0 rrey, puen asy es, acaes^e a los
oiunes semejar todas estas cosaa, por que sean fecbos aluergadorea de adulterio
e de masloB e (de) aoabadorea de otras malas obras, 80gn[ti]d la eetuejao^ del .
8U dies, e commo es creydo el dies adultcru e sodomita e parri^ida. Commo
eDdugan estaa cosaa, e avo vn dios aner seydo qoe dezian Vultario (L Valcano),
e este aoer seydo cozo e tenienle el mago e las [tjenazas e buaante la arte de
le ferreria por ;iuer de comer. Pues asy ea, pobre era e coxo, la quäl cosa oon
conuiene secr al dioa. Desende eaduzen al Merciirio aer dios cobdigioao e ladroa
e auariento e mago e tranieso e entrepretador de las palabras; mas dod conuiene
al dios ser tal. E aun eoduzen Asciepio aeer dioa menge c coofii^ionajite a xaropea
e conpoDieote eoplastros por auer de comer a aun sofria mengua e a la postre-
meria murio ferido de lupiler cuo rrayo por el ßjo de Dario Lagedonio. E Mars
es eodiizido auer seydo dioa batallador e zelotes cobdiyioso de oaejas e de vnas
otras cosaa, e a la postremeria (que) por el adulterio fecho coouino (1. con Venaa)
auer seydo ligado de la cobdi^ia que era dee(s)8a mny inas peqaena e de Uul-
cano. E aduzen a Baco aaer seydo dios faziente fieatas de noche e maestro de
la enbriaguez e arrencante laa mogieres de los ^ercanos e aaer seydo saxiiido e
fuydero, e a la postrimiria rauerto es de loa prin^ipes crnelea. E endnien a Er-
coles Beer dios e auer seydo enbriago e loco e auer muerto loa suyos e a It
postremeria aeer rauerto consomido por fuego. E aun enduzen a Apolioe auer
seydo dioa enamorado e trayente arco e carcax, a uezes ^itola e aria6l, e adeui-
nante a los omnes por aaer algo. £ aun endozen a Diana su hermana aner seydo
dee(a)sa e ca^adera e auer auido arco e carcax, e est» auer audado sola [fol. 164]
en los montes con los canes pur tomar la ^ierua o la cabra. E dizen Venns
aaer seydo dee(8)8a e fornicadera. Ca u las vegadas ouo por fornicador a Mars
c a las vegadas a Ancbises e a laa vegadas [a] Adonides, la muerte del qaal
aan llora demandando a su amigo, la qaal dizen aun auer degendido al infiemo
por qae rredemieae a Adonides de Persephona. E aan endazen a Adonides aner
seydo dios cagador, e eale atier seydo muerto por fuer<,'a llagado del puerco
moQtes e non auer podido ayudar a la su mcsquindat. Todas estas cosaa [e]
mucbo peores enduzen los Griegos, o rrey, (las cosasj de los sus dioses, las
qaalea non conutnto dezir nin traer en memoria, donde los omnes tomando ocasion
de los sus dtosea acaban toda maldat e luxuria e crueldat e enanziando el ayre
(d)e la tierra con sus raalos fecbos. E loa Efjip^ianos seyctido maa traydores e
mas locos que estos erraron peor que todos. Ca algutioa dellos onrraron Im
ouejaa, e algunos el cabroo, e otros et bezero e el puerco, e otros el cuerno o
el a^r e el baetre e et agaila, e otros el gato e el cao e el lobo e la ximia a
el dragon e la aerpiente, e otros el ajo e la gebolla, e los otros las espinaa e
las otras criataras.
Z. 2. Castoreraqae et PoUucem.
Z. 3. Der Name Rhadamanthys auch im Lat. eatatelit: R&damioortmn.
Z, 9. ma<,":o] in <1, IW&chr. mogo.
Z. 1 7 f. noTiesime vcro adulterio perpetmto cum Venere, ligatum eaae ferant a panrorl
Cupidine et a Viilcano,
Z. 84. ^itola e aHafil] lat.; aliqnando vero citharam et Ubi&m.
La entoria del rey Anemnr e de los&phat e de Barlaam
:ni
Q Capitulo XXXV. Det error de los ludios e de la verdadera fe de los chrJstianos.
Rey, vengamos agora a los Indios, por qae veamos qae slentan elloa de dios.
Ca eatos veoiendo de la genera^ion de Abraham e de Ysac e de lacob moraron
en Egipto. E aacolos dios dende con iiiano fuerte. Ca miichas vegadas seraieroa
a los diosea do las geotes e mataron los profe(c)ta8 e juatos enbiados a ellos.
Desende despiiea qae plogo al fijo de dioa que vcüieso a la tierra, negando lo
dieron lo aPilatua mayoral de loa [foll6'l'*] EomaDOs e crngificaroo lo qod arre-
meiibrados de 1[o»] bionfecbos dol e de loa miraglos syn cuetiia los qiiales obro
eotre cUos, e pereavt<?ron pur sa maldat. E agora(n) onrran a dioa sulo poderoso
de toda cosa, e non segunt ayienf^ia. Ca niegan lesu Christo ser fijo de dios, e
Bon aetuejables a los gentiles, mager que aean vistos algunt poco llegarse a la
verdat de la qaat se alongaroo ellos miamos. £ estas cosas dichas abasteo de
los ludios. Mas los cliristianoa son dichos de lesii Cbrioto. Ca asy es llamado
ei fijo ile dios mny alto, e) quäl des^endio del fielr» por la salut de loa onmes e
nas^io del spiritu santo « la entegridat de la madre tomo carne e paresgio a loa
omnes pur que los rreuocasc del error de loa mucbos dioses. El quäl por mara-
aillosa dispostgion tomando la muerto por la cruz, de sa vohintad rresorgio
despues de tres dias, e conuersando con ellos por qnarenta dias subio a loa
giclos. E ouo XII desglpulos los quales despues del su tornamieintu en los yieloa
salioron en toüas la« proui(e)ngia8 e ensenarot) la grandeza del. Onde aan los
que ministran ta jusrigia de la pridicagion del son ll.imados christlanos. E estoa
son los que aobre todas las gcntes de la tierra fallarou la verdat. Ca conosgcn
al dios criador e fazedor de todas las cosas en el tijo Toigeoito e apiritu sauto-
Ca verdadera es carrera de la verdat, la qua! a loa andantes por ella adaze al
regno perdurable e promltido de lesu Cbristo en la vida avinidera. E por que
conoaeas, rey. que non lo dlgo de mi mismo, ley las eacripturas de los christianos
e failaras que non dixe coaa fuera de la verdat. Por la quäl razon fuelguen loa
tus aabios locos fablar cosas vanas contra lesu Christo. Ca conuieoe nos onrrar
a dios criador e entender con orejas las palabras non corronpibles de aqnel, por
que esquinando loa condenauiieotos e (os tormeutos del fuego non amaiable me-
rcscades ser ber(r)ederoa de la vida perdurable.
[fol.1601 0 Capitufo XXXVI.
De la fln de la qulstion m la quäl Nachor vengio a
todos.
Et despuQs qae Nacbor dixo estas cosas, el rey engendiose por sana, o los
rre(c)tore8 del o los sagerdotea de loa ydolos estauan mudos, noo podientes con-
tradezir, sy non que dezian algnnaa palabras enfermas e de ningund tnomento.
E et fijo del rey alegrauasu por apiritu e con cara alegre glorifioa a dios, et
quäl dio pasada en el logar descarrerable 3 los fiantes en sy. Ca por el enemigo
de la verdat defiende la verdat, el pringipe de error es niostrado abogado do
la palabra derechurera. E el rey mager que el fuese sanudo cnielniente de
7j. 15. Hier Ist etwas Basf^rallcn: de spirita aancto ex Maria vir^iae ab^quc virill
semlne et Balva matris intc^n'itAtc camem suscepit.
Z. 37 r. cl ipiulj In tl. Hilschr.: al qaal.
372
Friedrich Lauchert
Naohor, enpero non le pudo fazer ningima cosa de mal, por qae delante los om-
DOB le mandara que con fian^a e ayn ninguBd miedo fiziese por los christianos.
Eupero el mncho cootradeziendo dizia por aefialea que diese logar a la iQatanda|
de disputar, pur qtie eemejaae que era ven^ido de los rretorea. Mas Nachofl
imicbo ae esforgaua sultando todas las coDtraridades del e loa silegismos e rre-
prebendiendu el amomestamieiito del error. C alongada la disputa^ion fasta l4
vieapra, matido el rrey que fuese auelto ei conBejo, asy commo ey quisiese otroj
dia tractar cod de cabo destaa coaai.
Q Capibjto XXXVtl. Gomma losafat lo lleua con sigo e nreprehendiendolo en poridat
faze gra^ias.
Et dixo el fijo a1 rey: aei'ior, commo de comieD^o mandeate aer fecbojuyziO'
derecburcro e jütstiyia, pOQle fin fazieodu de dos cosaa voa: o dexa a mi maestrol
fiocar conmigo eata noche, por que acordemoa en vno deatas cosaa que noa es
iDBoester cras rreapoodcr a loa Dueatros cootrarioa, e lu mismo toma a los tayoa,
0 peosat cosaa cuDuenibles a tos couimo quisierdes; o enbia los tuyos a mi ei
touaa el mio a ti. Ca sy todoa los touieres tu, ^ierto el mfo (fol. 165 *>] sera ea]
miedo e en trlbulagioD, o los tuyos soran en goto e en folganga; e esto non mi
aeoieja a mi ser juyzio derecbero , mas aer fuer^a de poderio e mala pleteanga.]
Aay que el rrey sobrado por la maDifesta^ion de la palabra e los aus 6loaofos
■a^erdotea tenidos coo sigo otorgole nl fijo a Nacbor, aun teDiendo osperan^-a
el e cuydaodo que gaardara las cosaa que promitiera. Pues aay es, fuese el fijol
del rey al su pala^io aay commo sy oaiese vd venfimiento canpal, trayendo con*
sigo a Nacbor. AI quäl apartando le dixo le: ciiydas que non ae quieu eres, ca
86 yo diligentemeaie qae non eres el santo ßarlaam» mas Nachor estrolago, e
marauillome cütntno entinipstes tal ypocrisia en cuydar que yo era tan <;;iego qa<
en racdio del dia tomase la oueja per lobo. Mas bien es dicba aqoella palabrftl
qae el cora^on del loco pensara vnas cosas [vanaa]. Pues aay ea, el vuestro]
peusamiento vano e esto consejo vano fae (e) de todo loco. Maa la obra que
obreate llena es de todo entendemiento. Por eude, Nacbor, alegrato. Pues aay
ea» do muchas gra^ias a dios por que oye eres fechu defendedor de la verdat
non enanzieste los tus iabros de sermones snzios e de eofinimiento eoganoso, ma
ante los alinpieste de los encGoamicntos, rreprebendieodo el error de los dioae
falaoa e afirmando la verdat de las enaeöangas de los cbristtanoa. E yo pune'
por te iraer cou migo por dos razooes, por que el rey tomaodote a parte dod
te posicsti a tormentos, por que non dexiste cosas a el plazibles, e por que te
dleae galardon deata grayia que oye obresre. Mas este galardon es, que te
apartes de la mala carrera e dealeznable, por la quäl andouiste fasta aqui, e qa
aades por la senda derecfaa e saludable, la quäl non por doo saber mas sabiend
e de tu grado mal faziendo fuxiste, aeomendandote a los barrancos e log
trabaoosos. Faes asy es, Nacbor, eatando [en] entendemiento entieode [fol. 166)
hre lodos au)a a lesu Christo, (e) por qite delante el gaoes la vida abscoodidl
1 ' 1 1 :; • I ivfas cosas decorribles e corronpibles. Ca non viuras por tod
'(>, mii.'i commo seas mortal partir te has de aqui antea de poco commo^
iiucbos quo faeroD ante de nos. £ mal sera a tl, sy Henando graue carga
1 fuerea alla do es el Jayzio derech urero e galardon de las obrma,
imero aquolla carga comme sea rrafez de dexar la.
La estoria del rey Aoemar e de loaaphat o du Barlaam
37a
Q Capitulo XXXVIIl". En commo Nachor conuertido por las palabraa de losafat se fue
al yermo.
Piie» asy es, Nachor ptin^ado cn el cura^un por estas palabras diso: 0 losafat,
bien dexiste. Ca yo bien conosco al dioa verdadero e el quäl non oiientti, por
el quäl soo ferh»« todas l:)8 cosas, e el jnyzio avenidero. Ca de muohas escrip-
taras 1» oy; tnas la itiahi coatunbre e la fuer^a del error viejo <iiego los ojos del
mi cor.'it.un. E agora pi>r la tu palabra echando la cobertiira de la eacureldat,
corro a la lünbre de la cara del senor. For auentura aura mer(;ed de mi o abrira
la piieru de la peni(e[i\*ia al äi«ruo icalo 0 rreutgadizü, mager a tut fuea visto
Don podible poder gaoar perdoia de loa uitH pecadoa, loa qualea aun laas ueoudos
que la arreoa dal luar; loa quates peque sabidameute e non por uon »aber de la
mo^edat faata eata edat. E commo el tijo del rey oyo eatas coaaa, uiao amano
enflamando ae por spiritii saoto escalontoae en el coia^on e eacomeo^o deacobrir
el peiiaauiiento de Nachor (e) enclinaiido a dcaperat^ioo e algar lo a la firmcza
de la fe de leau Cbriato, dizieiido: o Naebur, non sea a ti ninguiia dubda. Ca
escripto es: podible es a dios doatas piedr&s eapertar loa tijoa de Abraham. El
quäl pQT la gran peresten^^ia (I. preataagia) de benignidat abrio la puerta ^elestial
a todiia loa couuertidos, asy oon oegaodo a nJnguno el entramieoto de salud, luaa
rres^ibia luiaericordioaamonte los rrepeotieDtes ae. Ca por tanto es dado egual
giilardon a todoa e en la [lol. 166 "^J primera e en la ter^era e eo la aeata e en
la LX e en la XI ora, commo lo dize el aanto euangelio. Asy mager que faata
aqui ayas veje^'ido en pecadoa, raas ay te llegarea con buen coragon, aera« fecho
digno de la conpaüia de aquelloa loa qualea troxierou carga de la mao^ebia, de
la caleotura del dia, El man^ebo aatito fablo estas e otras coaaa mucbaa de la
peniten^-ia a Nachor env<^jeQido en malea, e promitiole rremlaion de loa pecadoa,
e promitiole auu qne leau Christo le faria manso, e ^erteficolo por mucbos en-
sienplus que ea aparajadc» syeupre para rresijjibir la peniten^iaj enfor^ando la au
nima liaca aay coinmo por vnas melezinaa estableeciolo lleneramente a la «anidat.
C dixo a el Nachor man amano : o tu muy noble enaenado begDinamente en el almft
e en el ouerpo por estos mlDiaterins maranillosos, peraeuera en biioiia confesion
faata la fio e dod la taje [en] ningtina luaoera ningund ti[e]npo del tu cora^on.
E yo yre demaudar la mi aalud e por penitenvia amanaar el aeüor. Ca da aqui
adelante oon vere la cara del rey ai tu quisierea. E asy el fijo del rey alegrado
muoLo 0 rrcB^ibiendü la palabra del agrüdablemente abra^olo e beaoto, e faziendo
afinüadamciite por el ora^'ion e comendandolo a dioa, oubjolo det paia^^io. E salio
Nachor, e pungado por cora<^on c corriendo asy commo ^ierbo fuese al yermo
muy alto. C tiego a vna caeua de vu mooge de onrra sacerdotal, do estau*
aacondido por el miedo del rey. AI quäl eate echando so en tierra lauo los piei
con lagriraas aemejando a la moger pecadriz del euangelio, e demandana el baa>
tiamo diainal. Pucü asy es. oommo el aa^erdote fuese Ueno de gra^ia diuinal,
entendio esto seer fecho diuinalmente , e Inego commo era costunbre bendezien*
Z. 17. propter aqmmiuQ beoignitad« cuünentiani.
Z, 20. primeraj in d. Udschr. priuuira.
Z. 26. In iler Hdachr. promitielc; iJiw erste Mal (in der vorhergehenden Zeile)
später corrigiert.
Z. 26. faria] 1. scria.
Somaniacbe Fonobnngen VII. OK
3r:4 Friedriefc Lsaeftatt
döto e ^iuenaa(ioU>, a la fin bantisolo cb wmbre del patbc e del ^ • «IrI «pirita
caaro. Aaj qae finco 5afthor eoa el Caafendo penirei^ia de lo» sm peeaiia« e besr
di2i«iid#> a dkM ei qaal non qaiere qae pereaca oini^ano.
Et en la manana qaando sopo el rey eommo era jdo Saefcor. desAiiH» de Is
(»sp<ran«2a qae teoia en el. £ reyendo los »na sabioa e rre{c)cnrcs asj taa raftm
•obrado«, estaoa'a) en graa faHea^emiento e eeholo« de la aa eara^ Um vwm
denotundo Irx por denaesros e aeormentando loa por desoarra. e a Uw octoa
aQDtados maj faertemente eon neraio«, e a lo« ocroa lacado« los ojoa^ E ei «i
parte eomen^ tonot(;eT la enfensedat de las fiores de loa dioses, nager qne
enton^e non aya qoerido eatar acabadamente con laabre de lesa driito. Cia
ayn los ojos del sa eora^on erao ^ercados de niebia eapesa de oaeueidat. Es-
pero ya noo onrraaa los sa^erdotes nio fazia las fiestas, e noa daua sacrifi^kM
a los ydolos. Mas tenia la volantad dabdosa en cada logar, desta parte co>
nosciendo las enfermedades de los sas dieses, e de aqaella temtendo la ceite>
danbre e la bienqaeren^ia de la coDueraa^ion eoangelicaL Mas de rraya en
tenido por malas cosmnbres e seniia maeho a los deleytes del caerpo, por taato
deseaaa los pecados por manera de captiao. E en aqael tienpo amase a fuer
en aqiiella <;iudat vna aoplioidat may onrrable de las fiores de los diooes. £
solia el rey eatar presente a aqnella fiesta e afeytarla por manera de saerifi^iooL
Onde temian los obiapos de loa tenplos vpyendo qne ae aoia el negiegent«seiite
e tibiameote en la onrra delloa, qae por ventara non tirase de todo la sa pre-
seniia de loa tenploa e que faesen ellos priuados del don real qne era dado a
elloa e de las otras obla^iooea. E leaantaro[D]8e e fueronse a vna eneoa paeata
en VD yermo muy eaquiuo, do moraaa vn varon qne trabajaoa por artes magicas
e muy f^ran detendedor del error de los ydolos, e auia Donbre Tbeoda, al qnal
f'\ rrey onrratia muy fuertemente e onrraaalo asy commo a amigo e maestro,
deziendo por el su adeuinamiento auer venido el su rregno [fol. 167>>J a grandexa
e prouecho. E despues que los aa^erdotes auyos venieron a el, Ilamaron lo en
an ayuda e fezieron le entender la dubda que vioo al rrey de los dioses, e qae
coaas aya fecho el tijo del rey, e commo Nachor publicamente aya rraxonado
contra elloa. E dixieron le: sy tu aon venierea a ayudar nos, toda la naestra
eaperanga deofatlee^e e todaa las onrras de los dioses perezgran. Aay qne lenan-
tose coD la prfisente mali^ia diabolica e armose contra la verdat, llamando mnchoa
eapiritos maloa los quales sabia seer aparajados para fazer mal, e de loa qaalea
ministros el sienpre vsaua. E aase con estos al rey. E commo fue dicho al rey
que venia, entro lleuando vna verga de oliua c ^eüido de lana. E leaantose el
rey de la su siella e saliiendole al caniino besolo e fizolo aer cabe sy en la alt*
Stella.
Z. 11. <lc lafl fiores] Missveratändnis , nach einer falschen Lesart der Vorlage,
flonun für faliuirtun : ip.se autcm partim recoii^oscerc coepit falsomm dcoram infirmitatem.
Z. 20. Wie oben: solennitad erat futura falsoram deorum.
Z. 22. tcmianj in d. Hdschr. tcnian.
Z. 87. du los yd Theoda] am Rande nachgetragen.
La estoria del rey Anemur e de Io8a|»hat e de Barluatu
Capitulo XL Commo el rrey por consejo deste Hämo (llamo) a todos a la solinldat de
los d loses.
EotoD^e dixo Teodas al rey: uiue para sieopre jainas defendido por la be-
nit^nidat de los graudes dioses. Oy que tiziste grau quislion contra los de Galilea,
ser üorcmado iiiiiy fermosamente de Corona de vec^iiuiento. E por ende vyn
^por que utirrtitnoa en vou la aoplenidat alegrad^ra e sacrifiqaeaioa a los dioses
poD mortales los maiiyebos muy feriuosos e virgiaes tuuy fermosas e ciento toros
'e ofrezcamos les mucbas aDimatias, por que los ayamos desde oye nias ayuda-
dores forgadores e por toda la nuestra vida araansados. A eatas cosas dixo el
rey: o uieju, uon veo^iiuos, mas ante soiuos sobrados fäacameDte. Ca loa que
ctiydauamoa que aerian por nos a di'suraa sod fechos ouutra ooa, e fallando la
nue8»ra az vagante e enferroa derribaroii la de todo en todo. E agora ay as
algtina uirturi e fortaleza para ayudar a la Duestra aecta abaxada e para al^arla
con [fol. 168] de cabo, dimelo. Entouye rreafiondio Tbeodas al rey: rrey, non
quieras temer las palabraa tucas de los de Ualilea. Ca que cosas soo las que
dizen contra los varones rrasouables e sablos, las quales sy son a mi contrariaa
mucho uias rrefez caerau que la foja mouida de) viento cae. Ca non osaran
venir ante la tui cara nin auer palabra coomigo e fazer conmtgo proguutas e
ODtrariarme. Mas por [que] esta quistion e todo lo que nos quisieremos nos
*TeDga dorecboramente e segund la vuluntad se t'aga la cosa, afeyta la solinidat
uiuy onrrable e la piadat de loa dioses comwo vnas armas que esteo fuertes, e
bien sera a ti. E gloriauase cl podcroso en mall^ia e en la obra de los spiritus
maglinoa, e fizo oblldar al rey do todo laa palabras saludables que auian lafiido
atguiid poco ol SU cora<;oi], e rrcuocolo de todo a las coaas acostunbrndaa. Onde
^enbiadas son las letras rroales a cada parte, por que se llegaaen todos a usar
solenidat de los dioses. Enton^e veyendo cl rey venir los pueblos aduziendo
Flas ouejas e bueys e otras animaliaa todos aay llegados, lenaotose e fuese con
|el ergafiador Theoda e fuese para el tenplo. E fueroii adiizidoa CXX toros para
sncrificar e otras tuucbas animaliaa. E onrrauan aqnella soleDidat deacoiuulgadera
en tanio que sunaiia la ^iudat por bozes de las antmaUas brutas c cd ayre era
ensQziado cn el olor de los sacrjfi^ios.
0 CapUuio XLI. Commo el mismo Theod(e)a dio consejo de engaiiar a losafat por las
mogeres.
E estaa oosaa asy acabadaa e los spiritus de maldat mnrho gloriandose sobre
el ven^imiento de Thcodu c los sa^erdotes de lus tenplus daadole gra^-ias a el,
tornose el rey con de cabo al pala^io e dixo a Teodte)a; ahe comuio mandeste
lo fizimoB todo en el afeytatniento de la solenidat e en la Uberalidat de los sacri-
fi^ioB. Pues asy es, ya ti[e]npo es que cunplas las cosas promitidas, e a mi fijo
el quäl se partio de la onrra de los nuestros dioaes que lo libres del error de
loa chriatianos c lo ayuntes a loa diosoa piadosoa. E yo catando toda arte de
Dano non ])ude fallar ninguna cura a esta enfcrmedat; acomiendo e deaanparo
kt la tu sabiduria la desauentura que me acaea^io. [fol. 168''] Pues aay [es], sy
pviere a m! fijo librado coo de cabo que sirne a los dioses e hasar voluntosa-
Z, $. ofrescBiDos] in d. Hdachr. afrescamoa.
Z, 81. et pictatcm deorcim quasi qiiaedam arma fortia indue.
Z. S7. In d. Udschr.: lebernlidat.
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376
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CMM, cada vaa de w ■lafn^ e qae le ■atdiao aa ta kogar waaca e ca <Mn»
■OKet— e *4d oro e pitca e di ■■i^iiüii c pfadw fn%\%wm m TeatUataa
[M. 16f] may fegmomt e afeyffiewlai e eam» aaefcaa eoa cti—ila« malaa B
por qtm fiibla btcaaseate, mMttwnm d aafo tadu las coaM p«r «fdai, c |n»>
faataado d eoaaio faM« naiaada eada ▼&« de a^adba aoos. kw ■Jikfini dd
rey BoMraron le eomiao lUnsaaaa a eada vaa cma. E eoa»o iiaiadun qaa
le dnicaea anaao destao a las ■oberes, desiaa qae va adeUatiado dd nj qae
la dfanem jqgaado qoe eraa deoodoa loa qaales ■agiäia a ka wre Mae d
eorafoa dd sofo eoe^raoa aae por d deaeo ddlas qae por taa oCrae eoeae. E
detpnri qae le noetiaroa todee !ae eoeee tMaaroa lo. Filaate pKtfanlde d
fey. qnal com aoiaoa mae de todaa las qne rien E diso el fijo: qoe, padre«
wy aoB aqoeUoe demoaioe loa qades en^daa a lo« ooaea. Ca atagaaa de aqaeDaa
ooaaa qoe aie aoa 07 BMMiradaa non ame tanto eoouao la aaiiatad deilaa. C
— miillii ae el rey de la palabra del mo^ e vey qae ooaa crad ea el anor da
laa Do^^erea. E tu, poes aay ea, dod pieoaea qae ca otra naaera pnedaa
• ta fijo a]r ooo eo eata.
0 Capituto XUI. Commo losafat tentado por spiritu de fonitca9toa se arma por ora^oa.
Tomo el rey ia palabra de buena volaotad. E tr[aeD]le mo^aa escogidaa e
nacbo fennotas, laa qndea ennoblea^e por af^ytamiento may fenDoao, por que
aaaa maa coooinibles para cabtiaar at mo^o. E echa del pala^io todoa los aer-
dcatea e nüniatroa del mo^o, e paao aqnellas eo el logar delloa. Aaai qae ti\»M
■obrer = rapcrar? oder sa emetvlierea in cobrer? (vgl. oben Z.i>y,
(lelloi. Aaii . . . fer^a del] am Baade Dschjsetzmfoi.
La estoria del rey Ancmur e de losapbat e de Barlaato 377
'ealao ^;erca dp!, e abra^janlo de todas partes e l'alaganlo eon lodo jesto por que
aya ajuntamleDto coq ellas, e eato maeuen lo a la cobdi^ia por patabras. E bud
Ruia otra coea que ratase nin ood quien fahlase nin con qtiieii comiese. Ca ellas
eran a el todas las cosa». £ Theuda türnose coti de cabo (a] aquella cueua
muta, e catando sua libroa por los quales podiera obrar talea cosaa eato mouio
vno de los spirituä tualigtiua e enbiola a ttdiar con el cauallero de lesu Christo.
E el spiritii raaligno tomando consigo olros peorea demonios luese a la yazida
del jiiarigi-bw inuy fiierl'; c In« contra [fol. 1119 ■^j el, en^eodieildoU' uiuy grau fuego
de la caroe. E aquella alma linpia »entierulo loa amouestamientoa ilel diablo [e
veyendu] veoir fuertemeote aobre ay la batalla de maioa penaamientoa, ttirbauase.
Maa luego al amor de luxuria abantpuso el aoior diuinal. e traxolo an memoria
a ay roismo de aquella uiuy fcraiosa gloria e non falilante e noo raorta! de leaa
Cbriato esposi) de Ins almas m tie las bodaa linpias, de las quales seran echa-
doa mesquinamente los que eiisuz-iaron la aaya de la boda en las teniebraa de
fuera atados los piea « laa manoa. E penaaado eataa coaaa e derraniandu
lagrlraas feria el su pecho por qne afuyentase dende los maloa penaaroientos.
Deaeridi« leuaniacdo sc e al^ando las taanos al ^ielo con lagrtmas e gimitnientoa
bieo iilJcDtes llaraaua al senor por aynda e dezia: aenor dies poderoso de toda
oosa^ miaericordiosü e amer^^eador» eaperan^a de los desesperadoa e ayuda de loa
dfsf'altebi^idos, acuerda te de oii tu sierito nun digao e cata me cod buen ojo, e
libva la oai alma del cochiello deoioniado e de la mano del can. E commo dexieae
amen, sentio la cousolacion diiiiual veniente aobre ai de! ^ielo, e hiego se par-
tieron los raalos ponBamientos. E t»l eatudo en ora^ion fasta la manaoa. E enten-
dieodo los aaechamientos del diablo, comen^o de tormentar maa aa cuerpo por
tanbre e por sed e por otra contri^ioo. Ca todas las nocbes estaua sobre los
pies, trayc^udo a su memoria laa cosaa que promiticra a dios, agora escriiiiendo
en SU cora^on el eaplaador de tos Justos, e despu^s aiTemenbra{D]do afincada-
luenle el iutierno de Jus lualos, por que el eneiulgo fallando la su alma vagarosa
e vniui noD (lerramaBd rrateziuente a ella tualos pensamieDloa e non enauziaae la
linpieza de la voluoiad. ,
Q Capituio XUII. Commo la mopa rreal lo tento por fornlcapion por mucha fabla.
Et asy es desfalleayido fl encmjgo de tmla parte. E dcsesperando de todo
en todo de ecliar el mangebo earrafio en tal manera, ua a fallar otro engano.
Ca entro on vna mo^a de aciuellaa maa fermosa, e fuera lija de rey, la quäl
captiua fuera enagenada de au tiorra e fne dada al rey Auemur asy commo vn
gran dun. Ca todos loa aacchamientoa per[fol. 170]tci\ea^lente9 a mal rrafez e
ayna los l'alla el apirtiu maligno. Deaende cayendo ^erca el fijo del rrey e do-
lioac della mouido por rnridat por gragia del entendemiento e de la fermusura
de la volunrad della e por que cra noble o d»} linage de rreya o priuada de la
su tierra e de la gloria. Ptnsando eataa coaaa vino le hemienle de la librar de
loa ydoloa e qne la fezieae chriatiaua. Aay que comengole de fablar ol f\jo del
Z, 1. abra«;aiilo] in ■!. Hilschr. abracolo.
Z. 11. al amor] in d. Hdechr. cl.
Z. 12. non fab1«»tc] ineffabilis; I. uon (Vi Itla M.'.
Z. 37 IV. Dvtndc rcyb fllio n dexwrta ciirnK-n», c<i«ipa«tiu»|iM chnritatem orgn puulliun
humittit oi (umsx »üb obtcntu intellcctns vt orimnicuti nicntit« illioM . . ,
2. 41, viao Ic Iiümicnic: 1. viuo Ic cn mlenteTcam bis et cogitatioues submittitei.
:{78 Friedriek Lanehcrt
ny • fftbiart« palabra« «to eottot^^iento diainal deneado: o wigtr eaMM^ s
dio« v«tii«nte parA ««npre jaaaa, e non «loienw «eer com»pida por est» error
d« Um fAftUMi, auM ^ntiend« ooeatro Mfior Ie«a Christo aer eriador d*
MrnM, « •«TM bi«naa«iitorada, detpotada del eapoao non mortal. E el
nnekuti tatet eo*a«, dixo ella: t«äor mio, »j aa cnydado de la k «alot e eob-
dl^ian r|n« me ofm«a al ta dio« e la alma bamil fazer aaloa, fas va mi p«did«,
• \ntfgo rreann^ando a todot loa dfoaea poder me haa Ilegar al ta dioa. Toma i
mfi pffT moffnr, ft yo obedea^ere a loa tna mandadoa, A la qoal dixo ei: o uogetr
vanamiantA mts faxet tan dura peti^ion. Ca yo, magner qne aya eoydado de la
tu aalnt, graoe eoaa teria a roi e ooo podible enaaziar el mi eoerpo por Bcsela-
mitinUt Uttptt. K «IIa allanandole toda ia earrera e deziendole: por qne, dixo, o
tu WniKt de tiida aabidiiria, talet eotat fablat, por qoe llamatte al neselaaBieaCo
ttixla ßota e torpe? K cuydat qne noo ae de la t^engia de loa libroa de loa
ekrUtianoa, e mnchoa volamenea ley en mi tierra e oy mocboa ehrittiaaoa fablaiiiea
cofi miffo. Non «a eacHpto en vno de loa ?aeatroa Hbroa: bodaa oonmblea e
toroa non enaiiziadoa, e major ea eaaar qne aer quemado, e loa qne dioa aynato
non aparte el omne? K lat vneatraa eacrituraa non enaeßan loa profetaa antigoo«
e jiiatoa auer anldo mof(crea e loa patriareaa, e non ea eacrito aoer atüdo mogerea
aquel Pedro el qiial dizen aiier aeydo principe de loa apoatoloa? Poea aty et, o
loco e eaforgado, por qiialea autoridadea deuea llamar laa bodaa aazidat? Mache
(fol. 170'') ine aemeja quo aa berrado do la vcrdat de laa vaeatraa enaenangao.
A la qiial ronpidio el: o nioger, aun ay aon eataa coaaa commo ta diaet, ca bien
et dexa<lo a hit quo quicrcn auer mogerea, maa non aquelloa loa qaalea Tna
vegada promitleron a diot guardar la virgfnidat non corronpida. Ca yo deapoea
quo ao alinpiado por el agiia del bautiaroo aantu, promiti a lean Cbriato de me
guardar llnplo d« la iiian^obia e del roi non aaber, e por qnal rrazon podre cor-
ronpnrlo qua promltl a dioa? R ella dixo de cabo: aea eata tu volantad commo
propoHiHto. Mar acaba otra ml peti^ion pequona e a fascas nioguna. Sy quieres
faxor RAlua In ml alinn, ynzo con mig» osta nuche e aufre qne yo huae de la tu
formnanra o ayunlA la tu fcrmuiiurii a la mia, o prom^tote que gran maüana me
fnga chriNlinna o rronungiaro n la onrra de loa dioscs, e aora a ti non tan aenera-
uiPiito p<«rdoii por onta dliipeiKinvIoii, uias avn aurna galardon de todo por la mi
anlut (l«'l tu dioN. K non frKifroii muchas cosas segund di8penaa9ion loa prin^ipea
<i IdR iipoNliiloii il<« 1.1 vuontra rroligion, traspasando muchaa vogadaa lo menor
por nl uiiivor iiiunilndo? K nun oh dicho sant Pablu avor vircumt-idado a Thimocho
(I. TiinnllHtii) por iiiojor (iiNp«>ii8}i<;H»n , maguer que In (ircumyialon aea deacomal-
giKloru n Ion rhriHii.iiuiN? onporo nl non caquiuo do fazor la, e muchaa talea coaaa
fnllnrAN on Iah oNrripturAH.
a Capitulo XLIIII ". Commo ol aoüor demueatra por Vision a losaftit dubdante laa penas
do los malos e la blenandanpa de los santos.
l'ut'M AMv OM, (huliMido ootas i'o»M 0 falagando e echando arrededor lazos e
rr(Ml«'.M a hi «lit>«(ia paito v a la aini(\stra. couicnv'" a mouer la torre del alma dd
o doriibai la fortalo/.a dol »u propoaito o faxcr dolibra^Mon tenbladera. E el aen-
brador dt> iiialiv>a o oneniigo de loa juatoa tonblando el au oora^on e penaando
/ ".' I «•>ln| iii «l. lIiJM'hr. ostt».
/ JS. Ol tiMV iiullniu.
/ 41 toiibliiiith'l I. tont«n«lt>.
La oatoria del rey ADeiuur e de losapbat e de BaHaaiu
'S7Q
COD loa 8tiB canee, de vd cora^on Äcoraeten al cauallero de lesu Cbriato o cou-
turban toilaa laa virtiulos de au alnia, e aiooDeatando le el amor crue) de In mo^a,
en^eudieroo en el fuego muy grande de cobdi^-ia. E veyendo ae el muy fiierte
«ntlHuado e cabtiffol. 171]uado para pecar, e loa aua pensamienlos para aalut de
h luo^a e para oonnoraion a dioa pueataa aay commo manjar eo anzuelo, era
gerca del faximienlo (o) e los enemigoa faziendo le coteoder que Don era pecado
poi la aalud del atma n^iintarae vna vez a la moger: Uoranda la meogua de I&
au :iilma somitieDdo a sy miamo luego se toroo a la orayion e derrainando lagri-
maa largamoDle de los ojoa llamaua a dioa el quäl faze aaluoa los eaperantea eo
sy e detia: en ti, sefior, be esperaoga nou sea coDfondido para aieapre dId me
eacurnezcan loa mia eoemtgoa. E por muchaa oraa orando con lagrimaa e fin-
cando muchaa vegadas loa ynojos, poBoae an el auelo; e dormiendo vn poco vio
a sy mistQO arrebatado de vnos eapantablea c paaar per logares qae otioca viera.
£ aduzido a vo prado grande af'eytado de florea bien olientea de fermitanra, do
via loa arbolea de todaa maneraa e afeytadus de deauariadaa üorea eatrauos e
maraaillnaos; e las fojas de los arboles dauan dul^e son meneadas de vn viento
agradable e echauao olor noo fartable; e eeeauati aiellaa pueatae de oro muy
titipio e lecbaa de piedraa prp^iosaa e dantes iciiy gran rresplandor, e lecbos
lazibles de eolchaa e de «'atradoa, loa quulea por su feimusara aobran todo rre-
contamrento; e paaan aguas mtiy linpiaa alegrantea los ojoa. E aquelloa eapan*
tabtes pasando lo por aquej canpo raay j^rande e toaraullloso, raetieron lo en vna
Qiiibdat rresplatjdes^ieiite <1o rresplandea^imiento non fablable; e loa muros eran
de oro puru e do piedras proQioaas, las qualea nunca vio ooine, c loa muros eran
lüuy altos. E quien puede riecontar la fermuaara e la eiaridat de aquella giudat,
E lux derr.'itoada de su^o con rrayoa aluobra todaa Ina playas della. E moran
en ella vnaa conpaiiae v«'b'8tialea rreaplandeayientea cantanies earjto el quäl nunea
oyo oreja raortal. E oyn boz deziente : eata es la folganga de loa juatoa e eata
es la alegrta de aquelloa que plogierou a dioa. Dcacnde leuando lo dende aquelloa
nobles varones tira(m[n]8i> atras. El quäl todo [fol, 171 ^] puesto en alegria e en
gozo dpzia: non mo priuedcä de gozo non fablable, mas dexat me morar eo vn
rrencon desta (ludat uiuy noble. E dezian ellos: non paede aer qae tu eatea
agora aqui, mas por mucho audor e trabajo vernaa aqua, e enpero sy podieres
fazer faer^a a ti miamo. Estaa coaaa dicbaa e pasado el canpo aduxieron lo a
vnos logares tenebregosoa e llenos de todo fedor e tristeza e tribula^ion o tur-
billino, do ae escalentnua el forno eo9»jndido de fuego, e gaaanoa e eerplenlea
que eatauan viuaa entre las Hamas e atormentando las almaa. E oyo vna boz
qae dpzia: este es el logar de loa pecadorea. e eatos son los tonsentos de aquelloa
los qae con maloa Tcchos e torpea se enauzian. E deapuea aaoaron lo dende loa
que lo y pasieron.
Capituto XLV. Commo el mismo tomando se en sy enferma. e oomo rreprehende de
tray^ion al padre que (o vino a visitar
Lnego tomando se en ay mismo tenblaua todo e corrian mnchaa lagrimaa do
los aus ojoa. Ca tuda U fermaaura de aquella mo^a non caata o de las otra»
Z. 3 fl'. Die Konstruktion »Üeaea SiiUe« nicht konsequent diirohgcführt.
Z, 30. fablable] in iJ. Udschr. fuUablc, wie ia eiuigcu amloru Fallen auch xucrst
geschrieben, aber später corrigiert war.
r iCMOt i« lo« maim memUxtm tobre ri leebo csfers« c ms p«iB
■l S AM üebo *I rrty eomo el ^ er« «sfenn, D q«l (
hN I» ^|«i 1c aca««pefa^ E «1 ire«o«t9>e pör ord«a Im «mm qa»
m Jos all ptei « qiB qF^ate j ecter I»
I» i««Ui mtam^ jqr «I ttM^ »an
Ck Mi* 4mw • «M» iHOi Mf AnA» 4« hm
a|p^ ^ «iDiSia * tonr m vasftar aa %a. C pwi»i» «e al
ftK^fiAsk. £ <ri MO) ^ «ifti» <jui(fiiiiiaiifl>lii *
( ttr^ TTfUTBOr « Ski Jk k it: |i»d» a 3tv ^ f^:^ <
/c»cua ' ^' ^^^ '' Utrraioa. äit Imaauwa»
Tlwrtiiv iw »t innÖBSk » «rrrc * -»lOir dt i» ^
7U<)tiuin;i ( ttfu na.7 mefioiiiiU' « tahamr ^«itt» nimr: ^tor
difv lAfiT mmni i um iprtr:&. Mfumcif- « iimar d» km Mn«. * .
.vtmin Uli Of Ktf mn^Jif i t» atmt «tes» är «mi TiimdBL "i* IM»
f^ :> anmi&ia i\m nr*f»r:f» u tx. «ennu ^n*^ nnt «[^ ak a^ 3''^'*^ ^ «■■t^ tarn
^ :» ä:uii.äl;a^ du» äs sru. 1 ivr «»Of mtuau w» THMSHdiir «i 9iiiL'|]39*ijik.
•AAfwr«» : äwf ivr e oBa. oiw- iMbr w sadk « J«t «2 ^piü ii^WK4i «■»«ipMrt
. estoria del rey Anemur e de losaphat e de Barlaam
Puea aüy es, non es dcrecharera coas vos noa sabidores e ^iegos syn eDtendeiuienio
Bosaiiar a loe justod, mna ante llorad a uos luismos. Ca las vuestras obras eou
lucura e non de piadat. Ca el acatamieoto estudioso de cauallvru dij lae batalUs
al^^anüo seiuejablettioDte ydolu llatuolo Mars. E otro entjetidido por cobdii^ia do
mugerea fizo dioi el sii pecado al qual Hämo Venus. E este por la fuerva infiuio
ydol(» nl qtiai llatuo Baeho. £ setuejablemeDte los cobdi<;ioaos de los otros males
establesgieron ydoloa de loa sua pecaiios, Ca a las siis posesiooes (I. pasioncs)
ItamaroD dioacs, e por tanto ea los tius juegos fasen saltoa suziamente e eanian
oantares luxiirioBos r fazen se arrebatamieotos ojuy locos. Quien sofrira eacouar
la 8U boca fablaiido las turpedades dellos? 0 Teoda, eatos tua oDrramieDtos son
mas ayn seso qua las ymagenes. Amoti<:;stas mo :i adorar estas oosas e unrrar
las, tnas yo seruire al tni dies e a el sacrificare a mi todo, dtoa cnador e
prouB[e]dor de todas las cosas por ouestro aefior losu Christo la ouestra espe-
ran^a^ por cd quäl auemos alleg.iniienio al padre de lus liitibres en el apirku santo,
por el quäl somos rredemidos de la seruidiinbre amarga ea la su sangre. Ca
quäl cosa es mas fermoaa quo oonfesar estas cosas e onrrar tal dios bueno e
begniiio, el quäl iiianda la justiciti e la contmt>n<;;ia e la linpicza, enttena la
misericordia de la fc, prcdica lapaz, es noobrado ueidat e es caridat e bondat.
Mejor es onrrar a este que a los tus dioses descomulgaderos e llenos de pecados
e torpee en fazimienios e eu noobrea,
Q €apttulo XLVII. Commo el mistno losafat confonde a Theoda de la sabiduria loca
de los suyos.
Et dixo a ol Theoda: ahe manitiesta cosa ea> qite la nuestia socta mitchos
aabios e grandes e rrocontadorcs lUHrauiiloBos taabien por virtud cuumu por
^ien^ia la dieron, e todos lo rreys de la tierra e poderoaoa la rres^ibicron commo
baena e non aiiiente nirtguoa cosa de falsedat. Maa vnos rrusticoa de Galilea
pobrea e viles omnoa predicaroo, ellos pocos por cueuta non pasartm el cuento
. [foi. 173] de Xll. Pues asy es, commo la predica^ion de pocos e df tion nobles
) de rnisticüs es [a] abaotponer a! naandHmifnto de ujuchos e de graodes rreNplao-
des^k^tites por tanta sabiduria? e qae atiniia<uiento es de dezir fstos auer dicbaa
cosas uerdaderas, e aquellos auer ineotidoV E rreapoudio el 6jo del rey cou de
calio: o Tlieoda, por Ventura eres asno oyente la vtuela de rrazon e ßncaato
syo entendemiento^ o uie bas eo^errado las orejas de serpiente por que nun uya
las bozes de los encaotaotes. Abe locu commo non adiizea al soso de la venlat.
Ca eso mismo que los vuestros onrrawieuto» sun loudos de uiucbos inarauilladeros
por sabiduria e defeodidos por uucbos rreys , mas la predica^ion del euaogetto
de pocos e de non nobles varonea ea predicada, (e) demueatra la virtud del
nueatro onrramieDto e ta ent'ormedat e deaterramiento de las eDsenan(;as de li>s
vuestros lualos. Ca sy de los rre(c)tores e filosofos fuese espuesta la tiiiestra fe
e ouiese auido obradores rreys e poderosos, por ineres«;iraiento podrias dcair
todo ser fecbo por virtud humaoal. E agora catando ei euaogelo sauto ser coo-
puealo de loa pescadorea e persigoido de loa principe« cruelea, e despaea auer
Z. 6. por la fner^a] der Übersetzer la«: propter violentiiiin, stott propUrr vin«»-
lentiam.
Z. 8. OD tos 8I1S juegu»'! vicliiu-hr: in ilolabris »um; \'g\. aoten b. 98«;, Z. lil.
Z. 18. misericordiam lorei;, tidtiUi uxhibet.
de dte m i
dt Im «ii Mk» fc«tai m Mfsvc a df K <b> d
rtrAitz imM^HM » ti e « to4o« k« q«e ae tiaaiitMM a «1, • u—i^am
9«ftl<)ntf MSftcvm. Bu aij cwon s i|JRi. «1 fsal ton» i«
qwier 4cxir iilTiiiwio 4» la canen de laa ^aUada«» • wtäi9 al «laisfl »
1* koH*Q c tirai» te omkimm dd pccada mb m «aaa W
■yniiMp. Ca ri «^or d mmm dfae mt fa«te
f«nicat^ EdäK eo«d» cak^: c» aoa '^
a W peaileatia 0 aB^»#~ bo« ^»craa d^M«? na 4eM''« «*» w» a leaa
Z. 2. Eöi ^«zz SBapefüka: Qu et piaeMwet.
2L ^. «B:c>rsaroB3 extsrbaaervaL.
Z. 7 51 Vi*liB<iir : q^di «rpo pace» diecR 6t
!^zJ:uL iirrj^ vk-B» <«T4e-iQaa ? Faso*«» «Baholi qxäi ]
Z li:. ftiiieiii«^ io öer Hdüclff. fedieata.
Z. :;•:. tu err»dc>' cosfsenlaxBf.
Z. t. :'. la oral ^refa^c: cc aaistmas-a. coatra a^aclla
; a . : o L zxrüti^v-eijeii. -ier l'ti«r<«tiia' boof; aitn- voki 4«rc& Mämmlafcii *
contra a : xi ]ia amistaa-^a zasaaa»ea: las.: qnaaOB aa*e Ine t(9ifn
■iriiTTTÜtTB bar«cx.
r^iiMQ
' e*a«cr>
La eaturia del rey Aneinur e de tosapLat e de Barlaani
383
[ dio8 begnino, e alimbrate, e noa sera coofondida la tu cara. Ca tuego qiie
Itomarea el bautiBmo diuinat, tuda la confesion dol omne viejo e toda la curga
I de lus mucbus pecados aera anterrada en el agua e decorrer se a en nada. Pues
«sy ea, Tbeodas eaaeüado por palabraa «alio luego, e tornando ae para aquella
cueua descomulgable e tooiando los libros de la su arte magica asy coirnuo faxe-
dore« de tuda raatdat c lua tesoros de los uiDisterioa deiuoDiados qtit'mo loa eo
' el fuegu. Dc'sende lue tjt< a la cueua de atjuel vaiou saiitu al quäl fuo Nachur
e coQtule tudas laa [M. 174] cusaa de sy derraioando puluu »obre hü cabe\;a o
daudu graiides gemi<Iüs e tlorandu muy fuf^rteuiente e aun rrecontandu por urdeo
todos loe fechos al viejo. E el cooqido fuese maestro para saluar Us almas e
aÜDpiarlas de las quixadaa del dragon eagafiuso, amouestolo por palabraa salu-
dables e prumete rreujieion de loa pecadus e prometeie que te sera buono el jiiez.
Desende beodeziendo Ic tnando le por eataa cosas que äziera que ayuoase por
mucboa diaa rrugaodu a dioa por el con lagrltnas e eon lloroa,
0 Capitulo XL1X. Commo el rey por consejo de Aracht? partio el regno con su fijo
losafat
E estas coaas asy acabadaa el rrey deafallesi^ido por cada parte era rauy
triate e leuia muy gran luouimionto en el coraQon. K llamando con do cabo h
todoa los del conaejo, deoiandoles delegenteroente que faria del ßjo. E muclios
deziendu mutlios conaejoa, aquel Arachiz nuiibrado suso naaa noble por dueado e
primero en el consejo del rey dixo: o rrey, lo que conuenia fazer a tu Hjo oon
lo fezimoa, amunestando le seguir las nuealras CD8efianf;a« e aertiir a los nueatros
dioaea. Maa seguiul veo esfori;auioiii ooa a lu que non puede ser Ca de la na-
tura te viene o del estado eata conteuvion e dur«za. Pues asy pa, sy quisierea
atormentarlo, tu aeras cti(ri)e[uigo de la natura e nou aeras llauiado padre e perder
lo aa cobdi^iaudo morir por leau Christo. Pues asy es, finca para lazer aquello,
que le partas el rregno, e dexnle regnar pu la su p.trt« que le ucaesgiere. E sy
los nego^ios e el coydado de ]na cosüs geglarcs lo traxieren a aiguir el nueatro
trabftjo e la viila, veoir nos ha la coaa de aentencia. Ca ]tiH coatunbies atbrta-
ladas en el eorayon doii pueden ser destruydas rrafezuicnte, e por tanto son a
trasujudar maa por amonesumienio que por fuer^. E sy finoare en la seota de
los cbriatianoi, csto intsmo el non auer perdido ei fijo sora a ti solaz de la
mengua. E deziendo esto Arachlzt alabaron todos tornando au consejo, o coti-
sentio el rey ser eatas cosas asy feebaa. E en la manana preguntando el rrey
al fijo dixo le: fijo, esta sea la posktrimera pulabra de uii a ti. a la quäl sy noa
obedea^ierea man a mano o sy al non en eato el tui cora<;on eapa^iaras, sabe
qne de aqui adeiante non te perdonare. E preguntando [fol. 174^] losalat quäl
era hi palabra: por «,'ier'". P^r que trabajando te falle «nucho deaobediente a
todas las cosas, vin que conplieses las mis palabras. Quicro partir el ml regno
e fazer que seas e que rregnes en la vna parte. Enton^e podras yr por la car-
rera que qnisieres, Conoagiendo aquellas cosas la aloia deuinal e quo esto que
dezia el rey por decorrimiento de la su [dejliberagion, enpero oonsentio obedes^er
Z. 80. de sc nm. Lat. ex sentcutia (Vinc, Bell. 1494: «xsula); r^orai fffnv xaxn
exfKiov ro itoäyfut. Uer span. Übereetsier nahm wohl nur die Abkünsnug in seiner lat,
Vorlage anverstandcn in »einen Text Iicriibf^r. (JiJcr meinte er: de sc misma (lüÄ)?
Z. 41 f. et istud ad lapsum Huac deliberatiooid pra[H>acrc regem.
Z, 42. oonaentioj in d. Udachr. coosiento.
: 1.-
La estoria del rey Aoemur e de loeapbat e de Barlaam
:^5
rregoado del engaTi[n)o eapantable de aqu<^l!o8 e rre8plande85ia(r») por luz de la
fe Itripia d« los cbristianos, Pues asy es, ei rey daua aey inismo buen «'nsienplo
e enflainaua rauchüs a pemejable enten^ion e en^eudia. Ca »abia anre todaa laa
cosas esta «eer rtbta dfl rey que erisr^no & fndua tcuior a dios e gnardar la Ju-
Btigia. E en estn mucho Heiacjaiia a dios en que non pensnua ser ningiiua coaa
mas prr^-ioau que ht misoricordia. E desi^tide cäcudriDaiia las cargeles « lus qae
erfin capliuos <'n los licrros e los qae estanan aprimiadoa de los debdures, e
tniniatraiia largauientc a todas las cosas. E era padre d*^ loa [fol. 175^] herfaDos
e de laa biudn» e de todoa loa iDengiiadoa. Enton^e loa que eran siihjetoa a au pudre
all^gaiiaD ae a el toda ora rnae echandu todo ol b(^rror euangeUzauan la verdat.
E la caaa de loaafat crea^ia e confortauaae, o la oaaa de Aoemur enferuiaua.
Q Capitulo U. Commo dios visito aJ padre de losafat
E el rey Aui-miir pcMsando en cstas cosaa, Urde e apenas tornando en el
aeao conoa^to la eritermedat de loa Bua dioaes talaoa e el engafio vano. E con
de cabo llaino(B) loa priineroa del conaejo e dize ante todoa laa cosas que pen-
sara; e todoa aiiian eaa mlsma enfermedat, ca loa visitio el oasfieote del aUo,
oyda la ora^ioo de losafat au aieroo. E viato es al rey fazer aaber a au fijo
esto. Pues asy ea, escriuio otro dia a losafat vna Iftra en qut« so contenia esta
manera: el rrey Anemur a losafat su iijo luuvbo amado aalut. U Hjo oiucho
amado. luuchoa penaaiuieDtoa entrando ao la tni altua turbarou la cruclmente. Ca
peoaando todoa loa nuestros fHllesfitDicntoa talleavio cotnmo fumo, e laa aectaa
de loa cbriflliaoos rreapJandesvieotea aobre el aol, aenti aer verdaderaa las qualca
me dezfas stenpre. E mosiramos te mucboa inalea e aun matamoa mueboe
cbristianoa, los qualea eafor(,-adoa, obrnndo en ellos la virtud non lidiable, Irilinron
coDtra la nnestra crueldat. E agora aquella niebta vana tirando do loa nueatroa
ojoa, vimoa vna luz de la verdat mager «pie poca, e entra r>os la rrepenten^ia
de los primeroa malea. Maa a esta lus otra nuue de mal deaeaperamiento en-
paxa[ii]do tienta oUflcureles^er, contrapouiendo iDUL^hedonbre do loa luia malea, e
por que ya yo ao aborres^ible a lesu Christo e non rres^lbidero comioo rrene-
gadero e feebo eoemigo del. Poes aay ea, que dizea a estaa coshs, o fijo miiy
dal^e? Faz me lo muy ayoa tuanifieato, e enaefia que me conait^ne fazer a mi
que Bo la padre, e traeme a conus^en^ia de ta eoaa que me couniene. E loaafat
totuando eata letra e Uycndo laa coaaa que ae eo ella ffol. 176] conteöian, fiaohleae
de gozo e luaiaiiillaDaae. E man a tnano entraudo en la su yazida ante la eara
de la ymageu del aenor e rregaodo la tierra oon l.igrimas dixo: gra^ias te fago,
seüor amador de tos omnes, dios de tutsericordia, el quäl sofriste pacieiite e
sufres loa Duestroa lallesgimlentoa e noa dexeate faata aqui noti atormcntados. Ca
noa dignoa eramoB en otro tienpo de ser echados de la tu cara e aeer enaienplo
eu este aiglo, commo loa morautea en Pentapolin fueron Slenos de pecadoa, loa
qualea qnemaate por faego do piedra auiVe. Mas la tu gran pa(;ieD<.-ia derramada
ea miaericordioaamente sobre noa. E deaende apreauroae de venir a casa del
padre con oligio rreal.
Z. 7. de los debdorcsj vielmehr: a creditoribus.
Z. 16. cnfcnncdat] oiuuibas antcm eadera conftriiinn tibas.
Z. 21. nitm uostra omuia cerneos tleficientia quemiulmodau famua deficit,
Z. 87, nus dexeate] in d. Hdächr. noa.
VfiB^nBB UmmKmKn
» Cmhm It —Bill «I ^« t 1« «*e« ie te atate taste M bMÜBA.
» > tet» fikibo al padf» q»t rmb d fi>». «ilMe «1 emiw» e «tts^olo
mIqv « nuf M17 CT&fli g<»»t e gtMMt Ilaita eft tJ m a^miMiiite Qm bm?
N d«tu coflüi r^tju) rn TD«, e qaitm 4iia taa eo«» i|«9 As» «I Qa al
rv a MB fOtfttA fttö«ofiA7 Mm <)it« otn« eoo« sy nc« lai qve fven« ■«•-
M dd tpErlia moio, por el qaal lot t>««eaiiorts p««caroB todo d ««ado m
Cbriaio, e Joi do« letradoi •on moitrado« mit bäInm qoe lo* tabidt»!«!. E
rit aiicba« oö9M d« dio«, • mtomto^ k f e e U piad^t; dcmde caewtal« d
jfo 000 IttiitfiiM« de tu tMmIpMdal d» ^ot. e eoniino esta sienpf« apits|»te
pim rrm^hlr ta p^nltt^n^tA d<t lot «oeoenleQKü ae a e), « por tjpm vom x pec(eMo
qa« fettsea las tiu eniTJiAJU d« »{ieticordia« sy un •eoetavitite (laiiteremo«
f«e«r {Mmiti&fii. E coofirsuindolo de mtichoi eDBi^ploa e ie«thiMiii<Mi d« taa
«iertpuir»«, pu»a fttt al Mnnaü. Aiy qu« apan^do el rey es «ita MtUdoria tan
eni^CJida, coo f^r^nl box u coa cüra^on bten olieot« conicsa a lesn Chmlo
iftitador, pafti<'ndir> t>tf üc todo hurror Je lo« detcottfoi e adorand« \o ythMi de
la urtiK utalticjitleni, Teyendolo Odoi e oyendolo todo« predica dios «er ftuettro
wtim tt«rdad^o Imq Chrtftto. E confieaa ia SQ cruffoL 157^}e}dat pnmeTft e ire-
prchendfs ta m trtieldat e hamiQidioa contra loa chn-ittsoü«. E faicse graiU partfl
a la pJadAt} por qtif 'en) afjtiüllo quc dixu »itüt Fablu p:aire»cA aer coopISdo por
U obra; do nlwndo )a tnaldAt y ftboodir )a graS'ia. Pam aay ee, losafat oray
isbio dlztDfirl4> ctacbas coiaR a aquclloi maeBtro« qiie ae jnoianiD e a tos aatn-
pat e a lodu l^l pueblo de dioa 0 de la piadat de la »11 fe, e aay comino con
iftfijfiui dii fitJpffO csDtJj cantlco na«uo, v^oieodo la gragia de) ipiritu santo subre
eiloa ctpii'rti»!»« a lodm para la grlorlfteatjloii de dioa, tuda« la« eocpaüas llaoiaado^
aay comrao por vna buz: grande ditt« el de loa cbrratianoa, non ay oIto dioa ly
ikjh Huestr'^j «eFiAr icma (ThrUto coji cl padre © con el »piritu saoto glorificadero.
E el rrey ADemar eo^eDdido por amor diainal leaantoae rreslamente contra loa
ydolofl loa qualea eran en el au pala^io fechoa de oro e de plata e echeloa ea el
•aelo. Deaende menazoloa e dioloa a loa pobrea, de laa coaaa noo apronecbable«
fazlendo aproaechablea. E ann deapnea con el fijo deafizu muy aprieaa loa tenploa
de loa ydoloa e todoa loa eacamioa faata el fandamento. E faae en el logar
dellos aantoB oratorioa, dod tan aeneramente en la ^iadat, maa ann en todo el
rregnado por eatudio marauilloao. £ loa apiritna maglinoa que moranan en dioa
eran onpiixadoa dando bozea, e tenblando confeaaaan la yirtud del nneatro dioa
80r Don lidiahle. E todo el rregnado en derredor e laa machedanbres de laa
otraa gentea corrian a la fe piadoaa de leau Chriato. Enton^e vino vn obiapo, e
fii« i)autizado el rey Anemur e buaa de bautiamo diainal en nonbre del padre e
del fijo e d(;l spirttu aanto. E losafat lo aaco de la fuente diainal, e al padre
carnal fecho es fazcdor de rregenera^ion apiritaal. Con el qaal tods la ^iadat e
todo cl rregnado enderredor ajerea^ieron rrea^ibir baatiamo e fecboa aon ^os de
la liiz los que primero eran teDl[e]braB. E toda la flaqaeza e todo el mal de-
moniado cnpoxado ea a lexoa de loa creyentea, e todoa eran acabadoa e aaaoa
en Ins almaa e en loa cucrpoa. E otroa machoa mi[fol. 177]ragloa aon fechoa
Z. 2. nl padre] in d. Hdschr. cl.
Z. IS. in hac a dco docts sapientia; der Übersetzer las oder verstand «deo.
Z. 31. lüB cBcarnios] Missvergtändnlfi von delnbra, t^^. oben S. 881, Z. 8.
La estoria del rey Auemur e de losaphat e de Barlaam
387
para coDfirmncion de Fe. E las egiesias edeficanse e Iob obiapos qne estauan
abscondjdos por medo salian e rresv'bian laa aas egleaias, e otros de loa aayer-
dutea e moagea erao eacogidos para paeder la grey de leau Cbriato.
Capltulo Oll. De en comtno el rey Anemur se oua despues que Tue conuertido, e de
la SU muerte.
El rey Anemur dexada la priinera mala conuersagion e fjiziendo pemreogia
de la« coaaa que faziera. dio todo el aenorio rreal a an fijo. E el pasando vida
desconsolada e derramando poluo sobre su cabog^a, daua graodea bozes , e Ilu-
rando sienpre fablaiia el solo al solo dios, detnandandole perdon de las sas culpas.
£ pusose en tanta coDtri^iou o en tanta biimillat, que auti iion osaua rionbrar el
Qonbre de dios con aus labroa e apenas preaiimia eatas coaaa por amoaestamteoto
del fijo. Piiea aay ea, laudado por bueo aeroejar fuese a la carrera de las vir-
tudes, por que por piadat sobrepujase el oon aaber de los priiueroa niales. E
por quatro aofDjoa viuiendo aay en peniteiiffa e en lagrimas e en toda virtud,
enferoio, de la quäl morio. E quarido ae Hege la fia del« comenQo tetuer c ojcd-
brar sc eii la meiuoria de loa malea que fiziera. E losafat con palabraa de con-
aola^ion aliiiiauale la triateza e el miedo que le acaesgiera, deziendo : qod quieraa,
padre. temer, que non ven^^en loa pecados de loa conuertientca ae a dJos la au
bondat uon aamable. (^ierto ellos so medida estan e por cuento ^iertoa son;
maa ella ea muy grande e syn cueota; ca nou puude lo que eata so el eueoto
aobrar a lo graude. E asy confortando la au alma por palabraa de cooaola^ion,
fizola de bucna eaperanya. Desende eslindiendo el padre laa nianos faztendo
graziaa fazia la oragian e bendezia el dia en el quäl fue uasQtdo, diztcndo: o fijo
rnucho amado, non ml fijo maa del padre geleatial, que gra^ias te dare, por qualea
bendif^ionea te bendizireV Puea asy es, que fazimieD[fol. ITTi'jto de graziaa dare
por ti a dios? Ca perdido era e fallado so por iL Fablando aay bcsaua muchas
vezes al lijo mucbo amado. Deaende oro diziendo: aefior dios muy benino, en
las tua iiianoa (»ncomSeudo el nii apiritu. E asy en peniten^ia dio a dios el alma.
Entonce su fijo Tosal'at onrrando al padre muerto por lagriuia« e (aziendole inor-
tajas dignas, puso el au cuerpo en el ujonimeoto eotre loa »antoa varonea. En-
pero Don lo cubrJo de vistidura rreal, mas veatiolo de aellgio de penitencia. E
estando sobre el moDlmento laa manoa al^adaa e derramando lagrimaa de loa
ojoa oro a dios por eiete dias nou leuantando ae del monimento non arremen-
brado de conier nin de beuer. £ el oohauo dia tornando ae al palagio, partio
todaa las rriquezas a loa pobres, por que al entrar de la puerta augosta non le
enbargaae la carga de auerea.
Q Capltulo Ulli*'. De commo non querie ser rrey Barachiz e de commo fttxo losafat
Et acabado por XL dias la onrra del padre, Itatno a todos los prio^ipea e
caualleroa e gran conpana del pueblo. E posando eo la catedra dixo a todoa:
ahe commo vedea el rrey Anemur mi padre; muerto ea commo vno de loa pobrea
e fueae a aquellos ju)'zio8 derecbnreroa a dar rrazon de la conueraa^ion de la
presente vida, non leuando ningund ayadador con aigo de todaa laa ooaaa, sy
Z. 15, ja nejfritutlinem deciilit, de qtm ctlaiu niortuus est.
Cap. LÜII. De substltatiouc Barachiae et fuga losaphat.
Barachix] 1. Barachla.
:\m
PHedrieh Laucbert
tion tan »etierauient« las obraa que fizo, quales quier qne kxo, E ^terto es qn«
c»o raifcno «caeiifra a toüus los d*i la natura hiimaDal e noo en otra manera,
Puoa Asy ••• oytl me agora, araigos e bermnooa Vos ronosgistes eotre tob \m
ml t ouU'TaafloD , comnio despue« que cuno«i^^i a le^u Christo e meres^i ser sfl
»ioriio, cubdtgie a i>l »olo, auicndo todas las cosas a aborren^na, e taato deaejia
qufl tiratitto mo dol rrtiydo di.* la vida e de la turba^ion vana yo solo seraiese
«1 «(^1(1 I* callan*)o e con corayon folgado soriiieac al die» spuur. Mas enbargon
ta puiflii rio ini padro. Knde por la gra^ia de dio« e por la su ubra non trabajtf
t>ü b:tld(! Hin eitpeQdy loa tnles dia« en vano. Ca aytintelo a [fol. 178] leau Chrtafeo^
n rniorjo a von todoa conna^'er a este aulo djos verdadero e 8«nor de todaa laa
coftnii, K yo non Hz eslna coeas, maa la gragia de dios comigo. Paea asy es,
tioDpo P» flo yr n do «) miHinn me leiiara, e darle he loa mifa] votos que le pro-
mlti. K »t^oxü von pen»:it a qiial qnerredes por padre e qae rregne. Ca ya »od
Bcabadr>8 eii Ui vottmtad dcl «cror, o non sc vos abaconde ningUDa cosa de lo»!
mnndftdos dr|; andat cn ogta» cosas. E deapuea que aquel pncblo e aytintamieDto
d<! varono« oyo estiis roua«, lui>go es fecho gran rniydo e llanto e grant con-
fttHJfni de iioecs, lloinndo lodo« v naoteando el su deaconaolamiento. E asy Ilan-
tmiido V llorHUnJö jmauan quo non bi d< xarian yr en ningnua manera , maa qn
\o{s) tomariaii c nmi I*j dfxanaü yr en nirjguna manera. E dando el pueblo aaj
bonos n tudos )o» prli»\;ipe8, «luorifodo el m>y aroaosar la conpaila mandoloa callar
e pmmitio d» obedcH^'^r a l[aj su porfia, e enbi'olos a casa tristi^idos e auientea
eu la cara srnalea de tristezn. E el tomando a parte vno de los priovipea el
quäl fue a ol tuas aiiudo quo los otros por piadat de la fe e luarauilioso por
piadat de la fe. fl qiial aota uonbre Uarailiia. det qiial fablamos aiiso, e fablau&le
bcnlgnamont« « pri<guiiiauale dul^ciitente que toinaae el regno e rregiese con temoi;
de dios el nu piu^blu, por que cl podieüe yr n la carrera deseada. E fallo lo qa
non querla o csquiualo de todo et» todo, e decia: o rr^y, comino es non de-1
rcchurrru el tu juyzio c en quaiito la tu palabra [non] segund el tu mandado.
eiy tu nnsoüa^ie amar al tu ^N^reano eounno a ti ndsmo, por quäl rraaon la cargi
quo tc tu apreauras tirar. la q\ncros a lui poner? Ca sy buena rosa es rregoa
tn teulo que es bueno; e sy esto *-a escandalo e afruenta, por que ise la pones «^
tut* qalerca soplantau'? E despuea qne lo vio que Uesia talea cosas, ^eso de fahlar.
E en U media «oebe escrluio (fol 178 «»1 vna letra al pucblo Uena de filosofia en
que deila toda piadat, rommo ae doairia gloriar en el aeuor e que vida ofrosgerle
• q«Ale» jpnoB e quales gra^ias. Pesende ommmIo toa qw oon toonMM) otro por
ptviii^lM «7 Boo a liarachia. E dcxando la letra en el leeho do ya^a, aalio del
fMiU^io abaeondidamenle de todo.
0 CMIül« IV. De(l] rrHemiBleoto de lenfU. e tfe le ceofirraa^iM de Barachia e«
Um» mm u* |Mido MOiwder del todo. Qm gma4 mäb*bM eabMk ee • dio alj
pntVh iwUmtef • Hol«. Lot qmlid mBm co» gnui ajin—aiii
iMMMld » eriwitiilf la hfÜL, Oiide m« tramama m ?aao; ea todoa
loipVM lat canwaa e cdroarMilodoa loi«o«lee e {«reaitMi loeTaflea» e
li «lirtt niadweto qt>« tf«ia la» shum« MWaftdae al (ielo t faalMdo la (
Ltrc
La estorla del rey Auemur c de losapbat o do Barlaam
de la VI. ora del dia. E coramo lo vicron, oonaenjaroii Ilorar e rrogaron le e
apresuraruQ le qiie bo tornaBe. E dixulea el: por qua trabajades cd vaao? ca
noD me podedes auer por rrey de aqui adelante. £ mm ven^ido por la grant
purfia delloä tornose al palagio. £ ayuutaijua todos dcciaro el sii coosejo. Desende
Jurolea que dod eslarta con ellos mn aun vn dia. Eiiton^e estaLlesfio pur rrcy a
Baracbia por fuerga e el dod queriendo lo e pusote ia Corona eu la cabc^a c
diole e) aniello rreal eo la taauo. E cstaodo contra Oriente fizo oratfon al senor
por el e ora por todo el piiebJo. E toroando ae dixo aBarachia: ahe, heimano,
mando le asy commu cl apoatol a las vegadaa lo ateatimouio. E ten mientes en
ti e en toda la grey en la qua! te puao por rrey el spiritu aaoto para gouernar
el piieblo dd senor el quäl gaoo por la au sangre. E a^y cointno ante mi
conoagiate a dioa e lo seruiate con Iiopia cou^engia, aay ugora por tnayor estudio
te eafuer^a plazer a el, Ca quanto mayor seriorio aa ganado del aenor, tanto
eatas dubdoso de mayor pecho. E por tanto du al buen fazedor ia diibda del
fazicaiento de laa gra^iaa, estables^iendo loa mandados snnios del e [fol. 179]
desaiando de toda la carrcra que aduze a perdigion. Ca asy comnia en lo« oaiiioa,
quando failes^je el tnarinero, da alguud poeo de dafio a los nauloa, o qtiaudo ol
gouernador, faze perdigioo de loda la oaue : e aay en loa rreya : ay algunt pringipe
peca, non enpes^e tanto al pueblo commo a ay iDiamo, e ay el uiamo et pringipe
(I. rrey), obra daüo de toda conuersagion. E por tanto aofriras graodea penaa
sy menospregiarca alguna coaa »prouetdiable. Por la qua! razon con toda dili-
gcD^ia guarda a ti mismo en bien e aborrea^iendo toda voltintad que trabe a
pecado. Ca dize el apoatol: segid La paz, syn la qiial non vera ninguiio a dioa.
E vee commo corre el ^iclo de laa coaaa hnuaaoalee e traelaa por roanera con-
traria e vana e traelas aderredor, « en el mudamiento ligero destaa cosaa guarda
el penaamiento piadoso non mouible. Ca variartie por mudamiento de laa cosas
es senal de volimtad non ürme. E tu buaa del bien e sey ßrmo, e non te en*
B&lgea por la glorta tenporal, por finchamieoto vano, roaa alinpiado el penaamiento
piensa la torpedat de la tu natura e la breueza e la non yertedunbre deata vida
e la muerte ayuntada a Ia tarne ; e penaando eataa coaas non cacraa en la fuesa
de Boberbia, mas tcmeraa a dioa verdadera e rrey ^eleatial. E eierto, el que toma
grand poderio , deue aemejar qiiauio podiere al dador del poderio. E en ealo
miicbo aemejara a dioa sy non deuostrare ninguna cosa maa pregioaa que anor
merr;cd. E por tanto acy buen fazedor a loa auientea lo mcater c abro laa orojaa
a loa pobrea, por que fallea el oydo de dioa usnifeatado a ti. Ca quaics fuere*
moa a nueatros aieruoa, tal aenor fatlaremos contra noa. Non auras memoria do
malifia contra loa pecanlea, mas demanda perdon do los tua pecadoa, perdona
a loa peoantea contra ti; ca el perdon coopicnaaae con cl perdon, e el ay antat- a
DOS loa que ae tornan a nos ea amanaamiftato de la aaua diuinal. E agora. bermaoos,
enoomieodo voa a dios, el quäl voa puede aderea^ar o dar vos a todoa heredat de
santificagiou.
[fol. 179 b] Capitulo LVI. De la foyda de \omM al yermo. ^
Et dez^iendo eatas cosas pueatoa los ynojoa rrogo. E tornaudo ae beao a
Baracbia al quäl auia ordcnado rrey e a todoa loa priuf^ipea. E entoo^e aon
Z. 14. la dnbda] vielmehr «Icbda debitum; der Übersetzer las wohl achon im
Lat. falsch; ebenso Torher <1 üb du so: Uinto podoris exactionia deUtor cxistia.
Z. 29. breueza] in d. Hischr. briiucu.
RotnuilKbi) ForBcbangen VII. 26
'M) rriedrich Laaohert
derrMOHdM niuohiis lagrimM. E beatua los e abra^^aaaloa verdaderamente de
ooragon. £ desien : mal es a dos de la nuestra malandan^a may cruel. Desende
llamauan lo padre saluador e bienfazcdor, diziendo: por ti eonos^imos a dios e
souioa libradoa dol herror e fallamos folgan^a de todos los males. £ el en pal«-
bras de oonsoia^ioD rrofreno muohos gimimieDtos dellos, promitiendolea qae seria
C()u ollos coQ spiritii, ca ya oon era podible con caerpo. £ desiendo talea cobm,
vtendolo todos aalio del palacio. Con el quäl salieron todoa man a mano, pro-
millendo que non tornarian a la ^iudat fasta qae oon lo podiesen ver de loa ojos.
E doapue« que salieron de la ^iudat, por que non quisieron partlr del con palabra
blanda. arraucados son eon denuesto, e muohos se tornaoan. E otros maa fernieii-
tes segian lo do lexos, fasta que los partio la boi viniente de soso. Paea asy
M. salia dol su rregno aqucl mao^obo f\ierte, goiando se asy, commo algnno
tornaudose do iucugo dosterramicDto a su tierra anda alegre. E estana vestido
do Aiora do las vistiduras acostunbradas, e de dentro [de] aquel pan[D]o de llana,
el quäl lo diora Uorlaaiu. R on la noche poso en vna oaaiella de ?n pobre e
dospi^o las vistiduras e diolas al pobre; e aqnella fae la postrimera limoena. E
(Htuiondo rredodor de »y la vistidura de alogria, entio al camino hennitafio, non
leuando pan oon sigt>. non agua. non otra cosa ningnna pertenes^ente a comer,
non vostido do otra vistidura sy non tan solamente de aqnel paüo doro del qoal
anv moubramvt« vn poci» ante. Ca por vn deseo non creyble e ferido en d oora^n
do awor diulnal dol roy non luortal loea Christo deseado era feeho faera de sy
oiiswo. Todo rro^alado por ifol. likV amor dol diie: fnerte es el amor eommo
la ttiuorto. Ksta onbrta^'i tomara el de la caridat dininal; asy se en^ndiera
do «tod. »0||Eund ol pr\>lota diaionto: oommo dosea el vt^mo a las fuentee de las
a^ua», asy doeoa U mi alma a ti dios fuento viua. E aar non tiHnando se entro
A l;a) o«po«ura dol yoruo. K tirada la eonfasion de las cosas tenporales asy
Cx^wnio \ u.^ var);.'! o ^raue «radona. ale^rauase por spiritn. e eatando a leso Cbristo
ol v;»,tl do»o>ft-.:» ^o' lUtwAua a ol a$y commo a pn^sooto e orente la boa« diiiendo:
*o\^r. ^^Ä^vo A tAÜAr oArrvr* pv»r la .'jUal vocjca a ti; ea lla^da es la ni aina
do' tu «u'or. 0 v'v'Mi\'to a ti tV.0R:o lio vida e do salaJ E«(a» co«u bolaia entre
*> *iorjnv 0 vio«ia a <i:o* por or^»;:v^a o «;-.;r.;A=a a el msy aica coatenpla^ion.
V tAr.i^ro^o **\ *vv:aua *,; oaiaivv» o o*:or^'4avio so do wair al lov'hv^ do Um saatos
00 '.v*AA lior,*Jiv.- y v-o-o. ,» :a* \?r><M ^uo ;A${:itt por *I t«wo: ca non
'.•.i\i xV" * ^0 OTA 00 ji r'v^,:r4 s: vos o! *,; ouorpo sov o ol paio <v»a qae
v-^:a..\ oo> or.o. ro.;* o,o 'a,< wr^vi* :o,=a-ji pwx* e =;-«r*ir»CAa-faw- E pasaoa
o.i'.* oe «j:*. s*a e::* * : :;r \>frc;o rzy #.'v.v o »ya a^'iA. *»y »i*e ya coatra
•.-.•• 5^00. ■ -< ■• A :\ •7:.-.r* A;o-i-.'":ji:jL*i» iv: rv:*:ri:^« ii«»ix-a»iai. Ha» el
.•',•*>• i" i >iV V ■ ji ^«A i ji juec A *i^*iCtr»c-» T-c*iiA ja lartr* < a Ja faaa
o" .- t > .■• .•■ . t^ : t
' «Xrirti*; ^^'. r«« ;a$ ^ffrtiotnni« na« $i»W hKKV » A yerik
«. - * :> ' .' •':-:-'.• 5*.:; . m.v «• .t ix*ai-:.-'A i; » *t fvrsi :«al « ieJ
•.•. » :i < »■■■ '. ^>*i.- :■ X '. ' tv'.v ;tc4i!«;tif ic.v fln«r''at£«n»
La estoria de! rey Anernnr e de loaaphat e de Barlaam
391
I
I
seruigio inuy rresplandes^iente estante delante ei de loa amigoa e de loa oormanos
e de los egu.iles de afios, o per qiie las almas de todos se aeabaaan de la su
alma, e los otros rrefjrjigerios de la vida. Desende abantponiale la aspere^a de
!a conuersagion e luaohos trabajoa [toi, ISO*»] e enferraedat del cuerpo, e la noo
coBtunbre del en tal meaquindat, e la langoeza det tienpo, e el meneeter de la
preaente sed e nun fallar conaola^ioti o fin de tamAüo trabajo. E por gierte
mucho lo eatüinouio el poluü de los pensainlentoa et) la volantad, aeguod que es
eacripto del graod Anton. E deapues que el eoemigo to vto flaco contra el su
proposito torao otra carrera. Ca veoiaD al su aetidero mitcbaa matiyiaa, e ten>
taualo trastornar per faotasmas vanaa e deauariadas e meter lo en luiedo. E a
las vegadaa tcatendo cuobiello agudo saUaaa aobre el e meuazaualo qae lo ferne
By luego non ae tornase alraa. E otra vez tomaaa formaa de dinersaB bestias, e
eDSauaodoae contra el raoatraua voz e sooido inuy daro. Deaeude trasforaiauaae
OD dragon e en Berpiente o en basaliaco. Maa aquel canallero mny ftierte estaua
syn temor en su corayon e puao rrefugio muy fucrte a bv mismo, e velando por
vuUmtad e denuatandü al mnglino dezia: o engau[n]ador, bien ae quico eres, el
quäl me mueues estaa cosas e tu que de cooaieti^o del mundo feziate talea coaaa
eoDtra el humanal linage. El sefior me ayuda, e yo menoapre^iare a loa mia
enemigoa. Sean confondlidoa e destrujdos todos loa mis eaemigoa, tornenao e
enuergeni;en$e tuucho ayma. E dezieodo estaa coaaa e enprimiendo la aeTtal de
la crux a ay uiamo, armaa Qon lidiablea, aseoto todaa las fantaamaa del dtablo.
E el anda gozando ae armado por la uirtud de leau Christo e faziendo graglaa
ai aefior. Maa aparesgieron le muchaa beatiaa e deauariadaa de 8erpient(>s o
diueraaa raaneraa üe dragonea, loa quäle» aiiia en aquel yeriiio, e non rantasiicaa,
Utas de verdat, por la qiial rraaon la carrera era llena de roiedo e de trabajo.
Maa el meuosprei^iaua los todos en su eora^on e eebaua l'uera el iniedo por
amanga o alitiiaua el trabajo por amor.
0 Capitulo LVIll*'. Del fallamiento de Bertaam.
Et aay canaado por mucboa malea e inaebaa mesqiiindadea, o non por pocoa
dia«, enpero vino al yermo de Senaar en el quäl moraua [fol. 181] Berlaam. E
fallo agua e aroato la eed. E finoo loeafat por doa anoa enteroa por aquel yenno,
e noD fallaua a Berlaam. E en eaie ticnpo pruuatia dios la su fortaleza e la
firraejta del so peusainiento. E asy eataua por el dia so el aol, e de frio [b]elado
en la noche, e non quedana demandando asy commo theaoro pregioao at vtejo
onrradero. E surrfo muchaa tenta^tonea e batallas de loa apiritna maglinos, e
muchos trabajos, e mengua de yerbaa de laa qualea uaatia de comer: ca commo
el yenno fueae muy aeco, naa^ian muy pocaa. Maa aquella alma amante enäa-
mada por amor del aeuor por tuerga aofria maa rrafezmente estaa coaaa iriatea
que loa deleytea. E fallo por la gragla de dios la cueua aeguiendo laa peadaa
de loa que andaaan a ella, e fallo vn monge que pasaua vida de bermitanio. E
Z. 1. cormanos] corrigicrt ans conpanones.
Z. 3. abnntponiale] propooebat ei.
Z. 8 f. Ut outem Tidit semetipaum inimicns debilem advcrsoa istitia pioposltmn.
Z. Sl. aeento] ausento Bbscntavit.
Z. 80. dias] in d. Hdachr. diot.
Z. 86. uaana] in d, Hdschr. osana.
26*
:i{)2 Friedrieb Laaehm
«brn^ndolo • betasdolo rrogauale qae le demoftraae la nonds de
flso 1« tntendtr la manera, e asy qae aprindio por el d logu que
de la ffiorada. K anda gosando se e moy rrezio por espeno^, el ^eqaeSo ds
luengA tif npo cobdi^fiando veer a sa padre. E Mtoao ante la paerta de la monda,
e llanando dixo: bendizf, padre, beadize. £ quaodo oyo Beriaaa la bos, aalio
de la cueua, e conoi^lo por el apirita al qae non podia eonoa^r aealMdaaeato
por el acatamienUi de fuera, por la maraoillosa traafigorafioa por la qojtl arm
mndado e trasfigiirado del primero acatamiento e de la man^ebia feroMm •
florlda; oa estaua negro de la caleotara del aol e los cabello« enbaeltoa e Im can
descarnada e loa ojot puestos adentro e laa pestaiiaa quemadaa por lagriaua •
por miicho qiiebranto de mengna. Haa losafat conoa^io al padre apiriaud qoe
tenia eea miima figiira de la cara. Pae« aay es, pasose el viejo contra orioBte •
oro faaiendo grayias a diot. £ despuea de la oragion dizo amen, [foL 181 ^J •
tomanan se e abrayauanse e besauanae el vno al otro; e por el graat tuaar d«
dontro tion «e podian fartar.
Capitulo UX. De la aaluda^ion e de la conuersafien deüoe.
Kt oomonyando Hcrlaam a fablar dixo: bien veniste fijo de dioa e heredero
dol rrogno yolestlal por nuestro senor lesu Christo, al qaal amaste, al qnal de-
seasto pur inoronylroiento subro todas las oosas tenporales e.corronpiblea, e eommo
niorcador sabidor vondidas todas las cosas coopraste margarita muy pre^ioaa. E
losafat ooinonyolo do contar quantas cosas fueran a el fechaa despnea del an
partiiulonto, o vomuio dios torno todas las cosas, fasta el sa ayantamiento. Eel
vinjo oyondo ostas cosas oon deleyto o coo miragio, Uorando por goao deaia
cstas rosasi glorla sea a ti dios imestro seßor et quäl sienpre eres preaente e
ayiulas a los quo to aniaii. K asy dauao amos grayias a dios. e fablando eataa
oosas 0 aloKfi^ndo so por la grnyla do dios, vino la viespra. Entonye leaantando
Oll omyloii doxioron ol ofloiu diiiinal. Dösende puso (paso) Berlaam la meaa
\um\ yoiiar. Ilona do iiianjnros spiritualos, e non auia y otro manjar de consola-
ttiioitto sontiblo; oa Ins boryas onin crudas, de las quales el viejo era labrador
0 obrndor. o ynn-'ii» datilos los qii.tlos oran fallados en ese yermo, e yerbas de
luonto. K l'a«loi)do (irayins o posioron las dolante e comieron e beaiendo del
AKiia quo ootaua y ooroa royionin grayias oon do cabo al qae abre la mano e
biuolio toda aniiualia do bondoyion. K do cabo louantaron se, e conpliendo laa
ovMv;ioni«9 do la noolio, dospuos do la oraytoo conmenyaron la fabia aplritaal,
oouuiouo üabor («alabra» do salut o Ilonas do tilosotia yelestial. E finco losafat
von r>orl.iaui aüv por nuiohos ai^os, pa«aodo aquella conaersayion la qaal era
nia.i >)uo do iMimo o uiarauillosa. o obodosyieado a ol aay comaio a padre e en-
»oüaiKm- %'i\ ikmI;»» la.< co*a*. o oonsontioudo a todo seraiyio, e sometiendo se a
vi )<o) )i;iivtKi.i( . 0 lui.«An\)o \io toda virtud. o rnuy bien enseüado para lachar
ovv'tr.-» los jinit!::» iv.^tjiluivv,* K pv>r qiw diga sinplomente, tanto [foL 182] le
,4 1- IV. «v (>'••-« i't (ia'mo. 1^.10 90 uiaraui'tlau.x commo Borlaam espendiera machoa aüoa
or. o<;.» MvU 0 v-.'uiu-.o nv>'.'. »o vonyia por ol anacamionto persenerante de ella.
v^\;.' A'..i;v.o tv^iv.»;:.» vio ajaol .A^i^»*!^ tt.auiAr viurx* e »yn conaolayion, qne taa
5.^'. ■«xvxv '.0 ; •■..v.cjo 'oo.;:.. pv^r vjuo *i iv.oriojo por tuorya non perdiese laa Bergedea
.\' 'ti > -.x- •.-.<< »'bra*. K .t*y so soivo:;o a vo'ar a*y vvxico syn caerpo e Myn
,\ V.- V A /■■•.* *:o '. \ o:a.;.,^v. o vio obrjir o.f'. eatecd«iB:<Hi;o era a el non que-
.^'»>-o. c; v*'^' * ^~* ^''* -■= ^" P-~'v? *ie todo d«sp3«« qw »oro ea aqoal
La estoria del re^ Anemtir e de losapbat e de Barlaam
yenno; ca esta obra es verdadera de orden de moneaterio, nunca aeer fallado
vag^aroso de la obra apiritual.
I
I
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I
0 Capltulo LX. Commo a losafat le dixo la au muerte.
Pves aay es, conuersando asy en vno Bcrlaam e losafat de spiritus de mucbos
8ua trabajoa por la piadai, vn dia Hämo el viejo al sii fijo Spiritual, deziendo: o
losafat mucbo amado, conuieoe te fincar en este yermo, e lesa Christo me pro-
mitio orando por ti que te veria ante de la mi mncrte. Pues asy es, vi commo
deseaua. E agora por que ya me esta a las pncrtas el tieupo de la muerte e
el deseo aconpanable e de tantos aüos estar eon leau Chnsto ya conplido es, e
tu cubre el tni ciierpo de tierra e da e) poluo al poluo e finca desdoy maa en
este hogar allegandote a la conueraagion spiritual e fazieodo arremenbrao^a de
la mi humillat. Ca temo que la mucheduDbre obscura de los demonios enbarge
a la mi alma por la muchedunbre de los mis noD saberea. E tu, fijo, non temas
el trabaju de la conuersa^ioD nin temaa la langiira del tienpo e las arterias de
los demoiiios; maa tu esoarnesge oaadamente la enfermedat destos, armado de la
virtud de lesu Christo. E cootra la dureza de loa trabajos e el espagio del tienpo
asy aeras, commo sy cada dia esperasea la [fol. 182^] muerte, e aay commo sy
este dia fuese comien^o e fin de la conuersa^ion. E despnes que estas cosaa
fueron dichaa de Bcrlaam, las lagrimaa de losafat non auian rnedida, mas asy
commu salienles de fuentes mucho maoantes rregauan a el todo e a ta tierra do
seya. E llorando fuerte el apartamiento rrogaua que fuese conpauero en moriendo
e que despues non to dexase en esta vida, deziendo: o padre, por que solamente
quieres lo que es tnyo o non las cosaa que bod del ^ercano? Tu yendo a la
folgan^a dexas me es (ribula^ioo e en roesquindat, ante que bnse bien los tra-
bajos del huso. Mas rruegote qne rueges a dios que me tomes por coDpan[nJero
deate aiglo. losafat deziendo Cbfo con lagrimas, respondiu el viejo ligeramente,
deziendo: non deueroos contrariar a loa juyzioa non conprehiendibles de dios. Ca
yo mucho be rogado a dios que non nos partiesemos de en vno, 6 sabido be de
la Bu bondat que non es agora conuenible que dexes la carga de la carne; maa
conuiene tincar en huso fasta que conpoogas a ti mas formosa Corona. Ca avn
Don lidiaste quanto abasta para auer el galardon de la mer^ed que es a ti apara«
jada; mas conuieueto aqui trabajar vn poco por que entrea alegre en el gozo del
gehör. Ca yo bien ho gient afios e en este yermo acabe bien LXXV aflos. E
magner que non sera a ti eatablesgido tanto tienpo, mas enpero conuiene te de
Ilegar commo manda el senor, poi que seas visto semejable e non ayas menos
que aquellos loa quales troxieron carga de la calentura del dia. Pues asi es,
toma, 0 mucbo amado, las cosas que soa maadadaa de dios. E asy es cooaejado
lusafat.
0 Capltulo LXI. De la muerte de Bertaam,
Deaende enbiolo a vnoa hermitanos que morauan lexos, por que lo trayese
las cosas que oran meo[e]9ter para consagrar la bostia. Enton^e esfor^*ado lusafat
conplio c) luandado a prieaa. Ca temla que por Ventura non moriese Berlaam e
Z, 84 f. ante qne hnsc bien loa trabajos del huso] prinsquam bcne exer-
dtatas Biim laboribi» conTcmationls.
tmm
394
Friedrich Lauchert
diese el spiritu a dioa el oon estando y, e diese a el dano muy diiro non aoieDdo
gaaadae laa pahibr»s [foL 183] ateatiiiioiiiables e las orai^iuoes o taa beode^iones
. del. E aay acabadas del las cosaa por que yua, ofreai^e Barlnain a dios el sacri*
ficio e comnlgado el e dio a losafat loa Dainistertoa liDpios de lesu Christo e
ategroae ©d el spiritu. Deaende loraaDdo el maüj.'ir acoatunbrado, criaua con de
cabo el alma de loaafat por palabraa edilicnderaa, dezieado: ya desde oy maa,
fijo mucho amado, non noa ayuntara en vno la fanbre nin la meaa eo ostavidai
ca ya entro la carrera vniuersal de loa mia padrea. Puea aay es, conuieuete
yerca mi moatrar aman^^a por la guarda de loa mandados de dios, e en eate
logar faata la tia oioatrar peraeueran^ia conueraaado comnao fasta aqui apriaiste
e eras euaenado. E el aermon liel e digno de todo rrea^ibimieato aienpre aea
arremenbrado de la mi vida bumil e iDenoapregiadera. Ca si morimoa biuiremoa,
e ay aufrimos rregnaremoe, E tulea cosae fablaua Barlaaro a losafat faata la
vieapra © por toda ta aocbe, auieodo grant dolor e non podieado aofrir el apar-
taroteoto luengo. £d la maüana luzi^ndo el dia, al^adas la« tnanoa e los ojos al
Qielo dixo: aenor mi dioa, el quäl en cada logar eres preaente e lincbea todas
las coaaa, fagote gragias que cateste la tni hiiniiidat e me feziate digno ea la fe
ohriatiana e en la carrera de los tus mandados acabar el curao desta mi morada.
£ agora, muy buen aenor, rrearibe nie miaericordiosameote en los taberoaculos,
e non te acuerdes de loa mia pecadoa los quales peque a tt aabidamente o non
sabiendo. E aun guarda eate tu fiel aieruo al quäl qaisiate que yo tu aieruo
non digno devant andase. Detüendelo de toda vanidat e tenta^ion del contrario
e faz lo mas alto de los lazos cuytadoe^ los quales paao ea lazo el malo
[foL 183'^] a todoa los que quieren aer fechos saluoa. E acabada la oragion,
abra^o a losafat con talante de padre e besolo con beao santo. E aenalaudose
de la senal de la cruz, eatendidos los pies con cara alegre, fulgo en paz. Ea-
ion^e luaafat cayendo »obre ©1 por Uoroa e eoapiroa e genaimieotoa cunplio el
dolor. E leuando (1. tauando) el cnerpo con lagrimaa e enboluiendo lo en el
pan[n]o de laoa que le diera en el pala^io^ cantaiia todo el dia e la noche e
cantando mojaaa el cnerpo aanto por lagrimas. E el aiguiente dia fizo el sepuloro
9erca la cueua, e mucbo rreligioaameote e con grant rreuerenyia e trayendo la
tierra paso la ea el mo[Du]mea(o.
I
I
Q Capitulo LXII. De la vlslon de losafat, por la quäl le pares^ieron las visiones
^elestialea.
Et coQ cora^oD bien olieote faziendo ora^ioo dixo: aenor mi dios, oy la mi
oragion por la qual llaioe a ti, aue mer^ed de mi e oy me. Ca yo de todo tni
eora^oo demando: sey mi ayudador nin me deaanparea nia me menospre^iea, dios
mi salut. Ca mi padre e mi madre desaapararon me, Maa toma me, senor» a
faz me mantfiesta la carrera en la quäl ande, e faz me aaluo. Ca eres bnen
amador de loa omnea, e por la oravioQ e por la rrogaria de tu ateruo Berlaam.
£ acabada la ora^ton, Beya(D) ^erea del sepulcro llorando, e aeyeodo adormi^iose.
£ vio a aquellos varooes temerosos, loa quales viera primero, veniendo a el, e
qaelVaacauan [aj aqiiel gran canpo e marauilloao. Deaende posieron lo en la (iadat
muy glorioaa e rrcaplaDdea^iente. £ eatrando el, salian los otroa al camino»
Z. 11. termoD] üdelia aerTas et omni acceptadone digniu.
La estoriA del rej Anemar e de losapbat e de Barlaam
395
rresplandea^ienteB eon miicba lunbre, e trayan eu las manoB Coronas rresplan-
des^ienteB por ferinnsara non fablable e qunles nimca vieran ojos bumaDates. E
pregt^Dtando losafat: cuyas sori las ouronaa rreäplandes^ieotca de gloria uQuy
feraiosa laa quales veo? respondieron le: a ti esta aparajada la vna por miichas
almas qua aalueste, e ffol. 184] agora se afeytara mucho maa por eJ buso del
bermitano quie agora acabas, enpero ay te ouierea en el varonilmetvte e perdu-
rares fasta la tin. E la otra taobiea tuya ; maa convfijeote (te) dar la a ta padre,
et quäl por ti decllnado de la mala carrera e faziendo penitengia verdaderatnente
es ayuntado al senor. £ loaafat despuea qtie oyo esta, tomolo duhdando e tristt-
mente e dixo: comtno podible es qiie mi padre, que oon fue mi egual qiie sofri
taiaraa cosas, gane el don por la sola peaitenvia? E dixo eatas cosas, e aemejauale
que via a Berlaain asy coinaio que lo mattraya e dezia: loaafat, eatos aoo loa
mts aermones loa qiiaics (e dezia a las vezes, que qiiando tu fuerea muy rn'co
Qon acras baeofazedor; e tu dubdauaa en la palabra, E agora, commo eres en-
treati^ido de la oorra egual de ti e del padre? E maa te deuiera» ajegrar en tu
cora^on, por que es oyda la tu gran ora^ion por el. E loaafat commo auia
coätuobre de dezir: perdooa me padre, dixo: perdona nie, e muestra tue do
moras. Dixo el viejo: an esta grande e fermosa ^tiidat mereä^i auer morada en
medio de ta plaga rresplaDdes^ionte por iuz muy grando. E cuyda losafat rrogar
a Berlaam que lo leuaae a su morada, e con gran taleate que lo rreagibiese en
BU poaada. Maa dezia el, que avn aoa auia venido el ti[e]npo en el qaal podiese
venir [.i] aquellos tabaroaculoB, aun aomilido a la carga del cuerpo. E dixo le:
pues asy es, ay perseuerares varonilmente segund que te inaDdo, vernaa vn poco
maa despues e aeraa digno deatas moradas e avias eaa misnia gloria e husaraa
dese misDio gozo, e seremos en vdo para aieopre jamaa. E espertando del aueno
losafat auD tenia el alma farta de aquella Iuz e gloria non fartable, e con gran
marauilla dezia a dios ypno de gra^iaa.
Q Capitulo LXIII. De la muerte de losafat
Et fizo fasta la ün de la an vida paaando en la tierra verdaderamente con-
uersacinu angilicai e buaaua maa dura conaersa^'ioQ deapuea de la mucrte del
viejo. E en el XXV ano de la su liedat (fol. 184 *»J deaanparo el regno terrenat
e tomo este trabajo de heruiitaDio. Por treinta e ^nnco anos conuerao en eate
yermo. E niuchas almas tire entre tanto al diablo e las ofres^io a dioa para
Baluar. E en esto acabando meresvro la gra^ia apostoUcal. E era martir e por
voluntad. Ca con fyuzia de lesn C'bristo se confeao e ae esclares^io commo predi-
cador muy grando de la su grandez. E avn Incbando en el yenno dcrribo mucbos
apiritua de maklat por las virtudea de Jesu Christo, o estudo alongadamente
pargjonero del don e de la grzr/m ^-elestial. A ta tin acabada tal conuersa^ion,
con llamatniento dando obra tan üignii a aquel el quäl lo Hämo, cru^iBcundo el
mundo a sy mismo e a ay al mundo, va en paz al dios de paz, e es coronado
ya de la Corona de la gloria geleatial promitida a el ante, c es fecbo digno de
veer a leau Cbristo en las manos del quäl encomendando la au alma fuese al
rdgnado de los viaieotes, do es el eon dellos comientea, do es la morada de todus
Z. 12. maltraya] qnn« uxiirobrantem aibL
Z. 32. treinta] in d. Udacbr. trayta.
396
Friedrich Lanohert
los alegraotea se. E el bu cuerpo pre^ioso vd varon santo, el qaal feziera su
morada <^erca de) e el qua! le mostrara primero el camino para Barlaam, enseüado
por rreuelavlon diuinal, vetiiendo aquella ora del sa dormir, onrrando lo con ala-
baofas sactas e derramaDdo lagrimas por la eenal de amao^a, e acabando todasJ
las otras cosaa que coaiieniaa a los cbristianos, puso lo en el sepulcro del padraj
Berlaam, Ca conuenja loa cuerpos dellos eatar en vno en la tierra, la» almas de
loa qiiales estan ayuntadas ea vno perdorablemeote.
0 Capltuio LXIIIl". Del tredlaudamlento <l. trasladamienti» de los dos santos cuerpos
a Yndia.
Et aquel heriBitario que lo enterro obedes^iendo al mandado de vn varon
cepantable al quäl vio por viaion fueae al regoo de los de India e vino al rey
Barachiaa e lizole manißestaa todaa las cosas de laot losafat. E el non menos-
pre^iaadolo fueae ton grant conpaäa e yirtud e llego a la cueoa e cato el mo>
nimento. E llorando de auao, tiro la ciibertara e vio a Berlaam e a Fosafat
auieotes loa lutenbroa sanos, segiind la propia Bemejan^a, e tos cuerpoa non mada» ^
dos nioguoa coaa del primer coior, mas linpios e enteros de todo con ans viati-
duras. Enton^e aqoellos taberoaculoa de laa aantas ulmaa daaan mucba [fol. 185]
mucbeduobre de olor non teniendo DiDguna cosa de fedor. Loa quales poniendo
los el rey en arcas pregioaaa leuolos a an tierra. E quando »opo el pueblo lo
que fuera fecbo, grand niuchcdu[njbre ayn cuenta de todas laa Qiudadea e de
todaa laa tierras de aderedor venian onrradaineote con ypnos e canticoa e lan-
paraa e Qirios ardienfea a adorar los cuerpoa delloa. Onde vno dixo y aaea
coDuinibleraente e hidoniaraente: alunbraraa gerca loa fijos correderoa de la lanbre.
E aay tnity fertDOsamente e grandeadaitiente son puestos loa cuerpoa en vno en
la egieaia, la quäl losafat leaanto de gimiento. £ mucbos miraglos e saoidadea
obro lesn Christo en la trasta(;;ioQ e en cl pooer e a vn cabo adelaate por loa
BUB aantos ateruoa e alaban^a e gloria del sa oonbre. E vio el rey e toda la
conpana laa virtudes que se fazian por ellos, e muchas gentea que eran en herror
flaque^icQtes se por non aer ficlea e por ooo eonosger a dios, creyeron por los
aignoa que ae fazian al sepulcro. E todoa vieotea e oyentea la conueraa^ion
angilical de losafat o el sn amor non asmablo a dios de la njo<;edat, (e) maraail»
lauan ae glorificando a dioa en todaa cosaa. E aqui acaba la eatoria del aantoj
Berlaam e del santo de losafat.
Z. 3. onrrando] in d. Fidsctir. ornndo lo: et uucxw laadibua honorificans illau. _
Z. 25. de <;imicnto] ab Ipaia fDadamcntis.
La estoria del rey Anemur e de losaphat e de Barlaam 397
Verzeichnis der Teralteten und seltenen Wörter.
abantponer, vorziehen. S. 359,88. 364,8. 365,26. il v. u. 7 v. u. 377,11.
380,31. 381,29. — In der Bedeutung proponere (ante oculos
ponere) 391,8.
abosado, subst. Tomitus. 346,8 v. u.
aeatamiento, in der Bedeutung: Anblick. 337,18 (fermosos por— ). 340,80.
349, 21 f. 381, 8. 392, 7 u. 8.
aconpanable, (el deseo — o de tantos anos, sociale et co6tanenm deside-
rium.) 393, 9.
acueia, (sin — , inefficaciter.) 337,6 v. u.
aduzir, führen. — vida 336,7. 342,6. 357,82. Sonat, unbildlich, 337,1 v.u.
375,28. 381,84; und öfter, eres aduzido a esta Ventura 336,88.
afortalado, befestigt. 383,29 f.
afruenta, offendlculum. 388,81.
agnardador, in der Bedeutung: Verehrer. 336,84.
lo al, das Andere, Übrige. 357,82. sy al non, wenigstens. 359,14. 380,9.
383,7 V. u.
aman^a, Liebe. 391,27. 394,9. 396,4.
amatarse, vergehen. 368,4 v. u.
non amatable, unvergänglich, unauslöschlich (fuego). 371,11 v. u.
amer^eador, Erbarmer (Gott). 377,19.
amollentarse, sich erweichen. 376,6.
la animalia, Tier. 375,8.27.29. 380,4,8 u. 8 v. u.
apertado, bei Vinc. coartatus. 350,10.
arrencar, evellere (arrancar). 370,20.
asechador, insidiator. 361,20.
asmar, aestimare, in den verschiedenen Bedeutungen. 337,9. 343,8.28.29.8 v.u.
349,14. 352,14. Und sonst oft.
non asmable, unschätzbar. 343,26. 387,19. 396,8 v.u.
atestomoniar = atestar, bezeugen. 359,18 v. n.
atrasponer, nachsetzen. 366,24.
a[u]sentar, (absentare), entfernen, vertreiben. 391,21.
avinidero, avenidero, zukünftig. 339,6. 340,8 v. u. 349,18. 373,6.
ayna, schnell. 377,6 v. u. 380,18. 385,81. 391,80. Und sonst,
a y u n t a r , vereinigen. 357, 88. 360, 8. 4.
az, acies. (neuspan. haces.) 375,18.
cabe, neben, cabe sy 374,8 v.u.
cabudiello, Oberhaupt, Anführer (candillo*, altspan. sonst auch oapdiello).
360,1. 366,7 V. u.
cara, hätte 359,80 die Bedeutung des griech. xa^a, Haupt, wenn der Text in
Ordnung ist: al sefior que es oara de todos. Im Latein, kein ent-
sprechender Ausdruck : quantacunque promisiste in carta confessionis
omnium domino, praesente Celeste exercitu et testificante. —
Sonst kommt cara öfter in der gewöhnlichen Bedeutung: Gesicht vor.
398 Friedrieh Lauehert
de consnno, snsaumnen, gemeinsam. 334,31.
coDTersagion, inderBedeatang: Lebensweise. 335,S9. 336, 7. Und sonst oft.
cormano, in der Bedeutung: cogoatus. 346,12. 351,5. 391,1.
decorrerse, veigehen. 365,13 v. u.
decorrible, vergänglich. 365,15 v. n. 372,5 v. u.
deferen^ia = diferencia. 359,24. (q nichU a meis diffomnt.)
derechnrero, recht. 363,20. 371,1 v.u. 372,2 v.u. 381,1. 384,27.
387,2v.a. 3S8,27f. derechureramente. 338, 18. derediero. 380,10.
dereeheramente. 375,20.
descarrerable: en logar — , in invio. 371,3 v. n.
deseomnlgable, exeerabilis. 335,16. 383,5.
descomnlgadero. 344,30. 366,3 v. n. 375,29. 378,S6f. 381,19. 382,tO.
descnstnnbre, das üngewohntsein. 340,5 v. n. (Sonst la non eostantire,
». B. 391, 4 f.)
desfttziar de . . -, das Vertrauen verlieren, verswöfeln an . . . 374,«.
desterradero, wie desoomulgable, descomnlgadero. 336,18. 376,4.
destrip[a]miento? in bildL Bedent von destripar? 344,43. Bei Wb^. in d.
Ausg. V. Strassb.. Joh. Mentelin 1473: ddeerdn = deletioiieaL (In
d. Drnck v. Venedig 1494: deiectionrai.')
devantandar. vorangehen. 394.22.
enfisir. enfeüir = fingir. 34L20. 360,20. 363,11. 372.25. 381,S. en-
feüido 338.6. enfingirse. 333.23. 341.15 v.u. d6Lll. 363,S.
enfiiiimiento. 372.31.
enparedado. (por dura oonuersa^aon de los aolitaiäos enpaa«dados, dnra
anarlioreMios converBatione.'^ 335.29.
erpester. sciiadoi. S*t?.iP,
e£p05. nach. SM.if. 3f>T.J4. 5*2,15.
eiverrPEC«Tfe ^enuerr>>^t*i»«'' • sJf^ «hamen. 3i*l,2('.
escalentsTFe. «ach erhitsen. oTf',S^. ^.«»'J.ST.
efcomexcar. STfi.i&.
esccTCfCfr = oli«Tir«»c-er 5*£l.iT.
rsccrfjcac = i*l»»ptiric»c. ?TJi.T. Fnc ttsnirfilcafi. CJT4.IK.
esif- itfXfr^ sr r»iijritl»ei. d.1 wi'ttr. t.'-vlx sx nirre^wiMÖäei; ist. ol> lodere
fmicir; isv S!*r:. t :Dr.:t*: .. ?wJf.. 4 «i";ir:anf .. J^ü. Sf ininan»).
JfTT.S airitkr.T«- . ?TT. f »?perKrrhU ?t^•l. T cxritaTir.. SoDte «s
erwa e f r c n: <• t < r biiiswx . dfcs cant auf ia; pommfT-ere rcbiJidpt
wikTi. n»::! Aiiü.trif Qtf ix utMm. Tf X7<^ rbfnäll» vcckommeDÖen
esrtOEKMiiar. i'srajfriar. l C£"- /^
f»:r»i : = «tr-mn; . sr^jiun*.. SJir. :.. ?TT .<;,V fTf :i r«rai!,- = exoami.
f * V . : * : : » = hsViina .^si es »k^. j t l
a fsfras- iasr-jiK ha«4:-jtf- .. iflrf. ^~^. ?f
ff s . ^fl >9'\ h
f^trar, ii'a'Ji»ta. r-nl. 1*. !^i* f j;:lii.£J.. .v**. .f t. l. 7dc «ra»: lA —
Arr^'iürl. u öf* Bfürm oft- nonsi «sa. timr&r. üncanöi rAh^ti»«
Turnru nj^cmi^ .-»r-, £i nnrAj>äi ii» TUfin^ STi. :; : — mit
aimcanf^. ihr incdbca^ itsL*.
La estoria del rey Anemur e de losapbat e de Barlaam 399
fincliir = henchir. 358,2 v. o. 882,1. — ee. 359,4. 360,18.
fuesa, fovea. 3^9,30.
graudcftdameDte, magnificc. 396,24.
guarecer, heileu. 337,3 v.u.
non lidiabie, unbezwinglicL 382,2. 385,24. 386.9 v. u. 391,21.
luaible, leuchtend. 365, se. 379,19.
(man a mano, sofort. 358,36. 373,18.29. 382,4 v.u. 383, 7 v.o. 385, 9 v.u.
390,7.
m&neresa, stenlitae (maueria). 335,5,
maslo = maaculo. 369,12 v. u. 370,6. 376,16.
menge, Arzt. 337,4 v. u. 338,7 v. u. 360,23.24. 370,13. 376,18.
menudo, in d. Bed.: zahlrek-h (tarn raeaudoB que la »rrena del mar). 373,10.
menuzar, zeretUckeln (pcrminuto dividena). 886,29.
mestor, aver — , z= meneater. 339,17. 389,94.
raortajas, exeqiiiae, 387,29 f.
mundanal, (las cosas mundanalcs, die Dinge in der Welt). 376,23.
oblidaa^a, Vergesalichkcit. 368,23.
parar mientea, aufmerken, beobachten. 361,7 v. u. Ebenso tener nuentes,
mit en. 389,9.
parea^en^ia. 357,12. Im lat. Original bei Vlnc. lautet der Satz:: ImiuB durae
laborem converaationia et peraeverantiae atupuit eminentiam,
las peadas, vestigia. 391,2 v. ii. Und pesgadas (las peagadas de la
naue). 365,13 v. u.
'pegujar = peculio. (pueblo de pcgujar, populnm sibi pecaliarem nominans.)
344,25.
piadoao, in der Bedeut.: fromm, 337,34. 361,26. 364,18. 389,26.
plotean^a, Bund, fa^er pl con . . . 364,20. mala pl. (federis praevarica-
tionem). 372,18.
porfazndia, procacitaa. 336,28.
poridat, 1) in der urapr. Bedeut.: Reinheit, puritaa. 360,15. 2) GeheimDiaa.
333,17. 360,7. en poridad. 333,5 v, u. 372,9.
primiriaa und poatremiriaa. 346,3 v.u. (et fuenint nouiasima hominis illiua
peiora prioribua. Nach Matth. 12,45. Luc. 11,26.) a la poetro-
mirla. 370,14.17.21.23.
proiiidunbre, la — de loa y dolos, idolorum eervitiia. 335,4.
non qnedable, inaatiabilia. 392,1/2 v. u.
rafez, leicht. 336,6. 339,8. 361,8. 367,4 v.u. 372,1 v.u. 374,7. 377,6 v.u.
refez 375,17. 376,6. rafezmente. 354,17. 377,29. 383,30. 391,8 v.u.
rooontador, nanrator. 381,24.
remasajas. 347,17. de eiliquiis (so in d. Ausg. v. Straasb. 1473) quas porci
manducabant -, der Übersetzer las wohl de reliquiis.
renegadero, abtrünnig. 385,29f. renegadizo (sieruo malo e — ) 373,9.
^/; ftktbUsk Uadun
r^ni(i,h*nt*i drxfAfiPfai inhiMktem). %tö,t»,
r4l>»V7j»i', apim«*.k<«to«w<m , b^ Vine. resiptwrft. 33*1^1«.
»4mAj»A<»*, in (f, f>^ : Glei4»,hiiiiM, pftraboia. 333,1.1. 34f»,».30£ 390,1.
ßftTt^ff,, fAintpnlzrlnn,, *n«in, 337,» ▼, ou taa seäeramente. mr. :)<li.4.
3^17. n, 3o4,.'(,»9. 3^,11. 388,1. non tan «eierftmeate. . .,
man. .,, Ai'^ht nnr, »oiMl^m mkIu 341,12. 378. 3t 1 38&3S. iDi»
fK»eh dM 0<w/)httl]eh«re ; daneben aber andi: nos taui Mlamence.
3K4,7 7. n. Un nolMmanU:, 300,1».;
ft'>A «^brabU, Qnfl?#fTwin«11i«;h. 3^,14,
•«>bf4)it/> («K^t^ft M»t/>;, aoMerd««!. 357,$ t. u. 3^,i<.
ft/r plantar, «npplantar^,^ Zf^,tt,
noHMhur^ rni Mannare. 381,2,
pi^ra nnffti __ aznfre. 386,» t. o.
tar.ir - tan^lr, 3ff8,». 375,«.
tarajado, thn^'.itmwt. iifil.H.
t A n n b r f! f( o « o . . UititihrttiKt. 370, S4.
tornar : tiirbar. 338,4. entoruar 382,«.
raronlblft. Um ml«nbrog raroniblM, virilia. 369,7 v. n.
rnlabUm«-.ntn, wachnam, iKirgiiam. 3r/j,is.25.
viiinla -= vlhiinla. 381,93. (ratlonin liram audiens.)
yii';lf|ft, ywzMlA, ciiblciiluin. .'W;3,6 v. u. 3*Ki,10. 377,7. 385,9 v. u.
Nabfftantiv« anf mlento.
Knlir /fihlrnirJi; tn'Au'.n v'wU'u aridorn noch gcbräuchlichon sind folgende die
w<miIk<h K<'l»''<iiclillclion oder vcrultctcn:
n (i » V t n A III i V II i.o ;i<;;), o. 374, 3».
iiflorntii Ir II to <'iH4, I7.
afnyfninliMiJn .*ir,M, 17. I v. 11. 375,7 v. 11. 37«, 27. 3 v. u. 382,11.
nft Jfi ml (Ml 1 1> '.U\h, 10.
n f'l rtiMuiiln 11 tu .'IHl.no.
11 K<^'* '* inlon to 'IH|,ii.
tiJiinlM III iiMitd 't77, 3.
lunonrwdimliMito ;i;H».ai.33. .'Wn.ft. im,A. 372,6. 377,9. 383,81.
11 r r 0 III •< II h r 11 in 1 0 11 ( o .'ir«'.», 1 H. ',U\{], 1 7.
nviMlIliihuilo .'i:il?,3n. .'(11.13,37. :M.').18. .')H4,10.81. .386,8.
(Mit II III im to, Aiililirk. .'UM, 13 v. ti.
(MMIlllMinillioil tu .'171, t 1 V. 11.
r <i 11 i««i I II tu I (Ml t n .'P.i'J, 3H f.
d I» 0 «• r i* 0 III J »Ml t o M»»r», 8.1.
d 0 1« H 00 r d II III liMi t u IU\\, 1 3.
La estoria del rey Anemnr e de losaphat e de Barlaam 401,
desconBolamiento 388,17.
desesperamiento 385,87.
destorramionto 333,3. 351,4 v.u. 390,13. In ttbertragener Bed. (vgl. das
Adj. dcsterradero) 381,5 v. u.
destrnyiuiento 365,8 v. u.
enfinimicnto 372,81.
engnarnimiento 359,19.
enseiiamiento 332,28.
entramiento 373,18.
falagamiento 366,20. 368,85.
fallamiento 334,89. 391,28.
fiuchamiento 389,28.
gimimiento and gemimiento 377,17. 390,5. 394,27.
monospregiamiento 333,5.
partimiento in d. Bedeut.: Abreise 392,82.
podemiento 359,13.
r e CO ntamiento 332,26. 376,15. 379,i9f.
resplandesfimiento 379,22.
retornamiento 334,25. 388,7 v. n. tornamiento 371,19.
salndamiento 334,30.
sobimiento 384,20.
tanimiento 362,24.
tragamiento 362,26.
trasladamiento 396,8.
trasmudamiento 334,8 v. u.
turbamionto 388,4 t. u.
AdJeetlvA mut able und ible.
non amatable 371,11 v. u.
atestimoniable 394,2. (verba testatoria.)
non buscable, unerforschlich. 386,9.
nou fablab le, inoffabilis. 379,88.30. 395,8. 377,18 (an dieser Stelle in der
Hdschr. non fablante).
non fartablc 379,17. (olor non fartable: insaciabilem et gratissimum odorem.)
395,26. (1. fablable? auch lat. hier ineffabilis.)
corronpible 365,14 V. u. 10 v.o. 11 v.u. 371,18 v. u. 372,5 v.u. 392,19,
p od ible = posible 373,10. 378,10. 395,10.
Ferner die folgenden, s. oben im Alphabet:
non asmable, dcscarrerablOf descomulgable, non lidiable, non
quedable, non sobrable, decorrible, lucible.
AdJectlTa auf dero.
1) activisch, mit der Bedeutung der Möglichkeit:
alegradero 375,6.
consoladero 359,6.
402 Friedrich Lanchert
edificadero 394,6.
engendradero 365,27. (mas glorificaderos e engendraderos , wofllr latein. :
gloriosiora et magnificenciora.)
fincadero 365,7 y. o.
menoBpregiadero, für lat. negligens. 394,12. (vida hnmil e — , in d. Bed.
seibstverachtend.)
tembladero, schwankend. 378,2 v. u.
vivificadero 386,16.
2) passiTisch, mit der Bedeutung der Notwendigkeit, dem lateinischen 6e-
rundivum entsprechend:
glorificadero, glorificandus. 344,9.12. 365,27. 366,15. 386,26.
marauilladero, mirabilis. 355,11. 381,85.
onrradero, venerandus. 342,27. 384,13. 391,85.
Dazu auch descomulgadero, desterradero (s. oben).
Bezüglich der kritischen Herstellung des Textes bemerke ich hier noch,
dass an folgeuden Stellen die ergänzten Worte in der Handschrift durch Wurm-
löcher verstümmelt sind, während sonst durch meine Ergänzungen Schreibfehler
und Ungenauigkeiten der Handschrift selbst verbessert werden sollen.
S. 352, 2 V. u. esc[ogi6]ntes teni[ebras de su gr]ado ; [ma]s es dexado cada [vno a]
SU albedrio.
„ 353, 12 f. end[ncidas de] nos. . . . que s[on en] nos.
„ 354,8: [ganan9ia ning]una. Z. 9: [sostienjen. Z. 21 f: a tu f[ija; ca] amela.
„ 355,19: [a la] sabiduria. Z. 20: e cou est[a8] cosas.
„ 356,80: 8od[e8].
„ 365,12: [por que yo]. Z. 18: [bienejs. Z. 26: [a]b[ant]poner . . . bi[enes].
„ 367,26: verdade[ra8]. Z. 27: [ensjeueste. Z. 4 v. u. : vn [po]co. Z. 8 v. u. [a]un.
Auch noch in folgenden Worten sind die betreffenden Buchstaben in der
Handschr. zerstört:
S. 355,11 V. u.: marauill[o]8a. Z. 8 v. u.: que son fech[as; o]l mar.
„ 357,10 v.u.: dix[o].
Eine imbekannte lateinlBche Frosadichtuiigf.
Von
A. Klr]>itsch&ikow.
Schon 7 — 8 Jahro Bammle ich das Mattsriu] für eine Arbeil über die
Marien legende im Orient und Occident, Vor einigen Wochen habe ich die
Handschrift Nr. 27204 der Müncb. Staatsbibliothek gefordert, in der Hoff-
nung etwas für mein Thema darin zu tinden. Die Hs. ist folgender Weise
im Katalog beschrieben: "membr. 4® s. XII 99 fol. Sermonnm imprimis de
Maria memorabiÜa collcctio : f. 1 Epythoma scripturarum ad confirmandam
inretragabilibus auctoritatibus conceptionem esse sanctara qna concepta est
B. V. Maria. Frogninus, Conceptio iutemeratae uirgiuis. i\ 10: Secundum
epithoma cniiccptionis B. Mariae in illum qi»i contra conceptionem scripsit etc."
Für iiieiijyn Grgeuatatid habe ich in dieser Us. nichtfi neues gefunden,
aber am Endo derselben fol, 89 v (89 ist leer) habe ich eine unbekannte
lateinische Prosadicbtting (geschrieben von dersotbeu Hand des XH. .lalirh.)
entdeckt^ die mir sehr interest^aut scheint. Ich habe sie cnpirt, und Herr
Dr. Traube, der die Güte hatte meine Copie zu corrigieren, ist der Meinung,
dass die Sache der Veröffentlichung werth sei.
De pugna lerusalem et Babilouis exercitunm.
Inter Babilonem et lerusalem nulla est pax, sed guerra continna. Habet nna-
qaaeqae civitas regem siium; rex lerusalem Christas*) doroinaa est; rex Bahilonis
diabolua, et cum altenini in jiisticia, alterum semper in maticia regnare delectat,
rex Babilonis quos potest de civibns lerusalein pe^ miaistros suos, Spiritus snos
^itomundos, seduci eos facit et iniquttate') ad iniquitatem in Babitonem trahit
Jade dum unum de concivibua suis Spiritus Misericordiae, constitutua speculator
super muroa leiusalein trahi cerneret, nuneiavit regi captam praedam in Babilonem
duci. Rex vero lerusalem, advocaus spiritum Timoris, militem in talibus stre-
nuum*): Vade, inquit, eripe praedam nostram. Ille, ut est ad omnia imperata
paratuB, cum vebcitate hostes persequitur et coosequltur, et in aoribus eornm
factus est repente sonus t. a. s. u.*). Timor enim super eos intonult, et ad
jVocem virtutis ejus hostium robar omne contremuit. Quos in fugam conversos
Timor non loogius peraeculus est, sed civeiu ereptum reducebat ad propria.
Verum UDua ex adveraariia, Triaticiae spiritus, non erat cum eis, quum llmor
venit. Uic cum cerneret soctos subito fugientes, ab inaidiis, quibus latuit, oclua
advolavit; cui illi: "A Timore, inquiunt, solo factum est istud et est opprobrium
nobis omoibus." Ait ille: "Ne timeatis a Timore isto. Scio, quid facto sit:
1) Ma. X.
2) Ms. iniquitatL
5) Ms. stronnuam.
4) "Tancjaom ndvenientis Bpiritiis Tchementü" Acta Ap. 11, S,
t- £i*imBniuB3*v
hn «K «n apeni* SHaftac: - n si^sifai luiim im e am
ffttv. «nm. ifinumuL v» ^ar «peuöm '-im. si ^- m
Mji» nn " Ivsc K üir^enc e: i-ianm. ciaofsiiiia. 'jaiami TTii
fiesiwuue i^'C vv faa. uia. phCütfUBir 1*11110- «. uK^a
MC tufuia. cim «t 'JitUuuua. tmunuKnsK la. ir ■eiiur^en «b. =ir9>ezr. -k
MiKaui iniiA aoimn msauausar jxrufn .am. ^snc ic «a n ii«
aqM>l<tti«L tfUt ti}fiKumar s*^ niffiac: nnii hfMXXc st
ahi ftwenr }nMR:iyr. uiKn. sun «um l^isiiiBri «: ?!»£ "^"tnaff s.
.ntuo: M.-!«!«!!:* Tauvrit- i'tUtuM mit!» ul inoKriinL T-^m fsppFarnm
'"iiwr~ hl tueua ^'hnu «uitm. LahSis»» ürassian. 4llii|VPt.
«lii-VB. vuiA ttQfMiniiiE litMftiiri jKbitatattaB TniiHmc Imucuii ?:
viiiuuam« «tfui» luiA btcsbKM. Tuitt mnaiumat, mtii n 3m. rnimi t x.*« l
bun « JMnc ait .t«, irtL TiitK « miljffsrnE siiÜBB laaüan» aronnin»-
Hfißtnntm *''^it 'attitauu. uu\»i va vn&r. mRa .am. sam «cirupt -pamiäämmam i
Vwi aA<iA >i;ai«u ndfru i«»» «v Ji }i:iai:raiiL « iht min» ösib ndna» {3B&-
HiUB. «K u tti«i« n9«r »u irutraciirwm uiaiirrs* «an a>i*iii ?a=ic
miiita* fiswiüit^ Viiis «iUMm ^z ^ uffinuir unn. müs» jmiB
jmnuic >mi}fb>»iua «iruitiiiai tiiuHW 'Ti» uMiaBB xnufigum am
yiAnuvUi a*t ta^rtnifum ibulinr «c « u iaccm lizSisiiiiB «rni iu^k. Ti« iäae
-uütaft re «di^na «c yx*.^jxnik imutoiti «mixlKnaic bsfimiaa.-^ Ji
atvtam Amubt li49'Mu:a. r^ mflm i^füsuarar mmaraac i>9iir<^ pt»'^»" i
.ii9A«isim 4nim I^^mti^nn K«i ^tiuiinain. i^nrsfac sn^tenr^ -m gmii
iitil:t UMMftnr. *2fMrj»di x Jin^ :iifinxc i«i^mnaca-. hS. aoiDiaat
saiArim "jM^^iuiiA vt^rxat^ StiC « uinii utim liiim. ii lou xaiir
nm lUMS *i%{:«» 4 liici« :»iMn '.le ina t'wr, JiKtima fx, ac nn. jmeci^an
«im v.'>*r c \fjVfr »« la iiX7*rta.-.i;nni '•* ?:rrj r»i. rijiL» Mimimi kihi^k- ;?ir»
v;>.><*.iur. XA.ioxruti. I.u.h v,'iiu..;u-i.ii M<.<t « ninu: rrufencuoi '?c 7 Hnanriamaai.
'',iiiiii-. ut ' T-tmjtri.vv.A . ;iiXi':;a :'.'»a.i.u l'*:r-:f::i.iL,i *'.jiii insiiiimu *c yq^xtk. sutü-
.•a&iiit ..iiwt.^r- >KriiiA<ir ^riii««.:« T-r. lioiiir««!! n.:r^a:iai» « irriwiii sanöc-
•ifaA -l* f iMf. •./■*n.iiu-.':i.: -r. »t.ii. h-i-.-Ajx. '','ir:.ia:i:;^'::a.«;a.» uooaiüc. xc lua cat&fr»
«iK>^n.«r,f fjiw .'«r/' i.:'l »p ;».«:. j.'wa.* ai-.i .a.Tit»aii:r :•»«:!:«■ inax xar-i iiiHOiacua«;^
.lut.f.u. « u.-..;«!.'« ?i..":a/i.-i^ i.^»r=rt.ir. i :^T-ri* Himilirac. Picr: So-f» « p-jusr
•A.i'jkrx j^.ft i.i- f;'.*.i ..1 i^.i'z. -•?»:-: tiic-: :rji.i:i;a':ai prioiii. ThujC ai BOiarr:
.» ».•«•..! 'j.*i^::Ji^', 4 ..-.*. aotv» .n ai.i.::.^:.:.::* ;: üaiwiiu- :oacn -üis. Pa^« rauir.
•p<*i« «j-.i'^.Ära; wl "».i u.'..i-im a/1 "xs.fi-.iai ?r:'i«i«ria re7i:i:aTrc ■*«« « Tfisp«-
fifl^'.sAV. *.*. \..A v.ii-tn.« ^ii,'! t;«»!! pfo«*.j»s*;^ -ir. a.-,i i.:pp«:ciiii;-iar « loi* imÜNiiac
..'i Vf..-.'.'-.« SÄV.-.: 1..-. M.t.:. ci.itt ''•/raa-i:.-» ':>*r:< xXzi<i aoöis r«aca: rfa; aoa
p4»->* «r .if.^r...i.Ti T. ..'..-..i-iw. £.tt *.;:Äm ai:!.»! ^xiiui r-xi* ao-iori t«iÜ!iifaiina« * .
', ' ..' ;>;^. Jv .'?..'.' Ji r-xr-vt-a,' ■::. ;r-. inirlnru 3iini-:a.T 'n rv :amiam pr:Ki»-
...... ••. 1.1
1, Ij .i'.a...jr- • ' --rfiivi. --.- ".LH*.;! :;!-:.< .•rsr.-. l.ja."^.
t_ '.•,-.•.. ,<rr.i;.:.:. «--i.: !r/i:i», ■.l'^jl. F yriüi!..-»! «. •^.
*' Av, ... '
', . r ■•:.'. >:.-*;....*.'.. •
Kino tinbekannte latetniacbe Pr(»8a<lic)itung
405
quem ego novi caatritm habere propc nos poBituin, et furiiesitntiiii est illud habi-
ftaculum, (juod io petra niclura suitm posiiit. Oivertamiis illuo, si placet, qiiud
bonum erit illlc nos ease" Qiiod ctitn placuisset ouinibiis et diicem itioeris i|uae-
sissent, ait Priidencia: "Ratio, armiger iiieus, praecedeL vusi est eniiii giiarus
viariim et notua lustlciae urpote conaaaguineiiB ejas." Praecedenle ilaqiic Katione
oetcrisque sequeotibua. autevenit Haiio pt aalutata Insticia minciavit hoates ad-
ventare. Qiiaerit illa. qui aint, iinde et ad quid veniant, scitatnr, ot cum rem
cognoviaset, htlari vultu siirgCDs, ftigietitibus occurrit cum paDibas et obviavit illfa
quasi matcr honoriHcata, anaoeptnmqiie Animaui ab oquo depoanit et in penc-
Iralibua domus aiiae pnvidau» collucavit. Inaeqtiitur hualilia exercltus et, caatrum
obaidena, undique ioquirit, si quis forte pateret ingresaus, ao tanquain leo rugiens
c. q. qd.') Sed cum imdique illud uiuuiiiini invenirent, tenloriani') iigunt et «x*
cubiaa urdinant, ne qitia ingredi aut egrodi valeai , ut uiaiie facto instructis
inachinia inutos diruatit et irruant super eos. Item Timor, paviditate sollicitus,
Bollicititdine') iton piger, non tinqimm securus, commilitonea excitat, ad luaticiam
couvrrtitiir, do uiuniciune loci, de H]i)iaratii .ttmoruiu ipiaerit, adjiciena et illud,
ne forte austeiitarioni dcticerttnt alimentü. Ad hoc lusticia respondit: "Statue loci
ut advHrtere*j pot«6ti», saxosiis est et inaccesaibus*), nee in machinia, nee in
armie inimivornni timet initulturo, aed ({uod aridus est, paucoa habet tudigenaa,
quoa arido ordeacet panis eibo utcunqiie auateotat, et nunc aupersimt nobia V>
panes ordeaoe» et iluo pijC'S." Et Timor: "Et quid est ho« inter tanfOB?" Coepit
fgtttir pavere iiiagia et laedere , et arguena Animam, (juod ab equo Desiderii
deaccndisset; aaepina illud memorabar eaao noviaaima bominia pejora prioribua.
"Equus autem ille ruran praepeti festiniia advolabat ad nrbeni nee aoliiis Rationis
conmiasua ductus. Ipac, inquit, videris, ai iion melius erat tibi tunc, quam nunc."
Prope jam erat, ut adveraua Spem contraria aentienteui Timor inaurgerct. .Sed
Temperancia Prndenoiam advocavit; acceraila Pnidencia inprubitatem Timuis
objiirgavit, «in adveraarios, inqiiens, tuus tniicro, o Timor, desaeviat! Noacis, quod
rex noater rex virtutiiuo eal, doroinua f. et p. d. p. in pr,'*), Eat igitur nuueiua.
qui suorum ei necesaitatea expüoat, adjutoriiim efttagitet, auxiliatorem :idduoat " —
"Et quia ire poterit? alt Fiiiior: tenebrae terratn operiunt et uiuroa obaidet bostiuui
pervigil tiiultitudo et nos iguari viae, tauquum in regtune longinqua." Advucant
igitur hoapitom suum Itiafieiam, "Si quid, inquiunt, potes, n<ijuva nos." Quibus
illa: "Ijono animo eatote! Eat enim mihi nunciuH tidelissimus, regi bene notua et
curiae, Oratio, scilicet, qui in occuUo noctis silencio per occtiltaa ot notas aibj
semitas arcana coeli penetrare et cubiculiim regia adirn et opportuna inpor-
ttmitate animura regis pium flectere non indoctua aupplicacione miaerabiti Inboran-
tibus auxilluw aolitds inpctrnre. Eat ille, si placet,- ecce biu prnesto ust." Cuuhiuc
oranea placitura aibi dicerent, Prudencia, quid regi inainiict, dictante, hiBticia. ut
fiducialiter agat et ne vacuus revert.itur, praectpiente, ceteris et roaxime Tiuiore,
pt iter acceleret, deprecantibua, per occiiltoB quosdam muri oxittis dirntaaus est.
At ille. hostium penetrana cnneos aecurua, omni avi velocior. in «lonimto, in ictu
ocult usque ad portaa civitatis novae lerusalom pervenit. Quaa cum claus'as re-
1) Kp. Petri I, V, 8 circnlt qoaereni, quod etc.
2) Da CAiiße tcntorimn ; tcntori«?
3) Ms. soUicitailiDcm.
4) Du Cange n. v. — rccunnbitre.
5) Ms. est.
6) dominus fortia et potens, dominus potens in proclio. Ptnlui. XXIV, 8.
ik
40«>
A. Ktrpitscbntkuw
pcriaaec et piilaass^t, janitoribua aegre fereDtibua, quod intempcate nocda aiientio
cjvitatem r«plcre clamore et regi ipsi inportunas eaae ood vei^retor, at illo perse-
verabat pataare et ampüus loqaebatar: "Äperite mitii, inquieDs, p. i. i i.e. c. d. *)
regi non in ore meo, sed lualtitudioem d. m qui sunt in corde m.*^!. Haec, in-
quit, porta domini mei! Iiiaticia miait roe ad vos ot introducar ad regem; quod
nd ipaaoi haheo raandan*, quod propere feram." Dum aic gemit Oraiio, experge-
factua rex ait commilitonibufl: *Vox turturia audita eat in terra noatra*)" et ciun
cogoovisaet esae nuDciuin (usticiae, infrodaci emn praecepit. Ingreaaa Oratio ad
regem adoravit et ait: „Ilex! in aetemum vive!" Cui ille: "Rectene aunt omni»
circa dotDinnto tuum et quae iiliua aant?* Et Oratio: .Recte, domine mi, vestri
gratia. Porro unnm eat non: aervHS ilie vester. a coruibus iinicoraiuia ad inperium
regia ereptua, divertit ad toilitem vcatrum, dotuinuiu nieuui et, Doroine nii, t€<rra
illa eat auatera et arena et cibam non habet. Det dominua b. et t. n. d. f. a. *J.
8ed et congregati boatea auot in multitudin'>m, al dimicent contra noa. Da nobia
.iiixiliuni de te, quod non eat alias, qui p. pron.'j, niai tu, dominus noater. £4:ce
quem manua tua de principibua (enebrarum potenter eripuit, clamat ad te io toto
corde auo in auapiriia muitia, in eingultu cordia et lacrimia, ut mittatur ei auxilium
de aanctu. Exaudi, domine, p. d. a. et f.*) et mitte ei liberatorem et propugna-
torem, ne qaando dicant boatee: "abi eat deua ejua?" rapientea, queni eripait
dextera tiia, et aic cnptntio noviaaima pejor erit priore Que util. in aaoguio«j
ejua d. d. in c.^). Libera euro, domine, ut confiteatar nomini tuu*). quod in in«
femo non eat qui c. t.')." Porro rex, cujus natura bonitaa, motua hia Ucrimia,
ait: -Qaem raittemaa?" Ad quem Caritaa: 'Etce ego, domine I mifle mel" Rex
qua^rebat de aociia. Sed Caritaa domeaticam sibi reapondet sufficere familiam.
Exit ergo una cum nobih'aaimo auo comitatu: Gaadio, Face, Paciencia, Loogani-
mitate, Benignitatc, Bonitate, Manaiieiudine. Hia «tipatua dux insignia progreditar
eertuaque de victoria erect« aigno trimnphali primam pertranait aecundamqa
cuatodiam; curaque veniaset ad portam, nitro rtperta eat ei. Ad cujus ingreaaaia'
facta eat laeiicia magna in oppido. Cunique auadente Gandio vociferarentnr
omnea et clamarent, exortua clamor exleriorum caatra perterruit, et illi: 'Quae
eat", inqaiunt, "vox exuhationia in annbua nostria de castria Israel? Non ita erat
heri et nudiua icrcius. F<irte veiiit eis auxilium et inpetum facient in noa? Fogia-
mua ergo laraelem qiiud d. p. pro. e. contra nds"*). Interim Caritas, niore ia«|
pattena, ordlnari exercitus, aperiri portas et peraequi inimicoa praecepit, aperti
denunciana: ''Vadam ad portaa lustieiae." Sic quasi uno inpetu uuiveraua Carl«'
tatia exorcitua procedit, quos Babilonii non fcrentea fagiunt, aed non effiigiunt.
Cadit mille a latere Temperancine et deeem miüa a dexiris Pradenciae. Occidit
Timor mille et Caiiras X. milia.
1) Paalm. CXVll 19 Apcrite mihi {»orlM jastitioc, inp-eaaua in e&s coniiiel>nr domino.
2) P«Alm. XUIV 19 Sccunilum maUituilincm ilolornni lucorum in conlc meo.
8) er. Uant. 11 12.
4) ?
ft) pugn«t pro nobis?
G) Dan. IX 19 KxAudi, (luminc, placnre, domine, nttcndc et f&c.
7) Psalm. XXX 9: Qnnc utilitaB in sani^ine mco, dum dcscondo in corruptioocm.
8) Cf. Pealm. UV 6.
9) confiteltir tc?
10) Exo«l. XIV 35 dominus cnioi ptignat pro «t« contra noa.
Odessa, 1892.
Bigot und bigote.
Die Narbricht über den ürsitrung des Spottnamens der Normannen,
welche das nach 1137 geßchriebene Chronicon S. Martini Turonensis
(Duchesne IM, 1)60) erhalten hat, gehört zu den guten Oeschichten die uns
der Lehrer mit Recht schon in der Schule orKählte. Wörtlich lautet sie;
iiic HÖH est dhfmdus pcdem Caroii vsculari nisi ad os .suum
tevaret. Cumque sui comites illum ammonrrent , ut pcdem regis
in acceptionem tanti muneris oscuiaretur, llngua arif/tna respondä
y,Ne »e bi yoth"^, uod intei-pretafnr, y^non per deum'^ ; rex vero
et üui illum deridtnlen, ei sermonem ejus corrupte referentes, illum
vocaverunt Bigolh. Undt Nor mannt adhuc liigotki dicutUur.
Eine gewisse innere t'bereitistimmung mit dem Charakter der Zeit
veranlasst selbst Freeman, Norman Conqu. P 608 die Worte für dänisch
zu erklSron — was sie nicht sein sollen und nicht sind — und die Mit-
teilung für authentisch zu hallen, Ihre anekdotenhafte Natur ist in-
dessen evident und überdies nachweisbar. Die altere und vielleicht
nicht nur dem Geist nach historische Darstellung steht bei Dudo, B. II:
IMloni pedein regis nohnti osculari dixeruni tpiscopi: Qui
talf dotium ncipit oscnlo debet vxprtere pedetn regis. Et llle
„NuHfptam curvabo grnua mea alicKJxs geuibus, nee osculabor
ci\juspiam prdem^. D'ancortirn igifur prccibus compuhits Ju8ni(
euidam milili pedem regia osculari. Qui sttdim pedvm ri'gis ar-
ripienSf dvportaiit ad oa suum. ntando/pie dejixit osculum, ngem-
que fecit resupinum. Itaijue magnus exciiatur ristis inagnusque
in plebr iumultus.
Und in ähnlicher Form findet sich die Erinnerung noch zur selben
Zeit und in derselben Gegend mit dem Chron. S. Mattini, in dem libor
do comp, castri Ambaziae, Mabille S. 31 :
liolloni . . . <pii pcdctn Karoli Sfulti noluit osrnfm-: , uisi od
0» sHUtn levarei.
Aus der Chronik können wir also zunächst nur entneliinen, dass
im 12. Jahrh ein Insasse von St Martin in Tnurs bigot als bei Gott zu
interpreriren vermochte. Er war indessen nicht der einzige der so viel
27*
Vir.rnisristfc*' Kfrr'nisse besass: p<'^'l^!rf und poi'herr* erpcbeinen afr.
:l. 1T.""i:": £'■ _if'. -j»: .;..,: .'(.-.r j>f..: *.<;al/^ii
.'. Jfi'I : i/ . ''j.''i'h'!f ". fcr. '.Tj'*ii*:rn. 't^-rf.ir o ho**i iuit
TT. .:(i//.< <.? 'jrfjac^Jirrf.
r*tLE:t t'LLtf- t* fr'.i^lLt-i: kl* cV lukr Cit Nc-rmafiDtr mii d«SB
>.L = :-w^:r: tl? L»r-:fr'.tr 'L'?2r>?ii*': i.t:»c- ctsf itLi in. Iv' Jniirt. die
YrrvtiiiriLL': £■:: ."^i-.-i'.rf r:»'.i i-i'ii-'.-krr irrC»tL:*. sfiri i»iiQt»* Er-
::Z:..-..!.r. -f.: v-.-.r-! "VV^ii.T^. Li:.ir*«::.vrr: lil E:-:* Ht'iLnfi:* }»*-r
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-£.. F^-H?rLt^ . •- '». '.«.!* . l'Lzz. £•-:■: vLrif n.tj. iuct ä"i<- Nfaviit<&rs
l'L* L.rrLT :.. '♦^: •: >: t.*: : -. :: ia* if-:*.;-!^. dLr.ifji :iiit: i.>L-rci«.-i
t::-:".i-:l l-.: L'^r-irl'.L..'- i-z Ar.rur i:: £e.- :*:.l * liriit-^i'^i. Pi-r**^
^-.ivi.* L-L'.'ri k.Z£r::zL'^r-i. ir Frt: ! ■■?- V^'fcvf. Z.;.i *^I. -iTTT. •*.:. -Si-
:r: -:::f„.r !r.--. ^.: i-n : i.rt: L:rü::v: t:--!'.-.!- i.ii i irr
:-•■■ -.•'.ri-: :•-. Lur j : L-.r-:? iw:: iri: Lrr.L: öf-: :»f x'-.'*^!:: rr Zi*.-: :
LLT i. :-:■.-
1.:: --: ::. . r. .■:■'. iri : ■: ::«? ""• 1 1 -r: ii't^^^.^z
1.- : ..:. .._ ■ =.._.:■ ■..?;■:•■ .--^r: •r.-'.iin- f i.m.
Bfjjot und bigute
und in der Chronik, mit dem als Eigennamen cinor der mächtigsten
an|;lnrmrmfinniacheu Famüton, und Wilhelm v. Jumiejiroa VII, 19 nennt
deren Ahnhcnn bei üinem Ereignis, da» um 1050 fällt, Koberiua Liigot.
Danach würden die Dänen schon vor der Festselzuog Uollos in Rouen
auf ihren englischen Raubzügen den Schwur erlernt haben. Ad sich
ist das nicht unmöglich, wenn auch viel weniger wahrscheinlich nh die
spätere Aufnahme. Zu bedenken ist aber, dass ein fremdsprachlicher
Modeflucb nur eine begrenzte Lebensdauer hat , und die wechseJvoMen
Jahrhunderte zwischen Rollo und dem C'hronicon Turonense nicht wohl
aujidauern konnte, das» ferner unter den Normannen selbst sein Ge-
brauch auffallen muaete^ damit ein Reiter danach benannt werden
konnte (cF. Heinrich Jasomirgott ). W. v. J. eehreibt nach 1137, und
er hat auf Hubert den Vater Rogers den Namen übertrngen, den der
Sohn und dessen Nachkommen führton.
Nach der Trennung der Norraandie von England und wohl schon
vorher, unter dem Einfliiss dtia Spottes der Nachbarn, muaste dort der
Schwur wieder verschwinden, und damit verlor auch das franz^psiache
Spottwort den Anlass. Daher geht im 13. Jahrh. seine Spur verloren:
an der Grenze, wo solche Traditionen am längsten bleiben, mochte es
sich noch halten, in weiterer Entfernung kannte man noch den Klang
ohne einen rechten Sinn damit zu verbinden. Die oben nachgewiesene
Kenntnis der Bedeutung seines zweiten Bestandteils dauerte, wir finden
sie in der Farce de Colin um 1500 wieder, wo der deutsche Pilger sein
sionlo&cs Kauderwälech ( Viollet 11, 399) mit Got fadrecot beginnt, und sie
begünstigte, neben dem lautliehen Anklang, Übertragung auf die Schüler
Lambert le Begue's, bei welchen die offenbar nicht gerade freundlich
gemeinte Benennung masc. Beghardc, fem. Begine (cf. auch Bighina^
Bigini, Bigrinao, Biguinae bei Ducange) schon zu weiterer Variation
henuisfordertc Dass das im 15. Jahrh. wieder auftauchende Wort diese
meint, zeigt deutlich die von La Curno citirte Stolle aus Jean de Troyes
8. a. 1482:
Fht ausiti venir fjrnnf tiotnbn t/f hhjots, bigottes, rt gens dr drrocion
und sie hobt auch den Zweifel den Diez s v. gegenüber Ocgul/a —
bitjliioffu äussert. An den Heuchler war von vorne herein gedacht, und
es ist nicht schön wenn man einen Abt so nennt, wie es 1425 in Bassigny
ein gewisser Rebours that, nsich der von Duc.-Carp. s. v. Bigothi angeführ-
ten Urkunde. Hier wird das Wort noch als Provincialismus bezeichnet.
Aber nicht von den Engländern, sondern von den deutschen Lands-
knechten stammt der Heilige mhict Ficaidt Rabel. HL 29, cap mut l'iyot
d'Aul)igne, Bar de Eaeneste IV, 10, wie schon Le Duchat bemerkt hat.
Der oberdeutsche Anlaut konnte als Muta oder als Media aufgenommen
G. Baist
werden, mit der letzteren schwört Panurge Rab. IV, 18 Tout est frelore
bigofh, im Anachlusa an viel gesungene Spottveree auf die Niederlage
der Schweizer bei Meltgnano: Touf estfrefore, La tinttlorc, TotU tsf
ff clor e higot is. Regis, Rabelais, IV, 617). Keigläufer und LandaUn echte
gehören seit dem Ende des 15. Jahrh. zu den bezeichnendsten Typen
der Zeit; sie haben in den verschiedenen continentalen Sprachen eine
Anzahl niilitanscher Worte hinterlassen, stünden aber auch im Vortrab
der Mode^ und ich denke, das» sie den Anlass zu der span. Benennung
des Schnurrbarts, Ä/(/oi?*;, gegeben haben, die neben mostac/to im 16. Jahrh.
aufkommt. Das 15. Jahrh. war im Altgemeinen bartlos, beim Lands-
knecbt war der Schwur mit dem Zwirbeln des langen, sorgfältig ge-
pflegten Schnurrbarts charakteristisch^ und es lag nahe die eine Neu-
erscheinung nach der anderen zu benennen. Von Spanien sagt Weiss,
Kostümkunde 534, dass dort in den 40er Jahren des 16. Jahrb. der
Schnurrbart allgemeiner werde; ich habe seit längerer Zeit auf die bild-
lichen Darstellungen geachtet, fand ihn häufig erat seit den öOer,
selten in den 30or Jahren, früher überhaupt nicht. Jedenfalls ist die
Tracht in Deutschtand und auch in Italien ein gutes Viorteljahrhundert
älter als dort. Noch vor dreissig Jahren tat ein Deutscher gut, wenn
er vor der Reise nach England seinen Vollbart abnehmen liees, um nicht
auf der Gasse verfolgt, oder wenigstens allgemein als Barbar und Sabbat-
Bchänder betrachtet zu werden. Und ebenso auffällig mussten den
Spaniern Erscheinungen sein wie die beiden Maximitianischen Reisigen,
die ich den ,, Mitteilungen des germ. Museums"^ entleiben darf, und die
gewiss die Predigten über das ,,losterlich Rüchen der Lanzknccbt''
redlich mit verdienen halfen. Alldem entspricht die Entlehnung des
m
Hfgot und hfgote
411
synonymen mostacho aus Italien: in den italienidchcn Kriegen wird
aiirli in den Bpnniachon Heeren jene antlt-re lk'nennun|2f aufgekommen
Bcin. Das dem Span fremde aus!. -/ konnte durch -</ wiedergegeben
iWil"'
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y\(S/';ii'Jii))^W\
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oder zu -te ergänzt werden. Letzteres tnusste fiberwiegeo^ da Stiif. -oU
gebrauchlieh ist, und zwar -ad, -edf -id, -ud, nicht aber -otl sonst vor-
kommt. Indessen zeigt pg. bigode, das« anfänglich auch jene erste
Wiedergabe bestand.
Ganz verachieden von diesen Formen ist biyot von den Schielten,
das aus dem Franz. in die übrigen romanischen Sprachen kam, vom
Flaschenzug, Take] , an der biffue, Spiere. Da die Bedeutung auf den
Nordosten weist, steht der Identificirung mit prov. biga Sparron, sp. ciga
Balken, Nichts im Wege; biya „Joch" bei Bernart Alahan (s. d. Beleg
bei liaynouard) erklärt den Bedeutungswandel des gleichlautenden lat.
Worts, bigott Karst, das speciell im Burgund. fortzuleben scheint, aber
verbreiteter war, mag mit deutsch Ricke! zusammenhängen M, während
biyot „boUeiix" bei Puitspelu dunkel ist.
Alfranz. -goi^ das Diez zu Bigot als die gewöhnliche franz. Wieder-
gabe von Gott betrachtet, ist offenbar aus dem Lothringisch-W^atlonischen
1) S. Dacange Biffo\ cum higonibus deutet auf hUjut, nod fUr bignon, hignot
ib. dürfte biguon sn lesen sein. Vgl. flandrisch biqm für }ti<iue, Dac. higlar.
1- lAif
'T i! :-n ■•;«».- ;fi ti:.'f-i * -it!»«i: i'un t hu-n. ulj, tr-u" t.r'*f~s
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»iL- ,'# .'it '■■tt' .ty.. ;•:■ •^■/ ■ '.- ••finr'itt- ■.'itOJ'i-^trf-!^ tilc "r«7i IKI
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i. / './» ,'i.>/.tii.r.-\ .»Sil .iiiiiöu-i n i»^ iKninnemnir«- bi THüniJt* ib
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.i.i-f''}tj- ■!''■ ■' .:'nilw.nM... '.nur Ub- ld;rr,^ iHi» Z£r-»3IK VK ~"
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II. *t .1 ; i» V I •«•••i «ilrt il i*riifTr:-'>- irarnn^r Lu? f*?2rRr* s- lo»
r*;ir"'-.?».- »rill /.j.'i! •a«/M tn M-i V rii:-*'!it iIk in«i«.ii"infi''a-»rHniaiie-nen
lifjuffvii.r' /..i -..fir-i » •••■[»•T 'il' «mi* T-iumr ia:i»»J:iiir natfrtr >:nnim.
i ü:». :ii iii.ii.f-riri "Sn:! v iiir'tnii *^!;i»* JiTiniiimnir^ naniiinr xnii
.•n'fi» iJil' liTi .':'.':-ir.:i.itr' ii.-iK.mi-fi iiar.iir'ir v irii Ti.r iinnm ite.-
f ■!^«.?i:»i.ii-.!< ' .'i '.A.\ n;.::::. l.i;i liit r'tü-.nz'irr.tr uirr^rRTiiii» "-»rrfsniiiunr
ii'Mi'/'rl ' r— i.ii-« :"■: /..l l;i..*!il «<'nit;.K. ZjHH Tr!l:!l«s lllli«» Ulm -*m»iin
».;!, — . ' — ■t.i.i.v.-?i ':•■■;- ii-'t '-'■;. «^ '/i «inum jLri- ar -»rauifen
.•.i.:-f .'■•■!■ .'i '-.'••il.jf !.:■: i.M ^M :T ^ tr-.-.iTfr.i-i Li»v:iinasaiiiinr nTnin
..■:■ .1 I.: .■■■:•..:.... i i.i. l.".-.:: /..i.Vi -r:M.:;'i ii;i;:i i'tn '*p«rr Tn^n
.. .I- /. . ■'. .' ..<•:.■•. 1.1 : t:-:1 -.'.r UA f'l. : / V -••/- -r«.
/■ . :i; ■■'.'. I . :: :-::• \ iTv •r'.'-Ti'^r F jr'>**r2uni rus
..,/.! .... I . 1. ..•: -.■• ■ ; : --iiiii ■-■-a ii;£'in.i .ri 7 ieviaa
, .' .ir :.i.n :.-:ii 'j'iiT. lamiama.ia
. .!.:•. . ■ : : :.-?:•::. ... :.:■■ \\,k\:7M'.\i ::ii*:imnii*n Zln
.,; . . •■ • :. ■ :=■..•: ... :r-,\-'.^,". v;i"i':n '.sr jHor -iS
■ ..• .■■, ,. .. \. £■'< ...X-W'-.iu _ iji'i ' /. j. Laar.ii:ii
: X • ■, . ., / ' •■ ."■•'.• .•■! V.^^■ '.»'i-iin Mir.Diiiri*^
: . :...*■.-.. , . III • ' '■ n-.f ',f ■<';* i.-ilittt: ir'
■ . . ' • ■ '•• R;i."1;..-!1 :i;ini^n .VTr iaä
.- .: •■. :. • ...-— ;/..;'Ti'.n .'.;j I.Ti-in m«! iii» l£^-
•. ■•■ .-. ; ■■.:.■•■: ;: ■i-rrll .*in.',i::'?!l B'i\*i'S 'i'»n
:. . . : ■ i . . : \ . . i .■■ ii. •; . f - 1 • • iiisint'ti' • .
'.. '• ... /**'. M •»!. nii-'inr' L'mnin
Bigre — Fazüado
413
durfte die Etymologie aus deutsch stechen y^Pasticot Munt un ver qui se
wvut heuwoup et qui asticote^* erledigt sein. Mit der Bedeutung, die
heute für mtkoter angegeben wird'), lässt sich deutsch ^.wurmen'' ver-
gleichen. 80 viel für diesmal aus dem grossen Capitel vom inter-
nationalen Schlinpfwörterverkehr.
G. Baist.
Bigre
ist bei Hatzfeld-Darmesteter mit der unmöglichen Erklärung gerni. bl =
abeille -|- germ. ijar ^= garder ausgestattet. Schon bei Ducange b. v.
ißigarus ist indeaeen die über die Herkunft entscheidende Stelle ge-
geben, Gosta consul. Ändegav., Mabille I, 36; „/^ rero in pago liedonico
or/undus hahitfitor rusticanus fuit, ex copia sUvestri ei vetwÜco rxercttio
viciitans. Huju&modl homine», ut uliqui dkunt, Britonts Bigrios vocanty
nos uuteni Frunci Bgrsarios sive Pedicarius dicimua.'' Das Stück der
Chronik gehört ihrer ersten Redaktion, dem ersten Kriftel des 12. Jahrh.
an. Die Bedeutung „WalJhüter'* ergab sich in der Normandie (s. die Citate
|bfii Duc. Bigru9, Bigus, Bigarriu», Bigarusj; Bretonen von jener Lebens-
weise eigneten sich sehr gut zu dem Amt, und den Mann der Chronik
macht Karl d. K. zu seinem Förster. In dem ursprünglichen Sinn findet
iSioh das Wort noch in der von Uenschcl zu ßigrus citirten Urkunde
vom J. 1257 bei Süly.
U. Baist.
Fazilado.
Auf Grund der überwiegenden Schreibung des nur bei Berceo über-
lieferten Worts habe ich mich Zts. IV, 474 gegen Cornu für J'atilado
entschieden. Wir haben beide übersehen, dass mittellat, Belege existiren,
welche die von mir bevorzugte Lesung ausschlieesen, wie die von C.
aufgestellte, selbstverständlich bei Körting wiederholte Etymologio,
S. Ducange-Hensihcl, Fachilator, in den Statuten von Castro, s.a. 1358:
mailfgoSf divinatores, fachilatores tt mtthßcQ3\ und ib. FutckiUa in
1) Ohne Beleg. Freund Sarrazin weist uilr (taa Argul-Wurt n.icb in der Fille
de M""» Angot: Lts joura de fett et dimanche (^hminl ',,1 Vasticotait\ er enii><in<l»'t
darin asticot i. d. B. Köder.
4U G. Baist
einem Brief v. 1384, aus dem kgl. Archiv, ohne nähere Ortsangabe : et
portnri fecme falchiUa.< ad intocitendum dictum Galiardum: endlich
FacHlare in der Vita des h. Deicolus t. Lare: Cunr^ue nefas fale
eresceretj et nemo esset, gut faciilaret, quasi /icenter miserum caput tali
utebatur incestn.
Nicht nnr die erste der Stellen erinnert am /ascinator , die zweite
am fascinum, auch die dritte (= Berceo) tm/ascinare, sobald wir die
Glossen fascinat -gravat bei Duc. beachten. Es scheint ein barbarisch-
gelehrter 8affixirrtum Torzuliegen, der sich aus irgend einer Aotorität
des frühen Mittelalters weiter verpflanzt hat. Das Wort bei Berceo
ist gelehrt, ward daher auch von den Copisten misverstanden.
G. Baist
Casamatta.
Von den Erklärungen die Diez, E. W.', zu dem Wort anfuhrt, ist
jene von Mahn als schwaches d. i. verstecktes Haus ebenso wenig be-
friedigend als die aus sp. matar. Die früher von ihm bevorzugte, bei
M6nage gegebene — Körting lässt sie natürlich ganz weg — aus xatriia»
xäfffAata ist in Wirklichkeit die einzig zulässige. Alter als bei Rabelais
im Prolog zum 3. Buch ist das Vorkommen des Ausdrucks nicht belegt,
und dort heisst er: vuidoient chasmates. Warum man hierin (cf. Hatzfeld-
Darmesteter Dict gen.) eine Umdeutung auf das Griechische sehen
soll, und nicht vielmehr umgekehrt in casamatta eine Umdeutung aus
dem Griechischen, das bleibt unerfindlich. Der terminus technicus fehlt
dem Mittelalter, er gehört der Befestigungskunst der Frührenaissance
an, gelehrter Ursprung ist also vollkommen möglich, und wird durch
die Schreibung K.'s sicher gestellt.
G. Baist
Ein unbekannter altspanischer Romancero.
Von
Adolf SchAeffer.
Wie Bclten die von don Bibliographen besrhrioboncn Ausgaben dur
spaniBchen Romanceros der Mitre dee 16. Jahrhunderts sind, darf als
bekannt vorauBgeBotzt werden. Um so interessanter erscheint eine
derartige, der Gelehrtenwelt ganKÜch unbekannte Sammlung, deren In-
halt sich allerdings zum grossten Tbeile auch in anderen gleichzeitigen
Liederbüchern findet, die aber als Druckwerk wohl als Unicum da-
Bteht. Es handelt sich um ein im Besitze des Verfassers dieses Artikels
befindliches, in Duodez-Format, ohne Präliminarien gedrucktes Werkoben
von 198 Blättern, dessen Titel folgend ermassen lautet:
Cancione
ro de Romances
sacados de las coronicas an
tiguas de Espana con
otros hechos per
Sepulueda.
)(
Y algunoB sacados
de loa quarenta cnntos quo
compuso Alonso de
FuentcH. Impree-
60S con licecia,
en ia muy no
ble ciudad
de Qra
oada.
Aiio de Mil o qui-
nietos y sesscnta
y tres anos.
0 ()')
1) Sehr SU bedanem ist vom bibliographischoo StJtodpuokt aus, dass ausser
einigen Blättern im lonero dem Exemplar auch das letzte Blatt fehlt, aufweichen
416 Adolf Schaeflfor
Dom Inhaltsvorzoiehniss (nach den Anfangsbuchstaben der ersten
Zoilo alphabetisch geordnet) folgen 119 Romanzen, in Antiqua, ohne
jede Interpunktion gedruckt, deren Titel und Anfangszeilen die nach-
stehenden sind:
1. Komuncc de la memorable batalla de las Navas de Tolosa.
„Triste estaua el rey Alfonso"
2. Uomunce de el infaute den Henriqae.
„Gran querella tiene el rey"
3. Uomanoe de Don Kodrigo.
„AmorcB trata Kodri^o''
4. Koninncc <lol Key don Kodrigo, como entro cn Toledo en la casa
de Hercules.
nI>on Kodrigo rey de Espana**
r>. Komunco de! n\v don Kodrigo como perdio a Espaiia.
«Las huostos de don Kodrigo"*
0. Komunco dol Key don Kodrigo como hnyo de la batalla.
.Yä 80 sale de la priessa"
7. Komancc de la penitencia del rey don Kodrigo.
Po»pues ql Key don Kodrigo'
8. Komancc dcl rey don Bermudo.
.Koynando el rey don Rerrnndo"
*A Komancc dcl rt\v don Alfonso el casto.
.IVi^nio* do niuorto Bermudo-
10. Komancc dcl rey don Alfonso el casto.
• Koy)i:)iido ol roy don Alfoust^"
U. Komancc de Ucrnaldo dol Cnrpio q cucta como estodo en las
cono> dcl ro\ do Alonso cl ca^to >upo como el mesmo rey su seiK»r
touia prcso a >u p:»drt\ cl qnal jtoIo pidio de morcod y uo gelo dando
hi;o jrnmdc osiraco cn l:i rii-rni.
_Kii v'oiTc ool vÄJto A'.iVr.s«."
rvrTr«Th*:»h die l*r.:.kiT Ai'j:t'jreN'r. «srcr.. K-rir \»sVrsoho!r.'"cy«n Schlots
««f dioSi'iVca iri>t»::«-; ;•, »ivV. cv.o Avi."*Vi- «'os >-... Art.^r: ■ ir.- Artikel über
A;or>.- i\o Kr.»v.:i* :v. vier .V>=! ; ;':vA T.is, .\"s-. ir.ir ^:r: eine Ausgabe
dt'T .1 .-.Ar.'.tA i.;: :.*- wo\hiV. i'-.u're «:•:;■ >:s:-'!vyt- r.iir.v v-t K><nja,nzen
ur*i':v> K.v. »•:,. r i'r:.>v: s* ^.r. i^r-. : a.'s ". " ■ . ': ; ; A :::•:.:.• i:< No-
^ri.A V. Tii <;*:.- a .: . :' ■ , : e s .s:.cc:' -:. 1 .;*■. K.rriii c-.—r.avh revht
»,>.*. ac»r .->.. 1*:...k;: -..:<.-.> ;'...h;> - -, r " .* v* .srt s irir «:irkxs\r. «i&j^s
4:* ^rif A:£:sN- .s\'. ■: . : \ , :v ;■ : * ; .. • r- '-::. :. -i'-rr- S<l"S5t b<^-
n\.\t ^7 s.'. Ä.T.. '.'.cisf, ... V : . r. .. i-, ■. ..* ".ir .C^irei-sa cart «*- xn
Wrw«nkp(«.se r S .*r . . er» i: : ;.
Ein unbekannter altspaniscber Romancero 417
12. Otro.
„No cessando el casto Alfonso"
13. Otro.
„Estandn en paz y sossie^o"
14. Otro.
„Andados trcynta y seys anos*^
15. Otro.
„En gran pesar y tristeza"
10. Komance de la muerte del rey don Alfonso el casto: y como le
sucedio el rey don Ramiro.
„El casto rey don Alfonso"
17. Romance del rey don Alonso.
„En Toledo estaua Alfonso"
18. Romance de Vellido Dolfos.
„De ^-amora sale el Dolfos"
10. Romance nucvamete hecho de la muerte qae die cl traydor de
Vellido dolfos al rey don Sancho estudo sobre el cerco de ^'amora.
Y de la batalla que oho dö Diego Ordoiiez con los hijos de Anas
Gon^alo: y como el rey don alonso succedio en el reyno.
„Despues que Bellido dolfos"
20. Romance del rey don Alonso q gano a Toledo.
„Esse bnen rey don Alonso"
21. Romance de Ximena Gomez.
„Gada dia que amanece"
22. Romance del Cid Rny diaz.
„Caualga Diego Laynez"
23. Romance del Cid Ray diaz.
„Afuera afuera Rodrigo"
24. Romance del rey don Fernando el primero.
„Doliente estaua doliente"^)
25. Romance de Dona Urraca.
^„Morir vos quereys mi padrc"
2G. Romance de Fernandarias hijo de Arias Gonyalo.
„Por aquel postigo viejo"
1) Wahrscheinlich ältere Form des „Doliente se siente el rey" des Ant-
worpener „Cancionero de Romances". \
2f^. itioiaai*^ üK äsK -a»» ?tiBBi aiBBBi. el ai
.Ts« fruTK» aBHaB « i*7~
jfS: i«iiiui]i» id afv am rama&i urnmis.
.littet siniüt Jeua mih^us*
.3iis««niüi «saus, ma» issar-
^rawi «so. itrua ^m^Birs-
Ui luiüimfvt dt l'oiA 2i:uiuin. Laauun..
.Ti IM «nuiitii «1 2jaciaid!]jt-
..£. «aq^ -^i, bin 2ii<äri|»-~
nmiibi jMcair u r»7 bin. ?^äri <hi Jusmuiiii.
.Ti lut «Hsuu. aila tn riimiinir
,Ti (ia tK ♦siaraaijin-*
..Li •«»« '.'.luüui i« 2tu-:ri'»"
.\ i .11 «u'ji.i ürj ?^ir~.ilii"
i* Jl..»ll;».lr'r liri .Hl.'Oli. :•'. Jt^T'-lT'* ü: Lima.
, i.M Itj nii ; iii:ir/'i»'!i*nr.i»-
.Vi niiv.—'i«»»}j -it* ■nala.ia*
iJ. rt-iaia.if.i- . u* i./.ri l't A.ir<t;i.tri larno ^L iit»ri.
.l'i A.ir.*'.'I»*!"l *i:»/*lii :: llnri •
4tK> Adolf Schaeffer
59. Romance nneTamete hecho por Loys haitado en el qnal s« eoB-
tienen las tregnas que hizieron los troyano». y la mnene de Heci4>r.
y como fne sepoltado. Y tambien ran aqni )o$ amore« de AieliileB
con la linda PolieeDa.
.En Troya entran los griegos'
iV». Romance de las obseqnias de Heetor el TroyaDO.
.En las obse^jniu de Heetor*
I.U. Romance sobre la mnerte qne dio Pirro hijo de Archile» a la
linda Polieena.
.0 ernel hijo de Arehile«-
02. Romance de la reyna Heeaba y de au mvene.
-Triste enana y sny p<iKwa~
«v\. Romance de Tarqoino rey de romanos. com<* yor cnyeie for;« a
LocKt^a. Y como ella se mato con mia e«pada delaote «n marido
pi>r le auer >ido adoltera.
.Aqnel rey de k« nmMZto**
04. Romance qoe dize Mira Xerci de Taipeya-
.Min 'StTO de Taipeya*
•V\ Romance qne dizen Tritte estasa el padie
.Tnste «naxa ei padre taactf.-"
'o*\ Romanee de Hart-:' Anr»>mo.
•TT- R*<»ax>ce de Mar» Cr»**:-
.rfu»:- Ta ICxrM «Iti*: "
•rEa ftaa £u^ mc» 7<u<rFT -
71. HcmsASittt -5f Haifrol
^ir aiTK-l cnii— 1«. x-t..*-
Kin unbekannter altspanisoher Romanccro 40 1
74. Romance de el exercito romano.
pEl exercito Romano"
75. Romance de las damas Romanas.
„Todas las damas romanas"
76. Romance de Carthago.
n Ganada esta ya Cartbago"
77. Romance de Hanibal.
„Muy quexoso esta Hanibal"
78. Romance de Hanibal.
„A BUS dioses va llamando*
79. Romance de Cleopatra.
„Mal se querella Cleopatra"
80. Romance de Mithridates.
„Muy gran sana tiene Roma"
81. Romance de los Teutonicos y Cimbros.
„Los theutonicos y cimbros"
82. Romance de Anthioco.
„Fatigado esta de amores"
83. Romance de Pisistrato.
„En libertad esta Athcnas"
84. Romance de Scipion.
„Ricas bodas Hasinisa"
85. Romance del incitamento y condnta general contra cl gran Turco
a toda la Christiandad.
„Seuilla la realeza"
86. Romance del Cid qnando sant Pedro le aparecio.
„Estando en Valencia el Cid"
87. Romance de Payo Rodriguez de Auila y Ruy Perez de Biedma.
„En Corte del rey Alfonso"
88. Romance de los hermanos Camajales.
„A don Pedro y don Alonso"
89. Romance por qne dixeron a Diego Perez de Vargas Machuca.
„Xerez aquessa nombrada"
90. Romance de un milagro que hizo sant Esidro.
„En Leon la muy nombrada"
91. Romance del Cid qnando libro al rey don Sancho de prision.
„El rey don Sancho reynaua"
BomanlRchn Fonchnngen YII. 28
4'>-,' Adolf Bchaeffer
\yj. KotiiHiKü! (1(; lo qiic acoiitCHcio al rey don Sancho de Naaam
coli Uli iibud de Hant Pedro de Cardeüa.
nKti Natiarra es rcy don Sancho"
\y.\. Koinancc de Garciperez de Vargas.
^(Jürcnda ticnc a Seuilla"
\)|. Hoinii licet (1(>1 coiulo d(»ii Hancho quando sn madre lo quiso matar.
„(-ondü ora do Castilla"
\)t), Hoiniiiico (lol roy don Fernando primero cö el emperador Enrique.
nl<a HÜla dol bucn sant Pedro"
*,H\. l{ointinci> de como sc gano Carmona.
«rordidas son las ospanas"
1^7. UoniHiioc de la nuierte del rcy Fabilia. (Fabila.)
^Miiorto cra osso buen rey"
^K'i. Kt^nuuu'o dol Cid y do la veugavA q die al rey Alfonso de AI-
mofalas moro.
,Ado(lr de niudafar*
*.H Uomanoo dol roy dou Sancho Abarca.
•No ^^Ynaua rey ntnpmo*
)vX\ K^xiuHiHV dol roy dou Oarvia y de los hyos del conde don
Yel*. '
«K<>\r^«^'k «* y» Oastilla*-
IW. lioDiance de la miierte del rey don Garcia.
„Ell ol caatillo de Luna"
110. liomancc dcl rey don Kamiro cl mongc.
„Naiiarroa y Araguncsos"
111. Romance de un milagro.
„Ätana^ldo rey godo**
112. Komanoe de la iiinerte del Cid.
„La hera tle mil y ciento"
HS, Eomance de el rey don Alonso y Lope de Areuas.
„Ell Castilla reyna Aifünao"
114. Romance del rey don Alfonso y de la jiidia.
„Muerto er» eaee buen rey**
115. Romance de don Diego de Haro,
„E! octavo rey Alfonso**
llij. Romanee de el conde den Maurique y el conde de Castro.
„Nino ea el rey Alfonso"
117. Romance de Cyro rey de los Pcrsas.
«Ell la prouincia de Media"
118. Romance dcl rey don Pedro el cruel, y de Maboniatli rey de
Granada.
„Maliomath rey de üranada"
119, Romance de la« cnteldades que hizo el rey dem Pedro.
„Fatloscido es cl buen rey"
Davon Bnden sich 36 Romanzen (Nr. 1, 2, 86 bis 119) in Sepul-
vcda'8 Romancero, 2n (Nr. 31, 43, 44, 49, 50, 51, 66 bis 84) in den
jjCuarenta Canlos" des Alonso de Fuentea, 58 in anderen Liederbüchern
(57 von anonymen Dichtern, 1 — Nr. 59 — von Luis Hurtado). Manche
zeigen ziemlich bedeutonrlo Abweichungen von den Versionen des Ant-
werpeoor ..Cancioncro de Romancea^' und anderer SammlungeQ, am
meisten unsere Nr. 21, welche sogar den Eindruck der primitivsten
Form der in Duran's „Romancero General" (Ribliothek Rivadeneyra)
noter Nr. 733 und 734 abgedruckten Balladen macht und, flowcit dem
VorfaBsere dieses Artikels bekannt, in dieser Gestalt anderweitig nicht
vorkommt.
Wem ein, u. A. von Wolf (s. Studien S. 329) und Brunet erwähnter,
gleichfalls 1563, aber zu Alcala, gedruckter Romancero der Wolfen-
bütteler Bibliothek bekannt ist, dessen Titel einige Zeilen weiter unten an-
geführt werden soll, der wird sogleich herausfinden, dass beide Romanceros
28*
Adulf Scluieffer
den gleicheo Inhalt haben, dass aber höchst wahrscheiDÜch der Graoad*-
Druck der erste ist. Der Alcala- Druck fuhrt uämlich den Titel:
Kecopilacion
de
R 0 m a n c e 8
viejos, eaeados de laa Coronicas
EspaiTolas Homaoas y Tro-
yanas. Agoro nueuaraen-
te: por Loren^o de Sepulueda.
Con llcencia.
Impreeso en Alcala, en casa de Fran-
cisco de Cormeflas y Pedro de
Robles. Aüo 1563.
Acosta de Luis Outierrez.
Man sieht, daas hier fälaehlicher Weise Loreiizo do Sepülveda als
Autor der ganzen Sammlung angegeben ist, während die Granada-
Ausgabe die richtigen Quollen, d. i. Ungenannte Volksdichter, Sepül-
veda und Alonso de Fuentes aufzählt. Die Alcala- Ausgabe ist dem-.,
nach als Nachdruck verdächtig, welcher in öfters angewandter Art du
Titelblatt der echten Ausgabe willkürlich modifizirt, um die Räuberei
(im gleichen Jahre!) oberflächlich zu verdecken. Nahezu entscbeidüod
ist aber der Umstand, dass die späteren Drucke des Romancero (Me-
dinal570, A!caliil571 und ValladoHd 1577) den Titel der Granada-
Aufigabo, nicht denjenigen der Alcalä-Ausgabe führen, ein schlagen-
der Beweis, dass eistere für die echte Editio princeps angesehen wurde»!
Es drängt sich nun naturgemäas noch die Frage auf, ob beide
Auegaben, die Granadiner und die von Alcala, beide mit dem Druck-
datum 1563, einer gemeiuachafllichen Editio princeps gefolgt sind.
Dieser Fall oder der Abdruck einer von der anderen scheint nämlich
zweifeHoSj du nicht allein die Anordnung des Textes Seite für Seite in
beiden Ausgaben genau übereinstimmt, sondern auch Druckfehler in
der Pagination hier und da gleichmässig vorkommen. SalvA in
seinem „CatÄlogo"' etc. Valencia 1872. Band I S 1()7 Col. I vermuthet
eine solche Editio princeps in dem von Nie. Antonio im Artikel über
SeptHveda citirten Buche:
„Bomances aacados de la Ilistoria de EspaiTa del Roy Don Alonso.
Medina del Campo, Francisco del Canto, 1562, 8**." Das ist aber
grundfalsch. Nie. Antonio (Bibliotheca llispana nova Band II S. 10
der Ausgabe von Madrid 1788) gibt — abgesehen davon, dass er Se-
QÜlveda offenbar als einzigen Verfasser betrachtet und dass z.B. der
Kin allbekannter altspaoiscber Romancero
Stoff der Romanzen von Don Alvaro de Luna im Romancero aelbat-
vorständlich nicht dev ^Ilistoria de Espana" (sog. Cronica gcneraH)
des Kuiiigs Alfona entnommen sein kann — als Wieder- Druck dieses
Buches eine Ausgabe „Antuerviae apud Petrura Velpium anno
1580, 12"'* an. Dieee ist aber offenbar daaaelbe Buch, welchoe Salvu
selbst besass und in seinem pCatalogo"* B. I S. 166 Col, 11 folgender-
massen beschreibt:
^Romancea nuevamente aacadoa de faistorias antiguas de la
Cronica de Espana, compuestos por Loren^o de Sepulueda*' Anvers,
Pedro Bellero, MDLXXX 12". Demnarh kann der frühere
Druck — 15C2 — des gleichen Buches nicht daa Original der Ro-
manceros von 1563 sein, deren Inhalt ein gänzlich veraebiedener ist,
Daa Ergebniaa des Oesagtt'n ist, daas unser Oranadiner „Caiicionoro'*
als erster und einziger Originatdruck eines sehr beliebten Liederbuches
(ausser den beiden Ausgaben von 156i^ existiren spatere von Medina 157i),
Alcalä lf>71, Valladolid l.*)77 und vielleicht auch Burgos lfi7y) gclteu muss,
was zur Entschuldigung unserer weitläufigen Beschreibung des Werkchena
dienen möge. Um aber für die trockenen bibliographischen Einzelheiten am
Schlüsse durch einen poetischen Genuas zu entschädigen, sei hier noch
die Ballade Nr. 21 unseres Romancero hergesetzt, welche ihm in dieser
ursprünglichen, bündigen und höchst dramatischen Fassung eigenthüm-
lioh zu aein acheint. 8ie lautet:
Komance de Ximena Gomez.
Cftda dia que amauece
vco quieo mato a tni padro
y mc paasa por la puerta
por nae dar raayor pesar
con un falcon eo la mano
que trae para ca^are
loatame mis paloioillua
que eatao en mi palomaro
ley que no faze jualicia
DO deuria de reyoar
ni caualgar en cauallo
oi con la reyoa bolgar
el rey qnaado aquesto oyera
comeDcara de pcnsare
fii yo prendo o mato al Cid
tuis cortea reboluer sc ane
luandar le quiero uoa carta
mandar le quiero llamare
la» pabbras no son diebaa
Ifi carU cAQiina vae
roenaajero que la lleua
dado la küia a su padre
nialaa raaiias aueys coiide
DO voa las puedo qiiitare
quo cartai qael rfly vos maada
no me las quere ya moatrare
DC era uada nai bijo
sino que vades allaa
quedad os ?os aca bijo
qiie yo yre en vueatro lugare
niiDca Dios lo tal quiäiesae
oi saacta Maria lo maade
aino que adoDdc vos fuürdea
que vaya yo addante.
Frankfurt aJM. im Jaouar 1892.
Don Juan Manuel,
El Libro del Cauallero et del Escudero.
Mit EiuIeituQg nod ÄnmerkuogeD nach der Baodsvbrift neu berausgegebeo
von
^i. Grftfenbcrg.
Einleitung.
I
Wohl in keinem der romanischen Länder hat sich die Prosa in der
LandeBBprache so früh zu so reicher Blüte entfaltet wie in Spanien.
Während die übrigen Länder — ee gilt dies beeonders von Nord- und
Südfrankreich — in den ersten Jahrhunderten ihrer Nationallitteratur
faat durchweg poetische Erzeugnisse aufweisen, mit denen die Leistungen
auf dem Gebiete der Prosa kaum einen Vergleich aushalten können^
finden wir in Spanien recht bald hervorragende Prosadenkmäler neben
den poetischen. Zwei Männer sind es besonders, denen das Verdienst
zuzuerkennen ist, die spanische Prosa zu verhältnismässig so früher
Entfaltung gebracht zu haben, beide aus königlichem Qescblecbte, der
eine schrieb im 13., der andere im 14, Jahrhundert: König Alfonso X.
und sein Neffe Don Juan Manuel. Auf den Thron seiner Väter be-
mfen, pEegte Alfonso Wissenschaft und Kunst inmitten der Kämpfe,
die im Innern des Reiches stattfanden; gebeugt, aber nicht geknickt
durch den Schmerz, seine Vasallen, unter ihnen den eigenen Sohn, als
Emporer bekämpfen zu müssen. Seine CÄntigas zum Lobe der h. Jung-
frau nehmen, obgleich in galizisoher Mundart verfasst, in der Geschichte
der spanischen Dichtkunst einen bevorzugten Platz ein. Seine pro-
saischen Arbeiten waren grundlegend für kommende Jahrhunderte. Den
Plan seines Vaters, dem Lande in dem Setenario ein Gesetzbuch zu
übermachen, führte Alfonso weiter aus in den Siete Partidas. Dies
Werk liest sich jedoch kaum wie eine Gesetzessammlung, sondern eher
wie eine Encyklopädie der damaligen Verhältnisse, und so wird es eine
ergiebige Fundgrube für spanische Altertümer sein. Mit der Cr6nica
general und der Cr6nioa de Espaila, welche, wenn auch nicht von ihm
Uuina,utiicLi: For!u:liuiigfcu Vil.
2'j
4'2«
8. Gräfenberg
allein geschrieben, so doch unter seiner Aufsicht zusamnaeogeatellt
wurde, beginnt eine stattliche Reihe spanischer Chroniken, der sich in
einem andern Lande so leicht keine zweite an Alter und Wert eben-
bürtig zur Seite stellen kann. Bedenken wir, dass neben diesen gross-
artigen Leistungen der gelehrte König noch eine Anzahl anderer, meist
wissenschaftlicher Arbeiten hinterlassen bat, so leuchtet ein, welchen
Einfiuss Alfbnso auf die Entwicklung der spanischen Prosa ausüben
musste. Durch seine Bibelübersetzung, durch die Abfassung von Ge-
setzbüchern, z. T. Vollendung solcher, die schon von Ferdinand dem
Heiligen begonnen waren, durch die Verordnung, dass bei Gericht nur
spanisch gesprochen werden sollte, machte Alfonso das Rastilische zur
Rechts- und Landessprache.
Unter Alfonfloa Nachfolgern auf schriftstellerischem Gebiete ist
Ü. Juan Manuel durch die Bande leiblicher wie geistiger Verwandt*
schaff am engsten mit ihm verknüpft. Ü. Manuel, der Vater D. Juana,
war ein jüngerer Bruder Alfonsos ; beide hatten dieselben Hausbeamten
und standen sich in Not und Gefahr zur Seite. Als ein Jahr (1284)
beide Männer hatte sterben sehen, pflanzte sich die Freundschaft der
Väter auf die Sohne fort. iSancho IV. nahm den jungen D. Juan in
seinen besondern Schutz und überwachte seine Erziehung. Im Alter
von 12 Jahren (1294] wurde D. Juan Grcazverwalter (adelantado mayor)
in Murcia und bekleidete somit einen Posten, der Einsicht und Scharf-
blick in hohem Masse erforderte. Unter Ferdinand IV. stieg D. Juan
noch höher. Nach dem frühzeitigen Tode dieses Königs wurde er Mit-
vormund Alfonsos, der als Ivind auf den Thron kam, und leitete während
seiner Unmündigkeit die Staatsgeschäfte. Nicht immer stand er Jedoch
auf der Seite des Herrschers. Parteileidonschafton und persönliche
Zwistigkeiten trieben ihn oft ins feindliche Lager hinüber. Treffend,
aber vorsichtig äussert er sich über seine Stellung zu den Nachfolgern
Alfonsos X. in dem Tratado de las tres razones (ed. Gayangos, S. 262/s^) :
Dios me lo demande al cuerpo et al alma, si los bienes et la criaoza
que el [^ Sancho IV{ en mi fizo, ai lo non servf lo mas lealmente que
pude Ä 41 et al roy don Fernando, sa fijo, et & este rey den Alfonso,
Btt nieto, en cuanto este rey me di6 logar para quoF sirviese, et me
non höbe 4 catar det et de su mal. Fast nimmt es Wunder, dass ein
Mann, dessen Leben so von Kämpfen und Stürmen durchtobt war, wie
D. Juans, Zeit und Sinn für die Beschäftigung mit den schonen Künsten
hatte. Aber das Vorbild seines königlichen Oheims, aus dessen Thaten
er Mut, aus dessen wissenschaftlichen und dichterischen Arbeiten er
Belehrung und Unterhaltung schöpfen konnte, strahlte ihm voran und
forderte ihn gleichsam zur Nachahmung auf. Der Anschluss an Alfonsos
Don Jnan Manuel, El Lihro del Cauallero et del E«cudero
429
Werke läsat sich bei D. Juan nicht verkennen. Wie Alfonso Cantigas
Bchrieb, so auch D. Juan , desaen Dichtungen uns leider nicht erhalten
sind. Die Siete Partidaa finden ihren Widerhall in D. Juans Libro de
loa Estados, dem Libro infinido und auch im Libro del Cauallero et del
Escudero. Aus Alfonsos OnSnica de Eifipaua ist D. Juans Crunica abre-
viada ein Auszug, und dem Buche Alfonsos über die Jagd verdankt
D. Juan Manuels Libro de la Caza den Ursprung. D. Juan verhehlt
nicht, in welchem Verhältnisse seine litterarischen Produkte zu denen
seines Oheims stehen,, sondern spricht sich im Libro de la Caza (2/j6ff.)
deutlich darüber aus: Et por que Üod iohan su sobrino, fijo del infanto
don manuel, herraano de! Roy Don alfonso se paga mücho de leer en-
los Mbroa que falla que conpuso et dicho Key e fizo escriuir algunaa
cosas que entendia que cunplia para el delos libros que fallo que el
dJcbo Key abia conpuesto. senalada mente enlas cronicaa de espana
Et en otro libro que fabla delo que pertenesge a estado de caualleria,
E quando llego a leer enlos dichos [libros | que el dicho Rey ordeno
en razon dela caQa, Por que don iohan es muy cagador, ley mucho
enelloB e fallo que erati muy bien ordenados ademas, Et quien pudiesee
vsar dela caya commo la el ordeno non erraria en ninguna cosa en
arte dela ca^a^ tan bien enla teorica commo enla pratica.
Nachdem schon Gayangos (S. XXI f.) der Frage über die Reihen'^
folge der Schriften D, Juan Manuels einige Zeilen gewidmet, und auch
Amador de los Rica dieselbe im 4. Bande seiner Litteraturgescbichto
wieder berührt hat, ist sie durch ßaists Beilage I zum Libro de la Caza
nahezu endgültig gelöst worden, und zwar auf Grund der in den
meiBten Schriften angegebenen Zeitbestimmungen bezw, Anspielungen
auf bekannte Ereignisse.
Der Vollständigkeit wegen führe ich hier die Werke D. Juans in
der von Baist (S. 154) festgestellten Reihenfolge an:
Cr6nica abreviada(
de la Caballerla )
de la Caza
del Caballero y del Escudero
del Infante (bczw. de los Estados)
de Patronio I
Crönica compUda
de los Estados I
de los Estados II
Libro infinido
de las armas
de Patronio V
Pr61ogo general
Tractat an Masquefa.
03
.2 ,1 £ /1320-24
^1-^1325-26
^11 h326
09 o a> ^1oä7 — ao
'^'^^ 1328-29
a . i 1329-30
/|^;i330
loSi jl332
<d"^ 1334
' S335
o S
29*
430
S. Grafenberg
Von den noch vorhandenen Schriften D. Juan Manuels aiod nn»
die meisten nur in der Ha. S. 34M der Madrider Nationalbibliothek er-
halten, der Conde Lucanor oder Libro de Patronio anch noch in einigen
anderen Hss. Von den beiden Chroniken , die in S. 34 nicht stehen,
existiert je eine Ha.^) Der Kodex S. 34 ist bis auf das Libro de la
Caza, das erst 1880 von Baist herausgegeben wurde, von Gayangos im
51. Bande der ßiblioteca de autores espanoles, Madrid 1860 veröffent-
licht worden. Die Ausgabe von Oayangos , der sich sonst manche«
Verdienst um die spanische Litteratur erworben hat, ist beut« nicht
mehr zu gebrauchen. Der Abdruck ist in jeder Weise unzuverlässig.
Zunächst hat G. die Orthographie der Hs. in der willkürlichsten Weise
geändert. Hätte er konsequent die neuspanische Orthographie durch-
geführt, so hätte sein Text als modernisierte Ausgabe imnaerhin eine
Anerkennung zn erwarten, wenngleich die altertümlichen Wörter und
Satzgefüge in modernem Qewande einen ziemlich zwitterhaften Gin-
druck machen würden. Die Ausgabe liefert aber kein Neuspanisch und
ist doch wiederum von der Schreibung der fls. weit entfernt. Während
letztere in den ersten Zeilen des Gesamtprologs plazer, faze^ dize,
quando, cauallero, avia, pagauan, ^apatero hat, modernisiert G. zu
placer, face, dice, cuando, caballero, habia, pagaban, zapatero. Um-
gekehrt aber giebt G. den handschriftlichen Lesarten preciada, acaeciOtJ
trobador die altertümlichere Form presciada, acaescio, trouador; we»-1
halb, ist nicht recht einzusehen. Dabei hat es aber nicht sein Be-
wenden. Die Hs. selbst weist zahlreiche verderbte Stellen auf. Einige
von diesen hat G. allerdings durch zutrelTende Konjekturen gebessert,^
andrerseits aber hat er Stelleo, die in der Us. recht verständlich sind,
durch nachlässige Abschrift unverständlich gemacht. An nicht weniger als
12 Stellen im Libro del C. et del E. hat er eine oder mehrere (bis zu 6) Zeilen
der Us. ausgelassen, indem er das zwischen zwei gleichlautenden Worten
verschiedener Zeilen Stehende übersah. Er druckt z. B. im 38. Kapitel
(S. 274« seiner Ausgabe) bei Aufzählung der 10 Gebote folgendes : El no-
veno [sc. maodamieDto esj^ que no debe cobdiciar ninguna cosa de lo
ajeno. £t todos estoa diez mandamientos se encierran en dos. Beim
Durchlesen der Abschrift oder des Druckes hätte er sich doch fragen
müssen, wo das lU. Gebot geblieben sei. Die Us. bat richtig: El noueno
1) Eine genaue Besobreibang derselben giebt Gntierrez de la Vega, Bibliot«««
venatoria I 8. CLVU ff.
2) Die eine (Crunica abieviada) in der Hadr. Nationalbibl. (P. 81), die andero
(Crünica complidaj im Britischen Museum, wo sie, nachdem sie lange für ver-
loren gehalten worden, von Baist wieder aufgefunden ist.
DoD Jaan Maouel, El Lfbro del Canallero et del Escadero
que non deue cobdigiar muger agena, El dezeno que dod deue el omne
codi^-iar oinguDa cosa de lo ageno Durch das zweimalige codi<;.iar iet
der Irrtum veranlasst. Baiets Bemerkung zu dieser Stelle kommt somit
in Wegfall Im 41. Kapitel (S. 251a) liest G. zweimal athalprima, das
^r im Glossar als eine Art Adler erklärt. Dae Wort ist Baißt (S. 167)
6cboD verdächtig vorgekommen , und er hat es in der Bedeutung und
BBioer ersten Hälfte mit athahorma, nep. atahorma zusammengestellt.
Die Hs. zeigt unverkennbar athahorma. 6. 's Schreiber hat den oberen
Strich des zweiton \) für ein 1 gehalten» den unteren Haken mit dem
angeschmiegten o für ein p und nun nach dem r noch ein i einfügen
müssen, um afhalprimas zu bekommen. Dieser Fehler ist um so weniger
verzeihlich, als das richtige Wort noch im Neuspanischen existiert.
Soviel zur Charakteristik von G.'s Ausgabe. Raist hat bereits in seinem
Libro de la Caza unter Hinweis auf die Dürftigkeit von G.'s Text eine
Neuausgabe der in S, 34 erhaltenen Schriften I>. Juan Manuels als
notwendig bezeichnet. Von Madrider Freunden auf die Arbeit auf«
merkaam gemacht, habe ich zunächst nur fol. 1 — 28 der Ha,, den Ge-
samtprolog und das Libro del Cauallero et del Escadero kollationiert,
die nun hier in neuer Ausgabe vorliegen. Hai»t*) hat sich schon die
Mühe gegeben, die ihm in G.'s Ausgabe bedenklich erschienenen Stellen
durch Konjekturen zu verbessern In einer Reihe von Fällen sind seine
Vermutungen durch die [.^esart der Hs. selbst als richtig bestätigt, die
übrigen werden an den betreffenden Stellen des Textes zur Erörterung
mit herangezogen werden.
Der Text der vorliegenden Ausgabe des Gesamtprologea und des
Libro del Cauallero et del Escudero ist ein genauer Abdruck der Hs.
8. 34, wobei die Abkürzungen selbstverständlich aufgelost sind. Die
Abkürzung l für et bezw. e habe ich (da blosses e nur an einer Stelle
dieses Teiles der Hs. vorkommt, sonst immer Et oder et) mit et wieder-
gegeben, also ganz nach der Weise dos Schreibers von S. 34, wenngleich
ich nicht anstehe, mich in diesem Punkte der von Baiat in der Anm.
zum L. de la Caza 2, t2 ausgesprochenen Ansicht anzuschliessen, daas
das dem B oder e angefügte t ein durch die Gewohnheit des Latein-
schreibens veranlasster Schnörkel sei. — Mucho ist in unserer Hs. in
der Kegel ausgeschrieben. Kol 21^ befindet sich hinter dem ch über
dem o ein dem Apostroph ähnlicher Haken, jedenfalls ein Rest der
alten Abkürzung much\ welche an ganz vereinzelten Stellen in unserem
Texte noch vorkommt (vgl. fol. 23 ^ 24", 24 '^). Ähnlich ist dich' (23«*)
und foch' lam Rndp dss Gesamtprologs) erhalten. Mucho mit dem Ab-
1) Ä. a. 0. ö. 195 ff.
m kottn4 im L dol C (^ del EL gar nicht»
I VBT (SL ^ 2«. 1t . Em älzkk aber dem u
fif ^^ ift baadicJiriltBeh sehr hiafi^. Ln
lä Mbtk. aei^ jadci eh eiaeit Strich doreh
■ Ml 4itm ^mttm AameM mmA aar noch eia
deaa dl»
fiese ÄbfeSmiSf m inncho aQflö«cen and
Je;
I od€r Haken sehr nach Buk» oder aaeh pediti ferste« war,
ea. Sa bat Aifote ia üoiaa a^ li^piii doa Cnada Im-
lor ( l9T5) rtsta aianeho gadnieht, eiieaio
■ das EAiriiF). Michaiaat aado«iscJta dnichi ia eÖMr Aai
de« Cabafleto Ci&r nachaa, dwbMi. fcAii, ochoa a.a. v. Kaa
aU^dm^ man^o (v^ ITnari a kOl)
daa äpaaieac vor, aber maehoa oder gar feehooe fir fecfaos hat ketnea
SiiB. Wo aiiB eh Biit dem Bafceo a. $ w,. akht aa
cha ■teht. vie in macho ..maeti) a. s> v.. iit aeiMr ¥c
Bedeotattf heammfemm*U — Cooio teigc laal]
r bL Ee t»C da« ata« Folga vaa vaa, |iiHi<ii darch daa
I CO- tT^ R. F. 1 143) Ich fcfarahe öa fc%endea l^xia coauDo« mit
der rer«iacdtea Füe« vo eono ^wohl iafbl^ Floehtigkeii
dee Sehreihers) ohae Ahkänsagsaal^iB vorkookms. — Wea die Aof-
Beng Toa ;" + La>>**i (Hier des Sbieh« aaf eiacai Vokal + Labial
hattMt fo habe ich der Sefartibwei«« all m 4m. Tanag gageht«, afao
sienpre, c«mplid<» geleaea- Der äehi«ibar von S S4 iat, vie fiele seiiier
Zatgeaaeaetif da, va er di^ Abklsang aiiaer Vadifa a^jriiat ha^
akht knaoafaeot grreses, detui er
sieapre, eoMpIMB aebea roai^do, Weon aaa aaeh Ia dea
5i»<liefi Hs». n -i- Labial hia%ar
Labi«! lAatUefa die ^röuacie Bereehtigaag. Dinaei UaaiaBd «ad daa
Vorwiegen dieser Verbindaof in NeaapaaiMhea fierenlewf aiieh ihr
den Vofi»f za gehea. — Das aoailttrte a ist lait d
I
taa TOT d«aecAea* — l^ä«s
2 MsBoa j Bäirero», liuael de faleoMraßa ü^liaAtica e^ft5«la de kn
cgVw Xn ml rm rmftdnd 18dO> t^tklit ak n.Tcl «aw B»«he riUiailia. Daü
tt^t Ki«t>U dkf» all aeho nd dk^a. tea Saatfi, dcrmf', derecfic.
äla«: FonB«B, «ü« uMtae Befaanptiag aock hcitli^f,
>t>n Juan Manuel, El Libro del CftOalloro et
flero
wo die Hs. nn hat, habe ich ee beibehalten. In conel (fol. 2<^, 9*, 10*»,
Iß^) und conellos (20*) hat der Strich weiter keine Bedeutung, dafür
I spricht wohl auch die Form annos (fol 16"^). — omne ist vielfach aue-
(geschrieben , daneben finden sich die Schreibungen orüe und öe (Flur,
oms, 08), die ich beide in omne aufgelöet habe. Von der Auflösung
der Abkürzungen abgesehen , habe ich an dem Wortlaute des Textes
nichts geändert. Dass ich die mangelhafte und inkonsequente Inter-
punktion der Hs. nicht wiedergegeben, sondern der leichteren Lesbarkeit
wegen durch die neuspanische ersetzt habe, wird hoffentlich der Zu-
verlässigkeit des Abdrucks keinen Eintrag thun.
An vielen Stellen erscheint die handschriftliche Überlieferung sehr
der Besserung bedürftig. Da wir jedoch über den alts()ani8chen Sprach-
gebrauch noch recht wenig unterrichtet sind, so ist nicht immer leicht
zu erkennen , welche Eigentümlichkeiten der Us. auf Rechnung des
Verfassers zu setzen, und welche als Nachlässigkeiten des Abschreibers
anzusehen sind. Wo ein Versehen des Kopisten (eine Dittographie, eine
Auslassung, wie z. B. das häufige Fehlen des in- und auslautenden n,
bezw. des dafür stehenden Striches über dem Vokal u, dergl.) evident
oder doch wahrscheinlich ist, habe ich nicht angestanden, in einer An-
merkung unter dem Text eine bessere Lesart vorzuschlagen, und hoffe,
hierbei im allgemeinen dos liicbtige getroffen zu haben. Andere (etwa
vom Standpunkte dos Neuspanischen) auffällige Erscheinungen in Form
und Stil werde ich zusammen in einem Anhang besprechen. Hin und
wieder habe ich des bessern Verständnisses wegen in den textkritischon
Anmerkungen schon auf diese oder jene Erscheinung — wie das Aus-
lassen der Präposittou a vor anlautendem oder nach auslautendem a
oder 0 — hingewiesen. Ferner bringe ich in den Anmerkungen
litterarische Notizen und Parallelstellen aus den Schriften, die D. Juan
Manuel als Vorlage gedient haben, aber auch sonst aua solchen
gleichalterigen und jüngeren Werken, die denselben Gedanken in ähn-
[ lieber Form wiedergeben.
n.
Einem charakteristischen Zuge des H.Jahrhunderts folgend, ver-
fasste auch L). Juan Manuel mehrere Schriften, in denen das didaktische
Element durch philosophisch- naturwissenschaftliche Betrachtungen vor-
treten ist. Das erste dieserWerke ist das Libro del Cauallero et
del Escudero, das hier in neuer Ausgabe vorliegt. D. Juan hat darin
seinen Betrachtungen dadurch ein besondere« Interesse verliehen, dass er
sie in eine anziehende Uahmenerzahlung einflocht, eine fabiiella, wie
er im Prolog zu diesem Buche und bei seiner Erwähnung im Libro de los
434
S. Grüfenberg
EatadoB I 91 sagt: La einem Lande regiert ein König, der durch seinOj
guten Thaten, durch seine weise und gerechte Regierang sich die Liebe
seiner Dnterthaneo und die Achtung der benachbarten Völkerschaften
erworben hat. Jed*?8mal , wenn er Hof hält , kommen die Menschen, '
reich und arm, jung und alt, aus allen Gegenden herbeigeströmt. So-
zieht einst ein junger Knappe an seinen Hof, in der Absicht, sich von
dem edlen Könige zum Ritter schlagen zu lassen. Von den An-
strengungen des Weges ermüdet schläft er unterwegs auf seinem Pferde
ein . . . Hier, mitten in der Erzählung, zeigt die Hs. leider nach den
ersten zwei Blättern eine Lücke von vier Blättern. Die Fortsetzung
beginnt fol. 7 im Kap. XVI, wo der Knappe von einem alten Ritter,i
der sich in die Einsamkeit zurückgezogen hat, über die Pflichten eineftf{
guten Königs unterrichtet wird. Wie aus dem Schluss von Kap XXXI
hervorgeht, hat der Knappe eine Reihe von Fragen an den Einsiedler
gerichtet. Diese Fragen werden nun von letzterem beantwortet. Nicht
erhalten, weil in der Lücke befindlich, ist die Antwort auf die Frage s|
que cosa es dios, et por que consiente que los buenos ayan mucho mal
et los malos mucho blen i wahrscbeiDlich = Kap. XV oder XIV u. XV).
Die Frage, deren Beantwortung Kap. XVI auemacht, lautet: quales son
las cosas que el Rej deue fazer para que sea buen Rey et que man
tenga bien asi et asu regno et asu estado. In den folgenden Kapiteln
belehrt der Alte den Jüngling noch darüber, welches der geehrteste
Stand in der Welt sei, welches der geehrteste unter den Laien, über das
Wesen des Ritterstandes und über die P>age nach dem grossten Kummer
und dem gröasten Vergnügen. Darauf unterbricht er seine Ausführungen
und fordert den Knappen auf, seine Reise an den Hof des Königs fort-
zusetzen. Der Knappe verabschiedet sich, nachdem er dem Einsiedler
von seinen Vorraten gegeben, und kommt noch zur rechten Zeit an
den Hof. Dort erzählt er sein Zusammentreffen mit dem cauallero
hermitafjo und bringt dem Könige sein Anliegen vor. Dieser findet,
wie alle, die ihn umgeben, Wohlgefallen an dem Jüngling und zeichnet
ihn vor den anderen aus. Nach geraumer Zeit entlässt er ihn endlich,
nachdem er ihn zum Ritter geschlagen und reichlich beschenkt hatte.
Der junge Ritter nimmt nun zunächst seinen Weg nach der Behausung
des Einsiedlers zurück, in der Absicht, noch weiter dessen gute Lehren
anzuhören, denen er einen grossen Teil seines Erfolges am Königshofe
zuschreibt. Da der Klausner sich jedoch zu schwach fühlt, auf seine
Fragen zu antworten, entschliesst sich der Jüngling, erst in seine
Heimat zurückzugehen. Dort wird er von Eltern und Freunden herz»
lieh aufgenommen und lebt glücklich und geachtet in ihrer Mitte. Bald
indessen überkommt ihn wieder die Sehnsucht nach dem alten Ritter
Don Joan lUnnel, El Libro del Cauallero et del E«CQdero
435
und die Wieebegierde noch weiter dessen weisen Worten zu lauechen,
und BO macht er sich denn, nachdem er sein Gut sicheren Händen an-
vertraut, wieder auf den Weg nach der Einsiedelei. Der Alte ist nicht
wenig erstaunt, den neuen Rittor so bald wieder zu «eben, erklärt sich aber,
nachdem ihm dieser seine Gründe dafür auseinandergesetzt hat, bereit,
ihm nun auf die noch nicht beantworteten Fragen Bescheid zu geben.
Nachdem dies geschehen (Kap. XXXII— XLVllI), bittet der Alte den
Jüngling, ihn weiter nichts zu fragen, und dieser willfahrt seiner Bitte.
Da der Einsiedler das Ende seiner Tage komonen fühlt, ersucht er
seinen jungen Freund, bis zu seinem Tode bei ihm zu bleiben. Er stirbt
fromm und gottesfürchtig, wie er gelebt hat, und wird von dem Ritter
beigesetzt. Dieser kehrt dann in sein Land zurück, wo er bis zu
seinem Ende die Achtung seiner Mitmenschen geniesst^).
Am Eingange der Schrift sagt D. Juan, dass er einige Dinge
hineingebracht habe, welche er in einem Buche gefunden: er wisse
zwar nicht, ob der Anfang dieses Buches wahr sei, glaube aber doch
gut zu tbun, wenn er das dort Erzählte der Vergessenheit entreisae.
Auch andere Sachen habe er hineingebracht, die er anderswo geschrieben
gefunden habe, und andere, von denen er meine, das» sie hineingehorten.
Der Anfang jenes Buches erzähle von einem Könige u- e. w. Und nun
beginnt die Rahmenerzählung^ wie ich sie oben, soweit es bei der
1) Diese Rahmeoerzählung bat Poibusqne, Le Comte Lucanor, apologues et
fabliaax du XIV. siecle etc. (S. 100 f.) schon wiedergegeben, aber ganz entstellt,
indem er Aciner Phantasie zu freien Spielraum gelassen. Den Köuigshuf verlegt
er ohne Grund nach Valladolid. Dats der JüngliDg, nachdem er den Ritterschlag
empfangen, erst einen vergeblii-hen Besuch bei ilt;m Aken macht, dann in seine
Heimat gebt, aber von Wiasenadurst getrieben, wieder zum Einsiedler wandert,
verschweigt F., indem er sagt, dass der Jdngting vom Hofe zu seinem alten
Lehrer zurückgekehrt sei, und dieser ihm dann schon eine Reihe weiterer Fragen
beantwortet habe. Um dies mit mehr Müsse thun %u können, habe er ihn auf-
gefordert, biB zu seinem Tode bei ihm zu bleiben und ihm täglich eine nene
Belehrung gegeben. In Wahrheit ist der Klausner deo Fragen des JUnglings
gegenüber viel weniger willfährig. Ganz erfunden ist nun bei F. der Schluss.
Statt der drei Zeilen am Ende dfs Libro del C. et dfl E. erzählt F., daas der
junge Kitter nach der Beisetzaug seines alten Freundes wieder an den Hof des
Königs znrtickgekebrt sei, dort die Weisesten durch sein Wissen in Schatten ge-
stellt habe und vom Könige mit der Leitung der Stsatsgeschäfte betraut sei.
Auch die Angabe, daas das Buch 50 Kapitel habe, ist, wenigstens in dieser
Fassung, ungenau (vgl. die Anm. zu Kap. Ilf). — Genauer als Puibusque, dessen
Arbeit tibrigena im allgemeinen recht verdienstlich ist — das gilt besonders von
der Abhandlung über den Ursprung des apanischen Apotog« — ist nach ihm Amador
bei seiner Besprecbnng des Libro del C. et del E. an Werke gegangen.
8. Grifenberg
lackenhaften Überlieferung möglich ist, wiederg<^ben habe. Daa Buch,
in dem D. Juan diese Erzählung gefunden , ist Rarooo Lnlls Libre dd
orde de Cauayieria„ das mic einer ähnlichen Elrzlhlang beginnt').
Um den Vergleich mit der enuprechenden Stelle in Libro del OL
et del K, za erleichtern. lasse ich die katalanisrhe Vorlage der Raluieii>
enihlukg. die doch schwer zuginglich ist, im Wortlaut folgen, uinaoaielir
als dadereh auch einiges Licht aaf die Lücke io D. Jaans Schrift gevrorfeo
wird (fol. IV*): En ?iia terra sesdeuench qae rn satii caoajler qul
longancot bac maateagut l'orde de caaajrleria en la noblesa e for^a de
•DU alt eoratge; e sauiese e Tentora lagreo maoteognt en la honor de
eaaaTleria en guerrea e ea Kmieigs, en assants e en balajles, elegi
Tida «rmitaaa eoo via qee soa dies ereo breaa e oatara ii defaylia per
jnftnm a nsar dames. Ea adoecs desampara »os beretatgea, e hereca
aos iafants: e ea j. boseatge gran abondos daygues e darbree fme-
tooeea fea sa kabitade, e fogi al mcMi per 90 qae lo deapodenunent
de aeo eora, ea k> qaal era eedeaengat per Tey^leea, mI deeonraa en
aqneTiea eosee ben aaideea e Testma loaek de lemps k> batuen tengnt
heaiat Oa per atao k> eanavler eogtta en la mort reiaeaibraat lo
fraepassaaieai daqaeet «egie cd bhre, e eates la aenteaeia pcrdurable
a U qaal baaia a venir. fio .j. bejl prat kae .j. artve molt grma tot
eanegat de fnnrt oa lo eauajler mia eo aqneUa foreet. Üaeaeta aqaell
ackre kae raa footana molt beyla e dara, de la qnal era aboodoa lo prat
da afbrea qiii ti erea en tom: e lo caaayler kaaia ea enataaia fota
|oraa de reair ea aqaeil loek a adorar e contaaiplar e pregar Deaa, fä
qaal fiaaia gianea • Ber^ de la graa koaer qae K kasia fejta tote
«■ipa de aa vida ea eat laoa. Ea aqaell tampa ea la eaUada dei graa
iaeca nadeawack qae rm graa Rey omll aoble e de koaea raatamoe be
bakaadoa, kae Biantdea eona: e per la gran faaia qvi fea per la terra
da aa eo«t» kaa aasiat eeader tot aol, ea «on paiafie eaaaleaat, aaana
a la cart par eaeer adokat a aoaeyl caaajier: oa per lo tiebayl qao
kao ceaceagat de aoo cattalear, detetra qae aaaaa ea aoa palafte
adorwia S «o aqaella koca lo eaatyfer qai ea la foceit fikia aa paal-
ffM» T«gat a U fbat rartwplar Dea e «aTaprcar la mailat
jeca kaaia acaBtaawt. Deaiaatfa
-aosMAaa aa asi, aoa paliA» e» 4A cant e aae aa per
Don Joan Mann
Libro del Cauailero et
Bcndero
lo bosoatgo, tro esdeuench en la fontana hon lo oauayler estaua en
oracio. Lo cauayler qui viu venir lescuder lexa sa oracio e assech se
en lo bei prat a la ombra del arbre, e comenva a legir a J. libre que
tenia en sa faada. Lo palaffre con tb a la fönt becb de laygua, e
lescuder qui aenti en durment quo son palaffro noB mouia despertas, e
viu denant si lo cauayler qui fo molt veyl, e hac gran barba e loochs
cabels, c romputs vestiments per la velea e per la penitencia que fasia
fo magre e descolorit, e per les lagrcmes (]ue gitaua sob uIIb foren
apoquite, e ac esguart de molta aancta vida. Molt se maraueyla la .j.
del altre, car lo cauayler hauia longament eatat en son ermitatge, en
lo quäl no hauia nuyl hotn \i»t depuys que hac desemparat lo mon es
lexa do portar arme«. E lescuder se niaraueyla fortment con era es-
deuengut en aqueU loch. Lescuder deuayla de son palaffre ^aludant
agradablement lo cauayler, e lo c:iuayler lo aculli hon pus bellament
pocj e asegren se en la bella erba j. pres del altre. Lo cauayller qui
conech que lescuder no volia primerament parlar, peryo cor li volch
dar honor, parla primerament e dix: Bell amich, quäl es vostre coratge,
ni hon anats, ni per que sots assi vengut? 8enyer, dix lescuder, fama
es per longues torres que .j. Rey molt saui ha manada cort o fara
eimateix cauayler, e apres fara cauaylers altres barons etranys e pri-
uftte: on per ayso jo vag a «quella cort per esser noueyl cauayler: et
mon palaffro, dementre que jom adormia per lo trebayl que he haut
de les grans jornades » ham anienat en aquest loch. Con lo cauayler
ausi parlar de cauayleria, et remombra lorde de cauayleria e so qaey
pertany a cauayller, adonchs gita .j, suapir et entra en consirer mem-
brant en lo honrament en lo quäl cauayleria lo auia longament man-
tengut. Dementre que lo cauayler cogitaua en si mateix, lescuder li
demana de que era son consirer. Lo cauayler dix : Bei fils, mos pen>
saments son lorde de cauayleria, e del gran deute en que es cauayler
con mantenga la alta honor de cauayleria. Lescuder prega lo cauayler
que li dixes lordo de cauaylaria quäl es, ni per quäl manera hom lo
pot mils honrar e conseruar en la honor que Deu li ha donada. Com,
fiyl, so dix lo cauayler, e no saps tu quäl es la regia e lürde de
cauayleria? e con pots tu demanar cauayleria tro sapies lorde de
cauayleria? cor negun cauayler no pot uiantenir lorde que no aap, ni
pot amar son orde ni so que pertany a son ordo si no sap lorde de
cauayleria, ni sap conexer la fayliment que sia contra son orde. Ni
negun cauayler no deu fer cauayler a'i no sap lorde de cauayleria, cor
desordooat cauayler es qui fa cauayler e no li sap mostrar lescustumes
quis pertanyen a cauayler. Dementre quel cauayler deia aqueste» pa-
raules e reprenia lescuder qui dcmanaua cauayleria , lescuder demana
lliS S. Oräfenberg
aI CAuaylor: Sonyor, si a vob plazia quem dixessets lorde de caiiayleri%
M««at« mo «ont coratgo quel orde apendria, et que sigairia la regia e
lordo do cauayloria. Bei amic, ^o dix lo cauayler, la regia e lorde de
cauayloriH c« on aqucst libro on lo quäl jo lig alcnoes Yegades per 90
quom f«««a roinombrar In gracia et la merce que DeuB ma feta en
aqiu'dt mon, porvo cor honraua c mantenia lorde de cauayleria a tot
mon podor. Cor on axi con cauayleria dona tot 90 que pertaoy a
oatt«yl(M\ cn axi cauavlor deu donnr totes ses forses a honrar canay-
loria. \a\ cauaylcr liura lo libro al escuder: e con lesender lac lest,
on lo quäl ontos quo cauavlor es .j. de .M. homens elet a haaer paa
noblo oftici quo tot$. ot ac ontosa la regia e lorde de cauayleria, adoncha
oonsir« J. potit 0 dix: A sonyor Dens, beneyt siats tos qnim haneta
«duvt on KH'h 0 on tomp» con jo haja conexensa de cauayleria, la qaal
ho lon^h irmps dosirada« sons quo no sabia la nobilitat de son orde
ni U^nramont on quo IVu ha posats tots aquolls qui son en lorde de
OAuayloria Amablo tiyl. dix lo canayler. ,10 son pres de la mort e mos
dio» no i^on moh$: on con aquost libro sia for per retomar la deuocio
0 la lovahat 0 lordonaniont quo cauavlor den bauor en renir son orde,
)^^r «\c^^. bol ti), }Htrtai$ voson aque$t libn^ a la cort hon enats, e
mo»trsTs )o a lot^i ai;v.olU qui volon o^sor canaylers nouoUs: gnardata
K>. o car lO :oni:$ $i amat$ lordo do cau.HTloria. E con s«et» adobat
a nouol cauA\!or. roxorrat;» iMi^r «qn^si li>ch. e disa» me quals son
«^\:c\U ca* *cr*n fc:* 3v»uoU ojiuay>r< c ro *urAT: es:*i* obedients a
'« ii»v:::*« ie :**.:*> Ar:* lo .'AUÄy'ir -";~* >ä "rrr.--i.>f -o al e*cuder,
:" LiVi:u,-i'r i^r* .v^ '.r-^v 0 :>rt;i .,'-::*: --.;.: i:'- :ir-:rr: de' canayler,
X y. . , :.-. f ;,:•> :• ii : :i "i c-*" .vr: ^ *:~t" :2t r:-: ratayler qui
*r- rs*.-.- :' .■-.\:- .::' »-iv.*-» .:■•*. .' ; ..>.^: T-^r * ' Ti' Tn'-r;.-:- C^# a le»
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Don Juan Maouel, Ei Libra döl Caualloro et del Eecudero
4:U)
findet aich bei U.Juan ausführlich mitgeteilt und giebt seiner Erzählung
der Vorlage gegenüber immer noch einen ziemlich hohen Grad von
Selbständigkeit. Bei K. Lull findet die Unterweisung des Knappen in
den Pflichten des Ritlerstandes u. ». w. in der Weise statt, dass ihm
der alte Ritter ein ßuch zu lesen giebt^ in welchem alles, was das
Ritterwesen angeht, verzeichnet ist. Dies Buch nimmt der Jüngling
auf Wunsch des Alten mit an den Hof, damit es allen, die dem Hitter-
stande beitreten wollen, von Nutzen sein könne. Bei D. Juan hingegen
ist die Unterweisung von Seiten des Eremiten eine mündliche und
darum lebendigere. Ein weiterer Unterschied in der Anlage beider
Bücher ist der, dass bei L). Juan der Knappe eich nicht auf die Frage
Dach dem Wesen des Ritterstandes, den Päichton der Ritter u. s. w.
beschränkt, aoadern noch weitere Fragen aus den verschiedensten
I Wissensgebieten an ihn richtet, die der Alte dann nach und nach, zu-
weilen mit grösseren Pausen — die durch den Aufenthalt des Jüng-
lings zu Hause und am Hofe ausgefüllt werden — beantwortet M- Bald
sind es Fragen religiöser Art und übersinnlicher Natur ^ wie die nach
dem Wesen Gottes, den Engeln, dem Paradies, der Hölle, bald greifen
sie in das Gebiet des sinnlich Wahrnehmbaren hinüber, wie die, welche
Säugetiere, Vogel, Fische, Pflanzen, Steine und Metalle behandeln, bald
sind es Fragen aus dem Gebiet der Astronomie. Nahezu stereotyp ist
der von dorn alten Ritter fast jedesmal vorgebrachte Einwand, dass
die an ihn gestellte Frage nicht leicht zu beantworten sei, da sie doch
' eigentlich ein grosses Wissen voraussetze , das er als Ritter nicht Zeit
gehabt habe sich zu erwerben. Indessen habe er einiges darüber er-
fahren , und das wolle er dem Jüngling nicht vorenthalten. Nun ist
aber nicht etwa der Rest des Kapitels ausschliesslich der Beantwortung
der betrefi'enden Frage gewidmet. Der Einsiedler nimmt vielmehr jede
Gelegenheit wahr, sich, ehe er auf den eigentlichen Gegenstand über-
geht, in weitläufigen Digressionen über die schwierigsten moralischen
und philosophischen Themata zu ergehen, und zwar in einer Ausführ-
lichkeit, die in gar keinem Verhältnis zu der Kürze steht, mit welcher
er die Frage des Ritters beantwortet. Nur in einigen Kapiteln wendet
, er sich bald zu eeinem Gegenstande, so z. B. in Kap. XL und XLI, wo
1) Genauer an R. Lall — mit BenutzuDg von D. Juan Manuel für den weiteren
Verlauf der Erzählung — hält sich der Valencianer Martoreil in seiDem Ritter-
roman ^Tirante el Blaoco". Dort wird dem Knappen von dem Einsiedler vor
seioer Weiterreise an den Hof das Buch L'Arbre des Batailles zur Belehrung
über de« Ritterstand eingehändigt. Nachdem der Rittersohlag vollaogen, kehrt
der Jüngling mit seinen Gefätirten zu der Einsiedelei zurück. Näheres Über diesea
Roman bei Daalop • Liebrecbt S. 169 ff.
HO
S. Gräfeoberg
•r di<> Tiere und die Vogel behaodelt. Hier war ja auch der leiden-
schaftliche Jäger und Verfasser des Libro de ia Caza auf wohlbekaotitem
Gebiete.
Woraus D.Juan Manuel sein eigenes ausgedehntes Wiesen, das
er im Libro del C. et del E. eeigt, geschöpft hat, giebt er weiter nicht
ML Das einzige Buch, auf das er sich im Laufe der ErörteraogeD
fieht. erwähnt er Kap. XIX , wo vom Ritterstande die Rede ist : Pero"
ai uos quisieredes saber todo esto que nie preguntastes de la caaall«ria
OMiplMaineatd, leed un libro que fizo vn sabio que dizen Vejecio. et
y lo fallaredcs todo. Gemeint sind damit des FIa?ü Vegetü de re mili-
tari libri. die, wiederholt ins Spanische übersetzt, oft als Autorität an-
geführt werden. Auf D. Juans Buch vom Ritler und Knappen bat je>
dooli die» Werk nicht direkt eingewirkt. Desto mehr hat dies daa
•elioii genannte Werk Ramon LnlJs gethan. das die QaeUe aeiDer
iUlllieeerx&hlang gewaeen ist. Wenn auch die Bemerktutg Agiiil6e,
daae »Don Juan ae apodera dest tn/elat y feiieel seil eeaa aoomenar a
ooa Mlec^ la weil gekl^ eo hat doch diea Back siemiieli «tarke
in libro del C. et del £. luBterbaaeift. Dea pk noOrlkh
fikr die Kaphel, die «ich mit dem Ritterstande beechiftiges. Aber auek
OMWt aoigt eidi. wie die UtterariMheo AeaMrkeogea heitlHgen
die Ettviikaag Kamoo Lefla. Von gfoencB Bläiea» mai dae
dil C et del E., wie aef D. Juans Schriftes ebcfkaspt, waces» w
feile eben emgedfurtet itt, fie Arbeitee eoiaea Obene AMoMe X. Hier
liMMii k eceier lii^ ^ Siete Faitidae ie Betmebt fise Beibe
tw eedMkeü. doMi «k ta dieeea greoMct« ei^uhigii" Werk be-
gi^eea» imim wir im Beebe te« Ritter ead ITaeffM wieder. Ee g9t
iifl-di
die Lektiie
ilL Im
Dl,
Dm
Ol»
UbMMCetMS.
irt^k^DL,
4» Lihi» M C et M &.
Don Juan Manuel, El Libro del Cauallero et del Eacadero
nt
geschrieben ist, die Widmung selbst im Winter desselben Jahres (vgl,
ß. S. 135).
ra.
Um der Nachwelt seine Werke in ihrer ursprünglichen Fassung
und nicht verstümmelt durch die Nachlässigkeit unwissender Schreiber
übermitteln zu können, Hess sie D. Juan Manuel in eine Us. zusammen-
fassen und übergab diese den Brüdern des Klosters Peüafiel zur Auf-
bewahrung. Dieser eigenen Redaktion seiner Werke schickte D. Juan
einen allgemeinen Prolog voraus , der schon darum eebr wichtig ist,
weil er eine vollständige Liste der darin befindlichen zwölf Schriften
enthält (vgl. fol. !•' unten). Am Eingange dieses Üesamtprotogea
gicbt D. Juan seine Besorgnis zu erkennen und rechtfertigt dieselbe
gleichsam durch die Erzählung von dem Troubadour, dessen Lied von
einem Schuhmacher bei seiner Arbeit auf der Strasse so verunstaltet
wurde, dass er im Zorne darüber eine Schere ergriff und die Waren
des Schuhmachera zerschnitt (fol. l*ff.). Als der geschädigte Schuh-
macher nun den Troubadour darüber zur Rede stellte, sagte ihm dieser,
er habe ja nur Qleiches mit Gleichem vergolten, indessen sei er bereit,
mit ihm zum Konige zu gehen und diesem die Sache zur Entscheidung
vorzulegen. Als der König den Uergang erfahren, grollt er dem Trou-
badour gar nicht, verbietet ihm aber, je wieder dergleichen zu thun.
Dem armen Schuhmacher ersetzt der König den Schaden, nachdem er
ihm anbefohlen, die Lieder des Troubadours beim Singen nicht wieder
zu verunstalten. — Wenn D.Juan angiebt, dass sich diese Begebenheit
unter der Regierung Jaimes L von Mallorca, also nicht lange vor seiner
Geburt, in Ferpignan zugetragen habe, so ist das nicht ohne weiteres
hinzunehmen. Der Ursprung der Erzählung von einem Dichter, der
die Arbeit eines Handwerkers zerstört, weil dieser seine Verse beim
Hersagen verstümmelt hat, lasst sich weit zurück verfolgen. In seinem
Buche „Über das Leben und die Lehren der berühmtesten Philosophen
des Altertums'' überliefert uns Diogenes Laertius, ein griechischer
Schriftsteller, der um 30Ü n. Chr. lebte, ganz kurz eine ähnliche Ge-
schichte, die dem Dichter Philoxenos (f 38<) v. Chr. am Hofe des
älteren Dionysius zu Syrakus) mit einigen ZiegeUteinbrennern passiert
sei. Dann ist diese Geschichte erst wieder bei D. Juan Manuel belegt,
doch zeigt ein Vergleich beider sofort, dass der Spanier die Angaben
seiner Vorlage noch bedeutend vervollständigt hat.
Nach D. Juan hat der Italiener Sacchetti eine ähnliche Episode aus
dem Leben Dantes erzählt. Statt des Schuhmachers ist es hier ein
Grobschraied, der Dantes Veree zu seiner Arbeit singt (Novella CXIV).
44/
& Grilcalietf
»Igt i'w Otiflehiebte Saeehettis toq dem Eseltreilx
dfr HAch jc;deni V#ri# int Dante eeiBem Esel am! ixmei\ hm er Toti
iMnte darauf aufmerkiam jj^emaclit wurde, daw der Aoamf nielit in
M$a«ii VerMO «tände. Vennutltch hat der jüngere Sacdietti aita D. Jaoa
Miüti«! (hm*, mit ihtn au« demelbea Qaelle) ge»ehöpft. Wie Di2nIo|>
(8. 2Ö6) RUgUMt wird dieietbe Geschichte Tom Dichter und Handwerker
ioeb von Ariotto and anderen Dichtem erzShlt, aber nirgends mit der
ilUilfOhrliebkeit wie hm D, Juan MauueP).
1 ) Vgl Ubtr dielen Of^i^cnslADd pApaaU, Dante aeoando U tradiuoee
vaWaUtri. Firttn^e 1873, 8. fi3 tt aod S. 61 ff.
■1
Don Jakn Manuel, £1 Libro de) <.'a)ia)lero et del Escuderu
U:\
TEXT.
[fol !•] Asi commo ha muy grant plazer el que faze alguna baena
obra, senalada meoke ai toma graut trabajo e la fazV), quando sabe
ique aquella au obra es muy loada et se pagan della mucho laa
gentes, bien asi ha muy graDt pesar et grant enojo, quando al-
guno a sabiendas o aun por yerro faxe o diKc alguna cosa por que
aquella obra non sea tan prcciada o alabada commo deuia 8er. Et
por probar aquesto, porne aqui vna cosa que acaeyio a un cauallero
En perpinnim en tiempo del primero Rey don jaymee de raallorcas^).
Abi acae^io quo aquel cauallero era muy grant trobador et fa^ie muy
buenas caatigas amarabilla et fizo una muy baena ademas ^ et avia
muy buen son. Et atanto se pagauan las gente» de aquella cantiga,
que deae^) grant tiempo non querian oantar otra cantiga &i non aquella,
Et el cauallero que la (iziera auia ende muy grant plazor. Et yendo
por la calle un dia, oyo que vn ^apatero estaua dtziendo aquella can-
tiga^ et dezia tan mal errada mente*). tan bien las palabras commo el
Bon, que todo omne quela oyesae, ai ante non la oyie, tenia que era
imuy mala cantiga et muy mal fecha. Quando el cauallero quela fiziera
oyo commo aqucl ^apatero confondia aqnella tan buena obra commo °),
ovo ende muy grant peaar et grant enojo et deacendio de la bestia et
asentose cerca del. Et el ^apatero, que non se guardaua de aquello,
1) Die Lesart e la faz giebt keinen Sinn, ^a überdies im Libro del C. et del £.
fast nie blosses e für die Partikel steht, und die 3. Siug. Prä«, von fazer meistCDS
faze heiSBt (vgl. drei Zeilen welter unten), so lese ich mit Amador de los Rios
(IV 295 Adoi.) uod mit Baist en la fazer, das s'cb auch graphisch leicht erklären
läast Der Schreiber bat eiofacb deo Strich über dem e (vergl. auch S. 459
Anm. 1) uad den Haken über dem z vergessen.
2) Jayme L, König von Aragonien, Sohn Don Pedros IL, der 1213 in der
.Schlacht bei Muret fiel, gelangte nach dein Tode seines Vaters als fUnfjtthriger
I Knabe auf den Thron, den er bis zu seinem Tode innehatte. Er führt den ßei-
inameii des Eruberers. In Urkaoden lautet sein Name mit Titeln: Don Jayme, por
la gracia de Dioa Key de Aragon, de Mallorca, y de Valencia, y Coode de Bar-
celona, y de Urgel, y Senor de Monpeller-, vgl. Juan de Meto, Ilisturia gener&l
del Reyno de MaUorca, MaDorca 16d4, S.81.
3) l desde.
4} G(ayang08) ändert errada meote in ordenada mente, das f. 25' allein vor-
komiDt. Da indessen f. 15* muy mal errado steht, so kann man an der Lesart
der Us. festhalten. Auch mal [e] errada mente ist in Erwägung su ziehen.
b) Nach commo ist el fazia oder besser fiziera (entsprechend einer ähnlichen
Stelle f. li>) einzuschieben,
RoinaBt»che PorecbuDgciu Vit. QA
444 8. GrKfenberg
non dfxo au o«nUr ot quanto mas dezia mas confondia la oantiga qne
iA caualloro fluiora. Kt detque el oauallero vio bu [f. l**] bnena obra
tan mal confondida por la torpedat de aquel gapatero, tomo mny pasao
vna« U««raa ol ti\jo quantos yapatos el ^apatero tenia fechos, et eato
f««ho, caua)^) ot fiionte. Et el v*P*tero paro mientes en aas ^apatoa,
^% dMquo loa vido aai tigados, entendio que avia perdido todo sa tim-
Kugo« ovo grant po»ar et füe dando Totes en poa aquel caaallero qne
aquolkk le Huera, Kt el cauallero dixo le: amigo, el Roy naeatro sefior
t^a aqui, oi um »abode« que e« muy buen Key et mny juati^iero, et
ua>-awM antel, et librelo c^unmo fallare por derecho. anboa ae acordaran
a eato, et deeque le|taroB aatel Kev. Dixo el ^patero, eonuno le tajara
lodoe »u» \Ni|viio« et le titiera grant danno. El Key Ine desto aannndo
ei prei^unto al eauallero m era aquello Teidat. et el eanallero dixole
que N« aia» que quiue^ee Mber por que lo tiera^X Et mando el Rey
que dixieee. ei el eauallei« dixo que bien sabia el Rey qne el fiaaera
lal <^anti^ que er« nuy bueaa et abia buen eon« et qne aqnel spätere
]|eeU am eon^^ndida. et que peU mandacse deiir. Et el Rey mando
04a d^r e< vio que eca a«i eet^Hi^^ dixo «1 canaUero qne. poeo el
Via|vM«v <^'«Kvidieni tan buena obra MMRiaao el nnera et enqne aTin to-
«Mkdo 0^ant dawpno et a£an. qne an confwdiera «1 k obn del ^npa-
lecvx m Kev e< quasto* K^ ov>M\>n tonaa»« deno j^aat plaser et Rieron
Msie «knc^<>, et e< Kev «aaado ai ca(ia:e5\> qne xssca dixie»e aqueUa
muk;^ sd% <vvaK«dw««4ie U bve«« ci^ra de) ca»I«s>». ec pec^ el Rey
^ ia^^N" *^ ^a5^*^^^o e; »arsÄ^'' jl cAz*lifÄ' c:s# *m iees«* «aa* enojo
*1 \*?>»w«V'^ K: : *. - ^^^eIi!^äo }\v i.'cc vitax c«? >>r mi«& qne
tvv» «- joir^fc «cxsAT. ^»^ Xv* >:^c>f ^xf >■.•* be r«ä<* s«« »e aymn de
*.NM\v »«cij» vv*!». V «*,* Tcc ««««r^Msc.jr.vjr,- äi «irrTsaxss. i» por
<x>^:;jk» vcr» *«BVi*i »7J» a ,Nr:fc* « ii^ « r*xs^£i»5r <i Hbro
^.vitji *TJi r*r,ir >.v ,*cr4 m fn^äa ,'x>* irrii rACi ^ *a.»a»<iV« <c a>da
«tfua *.>..« ^ .- t j I . VI .'vv •lAKu.tnn^iiEkVUv.v; «v> «.rrusHW a *'-* i « =:
y-a.' S •." - l^- r>v . • i; B.»>: fiKa«> JLiKt^;!^ 2c ruft'
Don Juan Manuel, El Libro del Camallero et de) Escudero 445
^guardar esto quanto yo pudiere, fizi fazer este uolumeu en que eßtan
BCriptOB todos los libros que yo fasta aqui he fechos^j^ et sondoze: el
primero tract« dela razon porque fueron dadae al infante doo naanuel,
mio padre, estas armae, qne son alas et leonee, et por que yo et mio
fijo legitime heredero et los bcroderos del mi linago podemos fazer
caualleroa non lo seyendo nos*), et dela fabla que fizo coomigo el rey
don saDcho en madrit ante de au muerte. Et el otro de castigos et
de consejos que do aini fijo don ferraodo, ot eon todaa cosas que yo
proue^), el otro libro es delos stados, Et el otro es el libro del cauallero
et del escudero, et el otro libro dela caualleria*), et el otro dela cro-
nica abreuidu^)^ et el otro la crooica compHda, El otro el libro deloa
egefloa')*), et el otro cl libro dela caga, et el otro el libro delas can-
tigas que yo fiz*), et el otro delas rcglas commo se deue trobar*). Et
ruego a todos los que leyeren quäl quier delos libros que yo fiz, que,
81 fallaren alguna razon mal dicha, que non pongan ami la culpa, fasta
Verfaflfier wird, ohne dass dieser schuld danin ist (el que U fizo Don auicndo y
culpa).
1) Die gleiche Besorgnis, dass seine Schriften durch schlechte Übersetzer oder
gewisseDlose Abschreiber entstellt werden möchten, drückt Don Juan Manuel auch
im Prolog zam Conde Lucanor aus ^vgl. G. S. 368/'?).
2) Im allgenieiDeu konnten nur ßitter den Kitterschlag an anderen vornehmen,
jedoch auch die Könige und ihre Thronerben, selbst wenn sie nicht Ritter waren.
Dieser Brauch war gesetzlich bestimmt in den Siete Partidas Allonsos X. Ich
nehme die betreü'<;nde Stelle des allgemeinen Interesses wegen hier auf: „Pechos
non paeden ser loa caualleros por mano de ome que cauallero noo sea. Ca los
sabioa antignos, que todas las cosas ordenaron con razon, nnn touierun qne era
oosa con giiisa, nin que pudiesse ser con derecho, dar vn ome a otro lo qne iion
OQiesse. E bien assi, como las ordenes de los oradores, non las podria ninguoo
dar, si non el que las ha: otro tal noo ha poder de faser oinguno cauallero, si
non el qae lo es. Pero alguooa y ouo que touieron que el Rey, o au fijo el
heredero. maguer caualleros non fuessen, qtie bien lo paeden fazer, por Razon
|Clel Reyno, por que ellos son cabeyas de la caualleria, e ludo el poder della se
Doierra on el su mandamiento, e por esso lo vsaron e vsan en algunas tierras.
iaa seguD razon verdadera derecba, ninguno non puede ser cauallero de mano
del que lo non fuere. E tanto encarescieron los antiguos la ordcn de caualleria
tjue touieron que los Emperadores, ni los Reyes noo deuen ser consagrados ni
comnadoB, fasta que caualleros fuessen" u. s. w. D. Juan Manuel, der doch nicht
„fijo et heredero de Rey" war, musste es sich zu grosser Ehre anrechnen, das«
auch ihm und seinem Sühne das Recht des Ritterschlages eingeräumt war.
3) Vgl. L. in f. (G. 265 a): este libro es de cosas que yo probä.
4) Nicht erliaUen.
5) I. abreuiada
6) 1. engeüos.
30»
Ml) S. GrMfenberg
i|U<« boA*) o«t« uoliimon quo yo mesmo coneerte'). Et detqoe lo
vier««ii , lo quo fniliiron «{uo oa y menguado , non pongan ctüpa mit mi
««ntonvion, c.a dion imho buonn |f> H] la oue. Mas pongan') ala mengiit
dol mi onloiuliiiiiiMito') quo orro on dos cosas: La vna enel yeno qne
y fHlUro y fnllnron*), Kt la otra, por quo fue atreoido ame entremetor
««n fabla imi IaIo« maioria«, Kntendiondo ]a mengua del mio entan-
dionirt*! ot «Altiondo tan poco dolas scripturas commo aqael qoe, yo
jur«> «dioN \oi-dAt, t|uc non «abria oy gouernar vn proberbio de tergeia
Itomona Kt puo« o« fooh«> -^ osto prologo et esta protestacion , de aqm
adM«nio coutmonvar«« afahUr la matcria dolos libros. Et el primaro
libnt oomionvü tiM\*\
UKUMano «onnor don johan, por la gracia de dioa ar^bispo de
loli^di^« )h-inado*> dola« Kupanna« ot chan^Uer de castiella: yo, don
i«^ha», f\)«> d^l ini'anto don manucK adolantado mayor dela frontera et
de) K<'xni% d(^ murvia. me oncomiondo enla Tuestra gracia et enlai
xu<^*ti-a* »anu« orat^ion^^^^ honnano »onnor: elcaydado es vna delas
:'' l'^if U*. ^ 54 4n M«dhiil4»r NAiic^iuüh)bli<tTbe>k kaaii siebcr nicht den Ab*
»•)<krp«^h nvh^'Si^r .i«» x-«\n 1'^ ^n^kT. llAr.ar: w>1Km n«dip«w Original an »ein; da*
^t>fr«^i-. i^v^NhM. .^r tA)t:Me<^o>>rr. lJ:^L<>):. Au$M^rA di^ Schniu velche den Kodex
. )vNr^Ar.:A .w Ss-i;f■^f>T ku äa» l'lir«'."« w*pe3i öes folgcBdes ab
4».»-. .i,-vM<.-. . ;■-. '.%x : v-.^> ;..f . r.:.\ .-vv .tf cvitcckf. 51» «« elkM fallaroi.
i'.*i JV'i^Ki >A ,»::;.* * * »i, ; J .TT^NM H** ".«^nflJiJL & i» BKXfXia de M CS*
•. 1-, .«.-, I :.. .M\ ,. w v.-s» •,• > K^ «I ti(u»»«».'^* «: 'fc>.a^- M a»if» Niua Da». ^69ßi
■v. • »■^■.
■>' •"m'.i,'««.. !.;w^ ?.».*».» vM>;«. h« * 4i-::».Ü .'■ Ij^rSHir 1.
♦ .•:-.- •-. .-. .-• .*• ^ - ■ -.^ ■•:».> « ..-.-. :. .., ijU'^ «aa^^iTia
«■;■: ' Vi:-.,-- - -■=*■ >. ■■- ■■ --- *..-«*. .■ .an •"■>^" läiaua —
, .'«Ulk-, -w ■'».«>. >».- 1-. • ' ■ .w:-.». :..». • .. •■?.. >.^.s.En- . .?vr~ ifia» "»"i
Don Juan Mauael. Ei Libro del Caualtero et del Eecndero 447
cosas que mas faze al omne perder el dormir*). Et esto acaes^e ami
tantas vezee que me erabargn mucbo ala salud de) cucrpo. Et por
ende cada que so eu algun cuydado^ fago que nie loan algunoB libroe
o atgunas estorias, por sacar aquel cuydado del cora^on^). Et ncaeciome
ogaono seyendo en seuilla, que muehaa uezes nou podia dormir pen-
eando en algunaa cosas enque yo cuydaua que seruiria adios muy
graoada meote. Maa por mia peccados |f. 2*] non quiao el tomar de
mi tan grant aerui^io. Ca ai el algun comien^o Auia moatrado para
ae seruir de mi, fue todo por la au mer^ed et au ptadat et non por
ningun mi mere^imiento. Et lo que ae agora alongo, tengo quo non
fue ai non por mi peccado^). Bendito aea el por quanto fizo et por
quanto faze et por quanto fara. Ca gierto ea que todas las coaas aon
enel au poder et en la au iioluntad, Et todo lo que el faze ea lo raejor.
Et seyendo en aquel cuydado, por lo perder comenge eete libro que
vos envio, et acabelo dcapuea que me parti dende, et non lo fiz por
que yo cuydo*) que aopiease componer ninguna obra muy sotil nin de
grant pecado^), Maa ßz lo en vna manera que llaman en esta*^) fabtiella.
Et por que se quo voa que aodoa muy dormidor*), envio voa lo por
que alguna voz qunndo non pudicrdea dormir, que voa lean asay commo
voa dirian vna fabliella. Et quando falardea algunaa^j que non ay muy
buen recadO; tened por yierto que yo la^) fiz poner en eate libro, Et
Reyd voa ende, et perderedea el cuydado que uoa fazia perder el dor-
mir. Et non uoa marablilledea*) en fazer yo acriuir cosaa que aean maa
»usgosprnehcn wird, liHben mehrfach Anhattfep unkte für die Heatimmung der Ab-
faaaungeieit der betreffenden Schriften gegeben (vgl. Baist a, a. 0 ).
1) Darüber, dass dia Sorge den Schlaf verhindert, spricht aii-h D. Juan Maoael
noch Eat I ^9 aua: cu cierto es que non ha trabajo en el mundo que tanto em-
pezcn al ouerpo del home coaio el cuidado. Andere Belege vgl. Buen. Prov.
Bl. 48*'.
2) Das Vorlesen bei scblechtem Schlaf empfiehlt D. Juan auch Eatadoa I 59;
Vgl. auch Ca«t. y Doc. (ed. Gayangoa) S. 193 a; Part. 1 Tit. XXI Ley XX
3) Vgl. Baist S. 135 f.
4) cuyde (Perf.).
5) 1- recado, daa einen guten Sitio giebt und anch in den folgenden Zeilen
öfter vorkommt. Ich glaube mit B(ai8t), dass hier eine Verwechselung des langen r
mit p von Seiten des Schreibers vorliegt.
6) Wenngleich auch G.'s Lesart wegen des bald darauf folgenden en vna
manera que dizen en Casttella fabliella annehmbar ist, so gebe icti doch B.'a
Konjektur (en esta [tierra]) den Vorzug, weil sie sich graphisch erklären iSsat.
7) 1, lual dormidor oder muy mal dormidor (vgl. B.).
8) l slguna [cosa] qoe . . . la . . ., wie einige Zeilen weiter.
9) I. marabilledes.
448 S. GrUtabmt
fablf^ila tfoe amy bnen Mio. Et si por aTentora faibrd» j a^asa
eof»a de fjo« oo« pagnedet, grade^r lo he 70 modm adioa^^y Ca aa
^erto qae vo» non pagariadet de ningona eoea qae bneaa ooa
Kt poee tum ^) «ode« elerigo et may letrado, enmates ami la mmj 1
et moy complida Et may saneta obra qne ▼<>• fiziettes enel pater 1
por qae lo transladaate de latin en BomaD^e'), EdtIo voe [L 2^] jo
qoe fto lego, qoe nanca apreodi nin ley ningnna aeieneia. eata mi
fabliella, por qoe, »i ooa della pagardea, quela fagadea tranaladar de
roman^ en latin';, et non voa la en?io acripta de mny baena letra
nin^) may bnen pargamino, RegeUndo qne ai noa fallaaedea qne non
era bueno recado, qnanto mayor afan tomara en fazer el libro maeho
en eato*); tant/> fnera el yerro mayor. Maa de qne lo voa yierdea, ai
me on?iade« dezir que voa pagardea ende, enton^e lo fare maa apoatado.
COmionga el libro qne fizo don iohan, fijo del muy noble infaate
don manuol, Et ha nombre el libro del cauallero et del eaea-
'iderOf et ea compuosto en vna manera que dizen en castiella fabliella,
ot envialo al infanto don iohan, ar^obispo de toledo. Et Ruegai qae
tenga por bion de traaiadar eate dicbo au libro de romanye en latin ^).
1) I>(ir fiKmliobe Gedanke wiederholt sich f. 27^; C. Lac. S. 369a (Prolog);
RNt. I Kap. 2 und Kap. 99; dae. II Kap. 1 ; L. infinido S.265a.
2) 1. 1108 (quo] nodes elerigo entsprechend dem yo que so lego des Haaptaatsea.
.'{) Howoht (iin taiuinische Arbeit des Erzbisohofs von Toledo als die apaniacbe
(^borsetKiitig dorsellion durch D.Juan ist nicht erbalten, überhaupt weiter nicht
orwUhnt; vkI. H. H. 138.
•1) Ahnliüho Stollen, nu wolchon man von der Übersetzung eines Baches ins
l.AtoiniHrho odor dorgl. npricht, sind nicht gerade selten. Ich möchte Knnat Recht
gcbnn, wnnn or moint (S. D!>i Mitto), dass man mit der Erwähnung einer Über-
N«*(/.iiiig iiiN lintoiniNclui oder oinor solchen aus dem Lateinischen Tielleicht dem
Hiiolir in iloii Aiif;(Mi d«*N Loscrs »inen hohem Wert habe geben wollen. D. Juan
MjiiiiioIn Viir:iUHH(<t7.iing, dnsH sein itiicli wohl üt'tor übersetzt werden würde, and
nriiM« KoNorKnli«, dnnH (li«>ii nicht sorgfältig genug geschehen möchte, sind beide
tlii/u :ui^i>ilinii. die Stliritt lils wertvoll und begehrt hinzustellen. Eine lateinische
OlMMHOtAutig int .tlier nieht vorhanden.
:>i 1. iiin |eii| iniiy buen pargamino.
(\) Will iiiAii tiineho en esto, welches H. tilgen oder in die folgende Zeile
Nit/iMi inorlite. .-iii .neiiier Steile la^Hen , so \ii»»t es sich erklären, indem man ea
:\\\\ die StMKt-ilt be/iehi. die 1>. ,Iu.in auf die äussere Ausstattung des Bandes
\eiweinlet hülle. l»ie!»e wäre, wenn der Inhalt des Huches nicht gefiele, um so
\vtMn;;ei :uti;'ebr.Hi'l)t uiul lios8e die Mängel des Werkes noch mehr hervortreten.
. *> i\>iiiieii«.:( laiin I>ie8e Cbersehrift ist mit roter Tinte, aber von der-
üelbei) tl.ind i;e.<tvlir leben. Par.Huf l'olgt ein freier Kaum von etwa 17 Zeilen; aaf
(ten> Vcr:«i> beginnt dann der folgende Abschnitt mit grosser Initiale.
Don Jaat) Manael, El Libro del Caaallero ot del Eacudero 440
|f. 2*1 Por qae dizen todoa loa sabioa que la mejor coaa del mundo
es el saber'), tiene^) que todo lo que omne puede fazer para lo
aoresyeDtar ma8, que bi lo dexa de fazer quo non faze bien. Et otroei
tiene^) que vna delas cosas que 1ä^) mas acres^enta, es meter en
acripto las cosae que fallan, per que el saber et las buenas obraa
puedan seer maa guardadaa et luns levadae adelante. Por ende yo,
Don iohan, fijo del infante den manuel, fiz eate libro en que puae al-
gunas cosaa que falle en vn libro, et si el coniieuQo del uerdadoro o
non, yo lo se*}. Maa que-'') me pares^io quelas Kazones que en el ae
contenian eran muy buenas, toue que era mejor delas Bcriuir que
delas dexar caer en olbido. Et otroai puae y alganaa otraa Razones
que falle acriptas, et otraa algunaa que yo puae que pertenec;ian para
aeer y pueataa*). Dize enel comienyo de aquo! libro*) que en vna
tierra avia un Rey muy bueno et muy onrado et que fazta muchaa
buenaa obraa, todas aegund pertenea^ia aau eatado. Et por mostrar la
SU nobleza fazia muchaa uezea aus cortes ayuntar. a que venian muchaa
Igeniea de aus tierraa et de otraa. Et de que^) coneP); fazialea mucho
bien, dando algo delo auyo muy granada mente aloa que lo deuia dar,
tan bien aloa stranos commo aloa auyoa. Et atoda la tierra en general
daba buenaa lecciooes ^^) et buenoa fueros et manteoia et guardaualea
muy bien lo que avian delos otroa Reya quo fueren") ante qae
el"). Et tanto bien lea fazia, que el amor que la naturaleza daua'^)
que todoa le deuian auer aai commo aau Rey et aau seilor natural,
1) Vgl. L. inf. 264 a: La. mejor cosa que home paede haber es el saber.
Sera. Tob. 310 ff.; Boc. de uro f. LIV»»S 38^ a. s. w.; Gast. 6 doc. 122a; Flore«
^de 61. 8. 15; Scbabl S. 159 Nr. 435; Rabb. Bl.211, 224; Zur rabb. Spruchkunde 30;
Joarn. asiat. a. a, 0. III 91.
2) 1. tienen.
3) I. lo (O.) wie io der vorigen Zeile, da in beiden Fillen das Ffirwort sieb
auf el saber bezieht.
4) ). et si el comieuQO del [es] uerdadero o non, yo fnool lo ae.
6) que in der Bedeuiang von porque f. 1«, 2S 11*". 16 ^ IS«", 2!i«.
6) Danach hat also D. Juan teils aus schriftlich Überliefertem, teils aus
eigenen Erfahrungen den Inhalt des Libro del C. et del E. geschöpft (vgl. Einli'itunt;).
7) Vgl. Einleitung S. 433 ff.
8) 1. de quo [eBtauan|.
9) Die nüoatkhe Schreibuüg vgl, f. 9'', 10^ 16* — conellos f. 20*.
10) 1. leyes (B.); vgl. Kap. XVI Ende.
11) 1. fueron.
12) Die hier an dem Konige gerühmten Eigenschaften entsprechen zweien von
denen, die (nach Kap. XVI Ende) das Wesen eines guten Königs ausmaoben.
13) Für daua ist mandaua zu setzen.
IM) M, (irUittüberg
AiMi«;iiiilHiiii ul imwUti \f.'d'^\ por lai sub buenas obras qne atodos ftzia.
lOl |Mii' uuin UiiKoii |)liiy,iä iniinlio atodoB; quando por elloa enTiaaSy £t
VKiitHii Hill iiMiy dit iurmUi, ijuiiiido los avia meester, tan bien en tiempo
du |Mi« lUiiiiiHu IUI ll(uii|)o do Kuorrn. Et tan amado era de aus gentei
ul dnlu* imirniiiiM, i|un (unlo fiMiuron por le seruir et por le onrar, qae
Uli Ulli) piMMi iduiip» luo iipodonido ot onsefioreo atodos los regDos et
(Im IHM do miN iMMiinroNH. Kl ohIo orii con muy grant Bason, Ca loa
«UM iiiiliirnloM «M'Nii MOKiiroM «lo n\wr dol buen galardon del servi^io qael*
(H»lMii, nui iiiHN i|iit> iion morovinn. Kt non re^elauan que por Dingan
ui«^«obid(M Ion voiiia iilnKiin dnnipno »in grant su mere^imiento ^).
Oll out kAbiHii \\\\\\ o\ quo mal o daf» on «u tierra fiuesae, non podria
0« uUiAUUA lUAUovrt «oApar \\A »vn granl pena. Et por eatas cosms era
wiv.\ Aiuddo <^t mu> ivvoDado Kt tan grant »abor anian las gentes del
»»MU«N quo w%M\ dul^Uuan do iH>nor Im cuerpos et los anerea por lenar
»u ^^wu-A *%loUw»iv Kl i«^«)A« quo la muome « la Uxeria en ao") lea
»v^v^ \»d)* W t;v-jiw\>!i Kl U» jTontw **tr*:"iA* d««eanan qae dieeae dioa
K^*>^n jss »"^W ];«a(nU»3«> *« Wrad jvaiiws*« **« enel «i eenorio.
\';a;\^o'.V <>vv»v\v *sn»»,«sn >y. wc»ö<*rK^ *»iX> 3e m xierra et yrrn alas
,s\ vv» ,»;,N S»i^* K<^ )NV »<w «xasjuVcw rt ^MUM *e jqo.ibc^ en el
\\> A,\«v.>»^W' HA4 *ya <w rts» Ko m&rÄf ifc»ic »x«» eiertcis. Et
» ' ^v^. .-,»•. 1» 1 "^vv'\ ,x ,',.:■> IV , i •,•*- , i'f ;• l»iM "T««« taCXti ÄST
Don Jaan Maoael, El Libro del Canallero et del Eacudero 451
[Capitulo XVP]
ff. 7*| et complida mente cod verdat. Ca los Key» son enla tierra en
logar de dioa^), et las eus uoluntades son enla mano de dios, Et por
eiloB se matienen^) las tierraa bien et non tan bicD. Ca segUD las
maneras e^) loa fechoa del Rey, Asy sera mantenido el 8U Reyno, et
dioB quiere que Iob Keys sean en las tierras et las mantengan segun
loa merecimientoa dellas gentes de! au l{egno. Pero ala preguota que
U08 me feziestee, oommo quier que en pooas palabras noo uos podria
conplida mente reeponder, por que eon inuchas lae coaas que ba meeter
el Rey para fazer esto que uos preguntadea^ Pero segun el mi poco
eaber uoe reBpondo que^ para eeer el Rey qua! uos dezides, deue fazer
et guardar tres cosaa: La primera, guardar 9aa leyea et fueroa que
los otroB buenos Keys que fueron ante que el dexaron alos delas
ttcrraa'). Et do ooo las fallare fechae, fizcr las el buenaa et dereebas.
La segunda, fazer buenaß conquistaa et con dereeho La tercer», poblar
la tierra yerma-"').
Capitulo XVII <*, commo el cauallero Reaponde al escudero quäl es
el maa onrado estado en esto mundo.
A lo que me preguntaetes, quäl es el mas alto estado et mas on-
rado aque los omnea pueden llegar en eate mundo, (^'ierta mente esta ea
pregQota asaz graue. Ca loa eatados del mundo son trea: oradorea,
j) L. Inf. 268/?: Et paes los reyes tieoen lugar de Dios eo 1a tierra, di-ben
aer moy amados et muy temidos de los suyoa. — Part. II Tit. I Ley V: Vicarioa
de Dios sod los Reyea cada voo en au Regno , pueatos aobre las gentes para
inaDteaer las en justicia e en verdat quaoto en lo temporal, bien asai como el
Emperador en bu iuiperio ..... E los saoctoa dixcron que el rey ea paeato en
la tierra en lugar de Dios para complir la justicia e dar a cada voo au doreoho.
Das. Ley VII; Caat. 6 doc. RtJ^, 106^., UO/f, 114/?, 117a; Sem. Tob. 355.
2) 1. mantienen.
3) Das e der Hs. ist undeutlich und kann ebensogut o gelesen werden. Ich
ziebo jeducb des bessern Siones wegen e vor, obgleich es ohne t in der IIa. sonst
kaum vorkommt.
4) vgl. Est. I 69 Über das Verhältnis des Kaisers zu den fijosdalgo: et d6-
beloa amar et presdar 4 cada unos segtind aus estados, et döbelos mantener en
justicia et en dereeho et guardarles las leys et privilegios et libertäres et foema
et buenos usos et bucnas costumbres que hobieren de los que fueron ante que
ellos. Das. I 87} Part. 11 Tit. I Ley V.
5) Diese drei Pflichten des Herrschers sind Überlieferung geworden N'ergi.
Kap. 51 ; Maestro Pedro Barroso Kap XIX (Amador IV 256 Atm, 2). Von zahlreichen
Belegen für das eine oder andere dieser Erfordernisse sei noch erwähnt: Boc.de
Ofo f. XXIIIb2, XLVIbi.CXVI»; Sem. Tob. 684; Arcipreste de Kita 132; Rimado
de Palacio 235, 342; Isid Hisp. Sententiarum Lib. III, besonders Kap. 49 ff.
8. GtSfeilMVg
I, Ubradoree^). eada too destos son may baeao«, mi cpi«
(Md«'l faser mocbo bieo eneste mundo el saloar ei Alma. Pefo
al au flaoo «aber teogo qae el roas aJto eetado es el elctigo
Udo'V Por qne eoe^te piuo dios lamano poder, qae por TÜtnd
palabraa [I. 7^) qne eJ dtie toraa U bosda, qoa es paa, eu Terdmdefo"
everpa de jeaQ crislo, Et el Tino en so saogre verdadera^i, et qBaiilo
al elerigp ■uataeantano a major dignidat, aai eaauno obispo o ar^th
kmf^ o eaidanal o papa, taato ea el eatado aua alto^ por qne paede
iMer obraa de qae aya aiayor amayaiieato, et aproaeebar maa al
paaMo ealo spiritual et ealo temporaL
Capitak> XVIII*, coauno el eaaallero anfiaaa Baapoode al acndero
qaal ea aias oando «atedo «atre kn logaa.
▲ lo ^ae OM pragaataatoa <|Bal ea naa «afade eelado eatre
l^caa, aia dabda delai pragaataa qua faala aq« me fenestaa, «ata
la f»e aM» Ugmti aieala vaa paedo ifapoadar Et por eade uoa digo
qae el ■aya» el auM antado eetado qae aa eatre loe lege« ea la ca-
»aliria*). Ga eamBO qaier qae aotra loa lep»a ay nmcboa eatadc», aai
ea«MM ■madatea, awaeaLalee et labradorea et ottaa —ahaa geata»
da aMhoa tatadaa, La caaallaria ea maa aaUe et mm» oaiaido eetado
qw feadaa loa otiaa. da loa Baaiilwoe aoa |Mia deiaadcr oi defiendaa^
aiaa attoa*^ ot laa otraa daaea pochar et BMatfaar aalloa« Et otro i
naa «o ttmt al oae laaaB dHcancaa, et al elM wadww, et al ocio labra-
n l wda (HM] fmm,
>:^ 0 3:«! «euda dt U eloeda «a «I aa» aiia coiaAo qae paad
r ^ acmj» nmmm Tfl. Bee. 4a Ol« BLXXlX'i.
4) i^m^^oatipatqtlaainaiH 11 yoadea &eer gaa per la vfai
>«ai 1 ilibfai <t fm- d ptidv qaa laa piitta &w et Cmm qaa el p«
■fc*« ^ ■w»i qtat et <■<■»»*» Iimuiai. at ti Haa «aaagieprapia; O sa
•c«lW Oiiaili im*»€ mA « Hatoda »okn la» sma« (G, 263^1
'ILL^ uX*-^ IkO MO liaaaiJa«aaOtailad«oMaa«Kw»aeaaar awvit
mm: • fm ay» i
iWfoi
Don Juan Haauel, £1 Libro del Cattallero et del Eacudoro
453
por que desta orden et deste eatado son loa Heys et los grandea
senores. Et este estado non |>uede aver ninguno por si, ey otro non
gelo daM' Et por eato es oommo roanera de eacramento. Ca bieo asi
commo loa eacramentos do santa eglesia son enai coaaa ^iertas, sin las
ciiales el sacramento puede^) seer complido. Otrosi la caualleria a
meater coaaa giertas para ae fazer commo deue. Kt dezir uos he al-
gunoB deloB aacrameQtoa, por que ae entiendan los loa^) otros. Ed el
caaamicDto, que es vno delos aacramentOB, a meater que sea yo omne
que uere casar*}, et la rauger quo ha de casar con el, Et las palabras
del otorga[f. 7«jniiento et del reyibimiento que a de fazer el vno al otro.
Et estas son las cosaa que fazen al casatniento, Ca todas las otras que
ae fazen son beodiciones, et aposturas et conplimientoa. Otroai el bap-
tismo ha meater el quelo rei^ibe, et'^j que lo batea^ et las palabraB que
dizen^j quando lo meten enelagua'^)« la penitenyia otrosi el que con-
fieaa et el que da la peniten^ia et el absaluimienta. Et aegund eatos
aon los otros aacramentos. Et sin se fazer es*) eatas cosas non pueden
aeer los aaoraraentoa conplidos. Et faziendose eataa coaas commo deuen«
conplido es el sacramento, avn que se non fagau y otros conplimientoa
et noblezas, que se suelen fazer quanto**) eatos sacramontos suelen re-
^•ebir» Otrosi la caualleria a mester que sea y el senor que da la
caualleria; et el cauallero que la regibe, Et la spada con que se faze.
Tit. XXI, wörtlich fiberaetet in En Peres Loya do CauJiyleriÄ, Ley VII; En Per«
S. 65 flf.
1) Vgl. denselben Gedanken Part. II Tit. XXI Ley XI; En Pere Ley XVUl;
älinlich R. Lull. XXII » ; vgl auch S,445 Anm. 2.
2) Der Sinn erfordert [non] puede.
ä) Tilge einmal lue.
I) l. que aea y omne qae qniere casar.
5) K et [el] que.
6) Vgl. Part. I Tit. IV Ley Ili : E oioguna deetus palabras non deue dexar
para aer baptismo oomplido. K otrosi nuestro senor Jesu Christo nos dexo cn
cxemplo el su baptismo, que ninguno non puede a si mismo baptizar, inas deun
lo recebir de mano de otro.
7) 8o die Lesart der Hs., die an Klarheit nichts zu wünschen übrig läsat.
Warum G. auch nur das Geringste daran ändert, ist unverständlich. Sollte pr
vielleicht an der Art der Taufe — lo meten enel agua — Anstoss genommen haben ?
b^Die d.'irf donh nicht befremden, da sie die im Mittelalter gebräuchliche war.
übrigens druckt ja G. in demselben Bande S. 433/^ (Conde Lacanor): Otrosi en
bateando la cristura [dicen]: „yo te bateo en el nonibre del Padre et del Fijo et.
del Bspiritu Santo" et meteolo en la agua.
8} Tilge e«, das sicher durch das folgi^ude estas veranlasst wurde.
9) 1. qiiando.
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s iw hMLituuemot. Ei pir «rh TvmDef häk cb nw
Camimk' XIX*. efonmc' «! eaiialian<
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iiHniMu c: scnt uivj gTMtr. OfncränxtBiBi' . nur nw oinsn*
«. Uta: jiifJiifc iiiuiLtr«^ Pfin c law unniffvö» flüier i»^> «Bto
UM- ijntrnnaiBS»» Mtt gnuJiortt ecqoioöft hmüde^ jsbc vl Htm qae
Tx flstm üue niaei Tpie^ * «tu fahKreöer hvol Mk jb qw
«KKsäf Dt Huaei votK* «Dsendimiaiat' oik yt x»' v» de« Ate
UM- ireermiasss qwt oou «^ cKiuJiErift. -vn» l^fsxHinoi onek
j«: -^wi tft =1 it»*'i .=. n Ulf. HK i<*'f^.nrak9:-äf gur nisi ^ ^MBult^rsL s
»iL. ci^ir.' axr.* n^ t^ iii* :ki cik mn. ts Ia iti» ir^mnaBB» qut
CifT Liijfi^ Ofor LH ii^nx i'f*i rt*3iaKn. im mr Ota ^rw itm n. öer Toä^-e
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=&xa.7'»rr t-: t. -rs- a 3i.;/ir» maT-if riR ajt^ iiiuir In». .äJL« '.' ment
BoD Jnat) MaDuo), El Ltbro del Caaatlero et del Esciidero 455
tasteB commo se puede aver et guardar, vosM quela puede omoe aver
et guardar con la gracia de dio» ot con buen aeso et con uerguen^a.
la gracia de dios^) ha mester el cauallero^ commo aquel que toma
estado enque vn dia niinca puede Beer eeguro, et la gracia de dies lo
ba de mantener la onra que deue ganar por bub obraa, et ade guar-
dar et de defender el cuerpo et el alma delos perigloa eoque anda
cada dia mas que DiDgun oaino de mayor^) otro estado. Et la gracia
de dio8 aüda et le fara auer soso para fazer fechoa*) commo deue et
quera^) que aya uerguen^a de fazer lo que ooti deua. Atodaa estas
cosas nin otro bien ninguno noo puede auer el cauallero que duradcro
le aea nin que baya buen acabamiento^ ai non lo que oviere por la
gracia de dios, Otroai el buen aeao le ea muy nieater"). Ca el aeao
le amoatrara quien es el que puede et lo deue fazer cauallero et otroai
el que a de regebir la caualleria, Et otrosi que es lo que el cauallero
deue guardar adioa et aau aeilor et alaa gente^, et que bonra le deuen
fazer ael"^), Et otroai la que ©I deue fazer aai roiamo. Otroai ie de-
moatrara que es lo que deue dar et que ea lo que deue teuer. Et, [f. 8*]
fijo, uoB deuedea aaber que por el dar et por el teuer ßazonan laa
gentea al omne por francü^o por eacaao, et por quelaa raas veze« nou
cayan^) en eato laa gentca lo que ea Razon. si non lo que ea voluntad
de cada vno, Quiero uoa yo moatrar que coaa es franqueza et que coea
es eacaseza. fijo, eabet que en la franqueza et enla escaseza ay quatro
maneras: La rna ea franqueza, et la otra ea deagaetamiento, la otra
ea escaaeza et la ea auareza. La franqueza es dar lo que el omne
deue dar et tener^)^ Et el deBgaatamieoto ea dar lo que deue dar et
1) 1. V08 [RespoDdo].
2) Auf die Notwendigkeit der gracia de dios weist D. J. M. noch hin Im L.
inf. 267 /f: Poro para en todos eatos tieiopoa es mester loncho la gracia et la
inerced de dioa aobre todae laa coaas. Sem. Tob. 267; Boc. de Oro fol. Lni»^;
, Schuh) 85, Nr 238 ; Prov. fr. I 22.
3) mayor iat zu tilgen, da der Alte soeben behauptet hat, das« la caualleria
68 el mayor estado entre los legOB.
4) 1. fazer («ual fechoa (B.). Vgl. G. 243 aS«.
6) 1. querra.
H) Buen. Prov. Bl. XII[b ^ : la oacjor cosa qae Dios tizo cn este mtiodo es
el omue, e la mejur cosa (]ue es en el omne es el aeso, que por el fase justicia
e partose det pecado. Schub! S. 162, Nr. 444.
7) Vgl. S. 452 Anm. 5.
8) 1. caton (B.).
9) 1. wie S. 456 4 : La franqueza ea dar lo qae et omne deue dar et tener [lo
que deue tener]. Der Schreiber bat diese Worte wegen der beiden tener Übersehen.
m\
S. Gräfenberg
dar lo que deue tener. La escaeeza es dar lo que deue dar et tener lo
que deue tener. La auareza es non dar lo que deue dar nin dar lo
que deue tener^). Vos, fijo, et otro alguno podriadee dezir: Paea vos
dezides quela franqueza es dar lo que deue dar et tener !o que deue
tener^ et la escaseza es dar lo que deue dar et tener lo que deue tener^
pues si asi es, que diferencia ba entre ellos, que es la Razon per quelos
omoes tienen que ea inojor aeer franco que escaso? Et cierta mente,
fijo, asi paresye et asi es. Mas el departimiento que entre ellos ha es
enel....'). Ca el franco da lo que deue dar et ten') b que deue teuer,
1) Die Freigebigkeit hi eioc der Hanpttugenden rles Ritters» and ihr wird
demgetnJiss in den didaktiacheo Werken des dtterlicheD Mittelalters ein hervor-
ragender Platz eingeräumt. Im altfranz. Roman des ailea werden courtoiäie and
Iib6ralit6 ab die beiden Flügel des Rittertums bezeichnet. Wen ea interessiert,
über die franqueza, die ihr verwandten und die ihr entgegengesetzten Eigen-
•cbaften, von denen D. J. M. hier auch spricht, einige Aassprüche za vergleichen,
der lese die folgenden: Diso. der. XX'*: Qiii dat quibua dandum est et re-
tinet quibus retinendum est, hie largus est. Qni prohibet qiiibus probibcudano
est, et quibus probibendum non est, avaras est, Qui dat quibus est dandum
et qnibiis noo est dandum, prodigus est. R. Lull XXXII': Caitayteria e franquesa
se couenen, et la franqueaa e ia senyona del Rey o del princip se couenen, car
lo cauayler coue esser franch per so que lo Rey el princep sia senyor. — Boc
de Oro bl. LlVbi. Sem. Tob. 240, 243. Riro. de Pal. 374 f. Part, ü Tit, V
Ley XVIII. En Pere Ley il. Pnridad de las Poridadea foL 3 »3. Secretun»
Secretomm ful 260 '» i. Näheres bei Knust S. 154 ; ferner Boc. de Oro fol. LXX^ «,
XVII» 1, LXXI • 2, XC b 2 . Ähnliobe Ausfuhrungen das. Xn» ^ XIFI »• 2, LXXIX »» «,
XVII b 2, XXXVII« i, LVJ>. XXX« 1, XLV«a, L«i. Flor, de ül. XXVm. XVUl.
Cav, Cifar 183, 231, 244. Gast, fe doc. 197. Freytag III 461, 462, 463, 464, 1315,
1412-1473, 2764, 150, 151, 152. ßuen. Prov. fol. öe»»!, UVb. ßoc. de oro
XLVIIbi, LXIV*i. LI*^ XCI-i, LXXXIVbi,LXXXVIl*2. Gast. 6 doc. 113 ^
180//. 200/?. Joarn. as. I 19, lU 19.
2) 1. enel [talante], denn die Gesinnung macht den Unterschied zwischen dem
franco und dem escaso aus. — Vgl. Boc. de Oro bl. LXXVII^a: geer de buen
lalante es buena fran^aeza. E^t I 81: Otrosi, lo qne lea hobiere ä dar que en-
tiendan que le place de io dar, et que gelo da de baen talante. Dass Hangel an
guter Gesinnung den Wert einer guten That herabsetzt, sprechen die folgenden
Gitate aus: Buen. Prov. bl. 66« ^ : E los malos talantes dannan los buenos fechos. —
Gate Werke müssen vielmehr auch io guter Absicht gethao werden. C. Luc
(G. 43b ß): Facer home una obra es toda cosa que home face por dios. Mat
es mester que se faga bien^ esto es qoe ae faga ä una (1. buena) entencioo . . .
Das. 436/?. Zur arab. Sprkde. 39.
3) ten (= tener) der Hs. Ist ohne Zweifel durch das Öfter vorhergehende teuer
veranlasst und durch tieoe zu ersetzen. Einige Zeilen später kehren fast dieselben
Worte wieder.
Don Juan Uanuel, El Libro del Caaaliero et del Esoodero
457
mas lo que da, dalo de buena mente, et plazel mucbo por quelo da.
Et lo (|ue tiene pesal mucho por quelo ha do tener, et vend'a^ delo
dar. ei dod por que es cosa quel faria meogua quel seria graat dano o
graat verguen^a, o por quelo cuyda dar en otro lugar enquo aera mejor
enpleado. Otro si el escasso da lo que deue dar et tiene lo que deue
tener, mae lo que da Don to da por quc^) tome piazer oulo dar, mas
dalo por que cuyda sacar alguna varata dello, o por que eH) eeria
dano jl 8'>j o verguen^*a^ ai lo non diease. Et lo que tieno que non
da, plazel muoho, pue» falla manera delo tener ein dano et ein graud
uergueuQa. Et asi bien podedes enteder*) quanto grant diferencia o
departimiento ba entre la franqueza et la oacaseza. et assi tob he de-
partido que cosa ee franqueza et scaaeza, Et desaqui tornare ami Kazon.
Otroai el seso le amostrara que es lo que deue pedir o aque persona.
Otroai le amostrara commo et quaudo et cootra quales persooas deue
seer aofrido et manso et de buen talante, Et commo et quando et
contra quales personas deue aeer brauo et eaforzado et cruei, Otrosi
el 8680 le mostrara commo o por quäle» acac^imientos deue Beer alegre
o triste. Otroai le mostrara commo debe coraenQar la guerra et la con-
tieoda, non la podiendo escuäar, et como ee pare aella et de quela
ouiere comen^ado'), Et commo escuaara dcla comen^ar sin 8U mengua
0 ein Bu verguen^a, Et commo aaldra della guardando eatas coeas , Et
otrosi commo deue guerrear quando o viere el mayor poder que au con*
trallo, lo*) oviere mayor que el, Et commo deue fazer quando oercare
el lugar muy fuerte o non tanto, o") commo ae deue defender ai fuere
cercado, Et commo deue parar hueale, ai oviere de lidiar o coo maa o
con mojores queloa auyoa^ Et commo ai loa suyoa fueren maa o mejorea.
St otroai el aeao le mostrara commo deue leuar la gente cabdellada
Ipor el Camino et non tener las cosaa en poco^ Et otroai commo deue
posar la hueste, Et como la deue aguardar de que fuer^j poaada. Et
Icommo deue andar enla hueate alegre, et esto aque tiene pro. Et otroai
le\ aeao le mostrara commo deue mostrar quela guarda que faze quela
Ifaze por eeao, maa non por miedo. Et [f. 8"] commo deue guardar la
baeste de pelea, et commo la deue eacarmentar ai acaesviere. Et
1) G.: fManle; besser dejaria.
2) que ist von späterer Uand Ubergescbrieben.
3) 1. qoel = qae I'.
4) 1. enteoder.
5) Über alle dieae Puakte hAodelt U. .TM. ausfuhrlich Est. 1 Kap. 71 ff.
6) Vor lo ist o sa contrallo einzuschieben.
7) I. «,
8) I. fuere.
4(^
B.Grife&b«f
filroil tl NM I« dtrt oommo m den« mottnur por tefior aloa mjo% Jt
ttommo Im d«a« tMr ba»D Mmpatfero, Bt Mino d«M fiwer enel i
d«)A tHorra o d«l« pM, ti ftie^) muy Bim o «bonado*)» Bt
qnMido lo non fÜMM iMto, o quando obiene dMio algnoA
ttl olriM) «1 M«t> W moatrii« mbubo den« ftiar quodo oüera
MkdMiqii» Kl quMdo tl ooatnurio, •! oommo dono portir Im
quo dkM lo dkffo, La torgttM^*) oirooi ovmplo mnobo al^
«MM qua oira oom alagaaa, Et taato lo oomplo qM jo diria qom TsIdM
laM al «aaaUaro aiiar mm Ttrgataqa ot aoa anor otn maaaim aiagaa
b«tNM^ qaa aaor loda« Um baaaM maMCM ol aoa aMr wg— ga. Oa
|iar baMaa imummm qM ayaa*^, tya ^oigMaga bm atitMy tal mm
[^»dfa ftiaw a^a dia qM mIm diM qM biaa
Sl a>ii tWfaM^a otkM« aaiM ftwa mm par qpola i^aa^
1^ i
»»»»i. ;^ c> ia 4*»k »««»* ^kwn».. ««nr. a«
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«*)». *v. «- ■<^w, '.*►.. .*■.. >5. ••^1-. X"^. .Aiu:» «K. X J^ S
Dot» Jnan Maanel, El Librw del Cauallera et del Eacudcro
459
redimio et le fizo tantos bienes , et aabe (jierta mente quelo vee et lo
' entfende. Otroai la verguen^-a le fara que 6ufra ante la muerte (jue
fazerM cosa vergonosa. Et pues digo que ante sufrira la muerte
[f. 8^] que caer en verguen^a, bien deuedes entender que non dexara
de fazer nitiguaa cosa, dId la fara por que eo vergueila piieda caer. Ca
todaa las cosaa que omne puede fazer et dexar de fazer 8on^) ligeras
qiiela muerte. Et asi podedes aabcr que la verguen^*a es la coaa por^
quo omne dexa de fazer todaa las cosaa que non deue fazer, Et le faze
fazer todo lo que deue. Et por ende la madre et la cabe^a de todas
las vondades es la verguen^a^)
Capitulo XX ^, commo el caunllero anciano resjumde al escudero
quäl ea inayDr pesar.
Otroei alo que me preguntastea quäl es mayor plazer o*) el mayor
pesar que omtie podria auer, f\jo, ain dubda esta ea pregunta graode^
Ca en esto si acaegiera^) la voluntad et la llazüo. Ca muchoa omnes
ay que toman muy grant peaar de coaaa que con Razon non lo deuian
tomar tan giande. Otrosi por que el mundo ea Ueno de peaarea, et
loa entendimientos et las uotuntadea dckia omnea aon de muchas ma-
Sneraa et muy departidas^), non vos podria nioguno dezir quäl ea el
mayor peaar que todoa loa omnes pueden aver. Ca vnos toman muy
N grant peaar quando non solea faze lo que elloa quieren, Et tieno") aquello
[per muy grant pesar. Otroa lo toman muy grande quando pierden algo
|deiu que an, Otroa quando pierden pareutea o peraonaa deque ae ai'en-
ten mucho, Otroa quando adoleaceo, Et aai de todaa las maneraa dolos
peaarea. Por ende non voa podria Ile])ue»ta yierta dar quäl es mayor
[pesar de todoa. Ca loa vnoa tanian*) peaar delo yno et Im otros delo
al, Cada vno segund sua uotuntadca et aua maneras, et non catam^)
L- -
IJ Die US. hatte ursprünglich faz. Der Haken über dem z ist erst von oiner
apüteren Haad uachgelrngeti worden. Am Anfange des Geaaintprologs war dttis
, QQlerlaaaen (vgl. S. 443 Anm. 1).
2) I. [mas] ligeras.
3) Vgl. C. Luc. L. Boc. do oro XLViri»*« (daselbst viele Belege). Caat. y
Dotr. 2B0. Florea de fil. Ley XIX. Boc. de oro XU^a. Joarn. aa. IV 10,
^•Cov. Cifar S. 203.
4) 1. e.
5) I. 86 acaecen (G.).
6) Vgl. C. Luc. Prolug: et aai fallaredea que ningunt home non ae aeineJR
del todo en U voluntad nin en la entencion con otro. Vgl. auch unten Kap. XLIV.
7) 1. tienen.
8) l. toman.
9) 1. eatan.
RiiinttnIiicLn Fomcbangvti VII. o\
flgi nn» mm ib. mmnii -via dsf
)iflce*R& jft ^ou« li
ß.i^-
:. ^^. 1 ^7; -Ubbl L
'; it-ü^n» K^ iHxnies si c
f . CO & -aso KH.
f . xri tat •intBK' ir:i vi^« tt» -fiaei
:j.'
ciBan vre i. -i.-^ xna. r.
.1 Z'RT'aifll '^ST jJiinxm ^mda iiiäi :
.Qäkd
Don Juan Manuel , EI Libro del {""auaUero et del Escudero 461
cadft vno segun eu uoluntad, mas el mayor plazer que omne con Razon
puede et deue aaer, es quaodo enttende que eata sin pecado^ por que
esta enla gracia de dios, Et esta ein Re^elo, que non ha cosa que le
enbargue para le facer dios mer^ed complida, Ca^ fijo, uoa deuedes
eaber que, asi commo dios ca complido^ »iemprc querra aloB otnnes
fazer mer^ed coraplida mente. Et lo que dexa deles fazer noD es ßinon
por enbargo de pecados o de malas obras queloa omnes ponen entre
dios et ellos, pues el que sabe que non a este enbargo, tan alegre deuia
aeer que oingtin pesar non deuia sentir- Et otrosi per que el sabe
que quantos vienea el faze, de todos a de auer buen galardon. muy
major que el au merecimieDto, nin que omne podria dezir, en todos
loa vienes que se fazea por el mundo ha muy grant parte. Et demas
que es yierto que, si la muerte que auda todo el dia entre loa piea^), le
fallare en tal estado^ que es scguro de cobrar la gloria de dios enque
a plazer complido et en folgura. Et por el plazer, quanto raas dura, es
mayor, asi es este el*) mayor plazer que todos los otros. Ca loa pla-
zeres del mundo, por grandes que omne los aya, duran poco, Et avn
de tndos o delos mas se enoja cl omne. Maa este dura en quanto
omne bive en eate mundo, et depues que aale del para siempre, Et por
ende ningun plazer non puede nin deue seer conparado a este et
cetera.
Capitulo XXF'), commo el cauallero Kesponde sßt &*) recudido alaa
preguntaa del escudero le dio por ofi^io que non dexasse su camino
■ para las cortes del Key.
|f. 9«^) Et agora, fijo, vos he respondido lo raejor que yo pude alas
preguntas que yo entendi que vos cutnplian para el vuestro estado,
delas que me fiziestes. Et alaa otras que tos non respondi, dexolo
por que por que^) cuydo que tos non fazen tan grant mengua delas
1) Freytag 2764: nullua theaaurns ab«eQ8 prupinquior est quim mors. 29ö6.
Prov. fr. II 231.
2) Tilge el.
3) Kap. XXI und XXII gmd in der Ha. mit XX nnd XXI bezeichnet, dann
I fol^t aber XXIII der Zählung des Sohreibera gemäss. Stillte indessen in seiner
^Vorlage wirkiicli XX und XXI gestanden haben, so würden wir als GesauitzaM L
ilten (vgl. S. 450 Anm. 3).
4) Kesponde a>t a ist aicber verderbt. Entweder sind die beiden ersten dieser
Worte zu streichen, und nach escudero ist et einzuschieben, oder alle drei sind
durch desque ouo zu ersetzen, recudir (nspan. = sorgen, bedacht sein) hätte dann
hier die Bedeutung „acht geben, zuhi^ren". Vielleicht liest man am besten mitG.
desqae ouo respondido.
5) Ein por que ist zu tilgen.
31 •
Mib«r« Gt pi^r qne, si Im qaeredes depresdcx, qae fiükredaa qne tcw
U« p«>4ni iDv^iTAr, Et pB«s esi» asi es, eoufiejar vot ja qne non
3«iAM*<kt» rQe»T\> cjuniocv. Et «abe die» qve to non digo esto pw qne
yti i;rut plart'r noa ton^ cornfkaaU ^ >. mas fag^i k» ptir qne qaerria qne
por «ü planer qn^ to <\-tal>ns^o be, qoe nivD perdieseedei roa nada dela
ra«»Ra fui«ada. Ca t)f^i> oma« qne a ««ro Ct^aaeja dcne eatar cael
«v'ttM'jo qne öa ma« la pri» de aqnej aqnien coaaeja qnela Miva, Et
« asv a«-« lo fare. aoa e» ]««] ooiiiiejera Pei« «d gaai^dando prJMi i a
»«fi»' la |c de aqae^ aqai cv-v&ieja. saea para « a]|:nsa pro de aqael
o(tMie>o qae da. deaeite t«B«r pM- de bneaa Teumra.
OapKaj(> XXIII*. coBo el «i«ad«s\-' fiT«d«>(90 amelio al eanaUcro
«!>«»]>.-> k» qi>eil SDitKrfv. Et }eRt>ir<^ qne tmaaiie de! lo qne qnkieaae.
t^aad.- «u e$rad<£v « r,% tAda» esca» mfAessK et cBsendio qnd
Mvm^üa parft i: one rl aru iDe««r. Es tcwd $ne w aTk aJn decenide
sai p<«r.\ pfc cae nöx perdena aada de s& »BÖar*. ALiade^tk» ^n^o
ad>w es T^Sii»r >fc »xt de ^a«tta veüainL £: ptc ende dixo al
«tfcsaüecv ; >ei>ti: . r.- £?ado«^.- ]fia£3»r acittf^ ec &t{» ch tmb qrne »e a
^^««ui« Mua vQc$ra ri$ca £i «tk one t*i n» »tmci pir lanx xeaado
de r.*« M>"air t • Tiöa i& in: Tid& , E: piöf rft» 1 i> ^' pcc am es per
mt^ica TiOida: one s: ot ajcima r:is& ofjt qnf vi mqm aiAxe T«a
low^j «ccc i Vi>j rnnutff cnejj j/aoed** fc cne ifoifaÄef . q»e de
ac& adfüaa;:; r.t» «fcotCY cgld;/ ToidMCY sirr de 'lUMoia SMome. £d''
;tatuJie^. i; £7ad^p/ la&Atir j. ^ne äejr.&. ec s. «t iiarr öe aj^ima c«ca
dj»i: ;xKL r^^-«. t.iJt • . ma* ^;c anfacrar»? i»o*a: Taiari» m» i»{C «cni>
r.ifcriir *iL»f «r «!• i^iass»? fc ii-rin«».r»- jf cm Ä»flinir< Iiifarsa adk«
ivi" <\. iJLTjiT.-,' sf i»ftiCi»äieciai ^wc:u«d> nn:*! r*ii ii;u«- E. c«S2e
Don Juan Manuel, El Lfbro de! Caoaliero et dei Escadcro
mostro al Rey la eu Rajion por que viniera, Et otrosi le conto la aven-
tiira quele acaesgiera t»nel Camino conel cauallero hermitaiTo, tomo el
Roy et lodoa los que eran conoP) muy grant plazer. Et entro quantos
y binieron a aquellas oortee fizol el Rey mer^edes muy senaladaB, Et
tanto se pago dela« sus buenas maneras quel touo con sigo grant pie^a
de tiempo, et fizo! cuuaüero et despues enbiolo a su tierra muy Rico
et muy onrado.
Capitulu XXV <>, comrao el cauallecü nouel se partio delas coriea et
torno por la hermita del cauallero an^Mano Et quisiera aver regpueeta
delas otras preguntas, Et el cauallero angiano se eacuso con Kazon.
[f. 10*] El cauallero Douel acordandose de quanto bien apreDdiera
del cauallero que estaua enla hermita, tomo m Camino para aquel lugar
do lo fallara. Et quando llego ala hermita do el omne bueno moraba.
Et el omne bueno lo bio et BOpo quanto onrado et quanto hien andante
venia ^ plogol mucho et gradegiolo mucho adtos. Et el cauallero nouel
moro y con el algunoa diaa, Ca el traia biandas et todo lo que avian
mester. Et en aquel tiempo que en tqo moraron quisiera el cauallero
nouel aver repueata del cauallero an^iaoo que moraba enla hermita
delaB preguntas que el fiziera ante que del »e partiesse, aque avn no
le reepondiera, ma» por la grant flaqueza que enel omne bueno avia
non le pudo dar repuesta coraplida mente. Et deaque entendieron que
era tiempo de ae yr el cauallero nouel para su tierra, despediose del
Et*) el omne bueno Rogando mucho adios que el endere^asee et lograsse
de bien en mejor. Et el caualloro nouel dexol delo que y traya, para
que pudicsse y pasBar su vidti algun tiempo mas sin lazeria que fasta
entonye, Et muy mas le dexara, si el bueno ^i lo quisiera tomar. Et
bbI 86 partieron muy pngados el vno del otro, Et fnesse el cauallero
nouel para su tierra, Et finco el omne bueno ensu hermita compliendo
8U penitenyia.
CapituloXXVI", commo el cauallero nouel so partio del cauallero
an^riano et se fuo para su tierra, et depues commo dexo su tierra con
grant deseo') al cauallero an^iano.
Depues que el cauallero nouel se partio del cauallero angiano
que [f. IC*] ßncaua enla hermita, commo avedes oydo, Enpeyo su Ca-
mino para su tierra. Et por que entendio que yiniera muy onrado et
1) Vgl, S. 433.
2) 1. despediose del, el omne bueco Bogaado mucho adios .
dloee dol forono bueno] , el omne bueDO Rogando n. s. w.
3) 1, el fomue] bueno.
4) K deaeo [de ner] al cauallero angiano.
. oder deape-
m 9. OrUfenberg
iiiiiy hlnii ttiidunto do oasa de su senor, auia muy grant talanie de
llnKar ami tlorra pur quo oviese plazer oon sus parientos et con aas
mhiIkoii. (!ii viia dulas plasenteras oosas que enel mnndo ha beair^)
oiiiii» 0iila tlorra do os natural, Et mayor mente ei dies Ji faze tanta
iiifirvod qu(t puodo bobir onolla onrado et pre^iado. Et tan plazentero*)
oiitM inanora do vida» quo asi ongana muohos que escojen ante de benir
Oll olla quo Oll tiorr« ontraila enque fuessen f^iertoa que podrian paasar
iiiuy onrada iiionto. Kt «in dubda esto es grant yerro et grant engano.
Ca ol quo tiono inionto« per llegar algun') bien et a buen estado, non
douo doxar ol pUior dola uoluntad de beuir et de gradee^er*) do qnier
quo ma» pudioro Uouar »u onra adelante. Et desque Uego aaa tierra,
(iio mu,v bion Hov«bido do todaa las gentes, tan bien delos parientea
o^nnwo do Uvft ostrailo«. Ca la bieo andan^a et el poder et la Biqoeia
^•0 »oor a oiuno ma« amado et mas pre^iado delas geoteo de qaanto
mui «Nj^ria« »i lan bii^n andante non fuesse*^. Ca mnehoa airaen et ae
IW« parttNiN« dK4 omne unienire bnena andanc«^\ qne ai la dod OTiere^
qMti4 m^ caiarian di(4%« ojoo, «i non*^ topaasen conel') enla canrera.
Kl 4#equ<k ouo mvvrado «»a •« iktra. eoanno quer qae beoia enella may
\Miii«ilo M WHv bH« aadaai^k aoa pado ohudar aia sacar da an coim^on
«4 4^^MK> ^«Mk avia d^ fkblar coa «I caaaUero aa^iaao qae fiaeaaa ea la
iNiTMÜia. i\ft vNVK plasw eia*'' m taa aproawfcosa ccaa aa para loa
I ;0^' NMiac« M para W #a^wdad«>$ <i Miber^\ qae aoa lo paeden
vsV^r ys>r W bWsM« <\>q^va«Ms Gr pM* «ade a£wdo de tt baar ai
v««^»^ y«4«sv 1^1 ««HV' ^M» M isv ck>» <v>H»: k txs. KT sabcT la re-
¥«M4a i«fVMi ircKipKTa» ^»ri £s»tra ac» a^x SK-a > ?M5v^»siera. Et la
,>t;^ n^XlijM^«o <<«# «£ A «*«»»« ^iM«c asonMw all» ^w acssas «e ovieaM
Don Juan Manuel, El Libro ilel Caonllero et del Escadero
reapoodido, que por auentura non fallaria otro quo tan complida mente
lö pudiesae respooder Et dexo au fazienda en su tierra con buen re-
cabdo et acoraendula atales de que era ^ierto que quando el viiiiesse,
qußl fallaria tan bien endera^adn ^), oomino si el ende non &e partiesse.
Ca el que de au tierra se parte conuiene que tal recabdo dexe en ella,
que quando uiniere, que falle qoe non le enpe^io la su partida dende.
Et que^) 8U fazienda quiere fiar en otro, oonniene que eacoja atal de
que sea (.ierto que nunca 8e arepienta del pitdcr quel diere, Et que
aiempre querra mas ta pro et la onra del aenor quek auya*). Et
deaque esto ovo fecho enesta manera, torno en su compaila, la que
entendio quel complia, et fue veer al cauallero an^iano qae dexara enla
herociita. Et deaque llego, plopol mucho a) orane bueno,. Et commo
quier que estaua tlaco, Keciobolo') muy bien, Et tomaron amoa muy
grant plazer deaque en vno ae ayuntaron.
Capitulo XXVII °, commo el cauallero anciano ae marabillo dela
venida del cauallero novel Et le pregunto la Razon de su venida.
Et deaque ouieron fablado vna piega, preguntandoae el vno alotro
commo les fuera depuea que de [f. 10**] que de*f vno ae partieron, el
cauallero anc^iano comen<;o au Hazon en esta guiea. fijo mucho amado,
yo ae verdadera mente que voa aodea de muy buen entendimtento, Et
que noD fariadea ninguna cosa por complir uuestra voluntad, si alguna
pro 0 onrra non cuydasedes ende aacar. Por ende voa ruego quo me
digadea que fue la Kazon por quo agora dexaatea vueatra tiera^), en
que tan poco aviadea morado, et do pudieradea fazer muohaa ooaaa de
vueatra pro et tomar muclio plazer, et venieatea aeata hcrmita, do
aabedea que non podedea aver vida ai non raucho enojoaa et muy
lazrada.
Capitulo XX VIII, commo el cauallero nouel moatro al cauallero
anciano la Razon de au venida.
BeiTor, dixo ei cauallero nouel, deaque la primera vegada voa falle,
siempre voa oy dezir coeaa verdaderaa et muy aprouechoaaa et de grant
8680, et aun me aemeja que por la flaqueza que avedes enel cuerpo,
que ae enbarga*^) el vueatro entendimiento de fazer toda au obra, aai
1) 1. enderei;ada.
2) 1. Et [el] que.
3) Vgl. daa Ende von Kap. XX. Discipl. der. 8. 398. Bobnhl 170 Nr. 437.
4) I. Recibiolo.
5) que de ateht irrtümlich doppelt, am Ende der einen and am Anfang der
folgenden Spalte.
6) I. tierra.
7) 1. [non] 80 enbarga; der rnhalt des folgenden Satsea verlangt dies,
|jB6 S. GrSfeniMrifp
commo deue. Et esto cumple ami mocbo, por qae poeda jo
aqaello por que to aqui vin. Et por ende 708 Respondo: yo teo
eo DingUD» cosa non podria yo faxer mas mi pro nin tomar ma^or
plater, que en dexar todo lo al por tos Teoir ver. Coo^) ravy graut
pro me es es vos^) fazer en manera parm voa eonoa^r et gradaa^er el
bieo e4 la men^ qae me rino. Et asy eoamo el inieD coooa^jifliieiito
qne omne faga Re^ebido algiiB bieo. a«i fcengo . . .
MBpte sa debdo el qua gnarda et pone per obra el bien qae ha
bfido es may graod plazer el que faxe qaaato paede
apiander algvaa co<sa baeoa et aproueciiosa , n dioa qaiere guardar*)
qpala UgtL Et por que todas estaa [f. 11*] ooiaa man podemo«*) btea
aaalMrnoawio . ., P^reode tone qne . lo al por
le&lr pof dioa et por mama
. da aie respooder a aqntHai Kaaeaei qaa d otro dia doo
podiesxaa ^or lo voa eabargo*).
Cayitlla ZXIX* eoano el eaaallero aa^iaiio ae laraMBo aradio
M afiaaaayaatD q|aa el eanaOara aooel le laiia por la reipacaU delaa
Rjoy £se el omae hawa, aoMha aa ■awMl« pa
dea taa graac ■fiiiraaiiwrtaj labieade qfaa ja Baa ley ai
per qpe ataalaa ptvagaata» et atantas
Et parc«^ na qaa par afeatara qoe ae (
li Ba O», 1. Ca.
r «a W«u «M J
Uk
(rci^«SS AML 4; Kap. XL Sri.9^
&•
»; I« aaa) ••
T#. «Ma ML 11«
Don JoaD Manuel, Kl Libro det Caualleru et del Esoudero
4f.7
bien cuidaaa yo que de otra manera me grade^eriades uoe esto qoe
tanto loadea que de mi aprendieatee. Et por endo voa Riiego que si
vos entendedes que podedee oscusnr de mc afincar en cata Razon.
quelo fagades.
Capitulo XXX*, oommo el cauallero nouel mostro por RazoD al
oauallero an^nano que deuia responder alas otras preguntas.
SeiTor, dixo el cauallero Douel, non quisiese dioa que yo nunca
peDsase coaa por que tob verguenga tomasedes. Ca esto quo vob Ha-
mades mestra verguen^a, ea') esto tengo yo por grant vuestra onra,
Ca quanto mas^) menos leyates et aabedea mas quelos otroB, que mucho
an studiado, por vuestro eDtendiDiiento, tanto es (;ierto que vos fizo
dioa mayor grazäa en voa dar el entendimiento por que aopieaedes lo
que sabedes. Et aai puea voa entendedea que cou buena Razon non
voa podedea eacusar, pido voa por dios et por mensura que me queradea
reapouder alaa preguntaa que voa fizi.
Capitulo XXXP, coDimo el cauallero an^^iano ff. \\^] touo por bien
de Reapouder alas otraa preguntas del cauallero nouel.
Bien veo, dixo el cauallero angiano, que non puedo escusar de uob
non responder^ pues Umio lo queredes, mas ai las respnestas non fueren
tan complidas o por palabras tan apueatas o tan propriaa, non vos
marabilledea; que avn que el oraine Reaponda enlaa preguntaa verda-
dera meute, mas graue ea de fazer que sean todaa las respuestaa de
apuestas Razonea que cumplan al fecho. Pero de aquello poco que
yo sopiere responder vos he a ello, Et dios por la su mer^ed quiera
que venga a vos pro et onra et que yo sin verguen^*a finque. Pero ei
atodas eataa preguntaa que me vos fazedes non vos pudiere yo responder
por aquellas palabras miamaa que pertenescen, non vos marabilledea.
Que mucbas delaa preguntas que vos me feziestes son de artes et de
BQiencias ^iertas que an palabras sefialadas por que demueatran lo que
quieren dezir, Et aquellas palabras entendcr las ha el que sabe aquella
arte, Et por eeer muy aabidor en otras non entendera aquellas palabras
que son de la ecien^ia que el non sabe. Et dezir uoa he algunaa deilas
por que entendades las otras. Et commo quier «jue yo nunca ley nin
'aprendi ninguna 8<jien^'ia, que so mucho an(;iano et guare^i en caaa de
muchos aeilores, oy departir a mucboa omnes sabios, Et bien cred que
para los tegos non ha tan buena eacuela enel mundo cuemo criar sc
omne et beuir en casa delos seiTores, ca y se aynntan muchos buenos
1) Tilge es, das mit blasser Tinte Ubergesch rieben ist.
2) Tilge mas.
-Süif
SM» 49^ nmeuL ixer uoi o» lOHÄf jubui. ri H
uuem immtrsvt «aer r iaUBr» snuan» nusuB soi nnF
üc ^üL ttsam HSV cienitf «ceüai^ aus *wm nmnf^ imsm-
cimift K alffissfc f. iraiHi. ?in. an. ia sanmi aemnnrs. nt «01
«MDummtüii» nn. lur nia. sBisaiimnift&i» Ir bb oi tmob mm
tnmm menuajumst -aa. nsssL xman imeii» jimumjt^ wEmmaa öbm
-mUftt. ^iiirsiibi 71 fo. awo. ü n «sPir mil nn smncB. if^
» innxff» 11117 JKCiittw 'än. mnäotf «ususa». Ir r^ ii»
tm vwam uut tcin tni>fiüdDitf iti üiHHiliL uns OBcn n»
Zr ItfRUttx Air iuKn« Kmniicamift. ±r -911 sumu s ai ninB mi %:— .■
nmi Hz inr «uii*. inr im* jw ir>ärima» ni» 3» ^j»
ift:i»nf?tfk «^ffiiiaitEitt «: itu» loa inirrs»*^ ««fnauhiuji nni :niiL ^v
mn \m. -iiTK fi uii ^i uniHiliL iniBnii. ?iis sixitrmiL is iininit kehv
mniua. k^ ifia -r»» iHOHfin» sumiuLir & la» nin .-"SBiuiitna» inr
miU'iLaif itfuftrsn« autanott nm «in ie itiixHiIi& irs. Sk inmw -vv--
jnnrai» Ktn. jniioiat» -k mn rMHuiaiiKr 1 -üIo» :iimDÜiia msiEB onm
iij{j?r.tr iuu'.3iitf iflianru iura. laiia tu. ?ir -hiiXi:. loc tt» um ffiamaL
it-tstnnnsu^ "m i« ^a locat» laianrte lesruui ioß fio» j«r a ia anarrwi
3Ui itiirtifr^ inimtit'-u' -ü >rr»i'iiiii:»fain ~ . ^ lounm mv-iatrs:^ .a -hufn**«»
D:{ u. i«i -. 11 <•.'» ♦Ji.;«^r '"in i'd Titi irj-iTnraisrds pmni*ri nenTö
Ulli ::in.i f't üiirt tr ii»?:iiH?i i.'irt :?i«*a wa lij» ina«»«» -tr iatu lats
L: rt'. ni-iTiij -H ;nd»fno ±r lae !fl>»a «a 'of? p.^as -i^ iurs lutf
in*"i . i»t -iitna v«n:i« . Zj nn lOHa «m loa -Hemenratj -^r lun la«
■'u'.i-.n. -iv.noH Zr jJi't :<:»a ■*» -ji ]ame ^r aam lau :ue Tscno . £r
*.iu-. nir mr T'tm in inufjuar. in-i :ca «if^ iir. "VW in Mat.
...i.: r. i.:7 .' .aa. nune ^» :<JQ ^aies « JuumpaAa. Uoc, in
•r . ■'-.'- -.i«:;4 viü.i TA «ahor l« m wmfjünte : laaeibitr w«it"nj 3t*it>!^.
'..i.'f ' Uf *.;(.! 1 in/. äaiji». 2!. -»ir i;;. t!'}. t.*4. -Hy*. Mo. Pruv. rr. H
. n.l.MU.W.
' . -nti^nititiiinnfri.
DoD jD&n HaDuel, El Libro del CaaAllero et del Eacudero
qiie ooa& Bon lae vestias et las aaea et los pescados et las yerbas et
los arboles et piedrasM et los metalea et la tiera^) et la mar et las
otras cosas para') que fueron fechas, Et por que conaiente dies quelos
buenos ayam^) roucho mal et los malos mucho bien. Et quales sod las
cosas que el Key deue fazor para quo sea buen Key et mantega^")
bicn asi et asu Kegao et asu estado, Et quäl ee entre loa omnes el
mas alto et mas onrado estado, Et quäl es mayor et mas onrado estado
eotre los legos, Et quäl es mayor plazer que omne puede auer, Et
quäl es el mayor pesar, Et que cosa es caualleria et oommo la puede
omne mejor auer et guardar. Enton^e respondi uos yo segund el mi
flaco enteodiraiento a alguiias dellas. Primera mente alo que me pre-
gUDtastes que coea es dios et por quo consicnte quelos buenos ayan
mucho mal et los malos mucbo bien^), Et quales son las coaas que el
Rey deue fazer para que sea buen Roy et que mantenga bien asi et
lasu regno et asu estado'^), Et quäl es entre los omnes el mas alto et
fmas onrado estado^);, Et el quäl es el mayor estado entre los legos"),
Et quäl es el mas**'! plazer que omne puede aoer"), et quäl es el
mayor pesar'^), Et |f, 12 •] que cosa es caualleria et commo la puede
omne mejor auer ^'). Ca las otras cosas que uos non
respondi^*)
li I. flas] Piedras, well Äoch vor den anderen Substantiven in diesen) Satze
der Artikel atebt.
2) 1. tierra.
3) I. [et] para que fueroa fecbas.
4} I. ayan.
5) K mantenga.
6) Die» ist wabracheinlich der Inhalt des vorlorenen Kap. XV bezw, von
Kap. XIV and XV gewesen.
7) Vgl. Kap. XVI.
8) Vgl. Kap. XVll.
9) Vgl. Kap. XVin
10) 1. mayor.
U) Vgl. Kap. XXI.
12) Vgl. Kap. XX.
13) 1. aaer [et guardar] wie oben Zeile 10. — Vgl. Kap. XIX.
14) Nach reapoadi bricht das Kapitel mitten in der Zeile ab. Es sind dann noch
anderthalb, also zusammen zwei Zeilen, freigelassen, sodass Kap. XXXII gerade
zwei Reiben unter respondi beginnt. Nachdem der Einsiedler eben die Fragen
aufgezählt, wetebe er dem Jüngling schon beantwortet bat (Kap. XV/XVI— XXI),
will er jetzt zur Besprechung der übrigen gehen. Dass er diese nicht gleich
beim ersten Zusammentreffen mit dem Knappen beantwortet, entschuldigt er
Kap. XXI mit den Worten: E alas otras preguntas qne vos non respondi, dexolu
IX% como el oauallero angiano Reeponde al cauaUera
Bon loa angelce.
^_ .i3e pregun taste» que cosa son los angelea et para que
et oriados, Üjo, esta noa aa Tna pregunta, ante eon das.
l ea, que coaa son I00 angelee, et otra, para quo fueron
I que cosa son los angdoB, fijo, y& vos yo dixe quelaa
^ m« faKedes son de machaa e^ieo^iaB et que omne tDUj
■!> a:e que caydar para dar voä rcspaesta detlas. Et aeeta
B hjO agora fax^^des, que coaa &on los angeleSf omne qae
.^» ujuy lutrado tion puede respoader aelJo complida mente. Ca
las^) coeas quo son api [es ue non caben en todos loa
>B corporalHs*) .......
.... * , tau complida mente j^mnio auia mester. Et todo
lu que se puede fazcr delas cosae spiriti lee non alcan^a^l aello todoa
los sesoa corporaleB. Ca \a co^a spiritual non ee paede veer con") loa
»pintualee tiin se paede palpar nin »e paede oler. Mas para ende'^) ae
p>or que cuydo qtie voa non fiS«^Q tan grint neogtia delM laber, Et por qae, ai
[is qni}riHl{^9 depreader, qun fMltaredca i|ut) ros las podra mostrsir. Yotn Königa>
hüfii üiirürkgtfkrlirt, bitUil der jimge Kitter den Älter» um Antwort 4 aquelläa
Haione« q»e el atro dja uui] puttiest^s pof [ia daqueaa qoe] voa enbargo. Leider
bt Jeue Stolle» wt'lch« am besten tata Ausfüllen der Lücke am Ende dies«a !va<
püd« Ker^miiiKieht^D wKr«, «ach lückenhaft Überliefert. Man lese hier etwa: Ca laa
OtTü* coAtü qii<T uoa nnn respondi [ptir ia. flaqueza qae me embarf^o, re«ponder
itaa he »ii^ura], - Mir tat ea uTiswei fei halt, daaa dit letti^en Wort« der Bs. zum
Kap- XXXI geboren, und dies eine verd«*rbte Stelle icn Orif ioiü folgt. Der Kon-
jektur ßahu, diese Worte an den AnfÄng des fönenden Eapitel» au tfUfn, kann
iüb Dicht bt'ipäichten, ana dem eiofarbcii Grunde, weil alle Kapitel, in d«neti der
Einskdttr eine PrAge des Jtlngliiigs beAnlwortet, mit deta formelbafte^n A lo que
me pi^')^"'''^^^^* bej^inttea, deoi nur aweiotal (Kap. XX and XXI) Otrosi tof-
b ergebt.
VI faerüD wie in der Inbaltsangab« auf der vori^o Sei».
a^ Til^'e las.
31 N.^ht>res über die cosaa spiritoales and temporales verg). Estadoa n 7.
Kim. de Pal. 174 ff.
4^ N.ioh corporales ist eine Lücke von swei Zeilen, die schwer iroUatia^
.Husziitlillen iist. G. setzt nur non pueden ser declaradas ein; ich habe eine Weadm^
.ins der folgenden Seite herübergenommen and lese: [non noa deaedea aaarabOlar,
si uos non respondiera a esta pregunta] tan complida mente.
M I. alcan^an.
6 D.t der S.trz so keinen Sinn giebt, ist entweder vor eoa ein «■•• «»>
lusohiebfu. i>der statt spiritaales ist temporales sa lesen.
7^ Statt para I. paede.
lUm .fua« Wanuwl, Kl IJbro dol CanalJero et liel Ksfudero 471
oyr, Et dolo') omtie ende oye puede depues fablar en ello. Et asy
delos cinco seeos corporales, et los que son oyr et fablar^) alcan^-an
algo delaa cosas spirituales. Et lo que estos dos seeos alcan^an judga
et entiende depues la razon natural, el entondimiento. Et por el en-
tendimienio dePj omne que non es lotrado non puede judgar tan com-
plida raente comrao [f 12^] era mester enlas cosas ppintuates, por qua
noQ le oyo nin fablo enello tantas vegadas, por que complida meute
lo pudiesse eotender. Et asi yo quo non so letrado nin perteneso.e al
■tni estado nin oy nin fable tanto enlas spirituales por quo me pudiesse
caer complida mente enel entondimiento, non uos deuedes marabillar,
si U08 non reapondiere aesta pregunta tau complida mente commo avia
mester. Pero lo que en mi entendimiento alcan(,'a en esta liazon, es por
las obraa que oy desir que fazeo los angeles. El por ende uos digo
quclo que yo entiendo es esto: Et los angeles son cosas spirituales*)
Et non pueden*) auer cosa por que cayan en pena nin en culpa, et
que sean puestos en ordenes'), segund nuestro sßiior dios touo por
bien, et entendio que se podria mas aeruir dellos. Et la Kazon para
quelos crio, tengo que"^) sea loado por elloa et se sirua dellos seguod
pertenes^e^) aqnellas^) ordenes en queloa puso.
Capitulo XXXIII", commo el cauallero anciano Responde al cauallero
nouel que cosa es el parayso.
1) l. delo Iqoe).
2) ^Die Bede gilt als fünfter Sion an Stelle des Gescbmacka* (Baiat). Ich
glaube eher, daas D. J. M. diese beiden Sinne als üotersbteikingen eines Zungeu-
sinites fasst, und werde in dieser Meinung noch bestärkt durch folgende Bo-
Bprechung der Sinne In den Sieto Partidaa, wo ver; oyr; oler; gastar, fablar;
tarier aulgeaählt werden. Zu gnatar und fabLir heisst ea dort: La lengua noo
puso dios tan soiatnente al omc para gustar, mas aun para fablar e moatrar au
razon con ella. E bien aasi cotso le die aentido en el guato para departir las
ooaaa sabroaas de las otraa que lo non aou, otroai gelo die en las palabraa para
fazer dcpartimiento entre la mentira que es amarga, ..e eotre la verdat. — Tafier
es el quinto aentido del alma sentidora. (Part. II Tit. XIII Ley lY.)
3) 1. el.
4) Nach apiritualea iat eine LUcko von vier Zeilen.
5) paeden kann stehen bleiben, doch iat auch puede (= es kann, 6.) in
Erwägung zu ziehen.
6) Vgl- laid. niap. Orig. Lib. VU Kap. V 1.
7) l. [ea para qiiej ae.i lo.ido,
8) I. perteneaQen.
9) Vgl. S.462 Anmerkung 5.
47?
mar ^wncw «Hnnt«. E^
3iiM»o; lOBW lenasr icrr nraarnfk. tt sia iaMr ji>
(UL^*' «L aiCH Wm» CW IDf V|» IC ^ ^
luifs ia jTioä wKi i» tax m sbi« .fiaK<tur ö* ■■■» T^r. ^i^ Siü XTX 2L
a:Z ^ iiT ?. ÜH i . :»: : mc -^r- u ^tmat. m X 1&. T ^ j|L «.
iri 'trstsxnra aus». xbOtn umnaiunattr «^saHDio ir «K jrtMHr- Tkerik ia
> . r*. aBesn>«io am. luis -«s^. iis*aiaw.
? . «jr» ».t surs '■.rata'
. .-Jb n i»r ish xns xHiar am & n» ^a
Don Juan Mar>uel, El Libro del Caiiallero et dcl Escudern
473
el mi flaco entendimiento alcancar*) puede commo responda aellas, si
mas lo alongaase, noD podria seusar quo funee perezoRO. Et por primera
razon que [f. 12 d] me preguntastes, que cosa es el paravdo et para quo
fue fecho, vos reapoodre luego et depues vob reapondre alo quo me pre-
guntastes del inäerno. digo tos que, segund mi eotendimiento, esta pre-
gunta taue en razon et en fe. Et la Razon me da^) entender que el
parayso es lugar complido de todo plazer, por que es lugar Spiritual
que ea en dios, et dios enel, et a compliinionto de todo bicn, et nun
puede enel auer mengua, et que fue et sera para siempre sin fin. Et
la fe, que') santa eglesia, que*) me da a entender que todo esto es
asy. Et otroai tengo que la Razon para que nuestro sefior lo ordeno,
que fue para*) en que oviessen galardon Spiritual para siempre los
angeles et las almaa bien aventuradas . quo aon cosas spirituales en*)
que biuen et estan siempre con dios, que es complido et complidor de
todos los vienes et de todos plazerea.
Capitulo XXXIV, commo el cauallero an^iano responde al cauallero
nouel que cosa es el infierno.
Alo que me preguntastes que uos dixesse eso raismo del infierno,
jijo, paresQe me que esta pregunta que me fazedea en tan pocas pala-
bras que lo fazedea por me prouar, o por que veedea quelas preguntaa
que me feziestes que eran mucbas, et quesiestes las en^errar boluiendo^)
con las preguntaa del parayso. Pero deaao non fago fuerya, mas quiero
T08 dezir algo, segund lo entiendo aobre estas preguntas. fijo, estaa
preguntaa que me fazedes, muc-bas dellas tauen cosas que pertenesven ala
fe, et los legos non son tenidos a saber dellas, si non crer simple mente
lo que Santa eglesia manda, que los fechos de dios^ que son muy mara-
billoBos et muy eacondidos, non doae oinguno ascodrinar^) en ellos
raucbo, mayor mientre loa cauatleroe, que an tanto de fazer en man-
tener el estado [f. 13*] en que estan, que es de muy grant periglo et
de muy graut trabajo^), que non han tiempo nin letradura para lo poder
saber complida mente. Et por ende non deue^") mucho cuidar enello,
Et aeilalada mente los que son sotiles et entendudos, ca el diablo es tan
1) 1. atcan^ar.
2) Vgl. S. 462 Anm. 5, aber auob vier Reiben weiter da a entender.
3) 1. que [ea].
4) Tilge qne.
5] 1. para que en el oviessen galardon (vgl. S. 474 Anm. 6).
6} Tilge en oder lies et dafür.
7) K boluiendolas.
B) 1. ascodrinar.
9) Vgl. S. 454 Anm. 6.
10) 1. denen.
474 S. Grifenberg
mtostro et tan sabidor quo conos^e bien las maneras et las eompUi-
ikionea delo« omnes. Et siempre tienta al omne de aquella coaa en qae
»nti^nde quo mas ayna lo paede engafiar. Ca si el f allan ^) qoe segimd
la c^inplUion del omne es aparejado para vn pecado, de aqaello
tk'Qta'V £l por ende, quando falla qne algnno es miiy sotil et mny
enteadudo, trabajasse del faser pensar enlas cosas que son de dioa et
dela fe inarabiilosas et muy ascondidas por le faxer caer en a)g;iua
dubda, Ca la soüleia les faie pensar machas cosas, et por la mengaa
d«ja leiradura noa pueden »aber la verdad compUda mente eommo ea,
Kt a$i podrie*> oaer en grandes dabdas. Ei por ende to qae bisqiM
mttcbo en o>$tado de eauallero et non aprendi otra s^ienda. sienpre fis
qaaaio }Hidi por partir el corac«>>n de non caydar estas coeas. Et erao
T^rdadera memo que me cample qae me be asaiuar por crer eompUda
meaie la »ania fe catcdiea. et faueado tales obras qaales perteoea^ea
ak« baeno« cn^tianc« que cieea U fe Ter^dera meate. Et por todaa
e«ia« KafVOM» ami deae* »eer mas e«ca»de, « taa complida repnesta
B<>« tv** dieI>^. re«\> ak^ueik» p<w\^ que yo e«Q«edo ea esco. dcair roa lo
W d:i^« T\>^ MtjTtsd lo qae r«> eaäesdo. qae ei ia&erw> es cosa spiritaal
deU v^s de dkv^ do ar ;ke:ia »a re^espöe«. es qae oto tomaett^ et
«;«e «^VR ab«a a^aSaxu^^x Et U t. Io>~ Rai«a ^»e yx> eaöeado qae
d>A» io9&^ por bsea rvtrs qae fae msfd^x^^ . fw fuc qse a^itasM paaa
e»#C aqte^vt» ^:ee ^"^r n Beceic^s^!»««> pe=>SMc«a la fiiona ca qpe
«tKaxax es ivars e»^«e* avax i»e«A »::a sMarot sfcxssi »f te las
«ZxMfcj^ ^i>^ ^'01 :^rcr.rcAJ!'^^s^ rcc *is$ 3L4l&$ rcci» «c r«rc k« :<eeadoa qae
v3ir.n:> \X\^ ' .var^c ? rAs*..?;c: 42>c'.^u>: S»?*<a»e al
A ',* ;i?f iTf r.-f^irrjLicr* ;i-f .vtsi >.m j.* n«u»» fc »ra cae
'A ^-,*.T "^^2^■^!^ »i fj i^ .vin-xr«.* : TTfc* * T«^LT rjö s nrJ^as t-» £i£*. B<?ea
itf^ *\> i":cv i>c;c*. ; i ; ^*ri t.-h ** :.i.f 'a * rrrf^o -a. ti rf «a »:• : la
Don Juan Manael, Ei Libro del Cauallero et del fiscndero 475
verdat vos digo, fijo, que ami pares^e que eataa preguntas atales niD
fazeo^) &\os mengua de melaH preguntar, nio perteneH^eo ') ami de vos
lespoDder aellas. Ca vos sodes caualbro mangebo, et el que estado de
cauallero a de mantener, asaz a que cujdar en commo la'^) mantega^);
Et es de buena Ventura et fazele dioa inucba mer^ed, si la^) puede
FXnantener commo deue. Et a mi por la man^ebia es marabilla commo
T08 da la voluntad de cuidar eji ello, Ca yo, commo quier que so mucho
anQiauo, por que me mantoue siempre et vae estado de caualleria,
tengo non so de culpar, ai a eataa coaas voa puedo reaponder com-
plida mentc*) como era^) meater. Maa ai me preguntaaedea alguna cosa
delo que pertenea^e al estado de caualleria^ por aveotura voa reapon-
deria a ello con recabdo*). Pero cuydo que la") dexadea por que
teoedes que vos he ya respondido^ quaodo tob dise commo puede
omne auer et guardar ff. 13*] la caualleria. Et commo quier que yo
entonge uue reapondi lo mejor que puede^) entender. Quiero voa agora
dezir vnaa cosaa que voa non dixe entonge. voa deuedes saber que
vna delaa coaaa que ae mas vaa enia caualleria, ea dezir por loa omnea
que son ardidoa o couardes, Et commo quier quelaa gentea lea dizen eatos
oobrea^), non sod con Hazon, mas son por quelo hau vaado aai dezir.
Mas loa nombres verdaderoa en esto aon eforyadoa o^**) medroaoa. Et,
£jo, aabet que enel esFuerQO et enel miedo ay quatro maneraa: la vna
dB eeer omne eaforgado^ la^M ea aer quexoao, la otra ea aeer medroao,
1) G. Ueat lilf r (wie S. 461 letzte Zeile) faze, perteneace; In der Tbat fiodut sieb io
entaprechctiden Fällen (z.B. S.480 Z.4/5, S.482Z.18) derüiogular; vgl. den Anbang.
2) la auf estado de cabatlero bezugen ist auffällig. Gewiss bat der .Schreiber
an caualleria gedacht, daa kurz nachher auch mit estado verbunden zweimal vor-
kommt
3) l mantenga. — Vgl. S. 473 Z. 26 f.
4} 1. [non] vos puedu responder [tan] complida mente.
&) era. das G. in seria verwandelt, hann eteben bleiben, da unser Test aacb
sonst in äfanliehen Fällen das Präteritum gebraucht, wo der tienspan. Sprach-
gebrauch den KonditioDalis vorzieht (vgl, fol. 1», 8^, 9*>, 12*, 12 ^ 13 ^ 13"*,
14^ lö^ 16», 16d l8^ 21«, 27^ 28», aber 26», 26<»}.
6) Hier wie an anderen Stellen zeigt der Verfasser, wie sehr er In allem,
iwas den HItterstand angeht, bewandert ist.
7) Hier kaun la nicht wie in Anm. 2 erklärt werden , da ea sich auf das
vorangehende ello bezieht; I. lo.
S) I. puedo oder besser pade.
9) I. oombrei.
10) 1. e.
11) oira ist nach la öfter ausgelassen; vgl. f. 8*, 25«/"», 25«»/26» — 1 20« fehlt
sogar vna, das dem otra sonst gegenübersteht.
Ilomiuiisohe ForschDag«o Vif. ^
.i7tt S. GrXfenberg
1« otrn M soor spantoso. El esfor^ado es el ha efaer^o quando lo dene
auor ot onlaa oosas quolo deuA auer^), El quexoso es el que a esfuerco')
quando lo douü auor ot ha esfuerfo quando') lo deue auer, Ca la qnexa
dol coriiyon non lo dexa sofrir el miedo. El medroso a efueryo quando lo
douo auor. ot miedo quando lo deue auer. El espantoso ha miedo et spantase
dolo quo douo auor miedo et espantase delo que non ha Razon por qne
deue auor miedo. Et en estaa razone» ha muy grant despartimiento
entro ol quoxo«o ot el o«pant080. Et cada vna dellas son malas maneras,
Ca ol quoxocto da a ontendor*) qne non ha miedo de nioguna cosa, et
non CMita onollo raton nin cordura. Et asi commo lo comien^a sin raion,
aai »aldra endo muoho ayna «in razon. Et otrosi el espantoso, bioi
p^Hlodo« entonder quanto mala manera es para canallero. Et non es
para ontondor si a niiodo coa raion o sin razon. Mas el for^ado o el
modro«o*^ (vikrtvft^v*^ por estas palabras qne he dicho. Ca jo digo qne
«1 «>«forcado <Ni ol quo ha efuer\N> enlo qne dene auer. et miedo qoando
lo deuo auor. Kt ;f. UWj el medn>$o ha eshierco quando k» dene aver,
<M mi^o quando lo douo auer. Er sin dubda esto e* verdat. qae asi
l<k fa«4^n «'jftda vno dello«. Mas si en alcnna eosa non obiere entre
^lU^s apartamioQK« . tan K>ado si^ria el medroeo commo el esfbr^o,
«<s" moj\>r que so^^r medriMO. la ahaanja qne ha enxre eUos es eala:
m M^>:\*ado ha <«fuecvo qaaado dene. et qaacdo ha lagar para moetiar
«a <<i»:\ie?\\k ma<^$:ra lo ot fut» »a$ fevhca «»fo;^;ada mea», et Cne et-
%N\*a; a^Mi »uvv« et «c!c.aa» akw vKn>». E: aptv^cecäas« ea tal gnisa
c* « o*'*e:\\\ y;*ie i^ t.>io ^::4*rw"« ** r>cx>i* a.;^:.«^ r.s le irca ninguna
c\>WL <^ ^ijcxio bji rL:<>;s'' Si*ivC.> r:ty bi^- er:*br!r. « ia a esieader
a\N* *3;^^\N* <;Ätf Ic *.":: ha. « :*j<f «* f«i-.'»* >:* ^vrii^a. « irscase el et
j^x *ia **,•' i;v>*. ,*a *; ^z>«ra rr fü^l^^: « ;x? i.:w ;k r«« «faesto^^
Ite^ wt|pM i«» •■,vKiV •*''*^'*-*^ ■" "•'^ S.i.'*: ■'«:•■ ;>i "^*- :e»5 *-.»•««:.
:v\» ÄXR- j*.' .'. i»;v > Ä-^jvt- .-r S.*i:-s'i>- £& ä«-* V*r» v>i)piB
4e» 4'«rqM»*tV^ JKVt\jiU-l< ;ja«r:!i««IWt
OD Juan Manael, El Libro det Caualloro et del Escudero
Heilte mala Ventura^), Et avii quo delas coBas que acaeegen que
ayan^) miodo , en guisa lo guarda ()ue todos cuyda') que lo faze por
seso mas que por miedo. Et el raedroso ha esfuergo quando lo
deue auer, et miedo quando lo deue auer. Mas quando pleyto
a guisado, para lo poder acabar non se esfuerga quanto deuia et
faze loa fecboa a miedo. Et por ende non acaba quanto podria de bu
pro et SU onra. Et quando acaee^e alguna cosa de que deue auer
mtedo, non lo puede encobrir, Et por ende esfuerga alos contrarioa
et pone miedo alos öuyos. Et aal podedes entender quanto grant de-
partimiento ha entre el esfor^ado et el medroBO. Et por voa sodes
cauallero man^^ebo, tengo que esto voa cae de querer Baber et apren-
der mas que otra soien^ia. Et otrosi por (jne so yo mucho anyiano et
bi et paaee por muchas [f. 14*J cosas en feeho de caualleria, tengo que
puedo fablar en ello con verdat, et mas complida mente que B^ieogia*)
que oviease meater grant aabiduria et grant studio, et que oviaae")
aprendtdo de muy buenoe maeatrOB. Et lo que deuedes vos entender
por vueBtro entendtmiento, que ee meBter para tob, responder") a eato
que V08 preguntadea que cosa aon los ^iellos. Ca muchas cosas ha eo
loa ^ielloB que ae pucden entender por entendimtento de omne, avn
que otro tnaestro non gelo mueatra, Et otraa cosas ha en elloa que se
non pueden saber, que et otro non gelaa tnostrare. Et por que esta
sabiduria non ae llega nän punto") a! eatado de caualleria, delo que
omne a de aprender della de otri^ non voa aabria dar recabdo. Mas
!o que yo ende se, es por que lo aprendi andando machaa nochea de
noche, et madurgando alguna» vezea por guerras et algunaa por ca^a
et veyendo las vnaa^) estreliaa en quäl tiempo nai;en et qual'^) tiempo
Be poncn, Et commo el sol et la luna et las otras yinco eBtrellaa commo
»alen eo Oriente, Et commo se ponen a^idente^^) asi commo las otraa
1) CaBt.6doc. I6M: buen eafuerao vence mala veotora. Aroipr. de Fita 150.—
^riscb gewagt ist halb gewoonen.
2) l aya.
3) L caydaD.
4) l. [en] soien^ia.
5) I. ovieate(?)
6) 1. [quiero vos] re«ponder. Grund ähnlich wie S. 476 Anm. 7.
7) I. entweder nin [voj puoto (G.)i oder diq pucyta (= zielt).
8) 1. algunaa (G ).
9) 1. et [eo] qaal tiempo.
10) a^idenre wie auf der folgenden Seite votn Schreiber verlesen fUr ocgidente.
Ea int hier entweder eo vorzusetzen, dai der Kopist wegen des voratiagehenden
pooea Übersehen konnte, oder auzuDebmeo, dass vor dem Anlaut o bezw. a die
Präposition a ausgelaaseo ist (vgl. S. 462 Anm. 5 und 8.474 ABm.7).
32*
■Mi voiiB por aqaal
laRasas qae lern faamjr
otn naoa aj por qo» ■■!!■■ de orianta
1) TfL Ä. 477
2) ?gi a. 462
3) L k
4) Vs>> KnM & 512.
5) B.: JicMs L iMe?? Der
liaCM MBr & achcai, 4tB nracoadMB nach n
tcÜM. wnl|r Zatrsan n Hiacr Ka^pdktar n kabam. Irii mAiM^ folgeadc
aft ror: Et p«n qoe astea laa <Mraa qw «w aa ■■«>«■ et q^ [aoa] fieaaa
qoe aya ocr» cm
qw fiHS oalo; dUkh. der die nbewegfitbea 8«ene tase. Mdae KoaJdEtv,
vird bekräftigt doreh dea Satz: Mas laa oCras etlreUaa qoe lieaa el eielo qam da
aa diebo aoo Iz» qae non ae maenaa (foL 16^). Der adita Htaael aoD dia
flmarsa tngtm, von einem Tra^o der ■brigea Bteael iai sieht ^e Bede. Ober
dkl LSf« daa achten Himmel« zn den andern sagt D. Joan (foL 14>> Mitte): ei ciaflo
•B qoe aaifao lat estrellaa qae non andan es mas alto qae todos. Aadi
Dante (ConriTio^ tragen die sieben anteraten Himmel die Planetent xa deneo
Sonne and Mond geboren, and der achte irigt die Fixsterne (vgl. Gaspary,
aeliicbte der haUeniachen Litteratar I 249).
6) 1. paeden.
7) I. tomaraa.
8) Hier fehlt (gemäaa S. 462 Anm.5j a vor andar, wihrend ea einige Zeüan
vorfter tUnd.
OD Joan Masael, £1 Libro del Cauullero et del Escudero
nen^e mala Ventura*}, Et avn que delaa cosaa que acaee^en que
ayan^) miedo, en guisa lo guarda que todoa cuyda') que lo i'aze (jor
seao mas que por miedo. Et el medroso ha esfuer^o quando lo
deue auer, et miedo quando lo deue auer. Mas quando pleyto
a guisado, pura lo poder acabar non se esfueri^a quanto deuia et
faze los fechos a miedo. Et por ende non acaba quatito podria de bu
pro et BU onra. Et quando acaes^e alguna cosa de que deue auer
miedo, non lo puede encobrir, Et por ende esfuerga alos contrarios
et pone miedo alos auyoa. Et asi podedes entender quanto grant de-
partiiniento ha cntre el esforgado et el medro&o. Et por vob eodes
cauallero man^ebo, tengo que esto vob cae de querer eaber et apren-
der mas que otra aciengia. Et otrosi por que so yo mucbo an^iano et
bi et passe por mucbas [f. 14*J cosas en fccho de caualleria, tengo que
puedo fablar en ello con verdat, et mas compiida ineote que sQien^ia*)
que oviease meater grant aabiduria et grant studio^ et que oviase^)
aprendtdo de muy bueoos maestros. Et lo que deuedea tos entender
por vuestro entendimiento, que es meater para vos, responder') a eato
que VOB preguntades que cosa son los giellos. Ca muchaa cosaa ha en
loB (ielloB que ae pucden entender por entendimiento de omne, avn
que otro maestro non gelo muestra, Et otras coaaB ha en elloa que ae
non pueden aaber, que ai otro non gelas mostrare. Et por que esta
aabiduria non ae llcga nin punto') a[ catado de caualleria; delo que
omne a de aprender della de otri, non vos sabria dar recabdo. Maa
lo que yo ende se, es per que lo aprendi andando aiochas nochee de
noche, et madurgando atgunas vezea por guerras et algunaa por ca^a
et veyendo las vnae*) estrellas en quäl tiempo nagen et quäl") tiempo
se ponen, Et commo el eol et la luna et las otras ^ineo estrellas coramo
aalen en Oriente^ Et commo se ponen agidento'^) asi commo las otras
1) C«8t.^ doc. 161/>': bu6D esfuerso veooe mala Tentnra. Arcipr. d« Pita 150. —
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
2) l. aya.
3) I. cuydan.
4) I. [en] scienfia.
5) 1. ovieB8€(?)
6) 1. [qiiäero vos] rcsponder. Grund ähnlich wie S. 476 Anm. 7.
7) 1- entweder nio [vd] punto (G.)i oder nin punta (= zielt).
8) 1. algüoaa (G }.
9) 1. et [en] quäl tiempo.
10) a^ldeare wie auf der folgenden Seite vom Schreiber verlesen für ocQidente.
Es ist hier entweder en vorzusetzen, da» der Kopist wegen des vorauagehenden
ponen Uberaeüen konnte, oder anzuiiebmen, daas vor dem Anlaut o bezw. a die
Präposition a ausgelassen ist (vgl. S.462 Anm. 5 und 8.474 AQm.7).
32*
IHO
H. GrXfeDberg
dniil«! |ir«fftinfnn non <\u9, ot mno miBmo vos digo agora, qne raa pre- i
lliliiU OM, ([un <*i}Nii noii Ion ak>ni(3Dto8, et otra, para pue fueron fecbos.
Ki rnunhiiN vogmiiH von hu dioho en atras preguntas que me feziestes,
i]U(i Htm iMtri^n^n i{uu OHüi» pi'oguntae quo me fazedes, que nio fazia
MVON tn^ll^tlll do nii'liiM proifuntnr, niti pertene^ia ami deuos responder
nrlliiN. Kl ooinitH) quirni (^iio yo crco que lo fazedes a [f. 14<^] buena
untitnvlnii, Niibot qim ho inuy graat revello que abre de fincar oons
borf(UiniVA, quo por avontura non vosM responder tan complida meote
COmmo VON MVdtdoB inaitor. Et aaP^ enla repuesta oviere algun yerro
por avDntura, que »o to« aeguira ende daiio. Ca enel oyr et enel
fiiblur oonl«^* aai: nvn quo omne diga mucbas bueoas Bazones, ai
tlit« enlra alias alguua quo noa aea taa bueoa, maa parao loa om-
Koa mlanlaa an aqurlla quo ooo es tan bioa dicha, que oon ea tod«a
Ua olraa |>or bitM dioliaa qaa aaan. Otroai el qae oje alguna eoaa,^
<M a»i(aUda iiHmt* fMiido to ojr« algiino*) de quieo qviera apren-
ilmr, »t aqa«) qu^^U maatra qoq fabU ea aqaella eosa moj rerdadera
HM^ahi al nny tomfkidm^ aa wmij granc dafta «1 qveka«) de aprender.
Ofe iiiitfw iMM« «R tqiilUi talMfMi Sl eajdaim ^oa aabe kk,
««NM MMHia «MI laA Mm ■>■■■ adiaA Bcata; Ca et q«e
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C^lMMaMwIMaa i»«» ae faM ¥ia # «I
DoD Juan ManaeL Et Libro del Caualtero et de! EBCudero
481
ellos cuydaren, fallaren*) que son peoree. Et por que Bon asi malos,
los defiende dios et la ley. Ca muchas cosaa aj que son defendidaa
por que bod malas, Et otras que noD sod malas si non por que bod
defendidaa. Et otras cosas ay que en cuydandolas pare^en bien, et de
que bieo cuydaren enellag^ fallaran que son mala», asi ßommo si vn
serlor quo troxiesse au consejo et au fazienda muy mal errado, et man-
daselj algun 8U vaaallo que feziesae aiguna cosa, que fuesee el vasallo
(;ierfo que era su deserui^io o eu dailo. Tal fecho commo esto o bub
öemejantes parescen luego bien, en quanto pares^e que faze omue
mandado de au aeiior, inas quanto en el mas cuydare, ei lo entendiere
derccba menle, fallara que es mal. Ca non deue omne fazer cosa que
eea dailo de su seiior por cotnplir au uoluntat, fasta que sea en tal
estado que entienda lo''') que nianda lo"^) que es en su eerui^io. Et el
vasallo que otra guiaa^) lo faze, cae en tan grant yerro quanto grande
es el dano que el aetior Regibe por complir su voluntad et su manda-
miento. Oiras ay qui? parescen luego malaa, et de que en ellaa cuy-
daren, fallaran que aon buenas, asi commo si omne ve que su seilor,
faze o quiere fazer muy grant au daiio, toda cosa que el buen vaaallo
pudiere fazer por que el senor sea gradado*) de tomar aquel dano,
avn que sera^) quel pesara ende, non deue dexar de fazer. Ca commo
quiera que paresQO mal en fazer omne contra uoluntad de au sciTor,
pudiendo el") partir, mucho peor es complir su uoluntad en raanera
quel venga ende dailo o desonra. Et por que todaa las cosaa [f. 15>>j
se fazen por lo que omne oye o por lo que dize, segunt que ya vos
he dicho de auao, por ende queria'') que me preguntasedes talea cosas
quelas sopiease yo, por vos pudieaae fablar en ellas en guisa que tin-
casse ende sin verguen^a, et avos veniesse pro en oyrlas et aprenderlas
de mi. Mas esta pregunta que me fazedes, que cosa son los alementos
et para que fueron fechos, bien entendedes vos que seria muy grant
marabilla si yo pudiesse aella responder complida mente. Ca esto per-
teneagia a omne muy letrado, Ca eato es aijien^ia et muy sotil et muy
graue de fablar enella omne por au entendimiento. Pero segund lo
1) 1. fallaron (Futurum), wie einige Zeilen weiter und gegen Ende des Blattes;
falEaren ist durch das unmittelbar vorhergehende cnydaren veranlasst worden.
2) Eines der beiden lo ist zu tilgen (B.) , oder es ist et vor das zweite su
setzen.
3) l. [en] otra gnisa, entsprechend en ninguna gaisa 15 S 15^.
4) 1. guardado ; vgl. S. 466 Anm. 3.
5) 1. sepa (G.)- Verwechselung des langen r mit p vgl. auch S. 447 Anm. 5.
6) 1. pudiendolo departir (Q.)
7) 1. querria.
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ÜMf» ft d Mjn «t d a^tt t* k tiem« £l fw «ebb mam «i
«Mrfis^, qMad» 4iM Im crio, de ^fnmiam warn a^Km, El
f««No ■oattro tdbr tobiare por biea qva dares, faa accma d
dfa flMM easpafftot* Bi far a»da laaga ^aa aa awer ddetkai
itio tara aoauM al i|a«ado tera la «alaaiad de dia^ Otma
foaraa ftcboa, la Rasoe et etia: taaga qae faeroa fe^oa paim qaa
mnnUnido el moo^o, Et por 4|aa ta eafeadrea at
otona« ai Im ftnimalia«, ai toda« la« olraa eenu qae aaa
dan4M, ao por ellot lida et mantenimiento, et por qne aea i
^ loado do todos.
OapitoloXXXVn*, commo el eeoallero aoyiano reepoode al i
noael qoa €Ota eon lai planeta«^).
Alo Cjoe nie preguntaste« que cosa son las planetas et laa oteaaj
aitrftllaM ot para quo fueron fechas^ ami seoieja que esta pregonta aon |
do«, [f K)"] Hion att eommo la otra pregunta'j qae me fecieetea faata
aqui. Ri, fijo, ya tob ho dicho muchas vegadas qne eatas pregwttas
quo ton dß K^ionyi&i tan eotiWjg et tan eatraüas, que non cae aros de
mola« proguntar, nin ami de uoa las^) responder a ellas. Ca ya agora
grant vorgucvnQa iie me faxe de vob lo dezir mas, Ca non a cosa, por
bten dicha qu» ««m, <|U0, ay muchaB vegadas ee dize vna eo por^) otra,
c|uu io noci onojo dvllu ol que la oye. Et por ende dizon que el que
algtina conu ({uiere moatrar, que lo a') dezir en manera que plega
oonollu alni) que In an do apreoder, Otroai que la diga en tiempo qnela
puedan («ninnrlor dt i^uydnr onelto et non en at, Et otrosi que lo diga
atalei ((uo ontiondan lo quo les dize aquel quelos quiere mostrar.
HoiTutada monto Oitn iO dcuo catur mucho enloa que crian et castigan
aluN mni;(m c{Uo aon do grant linnge, aai oommo de Reya o de grandes
■oilorot). Vax vnn dollaa ooaaa por que pueden eeer bien criados et
liinn aco«(uul)rudoH fijos*) deloa grandes aenores, es que aquellos quelos
eaitJgan soan do buonu Hazuii et do buena palabra^), Ca los fijos de
i) Vgl. U)d. Hisp. De oat rer. K«p. XIII uod XXIV.
*J) I. !■• otra« pregttotas.
S) 111g» Im. Der Srbreiber tron S. 34 hat eben dem melaa preguatar ia der
Dn$tnikt1on Üholicht^n Ausdruck «chreibca wolleo (uoa Im tetpoader), %hm
•ehllMaU^ noeh Um Richtig« erkannt.
i) I. •• po« otra {\.l.)
%) Vgl 8. 4$) A«m. V
%) l (Im) lijoa. Df^r $ehr«iber nag dea Artikel wagM des mthwgrtwin
Meiaabudioa IWievhro hatu«.
T> D. JMS Maaaei aiwM Um Qekgeaheil, mIm Orfiafcaa »« dto Ek
Don Jaao Haooel, El Libro del Catmllero et del Escudero 483
los grandea eefiores en ninguna guisa non deuen seer feridoa ntn apre-
miadofi eommo los otros omnea de menores estados ^). Et por eode
teogo quelos qtiotos an de criar, que les sepan dezir tan buenas razonee
et en talee tiempos, por que ayan sabor de aprender las coaas por
que valdran luas, et se partan de las costumbrcs et detas coeas que
les podrian enpe^er alas altnas, et aloa [f. 15<^J cuerpos et alas fazien-
das. Et aeilalada mente loa denen eoformar en tres coaas: la primera^
en amar et en temer adios^). La aegunda, que se paguen de estar
aiempre con buenaa oompailas et non »er apartadizoa^), La ter«;era,
que sean bien acostumbrados en conaor et en beuer*). Ca todae lae
otras coaas, si dioa non las da a omne, non las puede aver. Ca bien
'entendedee tos qae de ningun maestro non puede omne aprender de
Beer esforgado nin las otras maneras que omne ha de aver, ai dioa
non gelo da o el non las ba de auyo. Et commo quiera que el oaetiga^)
con premia non lo an mester loa seilores que aon de grant aangre, ai
non en quanto son mo^os alo mas fasta quatorze ailoa, Pero dende
adelante ea les mas mester que faata enton^e, que esten conellos omnes
xiehung der Söhne grosser Elerren ku entwioketn und hierbei vomebmlicb deo Stand-
punkt dea Erziehers za beleuchteo. Diese Stette giebt im Veroin mit dem, was
\D. J. M. über den gleicben QegeDstand Est. Kap. 67 und 95 sagt, ein treffliebes
[Bild von der Erziehung des vornehmen Koabeo in jener Zeit und eine passende
[Ergänzung zu der Abbaudlung seines erlaacbteo Oheims Alfonso X in dessen
Part. II Tit I Ley II ff.
1) G.Luc. XXI: Noo caatiguea al moso maltrayendo, Maa dile palabras oon
qae se vaya apiaciendo.
2) Gotiesliebe und Gottesfurcht werden als Grundlagen der Erziehung bin-
gestellt, ihre Notwendigkeit Überhaupt aUgemeio anerkannt. L. inf. I (265 j$).
I B. Lull XVII ^: En lo comen^ament coae demanar al acuder qui vol esser caualler
}ti ama ni tem Deu: cor »ena amar et tembre Dea niiyl bome no es digne de
encrar en lorde de cauayleria, et temor fa duptar los fatliments per loa quals
cauayleria pren desonor. Diac. der. 8. 34. 85. Part. II Tit. VII Ley IX. Fita 225.
230. Sem Tob. 88. Gast, ö doo. 9t/?, 92/!?, 177/?, 189o, 192a. Cav. Cifar 177.
184. 205. 207. Gast, y dotr. 261 l. Boc. de oro X^i, XIV»i, LX^i, LXXIY«»».
Flores de fil. 15. 59. 76. Moses V 6 5. Zur rabb. Spruchkde. 57. Spr. Sal. I 7.
IX 10. in 7. vm 13. X 27. XIV 2. 26. 27.
3) Estados 181: Otrosi que le plega de estar coo las gentes en loa tiempos
que lo debe facer, et non aer apartadizo, nin se eatar nin haber afacimiento con
malaa companias nin eon homes viles. — Zur rabb. Spracbkunde 89- Rabb.
Btumenleae 31.
4) Est. 1 Kap, 6: et por ende ba muy mester bome que aea muy bien acostam-
brado eo comer et en beber et en fablar. L Inf. 267 a uud ß. Part. II Tit. IV
nnd V. Gast, y dotr. 283 VT. Journ. a«. V 75. Prov. Sal. XXHI 17. XXXI 4. 5.
5) I. castigo (Subst).
4M4 S. GrXfenberg
bunnoi ot ouordoi et leales, por que los oonsejen en tal g^isa qne
iiimitimifiin Ian huontt» oostumbres enqoe fueron oriados, Et asi oommo
nnargn*) tm Ion dias, que asi catan en ellas. Et algunas vegadas
noaoNgn quo conio quioro que los mo^os aean bien eriados mientre qae
Noii |)fiquoiloN, quo dotiquo comienyan a entrar enla man^ebia affiieUan
inuohoN*) iUN coHtumbros OD sus fasiendas, si aquellos que oonelloe bod
iioii li)i MHcan dollo ooo buenas Razones et oon buenoa consejos. et
»in dubda qunndu los grandes Beitorea son en tal edat, en') bq fazienda
tm mayor poUgn> quo en ningun tiempo*). Ca los maa de los qne
oonDlloN biuon non catan ai non por adobar au pro conelloa, Et por
auitf man «u talante loanlea et couaejan loa todo aquello en que paeden
aui^r |f. Ut*| mayor plaior. £t por que la Toluntad dolos omneB, et
•oAnlada in«»nl« doK^ nu^>«. es aienpre maa aparejada a eomplir*) qae
a oatar )H)r »u pro et au onra, aiguen ante conaejo deloe qne loa oon-
•i\)nu m»u uoluutad. quo d<»lo8 que los conaejan lo qoe lee cnmple maa
d«k (^«or*1 Kt |H^r <Mta raion los que leal mente aman an pro. non
pU0d<»» tinc'ar «smolKv», et an afincar en poder de aquellos qne non
<Nkfan »y non lan s\^la mte^nte el pro desi mismod^ Et qnaado por estoa
waKv» o\^nsij»Ji\^ 1«ni tii^no aljevn enbargo en sns lasiesdas, aqveUos
sn« walvv» c\«nsipjkn>« eatan K>« aebaqne^v pars se paitir d«lloe Et
d<H\an KvK on^i^ ii««i)H> d<^l ma» mestw. Ca elk» non ellos non*^ les
aiManan |svr awvvr T««>lad<Nv nia kal. » non «n qnanTo Canan de sn
ab;r* K^^v^^i^*, **> ab:;» a vj^^d^ fi*» »;:i# » rw^ii «ra« esiendar
^yncy« »v\\^ <*?"-' *;« »rrv « ;■.* v-A*rirt? htj *»«. Er «♦:!» feeres
<** j^*» .^x: •;* vV*s«f.v ^.:*ii Ä *«ftil atÄar« fc ;•»* fijca a «i -Sos
$; . j*. AMT HHai.
4, ', bt. C^ - /■< M *;iwt imigv >» r-AiniBÜ nt u« pw «ra äf •»(^f''-«
DoD Ju&Q Manuel , El übro del Gaoallero et del Escudero
485
^
^
tanta mer^ed que los quiera et guiar se^) por au coneejo. Et, fijo,
todas eatas cosas uos digo, por que yo que so mucho an^iano et vis-
que con muchos setlores; vi sienpro que loa mas deloB seiiores que
ßucaroD mo^os cayeron en eate yerro. Et por que passe por ello et
lo vi, uos puedo Fazer enello gierte et verdadera mente. Mas enlo que
me preguntastes delas eatrellas et detas planetas, t>ien enteudedea que
aegund [f. Iß*»] llazon non vos deuo yo aello Responder compHda
mente. Ca la acien^ia et la arte delaa estrellas non ae puede toda
aaber por entendimieato de omnea en tau poco tiempo commo enel que
agora los omnee biuen, Et otrosi qou la puede aprender otri ai non el
que ea muy letrado. Et asi por estas dos Razones non la puedo yo
aaber ; Et como quter que yo mucho angiano aea, non puede ^) en
mi tiempo ver niu entender todo el movimiento del giello, por que
pudiease entender loa curaoa et los movimientoa et loa feebos et las
coaas que se fazen por la virtud que dioa puao enlaa estrellas, Et
otroai por que yo nunea non lo pude aprender de otri. Et por ende
non Toa marabilledeB, ai uoa non Eespondiere aeato complida mente.
Pero aquello que yo entiendo dezir vos lo he. ya deHuao*) voa dixe
que en loa^) avia siete eatrellas: et^) el aol et la luna et otraa ^inco,
et estaa aiete quo andan de Oriente acgidente*), asi commo laa otraa
estrellas, et esto es por quelas tieua el gielo enque andan todas laa
eatrellae. Mas el au mouimiento natural de las siete estrellas es de
oci;;ideDte a Oriente, Et digo voa et tengo que estaa aon laa planetas.
Mas lae otraa estrellas lieua^) el gielo, aegund que de auao ea dicho,
aon laa que se non mueuen et aon pueataa asemejanza et en nombre
de algunaa co»as a que semejan por la calidat que a eoellaa, et aon
caaas et posaadaa delusdelaa^) otraa planetae, por que quando llegan
aellaa, se faga enlaa cosas de yuao dellas aegund la virtud et el poder
que dioa puso enellaa^), Toda|f. 16'=]via commo fuere uoluntad de
dioB que ae oumpla. Et otroai la RazoQ por que fueron fecbaa, tengo
que ea para alumbrar el dia et la noche, Et el aol el dia, et la luna
1) ]. qae loa quiera guiar oder qne los quiera et guie oder goarde.
2) 1. pude.
3) Vgl. Kap. XXXV 8. 478.
4) I. los [aiete oiellosj.
5) Es ht nieht njitig et zu rilgeD (wie B. will), da Aafzählangen öfter mit et
begiDDen. Man setze Komma oder Doppelpunkt vor et.
6) Vgl, 8. 477 Anm. 10.
7) 1. [qaej lieaa.
8) Tilge delas eiomalf
9) Vgl 8. 479 Anm. 2.
486
S. Gräreoberg
et las otras estrellae la noche. Et para que se crien et se mantengan
las criangas que aon deyuao della« por la uirtud et el poder que dioa
en ellae puao. Et sobre todo por qae sea loado nuestro seilor dios por
la grant uirtud et el graut poder que en ellas pueo, Et por la grant
boudat et grant eabiduria que mostro que ha en fazer tan graut et
tan buena^j.
Oapitulo XXXVIIP, commo el cauallero anciano Reeponde al
cauallero nouel que cosa es el omne.
A lo que me preguntastes que cosa es el omne, et para que fue
fecho, asi commo otras uegadaa vos dixe, todas vuestras preguntaa
que me vos fazedes sou dobladas, et eso mismo es en estu, et la
pregunta ensi pareage ligera, pero quieo bien quisiere cuydar enello*),
non fallara que es tan ligera. Ca en quanto el omne es cosa qae
pares^e todo el dia el su cuerpo et las sus nianeras, pare^re mas ligero
de Responder que cosa es, que non los angeles nin el parayso nin el
infierno ein las otras coeas a qui') vos he ya Respondido asi commo
yo entendi, Mas que enel omne ha otras cosaa que non parea^en» es
muy fuerte cosa et muy graue de Responder atodo lo que enel es. Ca
ein dubda non ha cosa enel mundo en quelos oranes tanto se engaüen,
et es muy sin razon. Ca quanto omne es mas lueno de la cosa, tanto
es menoB gierto della, Et quanto es mas eerca, deuia ser mas ^ierto.
Et [f. Iß'^j asy non a cosa de que el omne*), Et por ende lo deuia
conoB^er mas que a otra cosa. Et si bien quisierdes cuidar enello,
fallarcdes que non es asi. Ca non tan sola mente yerra el omne eo
coQOB<g;er a otro omne, ante yerra en conoeeer asy mismo. Ca todoe
Be precian mas o menos de quanto deuen, o cuydan que son en mayor
estado o en menor de quanto es la verdat. Et sin dubda este es muy
grant yerro et muy daiioso. Ca si el omne non cognoege su estado,
nunca lo eabra guardar, Et si non lo guardare, todo su fecbo traera
errado. Et los estados son de tantas maneras, que lo que pertenes^e
al un estado es muy dadoso al otro. Et bien entendedes uoa que ai
el cauallero qutsiere tomar estado de labrador o de mencstral, mucho
enpesge al estado de caualleria, et esso mismo si estoe dichoa tomao
1) K baena [obra],
2) I. eoella.
9) I. & que.
4) Hinter omne fehlt sicher etwas. Am besten ist zu leoen: Et asy noo
cosa de qne el omne [sea mas cerca que det omne]. Et por ende lo deaia oooosfer
mas que a otra cosa. Das passt in den ZuBaumeuhaDg, and überdies lisst sieh
der Fehler des Solireibers durch das zweimalitfe Vorkommen von omne erkl&reo.
I
I
Don Juan Manuel, C) Libro de! Oanallero et del Escudero
estado de caualleria. Otrosi si el Rey toma manera de otro omne de
menor estado, qua ©! mucho yerra al su seiiorio. Ca eeguDt dizen que
dixo vn Rey que fue rauy eabio que avia ya mas de treynta atuioa
quaudo comeoQO a reynar, El primer dia de bu Reynado comen^aron
todos fablar coneP) asi commo ante que fuesse Rey, Et el dixo les a
todoa qae sopieeaen que vna coaa era Rey et otra infante'). Et pues
estoe qtie gon tan cerca touo el por tan alongados, Syn dubda mas
alongado detie ser el Rey enlos fechos et cnlas obras de todoe los
otroß estadoa que »on menores. Et por ende la primera coaa que omne
puede fazer ee conos^-er ea estado et mantener lo commo deue, Et el
mayor yerro »juc omne puede fazer es en non conos^er [f. 17*] nin
guardar au estado, Pero fallaredea que loa maa de loa omoea yerran
en eato et otrosi en conosger aai miatnoa et aaua estadoa, menor mara-
billa ea en errar en conoager loa otros. Pero non dexa por eaao de
aer grant yerro et rauy daiToao. Ca raoy grant yerro ea, puea el omne
puede cono8<jer et conoage vna veatia o vn auo o vn cam^) con que
?ae^) vn poco de tiempo, commo quier que nunca le puede fablar^ En
non conoacer al omne con quien fabla todo el dia por grant tiempo
que en vno duren. Et aai, puea el omne ea de tan eatraoaa maneras,
noQ uoB deuedea marabillar, ai complida mente non uos pudiere dezir
que coaa ea el oratio et para que fue fecho. Pero aquello poco que yo
entendiere dezir uos lo he. fijo, el omne ea vna coaa et aemeja adoe.
El en si ea animat mortal Razonal, Et alaa coaaa que aemeja, es al
mundo et al arbol traatornado. Et ta razon por que ea animal mortal
et Razonal por que") es coinpueato de anima et de cuerpo^), et el
almti Bo faze auer razon, et por la razon que ha maa que laa otraa
animaliaa ea omne. Calaa coaaa naturalea por que todaa laa animaliaa
ee an a mantener, maa complida mcnte laa an que non loa omnea.
Maa loa omnea an Razon ^), lo que no^) an las animaliaa, Et por ende
f) Vgl. 8. 438.
2) Boc. de oro XLVI»».
3) 1. CAD.
4) I. vna oder vao (Perf.).
5) I. [esj por que.
6) E«tado8 11 7.
7) C. Luc. II (8. 429 /!f): La razon fax al hoine aer bome, aai por rasoo oa
61 bome. Da«. IV (1370). Eal. I 34. II 3. 7. R. Lull. XIX': En quam natural
Corpora! , ayunt bonrad* e« natura en loa arbrea et en les beaties con en loa
homena: maa per la oubiütat danima ralionable qui participa tan aolamen ab lo
cora del home, per ayao natura ha major virtat en cor« buma que en oora beatial.
Part. H Tit. XU. Cav. Cifar 1Ö4.
8) I. noo.
486^ &CkilfBb«is
el cBDe qmt ba bim naon ta n et mmt chbc, Ei ^nal» a
ddtau tum et mokOf oone et m au aflcfmdo alw ■■«■Um
BOB hsB^' RuDB. Er por qve «• cxnipnMBto de atan « ^
«MiBMne qne sea aftcmal qnaato el eaerpo. fit por qae i
«t fasae «t ent^ «i ftcc lat ata» f«ea£ arr ooanDO kc [1 IT^j
aBtataüas. « aBinaL Er an por eeow Rbboomv £ekai Baigu ^ar «I
oaBBe «• BBiBial BaxoBal laonal, «obodo die^ es. Od«a ai mi Ja al
■KBÖa. oa vo^am las «ms qae »ob «owl bhebAo an «Bei obbk. fit par
«BÖe disea qae ei oauke e» lada»' las Hwaa. Er, fijo. bIcbbo
dedr qae bob cc Tcrdax «ata, Ca c3 onae bc« m fäodra. aöa «i
BOB Bf axM. BiB cä oaae bob a» veBäa am are. aöa el cmae
ajra am acaa ma fiMgio aia lieRB, aia c2 cnae bob e
diablo. Pae» aä puta^g qae bob e« mdar cae ei cvae aea
la» OMas. El biea «red. £^. qae el qae es» £zere et k>
m «KB gvifia qae d' > enia «ar grase öe3 dar ffuifaniii a apdaa pra-
g^BBiB» qae Bke tq» fegieaiea- Ha« 2a »aBeia cb qae «aa&e MWiija al
aiaado et e» tioda» lai «wa». c» es ena anaen qae t'of t» da«. El
OMBe et fnedn eB te? eaefpo. Caas cowbo k piedn « iiBeipa. an
d <nne e» c«erpo. Ocni<«i aij ookbo el ari>d et ka« •raras plaans
B»cca ec cref«a ec as ORado et eaT«c«C«B cc «e dtiifwB, höia *■ d
OMBe Case esta« c««a«. Ca aa^ ec ere^ et ka eirado cc eBTegene et
•e deafaae qaaado le par» d aisa Citi cvcrpA. Oawä nfiBini lai
Tcsda« ec lai aaes ec las ooBf i-iaitTitf &BeB aL^eo esRo cc nta ■■ qae
iier:e= ec ececdras' e? bize^. bi-?c as: lo fixe ei <>aue. Os>iMi viea
BR er&BX2B^ ^ ajre ec et f«ee-> ec el älrza*^ e? Ja cecra qxasTv-' aü-
Bfiecr^s«. a.fi e>I os-e a «ea si q^;asr<:* k^a*:-»!». q^e »:-x ^ »zcre ec la
co>ra e? U r-r f. IT ' ma ec la =A>cx>=ia. Es a« cobuk- ex aa^«^ <a ecaa
wpir.Tz^ (ijz^ a^z^TB a de arer fr . al q^e dio« a3:a »ervgd scecv qae
p»:<r qie^ Iss o'tra^ cä-» vciere feeba» ee<x cserpo ea qaaBt^ d a3»a
wctiiier* e^el. :zrfz^;'.iz<t aTer la r'-rria de parajso. ssenpre la abra
€: n::::ca atra !:=. £: afi c*:=:ro el diaclo. qiie et co» s^cnaaL
L Ltr >:bT^Z'i: u,'. ri^Lieiö: 3.zr ^x-! a*» h.a. Km» «ckm>ea w^L«. «her
i'':<r<<£'*c. du* «r kc*. :: «c ;*? $«4*:ftrj«b<a hAsce. vottjcft soa ka Ejtwa ix er-
WTLT'JM. -wi:.
Don Juan Manuel, £1 Ltbro del Cnuallero et del Escadero
489
pttes^) esta en las penas del infierDo por sub mere^imtentos, asy es el
alma mal aventurada, que por las obras que fizo el cuerpo enque ella
estaua mientre que fue al mundo, mere^iere auer las penaa del in*
fierno desque enel fuore, nuQca abra redempcioo. Et aei, fijo, pododes
entender que el omne semeja mucho al mundo, por que ha eoel todaa
taa cosas. Et por que todas las cosas del mundo crio dios para seruicio
del omne. Otrosi que es todas las cosas, non por que el omne sea
toda8 las cosas^ Mas por que ha parte et 8emejan9a en todas las cosas.
Otrosi semeja el omne al arbol traBtoreado, Oa el arbol tiene la Rayz
en tierra et depues el tronco et depuea las Hamas, et en las Ramas
na^en las fojas et las flores et el fructo. Ca dela buena Rayz sale
buen tronco, et del buen tronco salen buenas ramas, £t de las buenas
ramas salen buenas fojae et flores et buen fruto, Et del mal arbol todo
el contrario. Todas estas cosas conte^en enel omne. Ca la Rayz del
omne es la cabe^a^ do esta el meollo que gobierna et faze sentir et
mouer todo el cuerpo, et el trooco es el cuerpo, et las ramas aon los
miembroB, et las [f. 17''] fojas et las flores son los Qinco sesos cor-
porales, et los penaamientos et las obras el fruto. Et si el meollo^
que es Eayz, fuere de buena complission, Todo el cuerpo, que es el
tronco, segund Razon deue ser de baena coraplission. Et si el
cuerpo fuere de buena complission et bien egualada, los miembros
otroBi, quo son las Ramas, seran tales quales denen. Et si ellos
fueren bien ordenados, los cincü sesos corporalea et los pensamien-
tos seran comptidos et faran complida mente su obra. Et si el cuerpo
et los sesos corporalea, que son manera*), fueren bien ordenados et
bien complldos, deuemos crer que dios, que faze todas las cosas con
Razon, por la su mer<;ed et por la su piadat querra que sea y puesta
buena alma, que es la forma por qne faga sus fechos con Razon. Et
assy fara bueuaa obras, que es el fructo. Et asy por estas cosas
semeja al arbol trastornado. Et para saber el mismo que obras faze,
el que cuordo fuere deue cadal dia Requerir ensi mismo que son las
obras que fizo aquel dia, tan bien delas buenas commo delas contrarias,
et acordar se commo es cristiano et que deue saber et creer todos ar-
ticulos dela fe santa') eglesia^) et los diez mandamientos que dios dio
enla ley, et las obras de miaericordia et los pecados mortales. E los
1) 1. pueato. B. schlägt para sieopre vor.
2) I. que aon manera [de äores] (B.) oder [de fojas et flores] wie f. 17 ** oben.
3} 1. [de] Santa egiesia.
4) Hier, wie B. thut, et los eacramcntos de !a fe einzuacbieben, halte ich ffir
vollständig gerechtfertigt, denn sie werden auch auf der folgendeo Seite oach den
articutos de la fe aufgeführt.
wrüakm de U fe boo qoatorz«, lot lieie perteDenca al* fivBiM, £i
Im tiale ala bammiiidftL Et loa siete qne peiteneecB aU dfaiaüak «oa
eitos: El primero, deoemoa crer eo di<M, El tegsado, qo» «• pädia»
El tar^ero, [f. 18*] qoe ea fijo, £1 quarto, qoe aa ipirita aaata. Q
qalatOf qoe crio el (tdo «t U üerra, £1 texto, qua per la aatta fe
caibolic« et per laa MaCa aaemaMotoa le aataaa la« almaa ak wm
donaa loa peeadoa, Et') seteoo. qae por el poder da diaa
moa et abramoa vida pardarable segand naestroa
baeoot el parayao «n eoerpo et eo atma, et loa maloa eaal
et eo alma'). Et lot «iete qoe perteneceo ala bomanidat ton eatoa: El
primero, que ieso cristo foe coacebido per spiritn aaoto eoel caorpo
dela Tirgeo saota maria^ El »egoodo, qae na^io el della verdadero dioa
•t Terdadero omoe, Et ^) ter^ero, qoe foe maerto et aoterrado, El qoarto,
qoe deaceodio alos infiernos et Baco ende alo« padrea aastoa, El qvinlo,
qoe reaogito al tercero dia, El sexto. qae sobio aloa ^toa. Et') aataM,
qoe Tema aiodgar los viaos et los maertoa'). Et los saeraoiaotoa dela
fe soD siete: El primero es baptismo, El «egundo confirmacion, El tar^aia
al caeq}0 de iesa cristo, Et'j quarto peDiteopia, El quinto la poatreoaefm
YOcioD, El sexto ordeo, El septeno casamieoto*). Los diez manda-
1) L »,
2) 1. el eofiertio [eo caerpo] et eo sIms eolsprecbeod deo vorhergelMadea Wortanu
3) Vgl. hiena R. Lull f. XXI ^: Los. XUIj. articies soo aqoeals: Cranre .J
Deo es lo primer srticle. Creare en lo Pars» et eo lo Fiyl, et eo lo sa«
soa tres articies. E cone que hom eres qoe lo Pare e el Pill et el sant
sien J. Deu eterDsIment sens fin oe comeo^ameDt. Creore qae Deos sia creada^
de tot qaaot es, es lo sioqae. Size es creare qoe Deo sie recreador, so quo
qtis baja reemat lo bumaoal linatge del peccat qoe Adam e Eoa faereo. 8s
es creure que Deus dara gloria a aquells qoi soo eo paradis. Aqaests set ar-
ticiea pertanyeo a la deitat. Aqoests altres .YIj. pertaoyeo a la bumamtat qtiel
Fiyl de Doo pres eo oostra dooa saocta Maria, los qaala .VIj . soo aqoeats : Creare
que Jbesaorist fos coocebat de saot Sperit, eoo saot Gabriel saloda oostra Dooa,
es lo primer. Segen es creure que Jeauchrist sie oat. Ter( es qae sia cracifficat
e mort per dos a saluar. Quart es qae deaaylas la saa aoima eo iofero per de»
liarar Adam e Abraam e los altres profetes qai creyeo eo lo sea aoenimeot ans
qae morisseo. Sioqiie es creure qae Jhesucrist sie rossuscitat. Size es creore qoe
aeo puja al cel lo dia de la asceoaio. Sete es creure qne Jhesucrist veodra al
die del Judici, cont tuyt serem ressuscirats, et jutjara boos e mals. Tot bome es
teogut qae crea aquests .Xllij. articies qul soo tesiimoois de I>eu de les soea
obres, e seos aquests articies null bom nos pot saloar. Part. I Tit. UI Ley IL
4) R. LullXXnr: Los .Vlj. sagrameots de sancta esgleya soo aquests: Bab>
tisme. Cuofermacio. Lo sacritici del altar. La penitencia que hum (a de sos
peecaLs. Les ordioes quel bisbe fa coo fa preaere, et diaque, et subdiaqoa.
Matriiooni. L'acio. Per aquests VIj. sagrameots nos bauem a aaloar: e a hoorar
i
dd
Don Juan Manuel, t)l Libru del Cauallero et del Eacudero 491
mientos eon catoa: El primero, que deue omne crer en vd solo dioa
et adorar le et servir le. El \j^, que non deue jurar por el nombre de
dioB enganosa mente oin en vano. El terQero^ que deue guardar vo dia
Santo en la semana. EtM quRrto, que deue onrar asu padre et aau
madre. El quinto, que nou deue raatar a ninguno a tuerto, El sexto,
que non deue fazer forn^io. Et') seteno, que dou deue |f. 18^J tomar
ninguna coaa por fuer^a nin por furto. El octauo, que non deue dezir
falso teatimonio nin raentira enganosa. El noueno, que non deue cob-
di<;iar muger agena. El dezeno, que non deue el omne codigiar ninguna
cosa delo ageno^l. Et todoa eatoa dies mandamieatoa ae en^ieran^) en
dos: El primero, que deue omne amar et temer adioa derecha mente
et BIO ninguna entiota*), El Ij**, que deuia querer para au criatiano lo
que queria para si^). Las obras de roiBcricordia aon eatas: Qouernar,
veatir et aluergar loa pobrea por amor de dioa, et viaitar loa enfernaoa,
et redemir loa captiuoa, et aoterrar los inuertog, et caatigar aloa erradoa,
et amoatrar aloa non aabioa, et consejar al que ha oaeater consejo, et
ayudar al cuytado, et perdonar al quäl ha erado*;, sofrir al enqjoao,
aer piadoso atodoa loa quelo an meater, et rogar por elloa. Et todas
eatas obras de raiaericordäa deue omne fazer por amor de dioa verda-
dera mente, et non por ninguna vanagloria nin alauamiento del mundo.
Et loa aiete pecadoa mortalea aon estoa: Orgullo, envidia, raalquerenyia,
forgar lo ageno , luxuria, eomer et beuer deaordenada mente, et aucr
perenza^j de fazer bien'^J. £t, fijo, cada vno destoa pecados a tantaa
' ramaa ^ que me aeria muy graue de boa las contar todaa. Mas cada
que TOB confcaardea , ai el confeaaor fuer bueno et entendudo, el fara
en guisa qoe en quäl quier manera que uyadea |f. 18«] cuydo'*) en
quäl quler destoa pecados, que el voa dara consejo. Et por ende tob
et a complir aqaesta .Vlj. sagraments ea obligat lo aagrament de caaaylaria: e
por ayao pertany a tot cauayler que aapia aoD ofßci a qaals cosea e« obligat.
Part. 1 Tit. IV. Caat. 6 doc. 219/?. 225.
1) 1. El.
2) K. Lull, XXII r. Caat. 6 doc.V; vgl. auch daa. 153/f, 170/?, 208a.
3) 1. «D^ierran.
4) Vgl. S. 483 Anra. 2.
5) Waa du nicht willst, dasa loaD ea dir tba\ daa fUg aaob keioem aDÜera
SU — 8enj Tob 281. 301.
6) 1. errado.
7) 1. pereza.
8) R. Lull. XXVIII»: loa aet peccats raortala, qni aon carrerea per lea qiiala
bom va a InferDala turmenta qui do ban ü, glotouia, luixoria, auaricia, sccidia,
auperbia, i'duhIiX ira. — Gast, ö doc. 124. 139. 140.
9) 1. caydo.
Romtalicbo ForscbaDgoa YII. 33
»
492 i
et tudtom Im qnw se coafigHM dcaes frser qaaato
aqpd M« ^ se ade^) cotifwiM, sea d bms cBtcBdai» et d ■■•
letra(do qae fmdieiea ancr. Ca bien sabedet qpw d qjsa ffei»a finm
qaaato padiere por aaer el BMJor fineo qpe padiere fidlar. El aira qae
n le adolea^e algaaa Tsatia, baaca d awjor albajtar
paea parm las besda« et paim loa caetpua, qae
loa OBiBca loa laejom maettroa qae paedea para las
•ajor BaMB ea qae eatea et eeeojaa loa*) BMa qae j
eateadadot et letiados qae ka dea eoaaeja alaa aiaa* por
ajas la gloria dd paraiao et seaa gaaidadoa de la« peaaa dd
St öerta seate. fijo, d padieae ser qae d ohbo bob cajdaaa ea al
aiaoB ea qaaato'^ gnade es la gloria dd parayao. Et
oane fiuer por la aner, et qaaa graade la*^
qaaato deoia oame liuer por aoa eaer eaclla,
aar eoaiBM d omae. qae et aiaado aieBor. es <
por d aloia et por d eneqio. bien ad d ainado
las obras spiritndes et temporales. Et qae loa
qae aa meeter mndias coeas coqMmles, aoa se podriaa
los omoes siempre caTdassea enlas cosas »piritaales^ Bor eade caai
qae tada oame cajde et obre ealas cosas temponies se'^ [f. 18«] sef^aat
perteae^ asa estado. Et si ad aoa lo fiue, jcna lo mar aml et aoa
faze eeroido adios eadlo. Ca d qae aon qaien caydar d aoa aola
Biente en los feebos spiritades. aoa aprrmecba n aoa ad mismo. Xaa
d qae cavda et obn enhs co$as spirimale» et temponies eommo deae,
aproaeeha asi mx^mo. et atros*^ mndios Et por ende campte, qae d
pzdirse* caid dia. si non mocho. a menodo. qae reqoiera asas obn%
segon: de so«o es d^cbo. et si £sllare qae pasao'» ea baeaas obraa,
grades^a lo m::cho adios et lieaelo adelacre. E: si faUaze qae en.al-
gona co«a erro, aref ienuse et poüe delo emecdar. Ca lodo omae deae
ssber por cierto qoe djos es may piadoso et mar josssciero. et aon
deae cinzcco t^ner qaela pisdat de dios es tamana qae dexara loa
* L »e as (&* : rens^ücä ist dar?b des obecva aack Eaks ^tiw^gtca d-Scticb
«ias Zei^hiTL fzi z z:^: dtm i T«ni««kc vorsea.
*2) !■ lo auuL
3^ qi4s:o is: öii^:*-.h:z g<*:hrieNfc. «icvb^x da» to kaaa aiditfcar Im: m
der fo'f«i*3 Z«;e »:eli: z:s qaic graad*. VjL Ackaa;.
5 r;lfe se. dw d<a Acüs^ des f<4^cd«a »t^srnt biMes ioBte.
6^ >V. S- 474 Abs. 7.
7 L Fsdwse-
$. 1. » passo G.
Don Juan Mamiet, Et Libro del Cauallero et del Rscadero
493
I
malos fechoB ein pena, Ca si lo fiziesse, seria otra^) la iueti^ia. Mas
deuc tener por firme, que tanto fizo dioa por saluar loa omnea et tan
cara nieiite loa corapro por la^i sangre inisma, que si omne ee repen-
tiease et fiziesae derecha mientre la cmienda que deue, eegunt la aanta
egiesia lo ha ordcaado, quo el le abria oier^ed et piadat. Ca sin dubda
tan flaca ea la naturaleza de loa omnes, que a voa pueden aeer^) qne
noQ cajan en algun yerro. Et avn, aegun yo entieodo^ pocoa o ningunoa
son los que en algun yerro non caen contra ntieatro aeüor dioa, Ca los
pecados son de tantaa nianeraa, Et el mundo et el diablo et la carne
et la votuntad son tan engailosoa, que por fuer^a a omoe de caer en
algun yerro. Pero deue omne auer buena speranga que, si el se
anpien[f. 19»]te, quel abra dios merket. Ca gierte es que dioa orio
todaa las cosas de nada. Et non puao y si non la voluntad sola mente,
Et assi commo lo quiso asy fue fecho. Pues ^icrto es que mas ligera
cosa es fazer de algo algo quo de nada algo. Et puea dios crio el
mundo du nada, aai pudicra redemir los omnes con nada sy quisiera,
Mas fizo el mas con Itazon et mas piadosa mente , Ca por la su grant
piadat quiso omillar se tanto fasta que quiso seer omne verdadero. Et
demas quiao ßofrir muchas penas ensu cuorpo et eaparzer su sangre
Et en cima tomar mueito por redemir los nuestros pecados. Et asi
buena aperan^a pueden auer los pecadores, quo puea dios que todo el
mundo crio de nada, et los podria redemir con nada. Et pues tanto
fizo por ellos, que ei por elloa non fincaro« quo siempre fallaran eoel
merket complida. Et asi, fijo, segund mi enten^ion, por estas*) que
voa he dicho tengo quo el omne animal"') mortal Kazonal. Et sefia-
lada raento aemeja al mundo et al arbol trastornado. segund dceuso
V08 he dicho. Otrosi la Razon por que dios lo crio todo lo sabe el,
raaa lo que yo ende cuydo es eato. Tengo que lo crio por quanto al
mundo dure sea seruido et loado por cllo, Et dcaque el alma se par-
tiere del cuerpo, ai tiziere talea obras por que lo meresca auer, vaya
ala gloria del parayso, por que se oumplan los lugares de aquelloa que
cayeroa ende et perdicron aquella gloria por su mere^Mmiento.
Capitulo XXXIX j commo el cauallero anyiano Respondio*") sotil
mente al cauallero nouel en manera del preguntar.
1) l. contra; in der Vorlage «Und sicher j>tra.
2) la [au] aaagre eotsprit-ht vnolil besser den Intentiotien des Vt^rfassera.
3) 1. que a ves paede seer.
4) 1. eataa [cosas].
5) 1. [es] animal.
6) I. Reprehendio, wie aas dem Inhalt des Kapitels (vergl. beaondera den
Schliiss) deutlich hervorgeht. Den Irrtum des Schreibers hat der stereotype Ad-
33*
494 S. Grifenberg
[f. 19^] Fijo, fasta aqm todas las pregantas qne me tob fesieitM
füeron Bentiellas et dobladas. Ca eran seniieUas, por quo non pregnn-
tanades sy non por vna ooaa, Mas otrosi eran dobladas, por que rae
preguntauades qne era aqndla oosa, et para que foera fecha. Mas en estas
aquo avn non tos he respondido non feiiestes asi, ante me preg^nstaatea^)
mnohaa oosas en Tno, Et tengo que pnes vos taotos afincamientos me
feiiestes qne tos Respondiesse a mnohas cosas que me era mny graae
de faxer por la mengna del entendimiento qne en mi ha, Et por qne non
se ningona oosa de las s^engias qne fasen al omne mny sabidor, Pto
ende one a tomar mny grant enydado para tos Responder aellas, Et
por el afsn et por el enojo qne yo tome, qniero tos Betponder tb
pooo, por qne yos otroai tomedes algnn enbargo o enojo. fijo, tos
denedes saber qne vna delas oosas qne omne dene gnardar ealo qoe
fase et avn en*) qne diae, es qne non mnde la manera de oommo to
ha oomoD^ado, saloo si non fnere bnena^.o si la pnede faier o deiir
mejor. Et nos en quanto mndastes la manera de non faser estas pie-
gnntas eommo las otras, tengo qne tos pnedo Heprehender, Mas la mi
reprehension nos dene ser tal eommo el eastigo del padre o del bnen
amigo leal. Ca el padre qnando fiere al fijo peqneno, si le fiere eon
la Tna mano, dal del pan con la otra. Et si el padre o d bnen amigo
le castiga depnes qne es en tiempo para lo eastigar de palabra, Gasti-
ganlo [f. 19«] en manera qne se parta delos yerros et qne fisga las
oosas qne dene. Et non gelo diie en manera nin en Ingar qnel pneda
ende Tonir dano nin desonrra, Et en las cosas de qne se pnede mucho
apronechar ayndanle qnanto pneden por qne las acabe, Et en laa cosas
qnel non cnmplen mncho non fasen grant Iner^a enle ayndar enellas.
Mas non faxe asy el amigo apostiso, qne qnando ade eastigar o de
consejar a aignno ental manera et en tal lugar, gelo dira qne aienpie
finqoe ende con daiSo o con desonra o con nergnen^*). Et esso mismo
fara enlas obres qne fixiere. Ca si le oniere de ayndar en cosas de
qne se aproueche poco. fara mucho en sn aynda por qne lo acabe, et
dara entender'^i qnel aynda mucho, et si foere cosa de qne se apro-
neche mucho. dsndo entender*) quel aynda» fara qnanto pndiere per
fsng der Ttirberipchend« Ksphi^l vCobbo el eaosüeio saetsBO Responde al caaslkfo
Boael . . ."" veraDlasst.
1) l. preinintsstes.
2> l. en [loj que diie.
;^^ Ca»!. ^ doc. ly:*: El msl eonaejeio A el mal üaoDJero coasejarte haa qis
(»;S%M toda» malu ct^tambre« ^ makM feobot. porqne te pierdsa cos Dios i por-
que pierdM U tn alma. Über die Rite det K5a|gs vgL Se« Tob 271 ff.
4> Vst & 4ö Asm. V
5^ Nseh AMk»(ie tos 4 iM hisr a
D(»Q Juan MäduoI, El Lilno del C;»uall*'ro ot dol Escudero
4t>5
que non lo acabe. Et en esta manera piide^) omne ontender quäl es
BU amigo verdadoro. Et sabet, fijo, que los amigos vcrdaderos bod los
quo so aman |ior buonos deudos que ayan en vno, Et por buenas obras
que aon entre ellos de luengo ticmpo, Et quo del vien que al vno
vieDe, quo non viene dai1o al otro. Et los amigos apostizos son los
que se anian por el mester, et que la pro del vno es dano del otro^).
E por que todas las Kazones que hau los amigos buenos entre si son
entro vos et mi, fin por dioa que el mi castigo o el mi Reprehondi-
miento que siempre vos sera commo de padre o commo de buen amigo
et non commo de ami|f. 19<^|go apostizo. Et pues tos yo repreheodo
por que mudastes la manera et') las preguntas, Non la quiero yo
mudar et^) las repuestas, ante vos quiero responder acada vna
sobre si
Capitnlo XXXX, commo el canallero anciano responde al cauallero
nouel que cosa son las vestias.
Älo quo me preguntastes quo cosa son las vestias et las aves et
los pescadoB et las herbas et los arbolee et las piedras et los metales
et la tierra et la mar, et todo esto para que fue fecho, ya vos dixe
que teoia que era esto de reprehender, por que mudarades la manera
de commo me iiziestes las otras preguntas. Et por ende eabet que
non mudaria la manera de las respuestas. Ca bien entendedes vos
que rauy mal pare^e al omne et setlalada mente al que castiga o muestra
a otro, 81 el mtsmo cae enel yerro que castiga o muestra al otro de
que ae grade*). Et por endo vos respondre acada vna destas pregun-
tas que avn non vos he respondido. segund aquel poco entendimiento
que yo he, ijue es cada vna dellas et para que fue fecha. Et delas
vos digo que tengo que non es muy ligera Ilespuesta de dar, Por que
las vestias son de muchas maneras et de muchas naturas et na^en en
muchas tierras estranas, Et la« que son en vna tierra non son en otra.
Ca delbs ha que oa^an et toman a otras, asi como la natura de los
leones et delas on^^as, que llaman en algunas tierras pardos, et dolos
leopardos, que son compuestos delos [f. 20 ^{ leones et delas pardas, o
1) I, puede.
2) Fiori di fil. bO : Chi 6 ricevuto per amico o per compagDO per oagione dl
utilKü, tanto li piacerä quaoto li sarn atile. Das. 34. — Eine Reibe von Aus*
Sprüchen über die Freunde finden sich in ßartscha Chrest. prov. 8. 343 f. (Seoeca
ou lo savi.) Vgl. auch Sem Tob 489 f.
3) I. en, im erateren F&Ue aach wohl de, wie am Anfang und Ende von
Kap. XL.
4) l guarde; vgl. S. 466 Anm. 3. — Vgl. Fiori dt fil. 56. Babb. Bl.4d5. 309.
381. Prov. fr. 11 290.
496 S. Giifenberg
de loa pardoB et delaa leonaa, o delos obsob o los') loaos. Et otm
bestias peqneöas que') ca^an ca^as pequenaa et de noche a fnei^ et
oon engaiio, aey commo xymios o*) adiaes et raposos et majmonet
et foTiias et tessngos et (urones et gardanas et tnmnes et otras beetiaa
SOS semejantes. otras bestias aj qne son compaestos de caaalloa et
de asnos, et aestas bestias Ilaman mnlos alos maslos, et miilaa alas
fembras, et son mejores los fijos de asno et de jegua qne non loa qne
son fijos de cauaUo et de asna. Et estms vestias qae son asi eom-
paestas oon engendran. bien asi commo los leopardos, qnelo*) engen-
dran por qae son compnestos de leones et de pardas'^ Otras bestias
ay que son ca^adoras, et ellas non ca^n , asi commo pneroos janalies
et (iemos et ganzellas et zarafas et vacas branas et asnos branos Et
earneros brauos Et cabras branas et gamos et corgos et otros sns
semejantes. Otrosi ay otras bestias peqnenas qne se ca^an, asi eommo
liebres et conejos et otras sns semejantes. otras bestias ay qne an los
omnes et binen sienpre conellos*. et estas son las natnras delos eanes,
asi commo alanos et sanejos et galgos et podenoos et mastines Et
todas las otras maneras de canes qne son compnestos destas natvras
de CAnes dichas. Otras bestias ay qne crian los omnes, et anexes binen
enlas CAsas et anezes enlos montes. asi commo la natara delos caoallos
et delos asnos. otras bestias ay qne non ca^an. Ex por la sn grandea
et la sn fner^a [f. 20^] non las ca^ otra bestia. asi commo los mar-
files. aqne Ilaman elefantes. et los Tnicomes camellos"^. otras bestias
bestias * ay que na^en enlos yermos et binen siempre alla. Pero giiar-
dan' las los omnes. et quando qnieren traenlas a los poblados^ ast
commo las vacas et las OTejas et las cabras et sns semejantes. Otras
bestias ay qne se crian alas rezes enel agna et alas rezes enla
- - .^j] ■!-- o-*' **^»* «^ Koaama vor Ea oa-a»
0 I. *: ad:-t*.
4 :. c:? r>r.
r Vi. Ifii Hijp Orli lib XH Kap. XII Abs. 5.
r 1:* urjjr-rir.::'! frailv Das frK* i is: a-sr»iwr: ab« vxter der Basor
rr;i -Sr- « .itrir . iirii: is: v.-r ifr**Ser Eiri ca* A':'ktnc2icsa»clie£ fSr
K.rT:i:^r ■• . rtTZ. =z:fr ri:. ^f::: *:* ;z» r:<i > -^51 As.zE.-i. S. 4h5 AaoL 4
::i ^ -•.: -t.:- f :i i^i:*-:! '----£ Ar eirrr as-ä«rx S««Ce :^. 4t«j^ Asm. 5
5.::.!.: :i=L£rk-:r: ^ziria: r^n «rraca.- r- Kri««.
Juan M«nael, El Lihro
del Escudero
49T
tiera^), asi commo coquedrizes et los castores et sus aeniejantes. Otras
bestias ay que hnwu dela^) tierra et alas vezoe eotran enel agua, asi
commo culebras et sapos et ranas et galapagos, et estas bestiae 8on
aponconnadas*), et quanto anda*) en la tierra maR seca aon lo mas.
otras beetias ay que sod pon^onadaa et andau aloogadas del agua, asi
commo biboraü. Otrosi dizen que ay otra maoera de bestias ponyoiTa-
das aquu llaman basiliscos, mas destos nunca bi yo uinguno nin bi
omae quelo biesse, et otrosi alacranes et samalaqnesas et lazartos. Pero
loa lazartos, commo quier que ram^rden mal, non «on muy enconados, et
arranas^) et centipeas Et tareutelas, que son manar de ranas^). Et ay otras
quo soQ ontre maoera de bestias et de aues^ asi commo mor^iellagos et
mariposas et avejas et abispas et todas las maneras delas moecas. Et
otrosi ay otra mauera de bestias que soo muy enojosas et sciialada mente
alos caualleroa quando acaegen que andan armados en las guerras^ asi
commo los piojos et las pulgas [f. 20*"| las ^'iemes*) et las formigas et
BUS semejances. Et, iajoy todas ostas bestias son unimalias et son entre
los omnes et los arbolea et las plantas. Ca las animalias cresgen et
raanticneu se, asi como los arboles et las plantas, et an mas que ellos,
que sienten et que engendran, et an menos quelos omnes la Hacion*).
Et segund el mi poco saber tcngo que en osta maoera son las bestias.
ülrosi tengo que la Razon por que nuestro senor dios quiso que fuesse*)
fechas es por niostrar en ellas el su grant poder et el su grant saber
et la su grant vondat el la su grant piadat. Ca mostro grant poder
en quanto las fizo de oada, et las tornara*") nada quando el quisiere.
Kt mostro grant saber en quanto las fizo tan ostrailas, Et muy desbaria-
das vnas de otras, Et todas con Kazon segund perteneyia acada vnas
ensu natura, Et mostro grant vondat et grant piadat en commo las
gubierna cada dia, non abiendo ellas ninguna cosa de suyo, Et commo
las guarda del frio et dela calentura, alas vnas con cabellos, alas otras
con sedas, et ulas otras con cuernos ^^), et alas otras con conchas^'^). Otrosi
1) 1. lierr».
2) I. enla tierra.
3) L apon^onadas.
4) 1. quando aDdan.
5) K aranas.
6) 1. Tuanera de arana«.
7) 1. [et] las ciDifes.
8) Vgl S. 487 Aan». 7.
9) I. fuesBen.
10) Vgl. 8. 462 Anm. B.
11) 1. eueres (B.).
12) C. Luc. IV (438). Part. II Tit. 1 Ley VII: ellas ee sod vestidas de lo
496
8. Grafenberg
commo les dio armaB para se defender et para se goueroar, las') de
dientes, las otras de colmiellos, las') de cnernos, las otras de rnaa, las'),
de ligereza de pies, Et acada vnas seguad les es mester^). Etsenalada
mente tengo que las crio para seruicio et maoteaimiento de los omnea. Et,
fi)o, ya Yos dise lo que yo tengo que son las vestias, Et la razoo para quo
cuido que fueron fechas. Mas nou vos quis de[f. 20<>]zir todos lae cosaa
nin propriedades de cada ?na destas vestias. Et dixo lo') por dos ra-
zones: la vna por que vos*) obiesse adezir todas las propriedades dellas,
mudaria la manera de todas las otras respuestas que tob be dado fa»ta
aqui, Et la otra, por que esto pertenesf^e luas ala s^ien^ia de las na-
turas et dela fisica que non ala de la caualleria, Pero sed ^ierto que j
cada vua destas vestias ha en si muchas propriedades et muy estranaa 1
et dellas muy aprouechosas.
Capitulo XXXXI**, commo ei cauallero an^iano Responde al eaaalJero
Douel que cosa son las aves
A lo que me preg:autaste8 que cosa son las aves^ et para qae
faeron feofaas, bien vos digo, fijo, Et') commo quier que es preg;uiiCa
grande, por qoe las avea son muchas et de muchas oaturas, et moj
desbariadas las vnas de las otras, et de muchas tierras et may estranaa,
Pero con todo esto rna delas preguotas que fasta aqui me feziestea
aque tengo qoe vos paede responder (ierta mente es esta. Esto tengo
qae pnedo fater, por que la cosa del mundo de qoe mas Tse en qaanto
Tisqoe al mundo, de caualleria afuera, fue fecho de ca^. Et por qoe
yo Tsaua mucho della^ obe asaber mache delas aues, Ca non ha ooea I
que mas se allegue con las maneras del caaallero que ser montero et
ea9ador*). fit por que yo entendia que esto compUa mucho al mi
sayo, las mm» de peadolis» e las eins da eabeUos« e las oCns de caeroa, e Ist]
eoas de caeaatas e de eoaekas^
i) Vgl. S. 475 AvKL 11 oad Aakaac-
3) Pait. n Tit I Lej TU: Otroä para dehader las vom» traea pieoe, laa
alias diitee, e las otrsa Tftas, e las otias eaetaoo, e ifcB||uij^ o aepiaas, pei^
mm aoa lee eoarieac de boeear otras anoas eo« qae ee ddisedsa
I) I. fis le<a) — deoa der Eianedkr wiO sich redidcnvea. «eO er al
flgeasehsfteo der Itae adj^ühk hat — oder deaalo arte S. 461 r2r.
t) TUs« El ad« let qae.
0 BaeIheikke8ieOea900AMk2. L. data Gesa 46» 0.6,» R. Lafl Xl^t
Qnajter dea eoner caaajl, beiaar, kaeer a laalat, mmr ab arvee» laraefa^ ler j
taaleefsdnaee,eetreMirvMeBSt HM>oieM,eeBglag»,leaMeleealaee<w
iqaeeice qae saa anei de eaaaykrs cor por toiee aqacelea coeee s
maeyWrs a Ceu dacmes • a aaalaair Isvda de eaaaylaria . . .
Don Juan M&onel, Et Ltbro del Cttoallero et del Escudero
Am
P
I
eetado, veelo mucho, El; otrosi avia ende grant voluntad. Ei bien cred,
fijOj que la voluntad fazo al omne fazer las mas de las cosas que faze,
Ca ei el omne nun ha uoluntad de fazer vna cosa avn quo Bca buena,
[r. 21 *| o Ja dexara de fazer o la faru dod tan coroplida mente commo
era mester. Et si a voluntad de fazer algiina cosa avnque non aea
buena, la voluntad le enganara et le fara entender que ea buena o que
noD es tan maUi por que deua dexar doia fazer. Et por ende son muy
poco9 lo8 que de todo pueden conos^er quando leg engaüa la voluntad,
Et ßon de muy buena uentura los que la pueden for<;ar por que non
fagan lo que deuen por complir su uoluntad. Et comrao quier que
muchos dizen et oaydan que por complir au uoluntad non dexara^) de
tazer su pro o lo que deuo*)> Muchos lo dizcn de palabra, mas pocos
lo fazen de fecbo. Et esto ea grant yerro, Et senalada mente en las
faziendas delos omnes, ca muchos ay que tienen que sei que digan
muy buen aeso et muy buenaa palabraa que con tanto ea acabado todo
el fecho. Et non es aai, ca enla fazienda miama del omne non cumple
el dicho solo, ante es mester la obra. Mas enlaa faziendas agenas de
que omne non ha grant cuydado, aol que diga enelias lo que es buen
aeeeo por que entienda*) que es el rauy entendudo et que ea deson-
cargado, pues lo ha dicho, con tanto a fecho lo que! cumple. Mas enla
SU fazienda misma maa cumple que el dicho aea menguado et el fecho
complido, que non dezir muy buenas palabraa et grandes sesos et el
fecho errado'''). Et por ende douo omne catar tan bien enlos sua feohos
commo enlos que ael dizen que es la pro que ^terta mente ende le puede
venir, Et tener se alas cosas ^iertas et non alas fihuzas dubdosas').
Pero al que dies faze tanta |f. 21 *•] meryed quel da voluntad para fazer
buenas coaaa et aprouechosas para el alma et para el cuerpo, es de
buena bentura enello. Et asi commo el que de au uoluntad se paga
de comer buenaa biandas et aanaa et se guarda de fazer ninguna cosa
que enpesca ala aalud del cuerpo, es aefml de ser sano, Bien asi el
que de au uoluntad faze buenas obras, es setlal quel quiere dies fazer
los Estados II 67 hat D. J. M. ein Bild von der Erziehung vornehiDer Knaben
entworfen und dort zu verachiedenen Malen die Jagd hervorgehoben und als
erspriesalich empfoblen. Auch R. Lull, AlfoDso X, En Pere sprechen sich in
gleichem Sinne über die Aaalibung der Jagd durch die Ritter aus, und sie wie
Vejetias halten diejeDigen fUr besooder» tüchtig, die gut« ca^adores y monteros sind.
1) Iq allen drei Fällen oauaa das Verb, da es sieb auf omnes bezieht, das
Plural -n bekommen.
2) I. |9er] errado.
3) C. Lac. 1 Kap. 7 : siempre oi decir que era buen aeao atcnerse bome A las
cosas ciertas et non i, la fiucias vanaa. Est. I 91.
500
S. Gräfenberg
bien eo este mundo al
et enel otro al alma. Et
cuerpo,
cntendi que la voluntad que yo abia de ca<;ar non me enpe^ia para
las otraa cosas que avia de fazer, ni dexaua por ella ninguna coaa de
mi fazicnda^ väelo asaz quanto me complia. Ca non deue omne por
la ca^a dexar ninguuo otro fecho major que le aproueche o le enpesca
ala fazienda o ala onra o ala pro'). Mas quando al non ha de fazer
dolos ticropos que ae passan, bal dios, non a nlnguno tan bien pueato
para los cauallero» commo lo que ponen en monte o en caya^i. Et por
que yo vso la caga siempre en esta manera, sope ende mucho, Et digo
U03 que tengo quo enel m\ tiempo non sopo ende mas ninguno otro
omnc deloa que yo conoB^i'). Et por ende vos respondo quelaa aves
Bon de mucbas maneraa: vnas ay que cagan et otras ay que eon ca«,-a-
das. Otras ay que se crian et se niantienen eiempre en el seco, ütra«
ay que bo mantienen alas vczes enel agua et alas vezes enel aeco,
Otras ay que andan siempre en enel agua nadando, Et otras ay que
quando estan enel agua non cntran mas de quanto les alcan^^an loa
pies^ [f. 2Pj en guisa que non nadan, Et otras ay que Be crian siempre
en casa, Et otras ay que se crian enlos yermos, et semejan alas de
casa, Et aues*) que se crian enlas tierras muy frias que boq contra
el ^'icrQo, Et enel ynierno rienen alas tierras que son contra el roedio
dia. Et algunas ay que quando estas se tornan para sus tierrae, vieneo
delas tierras cajientes contra las frias. Otras ay que aon en parte aue«
et en parte bestias, Fero semejan mas aues que vestias. las que ca^ao
et non son cayadas son todas las naturas delas aguilas, Et la^) que
yo se son estas: las aguilas mayorea que llaraan puello aluas*), que
Bon todas nograa et an los onbros delas alas blancas') Et en f;ima dela
cola blanco. Estas quando son brauas pueden matar todas las presionea,
Mas lo demas non ca^an si non liobros et conejos et perdizea, pero
qoando esto non fallan et an fanbre, matnn gruas et abitardaa et ao-
earea brauas, Et avn toman cabritos et oor^os pequeiTos et matan lo«
1) Deoselbea Gedanken finden wir Est! 82 and L. de le Cai& 2,i6-. Et non
[deoe] deiar por ella otro« fecboa mayorea.
2) Vgl. S. 498 Anm. 6.
3) Uass D. J. M. ein bedeutender Jäger gewesen , spricht er auch im L. da
la Casa d. 3,« aus: don iobno es muy va(,'adur. Auih vua »eineu Vater a»gi er
^das. 45,13: qiie (Ion manuel era el tnayor ca^dor.
4) I. aoe« [.iy].
b) l laa.
6) Vgl BaiaU Anm. S. 167.
7) 1. ot an loa onbrna delaa alaa blancoa (B.) Et [aon] en (ima dela goU
•aa. Daa würde auch gat zu dem Namen cuello alaaa paasen.
Doü Jaun Manuel, El Libru del (Jauallero vi del Eacoduro
örn
agores et los falconcs^ Et cstos toman toda la ca^a del mundo, Et
ninguna aue del mundo non teme a ellasM. Et oy dezir quo ya al-
gunas aguilae mataron bueytres et auancos^). Et quando las amansan
toman todas eatas ca^as, mas non niuy ligcra mente nin mucho apueeto.
Ay otras aguilas quo llaman RuuiaB^), et estas son roas ligerae et maa
daiToeas para los cagadores, mus non matan tan grandes prieionea nin
800 de tan grant fuer^a. Ay otras aguilas quo son commo blancas et
llaman las athahormas^). Estns non matan ninguna grant prision nin
fazeu mal alos falcones nin a^ores, mas |f. 21<iJ iazen mal aloa gabi-
lanea et aloa esmerejones et alos alcotaoes, si los fallao coo prisiones,
mas non en otra manera. Otras aguihis ay qua Haman pescaderaa»
et estas noo ca^aa aves, maa ca^an pescados en loa Rioa grandes. Et
dizen que an vn pie de aguila et otro Qerrado commo ansar, et andan
volando sobre los Rios o estan pescados^) en arbotes o en las Riberas
altas, Et quando biene el grant pez dexanse caer enel Rio et van na-
dando so el agua et toman et comen lo fuera enel seco. Et otras
aues ay que son de natura de aguilas et de atbahormas. Maa por que
non cai^an si non cayas biles, non vos las dirc fasta quo vos aya dicho
las otras aves que cagan buenas ca^as et nobles. En pos las aguilas
ay otras aues ca^aderaa que cagan seyendo brauae, et ca^an mejor
seyendo mansas, que quando bou brauas non ca^an si non sola mente
para se gobernar. Et por ende cagan aquello que mas son en poder
delos oranes, affeytandolas") bien fazen lea matar ') cayas muy estraiTas
et muy marabillosa mente, Et los que esto fazen son los falcones, por
que Hon mas ligeros et mas ardides. Et deloa falcones ay siete na-
tura«; los primeros mayoros et mejores son loa girifaltes**), Et en pos
1) Da doch aiüher gesagt werden »oU, dass die Adler keinen andern Vogol
fürchteB, 80 ist mit G. niDguoa aue del tuuodo doü temen ellas zu lesen.
2) I. auantos.
3) Vgl. über den nämlichen Gegenst-ind Lopez de Ayala, Kap. I : De las anes
qne son llamadas de raptua, aei coino a^ores, falooneSt et gauilanea, esmerejones
et aicotanes; Über die sieben Falkenarten vgl. auch L. de la Caza Kap. Iff.
4) athahoruuas; vgl Emleitung 8. 431. Das Wort Ist somit nicht zuerst in
Lopez de Ayalaa Libro de las aves de 089» (1386) belegt, (wie B. durch die
falsche Überlieferung des Wortes in G.'s Text zu sagen veranlasst wurde), sondern
schon 60 Jahre früher.
5) l. puestos oder posados. Den Irrtum des Schreibers bat das vorhergehende
pcscados veranlasst.
6) l. let] affeytandolas.
7) G.: ca^^ar analog früheren Fällen. Vgl. B.'s Anmerkung zu dieser Stelle.
8) Vgl. Lopez de Ayala, Kap. IV.
502 S. Gnfenbeis
elloB los neblis^l, Et en pos ellos los sacrea'). Et en poe eflo« los
esmerejones'). Et en pos ellos los alcotanes*). Et todas estas natnras
de falcones los baenos falconeros c-onoscenlos') per talle Et por fa^ones
et*) plamage Et por enpenolamiento , Et qaales son los mejores. Et
en post') ellos los a^ores^), qae son mas fermosas aves [£.22*] et
mayores, et ca^an todas las prisiones delos falcones. Mas por qae ellos
non ca^an tan fabrosa*} mente nin tan marabillosa mente, non los
precian tanto los grandes seiiores. Otrosi los gabilane8**t son de sa-
tura delos a^ores sabroso et macbo apoesto prisiones mas peqnenas
qoe los afores"). Todas aqnestas qae tos he dicho ea^san et non son
ca^adas, como quier qae las agoilas matan alganas Tezes todas estma
ares, segand tos he dicho. ay otras aaes qoe son ca^adas et non
ca^an, asi commo gruas et gar^as pardas et ^smes et flamenqnes abn-
tardas '^ • et gar^as rabias et blancas et maitinetes et gar^etas et dormles
et cignüaelas. Et todas estas otras aaes menadas qne andan enel agna
delas piemas luengas et non andan en el agaa nadando, Et todas las
maneras delas aoades. qua son mnchas, Et las perdizes et las eodor-
nizes Et todas las naturas delas palomas Et las tortolas et los al-
caraaanes et mara^icos et los sisones et las comechas et las coemas
et las eortezas et las grajas delos picos Termejos et las grajaelas par-
diellas et los gayos et las piga^a« et los tortos prietos et los zonales
Et los picos Terdes et los caudones et las copadas et las aloas et las
calaodres et los pardales Et todas las otras maneras delos paxaros
meDudo^. todas estas son ca^adas et non ca^an Otras ay que non ca^an
1 Vgl. Lopez de Avala. Kap. II.
2 Vg!. Lopez de Ayala. Kap. V. — Mi: Keeh: fugt B. im Aoschluss an das
L. de 1a < riza noch bicza: Et pus ellos los babaris. Et en pos eMoa los bomis,
da 5'ait si-be-^ Ar:en vos laljoaes nur fünf aaf^ezählt sied; S. 504 Z. 16 bietet
übri^t-cs au.h «einrn Anhaltspankt für die Äcderung.
:, Vgl. Lopez d-? Ayaia. Kap. XLIIL
4 V^!. Lopez de .\yala, Kap. XLIV.
b '.-Ji darf hier eicht wandern, da es sich der Konstruktion nach zwar aaf
r.-da« e*taä r.atura« l-rzirh:. dem Sicne nach aber aaf falcones.
r. 1. et p..r pl;c3d:e wie L. de la Caza "?.*».
7 La:ir.:;irrte K-te ilf das soi.s: gebräjch'.iche pos.
"^ V^l. Lc'pr-z dr? Ayala. Kap. XLL
.' 1. sabrvsa xento.
1'' V^I. Lop^-z d- Aya'.a. Kap. XLII.
r.< i. Otruäi !>.>3 gabi.anes soa de natura delos a^ores sabrosos et macbo
3pue*tos \t ca«;a:,; prision-e^s mas peque'.as que los a<;ores.
\2 1. r»rr a:'u:ardas.
DoQ Juan Manuel, El Libro del Caualiero et del Escndero
5o;^
nin aon cagada^s asi commo loa bueytres et loa abancosM que non matan
niaguiid aue biua. Et por que elJos aon muy graodes et muy f'uertes et
muy espantosas, laa otras aves [f. 22^] doü ca^an aellas. Otras ay que
ca^'an et son ca^adaa, asi commo los budaltvnes et los alforres et loa
aguilochoa et todas las aves de su natura, et lechuzas et mocbuelos et
caraboB et cucluelloä, et todaa estas ca(;;aii biles cagas et en vil manera.
Et loä ayores et los falconea cagan aellaa. los buchos cai^^aii bti meote^
Mas por qüo soo muy grandea et muy balientea non loa ca^*an'') Dioguna
ave. loa cuervoa carniccroa et toü milanoa et loa quebranta hueaos
blancoa*), Pero que han las vnas tornadas*) et semejan aves caga-
dorea'^), maa aon ca^an, Et los a^orea et loa falconea cagan aeHaa«).
Äj otras que ae mantienen aiempre cnel agua nadando, asi commo
todas las maneras dclas anades, Pero dcllas ay que en ningund tiempo
Qunca Balleo^) del agua, aigunaa dellaa aalen acoiuer fuera, Pero laa
mas siempre eatan enel agua. Ay otraa quo ae mantienen siempre
enel seco, asi commo laa abutardaa et los cuerbos caluos et los al-
carauanes et los merlos mai-i;4ecos'*) et las gangas et laa cortezas et
los sisones et laa perdizea et las codornizes Et todas las» m^^neras delas
palomaa et laa^) tortolaa et dcloa paxaros menudos que dosuso soa
dichas. Todas estas aves biuen eolos yermos et enla tierra seca, que
non 88 aprouechan del agua ai non quando an mester veuer o se vailan.
Otras que ae matienen'^) alaa vezes enel agua et alas vezes enel seco,
asi commo las gar9aa pardas et blancas et Rubias et abdcrramias et
cuernoa et marynaa^*) et gur^vetas et mar|f. 22«^^]tinete8, et bueres^^) et
dorales todas**) aus semejantes et agunuelaa**) et chorlitos et todas
las aves menudas del agua que aon de natura destos. Et laa gruas
yazen de nocho enel agua et del dia gouieraan se enlas senbradas et
1) Vgl. S. 501 Anm. 2.
2) 1. oa^a.
3) Vgl. Baist 8. 167 f.
4) 1. vnas coruadas.
b) l cagadoraa.
6) l. aellos, wenn mao nicht aellas auf aiies bezleheo will.
7) 1. salen, wie in derselben Zeile; vgl. Baist zu Sie.
8) 1. [et loa) iDartl.?co8; vgl. S. 502 Z. 19 und Baiat za 250/?, 67.
9} 1. [de]la8(G.) oder besder et [todas laa otras maneras] de los p. m. wie obeo.
10) L Otras [ay] que se maDtleoen.
11) Für cuernos et marynos, das von 6. noch mehr entstellt ist, lies cuemos
mariDos [ß,).
12) 1. baeytres.
13) I. [et] todas.
14) 1. cigunaelas.
enlof renojoB^^ et enlas vinu €i esloe eunpw. P«ro nonpre
U nesta ecel a^a. Otru av ^e mDdan nempre es«l agsm nadjiBdo.
asT comnio loi «izoes et todas las maneras de las anades ^Tveroi et
Lac Degreta«' et deloe ramorgiijoDes. Aj otras qne estaa nempre enel
agua, Pero quanto let acac^n'i loe ]nee. en ^sa qve ikoa iiadaa,
A«i commo l<w fiamenqae«. pero onoea estan n son enel agva dela
mar o eo lagnnaE grandes ealadae. Otras ar qne se fiian sempre ea
casa. asi eommo paaonee et aosares er galiisae et paloznas dnendaa.
Olraa ar qoe ee crian enlos vermos et semejan alas qne se crian ea
eaaa, aei commo fayesnes que semejan alos panone« de casa. et anadea
et gallinas et isaUos monteses et paiomas torcazae. Et otras qne se-
mejan alae de casa. Ar anes qne crian enhs tierras frias qne mm
contra el ^ier^o, et el vniemo rienen alas tierras calientes qne son
contra el medio dia, asi commo delas ares qne ca^an los falcooes sacres
et los neblie et los eemerejones. Mas los girifaltes nin los a^res nin
los bahari« ') nin los bomb * .. Estos non se parten delas tierras do binen
et do crian. et delns ca^-adas*) et ca^an. los bndalones et los alforres,
et todas las aues de sn natura delas qne son ca^adas et non ea^an,
asi commo las grnas et las gar^-as et las ansares branas et todas las
maneras delas aoades qne son de passo. qne llaman mariscas. Et al-
gnnas aues ay que qoando se comien^an ^f. 22^' atomar enl mes de
febrero'i, comieo^an ellas avenir delas tierras calientes et bienen contra
las que son frias. Et crian enias tierras de contra el ^ier^o delas qne
ca^an, .nf>i commo los alcotiines^ et las aletas et los milanos prietos et
los r;ernicoles delas viTas blancas. Pero estos milanos et ^ernicolos !',
commo quier que semejan uves ca^adas, estas son para ser ca^adas
que pari ciif/ar" . Et delas que son cagadas: et las cigueiTas et las
codornizes et las tortolas et las golordrinas et los amones et los on^eros*^
1; I. re-stngo».
2) 1. et (Jelos grueros et delas negretas. Die von B (L. de la Caza Anm.
zu 1»3, 17) auf Kfci.niiDg des Kopisten gesetzte Verlesung za negoita ist G.'s Fehler.
I^atiiit kou.tut auch B.'s Hemerkuag in den Rom. Forschangeo Bd. I S. 142 in
Wegfall.
3; I. entsprecbend S. 50* Z. IK: Peru [non entran mas de] qnaoto les alcaufsn
loa pies.
4.« Vgl. Lopez de Ayala, Kap. III.
5) Vgl. Lopez de Ayala, Kap, VI.
G) 1. wie kurz vorher und nachher: et delas [que son] ca^adas et ca^ao.
7 I. iihtilich wie B.: <juaudo se coiuien^a a tornar el mes de febrero.
^. 1. commo «piier que öemejan aves ca^adoras, estas son para ser ca^adas
que jiion] para ca^ar oder mas son para ser ca^adas que [oon] para ca^ar.
9) 1. et las goloudrinas et los auiones et los oncejos (B.)-
Dun Juan Manuel, El Libro del Catiallero et del Escudero
505
Et las aves que son en parte aves et en parte vcstias, Pero semejan
mas a I:is aues, boq loa eacru^iea et los raurciegos. Et la razon por
que nuestro aeiior dioe las fizo, Tengo que ea por qae sea loado^ por
que fizo tan buenas cosas et tan aprouechosas et tun cstrailaa, Et por
quo mostro enellas tan grant saber, et tan grant piadat Et para que
sea el mundo maa onrado et niaa complido por elias. Et por que los
omnes aque el por su merijed dio padreM ßobre todaa las coaa-s del
mundo, que sc aproucchen et so airuao dellas.
Capitulü XXXXlj", commo el cauallero nn^iano responde cauallero*)
nouel que coaa aon loa pescadoa.
A lo quo me preguntaates que cosa aon loa pescadoa et para que
fueron fochoa, fijo, a eata pregunta con razon non voa deuo Responder
tan ^ierta (iiente como ala pregunta delas auea, por que non he tanto
vsado el pescar como el ca^ar*). Et por que las cosas que omne non
sabe non deuo fiiblar en ellas commo delaa quo Babc*\ ai non vos Jo*)
diere la repuesta tan complida, non uos marabiUedes, Et^) tengo que
ea cordura en conoscer omne la mengua que ensi h:i. Et por ende
sabet que la cordura ha quntjo gradoa: vnos ay que aon muy cuerdoe,
otroa cuerdos, [f. 23 »| otros menguadoa do cordura, otroa niuy raenguados
de cordura. los que aon muy cuerdos entienden la cosa'^) por algunaa aeüalos
0 por algunaa preaump^^iones ante que loa otros las pudieasen entender,
Et gradanae^) si les es meater et obran por lo que entienden enla
manera que les curaple, Et casligansae por lo que conten^io*) aotroa.
et loa aon cuerdos que entieoden lae cosas quando acaegen, et obran
enellaa commo deuen- Maa loa que non son cuerdos non entienden la
cosa depues que es acaeagida nin obran enella commo deuen. los
otros rauy menguadoa de cordura, avn que elloa mlsmoa ayan seido
engaüadoa enla cosa que an passado, por ella non la entienden nin se
1) t. poder.
2) 1. [al] cauallero.
3) Auch im Libro (h la Caza hat sich D. Juan nicht über die Fischerkunst aus-
gesprochen: 4, f.: Et quaoto dela arte del peacar non lo tizo escriuir por quo
tOQo que noD fazie mengua.
4} Rabb. Bl. 443: Lehre deine Zungi> sagen: ich weis« nicht, denn sonat
k(»iintc3t du iUgOD und leicht ergriffen werilen.
b) Tilge lo; der Kopist wollte vielleicht at non vos lo dixease schreiben.
6) I. Ca.
7) 1. las cosas, wie das folgende las verlangt und einige Zeilen weiter nnch
geechrieben ist.
S) 1. guardanse; vgl. S. 496 Antn.d; einige Zeilen welter steht auch non la
entienden nin se gunrdan.
9) 1. coDteQio; die Hs. hat irrtümlich c.
506 S. Gräfenberg
guardan quando les aoaesge otra tal commo aqnella cosa enqne an
seido enganados et an regebido daiTo, Et estos tales son muy meogaa-
dos de oordura. Et por que tengo que yo so mas ceroado ^) destos qne
delos muy cuerdos, non uos deuedes marabillar, sy aesto noo vos re-
pondiere tan complida mente commo aviades mester. Pero lo qae yo
entendiere dezir vos lo he. digo uos que segund yo cuido los pescadot
son de muohas maneras. Vnos ay que na^en et se maotienen enel
mar, asi como vallenas') et los pulpes et los congrios Et todos loa
otros pesoados que nunca salen alas aguas dulces. Otros ay qne crian
enlas aguas dulces, asi commo las truobas et los otros pescadoa que
nagen enellas et non van ala mar. Otros ay que nagen et se crian en
estancos et en lagunas et en aguas que estan quedas, asi commo los
luzes et los^) tencas. Otros ay que non crian si non en los Bios qne
entran enla mar, asy commo los salmones et las lampreas et loa sabales.
Et otros ay que se crian alas vegadas enla mar et alas vegadaa enlas
aguas dulces, asi commo almiros*) et licas et angnillas. Et destos ay
algunos que an spinas et otros que an concbas et otros que han
me[f. 23'>]ros') muy duros. et por tos non alongar mncbo el libro, et
por que non faxen grant mengna, non vos los qniero y poner todos
nombrada mente. Mas sabet que los menores*) et los maa aanos aon
los que mas biuen enla mar do non ay gieuo-), et por sn natnraleia
son pequenos ^) de cuerpo, et que tienen scama et que an mueha aangre.
Et delos que biuen enlos Rios, los mas sanos son los que an las mas
destas senalos. Et la razon por que teogo que dies lo*) crio fne por
dar dios complimieato et onra alas aguas enque se crian, Et por que
los omnes se mantengan et se siruan dellas.
Capitulo XXXXIIl. commo el cauallero anciano responde al
caualloro nouel quo cosa son yerbas**).
.\ lo quo nie preguntastes que cosa son las yerbas et para qne
fueron fochas. tijo, e$ta pregunta mas cumple para cirurgiano qne non
1) I. cercano. ilonn der Alre will nicht sa^en« dass er von weniger Klagen
nmgeben sei. soiulero dass er ihnen näher »tehe als den Klugen.
2'' I. Jas* Y.tUenas.
3 1. «ÄS teucas.
4> I. .xlaures: vgl. B. S. 109; Doiy - Engelmann S. 74.
;>'» 1. cuoros.
6} 1. niojores
7^ I. cior.o.
< I. pexi'.je:.os
9^ I. K»s so. p«'Si.*ados\
10' 1. .las] yerbas. wie in der toigecden Zeile.
DoD Juan MAoael, El Libro del Cauallero et del Escudero
ml
para cauallero. Ca muchas otras vegadas vos lo he dioho que t&oto a
de fazer el caaatlero para conos^er 8U eatado et obrar enel comrao
deue*), que aaaz le faze dios merf;od complida, b! enesto a^ierta commo
deue. Et ei ae quiere entremeter en otras muchas s^ieD^'ias, sera ma-
rauilla ai laa pudiere saber, K,t por auentura quo dexara algo dclo quel
cumpla*) fazer que pertene^ia ala caualleria, Et cuydando que aabe
mucho aabra poco. Et gierte crct que todos los que verdadera mente
son sabidores enfiendcn ßio dubda que aabra ^) poco, Et todos loa que
cuydan que aaben roucho^ aeed ^ierto que sahen poco*). Et por ende
ei yo pudiesae, queria ante poner el mi saber enio que cumple al mi
estado que non on al, Et por que, aegund ya vos dixo, noii cumple
al mi eatado saber mucho delas yeruas, non voa roarabiiledea^ ai com-
plida mente non uoa pudiere reaponder aellaa*) , Pero lo que yo ende
aopiere, dozir vos lo he. [f. 23 ''j Sähet que teugo que las yerbas aon
coaaa que naiven en tierra Et aon entre los arbolos et las simientea
que los omnea slenbran. Et tengo que an cada vna dellas prof>riedade8
muy seiTaittdas et niuy aprouechosaa, B> el omoe que todas las pudiesse
conos^er verdadera raeule, que podria obrar enlas®* cosas rauy af)rouecho-
aas et muy seiiaiadas et marabilloaas. Et la Razoa para que fueron
fechaa tengu que es para que et mundo sea maa coniplidu por ellas,
et por que los omnea ae aprouechen et ae airuan dellas eu aquellaa
coaaa quete^) maa cumplieren.
Capitulo XXXIllF. commo el cauallero angiano reaponde al
cauallero nouol que cosa eon loa arboles.
A lo que me preguntaatea que coaa son los arboles et para que
fueron fechoSf a esto vos digo que eata pregunta non es rahos de
reaponder complida mente aella, por quelos arboles son de muchas
maneras, et las oosas muy estranas non las puede omne saber, si otro
1) Äbnlioh Kap. XXXVÜl.
2) 1. cumple (B.); vielloicbt bat aber im Original cnmplia gestanden; das
folgende perteneqia deutet darauf hin.
3) 1. sabea poco, wie in der foIgendeD Zeile. Der Kopist hat sabra poco
BUB der vorhergehenden Zeile herllbergenommeo.
4) C. Luc. III (S. 430/?). Schnbl 428: El qae non sabe coida que aabe.
Prov. fr. U 387.
5) 1. aellos, denn auf yerbas soll sich doch wohl aellas nicht bezieben, und
preguntas ist in dem ganzen Kapitel noch nicht vorgekommen,
6) Vgl. S. 495 «ö und Anhang unter Artikel, Abs. 7.
7) 1. les.
HomftnlMlie Foraohungan VII. 34
508
S. Gräfenberg
noQ gelas muestra o noD acae^e al omne algund mester {tor que las
aya de Baber bien< Cred que el meeter es la cosa del mundo qae mas
maeetro faze al omne'), Ca al omne perezoeo el mester le fura acuyhmo.
Et avn el que non sopiere mucbo de guerra el raester le fara eode
Babidor, Et avn el raestor le fara que faga vna cordura que estraila
mucbo los omnea aueguardaa^), que muchos omnes dizen aotros que
Don fagan tal cosa, Ca los omnes querian que de') dello et non lo
Razonan a que es. Et siu dubda ai ta cosa es tal co si que sea mala,
avD que doq digau mal della, non la deue omne fazer, mayor mente
si 8a[f. 23^Jbe que dirao las gentes ende mucho mal. Maa dolaa qu€
aoD aprouecboaas al omne^ ei malas non son, non deue omne dexarl
delaa fazer per regele que las gentes diran mal dellu*). gierte es que
noo puede el omne fazer cosa del mundo que atodoa plega'), Et si faa
bien^ peaa alos maloa et Razonan Ic mal, Et plaze aloa buenoa et Uazonan^
le biea^ Et si faze mal, pesa alos buenoa et Razonan le mal^ Et plaze alos
maloa et Razonan le bien. Et aai, pues omne non puede fazer todaa h
coaas en guisa que plega atodos, deue catar lo que cumple a el, sol quo''
non aea mal, Et non dcxe delo fazer por el dicbo delaa gentes'). Et
esto faze al omne fazer el mester mas que cosa del mundo, Et este
mester me faze ami que conosca algo delos arboles. Ca andandc
acaga por las montatlas et otrosi enlaa guerraa oue aconoscer al^
delloB, Et lo que jo ende se es esto: Sabet que todos los arbolea del
mundo Natural mente nagen en las xieras'') et enlos montes, tan bien
los que lieuan fructo commo los otros. Mas qunndo loa que lieuan
fructo ponen en loa poblados et los Riegan et los labran, fazen ae los
frutoa mejorea. Et delos arbolea Ay vnos que el su fructo se come
todo, aai commo las figueras et los pernlea Et loa manganoa et los
membriellos et los morales et los sidralea. Ay otros que se come lo
de dentro et non lo de fuera^ asi commo loa alfostigoa et los almen-
droa et los nogalea et los avellanoe et loa castauos et loa robres et las
1) Not bricht Eiaen.
2) 1. a u&gadaa.
3) 1. guardarloa (G.).
4) Boc. de oro XXXVl^J: E dito: non dexa« de facer bien maguer qae'
veaa alguno que teto deaprecie? daseibat wetlere Belege. — Tbue recht, scheue
niemaad.
5) Wer bauet an der Straaaen, der musa sieb meistero lasseQ. Boc. da
ofo CXVI a. XUXbu. •«.
6) Diesen Gedanken hat D. Juan weiter auBgespoQtieti im C. Luc. enj. II.
7) 1. tierraa oder aierraa.
Don Juao Maaue), El Libro del Cauallero et del Eacndero
60Ö
enzinaa et loa alcornoques et loa coacojo». Et en eatoa coacojos ay
en algunaa tierraa en que nage grana, que es coaa muy aprouechoaa.
Otroai la [f. 24*] fructa delos naranjos et deloa limones es muy
buena, Pero vaan maa delo*) comer por el gumo que non por fructa*).
Ay otroa arbolea que la au fruta ae come lo de fuera et non lo de
dentro, aai commo los duraznales et los priacos et aluarcoquea et las
palmaa. Et commo quier que los gipreaea non licuan fructo que aea
de comer, aon muy buenoa arbolea et muy apuestos, et loa arayhanea
et loa lidonerofl et los a^nfeyfoa et loa mesperoa et los oapinos. Ay
Otros arbolea que nagen enlos montee et nun ae crian en caaa, Asi
commo piilonea et madrui'oa et texoa et aauinaa et enebros et eateraa*)
et veregoa et azevoa. Ay otroa arbolea que se crian gerca del agua
et non lieuan fracto, asi commo los olmos et alamos et aalzea et frey-
noa et aliaaa et bimbrea. Ay otros arbolea que eon pequenoe*) que
ton e9pino8<v8, et commo quicr que non lieuan fiucto de comer, lieuan
flores muy fermoaaa et aprouechoaas^ aai commo loa roaales bermejos
et blancoB et laa otraa violetaa et loa azerainea et*) aargas et loa
canbronea et loa romeros et los tomiellos. Et la Razun que yo lengo
que nuestro aenor dioa tovo por bien que fueaaen todoa eatoa arbolea,
para') complir et apoetar la tierra enqiie se crian, et por ae aprouechen
dellos loa omnes para los cosas que los ovieren meater, tan bien de
loa arboles commo de loa fructos.
Capitulo XXXXV", commo el cauallero aneiano responde al
cauallero nouel que coaa son hia piedraa"').
A lo que me preguntastea que coaaa aon las piedraa et para que
fueron fechaa, fijo, esta pregunta es aeaz graue, por que las piedraa
son de muchaa maneras, et ay grant apartamient« entre laa vnaa et
laa otraa, Ay otraa*) que [f. 24»»] se aemejan raucho. Ca las vnaa aon
piedraa pregioaas, et las otraa aon otraa piedras para fazer otraa cosas
mucho aprouechüsaa, et laa piedraa pregiosas aoo aprouechoeaa por
que laa aua obras aprouechan alos omnca Et que uirtud que ha en
1) I. deU (sc. fractii) oder delos (sc. limoDes).
2) 1. por [la] fructA.
3) I. eatepas, eine Art Cisteostratiüb ; vgl. S. 447 Anin. 5.
4) 1. pequeüos [et].
5) I. et [lasl aargas.
6) 1. [es] para complir.
7) Vgl Vollmdller, Ein spanisches SteiQbiich (HetlbroDD 1680) und die franz.
Lapidtiires.
8) 1. [et] ay otraa (B.).
34*
510
S. Gräfenberg
eUftB, et lae^) piedras aprouechan a omne por que') las
aprouechosas que los omnes Fazen concllas. Et estas dos maoer
delas obras que se fazen por las piedras seiaejan a dos maneras commo
los omnes husan beuir enel mundo. Ca loa vnoa se trabajan ab«uir
asmando enlus fecbos et enlas cosas del mundo segond Hazon et
segund naturalezn delas cosas, Otros se trabajan de beair querieDdo
gaber las cosas ante que acaescan. Et digo vos, 6jo, que aegund el
mi entendimiento la vna manera destas tengu que es muy buena, Et
la otra por muy mala, Ca los que obran et biuen segund Raion et
naturalesa faxen seruicio adios et pro asi mismos et apr«uecfaa'| al
mundo. Et las gentes aprouechan se dellos. £t los que quieren saber
las cosas ante qae acaezcan et que quiere') ysar de aus faziendas
segund la speranga que en ello ponen fazen todo el contrario. Ca
yerran et son contra dios et fazen dano asi mismos et despueblan ^j
mundo et enpe^cn atodas las gentes. Et por que beades que es
quiero Toa lo mostrar muy deolarada mente. fijo, los que tiaeo
razon et segund natoraleza siruen adios, Ca la Razon et la naturale
Dunca da a omne que faga cosa que sea deaeniicio de dios, ante
fara quel sirua. Ca la raion le da entender'j que por quantas mei
dos le dios fizo et por el poder que ha de acaloüar el mal que fixiere,
deue guardar su seruicio et non fazer el contrario. Et otrosi [f. 24'] la
naturaleza, commo quier que sea aparejada para pecar, por qae la
nataralesa ee criatura de dios, et deque es criada siempre de*)
OBiie quel gnarde et qael sima. Et otrosi los qae vsaa con Razoo
acgsad natoraleza aprooecban aai nismoa» Ca tao bieo enel comer et
•nel Teuer oommo eo todaa las com» que son para efor^ar o enfiaqoe
el cuerpo Tsan dellas commo denen, por ende segund Razon deaeo'
beuir et^) maa aanoa. Olroai aprouechan asaa fazieodas. Et i>or qoe
quaado ea netter de dar o de espender, fazea lo. Et quaodo ea me
gnardmr et eatar commo gaaeo» faaaolo. Et «isando an de auer
tieoda ooa algnno no lo podieodo eeevaar, fiuee lo, Et qoaodo
campte de aaer paz, sahen eatar manerm eoamo la ayaa goardaado
m oara, Bt otrosi aprtMiechaB al mundo labraado et eriaado. ea eDcM
t) L las [ettas] piedras ia Otgcpstti sa piedras piedosaa.
t)Tilge<|e».
» L aytoesebaa.
i)Lqslsi«a.
ft) V(i 8 462 Aan. 5.
DL da(G.)r
Don Juan Manuel^ El Ltbro del Cauallero et de! Eacudero
511
erian loa mo^os fijos et fijaa deloa omnes de que biene aelloi pro et
onra, et es poblamiento del mundo. Otrosi crian cauallos et auea et
ganados et canes, que cuniple mucho para la bida delos omnea,
Otrosi fazen mucha» laboree, asi commo eglesiaa, moneaterios, castielloa,
villaa et forUilezaa et caaaft fuertea et Uanaa et vinaa et huertas et
molinoa et otraa Jaborea mucbaa quo aon grant aemi^io de dies et
kgrant provecho delloa miamoa Et poblamicnto del mundo Mas todaa
reatas criao^aa et labores, quanto a aprouechamieoto del alma pueden
aer aprouechamieDto^) et puede^) aer daHoaaB^ et todo ea aegund
la enten^ion aque el omne lo faze, Ca tan bien det criar delos Hjoa
deloa omnea buenos commo delas laborea dichae, ei laa omne
faze a entencion quo dies eea ende aeruido [f, 24^] et non benga a
ninguuo mal dellna, Et esta ea buena entenvion et buena gloria.
Maa ai') omne faze a enten^ioo de fazer tuerto, o por que venga
atro*) mal ain Razon delo que el faze, o por que aea maa loado
delo que deue delaa gentea, Eata ea mala enten^ion et es uana-
, glorfa, Et esto non deue omne fazer en ninguna manera, Maa deue lo
fuzer en la manera que deauao es dicba, que ea buena enten^ion et
buena gloria*). Et, fijo, por eatas maneraa que voa he dicho me aemeja
que ea muy bueno loa') que vsan beuir con Razon et aegund natura-
leza, Maa loa que vaaa beuir queriendo aaber laa coaaa que aon de
benir Et ponen enollo au speran^a et ae guian por ello, asi commo loa
k'agoreroB et loa aorteroa o adeuinos o^) que vaan noa por la arte dela
estrelleria maa por Ins juyzioa que non ae pueden »aber verdadera
mente, o") loa o loa alijuimiataa o^) loa monederoa falaoa et todoa los
falaarioa o engailadore?, todoa eatoa que por eato vaan et todoa loa que
ponen en ello su speran^a, fazen el contrario delo que deaueo ea dicho.
Et non aemejan alaa piedraa pregioaaa nin alas otraa. Ca laa piedraa
pre^ioaas obran por virtudea ^iertaa que ha en ellaa, Et con laa otras
piedraa obran los omnea coaaa aproueehoaas aegund ea dicho. Maa
eatoa talea que non obran coaaa de uirtudea ^iertaa nin coaaa aproueehoaas,
ante laa aus obras aon deaaerui^no de dioa et datio de aus almaa et de
BUS ouerpoB et desfazimiento et menguamiento del mundo Et dano et
1) 1. aprouecbosaa ; aproueohameoto iat aus der vorigen Zeile wiederholt.
2) 1. pueden.
3) I. 13 [las] omne faze wie kurz vorher.
4) Vgl. S. 474 Anm. 7.
5) Vgl. oben S. 456 Anm. 2.
6) 1. [para] los.
7) Ad Stelle des zweitnaligen o los 1. et [lo»] qae.
8) 1. et.
512
S. GrKfenberg
eBtragamiento delaa gentes. Ca, fijo, bien eotendedes vob qae ei qaQ.
quiere aaber lo que es de benir por aguero o por (f. 25*] algunas deli
maneras dicbas fiizen*) muy grant tuerta adioa. Ca el poder que el
tobo aiempre enei et nunca lo quiso dar a ninguna criatura nin avn a
Santa maria su madre, nin aninguno de loa santos, graiid tuerto le
faze el que lo quiere poner en ninguna criatura. Et major mente qae
las nias delaa vezes nunca destaa cosas pueden ellos catar ai non coa
a]guna manera o con ulgunaa palabras que son commo manera de
8acn%io que fazen al diabto, et commo quier que algunoa agorerüs
digan que quando quicren catar agueros fazen deztr missas o oraciones, .
esta manera non ea buena, Ca la oracion non la deue ninguno fazer
por que venga mal della. Et aai faze mala oracion el que la faze
para catar agueroa, Ca la entengion es mala et contra dios. Otrosi es
mala manera de beuir et dafiosa para el mismo et para bu alma. Ca
en quanto faze pesar adioBf faze dailo asu alma^ Et quanto^) pone
speran^a enlo que ea por benir, dexa de obrar enlas coBaa aai commo
le cumple, et faze daiTo desu cuerpo et de au fazienda. Otroai faze
deepoblamiento del mundo, Ca eßperando en lo quel a de venir noa
quiere vsar delaa coeaa del mundo comu deue. Otroai faze dailo
atodas laa gentea, Ca por eataa malaa coaas dichaa toman todaa las
gentes grandea dailos et grandea engailos en aua faziendaa. Et aai los
que en esta manera obran non aemejan a laa vnaa piedraa nio alas
otraa, Et Biempre oymoa deztr et biemoa que eatos atalea nunca ovieron
buen acabamiento nin buena fin*). Et avn yo tengo que voa non podria
reaponder compltda mente que coaa aon laa piedraa et para quo fueron
fecbas, Pero lo que yo ende cuydo dezir voa lo he. [f. 25^] Tengo que
las piedraa aon de trea maneraa: laa vnaa prei^iosaa, laa otraa deque
fazen los oranes laborea et hedefi^ios , laa otraa que non *) del todo
pre^ioaas nin del todo para fazer bedifi^ioa. laa pre^iosas son asi
1) ]. fase, wenD man nicht aQDefaioen wM, dasa der Plural sich auf die AU-
geineiDheit beziebL
2) 1. [en] qaanto.
3) D. JaaD Maouel ist ein erklärter Gegner der im Mittelalter in Blüte atebeo-
den Zauberei u. a. w. und apricht oich auch im C. Luc. I c&p. 46 in diesem Sinne
aus: (non creadea um fiedos en ngoreros nin otro devaneo; ca cierto aed qae
ei pecado del mundo de maa pesar en que bome mayor tuerto et mayor dea-
coDocimiento face h Dioa ea catar eo agtleros et en eataa lales coaaa). Er folgt
aucb hierin dem Beispiele aeines königlichen Oheims Ätfonso X, der in den Siete
Partidaa (VIl, Tit. XXIII) die Zauberei u. dg), ala gern ei nach äd lieb verdammt und
aufa atrengate verbietet. Vgl. Fita Str. 1 13 ff. Gast. 6 doc. 156o. Schubl Nr. 500.
4) I. que non [son].
Don Juan MAuuel, El Llbro del Cauallero et del Esoudero
513
commo carbuDCulos*) et Rubia et diamantes^) et esmeraldaa') et
balaxes et prasmas et ^aphiroa et gardeilaB et glrgonzaa et estopazae*)
et aljofaree et torquesas et cal^adoniaa et crietaleB et otras piedras que
fallan enlaa animatiaa, asi commo eleetoriaa *), que fallan en laa mo-
Irellaa et en los pies dellaa gallos et delloa capones muy biejoa, commo
delao') piedras aapiaa que fallan enlaa cabe^aa deloa aapos. las que
aon para fazer hedifiyioa aon aai commo las piedraa pedernales o laa
guijaa 0 las piedras para fazer cal o yesao o aus semejantea. laa que
eon entre laa piedraa pregtOBas et laa otras para fazer hedifigioa, aon
commo las') jaepea**) et loa marmoles et aua aemejantea. Ca aon
pre<^!io8aa, Et otrosi pueden fazer et fazen dellas algunoa hedifi^ioa.
Capitulo XLVI; commo el cauallero aogiano Reaponde al cauallero
nouel que ooaa aon loa metalea.
A lo que me preguotaates que coaa aon loa metalea et para que
fueron fechoa, fijo, commo quier que los caualleroa non ae pueden man>
tener ain metalea et an por fuer^a de vsar coo todoa o con loa mas
dellos, Pero en conugyer que coaa aon loa metalea non perteneage a
eatado de caualleria. Ca loa caualleroa, por mucho que biuan, aaaz an
de fazer en toda au vida en seruir aua aeiiores et ayudar aua amigos
et defender aei niiamos et alo auyo Et en fazer mal et dano et vengarae
de aquellos de que obieron Re^ebido tuerto. [f. 25*] Et bien cred, fijo,
que tan bien los graudes aeilorea commo loa otroa, qualea quier quo
biuan en eatado de cauallero, que bien aay commo en ninguna manera
non denen fazer tuerto nin aoberuia aninguno, bien asi quando los
alguno fiziere tuerto, non gelo denen aofrir, ante ao deuen ende vengar
lo maa ayna que pudieren. Ca ai non lo fizieasen, Yonir loa ya endo
doa daiioa muy grandee. El voo, aofrir el mal quo obieaaen Re^ebido,
et el otro, dar exempto a otroa muchoa quel fizieasen easo miamo').
Ca bien cred que de tal manera aon los omnea todo8; que mae deuen de^^)
1) Vgl. Span. Steinbuch S. 23.
2) Vgl. Span. Steinbucb S. 2—3.
3) Vgl. Span. Steinbucb S. 9,
4) Vgl. Span. Stetobuch S. 14.
5) Vgl. Span. Steinbucb S. 5.
6) l las.
7) I. loa jaepes.
8) Vgl. Span. Steinbucb S. 6.
9) Corneiüo, Cinna IV 3: Qui pardonne aisöment invite ä Toffenser.
10) dener = aicb acbeueo ist nicbt belegt. Graphisch lieese sich am besten
dexan de (unttiHasaon) vorschlagen; auch dubdan de und temen d? sind in Er«
wägang zu ziehen.
514
8. GrSfenberg
fazer enojo et mal al que saben que si gelo 6zieren que se veogar«
en^), qae noo al que sabeo que tan mesurado et tan sofrido es que
dara passada a quales quier que gelo fagan. Ca si quiera dizen los
caualleroe vn prouerbio que el que quiere beuir en paz qne se apureje
para la guerra^). Et el que quiere que los otros se atreuan ale fazer
guerra que guiaose^) aus fechos commo descuydado que cuyda siempre
beuir en paz. Et, fijo. bien cred que en todo8 los estados de los omnet
DOD ay ninguno segund Razon en que los cninmo*) sean mas apareja«
dos para non beuir roucbo commo en estado de caualleria, Et esto por
Razon delos grandes trabajos et de los grandes peligros que faa enel
Mas que en ninguno otro estado^), si dies por la su mer^ed non le
quiere alongar la Tida. Et sabet que dios aluengue*) la vida en este
mundo alos omnes por tres Razones ay o por alguna dellaa. La vna
es, si el omne faze tales obras que sean en todo loado dios et sa
eenii^io atal commo cete , aluengal dios la [f. 25^] uida , por esto por
que quanto mas biue mas loa et firme ^) adios; la es si faze cosas may
aprouecbosas poblamiento et mantemiento*) del mundo. Ca ^ierto
es que dios quiere el poblamiento et el mantenimiento del mundo. Et
el que io faxe eomo deue sirue enello adios et cample su uoluntad, Et
por ende aluengal dios la vida por que Io puede fazer; la otra es, si
el omne es de tan buen corregimieoto en si mismo, que si faxe an
vida ordenada mente et con Razoo et gaarda bien su complision et su
salud, por qne faze su yida ordenada mente et con Razon et natural
mente, aluengal dios la vida por dar complimiento ala naturaleza del
omne non*') la quiere defazer sin Razon. Et si por aventara el omne
qoe ha ensi estas tres cosas dies le lieua ayna del mundo, deuemo«
crer que Io lieua por que non le quiere dexar en este mundo, que e«
f) 1. ende.
2) Si vis pacem, pju^ bellniD. Part. U Tit I Ley lY: £1 vdo es ttempo de
paz. EI otro tiempo de guerra. En el tiempo de p&s se denen aparejar, e de
««r todas las eosaa qne son meaeeier, para en tieopo de gaerra para qtie laa
teogBB prestaa, e se puedan nejor ayndar dellas quando le« faei« menealar.
Sen Tob 140. C»v. Cifar 247.
3) I. goie oder guieae [et].
4) L oanas; commo ist der folgenden Zeile entoommea.
5) Vgl 8. 454 Ann. 6.
6) Der Konjunktiv tat hier sehr aofüllig
7) 1., wie einige Steilen weiter, sirae; loar ec »eniir adios komoit oft n
••■•«n vor.
6} L [al] poblaaisnto et [al] mantenimiento.
9) L [st) »0«.
DoQ Juan Manuel , El Ltbro del Gauallero et del Kscudero
515
Ueno de engailos et de pecadoa, por que podria perder el alma ai el
mas fincasae, por le dar galardon ayoa por loa bienea et por*) mere-
cimieDtoa que eneate mundo oviere fechos. Et; el quo por tal manera
lieua dio9 deate mando es de buena bentura. Mas las otras muertea
8on de otras maneras, Et segund el mi eDtendimiento todas laa muer>
tee que los omnes tnueren mn en trea maoeras. la vna es rouerte natural,
quando el omne biue tanto faata que ae acaba toda la humidat et ia
calentura natural. Entente por que cl apiritu uidal non ha en que so
mantener, ha por fuer^a afallecen lu es niuerto de galardou, quando
el omne toma inartirio por la fe la quäl dios quiera*) que ayan aquellos
que la desean» o quando dioa le quie[f, 26*]re dar galardon delos ser-
uicioB quel ha fecho. la otra ea muerto de Juati^ia, quando el omno
por 6U mala Tcntura faze talea obraa por que roere^e jueti^ia enel
caerpo et enel alma, por que^) et por auentura laa aus maldadea non
8on aabidaa, o por que ea tal omne que loa que an afazer la juatigia
enla tierra non pueden o non la quieren conplir. Entonce enel cumple
la dioa que ha poder dela fazer et nqui non ae eacondc ninguna coaa.
Et ai por aventura la au justi^ia ae aluenga algun tierapo contra los
talea omnes, por*) pecado del puebki, que el mal que ellos fazen que
lo fazen atalea que meregen que conaienta dioa que lea venga mal de
aquellos maloa et por que dios quiere consentir que fagan tanto mal
por que aya el de moatrar enetlos su justicia complida o por alguna
oosa ascondida que aabe dios et non la entienden las gontes. Ca ^ierto
68 que loa que son maloa et fazen malaa obraa et non se arepienten
nin se quieren partir dellaa, que ei ulguna buena andanga an, que non
lea puede durar mucbo nin aver buena fin. Et asi todo omne se de-
bna guardar de fazer malas obras por que dioa non gelo acalonase
eneste mundo nin enel otro. Et mayor mente loa caualleros que an
tanto mestor la graoia de dios^) para lea guardar las almas et para
loa mantener en eate mundo en onra et ain verguonga, et para lea
guardar de los peligros enque todo el dia andun mas que ningunos
omnea do otros estados, de quo aabe dios quo passe yo muchos, en
quanto a) mundo dura et viaque en estado de caualleria. Por ende
non oue tiempo nin logar de aprender mucho de otras aabiduriaa nin
1) 1, por [los].
2) I. quiere.
3) por que giebl hier keinen Sion; es ist vermutlich aus der vorhergehenden
and folgenden Zeile beruhe rgelesen and zu tilgen,
4) I. [ea] por pecado del pueblo. — es ist wegen des vorhergehenden omnes
vom ächreiber übersehen worden.
b) Vgl S. 455 Anm. 2.
516
8. GrSfenberg
de otras egien^ias, Et por eata RazoQ bj non uoa pudiere responder
complida monte que cosa aon los raefaks, non [f. 26"^] lo deucdes tenor
por marabillu^ maa lo que jo entendiere dezir uos lo he. Digo vos
que yo tongo que los metales son cosas que ee engendran enla tierra,
segun que^) la comptision que ha la tierra do se engendran. Et los
que yo ende ee son estos. Primera mente cl oro que^) el maa noble
de todos los mctales, et la plata et el argen biuo et ei latoD et ei
cobre et el fieno et el plomo et e! estailo. Et oy dezir que cada
vno destoa metalea era comparado a vna delas eiete phnetas') et avn
que se engend raua enla tierra por el poder et por la virtud que dioa
pu80 en aquelta phiueta. Et la Razon para que tengo que dio9 quieo
que fuesaen loa metalea lechos, es para complimieDto del mundo
para que los ooinca se siruau delloa.
Capitulo XLVII, coramo el cauallero aociano responde al cauallero
nouel que cosa ea la mar.
A lo que nie preguntastea que cosa es la mar et para qae foe
fecfaa, fijo, coramo quier que loa caualleroa alaa vegadaa vaan de faser
cauallerias aobre mar, para') aaber que coaa es la mar pertenegc mas
ala BQlengia et ala arte delaa naturas que ala arte dela caualleria.
Por ende non uoa dcuedea marabillar, ai complida mente non vo» pu-
dicre responder a ello. Pero dezir tos he vna cosa que acostumbran
todos adezir dela mar. fijo, todos loa omnea dizen que la mar eiempre
esta en vna de dos maneraa, o eata en calma, o eata braua o sanuda.
Et eata calma et esta braueza siempre acaesge en la mar aegund el
1) Tilge quo oder I. que [es].
2) I. que [ea].
3) Es fallt auf, dass D. Juan mit den sieben Planeteo acht Metalle io Ver-
gleich Bottt. WahrscheiDtifih ist latoo (Messing) als UetalltosamnjeDsetzuog au»-
zascbeideo. Möglieberweise ist aber auch das jurgeo bitio (Quecksilber) voo
D. JuaQ DQT als eine besondere Art des Silbers angesehen und deshalb nicht
tnitgerechoet. Isid. Uisp. Orig. Lib. XVI Kap. XVI aagt : Septem autem snnt
gencra metallorom: aurom, argeotatn, ae«, electrum, atagnum, plumbnin & qao<lj
dotoat omnia, ferrum ^ and ebend. Kap. XXni, wo von dem electraoo iosbesonder« i
die Rede ist, nennt er drei Arten desselben: Ynam quod ex pini arboribM
flidt^ quod suocinum dicitur. Aiterum metallum, qnod natnraliter invenitnr, 6C i
prrtio |]»betur. Tertium quod fit de tribas partibas aari et argenti vna.
partes etiam si naturam resoluas, Innenies. Wenn Isidoras das electmm unter
^ MnUUe reebnet, so mag er ea deshalb tbnn, weil es aach schon in der Na
!a«r ZuMmmensetzung von Gold and Silber vorkommt.
U p«ro (Q.)« wie das vorbergehede commo quier qae andeutet (vgL Aa-
Don Juan MaDuel, El Libro del Caoallero et del Escadero
517
vieDto que enella faze. Ca si el viento ee muy grande et muy fuerte,
es la braueza dela mar muy grande et muy fuerte, et quanto el viento
es menor es la au fuer^a^) mas |f. 26°{ p^qaeila^ Et en quaoto ninguD
viento non faze, non es la mar saimda, ante eata en calma et inas
aeegurada. Et, fijo, tienen loa sabidores que en esta misma guisa con-
tege atos grandes seiToreS; que asi commo la mar es graode et cabo
en ella mucboa nabios et inuchas cosaa de que los omnes ee pueden
aprouechar Et ella de su naturalezu, si el viento non hi muebe, sienpre
esta queda et mansa commo dando aentender quel plaze que las gen-
tea anden por ella Et ae aprouechan^) et ae mantengan con laa cosaa
aproueohoeaa que en ella son. Mas quando el Tiento tiere enella faze
la ensaiiar, Et muchaa vezea tan grande es la fortaleza dela su saiia,
que faze perder qualea quier nabios que enella aean: fijo, bien asi es
et deuen aer los grandea seiiorea. Ca ellos de au naturalezu sieopre
deuen aer mansos et de buen talante Et deuen querer que todas las
; gentea, de quäl manera que aean, quepan en la su mer^ed et viuan et
se mantengan et ae aprouechen en lo que elloa an. Maa quando lea fazen
cosaa deaaguisadaa, por fuer^a ee an de ensaiiar et de enbraue8(;cr segunt'*)
las cosaa deaaguiaadas que les fazen, asi cre^e la sana et la braueza*).
Et tantaa pueden ser las cosaa deaaguiaadas que contra ellos aean fecbaa,
que en guisa sera que toda^) la saila et la braueza que muchas de
uezea re^iben ende daHo los oulpados et los que son sin culpa. Et por
que vi yo que muchas vegadas acae^io esto, et passe por elio, vos
puedo fablar en eato mae verdadera mente que en la pregunta que me
fiziestes que cosa es la mar. Pero lo que yo ende cuydo dezir uoa lo he.
Digo voa que yo tengo que la mar [f. 26"^] es cosa que crio dios et que es
ayuntamiento de todas las aguas, et todas las aguas aalen della et toroan
aella. Et como quier que el agua dela mar es aalada et amarga^ Et
las otraa aguaa que salen della aon de muchaa maneras et an mucbos
1) Es muBS wohl braueza beissen. Das zweimalige fuerte hat den Irrtom des
Schreibers veranlaast
2) I. aprouechen.
3) I. [et] seguDt.
4) EstadoB I 9t (S. ä36a unten): et cömo los grandes seuores son com-
parados ä la mar. FreyUg III 410. Boo. de oro LXX«»8; daaelbat weitere Be-
lege. Part. II Tit. IX Ley XXVIIL Jouro. aa. I 30.
5) B. bringt die anoetimbare Konjektur quitada. Indessen ist die Stelle auch
so veretändticb. Man darf sich an der Wiederholung des que und an dem Fehlen
des in ende stockenden de vor loda nicht stosaen. Äholiche Konatruktionen sind
bei D. Juan Manuel nicht ungewöbnlicb (vgl. Pronomen and Konjunktionen im
Anhang).
51B
■■%trf>i Mio MM M por ^oe eslM nborw ajaa de I» aar, mt
pm <l Mbor qoe toaaa Mm logtrat psr do powi por ImobAOb
ticiTt. Ei U RocoB qoo p> toogo por qoe onettro oedtr fioo Ib
M por »ootrtr «mOo oa gnnt potev por qiM Im wiiifii oo iirai
io oproMcioB do Im pMeodM et defat ootM sprosecbotst
oooilo toi,
Ctpilalo XLVm*, totamo el conanero oo^iaoo ro«poode>> qoo i
M It tiorr«,
A Io qoe nie pregaotMtes qoe com e« U dem et porm qoe fso
feehfl, fijo, aenta pregunta omne del mando ooo podria rMpoBder oob«|
plida mento, quo tai cosa e« la tierra; et taotas coaas t en eHa <i«#1
üxnpino non la« podria nin contar todas. Ca dioa fizo enellA tolc
coiaf et tan entraflaii, que avn macbas dellas qua omne aee et {
■on muy graoea de eotender. Eeto semeja mncho alos juizioa de dk
C» rommo qttier qoe todoa veemos las cosas commo acae^eo £t amb»»^
mos r;iertB mcnte qae todo ae faze por la Toluntad et por el coneen»
timi(^nto de oueatro leilor dioH, con todo eeso oon Io podemos eotender.
Este non et por qae los juyzioa de dies dod sean lany derecfaoa et
nuy con Rtzon, ma« os por que los nuestros entendimieotos sod eo'
bur^ltos en pccndos et enoeta carne que es muy menguada de saber a
YCompararion deloB juyzioo do dioB. Et, fijo, avn que los juizios o loa
UfiMH <jUo ae fa7,en por voluntad de dios parcgen muy estrailas, 8a[f.27»)bet
quo todo so faze derecha mente por que a dios non se pocde encubrir
coiia ninguna, nin al «u juizio non Io puede enbargar auogado ningunO|
|>or mwy lütrado quo (ina. Et por endo el nunca Judga si non segund
tabo que oh Ih verdad. Et, iijo, commo quier que entre dios et loa
omnoH ny ruuy pequena comparacion, Pero per qu§ dios puso enel
mundo )um Royos et los sonoros para maetener las gentes en justi^ia !
et on durocho et en paz, los') acomendo la tierra para fazer esto, Por
endo los iloyos et loa soiTores que non an otro juez sobre si si non
^ioB, douon cntar que loa pioitos que ante ellos vinieren que los judguen
Bgund Io qun fuoro verdad'}. Et entrel juyzio deloa seilores et delos
ofl\;lale» quo elltm ponen et an de judgar los pleitos por fueros et per
leys ay osta difereuvia: Io» juozes que aon puestos per otro non deueo
Jadgtr loB pleitos quo ante ellos vienen segund ueen nin segun Io que
ellos aabon, sioon segund Io t)ue es razonado entre ellos o Io qne
1) K In ÜboroiDStitiiiDung mit dvn aaderea Kapitelüberschriften reapoode (al
cauAlkro noutül],
2) l. («>t] lof.
3) Vgl. Kap. XVI. L. Inf. Kap. IV: dales Dios buenos reyes dereobos «C
pladoaos quo loa maoteoKan en pax et en juaticia. Sem Tob 93. Dlsc. der. 71.
Don Juan Manuel, El Libro del Cauallero et del Escudero
619
fallaren cn aquellaa leya et en aquellos fueros por que an de judgar.
Esto es por que son sometidos aquellaa') Heys o^) aquelloa fueroB por
que hao de judgar et de dar cuenta. Mas los Reys et los grandes
senores, por que non son sometidos nio an de dar cuenta si non adioa,
Don deuen judgar ai non por la verdad que eopieron ^ierta raeotO; et
non deuen ereer que lo que ellos cuydan que aquello es la verdat*),
niD se deuen arebatar foata qaelo sepan ^ierta mente. Maa de que
la*) Bopiercn deuen lo judgar aeguod verdat et sin ninguna mala eo»
ten^ion et deuen se acordar que dios los pueo eP) aquel estado et que
ael an a dar cuenta et que del an a regebir galar[f 27*>]don bueno o
malo segund los ju/zioa que dieren. Et deuen ser ^iertos que mucho
bien que fagau que nuoca les sera olbidado. Et si algun juyzio malo
dieren o de quäl quier fecho malo que fagan, que noo ayan*) de auer
pena en este mundo o enel otro o en amhos. Otroai deuen catar mucho
los Reys, et los graadea seilores que fagan las cosas comn»o deuen. Ca
todos los sua fechos son en dos maneras : o son talea que non pueden
nin los deuen acomendar aotri^ si non fazer loa et librar los ellos mia-
moB, 0 aoQ tales que non pertenes^e dolos librar ellos et los deuen
acomendar a otro. Et ai elloa loa quisieren todos librar o todos aco-
mendar, fazen muy grant yeno. Ca enquanto libran lo que deuen
acomendar a otri, picrden el tiempo de librar lo que pertenei^ia aellos,
Et si acomiendan a otro lo que ellos deuian librar, non ae libra tan
complida mente commo deuie. fijo, commo quier que los Reys et loa
grandes seilores an muchas cosaa de fazer para guardar aus almas et
BUS cuerpos et sua estados et las tierraa que les son acomendadaa,
^ierto sed que loa que eatas doa cosas guardan que guardaran todo lo
'quo les cumple para dios et para el mundo: la vna que Jtidguen los
coaas") que ante ellos vinieren con verdat et con derecho commo de
Buso es dicho^ la otro es que las cosas que el a de librar que las non
Acomiende a otri, Et las que otri ouierc de librar que se non enbargue
1) Vgl. 8. 462 Anm. 5.
2) I. et, wie knrz vorher.
3) Dieselbe ADfurderung stellt AlfoDso X an die, welche am Hofe und an
Stelle des Ktinigs Geriebt halten: Part. II Tit. IX Ley XVIII: £ porende los que
han de judgar en la corte del rey , tienen muy graod oficio , por que non tan
»olamente judgan los pleytoa que vienen .inte ellos, maa aun hau poder de judgar
los Qtroa jiiezea deia tierra. E por todo eato ban auer muchas boodadea.
4) 1. lo wie 6. oder beziehe la auf verdat.
5) I. en.
6) Tilge non (B.) oder lies noo dexan.
7) U las oosas oder los caios (Racbtstalld).
eMMB» äüMB, Et «lo M fo pcfta ■Ml« q«e es veriat.
■ot 70 v«r(U<iera meDte qoe con e« U DenrB «t to4» W 1
Etio M« podri« yo fu«r, [f. 27«] mm ereo qie «bi
qa» /• f twadi eseUo <l«nr mm !• be. Digo vm qae jv
kl bem a« eaM q«e erio ■■mIio Mitor, et qae et nedr» de Codas !■■
lodM ee lonua aeSe por^ loe grendee dimeiliMinrtw de aaem
de Tallea qae eoelU ba, Et por d sol et ha plaaetw et d ajre
iereo en todoe loa lasaica dela tiem ea tbs wbhw ■ ^ Per eade
tierraa et Ut eoaaa qae eaeUaa ae eriaa aoa aoa todaa de vaa \
ante aoo taa depaitida«. que las coeaa qae enias vaaa tierra» fe fi
Aj moe&aa oCraa tierrai eaqoe Ua aoa eooos^eo nin ae podriaa
0^0 fazer eoeUa«, Otroti tengo qae la Etazoo por qoe
dba ftao k tierra, et por manteoer el maodo. CSa tommm qater
mochaa cOBaa ay qoe euoipleii et apaestao el mundo« algaoas dettaa
aj qae aTo qoe ellas oHsogaaaaea, oon deEaria el tnaodo de
la tierra e« voa delas eoaaa qae ai eOa aoa faeaae, noo podria aer
Dondo, Et') por qae «e eriaeseo eoeUa todaa laa eosas de qoe el 1
aemido et loado, Et loa omnet para eayo aemi^ fiao dioa ladaa
eoaas de la tierra por qoe ae manteogaa et aproaeebea deOaa.
Capitolo XLV111I*, comtno el eaoallero ao^iaoo^ depoes qoe oto
respondido atodas las pregootaa, fizo Toa pregoota al eaoallero aoaol.
Fijo, commo qaier qae yo tengo qne ataotae pregimtafl ef taa
estraßafi qae me tob fexiestes , qae yo non ros podria*) reaponder nia
006 respondi tan complida roentc commo era mester, Pero gradeaco
mncbo adios que, en quäl quier manera qae fae, qne tos he respondido
atodo, Et ruegu [f. 27'] tos qae si alguoa cosa ay qae tengadea por
apruuecbosa, qae lo gradeecades adios et qae creades qae todoa loa
btenes vienen del et non de olra cosa ningona. Et macbas cosas qaa^
BO yo ^terto qoe faliaredes y que non son may aprouecbosas nio dal
muy boen recabdo, qoe me non poogades culpa ntn tos marabiUedat^i
ende*). Otrosi wob niego qoe, poes a eetas pregontas qoe me tos
1) I, niantenida.
2) l [Et) por.
3) I. Et (Ezoia dio»].
4) L podia wegen des folgenden respondi.
5) Der Einsiedler wiederholt hier am Scblass seiner AosfQbrungen dieselbe«
Orttnde für die UDVollstindigkeit seiner Erörterungen, die er schon am Eingänge
derselben eingewandt bstte. — Von bier an Fortsetzung und Schluss der ffitinnia-|
erz&hlang.
Don Juan Haooel, El Libro del Caaatlero et del Escudero
52M
feziestea uob he respondido enia raanera <ju© yo pude, quo me non
querades fazer mas preguntas daqui adelante. Ca bicn creed qtiefl
tanto he dexado de mi oracion et de otrae cosas que me avia de fazer
para enmendar alguoa cosa anuestro seilor dioB de rauchoa yerros et
pecados quel yo fiz, para cuydar enlaa respuestas que vos a?la adar,
que ei agora en otras me mestiessedes^)^ que mo seria grant daiio efafl
non lo faria en ninguna manera del mundo. Et ruego vos que, pues^
voa yo respondi atodaa las preguntas ({ue me fezieates, qu© me respon-
dades ros ami avna. Et ta pregunla es esta: Et voa tan man^cbo^
sodöft et> segund lo quo yo se dela vueatra fazienda, tantoa trabajos voa
acae^ieron dei^ta^) vuestra mo^edat fasta agora ^ que nunca ovieetea
tiempo para poder cuydar en tantaa cosas onromo yo veo et ae que
voa avedea fecho. Per ende vos ruego que me digadea en pocaa pala«^
bras en qual manera lo pudieatea fazer. '
Capitulo quinquagesaimo, corao el callero^) nouel reapondio ala
pregunta quel fizo el cauallero an^-äano.
Seunr, dixo el cauallero man^ebo, non ae commo pudiease gradea^er,
adios et a vos quanto bien tengo que me ha venido en estaa coeaa que
me voa moatraatea. Et quiera jf. 28*| dioa por la au roeroed que d«]
alguna dellaa me pueda yo aproucchar en gulsa que aea su aerufgio, et
me veoga ende pro al alma et al cuerpo. Et yierto aeed que yo tengo
que todas eataa coaas que me voa avedea moatrado aon todas muy
buenas et inuy aprouecbosaa. Et alo que me rogastes que voa non
fiziease maa preguntas, Sabet que, comrau quier que muchaa coaaa que
yo lenia que me cumplian que voa queria preguntar, que lo dexarofl
por vos non fazer euojo. Et puea veo que voa tantaa bueaa*) coaaa
me auedea moatrado, que ai yo taa pudiesae aprender, que me cuplian^)
aaaz. Et ala pregunta que me fezieatea vos digo que, commo quier
que yo ao de poco entendimiento, qu<j todas laa coaas que oue de fazer
aiempre las fiz en eata manera. Quando contienda oue con alguno,
sienpre eapcre que el tuerto quo ae leuantasse del. Et laa coaaa que
oue de comen^ar, eoque avia alguna grand auentura, aiempre penae si
me podria parar al mayor contrario ai acaecieaae. Et ai eotendi que
me podria parar aello^j, et ai non, dexe delo comea^ar. Et eulaa otraa
1
!) 1. metiesaedea.
2} I. deade vueatra moeedat (B.).
3) ]. cauallero.
4) 1. buenaa.
b) I. cumpltan.
6) I. El ü eatendi que me podia parar aello [lo fix] (G,}.
Dr>n Juan Mannol, El Lihro «lel Ca»iallero er del Kacndfro
r.23
A n h a n g*).
Artikel.
I. Formellps.
1. Die Oeklination dos Artikels entspricbb dem heutigen .Spracli-
gebrauohe; fast durchweg JHt aber der bestimmte Artikel mit der KasuR-
präpoaition verschmolzen. Verdoppelung des anlautenden / hat nur in
dellaa cosas 4^2 -m^ stattgefunden,
2. Verschmelzung des männlichen Artikel« mit vokaliaeh aus-
lautender Präposttion oder Konjunktion ist nur durch wenige Beispiele
ÄU belegen: antet Rrt/f44it; ftara/ inßcrno 4G0 » ; desfjud falc(fn furre
puvito en xn altwa . . 37 ö. Die Schreibung enl oder ml' ist nichts
weiter als eine Abkürzung von enel, das ich daher ohne Bedenken in
den Text gesetzt habe.
3. Was die durch Gründe des Wohllauts bedingte Vertretung des
weiblichen bestimmten Artikels durch den männlichen betrifft, so konnte
diese im ältesten Spanisch vor jedem Vokal stattfinden; im Neuspanischen
ist sie auf zweisilbige Substantiva mit anlautendem betonten a (oder ha)
beschränkt, hier ist sie aber obligatorisch «vgl. Förster § 370 .'^l. D.Juan
Manuel folgt im allgemeinen dem modernen Sprachgebrauche; doch findet
sich neben et arte auch la arte 4b5sj 511 is, 316 1», 2si, 3io. 3aß, 4 &,
andererseits el vor unbetontem o: envl arrnu 49 »u. fwp/ <ildfa 88 4.
d angostura 77 &, 79 m , 87 15.
n. S}^ntaktiaches.
1. Di© Appellativa und Abstrakta sind in der Verwendung des Ar-
tikels inkonsequent. Während er vor inßerno immer gesetzt ist, steht
er bei parayso bald {47 In, 473 a, 49()ä^ 492 lo), bald fehlt er {4f]8-je,
472 1, 488 ao). Während ferner satUa egtesta 493* mit dem Artikel
versehen ist, fehlt dieser -^75 lo, m, 522 2t, 453 «; los aacramentos dr santa
fif/lesia. So steht auch spiritu mnto 490 u ohne Artikel. D. .luan
schreibt verdat uos digo 472 t ; tan hien en tieuipo de ^jaz conimo en
tiempo de guerra 450 a, aber enel ttempo dela gucrra o dela paz 458 ».
1) Ich habe zur Beleuchtang von D. Joan Manuels Sprachgebraaob von den
übrigen Schriften des Verfassers — ans den S. 430 aogeflibrten Gründen — nur
uoch das Libro de la Cara heniDKiehen könaea. Die Citate hieraus aoLersclieiden
sich durch den Druck der Belegziffem and die niedrigere Seiteozahl (1—89) leicht
von den Belegeo aas dem Libro del Cauallwro et dcl Escudno.
RomUDlsvbo rorscbuagiMi VII. 35
524
S. Gräfenberg
Auffällig ist auch das Fehlen des Artikela 507 a: coatts qtie nacen en
fietray sowie in dem Ausdrucke acalo de ferner dia o de quarto 59 u.
In esta pregunta mos cumple para cirttrgiano quc non para cauallero 506 »
und ähnlichen erklärt der Vergleichsafz das Fehlen des Arrikels.
2. Todo^ das heute im Singular in der Bedeutung „ganz", im
Plural immer den Artikel hinter sich zu haben pHegt, steht bei D. Joao
Manuel noch zuweilen ohne Artikel : todoa pcmres neben tmiox loa pe-
sarcs 4(j() is ; todos arüctdos dda fe 489 .13 ; fodos los viertes et todos pia-
zert'S 473 ta. Der moderne Sprachgebrauch überwiegt aber schon. —
Nach Analogie von todo steht der bestimmte Artikel auch nach cada
in der Verbindung cadal dia 460», 4^2*, 489 31, 492 k, 51», ft9i5;
cada dia ist seltener.
3. Vor einer Grundzahl steht der Artikel, wenn sie „¥on einer ge-
nannten oder gedachten Zahl einen Teil abzieht" (Die» III 42), 489i
E tos artlcuioff de In /V ^'J** qitaiorzef los Hielt pertenes^en ala diuinidü
Ei loa sieie ata humanidat. — Vorwandt mit diesem Falle sind die-
jenigen, wo der blosse Artikel einem H ttuo oder d otro gegen überstell t»
also offenbar distributive Bedeutung hat: eu la/rangiteza et enla escaseza
ay quatro tiutHera^'i: Im cna e,s franqttezay et la otra es deagastnmienlo^ ia
otra €9 esctaeza, et la ex auareza 455 aa; end esfuer^^o et enel miedo ay quatro
manet'as: la vtta es seer omne e^for^adoj la ff>^ ^ff quexoso, la otra e«
.^eer medroao, la otra es seer spantom 475 2i\ les dio armas para se de-
fetter et para se youernary las de dientes , las otras de colmiello» ^ las
de cueruos, las otras de vrfaSy lax de ligereza de pies, El acada vnas
mpind les es mester 498 t; 514 1^. Wenn hier auch vom Standpunkte
des Neuspanisohen aus vno oder oiro vermisst werden mag — Oayangos
fügt es in den Text — , so lässt doch die öftere Wiederholung dieaer
Auadrucksweiee eine gewisse Gesetzmässigkeit erkennen. Förster be-
legt hiezu delta pari e della (von der einen Seite und von der andern)
aus dem Poema del Cid^).
4 Dem Altspan. eigentümlich ist die Freiheit, vor dem PoBsetni
pronomen den bestimmten Artikel zu verwenden oder auszulasae
D. Juan setzt den Artikel meistens, also z. B.: del tni linage 445 i; del
mi poco saber 4682*; enel su poder et con ia su uoluntad 447 t^; m«
encomiendo enla vnestra graria et enlas mestras santas oracionea 446 u ;
daneben por tni peccado 44? n; su sangre verdadera 452«; vuestro
Camino 462 3 u. s. w. Auch der unbestimmte Artikel kann unmittelbar
i) Dieser distributive Gebrauch de« bloaseo Artikels sobliesst natürlich di«
«lern beutigen Sprachgebrauche entsprechende Verbindung el uno, el otro nicht
ans. Sie findet sich z. B. 497 19 und 20»?.
Don Juan Manuel, El fJbro del Cnuallero i-t «lol KsiMidnin
525
vor dem PoBBeesivum stehen mt stt ftt/conero 81 * = nspan. un faf-
couero au^o^).
5. Man hat sich daran gewöhnt, itn Span, den beRtimmteti Artikel
als charaktetiBtiHchea Merkmal de» äuperiativs anzusehen. D. Juau
setzt ihn gewöhnlich, lässt ihn aber auch ziemlich oft aus: q^ual es was
ottratlo estado entrv los Ugo^ 452 n; quai es ntayor plazei' o el inayor
pemr 459 is; esta ea la /so. iregunta] que mos ligera menfe vos pufdo
responder 452 n ; ma delan com^ que se man rsa 475 ti,
6». Für den im Nsp. ganz verschwundenen Teilungsartikel (Diez III 47)
findet sich bei D. Juan nucb ein ßeiapiel: Cd el lodre, ifuando fievp cd
ßjo pequeno, .*i le ßeri' con itt tma niano, dal del (tan cou la otra 494 m.
7. An Stelle oines persönlichun oder hinweiseuden FQirworts steht
der Artikel 495k: El delas vos digo giie . . .; podria obrar enlas cosas
nmy aprauechoi^as 5(f7 u.
Substantiv.
1, Der Plural wird wie heute gebildet: abweichend ist /o.s Reg»
451 *,i3f 453 I, 4S229, 519s,ii^ti neben Ecyrs 51Hw,ao; lege ölS»*,
519 i, a neben leyes 451 w; neblis 502 t, 504 n; bahari» und boniin 504 w
neben jaualies 496 u, escrucies 505 j.
IL 1. Der Gebrauch des Dativs statt des Aocusativs als Objekt,
welcher im Nsp. im wesentlichen auf Personennamen benchränkt ist,
war im Aap. viel weiter ausgedehnt (P. § 369). U. Juan setzt vor
Personennamen gewöhnlich, vor Sachnamen zuweilen die Präposition d.
Oft finden sich Beispiele des Objekts mit und ohne d nebeneinander:
, . , para que Sffi bnen Key ei nwntenga hien im et asu Regno et asn
estado 469 a ; Gouemar, vestir et aluergar los pobres por amor de dios,
et visitar los en/ermo», ei redemir los captiuos. et soterrar los muertoSf
et castigar alos errados, et amostrar alos non sabios et conaejar al qiie
ha mester consejo, et ayudar al cuyiado . . 491 ta; Ca dflla» /sc besfinsf
ha que ea^an et toman aotras 495m; Atodas esta» coms nin otro bitn
ninguno non pitede auer el cauallero 455 ».
2. Das von einer Präposition begleitete Substantiv steht zuweilen
an Stelle eines Adjektivs oder Adverbs und wird ganz ebenso be-
bandelt: deuese tener por de buena Ventura 462 lo; tobose por muy de
bttena Ventura 462 1«, 518 u; vos* seruire qunnto fnidiere muy de bwnu
menie 462 n; mos con Razon tt man piadosa menfe 493 17.
Ac\jektiv.
1. Hier sind einige Abweichungen vom heutigen Spracbgebrauche
SU yerzeichnen: \. Bueno ist unverändert in bueno recado '#^'ii (neben
1) Seltener die verkUrxt« Form: un tu abu«lo {Colomtk, Peqanüeoet 8. 39itK
3fi*
5215
S. GrSfeoberg
hum pergamino 44^ lo) ; grande iet im L. def C. et det E, gar nicht, im
L. de 1(1, Caza einmal zu gran abgekürzt: ia gran braueza 16 9. Regel
ist grant, einerlei ob das folgende Substantiv männlich oder weiblich
ist, vokaliach oder konsonantisch anlautet: gratU plazer 443 t , grant
verguefn;a 45S t% ; daneben seltener ^rawrf.' grand uerguettfyt 457 », grand
penifencia 522 1^, 512 ä, 36^1. »Vaw^o^ verliert teils o teils io: sanf
blas 88 80, s(mt felizes 89 », sant miguei 76 23, san miguel 85 10. Zu be-
achten ist die weibliche Form mucta man'a 87 « und öfter neben der
heutigen. Es sei hier gleich erwähnt, dass auch die Ordinalzahlen
primero und tercero vor folgendem Substantiv nicht immer ihr 0 ver-
lieren: el primero dia 2Ai, 31a7, del primero Rey 443 »y nl tercero
df4$ 4fX)ii; das 0 ist gefallen 21iä, is, «0, 24dsu. s. vr,
2. Hinsichtlich der Komparation ist zu bemerken, dasa der absolute
Superlativ durchweg mit mut/ (und mucho) gebildet wird, nicht durch
Anhängung von isimo (vgl. Adverb).
II. 1. Wird fodo zur Verstärkung eines Adjektive gebraucht, so
richtet es sich wie dieses nach dem zugehörigen Substantiv: cueflo
aluas, que aon todas negras 500 2&, In folgendem Satze steht vielleicht
das Adjektiv apuesto an Stelle eines Adverbs: las aguiltu^ . . . toman
todas t'stas ca<;as, mus iion mtuj ligera tnctde nin mucho apuesto 5t iJ :
Indessen legt ein ziemlich gleichlautender Satz: ca^an mag ligera metUe
e mas afuiesta [sc. meute] bir> die Vermutung nahe, dass apuesto ein
Schreibfehler für apuesta ist.
2. Ruckwirkende Kraft besitzt das im Teilungsgenitiv stehende
Substantiv 77 ae: m rna poca df agua; muchas de nezes 517 21; vgl. F.
§ 391 £nde.
Zahl"wort.
Beachte die Formen primo 522 7, seteno 490 7, n, sepfeno 490 t»,
noueno, dezpiio 491'-*, amo,s 465 ta, 472 s, 80 1«, a/>»«8 22 s, anbos 444 10,
anbas 21 29; aber amhos 519 n. — cient e sesenta 45 19.
Pronomen.
A. Perft^nalprononif^n.
Absolutes Personalpronomen.
I. 1. N08 und t-oÄ, welche die neuere Sprache zu nosofros and
ifonoh'08 erweitert hat, erscheinen bei D. Juan Manuel durchweg ncich
in der uraprünglicheu kurzen Form: go vt mio ßjo . . , podemos /iutr
Jüan Manuel, El Libro del Ctauallcru et del E8cuden>
Ji27
cauaileros non io seymiäo ho8 445 h ; non se comwo pvdmse grades^er adio»
et a vog quanto hien tengo que me ha vefiido eti estaa cosas que me vos
mostrastes 521 1?.
2. Für die 3. Pers. Sing. Masc. igt el lieget. Eininal steht die
Torrn eilo, nämlich am Schlusao von Kap. XXXVIH, wo vom Menechon
die Rede ist: Tengo que [sc. dios\ lo crio por quanto al mundo dure
sea tieruido ei loado por eilo,
3. Alle Fürwörter der dritten Person kororaen in der Verschmolzung
mit Präpositionen, besonders de, vor, so del 461 19, 462 n, 463 22 , . .
verca del 443 k, untd 444 10, 17*, dt IIa 443 3, 448 s, dello 45? 7.
4. Von den pleonastischen Verbindungen mit con findet sich neben
den noch heute üblichen Formen nur conbusco 462 5.
IL 1. Zuweilen steht das abs. pers. Fürwort da, wo die moderne
Sprache die konjunktive Form allein, oder, wenn ein besonderer Nach-
druck auf dem Fürwort liegt, die absolute Form mit der konjunktiven
zuläast. 80 las otras aves wo» ca^an aellas 503 3 , et los a^otes et los
falcones ca^an aellas 503«. Ki esto cumple ami mucho 466 i; atni
paresge 475 t; ami semeja 482 th^ aber me paresi^e ami 478 u^' me Jaze
ami 508 iu; que nie respondndnt ras ami 521 fi.
2. Reflexiv gebraucht ist das persönliche Fürwort 461 a: Et lo
que dexa deles fazer non es siriofi por enbargo de pecados 0 de mala^
obras quelos ownes ponen entre dios et. rllos . . .; 492 n: Ca el que non
quiere cuydar si non sola mente. en los fechos sptrituales, non aprouer.hn
si non ael mismo, Mas el que cuyda et obra enlas cosas spirituales H
temporales commo deue, aproiiecha asi mismo et atros mucho. 517 e: la
mar es grande et cabe en ella muchos nab/os, (Möglicherweise ist je-
doch cabe (intrans.) Prädikat zu nabios). Ein Beispiel aus dem Conde
Lucanor citiert F. § 4(>1 4.
Verbundenes Personalpronomen.
L 1. Die abgekürzte Form os ist bei D. Juan Manuel noch nicht
vorbanden: vo» envio 447 n; envio eos lo 447 is; de bos las contar to-
das 491 u; Regd vos ende 447 aa.
2. Die alte Dativform // statt des gewöhnlichen le (die, wie der
Plural lis, besonder« dem Norden angehört — vgl. Haist in Gröbcra
Grundriss 8.710—) steht 464*: si dios li faze tanta merced; 4SI
vn setior que troxiesse su consejo et su fazienda mag mal errado, e-t
mandaseli algun su camllo que feziesse algunu eosa . , , ; 66 », 85 t.
3. Aus euphonischen Gründen nimmt der Dativ des persönlichen
Fürworts der 3. Person vor folgendem le, la, lo, /es, los, las die Form
528
S. Grifenberg
ge an (nsp. se): gela 444 t7 , 48ao; gelas 477 ai. 508 i, 463 3 ^ ^€77 io,
483 ti u. 8. w.
4. Von der Freiheit, me, tt\ se, le, h auf provenzalischo Weise mit
Unterdrückung des e oder o dem vorhergehenden Worte anzuhangeo,
macht D. Juan nur für die beiden letzteren Fürwörter Gebrauch, und zwar
meist nach Verben, oder von Verben abhängig auch nach anderen Wort-
arten : Üftegal 488 17, pfaze/ 457 i, plogoi 4(j3 ts. pesal 457 j, dal 494 »,
ilfol 46237, dexof 4ß3u,ßzol 4€3*y aluengal 514 is,», moslrnndol 16«,
jmedel 21 »; quel 457 i, 458 1», 462 n u. s. w., qimndol 22 i, nol 20 tr,
yal = ya le HJis, 57 u, äi7ö9m, paral co?jos^*«r Ö.» w, del seruir 45C)n;
ähnlich 474 9, 488 n.
II. 1. Die perBÖnlichen Fürwörter der dritten Person sind gründ-
lich mit einander vermischt. Dies gilt in erater Linie für le und lo.
Lo kommt als Accus, maac. statt des heute gebräuchlicheren fe bei
l>. Juan sehr häufig vor. z. ß : (juieu es el que puede et lo deue fazer
tauallero 455 n; dios qiie lo crio et lo redimio vt le ßzo tarttos biene»
et sähe cierta tnenh' quelo vee et to entiende 458 x). Le und lo neben-
einander: deucmos crer ipie lo iieua por que nan le quiere dexar en
ftv/r mundo 514 im. Capitulo XXIV. commo el escudero Sf /ue para lot»
corU:s, E le Recebio ei Hey mug bitn et lo eclio asu titrro mny Jiico et
muy onradü. — Übrigens irrt Diez, wenn er meint, dass nur die ältere
Sprache io al» Acc. masc. anwandte. Bei den zeitgenössischen Schrift»
stellern kommt es noch vor, z. B. bei Alarcon (f 1891), der es in den
Novelas cortw^ II S, 106 in acht Zeilen fünfmal anwendet.
2. Die Vermischung von If und lo geht »o weit, dass auch lo als
Dativ an Stelle von k tritt, wenn auch nur selten: la gracia de dio*
lo ha de manteuer la onra 455 *, 21 lo.
5. Umgekehrt steht If für das neutrale h 471 ?; nan le oyo.
4. Die Vermisch ung von Dativ- und Accusativform erstreckt sich
auch auf den Plural. So ist les Accu$^ativ 4^0 n: vnos [ac. ftchosj ay
que en diziendo les parett^en bnenos 484u,»tf lös, 22», 51 is a. a. w.;
daneben los 515 to: para fos manteuer eti esie mundo en onra et sin ver-
guen^a et para les gnardar de los pe/igros. — los ist Dativ 458 ».•
commo loa deue seer buen companero; 479 u: fos da atodos manleni-
mienfo 518 ts; Ha«: Betten los comen^ar adar huena» cxtrnes, ptro ttct%
dr cada dia, mas daries tres vezes en la scmaHa. — Als Subjekt eines
Infinitive, der von dexar abhängt, steht bald der Dativ, bald der Accu-
sativ, z. B. non les d^uen dexar dormir 16««, neben deuen los dewar
dormir loa»; vgl. auch lea faze i/r [bü. lau estrellasj 478 u.
5. La statt lo uud umgekehrt: el qur esfado de cauallero a de
mantener, asaz a tpte eiiydar en commo la mantengoy Et w de buena
Hm Juau Manuel» El Lfbro del Tattallero et del Eacudero
ventfira et fazele dies mucha merceä. si la pu^de tnantener commo
(true 475 j (vgl. den Erklärungsversuch 8. 475 Anm. 2i. Mas si me
preguntaaedes alguna eosa ddo qiut petienesi^e al eaiado de cauaUeria,
por auentura vos responderta a eih ton renabdo Pero cut/do que lu
dexades 475 to. Hier ist fn noch auffätliger. Der Jüngling soll es unter-
lassen, den Alten weiter zu fragen Das wurde, wie kurz vorher durch
ello, hier am besten durch lo ausgedrückt werden. Zur t^rkiärung des
weiblichen la mu8s man annehmen , es beziehe sich auf ein zu er-
gänzendes jtregwita, wenn dies auch etwas gezwungen erscheinen mag.
Die umgekehrte Erwägung musa .sfattfioden, wenn man lo In folgendem
Satze erklären will : pares^^e me que esta pregunta que me fazedes cn
tan f>ocas pa/abras que lo fazedes f/or me prouar 473 in. — Otrosi et que
oye alguna cosa, et seualada mmte quando / o oye aJguno de quien quiera
aprender, si aquel queta muestra non falla en aquella coaa muff verdu-
idern mentf et muij cornjUda, es muy graut daüo al quda de apren-
' der iöO tt : ähnticli 4S2ii. Hier steht sowohl lo ab fo auf alguna coaa
bezogen, und beide Kürworter sind berechtigt: lu. wenn man den Wort-
laut von alguna cosa in Betracht zieht: lo, wenn man nur an den neu-
tralen Sinn der Worte (= algn ) denkt. — Ca bien eutnidedei< vos que
de füiiffuH maestro tton pwäe omne aprender de seer cs/orrado nin las
\0tra8 maneras que omne ha de afei\ si dwa nott gelo da o el non las
de »ugo 483 u. Hier scheint der Verfasser lo auf .teer eaforqado
BQCI las auf otras maneras bezogen zu haben.
6. Auch die anderen Fürwörter wechseln miteinander; so steht le
[für fo 23M; 24w, 2ö«: le statt los 47 21; le statt /f-s 47 w. 48*», te; /e«
statt le 5090, ti. Es ist leicht möglich, dass D.Juan Manuel, wie Morf
I Literaturblatt 1881 S. 4'>0) bei Besprechung einer ähnlichen Stelle
meint, bald an einen, bald an mehrere /a/coneros gedacht hat.
7. Die dem französischen eti und >/ entsprechenden Fürwörter ende
und y verwendet D. Juan noch recht häufig: Et el rauallero que la
ßziera auia ende muy graut plazer 443 1», 444 u u. s. w, — Et otrosi
puite y (sc. en el Itbro] algtinas otras lluzone» que falle scriiUas , et
otras algunoM que yo puse que pertene^ian jHJtra setfr y pueaian 44if 11,
45(Jm. 25 11, 31 9,u, 57 w.
Pleonasmus des Personalpronomens.
Ausser den schon auf S. 527 unter II 1 besprochenen Fällen von
pleonaatteeh^m Gebrauch de» persönlichen Fürworts kommen noch
folgende in Betracht
L Das Pronomen weist auf i'in vorhergeheudeb oder folgendes
Substantivum in gleichem Kasus hin: Ca al omne perezoso el mesier le
J'afa <ic«#f»ö»öl5ÖP~Ji7~5i «n gracia «o« In i>u*'df (rn$
ai omttt hnetio 4(i5»; 507 u.
2. Da» SabttUativum steht im Nominativ voran; das
h^rwort steht im Obliqutis und weist durch einen Weohael der
»troktioo darauf hin : ü^ si por aHaUura d omne que ha mtsi eäm 1
roMU>, dim t$ lieu^ a^na dei mundof deuemas erer que . . 514», II
fM« $i fm Hirn f4>p*er« mucko dt gueira ei mesier It f€tra md4 mI-|
fhröOS»; m ptmt «frufue tada ia saüa rt la hrameza qur mHchm^^
wnts re^h^H ntde Hmio ios culptuios rt ios qut son sin culpn ö£7u.^
Statt dea verbundenen Fürwort« im ObHquns kann auch das absolMi
mit «ser PripoaitiMi pleonastieoh gebraackt wenten; e9taB pregmim
f«r m# famh^ muckas deU4»a kuien eomu gtte ptrtmMt^eH ala /# 4iZm\
/«t/f«Aas 49 dic$ . . . N«M deue mm^Mmo ascodriaar cw eiios 473 Mf im
eaan fm oamr »om aote mm deht faUmr m tUt» eommo deU» fs
M^ 505»; niu prtytmta ntm es rote de rvapond^r rompiida mtnU
S, Auf «ia an Anfange 6m Salaaa atehendes SubstantiTom mit
«iMr Pkifoaitkwi weist an abaoJstaa pemSdiahes Pftrwort mit de
Piipoaitlaa aaiilek: Et m la$ mm$ fmri mm tumpim mmeko mm ,
frmi/mttfm tmif wfmdm mtUm 494»,
B. PeMgaai^pronoweM,
I. Die voOa titai« Fom «»• aiaht noch 4ö4 «: mns paart, wri»,
ivjyilMia; 44ii4: itl mit mimiimimtit; aoost ist aie vor den Sabataoliv
iar fciiman r»na ftwtalMB.
IL 1. Oaat n» dan varktetaa PoaaeauTproiioaiea bei D, Joanl
MmmI gew^tobeli der ArtüEel «tabt, ist aeho« bei Beapt«ehang deaj
latitiiM baaatki worden. YarbMufen vit den Denonatrativiun,'
«ia «faaMa m eAoi 443 j, csn mi /ahütUa 44S t kommen auch wohl
noek bei ■adtmen SckriftataQem vi>r'^ aiekt aber Wendungen wie
Ae fb%eodan. '- -**-—' ---^ f^ Attribat vor dem Paaaeaaitrproafl
«Mkt- «9^ A > a; #>to teuf fo par ^nmi
» iMiu 4^ « n. s. «^ Die moderne Spraehe
w<. conn. und innr kiiAar dam Snbetaniiviim, roniebea.
h %t das Poaaaarivnm in fnlgmaam Sidm: ti m
(' D^Wien%trmCl«pr«ww«irw.
,01 TerwkiBibi »weilen sie den Kaaua-
We aa« le» iSiiyadSS i; deito 444 ai;
Don Juan Manuel, El Libro del C'aQftlleru et del Eacuduro
^gu
es80 4733a; perdonar al quäl ha errado 491 it; al qu*' casiiga 495 1»;
)i7, 514 L
2. Zu beachten iat auch die der Vertretung von ht durch el ent-
Iprechende Verwendung des männlichen DemonstratiTuma in inpiel
9tnide 37 S8, «4. daneben esta arte 4Ö 2«, 53 ik).
3. Aquesto i^ nsp. ei^to) steht noch 443 «f, 3 s (V).
D. Rolativprouamen.
1. Das heute erloschene qui, das im Aap, sehr häuß^ war, kommt
lUch bei D. Juan noch einige Male vor, und zwar sowohl auf Personen
wie auf Sachen bezogen: aquel con qui »e a de confessar 492 a ; la pro
le aquel aqui comejn 462 v; dios 'jie ha poder de la fazer et aqui non
le esconde ninguna cosa 515 ti; 46H e ; las otras cosas a qui fos he ya
*e8pondido 486 1«.
2. In fallarfdes q\ie oos fu podra mostrar 462 i hat qne die Be-
leutung von nsp. tfuien; vielleicht iat S. 453 Anm. 5 ebenso aufzufassen.
3. Das Helativadverb onde ist nur einmal zu belegen, nämlich 522 2,
las gleichbedeutende do viel öfter, z. B. 463 n, 474 1», 489 n, 516 i,
'518 3,522 m.
IL 1. Que statt /o ^ue auf den Inhalt des ganzen Satzes bezogen:
Et dellos ayque matan muy bien covnejaa, que es fermoaa cafa 61s; 511 3.
2. Que im Sinne eines partitiven Genitivs: Ay otros \ bc. fructos]
e se come lo dr deu/ro rf nmi lo de J'tttra 50& a«. Im Sinne des Da-
tivs: dando algo delo suyo muy yranada mente alom que lo deuia dar
EM; 452 li, 495 ti. Im Sinne von m que: Ca muchos onmes ay que
an muy graut pesar de rosna <iufi catt Rtt^on uon lo dniian fomar
gründe 459 1«.
3. Statt cuyo, das Helativum und Possessivum zugleich ist, steht
w.w/ach fpie; das possessive Verhältnis wird noch besonders durch ein
besitzanzeigendes Fürwort ausgedrückt: el omne es eosa que paresre todo
^k/ dia el «« cuerpo et las sus maneras 486 u. Et delos arhohs Ay mos
^^que el su fructo se come todo 508 k. Ay otros arboles f/ue la su fruta
se come lo de futra tt non lo de dentro 509 5.
^P 4. Die Präposition, die vor dem Rehitivum stehen sollte, tritt zu*
weilen vor das Beziehungswort. Pero al que dios faze fatita merred . . .
fie buena betUura 499 ae. Et alas otras [sc. preguntas] que ros nofi
üondi, dexolo porque . , . 461»?.
Fälle mit doppelter Präposition: Et en estos coscojos ay en algu-
tietras en qu*- na<:e grana 509 1. Ei aias cosas que semeja es al
ndo et al arbol ira^tornado 487 u. Et por qu4 en todas las cosaa eti
ha plazer, quanto mos duren son de tnayor plazer^ Por ende . . . 7 ••
a. GrSfonber)?
5. Kine cigontümliche Satzverbindimg, \a der *fiie die Stelle eine
lateiniechen Relativpronomens im Ablativ (abhängig von einem Koni«
parativ^ vertritt, ist folgende: Ofrosi dize que fmio qntmto mbe denfa
ca^a da ta» gruas <i'fe (odo to mm t lo mej'or a/irend/o de Dan Benton
dnrche tjue J'uc el mmw que et nmica t'/o que mas ^opiesse de cara de
f/rua 13 u (Sinn: D, Junn sah nie jemanden, der mehr Ton der Kranich-
jagd verstand als jenen.
0. Fälle von Änakolutb: Et los amigos pmtizos son los que se amcni
por ef mestvi', et que la pro del tno es dailo de! ntro 495 *. Et asi go
que non yo letrado niit perfenes^e al mi efttado nin oy nin fablr tanto
eiilas spirituales 471 s. — Et asi commo el que de nu tioluntad se pagu
de cQitter hnenas biaudas et mnas et se giiarda de fazer ninyuna cosa
qua enpei^ca ata salud del cuerpo, es nenal de ser sano, Bicn asi el que
de yu uoh4ntad/a2e bnenoi^ ohrm es seüa/ quel quiere dios fazer bien 499 ».
In lotÄteion« Falle ist der Relativsatz das Subjekt eines Infinitivs und
eines Nebensatzes, dor von einem unpersönlichen Ausdruck {es seilal)
abhängig ist. Vgl. tnuchua [sc. eosm\ dellas que omne nee ef pares^en 518 u.
Hier ist qttf in einem Satze als Nominativ und Accueativ gebraachL
Ähnlich 5lS3i. — Besonders bemerkenswerte Falle ergeben sich, wenn
unmittelbar auf da» Helativum ein Nebensatz folgt , der gleichsam die
Beziehung des Relativ» z»im Folgenden vergessen macht, z. B. 504 to:
EtiägKnas nues agque, quando se conti iXQan atomar enl mes de /ebrerOf
comienf^an ellas avenir detas tierrctfi calientas, oder gar 520 nQ.
7. Hat der zweite Teil eines VergJeichsatzes ein besonders Verb,
80 wird im Nap. die Verbindung durch de lo que {del que u. dgl.) her-
gestellt. Bei D, Juan Manuel steht an Stelle dessen häufig de quanto:
eran mas f^itnpleü al eomien^o de quantos son agora 482 a. Ca fodos »e
preciau mas o menos de quanto denen o cugdan que son 486»,
£. iRterrueativpi'oiitftiiieii.
liaa Interrogativum quäl steht einmal mit dem Artikel: tue pre-
guutaste» el quäl e^s el mayor estado entre los legos 469 i«.
F. Frononien indeliiiitntn.
1. (ttro wie im Altfranzöaischen pleonastiscb gebraucht: los rosaim
bennejos et Mattcos et las ofras violetas 509 n. (Vgl. Diez III 84.)
2. Olri als Nominativ: Et otrosi non In paede apretuier otriy si
noH d que es muy letrado 485 lo, 519 so; ala Obli<juu8: delo que omne a
de aprender de otri, non vos sahria dar reeabdv 47/23, 485 u: a oiri
529 ir, «j, so.
Don Jttao ÜHnuel, £1 Libro del Ctualler» et del Eaeudero
533
^
3. Das neutrale a/ ateht ^-i? a* ; cuydar mt eiio et non efi al; ferner
492 n, 5(17 n, 7 so, 19 i. 25 n.
4. Coda tmo in der Mehrzahl vgl. 4iJ7i6: segund /erfenecia acadu
vnas &HSU natura ; 491 t : les dio armas para se def ender . . . . , Et
acada vttas segmid ies es mtitter.
5. Die Verkfirzuug von algxiuo und ninguno zu algun, tiingun vor
folgendem männlichen Substantiv oder vor einem weiblichen, das mit
betontem u beginnt, ist noch nicht ganz durchgedrungen. Neben Formen,
die dem heutigen Sprachgebrauch entsprechen, achreibt D. Juan: ningimu
otro J'tcho .'V/Oä, nmguiio otro mnne 5Ö()io, ninguno oiro estudo 514 iL
wo schon des Wohlklangs wegen das o hätte unterdrückt werden sollen:
ninguna une 50^1 t, 603 », ninguna agua 66 s. — Zu beachten sind Formen
wie Htngund aiie biua itOSi, rn ningund ti'empo 503 13, algund inrairr
508 i, aiyitiid corredor 41 1«, ningund mal olor 33 ««, Vielleicht ist hierin
eine Anlehnung an das in der letzten Silbe gleichlautende stgumf i lat.
stcnndum) zu finden, daa neben dieser Form {4al n, 493 m, 497 x, 502 «,
506 «, 510 if «) auch zuweilen die Form »egunt (492», w, 493 *) und segun
(451 9y 493 u, 24 0 hat.
6. Im Sinne unbestimmter Fürwörter stehen: omue (man» j*.'uiand)
483 lif 491 9, 497 «, 5f)8 n, lo; omne del mundo 51» to; ro,m (etwas, nichts)
481 Uf 517 26; cosa del mundo 508 m, i»/ alguna cosa 499 s, 520 u u. s. w.;
ninguna cosa 491 7, 4ff7 m, 49929, 518 m.
Verbum.
i. Allgemeine Bemerkungen zur Konjugation.
1. Die 2. Pers. Flur, hat das d überall (ausser im Perfectuui, wo
68, wie Diez II 170 nachweist, gar nicht vorhanden war) noch erhalten:
Südes 465 lo, pregunfades 451 to, mudaradey 495 1», dexassedes 462 »^
fengades 462 ai, queredes 462 i, 460 m, queradea 467 1«, (fuisieredes 454 m,
desidea 451 u, digades 465 n u. s. w. — Nicht allein ist neben Sredeg
die Form erdes zu belegen (i'iez), sondern auch ardea für äredes: tfui-
sierdes 480 is, jutdierdt'^ 447 lo, virrdea 448 n — fatarde» 447 m, foUaf-
dem 448 tj pagardes 448«, n.
2. Die Imperfekt-Endung i> ist hinter ia fast ganz zurückgetreten :
vgl. noch /oei> 443 u, aute 454 n, 02 la, avie 89 i9; ogie 443 it; ti nie und
podie 57 18; podriefnj 474 lo^ dirie 40 t!».
3. Ausfall von End-f oder -a ist selten : quis 498 ^;/uer 427 n, 491 »;
bal dios 500 ? ineben mifa 468 t).
4. Futurum und Conditionalis lassen fast immer das persönliche
Förwort zwischen ihre Bestandteile treten: guardar se ka 458 n^ gradfcer
^n
5:U S. GrSfenberg
/o ht yo -US a, etitender las ha el 467 »y dezir uos he 516 ai, dezir cos
h hf 4So M. 487 M, 516 a, consejar vos ya 462 a, venir les ya 513 », 18 14,
mqßar seya 27 ii u. b. f. — Ausfall dee Vokals der Endong: respondre
473 *y 495 M, äebria 515 w, pares^ra 60 s, mtendra 85 u; mit Einschiebiuig
von d zwischen » und r: baldn'an 19 lo, valdra 458 s, caidran 483%,
itafdra 457 n u. s. w.; mit Metathesis : tema 490 iß, veman 18ts; pome
443 7y poma 444 », 30 », pornia 14 1.
5. Das Perfektum hat in der 2. Pers. Plor. noch fiberall es statt
des nsp. ris^ das nach Analogie der sonst vorherrschenden Fonn dw
2. Pcrs. Plnr. ais und eis gebildet ist: preguntastes am Anfang der
meisten Kapitel, enriasies 448 *y leystes 467 m, ouiestes 521 u, rent'eMes
465», ^luesieiite$ 473iK aprmd festes 467 1, /edestes 482uy pmdiesUe
466 M u. s, w. Wie aus diesen Beispielen erhellt, haben die Verben der
II. und III. Konjugation in der vorletzten Silbe i> (vgL Baist in Gröbera
Grundrias 8. 712). — Die Form crieste 2 7 ^ffir eriaste) stellt sich zn
leones. crt>t\ das Förster § 415 Anm. 1 belegt.
6. Das Plusquamperfektum kommt noch hfiufig in seiner nraprfing-
liehen Bedeutung vor ^vgl. die syntaktischen Bemerkungen^
7. Partioipium Perfekti auf -tido ist selten : Unudo 462 u neben tenido
473». mteikimio 464 n, 473 sMy 491»,
S. Einen Fall von Inklination des personlichen Ffinroru haben vir
vielleicht in: rfiW h^ho i*or bien rfW lenaf ^=. {leuarie) deste mMMdo522M,
wenn kein ^H^hreibfehler für lfyar\ vorliegt, worauf allerdings dfl = d^
/<* hintu weisen seheint.
II. Uarefelmissiie Verton.
Ersif Ks^ijritiMi:
%indar 47 > u. - IVaes. Ind. im«\i ^.k»i!; tifuint* ■//•> j. toaj.
amiem M7 h< Impf. Ind. aniiatio 4i*-.s. Conj. 'iHdWiV^seii ^r> i^, —
Pttrt (iMifWo l^'^*Jn, iisii»iüi Tos«. - Fui, Conj. amindierf 29 u 37*.
3d«^ — Condit. imAttn»»» ^■r> *. Part, praes. ftm»iando 477 u, lo*r. —
Ptet. perf. (M4^mV' 47> i.>.
df$t' 441* tK — IVaes Ind. »i.- 44'. .*: do ^,w>j, — Impf. Ind ütki
4i9m, ionj. rfiVsö* ^>*^: .»>Vn>^. 16 ii. — Perf. dio 461a, — PIa«q.
dierm :^ix - Fut, Conj. irr ^> :. ;v^:i: dif^rm 51}* u. — Part,
pm««. Samdii 44y*v<
f}^T4f\ IVae*. Ind. '>•/ t^i'*. f^-.> 4^.2 ä: f--s7aii 44^ u sram 4T^ •.
IVaj, rs^^m 47> K \my>i Irvi. fN:.j//j 4*,<i*: r^ana»* 474 u, — Perf
*tmh J»i»i>«K - Fol ion; f^r^üf^ 4^>^.v, 10 r.. 2oii, 2S*, 5Se, ^s^r.-
ni &?»; DsfWifrr* 4>jv tv>«^ ~ Ptrt. prac«. e»4»dc 22a«.
Don Jaan Manuel, El Libro ddl Caaallero et del Eacadero 58:*)
Zweite Keijuf atien :
aver 453 a; auer 44923. Anlautendes h ist nur noch im Präsens
(neben Formen ohne h) erhalten. Praes. Ind. he 445 a;^) ha 443i,*;
a 452?; avemos lis; avedes 463 3*^ 46532; han 472 Xj an 45923. —
ay = (fz. il y a) 447 20; in derselben Bedeutung: ^ a 460 9, ha 456 e,
a 48526. Conj. haya 455 n; aya 452 9; ayades 49126/ ayan 47423. —
Impf. Ind. alna 444 17 ^ avia 443 lo^ auia 443 is, 89 ", w, Auia 447 8,
avie 454 la, 62 is, nvie 89 19 ; aviades 465 2*, 506 5 ; avian 449 21, auian
450 13. Conj. obiesse 458 *, 498 «, oviesse 477 u, oviese 464 2, ovisse 477 u ;
obiessen 51327; oviera 70 e. — Perf. obe 498 u, oue 446 3, 508 21; ovo
443 19, 444 6; ouo 464 u; oviestes 521 11 ; ovieron 51223, ouieron 465 17. —
Fut. Ind. abre 480 7; abra 458 u, avra 460 19, 41 w; abremos 490».
Conj. obiere 476 is, oviere 455 u, outer e 457 ao; obieren 51321, ovieren
509 2u — Condit. abria 470 8. — Part, praes. abiendo 49728, amendo
44431, 437.
hoher versieht bei D. Juan Manuel meistens auch die Funktionen
des heutigen tener.
caber. — Praes. Ind. cabe517 e; caben470ii. Conj. quepan 517 le.
caer 449 11. — Praes. Ind. cae 477 11; caen 493 8, 7«. Conj. caye
39 10. — Impf. Ind. cayan 471 le. — Perf. cayo 62 u, 70 m ; cayeron 485 ♦. —
Fut. Conj. cayere 21 w.
creer 48933, crer 490 3 (überwiegt). — - Praes. Ind. creo 480$;
creen 474 u. Conj. creades 520 a»; crean 80 m. — Imper. creed 5212,
cred 488 1«, 499 i, 508 2, cret 507 7.
fazer 445 1, faser 28 w. — Praes. Ind./a^o 447 3, 462 *; fazes 2 11;
faze 443 i, 7 5, 7 15, 9»?, selten /o« 7 1; fazedes 466 19; fazen 453 n.
Conj. faga 466 7; f ayades 467 4; /ayan 453 18. Impf. Ind. fazia 447 ta^
fazie 443 9; fazian 450 ». Conj. feziesse 481 7, ßziesse 444 a*, 493 i, */
ßzi essen 513 ae, aa. — Perf. ßz 445 13, i«, 447 u, 17, 449 7, 521 s, ao, ßzi
445 1, 467 IS ; feziste 2io, ii-, ßzo 443 10, ftzo 522 ta; feciestes 482 le^
feziestes 451 8, 452 u, 467 28, ßziestes 448 «, 461 27, 495 20; ßzieron 450 b. —
?\xi^f{. feziera 522i8; ßziera 443 13,17, 444 2. — Fut. lud. fare 448 13,
472 s; faras 2n; fara 447 12; faran 489 at, 4m. Conj. feziere 21»,
ßziere 447 la, 49430,22 9-, ßzieren 514 1. — Cond. faria 457 3-, fariades
465 ai. — Part, praes. faziendo 453 13. — Part. perf. fecho 443 17.
plazer. — Praes. Ind. p/a2;e 457 1. Cou]. plega 482 n, 508 13^17. —
Impf. Ind. plazia 450 2. — Perf. plogo 463 is, 465 la.
1) Die 2. Fers. Sing, kommt im L. del C. et del E. gar nicht vor, da der
Einsiedler and der Jttngling zur Anrede die 2. Pers. Plor. gebrauchen.
f)B«
H. OrHfenberg
poder 477 i. — Praes. lod. puedo 452 n; puede 449 1^ pod^^
mos 445 b; podedes 457 to, 4597; pueden 451». Cony pueda 459 »j
puedan 449 1. — Imperf. Ind. pädia 447 *, podie ö7 m. Cooj. pudie.
463 3*» pftdiene 492 u ; pudf essen 450 i?. — Perf. pude 461 m, jmdi 474 t»l
pudo 463 3t ; pudiesles 466 u; 521 1: — Fut. Ind. podra 444 w. Con|
pudiere 445 i, podiere 458 1? ; pudierdes 447 1» ; pudieren 492 i , *. —
Cond. pndria 450 it; podriade» 45fj 3; jwdrian 464 9, ftodriffuj 474 »»^
pudiera 403 ic; pudifra des 465 3*. — Part. pTAe». puditmlo 481 ta; p6
diendo 457 19.
poner 447 n. — Praes. Ind. pom 466$; ponett 4S0 1. Cooj.
ponga 33 1»; pongadfis 520 n; pongan 445 u. — Perf. puse 449 7; pu9Q>m
452 1. — Fut Ind. porne 443 t; porna 444 so, .30 7. — Cond.
nia 14 «. — P. perf. pnesto 449 u.
querer, — Praea. Ind. quiero 454 u; fptiere451^; gueredes 462 i,
466 aa ; quieren 459 21, Cooj. quierm 2 5 ,• quitra 467 m ; querwies 467 u. —
Impf. Ind. querian 443 n. Conj. quisiesse 444 u, 26 i, quisiese 467 r;
quisiern 4^>3 *», 493 m — Porf. quis 498 s ; quiso 447 ? ; qucsiesUs 473 1*. —
Pluaq quisiera 463 9; quisieran 27 3. — Fnt. Ind. querra 460 9. Conj.
f/tn'siere 468 3; quisieredes 455 u, quisierdes 486 xt; quisieren 16*$. —
Obnd. querriu 4/)2 «. — P. praes. i/ueriendo 510 e
sab er 444 i: — Praes. Ind. .te 447 is ; softes 2 10; sähe 443 i; sabe'
mos 518 n; sabedes 444 », 465 »t; saben 507 9. Cooj. sepn 480 u, 27 1%
31a«; sepan 483 i. — Impf. Ind. sabia 444 ts; sahian 450 it. Conj. »o-
piesse 447 i«, xopiese 458 1»; sopksedes 467 /a ; sopiesfifin 487 «. — Perf.
Hope 500»; sopo 463 n^ 500 10. — Fut. Ind. mbra 507 17, 17 is, Conj.
MOpierr 467 Uf 33 t»; sopieren 519 9. — Cond. sahria 446 b. — P. praee
sabiendo 446 7. — P. perf. mbido 450 22. — Imper. sabef 455 aa, 505 1
aer. Die Infinitivform seer {-149 13} , die ohne Zweifel auf lat
/.urQckgeht, überwiegt gegen t^er {443 «\.
Praea. Ind. so 447», 448%; es 445»; sodes 447 h, 448 t, 465 w;
son 445 2. Conj. sea 443 ti; seits 2 4; sean 447 »3. — Impf. Ind. era
443 9, ti. Conj. fuese 473 2, Juesse 448 3 ; fuessen 464 7. — Perf. fue
444 17 ; fueron 445 ». — Pluaq. /uera 465 1«, 44 n. — Fut. Ind. «ern
444 31 ; serafi 489 aa. Conj./tterf^ 457 u, ßier 457 a», 491 n ; fuert>n 457 x. —
Condit. seria 454 m, /uera 448 Ja. — Part, praee. s^gt-ndo 445 t, 447 *, u^^
öOltOfV. — Part. perf. seido 505 v, 506 2. — Imper. sed 498 u;
507 f, 521 n,
Was die Verwendung von ser betriftt, so steht es häufig da^
die moderne Sprache esiur erfordert : el Reg mitstro senor ea wjui 448 «.
.\uch wird es bei D. Juan zuweilen neben haber zur Bildung der su-
aammengesetzten Zeiten intransitiver Verben herangezogen: t*OH en-
Don Juan AlaoueL El Libro del CaiiaMf*ni et del Eacudcro
537
tienden la com depues que ea acaescida 505 u; non f/dos 38 1»; ftntf que
fiean derendidos Ö2 i.
iener 455 n. — Fraes Ind. tengo 447 iv; Hene 45? s; fenttdes 475 m.
Conj. fett(/a 44Hi»; temjadex 462 n. Impf. Ind. ienin 443 i<s, tejtgoAbi*,
tenie 57 i»; tenian 450 a^ -- Perf. toue 449 lo, 466 n; touo 463 i^ 467 n^
471 n, toeo 509 ts, tobo 512*, 522»; Fut Ind. ferriemos 472»; Ur-
nedes 472 o, Conj. touiere 29 le, tohiere 4H2 *y 56*7, 64 i ; fouiertm 68 s. —
Cond. tefnioti 80 n. — P perf. tetiido 473 ts, temulo 462 ts. — Imper.
tened 447 »i,
tener bat bei D. Juan Manuel raeiet die Bedeutung „für richtig
halten, glauben".
traer. — Praea. Ind. trae 25«, 27«; traen 496 u. Conj. /r«ya
3 11, 17 1, 26 s». — Impf. Ind. traia 463 is, traya 463 u, 81m. Conj.
troxiesse 481 «. — Perf. /roxe 462 ao / traxo 40 ö ; troxieron 80 1». —
Fut. Ind. traera 486 %9. Conj. tioxiere 25 i», 27 n, 32 18, traxiirv U s, —
P. praeB. trayendo 28«). — P. perf fraydo^) 444 si, 25 is.
raler. Praee. Ind. vollen 17 is. Conj. vala 468*, bal 500?. —
Fut. valdra 458 «f valdran 483 i. — Cond. batdrian 19 lo.
i)er 466 4, veer 465 n, 7 89, beer 464 m. — Praos. Ind. veo 467 ib;
vre 459 i^ 20 lo, vre 518 n, ve 481 n ; veemon 518 n; vf'edes 473 w; vem
518 35, i:en 468 s. Conj. vea ^58m, 22io; bi'ades 510 ts; bea[nj 446 i. —
impf, beya 80 u. Conj. biease 497 a. — Perf. vi 485 3^ bi 477 a, 40/«;
üio 444 2, bio 463i%, 472 %i, vido 444 s; biemos (nach Analogie der
2. Pera. viei^tes) 512 is. — Plusq. o/>r« 40 is. — Fut. vera ti3 h Conj.
viere. 21 i, bitre 27 «o ; tuerdeii 448 ja; vivren 446 a, 22 ». — Cond. veria
458 19. — Part, praes. vet/endo 477 m. 478 t^ 11», 85 7. — P. perf.
visto 444 27.
Die Verben auf trr, die heute vor den mit a oder o anlautenden
Endungen ein z vor das c setzen, haben bei D. Juan Manuel — häutig
dem lat. Etymon enteprechond — auch vor e und / meist .%: Irgendwelche
Konaequenz ist aber auch hier nicht zu konstatieren; cotwsccr 507 .i, ta ;
conoseen 520 tx; conoi^ci 5iHJ it ; eono^iendo 522 'a ; conosca 20 9&; acaesre
516 a«, acae^e 508 /, acaecio 517 aa ; na^e 509 a, nas^e 73 »a, «, naacie-
ron^) 46 17.
1) Im AoBchliiss AD L. de la Caea 81 i : vituperator 8{,ri«n{-te testts est ygn<h
ran^'ie^ Et esio quiere desir gue el mal traedor de la s^en^ia que e« tettigo de
ia ne^edat möchte ich 444 st doch mit Baist [mal] traydo = getadelt lesen. Die
citierte »Stelle ist maasgebend.
2) Die Substantivform cabea^a 55 u (oeben cabe{a 55 1« = nsp. oabeza) lf<($t
die VertDutting nahe, dass «i in diesen Fonaen wie »: getprocben wnrde,
538
8. GräfenberK
DriHe Konjagatitfu.
Die Veränderang des ätammvokalB in gewissen Zeiten von Verben
wie morir und pedir ist noch ziemlich willkürlich durchgeführt. So
finden wir morie^se 464 ie neben murhseu 67 is: moriere 33 n, mo-
rit'ren 66 u neben murio 44 ii und muriere 33 1«; despediome 463 n neben
se despidieron 462 ie. — Recibir und redimir, die heute das 8tamm-i
in allen Verbalformen zeigen, haben bei D.Juan Manuel noch c, wenn
ein betontes / folgt: redemir 4!flti, 493 in, aber redimo 459 i ; re^ehir
453 19; re^t'bido 464 rj , 466 7, s (allerdings auch Berebio 522ti)\ aber
recibe 453tSfii; regibeti 517 n. Vgl. auch escreuir.
beuir^) 464sf6jio..^ bebir 464 i, — Praes. Ind. bive 461 is, biue*
467 *; biuen 473 u, 484 to, viuen 510 u. Conj. bitia 45ti u; biwm 513 1«, »,
vinan 517 te. — Impf. Ind. beuia 464 is. — Perf. vi^que 485 t, 515 n,
hisque 474 lo ; visco 52239, bisco 522 ut. — Fut Conj. vi^/uiere 460 u. —
P. praes. biuiendo 468 lo.
dezir 444 it, desir 44 i. — Praes. Ind. digo 452 u; dize 443 %^
449 13, 42 6 (vorwiegend), dtz 41 »♦ 63 lo; dezide^t 451 u, 456*; diz^n
448 «, 468 ti. Conj. diga 480 u ; digades 465 m, 521 13 ; digan 508 *. —
Impf. Ind. dezia 443 is, dizia 83 21; dizian 40 s, «, dizien 39». Conj.
dixesse 473 u, dixiesse 444ti,a», 80 w. — Perf. dixe 460 m; dixo 444»;
dixieron 89i6, le. — Fut. Ind. dire 454 n, 2 i; dira 458 t. Conj. dixert
488 u. — Cond. diria 458 i^, dirie 40«; dtrian 447». — P. praea. di-
ziendo 443 u, — P. perf. dicho 445 ts,
oyr 471 %, oir 480 96. — Praes. Ind. ot/e 471 1. C^nj. oyan 18 «, 1*. —
Impf. Ind. oyie 443 m. Conj. oyes<e 443 u; oyessen 80 n. — Perf. oy
46.^ M ; oyo 443 m ; oymos 512 m ; oyeron 444 «. — Fat Conj. oy«re20 ». —
Part. perf. oydo 463 it.
r$ir, — Perf. Rieron 444 n. — Im per. Reyd 447 n.
scriu\r447 33, 449 m, 56 u. eacrtuir 2 », 4 &, 38 », escrtmr 3 1«, 15 «, —^
IVaea. Ind. e^fcrtue 52 s; ejtcribfn 57 10. — Perf. escrimo 3«. — P. |
scripta 445 », 448 9. 449 la. escripto 27 «, i«, 34 1*.
itulir. — Praee. Ind. sale 460 19; salen 477», aalUn*) SOSt^^TtUi,
Conj. 9cdga 22x6. ^ Perf. nalio 450 ta. — Fut. Ind. saldra 457 ml,
CoDJ, »aliere 22 iß, balliere 56 k. — Part, praes. mliendo 48 tu
venir 460 i, benir 511 u, 512 2, te. — Praes. Ind. vitme 472 wl,
nf 501 » ; rimen 520 », bien€n504 a». Conj. venga467 Uf b^mga 511 o. —
Za beachten int das bei Dtez Dicht belegte Aoftreten von e io heutr, 1
Dtero I der folgeDden SUbe (wie heute pedir).
nl}ügp Venloppelaog von n und / ist in der Ha. S>. M witkt erltmi;
Htma 8 19. 40 «i roUen 17 i%\ carUtgtna 70 c
Don Juan Mamifil, El Lihro dol CauMllero *>t rtnl Eeeiidero
;lR9
Impf, Ind venia 450 to, vinia 4Ö 9, i«, 78 w, binia 50»; venian 449 ig.
Cooj. V int esse 465 a, 43 w, reniesxe 4HJ 27. — Per f. vin 466 i; vino
466 6, 2 T, venöse 44 »2; vefiiei<tcs 465 25 ; innieron 450 aa, bivieron 463 ♦. —
Plusq. viniera 463 i,3». — Fut. Ind. vernn 490 le; oeman 18 ss, Conj.
uiniere 465 te; veniere 20 s, 21 so, 22 17; vinieren 51Hst. -- Part, praes.
viniendo 44«». — P. perf. venido 4*t2 1».
yr 463 ii, 464 m. — Praea. Ind. van 47S la^ 7 1*. Conj. vai/a
f493M^ 22 4; uayamofi 444 w; tuyan 22 6. — Impf. Ind. yba 522 tr, yva
450 IS, yua 450 w; yuan 478ia,i7, — Perf. /wf 444 7^ xe fite 463 3t ^
fuesife 444 i, 463 n. — Fut. Ind. yra 22 10. Conj. /uere 22 s. — Part.
praes. yetido 443 ts^ 25 6.
fll. Syntaktisches.
A. Person.
Übergang von der 3. zur 1. Pers. Sing, hat Morf (Litteratürblatt 1881
S. 449) für das LIbro de la Caza 3 fi, 40 16, 46 », 46 »* konstatiert im
Gegensatz zu Baist, der auch hier die dritte Person eingeführt hat. Es
ist in der That leicht möglich, dasa ein Schriftsteller, der, wie D. Juan
Manuel, über seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen in der dritten
Person berichtet, hier und da sein eigenes Ich durchblicken läset und
80 zu der ersten Person übergeht Von den angeführten Fällen ist
aber nur der letzte sicher; 46«: asi commo ßzo fiscfiuir lo que el
[sc. D. Juan Manuel] vio e oyo eti esta arte dela cai;a, que si alguna
cosa viere daqui adelante que se tnude 0 Sf fagu mejor e mu>< estratln
mente que asi lo j'are escriuir. Weniger zuverlässig sind die drei
übrigen Fälle, in denen der nachlässige Schreiber von 8. M durch Aus-
lassung des auslautenden 0 von leyo, biOy oyo leicht die dritte Person
in die erste verwandeln konnte. Dies gilt besonders von 3$: Por que
don iohan es muy catjador, ley mucho en elfos e fallo que eran muy
bieti oidcHüdos, wo die 3. Pers. fallo in fast unmittelbarer Nähe steht.
Indessen thut man gut, diese Fälle wenigstens zu konstatieren und ab-
zuwarten, ob nicht in anderen Texten derselbe Übergang mit noch
grösserer Sicherheit zu belegen ist.
B. Hmnera«.
Auch eine Untersuchung über den Numerus hat die Nachlässigkeit
des Schreibers zu berücksichtigen. Wer razo 460 »^ matiencn 503 u,
bneas 521 2t u. dergl. (statt nuon, manheneu, buenm) schreibt, kann
ebensogut das Plural-/] der Verbalformen auslassen, und wer a/lhos
mit nn schreibt und doch das Tilde darüber setzt, wird leicht ein fi
Rwiuftui*i-Lt' Für4clinngfii VII.
ao
540 S.
•nflfeii, wo es nioht ateben daif. Dies TormiugeMkMkti efgeboi rieh
lblg«nde Bemeikiiiigeii:
1) Vor mehreren Sobjekten im Singnkr oder eiiiem Sabjekt im
Plwel steht das Verb oft im Singiilsr: etfteko mUproiogo «T tdmpf-
IMfaetMi 446 •; ei por qtie/tmse punio meBot d 9ol ei la imm «# las
mhrellas 479*; rmir le* ya end9 dos daXos 513m; an «t ef ^ram (!j
«fr io9 framd» *eiior» 517 n,
2) Zaveilen «eeh naeh mehreren Snbjekten im Siagoiar: Cm Im
hitm mmdmm^m et ei poder ei im Biquexm fmae m omme mtma umarfo 4ß4 n;
Et Site cabmm ti «fo brmieaa «Mwprt aeaet^ «n im atar 516».
3) Naeh codla mno und ihnfiehen Anadrikeken, die dem We
naeh eine Einheit, dem Sinne naeh eine Mehrheit bedeaten,
meiitens der Plural: earfs ma ileitot [ae. frfiafog] «on mmß hmemm 452 <.
Ei qmmi fmier deaiat mmmmrmf , . . mm mtmiat atmmermt 472 •; 17$ k
479m; ab«r 491n, 498n, 5169: Ei sy dezir gw eada nw deMmt mm-
imlet nrn emmtpmrmdo a mm deim* ififr pimmttmt. Im letstaa Falle
der Sivgaiar vahrseheiBlich, weil hier emdm «■• etwa = ,je riaer
Torcwdb «ae iteht teüs der Sngalar 478 1^ #$6», teifedsr :
476 at^ 507 m^
4) Wechsel im Kamens: Et m ei pmdn • ti hmm mü§9 U <
defmet fm m em iimmpm pmrm im emtU^mr d» ptUkrm^ CmtÜfamim mm
■aarrs fm sr |wrta deim$ j/trrme et für /sfs imt casat fwr dmm^ Et
•HW ffim diif em wawira am «n im^ar ^mi pmmdm emd€ remir dmSe mm
«bsMwrru. Et em (tK i-nnas de yme m ymede aMiefto apromtekmr mfmdmmle
fmmmi» pmed^m por 'ime ia» mentie ..,4!^». Der Wechsel im 5s
fffkÜrt sich hier, wena ssaa annimmt, dass D. Jaan Msnapl
Yaier «nd Freand agleich, bsM nar an einen van bcidea
Ein BcMpteL das anch deich das persönliche Firwon ieibfcgt im»
Ji^«, wo «s TOB den Kichtem hetist: U nu fmejmdymem Imt
fa# ante eC^o * rimiervm '.tm K>!r>iüc ec '.tm JmtnW .umsn dSt
U ntni ^ -iw CtgfciMwf (me e' 'J 'de lUntr -pm « mem imhmtfme dKSrn,
y. Wenn das Snbjek« «^ 0<>jcht eines Saftses, der von eiaam
napecsi$ttfiieh«B Verb abhSagif hc im Pfaiat and am Infangf des Satans
sacht . so bcwtrhs «» sav^tlen . da» jeaea nnpcrsdafiche Tcfh in äam
Ptnrat geseot wird. & trvEi glfirhiinm eine Viiiihmilinng der pcr^
sJWkhctt and der aspen^ttfiches EsMCnktis« ein: D mim •sbrar
,»t. prttfmmatsf /««? vm^ Hfh*- -■fSti*tmii^ ie-jftJ^ pur |«s «.ayis 'ja« raa mn.
rmewn '>jn 'jr^ate ntn*^miM leCi» ntbtr ^Ix: 'tmi pmvjet fme mtei pr^
fmuubf jtubtt» tm/'-Ai^m artji> mt/Hipuä it mil*» urttfmmcmr. mm jniinaw^u»
'jOKi ie fgtf £ctc^im<*tf'- (WJ(«< 47; : . aber ifsi^ *: f'nm — peetemhpm^ —
MTu pr^'ptmcut «im «jf 9mi ha'«« mentit^ 'Jmcv* mm unmt^'^t fm/ mm trem d># a.
Don .Jtian Manuel, El Ubrn fiel CanAllero pI del Ksrutlcro
f>41
Ei otrosi ay otra manera de bestias quf i*(m muy enojosa» et seiiaiada
mente alos cmmlhrOA quundo acaeqen qtie andan ni las guerrax 497 »a^).
O. Tempora.
Tmperfectum. Dies Tempus steht einem Perfectum gleich-
bedeutend und mit dieaem abwechßelnd ■i5(?w; commo cn escud^vo »nlio
de i(u fierru et i/va ö/a.s corfet< del bton Uey por aeer caua/fcrOf et commo
se adorme<:io en el pahi/rcn . .
Zuweilen wechselt es auch rait dem Präsens ab: Otroiii a lo (fue
me preffiinta^ie^f quäl era et mayor plaz$r, tos digo . . ItRftt. (»Sonflt
heisst es gewöhnlich: A lo que me preguntasUs que cosa son las avett
ü. dgl.). El primero ^ quf deue omm amar ... El . IP. que deuia
quet'er para .s« criafiano lo que queria para tii 491 it. Häutig gebraucht
D. Juan Manuel das ImpcrfectuiD , wo das Nap. den Conditionalt» vor-
ziehen würde, besonders im Hauptsätze von Bedingungssätzen . . . .^)
que .</ yo la>f pudiesae aprender, que me cumplian asaaz .üi'iar; non se
fsfuerqa qiianto deiita 477 ä ; el que sabe que non a eate enhargo , tan
alegre deuia seer que ningun pesar non deuia »entir 461*; vgl. 8.475
Anm. 5.
Perfectum. Dem Laieiniöchen entsprechend steht das Perfec-
tum bei D. J. M. noch ziemlich allgemein statt des heute iiblichen
Pluaquamperfectuma nach Temporalkonjunktionen wie despues que,
desque: Depues que et cauailcro uouei se pari io del cauaftero an^iano . . .,
Enpego su Camino para su tierra 463^3; preguntandose el vno alotro
nommo les fucra depues que de vuo se pnrtieron 465 tr ; et desque legaron
antel Hey, Dixo el (;apafero 444 n.
Plusquamperfectum. Der Indikativ dieses Tempna in Beiner
ursprünglichen Bedeutung kommt zwar auch noch heute hier und da
vor, aber bei weitem nicht in dem Masse wie bei D. Juan, aus dem
nur einige Beispiele angeführt sein mögen: El caualtero nouel arcor-
dandose de quanto bien aprendiera del cauallero que estaua enla her-
mita, tomo su Camino para aquel lugar do lo fallara 463 n ; mosf/o o/
Rey la su Bazon por que viuiera 463 t. — In der Bedeutung des Per-
feotuma steht ea 463»: commo el cauallero nouel se partio delas eortes
et tomo por la hermita del cnvallero anriano Et quisiera aver respuesta
delas otras preguntas; ähnlich 463 17.
1) Vielleicht iat auch ami deuo seer nuu estusado 474 m bettabehalten und
als YenDiaohuDg persönUcher und an persönlicher Ronstriiktion zu erklSron.
2) EiQ Dsp. Beispiel bei Coloma, Pequefiecee 91: si ho fuera por mt* hija,
efitablaba el divordo.
36*
542 S. GrSfenberg
Conditionalis. Der Cond. wird zuweileo gebraucht; wo es gilt,
mit mehr Znrüokhaltaog das zu sagen, was sonst das Präsens ausdrückt:
Et por que esfa mbiduria non llega nin punto (!) cU estado de caualleria,
delo qu$ omne a de aprender de otri, non vos sabria dar recabdo 477 »t;
me pregtmtastes ((uai es mayor plazer e el mayor pesar que omne poäria
auer 459 u (aber 460 t : el mayor pesar que oninepuede et deue auer); 451 s.
D. aiodi.
I. Indikativ.
Nach den Verben des Denkens steht bei D. Juan Manuel zuweilen
der Indikativ, auch wenn sie verneint sind : et non deue nhiguno teuer
quela piadat de dios es famana que dexara los malos fechos sin pena
49"^»; HÖH druen creer que lo que ellos cuydan que aquello es la rer-
daf 519 i^ 4ii(iu^ 50Sn. — Umgekehrt steht aber auch einmal nach
einem bejahten Verbum des Denkens der Konjunktiv: Et sähet que dios
t^MHifue la nda «n estv mundo alos omnes por tres Basones 514 u.
n. Konjunktiv.
Das Qebiet dieses Modus ist bei D. Juan noch viel grösser als in
der modernen Sprache. So finden wir den Konjunktiv, den Modos der
Tngt'wisshoit, hSufig in aolchen S&uen , in denen von einer Ungewisa-
heit schlechthin nicht die Rede sein kann. In der Regel ist dann das
Tempus dos rogiorondon Satzes bestimmend fSr den Modus de« Neben-
Mtxes. Ein Konj. Praes.. ein Ind. Fut. oder auch ein Infinitiv in Be-
gleitung eines Modalverbs in irgendwelchem Tempus pflegt den Kon-
junktiv nach sich tu uehen. und iwsr mit Vorliebe den Konj. Fnt..
wenn es die Consocutio temporum gestattet. Eine bestimmte Richt-
schnur ^iobt OS «bor nicht, denn häußg finden wir. wie aus den Bei-
spielen ersichilioh ist. den Indikativ, nachdem knn vorher in demselb^
/.u^ammcnhar.i^' of: ist auch der WoniSut fast der nämliche — d«r
Kikniankiiv g^M^aoden hat.
l. Objektsitte;
Wechsel von Indikativ ur.d Konjuakiii : Pi-r^- >. n'^nr ju^ va ei «»»
«OPP\M Ax^« •^\«;«;.\ i j.f-A- KVYi.v^ftj jtfuSfn }n€K a2 •««r«Y. ..33 t.
:£. Tempc^raUStf e:
Ww $cK>a S. >4; b^Äorkt. swi; •= Ttapc^raisiiwo , die mix d^s-^
jfim^ fyi0 X. St. o.r*c«?io:^^: s:ri. c*w^ci-lx± das Perfocnun. Der in
^ BMM>H;sr.i: ^^ec äe£ K.^r;:iT.kuv ecihali^r» Beobachtang gcniw
«c4i »:o: K cos FiTiri— *r^ :: \4- i- i-n*' ..■ r-:.* r.>n»^. ^.
Don Juan Manuel, El Libro del Cauallero et del Escudero 543
me enviades dezir que vos pagardes ende^ enton^ lo fare mos apostado;
513 m: quando les alguno ßssiere tuerto, non geh deuen sofrir; 481 is,
446 1, 447 19, 457 ao, 29 u. s. w,
Ist aber ein Ind. Praes. Tempus des regierenden Satzes, so steht
auch im Nebensatze des Ind. Praes.: Mas este dura en qtianto omne
bive en este mundo , et depues que aale del para siempre 461 19; desque
comiengan a entrar enla manqebia affuellan mucho sm costumbres 484 «.
3. Kausalsätze:
457 6: lo que da non lo da por que tome plazer enlo dar, mos dato
por que cuyda sacar alguna varafa dello. Während cuyda Ind. ist,
steht tome ohne Zweifel deshalb im Konj., weil der Satz, von dem es
abhängt, verneint ist (= nicht etwa, weil).
4. Folgesätze:
Wechsel im Modus: los comejen en tat guisa que mantengan las
buetias costumbres enque fueron criados, Et asi commo cresgen en los
diaSf que asi catan en ellas 484 1.
5. Bedingungssätze:
Auch hier ist der ausgedehnte Gebrauch des Konj. Put. zu er-
wähnen : mos si las respuesfas non fueren tan complidas . . , nan vos
marabilledes 467 19; 467^6^ 468 3^ 477 21. Indessen steht der Ind.
Praes. 507 ♦ ; Et si se quiere entremeter en otras muchas s^iengias, sera
marauilla si las pudiere saber. Wechsel zwischen beiden 486 si: si el
cauallero quisiere tomar estado de labrador 0 de menestraly mucho en-
pesge al estado de caualleria, et esso mismo .si estos dichos toman estado
de caualleria; ähnlich 494 14.
Auffallend ist der Konj. Put. (statt Impf.) in folgendem Satze, wo
das Verb des Hauptsatzes im Cond. steht: Mas si en alguna cosa non
obiere entre ellos apartamiento , tan loado seria el medroso commo el
eforgado 476 is.
Über das Imperfeotum in Bedingungssätzen vgl. dieses Tempus.
6. Concessivsätze:
Nach den einräumenden Konjunktionen avn que, commo quier que
steht der Ind. ebenso häufig wie der Konj., z. B.: commo quier que el
non fuesse omne muy Rico , era de buen [linagej 450 24 ; commo quier
que yo mucho angiano sea, non pude . . . 485 12; complido es el sacra-
mento avn que se non fagan y otros complimientos 453 ta; aber commo
quier que estauaflaco, Reciobolo muy bien 467 12; commo quier que so
mucho angiano . . fengo non so de culpar 475 7.
544
S. Grafts uberg
7. Nebenaätze der Art und Weise:
462 n: de uqni adelante tos seittire ijuunfo jiudiere wuy dr buena
nunfe; ebenso 4^2 z. Sobald das Verbum dos Haujjtaatzes im Präsens
oder Präteritum steht, tritt der Indikativ ein: sieupre fiz quanto pudi
474 u; 477^7.
Während ferner 467 n der Konj. Fut öteht [JResiJonder ros he ett
pocas jtalal/iris tiet/und que dioa por In su mer^ed me qwsiere alumbrar),
findet sich der Ind. Praea. 473 n: quiero vos dezir algo, segund lo en-
tiendo »obre estas preguntas,
8. Relativsätze:
In den Relativsätzen gebraucht D. Juan Manuel mit besonderer
Vorliebe den Konjunktiv. Der Konj, Impf., bedingt durch ein Präteri-
tum im Hauptsätze, steht 443 n: et deziu tan mal enada nitfitle, tan
bien las palabras commo el sotK que foda omne qaela oyesse, si ante non
la oyie^ fenia que na muy mafa cmitigu . . ; 450 ti^ 5f)7 ti.
Der Konj. Praes. wird gebraucht, wenn dae Verb des regierenden
Satzes im Fut. oder Conj. Praes. steht, von einem Modalverb begleitet
oder von einem andern Satze abhängig ist: Et non uos marabUlede>i en
fazer go scr/'uir ro.sa.s que aea7i was fuMicfia que muy buen scso 447 m;
4ßSi6; 517 w; 456 n.
Der Konj. Fut. ist jedoch auch hier die vorwiegende' Form : ^ la
pregunla eiist' paresre ligeru, f)ero quiert hten quidere cugdar etiello, non
fallara que en tan figera 4S6 n, 45^ o, 4^1 x«, 4!f4 Jt» u. s. w. Er kann
sogar atßhen, wenn das Verb des regierenden Satzes im Praee. Ind.
steht: Et niego a todos loa *pie legeren (vielleicht einmal Ie«en werden!
qnal quicr delos libroH que yo fiz , que , si Jalluren (dgmui razon med
dicha, qnr non pongatt ami l<i culpa 445 is^ 460 1?, — Ausnahmsweise
steht auch wohl im gleichen Zusammenhange der Konj. Praes.: Ca bien
subeden que d que eitferma fara quanto pudiere . . 492 -^ Man vergleiche
folgende Satze mit einander: Pero aquälo poco que yo entendiere dezir
uos lo he487it; Pero lo que y^ nttmdh're dezt'r cos lo he 506 s; 516 t;
519 j? und andrerseits: Pfro aquello que yo entieudo dezir vos lo h'
485 IS ; Max lo que yo entiendo euHlo dezir uos lo he 520 * ; Man lo qtut
yo entiendo de aquel poco eutnidhnento que yo he vos dire 434 i« ; 518 u.
Hier stehen also Praes. Ind. und Fut. Konj. ganz gleichbedeutend.
Beide Formen nebeneinander ^88;/«; 519 n: la rtia que Judguen las
cosas que ante ellon viniewn von verdat el con derrcho . ., la otra #«
que las cosatt que el u de llbrar que las non acoiniende a otri^ Et las que
otri ouiere de librar que se non enbargue dellas.
Duii Juan Matiuol, Kl Libru del Caiutllero vi d«i Esciulero
545
Im übrigen ateht bei ü. Juan Manuel auch der Konj. in den Re-
lativBätzen, in denen ihn sowohl der moderne Sprachgebrauch als auch
die latein. Spraobe erfordert.
in. Infinitiv.
Der Infinitiv , der heute statt eines Nebensatzes mit dem Verbum
tinitum im weaentlichen nur dann gebraucht wird, wenn .sein Subjekt
eobou im Hauptsätze vorkommt, ist im Altsp. weit häufiger. Hier darf der
Infinitiv, selbst der präposiHonale, ein besonderes Subjekt haben ; dies
steht in der Regel hinter ihm.
A. Keiner Infinitiv,
1) mit besonderem Subjekt:
[El Rey deuej gnardar Ins h'yes H /ueros que fos ofrois bueuos Ifeys
qtte fueron autr tjue vi dexaron alo6 detas tierras, Et do rton tau /allare
J'echas, fazer las f/ buenas et derechas 451t»; Ca vna deias idazenteras
tcosas que cnei mundo ha [es] bcuir omne en ia tierra do es natural (64 it;
para tos legott nou ha tan huena escuela enei mundo cuemo criarar omne
ef btuir en casa deloa aenores 467 m ; 475 rj.
2) ohne besonderes Subjekt, besonders im zweiten Teile von Ver-
gleicbaätzen , wahrend der erste Teil das Verbum Ünitum hat. Ofrosi
in ftrguenra le fara qUf sufra ante la mtierte */tfe J'azer rosa rergoilosa.
Et pucis digo quc ante su/nra la inuerte quc caer en vergaeti^a, hien
^deiiedes entender . . . 45i) -t ; 4f)9 22.
Umgekehrt steht zuweilen nach/o^erdas Verbum finitum, wo wir
wegen des vorausgehenden Personalpronomens den Infinitiv erwarten
sollten. Et aim el mester tt Jura qm' ßiga vna cordura öOfi t ; Ca la
Razon et la naturaleza nunca da a omne que faga com </ue sea de-
inuicio de dios. ante If fara qutl sirua ,'>10 tr ; beides neben einander
508 u: Et esto faze al omne fazer el mester was que com del mundo,
Et este rnenfrr tnc fazc ann' que conosca algo dflos arboles.
An Slellü eines lat. Acc. c. Inf. mit einem Relativum als Subjekt
gebraucht ü. J. M. einen Doppelealz, indem er den Infin. durch que
mit dem Verbum 6nitum ersetzt : por la grant hondat et graut sabi-
duria que moatro que ha eu fazrr tan granf et tan buenu jobraj 486 • ;
maji denen (!) de/azer cnojo et mal al quf mben que si gdo fixieren que se
rengara enfdej 513 2» ; 520 »,
B. Präpositionaler Infinitiv.
1) Infinitiv mit de
und besonderem Subjekt: rra tiempo de xe yr el cauallero para an
tierra 463 a. Et quäl qnier deatas maneras . . . son malus tnanerus et
tty danoms et muy graue de sc guardar omne de . . , 472 s.
546
y. Gräfenberg
2) Infinitiv mit />«ra oder sin
und beBonderem Subjekt: para seer el Rey quul vos dpzides, dmia,
et gimrdar tres cosas451 ii; 460 f., 401 4, 479 a. — Et sin ae faaen
cosas non pueden seer los saarmtievfos conplidos 453 le.
3) Infinitiv mit en
a) in der Bedeutung des Oerundiums: vos ßzo dfos mayor ^rctcm
en vos dar el etttcndimietito 467 n ; por fquej el fuesse loado en fazrr
tan fiob/e com 479 i; 488 la u. s.w.; mit besonderem Subjekt: Et non
uoti marablilledrs en fazei' yo scn'uir cosas que Scan mus fabliella gue
muy buen seso 44723.
b) als Subjekt: i>are8ir mal en fazer omne contra uolnntud de su
seiior 481 ^i; en cuydar enellas es hicn et en fazer las es mejor 480 do;
Pero en conos^er que cosa soti los metalts noii pn'tenes<:c a esUtdo dt
canalleria 513 is; neben dem reine q Infinitiv: Et por ende la jjrimera
cosa que omnr puede fazer es conostyr su t'ntado el mantener lo comtno
dtue, Et d muyor yerro que omne fuedr fazer es en non couosi^er tun
guardar si* estado 487 ».
C) als vorausgehendes Objekt: Mas en dezir uos yo nerdade
uiente qiie cosa es la fierra . . . Esto höh podrin yo fazer 520 2.
IV. öerundium.
Das Gerundium vertritt zuweilen einen Nebensiitz, desseu Subjekt
zu ergänzen ist: H faziendoto usi sera la fierra manttnida por lo*
seiior&i mmmo deue (und wenn sie — die Uerrcn — es so machen u. a. w.)
520 i ; e otros ßo.falcones rioj qur fifzit-ndo tes todas eatas coeaa nuuca
quisieran ser buenas (Subjekt: man) 27 3.
V. Partieipium Perfecti.
Üass das Part. perf. mit temr verbunden nach dem Objekte flek-'
tiert wird, wie 444 t: tajo q na/dos rapatos et rapafero tenia ftchos^ ist
noch heute üblich. Im Asp. konnte sich aber auch das mit haber ver-
bundene Part, nach dem Objekte richten, gleichviel ob es voraogic
oder folgte. Einige Beispiele aus D. Juan ManueP): aqtiel ^apaterfp
(jela avia confondida 444 le ; los Ubros que yo he fechos 444 i«; las obras
que obiere feckas 488»»; commo driten ciuar los falcones de^pues
an unurtfi la grtia 42 2: weitere Beispiele: i45 j, 515 s, 522 is ; 39 s,''
40 IS, bStSf Blas. Mindestens ebenso oft bleibt jedoch das Part. un>
verändert.
1) Diez III 296 ist daniüh xu äoderu.
DuQ JuäD Haouel, El Libro ilel (Tauallero cL del Esouüero TvlT
Adverb.
1, Zur Heratelhing der abgeleiteten Adverbien bedient sich D.Juan
Manuel fast iniraer der Bndung -mente ; einmal findet sich die alte Form :
derecha mientre 493 t.
2. Für das Adverb mmj, da« heute allein zur Bildung des absoluten
Superlativs dient, wird noch häufig mucho gesetzt, wie denn überhaupt
diese beiden Formen noch nicht streng geschieden sind: nmi podedea
aver vida tti non mucho cuo/osa et muy lazrada 465 s« ; saldra ende
nmcho atpm 476 ti ; so inurho an^iano 467 3*, 477 i^^ 4Hrn^ii u. s. w. :
andrerseits muy mayor Razon 492 a; 4632t,
3 Das Adverb quanto behält bei D Juan vor Adjektiven und Ad-
verbien im Positiv meistens noch die Endsilbe : quanto prant dißrtncia
457 10 ; quatito onrado et quanio bt'eit andante 463 u; quanto grattde . . .
quun tjrandt' 492 vi, ta,
4. Nach Komparativen, ante que u. dgl. io affirmativen Sätzen steht
gewohnlich non. statt alijuno u. dgl. ninyuno: was paran loa omnex
miefites mi wjuella /sc. liazonj que non es tan bien dichu qut non en
todas fax otraa, jior btni dichun qnv sean 480 13; et son tnejores lo^ fiJo.i
de asnv et de yegua que non los que son ßjos df caunllo et de ama 496 i ;
queria ante poner el mi saher en lo que cumple que non en al 507 »;
La ccrffuen^a otrosi citmp/f mnvho al cauallero, mas que otra com
ninffuna 45& 7 ; delos mejons /akonrfro/s que Don iohan nunca vio9ii,
5 In Sätzen mit negativen Fürwörtern oder Adverbien steht im
Nsp. die Negation no nur dann vor dem Verb, wenn dfc erwähnten
negativen Ausdrücke hint<M- demselben stehen; im Asp. auch sonst: en
*ttingun lugnr non ins }>Hrdv mrjor aprendcr 468 -j ; ni ninguna gumt
non deuen seer /ertdos 483 i ; jior que yo nunca n<m lo pnde aprender
de otri 485 u ; Ca el omne non es pifdra, nin el otnne «o?» es arbol 488 to;
non unmittelbar vor dem negativen Fürwort: enel yuierfw ay muchaa
gari^as blancas e muy pocas pardas e non ninguna Rubia nin abdar-
ramin 76»«.
6. Die Negation non steht im Nsp. vor dem persönlichen Fürwort,
im Asp. oft hinter ihm: lo non ha 476m; que sc non puedc dezir 460 lo;
l4ö2u; 469 19 (vgl. Förster § 403 i).
Praep>osfi tionen
Hier sei nur auf eine Kigputumlichkeit l». Juan Manuels hingewiesen,
Die Präposition a, sei sie Kasuspräposition oder nicht, kann unter-
drückt werden,
1) wenn das folgende Wort mit einem u beginnt: El cauallero...
ilegu uipitl lugar do el Rey Juzia sus cortes 462 31^ tiene nitentes por
^48
S. Grifeoberg
iUgnr aiftm hitn et a buen «siadc 464 •; ti äcpHrj^ j^r ivman umäat-
M cmmtHC derteih 4?i^m; ra alecndM 77» u. 8. w.
2) wenn das vorhergehende Wort auf a ausgeht: en pma qme
' m aermfio öül»; H las tomara moda qutmdo ei qmmtrt497 u; da en-"
Und^ 478 «. 510 1», dara eniendsr 494 a, ood in Anlehnang daran aoeh
d<mdo entendtr 499»,
3) wenn daa folgende Wort mit einem o begiDDt: bien asi
ein» prtfwUot mttckas ro« Hixr 474 ts.
Itt diesem Falle verdrängt jedoch das a meistens das aolaateode o:
[et] apnmetha a»i mi^^mo ei airof m$icikot ^2n; per qtu venga
mal sin Raacm de loq^e ei faze 511 1« ; andan de Oriente ac^dente 465 i
Abb. Ebenso wie die Prfipoftition a wird auch die Verbalform
(=z habet] behandelt: ai qnda de oprender 480 u; Ca mnekoe eiruem et
ee faeen pariente* d^l cmme mienire kvma an^dem^a 464 m.
Koi\junk UoneD .
1. !:)intl por ifue atebt hinfig blooa for oder fuf
/>or = damit: Et lae femiee esirtmas dtteatimn ^aediesee diae Haaem
por eiioe guardund» an Imiad pmdmeem eeer enei am eemorio 450 u ; 4SI m,
493 Mj 509» und &fter; jMr= weil: El per eem^a mtttMo a tae aocyw-
maifo» . . . M mae omrado ei mos olfo eetodo 454 k 461 1^ 477 m, 5$0 ». —
mte = weil: Mae ifite me pantoe queiat Baeomee qae m ei m e«N-
tenian enm m%ty hmeetas^ ttme que era m^'or deia* scriuir 9«« deien damr
caer tm obiklc 449 9 ; 4fpS i*, 4^ n.
2 Wiederholung der Konjonktioo i/m^. Dies illl 342 Anns.) be-
legt dieee BrscbeinaDg nar für das Ältfranx. , aber auch hier nor für den
Fall, das« beide Konjunktionen durch einen Zwiaebeosatt getrennt
werden. Ü. Juan Manuel ist in diesem Falle die Wiederboluig aehr
getiafig; oft trennt aber die beiden Konjunktionen nur daa Sttbjekt
oder ein anderer Satsteil: ee qwe was ^ae eode* mW daewidor 447 m;
^Bi paree^e me t/ue por muntuea que tme gueredat wteier em 9e$yman^
im; iCt pedo eof . . . que, ei dt aigima eoas . . . ee« ji—rfe emeir — .
yw# le (9mdt* 462»; Tgl. U9 », 462^ 473tK», 4S»*,m,e»^^ —
rOMtiNo wiederboll: ifos la qme y9 emde u, ee . . . etwm§ ei ad ei
la iuHa ei tae otras einto tslrell^ eommo »aleei en orietUe^ Bt i
ptmen ofidemie 477 a.
{) iti tinrin imuv Tiat g»r Bug«x liM Verb, voo wtkAw t« thbJagf.^
-m^u : Olr«M lem§e fec, pwa «I ciello tm qm« aadtaa ku ii»<lla< fm&
MM «Ho f M Im ahm . et pmetmum Ims tetrtÜme fl«a» Air an^ ti
DoD Juaa Hatiuel» El Libro ilt-l Ciiimlteru et dol Escudero
540
Zuweilen vertritt iftw eine schoo vorangehende KonjunktioD: envio
V08 h por que alguna vez quaudo non imdürdti^ dormir. que vos leau
447 IS ; dexolo por que ... si la querede» deprender, gue fallaredes que
, P08 la j'odra mostrar 462 t ; Et avn que delaa cosas que acaescen que
ayon miedo . . . 477 i.
3. Bei einer Aufzählung werden oft alle Glieder durch ef verknüpft:
en h» /sc. niete ridlosf nvfa stete estreUas: et el sof vi tu luna et tau
ofra» cinco 4ii5i»; Et dclas que .«•o« raradaa: rt lu^ ayucnas et tos
codomize» et las tortola» et las gohrdrinas et los amoue» et los onreros
504 at; 485 3t. Et zur loson Verknüpfung von Sätzen ist fast auf jeder
Seite zu belegen.
4 l>er Nachsatz wird oft durch eine Konjunktion eingeleitet und
dadurch mehr hervorgehoben. Dies geschieht durch
a) fit, auch wenn Haupt- und Nebensatz nicht dasselbe Subjekt
haben, (wie Diez III 344 behauptet; vgl. dagegen Litteraturblatt 1881
8. 449 zu 2»): Et por semeja mncho a los saaramentos , Et por ruta»
lazonts todas ea mos unrudo ef mtis falto] estado que entre los Icgos
puede ser 454 i ; si las omtie fazv u entencion que dios sea ende seruido
et non beiiya n nitiguno mal dellns, Et esfu es buena eniengion et buena
gloria 511 ii, gegenüber ö/i i«/ ..que pues dios que todo vi mundo crto
de nada, et los podriu redemir rott nada 493 n; 2«», öw, 8 i, 13 «s,
37 30, 61 i, 71 ae.
In folgendem tiatze dient et dazu , das nachstehende Subjekt her-
vorzuheben: Et asq delos cinco stuos corporulvs ^ et los que no« of/r et
fuMar itlcan^an algo deltu^ cosns spirituales 471 i.
bi pero^ seltener tuaSy um den nachstehenden Hauptsatz eines Kon-
oessivsatzes einzuleiten ; Ef vommo quiera que el castigo con prcnüa non
lo an mesfer los senores que son de graut sangre^ si non tn quanto son
mogos alo mas fasta quatorze anosy Pero dende adelanle es les mas
mesti'r que fasta entonre , que esten eotifllos omnes buenos et cuerdos et
leales 483 n ; Et commo quter que es preguutti grande . . ., Pero con
todo esto es ena delas preguntas . . , aqiie fengo que fos puedo respondcr
498 11 ; 513 17, 518», 520 n; am que el omne Hesponda mlns prtgunUin
lerdadera mente, mas graue es de fazer que sean todas las respuesttis
de apuestoK Razones 4fj7 Jt.
c) por ende vor dem Nachsatze eines Kausalsatzes: Et por el iol
et las planetas et el aijre non ßeren en todos los lugures dela tierra vn
vna manera, Por ende las tierras et las cosas que en ella se crian non
»an todo» de vna manera 520 »; 468 n^ 492 iu^ 494 9, 518 i».
f)5()
S. Gräfüuberg
Die C'itate beziehen sich auf:
Amaciui- d« tos Rios, Histnria critica de la literatura espaüola, Madrid 1861 ff.
BaJet, Dou Juaiit Maoael, El Libro deta Caza, Halle 1880.
Casti^^uB ^ doeumeDtoB dp] r<>y don Hancho ed. Gayangoa im öl Baode der Bibl.
de aiitorfs espafioles, S.85ff.
CHstigoa y dotrinae *pie un sabio datia .■« aus bijaa, in: Dos obras didAoticaa y
doB li^yeDdas sacadas de ujanuHcritoa do la Biblioteca del Escurlal. Daliia
& liiz la Sociedad de Bibliofilos eBpanolea (G. Knuat) Madrid 1878.
Oifitoria di>l Cavallero Citar ed. Midielaor in der Bibliothek dea Litterarischen
Voreins in Stuttgarf. Bd. 113, TUtMogen 1872.
Dozy et EngeLinann. Glnasaire des mots espagools et portugais däriv^e de Tarabc,
Loydf 1869.
Dukes, I.., Kabbiaisbbe Bliimenleae. Kwipatg 1844.
— , Ztii- rabbinlBchen Spruchkondp, Wien 1851.
Jübo Diiulopä (lescbichte der ProsadicbttingeQ, oder Gescbiobte der Romane,
Novellen und Märchen. An» dem Engiiachen Übertragen von F. Liebrecbt
Berlin 18f>l.
Fiore di filoHtifi c di uutlti savl attribuito a Bruoettr» Latini. testu in parte in-
edito. eitatu dalla CrnsoH e ridotto a mt^tior lezione da Aotonio Capelli,
Bologna 1865.
Florea de Filnaotla, in Kimafa oben angeführten Dos obraa dtdäcticaa.
Freyjag, G. W., Arabniu proverbia, Honoae 1838— 4:i
Saitcti bidori Hiapalertsia epiacopi opera umnia qnae extant. Parisiis 1601.
Journal aaiatique on Recneil de ro^tnoiree d'extrair« et de notioee reladfa k
l'hiataire, k la philnsophie. aux langnea et ä la littöratnre dee peuplea oripn
t»nx. S^rie V, toine VIIl. Paria 1856: Cinqüitniie extraät de l'ouvrage arab^j
d'Ibn Aby OssaVbi'ah ; Hur Uristoire des uiödecius.
KdiiBt, Mitteiinngen ans dem Escorial, Bibl. des litt. Verein«, Bd. 141; davon bc-
flonder« die Bocadoa de Oro und Buenoa Proverbios.
T,pronx de Lincy, Le Livr«? de« Proverbes fran^aia, Paria 1859.
El Libro de laa aves de ca^a del oanciller Pero Lopez de Ayaln con la« gloaaa .
dttl duque de Albuquerque, Madrid 1869.
LuctdariuB, so von ettich tbeologisc-b, pbilosopiachen titid papiatischen fragen'
handelt und sie beantwortet. (Titelblatt fehltlt
Las Siete Partidae del »Sabio Key Don Alonso el Nono, Madrid 1611.
Don Pedro el Ceremooioao. Ubra de Moaeen Seot Jordi e de Cavalteria (CoIeo-1
ci6n de documentos änedito» dol archivo general de la Corona de Aragon.
pablioada de Real orden por au cronista D, PrÖBpero de Bofarull y Matcarö.
I. VI S. 21 tr. Barcelona 1847.
Putri Alfoiisi Diacipliiia clerit-alis ed. V, Schmidt. Berlin 1829.
Adolphe de Piiibiisque: Le Comte Lucanor, Apologues et fabltaux da XIV. aJt
tradnitB pour la preraithre fois de l'espagnol et pröc^däa d'nne notice aar
la \U' et les ceuvrea de Dort Jtian Manuel, ainsi qne d'nne dissertatiou auT]
l'iDlroduction de TApologue d'Uiient eo Occident par M. A. de Puibusque
Paria 1854.
Sübubl, Sentences et Proverbes du Talmud et du Midraaub, Paris 1878.
Don Juan Manuel,
La Cronica complida.
Nach der Handschrift neu bera nahegehen
von
U. Halst.
Irr meiner Ausgabe des Libro dela Caza habe ich 8. 147 die An-
sicht begründet, dass das Chronicon Dni. Johannia Emmanuclis im
2. Baode der Espaila sagrada mit der Cronica complida identisch sei^
die Juan Manuel im Gesammtprolog zu seinen Werken erwähnt. Zu-
gleich habe ich ea dort als innerlich wahrscheinlich bezeichnet, dass
ihre Abfauaung in das letzte in ihr verzeichnete Jahr 1329 falle, unter
den Neuerwerbungen des Brit. Mus. Add. Mss. 30057, fol. 177 ^ fand
ich später die verficbollene Handschrift, die mit anderen aus Silos ent-
fremdeten dortbin geraten ist. Die freien Schlussblätter eines Emmanuel
Cerratensis, Vitae SS., ». XTTl sind mit vorscbiedenen, meist historischen
Materialien ausgefüllt, unsere Chronik von einer Hand s XIV/XV. Deut-
lich läHst sich erkennen, dass auch die Vorlage nicht weiter ging als
bis zu dorn genannten Jahr: Der Copist verjüngt gegen den Schluss hin
seine Schrift erheblich, um alles auf die Seite zu bringen, so dass er
zuletzt noch Papier übrig behält. Da die Collation mehrere Berichtigungen
zu Florez ergab, erschien es nützlich, das Ganze hier nochmals zum
Abdruck zu bringen. Auf die Absicht, einen historischen Coramentar
beizufügen, musste ich leider verzichten.
Istum librum fecit fieri doinintis Joannes, filius illnstrisBimi
infantil domini Emmauuelis, de facti» principalibiiB quae cou-
tigerunt in regno Castellae postquam rex dominus Alfonsu«
ad imperium cepit ire.
Era MCCCXH rex Alfonsus ad imperium cepit ire.
Era MCCCXin in mense') interfecerunt Sarraceni archiepiscopura do-
minum Sancium et dominum Nuniooem. Et obiit infana dominus
1) Erg.: MadH.
5f>2
». liaist
Ferniindua in Villaregali In mense*). Et obiit dominus AlfoneuB
filiuB infantis domini RminanueliH in Montepessulano Et contraxit
dominus Emmanuel cum comitissa in eodera menee
Era MCCCXX fuit lata sententia contra regem Alfonsum in Valleoleti,
in mense Aprilis. — Proxima''^) praocodenti era contraxit rex do-
minus äanciufi adhuc infans cum regina dotnina Maria Toleti in
mense Julii. — Eadem era natua est dominus Joannes fiUus in-
fantis domini Emmanuelis in Eecalona in mense Madii.
Er« MCCCXXI obiit infan» dominus Emmanuel in Pennafideli in meDse'
üecembris.
Era MCCCXXIl obiit rex Alfoneus in üiepali in mense Aprilis,
Era MCCCXXllI natua est rex dominus Fernandue, filiua regia domini
Sancii, in Hispali in mense Decembris.
Era MCCCXXV (I. MCCCXXVI» interfecit rex dominus .Sancius comi-
tem dominum Lupum in Alfaro, et cepit infantem dominum Joan-
nom germanum proprium in mense Madii.
Era MCCCXXVIII obiit comitisaa mater domini Joannis in Ascalona*)"
in mense Novembris.
Era MCCCXXX cepit rex dominus Sancius Tariffam in mense 8©f
tembris.
Era MCCCXXXVI teutatum est matrimonium inter regem Aragonum
et infantissum dominam Elisabeth filiaoi t^^Ib domini Sancii in
Soria in mense Decenibris.
Era MCCCXXXIIl obiit rex dominus Sancius Toleti, in mense Aprilis.
Era MCCCXXXV (I, MCCCXXXIV) copit rex Aragonum regnum Mur-J
ciae et intraverunt Arragonesea CaateUam*). Et cepit*) infani^
dominus Joannes vocare se regem Legionis in mense Julii.
Era MCCCXXXVI (1. MCCCXXXV) dedit rex dominus Fernandus do>
mino Joanni Alarcon in cambium pro Elche in mense Februarii,
et fuit hoc cum aliquibuu conditionibus.
Era MCCCXXXVII fuit captus dominus Joannes Nunnii. — Eadem era
obeesea fuit Palen ^eola.
1) Erg.: Auguati.
2) Proxima ist ungetilgter Sohreibfebler; zu erwarten wfire Eadem prae<
cedenti.
3) A»CÄlona aas EBoalona rorrigirt; letiteres »teht 1320, 1339. 1366. Bald«
Formen sind berechtigt.
4) ^inatituornot Aragonenaes caaiella" Florez.
5) Ha. accepit
>on Juan Hannel, La Cronica couipHdä
553
Era MCCCXXXYIfl contraxit domiDua JoanneR cum infantiflsa domina
Elisabeth, filia regm Majoricarum in Requena in raense Januarii. —
Eadem era confed<!ratU8 est infans dominus Joaunea regi doniino
Fernando, et renuntiavit nomini regio in mens« Junii.
Era MCCCXXXVHI (1. MCCrXXXIX) ivit rex dorainua Fernandua in
regDum Murciae exi8tente ibt ' ) rege Aragonum in mense Fe-
bruarii^). — Eadem era obiit domina infantisaa in Esealona in
mense Decembris.
Era MCCCXXXIX (I. MCCCXL) contraxit rex dominus F^rnandus in
Valteoleti cum regina domina CouBtantia^ ülia regia Fortugaliae,
in menee Januarii. — Eadem era dimisit tutoriam infans dominua
Henricuä in menae Februarii.
Era MCCCXLI obiit infans dominus Henricua in Koda in menge
AugU8ti. — Eadem era ce^/it dominns JoanneB (»perari a (^afra,
in mense Aprilia antecedenti.
Era MCCCXLII viderunt se rex Caatellae et rex Aragonum et rex For-
tugaliae in Agreda et in Tarayooa in raense AuguBti et tunc
dimieit vocem regia dominua Alfonsue filius infantia domini Fer-
nandi. — Eadem era dedit rex Fernandus domino Joanni a
Yniesta^). in mense Madii antecedenti.
Era MCCCXIjUH remisit rex dominus Pernandus domino Joanni omnes
conditionea quas habebat cum eo super . . .*) de Alarcon, et
dedit sibi jure hereditario sine eonditionc aliqua in mense Februarii.
En era de MCCCXL V incepit dominus Joannes murare Pennam Fidelem
in mense Julii.
Era MCCCLXVI fuit obaessum castrum'*) de Oter de Fuentes.
Era MCCCXLVII obeedit rex dominus Fernandua Algezira, et cepii
Gibraltar in menae AugUHti
Era MCCCXLVIII obiit dominus Didacus existena in dicta obsidione in
mense Januarii. — Eadem ora recuperavit dominus Joannes a Sal-
meron in Auguste.
Era MCCCXLIX voluit rex dominua Fernandaa interficere dominum
Joannem infaotem Burgis in Januario. — Eadem era natue est
1) nexiatere cum* Florez.
2) Aus Januarii corrigirt.
3) Florez: Aymesta.
4) ünleeerllcb; vor co ateht anachelTiend ein aufcorngirtea langes a iiiif Ah-
kiirzungszetchen; aucii super ist nicht sicher. Es stand etwa oambio.
b) castriiiD tnd^r castelluni.
554
O. Bftist
domtnus Alfonsus rex fitius domini Fernand! in .Salmantica in
Augusto. — Cudein era obligavit rex dominus FernanduB domino
Joanni a Molinam ßiccain et Altat i8ic.) et dedit ftihi Helim M (*t
Ybo in Septerabri.
Era MCCCL contraxit dominus Joannes cum infantissa domina Con«
atantia in Xativa in Aprili. — Eadem era obiit rex dominua Fer-
nandus in Jaen in Septembri.
Era MCCCLI obiit rcgina domina coestantia in Sancto Faoundo in
NoTerabri. — Eadem era erait dominus Joannes civitatem Car-
thaginem in Decembri-, et vendidit eam sibi Petrus Lupi de Ayala
oum aliquibus conditionibus.
Era MGCCLIII obiit dominus Joannea Nunnii Burgis in Junio. —
Eadem era ineepit dominue Joannes mumm et caatrum de Castello
in Äprili antecedenti.
Era MCCCLIIIi obiit dominus Alfonsuä filius infantis domini Joannia
in Morale« rure Taurenai in Augusto. — Era eadem ineepit do-
minus Joannes dominium de Mazarallues in Aprili antecedenti.
Era MCCCLV recuperavit dominus Joannes Centum Fontes in Madio.
Era MCCGLVI ineepit dominus Joannes murare Palayiuelos in Fe-
bruario.
Era MCCCLVII obierunt infantea dominus Joannes et dominus Petrus
in vega Oranatae in Junio.
Era MCCCLVin obiit domina Maria filia domini Didaci in Septembri.
Era MCCCIX obiit regina domina Maria in Valleolcli in Julio. — Eadem
era recuperavit dominus Joannes Sanctam Eulaliam in Madio ante-
cedenti.
Era MCCCLX ineepit dominua Joannes castellum^) de Trillo in Aprili. —
Era eadem accidit factum de Villa OiTer in Junio, — Eadem era
obiit dominus Lupus filius domini Didaci in Octobri.
Era MCCCLXl ineepit dominus Joannes muros de Cadahalso et Bel-
mont et de Monte Albo in Martio.
Era MCCCLXII sabbato aexta (l aeptima) die in vigilia S. Joannis
apoatoli et evangelistae^j ineepit dominus Joannes ecclesiam mo-
naaterii fratrum predicatorum Rupia Fidelis^ et posuit ibi primarium
lapidem. Et juvarerunt jpaum Sancius Emmanuel germanus suus
1) Florez: Sant Helim.
2) Oder caatrum.
3) Am b. Mai, wie Florez rtcbtig homnrkt.
Don Jnan Manuel, La Cronica compUda
5!S5
ao Aegidius Roderici de Mino, necnon Fr. Joannes G. de Arevalo
prior dicti monasterii. Atque ipaa die complevit dominuß Joannes
XLII. annum. — Eodem mense incepit doinioua Joannes caetellum
de CentfoDtibua, et opus de Alarcoociello, ac caetrum de Belmont.
Era MCCCLXIII in mense Junü solvit ex toto debitum dominus Joannes
Petro Lupl de Ayala in quo tenebatur sibi ratione civitatis Car<
thagioensls, et reinansit dicta civitas domino Joanni sine con-
ditione, — Eadem era die S. üippoHti io mense Augusti incepit
rex dominus Alfonsus regnaro absque tutoribus ; et eodem mense
venerunt ad eum dominus Joannes filiue infantis domini Em-
manuelis et dominus Joannes filius infantis domini Joannie et
reDuntiaverunt tutoriae; et post IUI dies venit dominus Pbilippus
et renuntiavit tutoriae. — Era eadem in mense Novembris in
Valleoleti contraxit praefatus rex cum regina domina Conetantia
filia sepe dicti domini Joannis tilti infantis domini Emmanuelis.
i. Era MCCOLXOII in mense Augusti feria VI in feste decollatioois
S. Joannis domino iuvante devicit dominus Joannes omnera po-
testatem regia Qranatae. — Era eadem in mense Novembri
feria VI in vigilia omnium Sanctorum in Tauro praecepit rex ut
interficerent dominum Joannem filium infantis domini Joannis.
Era MCCCLXV in Aprili obiit infans dominus Philippua filius regis
domini Sancii in Majorat^). — Eadem era in Augusto obiit in-
fantissa domina Constantia in CasteUo^). — Eadem era obiit
dominus Jacobus rex Aragonnm in Novembri. — Eadem era cepit
rex a Pruna et Olvera et turrim del Alaquim') et Aymonte
(= Ayamonte) in Junio antecedenti. — Era eadem in Octobri
praecepit res includi reginam uxorem suam in castello Taurensi
et privari regno in suis bonis. — Eadem era in Novembri ex-
pedivit se domiuns Joannes a rege et incepit gerra inter eoe.
Era MCCCLXV (1. MCCCLVI) in Februario concilium Soriense. inter-
fecit Oarsiam Lassi in domo minorum. — Eadem era obsedit res
Escalonam in Martin. — Eodem mense obsedit dominus Joannes
Hueptem. — Eadem era in Junio obiit Gometius Cariallo in Monte
1) Die zwei letzten Buchstaben sind zweifelhaft; «r&brscbeinlioh ist nach Cron.
Alf. XI, 49 Haderit o. Magerit za leaeo. Aber aacb Mayorga, das D. Felipe ge-
hörte, kaoD irrttimlicb genannt sein.
2) Florez: Castella.
3) Torre del Alfaqui Cron. Alf. XI; die Form der Croo. compl. fit ala die
masigebende zu betrachten , da baktm Arzt vebr wohl faqui ergebso kooiite,
fa^t, Gelehrter, sein f nicht verloren hätte.
556
G. Baist
Albo. — Eadem era in Juüo rex incenderunt (1. incendit) reale
et machinasj et recessit de obsidione de Escalona. — Eodem menae
obBedtt rex Vallemoleti et incepit debellare rillam; et incendit mo-
nasterium de Olgis ubi erat sepulta regina domina Maria. Sequenti '
die recessit a rege proditor Alvarus Nunnii, quem fecerat comitem M-
Eadem era in Auguato cepit dominus Joannes Aza, qaae erat Al*
vari Nunnii, et Fraxinum quae erat dominae Tarasiae. — Eodem
raenee venerunt in adjutorium doraini Joannis Jacobue Xerica et
dominus Petrus, ejus germanus. — Eadem era in Decembri coo-
traxit rex cum filia regia Portugaliae conaanguinea . . • *) dispen-
aatione Papao. — Eadem era in Octobri traotata est compositio
inter regem et dominum Joannem , et duxerunt domino Joanoi
filiam suam in Novembri. — Eodem mense iverunt in terram
Buam dominuB Jacobus et domloua Petrus. Et interfecit Ramirus
Florea') Alvarum Nunnii dominum suum in Castro de Belver,
quod erat Alvari Nunnii quod habebat Ramirus Flores ') de manu
Alvari Nunnii, cujus erat vaeallus*. — Eadem era in Decembri
ordinatum fuic ut viderent ae rex et domino Joanne, quilibet
cum decem, prope pontem Dorii, cum esset rex in Coriel et do-
minus Joannes in Pennaßdeli: et stetit dominus Joannes cum
suis X tota feria II et III ad pontem et rex stetit cum sua familia
extra Coriel, et tandem nolutt rex quod se viderent.
Era MCCCLXVI(l.MCCCLXVII) in Januario contraxit rex dominus Al-
fonsua Aragonum cum infantieaa domina Ueleonora fUia regia
Castellae domini Feriiandt in Agreda. — Eodem mense contraxit
dominus Joannes cum domina Bianca filia domini Fernandi in
Lerma. — Eadem era in Junio irerunt ad dominum Joannem
episcopus Burgenaia^) et nobiles militea et nonnulli de civibus ex
parte totius regni ad iinandam pacem inter regem et dominam
Joannem. — Eadem era in Augusto venit episcopus Ovetensia
dominus Joannes de Campo in Rupemfidelem cum pri^ilegiia regia
per que dabat domino Joanni Aza et Galve. Et firraarunt pacem
consentientibus domino Joanne et domino Joanne Nunnii ae cunc-
tis suis sororibus.
1) Florez: qui fecerat comasanitatem.
2) ßaaur,
3) Beidemale mit anrichtigem AbktirzuDgaatrich: Florea.
4) Florez: episcopus Ignatiua.
Freiburg i./B., März 1893.
Die Chanson de Roland und die altenglische Epik.
Von
F. Liattner.
Bei der folgenden Untersuchung handelt ee flieh um das Rolanda-
lied, wie es uns io 0 erhalten ist, Fragen nach seiner ev. Entstehung
aua lyrischen oder epischen Qeeängen u. ä., kommen hierbei gar nicht
in Betracht.
In dem Streit, der über die Herkunft des Verfassers des Rolands-
liedes sich erhoben hat^ stelle ich mich ganz auf Seiten derjenigen,
welche es einem Normannen, speciell einem Normannen, der sich lange
in England aufgehalten hat, zuschreiben (cf. Oautier: La Chanson de
Roland, 13. Aufl , Tours 1883, p. XV ff., p. XIX, p. XXIV u. ö. G. Paria:
La Litt6rature fr. au Moyen Age, 2. Aufl., Paris 1890, p. 61. L. Cl^dat:
La Chanson de Roland, Paria 1886, p. O: u. A). Ein „Fran^ais de
France^' cf. G. Par. a. a. 0. p. 61 und Romania XI, 407; Förster:
Zteohr. II, 165 und Ci^dat a. a. 0. p. 11 kann nicht der Verfasser ge-
wesen sein, denn V. 205, 206 ff . (ich citiere nach der Ausgabe von
Th. Müller, Göttingen 1878) setzt Roland dem Kaiser auseinander, dasa
er schon früher einmal zu seinem Schaden auf den Rath seiner
Franzosen gehört habe. Diese werden also an dieser Stelle in nicht
vortheilhaften Gegensatz zu den andern Nationalitäten des Reiches ge-
stellt Das würde ein Dichter aus Isle de France gewiss nicht gethan
haben. Für die Annahme, dass das Gedicht ursprünglich aua der
Bretagne stammen soll, scheint mir der hauptsächlich dafür angeführte
Grund, dass Roland Markgraf der Bretagne war (cf. G. Paris a. a. 0.
und Romania II, 468 ; XI, 408) nicht stichhaltig, ebenso wenig wie das
gelegentliche Hervortreten dos Tierris und des Gefreiz d'Anjou z. B.
V. 2883 (in der verdächtigen Baligantepisode) mir die Ueberarbeitung
des Gerichts durch einen aus Anjou stammenden Verfasser wahrschein«
lieh macht, cf. G. Paris a. a. 0. und Romania XI p. 408; Gautier a. a. 0.
p, X. Aus sprachlichen Eigenthümlichk<»iten allein die Heimath des
uns erhaltenen Rolandsliedes erklären zu wollen, scheint mir im Hin-
blick auf die Art der Ueberlieferung gewagt. Alle diesbezüglichen
Untersuchungen haben auch bis jetzt noch zu keinem allgemein an-
Die Cbaseon de Rolaod uod die alteDglisobe Epik
vor der Eroberung cf. ten Brink, GeBch d. engl. Litt 1 p. 159 ff.
Dieser ae. Einfluss giebt sich in folgendeD Einzelheiten kund:
1) Im Rolandsliede, wie io der ae. Epik, ist das Vermeiden von
Gleiobniseen auffallend Cf. ten Briok a. a. O. p. 155 und p. 24:
„CharakteriBtiBch ist es nun für das englische Epoe, im Gegensätze
zum homerischen, dass es Vergleiche nicht liebt etc." A. HoflFmann:
„Der bildliche Ausdruck im Beowulf und der Edda" E. St. VI, 163 ff.
besondere p. 212 ff. (cf. Wülcker: ^Grundriss zur Geschichte der ags.
Literatur'*, Leipzig 1885 S. 304 ff.). DasB im Rolandelied nur ein
GleichnisB V. 1874 u. 75 vorkommt, ist bekannt.
2) Im Rolandsliede, wie im ae. Epos fehlen Liebesgeschichten, die
Bonat im frz. Epoe einen so breiten Kaum einnehmen. Cf. Gautier a.a.O.
p. XXVII. Auf diesen Punkt lege ich aber das geringste Gewicht. Er
kann nur in Verbindung mit den übrigen eine gewisse Bedeutung er-
langen.
3) Der metrische Aufbau des Rolendsliedes scheint mir auch durch
die ae. Metrik beeinäusst zu sein. So stellt ten Brink a. a. O. p. 155
mit Recht die Assonanz in Parallele mit der Alliteration. Im Uebrigen
vergl. die Darstellung in Kölbing's Ausgabe des Amis und Amilouo^
Ueilbroan 1884 p. LXXVl ff. Ich schliesse mich in diesem Punkte der
Ansicht 8ucfaier*s in der Matthaeus Paris zugeschriebenen Vie de St. Au-
ban, üalte 1876 p. 23 ff.. Koeh's in Chardry's Josaphat etc., üeil-
bronn 1879, p. XLl und besonders p. XLIV, sowie Rottiger'a im Tristran
des Thomas etc., Göttinger Dissert. 1883, p. 18 ff. an, und glaube, dasB
ee gewagt ist. mit Kölbing a. a. 0. die unregelmässige Metrik der
Siteren agn. Denkmäler allein durch Fehler der englischen Abschreiber
zu erklären. So führe ich die Freiheit, mit welcher auch der Dichter
des Rolandsliede« mit dem Verse umgesprungen ist (cf. Th. Müller: La
Chanson de Roland, Göttingen 1878 p VIII) schon auf den Eintluss der
ae. Metrik zurück Später wurde diese Beeinflussung der agn. Metrik,
wie BUB den oben angeführten Stellen hervorgeht, viel grösaer.
4) Der 8atzbau und die Wortatellung des Rolandsliedes weichen
vielfach von dem Gebrauch in früheren und späteren frz. Denkmälern
ab. Da solche Abweichungen meist der ae. Manier entsprechen, halte
ich es für berechtigt und nahe liegend, dieselben als durch die ae. Art
hervorgerufen zu erklären. Cf. Göhling: Satzverbindung im Rolands-
liede, Brandenburg a,/H. 1886, p. XV: „Die ausgesprochene Vorliebe
für Hauptsatzbildung laset die Nebensätze nicht zu rechter Entwickelung
gelangen tvelativa finden durch Demonstrativa , Temporal-
conjunctionen durch entsprechende Präpositionen etc. ihre Ersetzung ....
Abneigung gegen indirecte Rede. F. Ziller: ,,Der epische Stil des
■pwiBhe— V«ii0befir4i
ieh Meh Marf : ,Die W«
ua afc. Roliniiii^dfr', 8lf—ibafftW Di»<fi> (m Bah^g« B<^ 8iiii. iWi^
^ZM6ts ggiiiiaiin Mtf 25^/^ OasM Tmd«8 beslckea ov a«
MMifaMiIrr gCTMlMM ITiipHiHiiii (L, LXn, LXXn* ele.>, > ki^
v«od6l der Dichter »elbct da dM Haspeals aa, «o der
d« NebMMtsM ferlogw wifde. Die VoriMb»
lit Aldi Xoif taA der Grad deür. Um der
•eUemer invertiert m
VgLIener; E-Be^er: „üie PrononiM in Bolndriiede*,
tMM 1875, p 24, 25 ■. 28 GöfaÜDg a. a O. p V a. VI od M
•ebe man ten Brink a. a. O. p. 26 in Verbindoog mit p. 155.
D) Die Verweadong btldlieher Atudräcke ui in
io der ae. Epik die gleiche; cf. ten Briok a.a.O. p. 21
6j Wie im ae. Bpoe flhigt weder da« gftaae BoiandsUed, noeh die_
einzelnen Abtcboiite desselben mit langen Einletton^en an,
in ma. Epen gehdoeldieh ist Die Dreitbeilong des sv Zeh der
(MHiiig dee BolaadaSedes in England gewiss noch allgeoieiB
Beowatfliedee: Grendel — Grendels Matter — Drachenkamf,
iieb im Roland wieder: Ganelon's Verratfa — Rolande Tod — diel
Ton der zweifelhaften Baligantepisode sehe ich hier ab ; icb bin ;
sie für uoft«bt zu halten^ Cf. Laurentius: Zar Kritik der Chaoeon de
Roland, Leipziger Dissert. ca 1875, p. 7 fü. Ottmann : Die SleOnif too
jr* za der Ueberliefemng des afrz. Roland, Marborger Dissert. 1879,
p. 38. Vielaf a. a. O. p. 12. Döoges: Die Baligantepisode im Bdand,
Marburger Dissert 1879 (bes. p. 1 n. 2). Scholle : Die Baligaitopiiode,
ein Einschab in das Oxf. Rolandstied. Zeitschr f. r. Ph. 1, 26 ff. An
Schlüsse habe ich weitere Gründe angegeben, wesshalb ich sie nicbl
fttr icbt hatte.
7) Das Vorkommen ae Worte, die Erwähnung Englands. Sehoctiaiida
und Irlands im Kolandnliede und die dort vorkommenden alliteriereB«
den Personennamen scheinen mir auf rein ae. Grande zn bemhen. Be-
kannt ist atgier V. 439. 442 und 2075 Aber auch vade V. 918 wird
besser durch das ags. Etjmon. als durch vota icf. Cl^dat a. a. O.
Glossar s. ▼ ) erklärt. Aelrot V.1188 = Aertelrad. Turold V. 4002 =
Tborweald. Ist Corsablis V. 885 vielleicht in Verbindung mit «e. otusieB
zubringen, bedeutet es vielleicht ,,der Fluchwürdige''?
Die Hpecielte Erwähnung Ton Schottland, Wales und Irland
England V. 2331 a. 2332. cf. auch V. 372 ist schon öfter als Beweis
^dtUkr^ daii das Holandslied erst nach der Eroberung Englands tc
Die ChaDBon de Roland und die alteDgUsebe ßpik
worden Ut, angeführt werden. England wird KarKs cbambre = do-
maine pardcuUer genannt V. 2332.
Wichtig ist bosonders die alliteriet-ende Biodung der Namen.
Cf. Grober: Ztschr. VI 469 ff. Vieluf: Zum frz. Rolandaliede, Progr..
Hirschberg 1889, p. 5 Anra. 1. Pakscher a a. 0. p. 91 : A^ass 2 Personen-
namen durch Alliteration gebunden werden, begegnet in der frz. Literatur
oft. Allerdings kommt die Alliteration auch im Lateinischen vor, aber
unlateiniach ist gerade die angeführte Bindung der Eigennamen unter
einander. Daher ist auch diese Eigenthümlichkeit des frz. Epos auf
germanischen Einfluss zurückzuführen, denn in deutschen Liedern ist
die Art der Alliteration bekanntlich sehr häufig durch den alliterieren^
den Vera begründet."*
8) Die Haupteinwirkung der ae. Epik auf das Rolandslied finde ich
aber auf dem Gebiet der sog. Wiederholungsstrophen. Bei
den Versuchen, diese auffallende Eigenthümtichkeit des Rolandt^liedes,
welche sich m. E. von diesem ausgehend, auch auf andere frz. resp.
proveogal. Epen verbreitet hat, zu erklären, sind die entgegengesetztesten
Ansichten aufgestellt worden; cf. namentlich Dietrich: „Die Wieder-
holungen in den afz. chansons de geste'^, Erlanger Dissert. 1881 (Roman.
Forschungen 1, 1882, vgl. Ztschr. f r. Ph. VI. 492 ff.; Pakscher a. a. 0.
p. 102); Gautier a.a.O. p. 8, Anm. zu V. 62; Ziller: Der epische Stil
des afrz. Roland, Progr,, Magdeburg 1883, p. 25ff.; F. Leiffholdt: Ety-
mologische Figuren im Romanischen, nebst einem Anhange: Wieder-
holungen betreffend Steigerung und Erweiterung eines Begriffs, Kildes-
heira 1883, Göttinger Di^S'rt. Die in Erlangen 1884 vollständig er-
schienene Arbeit habe ich leider bis jetzt nicht erbalten können.
A. Tobter: Ueber das volksthümlichc Epos der Franzosen in Ztschr. f.
Volkerpsychol. IV (1866) p. 164 ff ; Steinthal: Das Epos, ibid. V p. 39
und 51. Weiteres beiSeclmann: Bibliogr. d. Holandsliedes, EJalle 1888,
p. 39 ff. Jede der bisher vorgebrachten Erklärungen der Wiederholunga-
strophen sucht natürlich die früheren zu widerlegen oder zu com-
binieren, erfährt aber selbst kein besseres Schicksal. Die richtige
Deutung derselben ist eben bis jetzt noch nicht gegeben worden.
Die zu besprechende Erscheinung ist unter verschiedenen Nameo
bekannt. Man nennt sie: n Wiederholungsstrophen, Parallelstrophen,
parallele LaisseU; laisses similaires oder Couplets similaires.^ Der erste
Ausdruck ist der bei Weitem schlechteste, denn, wie wir sehen werden,
ist von blossen Wiederholungen dabei gar nicht die Rede, es ist in
jeder der dazu gehörenden Strophen mit ganz verschwindend wenigen
oder gar keinen Ausnahmen meistens ein neues Moment enthalten. Der
Name: „Parallelstrophen oder parallele Laissen'' scheint mir ebenfalls
562
F. Liodaer
nicht gaD£ zatreffend zu sein. Jeder Unbefangene mass dabei * priori
annehmen, dass es eich am Tiraden bandelt, in welcben p&rallele, cL i
an sich ähnliche, aber in YerscbiedeDen Sphären liegende Vor
geschildert werden. Dass dies aber nicht der Fall ist^ iat bekannt
genug. Sie schildern sogar ein und dasselbe Ereigniss in m> ihn
Weise, dass sie von Vielen für Ueberreste verschiedener Radaclianee^
welche in 0 aufgenommen wurden, gehalten werden konnten. Daher
ist meiner Ansicht nach die beste Bezeichnung ,.laisses simitairea". Ich
halte sie auch fQr besser, als die zu allgemein gehaltene Beneonang
„Couplets similaires*^. Sie deckt sich beinahe vollständig mit dem da-
mit verbundenen Begriffe. Es wäre nicht schwierig, dafür ein paaaendea
deutsches Wort zu 6nden, aber ich halte es für besser, das zu unter- ^
lassen, um nicht durch unnothige Vermehrung technischer Auadrückfl
Verwirrung zu erregen. Ich verstehe unter ^.laisses similaire«" zwei
oder mehr Tiraden, welche in ganz ähnlicher Form einen und denselben
einfachen oder complicierten Vorgang schildern. Diese Definition ist
nicht nea^ ich möchte jedoch noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam
machen, der bisher noch nicht beachtet worden ist. Es können xwei
Tiraden ein und denselben Vorgang von ganz verschiedenen Geaichta-j
punkten umfassen, sich sogar scheinbar widersprechen und mi
doch zu den laisses similaires gerechnet werden. Folgt man die
Auffassung, dann finden manche Stellen, in denen man Widersprfiche'
zu erkennen geglaubt hat, eine ganz neue, aber sehr natürliche Er<
klärung. Als Beispiele hiefür verweise ich auf die weiter unten folgende
Besprechung von Laisse 60 und 61 u. a. Wiederholungen derselben <
Verse wie Vers 7>, 80 u. 93 ; 165, 166 u. 168, 169; 244, 245 u. 252, 2531
und viele andere ähnliche Stellen gehören natürlich nicht hierher. Sie
sind allgemein epischer Natur, gerade so wie die wörtliche Wieder-,
holnng der Aufträge von Gesandten z. B. laisse H und 13, laisae 199
0. 201 u. a, m. So werden sie von Göhling a. a. 0. p. VI erklärt,
während Andere (cf. p. V) sie als durch Metrum und Assonanz hervor-
gerufen bezeichnen.
8o oft ich das Kolandslied für mich durchlas, es im CoIIeg er-
klärte, oder in der afrz. Literaturgeschichte darauf zu sprechen kam, i
drängte sich mir der Gedanke auf, dass die laisses similaires in Parallele
zu stellen seien mit der bekannten Eigenthümlicbkeit der ae. Poesie,
einen Vorgang oder einen Gegenstand von verschiedenen Seiten zd be-
leuchten, um ihn der Phantasie der Hörer näher zu bringen. Daraus,
erwuchs die vorliegende Untersuchung, welche mir die Ueberzengnng; j
gegeben hat, dass die Sache sich wirklich so verhält, dass die laisses
aimilaires uur eine Nachahmung des sog. ae. Parallelismus oder der
Die CbMBoo de RoUnd und die aitenglisohe Epik
Variation Bind, aber — non omnibns omnia plaoent. Dass diese pa-
rallelen Laiaeen späteren Ueberarbeitern Gelegenheit und Veranlassung
zu Erweiterungen und Abweichungen gaben, die die Gestalt und den
Inhalt des Gedichtes wesentlich veränderten, zeigt nur, dass die spätere
Zeit den beabsichtigten Zweck der Wiederhotungsstrophen nicht mehr
verstanden hat.
Es ist nicht nothig über die berührte Eigenheit der ae. Poesie eich
des Näheren zu verbreiten; sie ist bekannt genug. Am besten hat sie
wohl ten Brink a. a, O. p. 26 u. 27 characterisiert : p. 109 spricht er
über ihre Anwendung im Grossen. Cf. auch R. Heiozel QF. X, Die
Ansichten über die laisses similaires zeigen häufig eine solche Aehn-
lichkeit mit der richtigen Auffassung des ae. Paralleliemua oder der
Variation, dass bei Einigen nur der daraus zu ziehende Öchluss fehlt.
Wie mir scheint, ist die Annahme, dass die Wiederholungsstrophen be-
absichtigt sind, jetzt die mit Recht allgemein geltende. Cf. Vieluf a. a. 0.
p. 4 Anro 1: „Tiraden^ welche wiederholen, sind sehr häußg. Selten
hat man es an aolchen Stellen mit blossen Wiederholungen zu thun,
sie bringen fast immer neue wichtige Momente. Auch finden sie sich
überall nur da, wo es sich um wichtige Ereignisse handelt; diese
Wiederholungen dienen also zur Hervorhebung des Wichtigen gegen-
über dem Nebensächlichen, welches flüchtig gestreift wird." Paksoher
a.a.O. p. 100: „Durch Zusammensetzung aus verschiedenen Tiraden
können die laisses similaires nicht erklärt werden , ebensowenig aus
Herübernabme von Strophen aus verschiedenen Redactionen." Er wendet
sich im Folgenden gegen einzelne Behauptungen von Dietrich. Seinen
eigenen Ausiuhrungen kann ich über nicht beistimmen, cf. p. 102 ff.:
,.,Man bat gesagt die Widerholungsstrophen ergänzen einander. Aber
wer Tirade 173 sich der emphatischen Wendung bedient: „So viel
Schlachten habe ich mit dir, gutes Schwert, geschlagen" (2305, richtiger
2306), der will sie eben nicht aufzählen, wie es in der folgenden
Tirade geschieht. Diese Verse erfordern nicht die einen die andern,
sondern sohliessen sich gegenseitig aus. Dagegen ist es sehr begreif-
lich, wie jemand, dem es um Verlängerung des Gedichts zu thun war,
darauf kommen konnte, was Roland zusammenfassend gesagt hatte, im
Einzelnen auszuführen,-* Wir werden weiter unten noch sehen, wie im
Rolandsliede oft ein Begriff in seine einzelnen Bestandtheile zerlegt
wird, ganz wie es das ae. Epos macht, daher ist die Auffassung dieser
Stelle als einer Zerlegung des Begriffs „viele Eroberungen" in die Auf-
zählung der Namen der eroberten Länder durchaus vorzuziehen.
Pakscher^s allgemeine Erklärung der Wiederholungsstrophen findet
«ob p. 20ff.; „Es ist also die Erweiterung vorgenommen worden, am
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«m iHK«jiiit«r<f A:r: na: Süuiiiifrm^ muenrtesai. Misa aasaa ma lanit
mss -.^iiiiiniT» .Lnsiuxc mr cht ausnus^i itsrmnL Ir icvuaic mr oat
'4:;*HHni mi: i^fr lu. Ijik ra vaipfli ma » auacoBarMiiiBt. iasm «n
muMiii» Airiiüciiä» rv^iHsieii xursübHa mit iem wianinHiwi aaar
«äsen, jx, .«tim an ±2nuaimi «mmac lar ^jiaziiuit antymuiiüiM im.
tUMf r»»fi ^4rsiaiH»tMn« * Jik^r muuiiüiitfje "^a -HmaniHr aar niaafae.
«wo mniHnia uuri^Iiimiiiü« . lutmauxt» Fjffir ^^räultfli «hii aulta.
AI» iKm I.«u7i!nib*:aKn jaer 3»fmBtai»fii ciantHi de JranzoHrai se neor
iodumm^ta luütia. a^t :i<c -!t]tiaiHi>vH!iij£ .tfnftinwin. ttb MtxiHniBca. ^for
m si i;iü»^'' Ht:a ^^aaiicaH»». mn ia niiut sunsc iie KIvücmsEar mix
V ns:i«:aifi !>' rfme^ Ilaiiuhtt*» iht m*. ipik mr i^ ädiamtBiiiiä hcsb
SKfir ^(»i'iiri^^ ▼HriHQ %:Aaa vfr'ttin fuun ne juase» smuao'q» :mT
iW«:at«ifr V iiir*fa«!niii:ai£"iir aui 4** " inü«i lariuiEsaraarmt ä3ji.
•:a ▼•11 lim ia naivrin "^HÜwriuiunipÄCToinBi amspsa . "»i» n^-
MÜMQ JS'ifittaiania nn iamei» jüdun. v^bcüIi» jx ÜBmiilMa nt «snaBHa*
Die CbaDsoD de KoUod und die aitengliscbe Epik
565
Theile zerlegt ißt. Von der Aufzählung der von Kaland eroberten Länder
ist äcbon oben die Rede gewesen. Es werden aber in den laisses simi-
lairea auch in demselben Augenblick und in derselben Situation ein-
tretende; sich acheinbar widersprechende Gedanken und Seelenzustände
als bei obertiächlicher Beobachtung nach einander folgend dargestellt.
Ein solches Nacheinander beabsichtigte aber der Dichter in Wirklich-
keit nicht, er wollte das augenblickliche innere Schwanken ansdrücken;
die von der Eenntniss der ae. Poesie herstammende ihm geläufige
Technik liess ihn zu dem Mittel der Wiederholungsstrophen greifen^ um
seiner Absicht Oestattuug zu verleihen. So geboren z. B. Laiase 60
und 61 eng zusammen ^ obwohl die Erklärer dieser Stelle hier Wider-
sprüche zu finden gemeint haben. Folgt man meiner Auffassung, dann
widersprechen sich die beiden Tiraden nicht mehr: Oanelon hat dem
Kaiser den Vorschlag gemacht, den Oberbefehl über die Nachhut dem
Roland anzuvertrauen. In Laisse 60 dankt Roland dem Ganelon, dass
er ihm diese Eiire, deren er sich würdig erweisen wolle, zugedacht habe.
In Laisse 61 aber ist er auf ihn wüthend und schilt ihn desshalb. Es
ist m. E. ganz klar, dass der Dichter damit hat darstellen wollen, dass
in dem Augenblicke, wo Koland den Vorschlag hört, die widerstreitend-
aten Gefühle seine Seele bewegen, von denen hier zwei genannt werden,
nämlich Ehrgeiz und Ahnung der von Ganelon ihm bereiteten Gefahr.
Desshalb halte ich Ziller's Erklärung a. a. O. p. 26: „das erste Mal
spricht Koland a lei de ehevaler, das zweite Mal ireement" nicht für
zutreffend.
In Laisse 41 , 42 und 43 wird uns das Bild der Haupthdden der
Franken vorgeführt in folgender Eintheilung: In L. 41 wird Karl's
Tapferkeit und Eroberuogalust geschildert, in L. 42 KarPs und Olivier'8,
in L. 43 Karrs und Rolands resp. der andern pairs. Auch diese 3 Strophen
geben also ein einheitliches Bild. Daher kann ich Ottmann'a Ansicht
a. a. 0. p. 26 und 27 nicht theilen.
Hierher gehört auch Laisse 49—51 incl. Diese 3 Tiraden sind als
Ganzes aufzufassen. Der Hauptbegriff, unter welchen sie fallen, ist die
allgemeine Freude der Sarazenen über Ganelon's Bereitwilligkeit ihnen
die Nachhut Karls in die Hände zu liefern. Dieser Uauptbegriff der
allgemeinen Freude wird zerlegt in die Freudenäusserungen der ein-
zelnen Personen.
Aehnlich verhält es sich in Laisse 210 und 211. Karl der Grosse
beklagt den Tod Rolands und stellt sich in der ersteren vor, wie in
Laon, in der zweiten, wie in Aachen die Leute ihn fragen werden, was
aus Roland geworden sei. Alle Erklärer stimmen darin überein, daae
hier eine ältere (Aachen) und eine jüngere (Laon) Textesrecension
Mi0a^, *i h. V*nk *. *. O, p. ^. L Cturm m 4cr soBfe. x JL s.
4«r lywi'M f^kMMA MC; C4^<tr«ll ia i^asz Fraskreiek verio. #»
Mrwi kkfitf m mmAm«, f»Uist ika 4«r tJ^fibt« m 6ea« zv« Tiimff;
ifc» MuuMtf«» fiaafi<«cf4s« 4«< fS^nek«*, Üu iit za^iekk cm
KfU^ftmm ifu ^m HßMÜmmmu% 4^ KUmmmmientk des Lied««. A^f
4i«Mr W«»«^ kMtt WkA alk PafalMlaiaiwt ab TWfle eiaca Brnrngm-
httf^nff» WH^UmtsUf *^*:rn *i« aiekt^ «i« « aa hiaS^^iOm der Fall bc
««a^m Fr/ftM:kritt d«f Vjitiii\nn% ttnütähen. Es wir« fiberfliMf , fiea
««rft^ aa««offikr(W Qa4 aa alUm Wied«HiolBapaCropkcti za kevöMB.
AaMMtT W^irfi renk mir MtlMn txApr'xkeii^m Wjederkotanj^aatropkea easkiZs
O niutiuih wt^h UA%<naAn laiM«t narilaire«: Tirade 3 oad 4; 5 aad 6:
<Sl oftd ^if (()\Wvnt «rapibt 4a« Sarazeanbeer; : 135 and 136 (Karl kdrt
4^ T';o 4«i Hffrnen); \?M, «rate HiJfte tod 139, 140 ud 141 fKari
aik auf daft HehlaübtTtld zarfick;: 148—192 (Tod OliTiers»; 173—175
rBolaod twmttht «do Htthwert zo zerbreeben); 176—178 (Tod Bofauda.
ef, ZiU#rr a. m, 0. p. 1?7;; 179 aod 180 (Traaer ond Klagen der Fraa-
zsm^n um 4i<; 0«;falleD«^ : 270 and 271 rder Tod Alde's;. Theib
irrgi<!bt fti/ib oWtff^H B«;faauptung ganz von Milbm, tbeils sind diese Tiraden
iwMon im ähnlichen Sinne darchg<:ftrbeitet z. B. ron Ziller a a. 0. Daas
Cr« ab^r Ob<;rbaupt möglich iüt, diene vielumfttrittenen Strophen so auf-
zafaaMsn und ohne Zwang /u erklären, ist m. E. ein unwiderlegbarer
Bewein für die äuMHerliehe Anlehnung des Holandsliede« an den Ge-
brauch HC. hicht<r, welche ähnliche Zerlegungen eines Begriffs oder
VorgangH vorzunehmen pflegten. Ich habe in der vorliegenden Arbeit
nur die in O enthaltenen laiHses fiimilairefi berücksichtigt, und behalte
mir vor, npäter die in den andern Kedactionen sich findenden zu be-
handeln. Kh wäre nicht unmöglich, dass dadurch im Vergleich mit O
neu«! AnhaltMpunkte für dan Verhältniss der einzelnen Mss. zu einander
gewonnen ; und zugleich grÖHHcre Klarheit über die Komposition der
urMprünglK-lien (.'hanMon de Koland geschaffen werden könnten.
Zum HchluHH Heien mir noch einige Worte der Abwehr gegen die-
j«'nig«'ri (<eMtatt«;t, welche an einzelnen Stellen Widersprüche gefunden zu
lialxMi glaulxui. Andere kurze Bemerkungen schliessen sich dem an.
DaH int zunächMt der Fall bei Laisse 2 in Verbindung mit dem
•nftteren Verlaufe der Erzählung. G. Paris a. a. 0. p. 58 sagt, Marsilie
Die Cbanaon de Roland und! die altenglUche Epik 5B7
erklare am Anfang, dass er keine Armee besitze und bald darauf greift
er die Nachhut der Franken mit ungeheuerer Uebermacht an Das sei
ein Versehea des Ueberarbeiters. Ich glaube, man muss zwischen den
Zeilen von Laisse 3 u. 4 lesen, dass Marsilie sofort nach dem Weggang
der Gesandten ein grosses Heer zu sammeln gedenkt, mit weichem er
dann den Kampf wagt, cf. Vers 851. Dass Vers 18 u. 19 nicht wort-
tich zu nehmen sind, geht aus Tirade 44 deutlich hervor, Marsilie will
nur sagen, dass seine Truppen zwar zahlreich, aber doch nicht stark
genug seien, um Karl anzugreifen und mit Gewalt zu vertreiben.
Dass von dem Schicksal der Geissein nicht weiter die Rede ist,
seheint Vielen auffallend, z. B. G. Paris a. a. 0. p. öS. Ich glaube nicht,
dass dies Schweigen einen Ausfall von Tiraden anzeigt, denn es war
zu jener Zeit ganz selbstverständlich, dass die Geisseln bei Friedens-
bruch getodtet wurden, cf. auch V. 44 u. 57, wo das ganz unumwunden
ausgesprochen wird. Daher muss auch par num d'ocire V. 43 in diesem
Sinne aufgefasat werden. Der Dichter hatte also gar keine besondere
Veranlassung die ausgeführte üinrichtung der Geissein ausdrucklich zu
berichten.
G. Paris bemerkt a, a 0. p. 58, dass wir von dem Kaliphen, dem an-
fönglich eine grossere Rolle zugedacht zu sein scheine, später nicht
mehr viel erfahren. Ich meine doch, dass der Kaliph auch später als
eine sehr wichtige Persönlichkeit dargestellt wird. Weashalb würde ihn
sonst V. 493 Karl der Grosse ausdrücklich als Geissei verlangen ? Ferner
ist er, cf. Laisse 157, die Ursache des Todes Olivier's, eines der üaupt-
helden der Franken, von dessen Hand er auch fallt; cf V. 1957.
Auch dem Satz von G. Paris a. a. 0. p. 58: „Le caract^re de Ganelon,
ohange comme nous Tavons indiqu6 plus haut, offre de frappantes dispa-
rates' kann ich nicht beistimmen. Ganelon ist von Natur ein schwacher
Charakter, um nicht zu sagen ein Feigling. Seine Wuth gegen Roland
schreibt sich davon her, dass dieser ihn als Gesandten an Marsilie
empfohlen hat. Seine Feigheit tritt in Laisse 21 ff. ganz klar hervor.
Solche haltlose Charactere sind aber leicht geneigt, hinterlistige Rache
zu üben. Es scheint mir daher ganz natürlich zu sein., dass Ganelon
in seinem Zorn gegen Roland, der ihn in eine gefahrliche Lage ge-
bracht bat, sich um so leichter durch das Gold Marsilie's bestechen
läset, um auf diese Weise zugleich seinen Rachedurst stillen zu können.
Laisse 35 steht mit dem sonstigen Charakter Ganelon's in keinem
Widerspruch, denn der Feigste wird schliesslich tapfer^ wenn er in die
Enge getrieben wird, und sucht dann sein Leben so thener als möglich
zu verkaufen. Der in Tirade 38 erzählte Zug, dass Ganelon bei seinem
Aufbruch zu Marsilie, seiner Frau, seinem Sohne Baldewin und seinem
Ö6K
F'. Lindner
Preuade Pinabel die ÄbBchiedsgrüsfie eines dem Tode entgegen Geheo-
den sendet, ist eotBchieden für die damalige Zeit ein Zeichen der
Schwiobe. Keiner der fatleoden, grimmen Helden gedenkt sonst seiner
Familie, nicht einmal der sterbende ßoland seiner Braut. Das lag im
Geiste der Zeit. Ich finde daher im Gegentheü, dass der Cbaracter
des Ganelon von dem Dichter psychologisch so durchaus wahr und ein-
heitlich dargestellt ist, wie wir es kaum hatten erwarten dürfen.
Dass der Dichter des Rolandsliedes in seinem Werke eine gewisse
Symmetrie angestrebt und durchgeführt hat ist bekannt. Sie tritt u. A.
besonders in den ganz parallel gehaltenen Kampfscbilderungen hervor,
welche die ae. Form der Variation im Grossen widerspiegeln. Aus
diesem Grunde ist es auffallend, dass Holand dem ülivier in Tirade 131
und 132 nur zweimal Beine Absteht durch den Ton seines Horns Karl
herbeizurufen, kund giebt, während in Laisse 84, 8ö und 86 Roland auf
Olivier^s dreimalige Aufforderung sich weigert in's Hörn zu stossen.
Es ist wohl mit Recht anzunehmen, dass der Dichter, seinem gewöhn-
lichen Gebrauche nach, auch an der ersten Stelle drei Tiraden gedichtet
hat, von denen eine verloren gegangen ist.
In Laisse 139 vor Vers 1816 muss entweder etwas fehlen — denn
es ist nicht ersichtlich, woher Karl plötzlich über Ganelon's Verratfa
aufgeklärt ist, dass er ihn den Trossleuten zur Miashandlung übergiebt
und fesseln lässt — oder Tirade 164 in Gautier's Ausgabe muss vor
Vers 1816 gesetzt werden. Durch solche Umstellung würde die Stelle
viel klarer werden: Karl ist zuerst auf Ganeton dadurch aufmerksana
geworden, dass er im Gegensatz zu den andern patrs ihm eifrig abräth,
dem Roland zu Uüll'e zu eilen. Als nun sein Verdacht erst einmal
rege geworden ist, fallen ihm alle Uebclthatea ein, die von Ganelon
und seinen Vorfahren schon früher begangen worden sind (Laisse 164).
Diese Erinnerung verleiht Karl die Ueberzeugung, dass Ganelon auch
hier Verrath geübt hat. Daher übergiebt er ihn den Trossknechten
und lässt ihn in Fesseln schlagen (zweite Hälfte von Laisse 161 nach
Gautier's^ 139 nach Müller's Zählung). Demoach würde ich Laisse 164
nach Gautier'a Ausgabe als ursprünglich dem Roland angeborig zu be-
trachten geneigt sein.
Ich habe oben bemerkt, dasa auch ich die Baligantepisode für
späteren Einscbub balte. Zu den für diese Ansicht vorgebrachten
QrÜDden füge ich noch den hinzu, dass in diesem Theile des Gedichtes
Gelegenheit genug vorhanden war, Wiederholungsstrophen zu dichten.
Der Dichter hat dies aber nur an einer Stelle (cf. die oben besprochenen
Laissen 210 und 211) gethan. Denn V. 2633 — 35 und 2643 und 44;
y. 2906—8 and 2930 und 31 machen die betreffenden Tiraden nicht ku
Die Chanson de Roland und die altengtiache Epik
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laieBea similaires. In LaisBO 208 — 12 , welcho die Klagen Karls um
Roland enthalten, scheint; die wiederholte Anrede: Amis Rollanis auf
parallele Laiasen hinzudeuten, ea würden dieselben jedoch höchstens
Variationen im Grossen darstellen. Der ganze Passus: Tirade 205 bis
215 incL, welcher zwei wirkliche Wiederholungsatrophen (210 und 211)
enthält, erzählt von der Umkehr Karls und seiner Auffindung der Leichen
Rolands und seiner Genoasen. Er hat mit dem Zuge Baligants, dessen
Schilderung nur eine Copie Karls des Grossen ist, gar nichts zu thun.
Deashalb ist es meiner Ansicht nach nicht unwahrscheinlich, dass diese
Tiraden, welche der Minn uod der Fortgang der Erzählung erfordert,
ursprünglich zum Kolandsliede gehört haben, und nur durch Verschiebung
mitten in die später eingefügte Baligantepisode gerathen seien. Diese
Annahme empfiehlt sich auch in der Hinsicht, dass nach Ausscheidung
dieser Stelle einerseits die Episode, und das Kolandslied anderseits
ein einheitliches, durch keine uniiöthigen Einschiebungen unterbrochenes
Ganze bilden würden. Dann wäre freilich im Baligant auch keine Spur
von parallelen Laisaon zu entdecken und die Episode schon dadurch
allein als unecht gekennzeichnet. Denn ich kann nicht annehmen,
dasB ein und derselbe Dichter in einem Theilo seines Werkes die von
ihm sonst mit Vorliebe angewendeten parallelen Laissen ohne zwingende
äussere Gründe, die hier nicht erkennbar sind, Ternachlässigt haben
sollte.
Ich habe mich bei der Darlegung der Resultate meiner Unter-
suchung eigentlich nur auf Andeutungen beschränkt. Leider erlaubt
es mir meine sehr stark in Anspruch genommene Zeit nicht, ausführ-
licher zu sein. Indessen hoffe ich, dass die angegebenen Gründe ge-
wichtig genug sein werden, um meine Behauptung, dass der Einfluss
der ae. Poesie auf die Composition des Rolandsliedes denüich erkenn-
bar iet — besonders auch in Bezug auf die laisses similaires — , und
dass daher der Dichter der Chanson de Roland ein in England leben-
der, die ae. Poesie kennender, normannischer clerc gewesen ist, nicht
kurz von der Hand weisen zu lassen.
Rostock i/M. im April 1892.
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